Sdz 20110421

March 26, 2018 | Author: Ник Чен | Category: Muammar Gaddafi, International Politics, Al Qaeda, Yemen, Libya


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Windrad? Nein Danke!– Energiewende und Demokratie / Seite 6 A, B, E, F, GR, I, L, NL, P (Cont.), SLO, SK: Q 3,10; dkr. 24; £ 3,10; kn 29; sfr. 5,00; czk 95; TL 16; Ft 820 DEFGH NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT HF2 HK2 HS2 HH2 München, Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 DEUTSCHLAND-AUSGABE 67. Jahrgang / 16. Woche / Nr. 93 / 2,20 Euro HEUTE MIT (SZ) Wenn es noch eine Konstante gibt im Leben, so ist es der Wandel. Ständig muss der Mensch etwas verändern. Er macht das, weil ihm sonst langweilig wäre und weil er getrieben ist von der naiven Hoffnung, dass, wer die Dinge verändert, sie letztlich auch verbessert. Das aber stimmt erstens nicht, und zweitens ist es ziemlich egal. Es geht ja nicht darum, ob sich die Dinge verbessern oder verschlechtern – es geht einzig darum, dass sie sich verändern. Der Mensch verändert vor allem des Veränderns wegen; das ganze Sein ist eine Beschäftigungstherapie und dauert an, bis das Leben generell zum Stillstand kommt. Heraklit umspülte seinerzeit die Einsicht, dass jedem, der in den Fluss steige, anderes und wieder anderes Wasser zufließe. Daran hat sich nichts geändert, allerdings ist der Mensch heute mit weitaus mehr Wasser gewaschen, weil er seit Heraklit viele neue Baumaschinen erfunden und damit die Wasserläufe begradigt hat. Alles fließt, nur eben schneller denn je. Was aber hat all dies mit den Eisbären zu tun? Nun, eine Menge, betrachtet man die jüngeren Ereignisse in der Prudhoe Bay am Nordpolarmeer, im US-Bundesstaat Alaska. Im Oktober verabschiedeten sich dort eine Eisbärin und ihr Junges zur Winterruhe, ein halbes Jahr lagen die beiden herum, nun sind sie erwacht – man muss sagen: böse erwacht. Mitten in ihrer natürlichen Umgebung haben Mutter und Kind die unnatürliche Großbaustelle einer italienischen Ölfirma vorgefunden. Drei Tage sind die verdatterten Bären um das Ungetüm herumgeschlichen, es war ein ehrlicher Versuch, sich in der neuen Umgebung irgendwie wiederzufinden. Der Versuch ist missglückt, die Bären haben klein beigegeben und sich verzogen. Die Abgesandten der Ölfirma sind geblieben, nach einer kurzen Pause haben sie die Bauarbeiten wieder aufgenommen. So weit also ist es gekommen. Man macht kurz nur die Augen zu, schon vollzieht sich der Wandel durch Annäherung und schon stehen die Italiener mit dem Ölbohrer im Garten. Der Mensch wird weiterbohren um des Weiterbohrens willen, er wird mit den Großbaustellen wandern und auch noch die letzte Höhle ausräuchern, wenn er nur glaubt, dass es denn sein müsse. Die Eisbären werden weiterziehen, so lange sich an Land und zu Wasser neue Schollen auftun. Sie werden immer wieder klein beigeben, weil sie unsere Sprache nicht sprechen und niemand ihnen erklärt, wie man eine Kommission einberuft und wenigstens ein Moratorium herausschlägt. Und weil der Mensch nicht die Sprache der Eisbären spricht, werden wiederum die Eisbären dem Menschen nicht erklären können, dass das Leben per se kein schlechteres sein muss, wenn man mal ein halbes Jahr die Beine hochlegt. Dass sich also die Dinge durchaus mal verbessern können, wenn man sie nicht verändert. Nachbeben: Im Abitur 2010 sollten bayerische Schüler die Standortvorteile japanischer Atomkraftwerke erörtern – wir haben uns die Ergebnisse angesehen. Außerdem lesen Sie diese Woche exklusiv eine Kurzgeschichte des amerikanischen Autors T. C. Boyle über die Katastrophe von Tschernobyl. Liegt nicht der gesamten Auslandsauflage bei Großmann muss sich verteidigen Atomkraftgegner stören RWE-Hauptversammlung Ungleiche Waffenbrüder: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy empfing am Mittwoch den libyschen Oppositionsführer Mustafa Abdul Dschalil (rechts). AFP „Wenn sie nicht kommen, werden wir sterben“ Rebellen flehen um Bodentruppen des Westens Libysche Aufständische bitten Frankreich und Großbritannien um Hilfe / Westerwelle gegen deutsche Beteiligung Von Tomas Avenarius K a i r o – Die libyschen Rebellen haben Frankreich und Großbritannien zur Entsendung von Bodentruppen aufgefordert. „Wenn sie nicht kommen, werden wir sterben“, sagte ein Rebellensprecher in der von Regierungstruppen belagerten Stadt Misrata. Zwar verweigern westliche Staaten derzeit diese Hilfe. Doch gaben nach Großbritannien auch Italien und Frankreich die Entsendung von Militärberatern nach Libyen bekannt. Der Führer der Aufständischen, Mustafa Abdul Dschalil, traf am Mittwoch in Paris mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy zusammen. Sarkozy, von Anfang an Wortführer eines internationalen Militäreinsatzes gegen Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi, versprach nun verstärkte Luftschläge gegen die Soldaten des Regimes. Die Bitte um Bodentruppen ließ er unbeantwortet. Sein Außenminister Alain Juppé hatte eine Entsendung abgelehnt. Ebenso äußerte sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Er warb bei einem Treffen der EU-Außenminister mit ihren Amtskollegen der Golfstaaten für einen politischen Prozess. In Abu Dhabi sagte er, die Entsendung von Bodentruppen sei durch die Libyen-Resolution der UN ausgeschlossen. Eine schnelle militärische Lösung sei ohnehin unwahrscheinlich. Im Verlauf des zweimonatigen Aufstands und der inzwischen sieben Wochen dauernden Belagerung der 400 000-Einwohner-Stadt Misrata ist aber klar geworden, dass Luftunterstützung alleine für einen Sieg der Rebellen nicht ausreicht. Gaddafis Truppen haben ihre Taktik geändert und ihre Waffen in Misrata und anderen belagerten Orten in Wohngebieten aufgestellt. So würden bei Nato-Luftangriffen auch Zivilisten gefährdet. Die Entsendung von Militärberatern soll die Rebellen nun in die Lage versetzen, sich selbst zu schützen. Die mehreren Dutzend britischen, französischen und italienischen Offiziere sollen sich nicht an Kämpfen beteiligen. Sie sollen nur helfen, eine Armee aufzubauen und die Logistik zu verbessern. Die Aufständischen hatten sich anfangs ausländische Einmischung verbeten. Angesichts der militärischen Überlegenheit Gaddafis hatten sie dann die Errichtung einer Flugverbotszone gefordert, die nach Verabschiedung der UNResolution umgesetzt wurde. Nun erklärten sie in einem Brief an London und Paris, dass sie „auf der Grundlage humanitärer Prinzipien“ auf ausländische Kampftruppen angewiesen seien. Andernfalls werde Misrata fallen. Die UNResolution gestattet ausländische Militäraktionen zum Schutz der Zivilisten. Sie verbietet aber den Einsatz von Bodentruppen und sieht den Sturz Gaddafis nicht als Ziel vor. Misrata wird mit Artillerie und Raketen beschossen. Die humanitären Bedingungen sollen katastrophal sein: Nur gelegentlich können ausländische Hilfsschiffe mit Lebensmitteln und Medikamenten anlegen und Verletzte abtransportieren. Im Hafen sitzen mindestens 4000 Gastarbeiter fest. Die Zahl der Opfer ist unklar. Rebellenführer Dschalil sagt, seit Beginn des Aufstandes seien 10 000 Menschen gestorben und 55 000 verletzt worden. Das Regime zeigte sich indessen zuversichtlich. Gaddafis Sohn Saif al-Islam sagte: „Wir werden siegen.“ Die Lage „verbessert sich jeden Tag zu unseren Gunsten“. Das Regime werde „keine Rache nehmen“. Zugleich betonte er, wer mit Gewalt gegen den Revolutionsführer vorgehe oder die innere Sicherheit und nationale Einheit gefährde, müsse „Konsequenzen tragen“. Gaddafi selbst hatte den Aufständischen früher mit Vernichtung gedroht. (Seiten 2 und 4) Essen – Bei der RWE-Hauptversammlung in Essen ist Vorstandschef Jürgen Großmann heftig angegriffen worden. Hunderte Kernkraftgegner demonstrierten vor der Grugahalle gegen den Atomkurs des Konzerns. Auch auf dem Aktionärstreffen selbst wurde der Ruf nach einem Kurswechsel laut. Einzelne Redner kritisierten Großmann als „Rambo“ und „Dinosaurier“. Großmann verteidigte die Klage seines Konzerns gegen das Atommoratorium trotzdem. „Die Regierung hat nach dem Motto gehandelt: Erst abschalten, dann prüfen“, sagte der Vorstandschef. (Seite 4 und Wirtschaft) SZ Wegfahrsperren für Alkoholsünder Berlin – Die Bundesregierung befürwortet die Einführung elektronischer Wegfahrsperren für Alkoholsünder. Allerdings sollten sogenannte Alkolocks nicht verpflichtend sein, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Für bereits wegen Alkohol am Steuer aufgefallene Verkehrsteilnehmer sei eine freiwillige Lösung jedoch sinnvoll. (Panorama) SZ Linke: Personaldebatte ist beendet Berlin – Die Führung der Linken will ihre monatelangen Personalquerelen beenden. Das ist das Ergebnis einer Krisensitzung des Parteivorstands. Linken-Chef Klaus Ernst sagte, man sei sich einig, dass Personaldebatten „äußerst schädlich für die Partei“ seien. Ernst und die ebenfalls umstrittene Ko-Parteichefin Gesine Lötzsch wollen im Amt bleiben. (Seiten 4 und 5) SZ Heute in der SZ Unsterblich Wie das Leben nach dem Tod im Internet weitergeht. Von Thorsten Schmitz ...... 3 Verdrängt und vergessen Der Erinnerung an Umweltkatastrophen verblasst erstaunlich schnell. Leitartikel von Jeanne Rubner ........... 4 „Auch Schimpansen sind depressiv“ Forscher fragen sich, wieso psychische Störungen beim Menschen im Laufe der Evolution überlebt haben. .................. 16 Die skurrilen Ausgaben des Staates Der Bund der Steuerzahler macht Vorschläge, wie man die hohe Verschuldung abbauen könnte. ................................. 25 TV- und Radioprogramm ............. 29-30 Reise ............................................... 31-35 Forum /Leserbriefe, Rätsel .......... 28, 15 München · Bayern .............................. 40 Familienanzeigen ............................... 27 s gibt zugegebenermaßen schönere Orte, aber Mühe geben sie sich hier trotzdem. In kleinen Beeten blühen Blumen, ein freundliches Schild heißt Gäste willkommen. Am Rande des einst sowjetischen Flugplatzes von Termes ganz im Süden Usbekistans hat die Bundeswehr aus Containern ein kleines Lager errichtet. Der „Lufttransportstützpunkt“ ist das deutsche Tor nach Afghanistan. Per Airbus-Jet werden die Soldaten hierher gebracht und nach einer Nacht in Container oder Zelt mit einer Transall-Maschine dann weiter ins Einsatzgebiet. 110 Angehörige der Bundeswehr tun hier ihren Dienst in einer Umgebung, die zwar friedlich, aber nicht unbedingt freundlich ist. Die deutschen Soldaten werden mürrisch geduldet, was sich der örtliche Diktator Islam Karimow freilich gut bezahlen lässt. Ein Vertrag sichert seinem Regime neuerdings eine üppige Pauschale. Ursprünglich einmal ging es um den gemeinsamen Kampf gegen den Terror. Schon seit längerer Zeit aber raunen In- E Millionen für den Diktator Usbekistan bekommt mehr Geld für Bundeswehr-Stützpunkt sider, die Usbeken verlangten für den 2002 errichteten Stützpunkt immer ungenierter Bares. Im vergangenen Jahr bezifferte die Bundesregierung die Kosten für den Stützpunkt Termes in der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion auf 12,2 Millionen Euro im Jahr 2009. In der Summe sind allerdings Personalkosten ebenso enthalten wie Pacht, Flughafengebühren oder Sprit. Neuerdings aber kassieren die Usbeken jährlich eine „Ausgleichszahlung“ in Höhe von 15,95 Millionen Euro. Im Januar wurde sie das erste Mal ans usbekische Finanzministerium überwiesen – rückwirkend für 2010. „Das Regime von Karimow ist eines der brutalsten nicht nur in Zentralasien, sondern weltweit“, beklagt die Bundestagsabgeordnete Viola von Cramon von den Grünen. „Wenn die Bundesregierung mit solchen Zahlungen dazu beiträgt, dieses Regime zu festigen, dann ist das ein Skandal“, fügt sie hinzu. Die Grüne hatte von der Bundesregierung genaue Auskunft über die Kosten des Stützpunktes in Termes verlangt und vom Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) eine überraschende Auskunft erhalten: Zwischen Deutschland und Usbekistan sei am 13. April 2010 ein Abkommen geschlossen worden über einen „finanziellen Ausgleich“ für den Transit von Personal und Gütern und die Nutzung des Flughafens Termes. Die Pauschale enthält alle bisherigen Gebühren, hinzu kommen aber noch unter anderem Personalkosten und Auslandszuschläge. Dem Abkommen waren Verhandlungen vorausgegangen, in denen die usbekische Seite sich ihrer Sache si- cher sein konnte. Offenkundig ist, wie wichtig den Deutschen der Stützpunkt ist. Berlin lässt Vorsicht walten, die Kritik an eklatanten Menschenrechtsverletzungen bleibt verhalten. Wann immer der deutsche Außenminister in Termes umsteigt in Richtung Afghanistan, steht auch das obligate Höflichkeitstreffen mit dem usbekischen Kollegen auf dem Programm – notfalls mitten in der Nacht. Keinesfalls möchte man die Gastgeber verprellen. Mit Erfolg: Anders als die Amerikaner, die nach Kritik an einem Massaker an Demonstranten in der Stadt Andischan mit Hunderten Toten 2005 des Landes verwiesen wurden, dürfen die Deutschen bis heute bleiben. „Nicht erst seit Andischan kann ich nicht verstehen, warum man an Termes festhält“, sagt die Grüne Cramon. So sei es denkbar, nach Kirgistan auszuweichen. Unterm Strich, wird im Verteidigungsministerium dagegengehalten, sei Termes immer noch die günstigste Lösung, auch finanziell. Daniel Brössler Nationaltorwart Neuer verlässt Schalke 04 Gelsenkirchen – Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer wird seinen bis 2012 laufenden Vertrag bei Schalke 04 nicht verlängern. „Ich will weiterkommen und den nächsten großen Schritt machen“, sagte Neuer. Einen Wechsel zum FC Bayern München, über den sein Wochen spekuliert wird, wollte Neuer aber noch nicht bestätigen. (Seite 4 und Sport) SZ DEFGH Bibliothek Das Buch der Woche Goldpreis steigt über 1500 Dollar „Wir stehen vor einer industriellen Revolution“ Ethik-Kommission gegen überhasteten Atomausstieg / Töpfer: Klimaschutz und Jobs dürfen nicht gefährdet werden Von Nico Fried Berlin – Die von der Bundesregierung eingesetzte Ethik-Kommission zur Begleitung der Energiewende hat sich für einen tiefgreifenden Umbau der Stromversorgung in Deutschland ausgesprochen. Zum Abschluss einer Klausurtagung des Gremiums betonte der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer die besondere Bedeutung der Energiewende für die Zukunftsfähigkeit des Landes. „Wir gehen davon aus, dass das, was vor uns steht, so eine Art neue industrielle Revolution ist“, sagte Töpfer, der Vorsitzender der Kommission ist, am Mittwoch auf Schloss Liebenberg bei Berlin. Es gehe zwar darum, „auf die Kernenergie in Deutschland zu verzichten“; die Energiewende dürfe aber weder die Bürger beim Strompreis überlasten noch Arbeitsplätze oder den Klimaschutz gefährden. Offen ließ der Chef der EthikKommission jedoch, ob man Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine konkrete Jahreszahl oder eine Zeitspanne für den Ausstieg empfehlen wird. Man werde sich aber nicht vor einer Stellungnahme drücken: „Sie können sicher davon ausgehen, dass wir zu diesem Thema etwas sagen“. Allerdings dürfe man nicht nur auf das Datum schauen, „sondern muss auch den Weg dahin kennzeichnen“. Töpfer sagte außerdem, man dürfe sich in Deutschland nicht selbst in die Tasche lügen, indem Atomstrom aus dem Ausland importiert werde. Zugleich warnte er davor, „ein ethisches Verdikt“ über diejenige Staaten zu verhängen, die weiterhin auf Kernkraft setzten. Frankreich und die Tschechische Republik verfügen über Atommeiler, aus denen zuletzt auch Strom nach Deutschland importiert worden war. Beide Länder sowie weitere Nachbarstaaten Deutschlands haben bislang nicht signalisiert, aus der Kernenergie aussteigen zu wollen. Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas forderte unterdessen ein Importverbot für Atomstrom nach Deutschland. Er verlangt, dass die Regierung in den Verhandlungen mit den Energiekonzernen einen solchen Passus vertraglich vereinbart. „Es kann nicht sein, dass wir den endgültigen Atomausstieg vorantreiben und die Energiekonzerne dann den Atomstrom kaufen und in die deutschen Netze einspeisen“, sagte Maas, der auch Mitglied im SPD-Bundespräsidium ist, der Süddeutschen Zeitung. Allenfalls könnte Strom aus regenerativen Energiequellen importiert werden, etwa aus Skandinavien. Nur so sei eine „glaubwürdige Energiewende“ möglich. Die Ethik-Kommission hat 17 Mitglieder aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft. Anders als noch im Herbst 2010, als die schwarz-gelbe Regierung die Verlängerung der Laufzeiten im Alleingang und ohne Rücksicht auf Proteste in der Bevölkerung durchsetzte, strebt Kanzlerin Merkel nun an, einen möglichst breiten Konsens über die künftige Energieversorgung zu erreichen. Das Gremium soll sie dabei beraten und in den Bemühungen um eine gesellschaftliche Debatte unterstützen. Zu diesem Zweck hat die Kommission nun für den 28. April eine öffentliche Veranstaltung angesetzt, auf der die Mitglieder sich mit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fragen der Energiewende auseinandersetzen wollen. Spätestens Ende Mai will die Kommission der Regierung einen Bericht übergeben. Bis Mitte Juni soll der Ausstieg aus der Atomenergie bereits gesetzlich eingeleitet sein. (Seiten 6 und 7) Alison Bechdel Fun Home Eine Familie von Gezeichneten Georg Klein stellt Band Nr. 6 vor Feuilleton, Seite 13 www.sz-shop.de Süddeutsche Zeitung GmbH Hultschiner Straße 8 81677 München;Telefon 089/21 83-0, Telefax -9777; [email protected] Anzeigen: Telefon 089/21 83-10 10 (Immobilienund Mietmarkt), 089/21 83-10 20 (Motormarkt), 089/21 83-10 30 (Stellenmarkt, weitere Märkte). Abo-Service: Telefon 089/21 83-80 80, www.sueddeutsche.de/abo London – Der Goldpreis hat am Mittwoch erstmals die Marke von 1500 Dollar übersprungen. Eine Feinunze des Edelmetalls kostete in London zeitweise 1505,65 Dollar. Grund für den neuen Rekordpreis ist die Unsicherheit über die Folgen der hohen Staatsverschuldung in den USA und in Europa. (Wirtschaft) SZ Dax i Xetra Schluss 7249 Punkte Dow i N.Y. 18 Uhr 12 468 Punkte Euro i 18 Uhr 1,4520 US-$ + 2,98 % + 1,65 % + 0,0182 Das Wetter München – Zunächst sonnig. Später gebietsweise Quellwolken. Dabei vor allem von der Eifel bis zum Schwarzwald und der Schwäbischen Alb sowie in Alpennähe örtlich kurze Schauer oder Gewitter. Höchsttemperaturen zwischen 20 und 26 Grad. (Seite 28) 41016 4 190655 802206 Seite 2 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 THEMA DES TAGES reiche Islamistengruppen, politischen Einfluss zu gewinnen. Noch ist die Unterstützung für die RadiReformen, in Libyen kämpfen Rebellen verzweifelt kalen gering. Aber Experten fürchten, dass der Zugegen die Übermacht der Gaddafi-Truppen. Im lauf größer wird, falls sich die demokratischen, geWindschatten der Aufstände versuchen auch zahl- mäßigten Kräfte nicht durchsetzen können. Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Die Aufständischen in der arabischen Welt rufen nach Menschenrechten und Demokratie. Mit ihren Forderungen sind sie noch nicht überall durchgedrungen; im Jemen, in Syrien, aber auch in Algerien oder Bahrain wehren sich die Regime gegen Die Profiteure der arabischen Revolten Aktuelles Lexikon Ostermarsch Schnee und Graupel fielen vom Himmel, eiskalt muss es gewesen sein am Karfreitag 1958, als sich am Londoner Trafalgar Square 5000 Menschen versammelten. Der Mathematiker und Friedensaktivist Bertrand Russel hatte aufgerufen, von der britischen Hauptstadt zum Atomforschungszentrum Aldermaston zu ziehen. Vier Tage brauchten 600 Demonstranten, um die etwa 80 Kilometer lange Strecke dann tatsächlich zurückzulegen. Es war der erste Ostermarsch und begründete eine Tradition, die 1960 mit einem Protestzug zum Raketenübungsplatz BergenHohne auch in Deutschland Einzug hielt. Motiviert waren die Osterproteste vor allem durch den Kampf gegen die atomare Aufrüstung. Bald schon demonstrierten an den Feiertagen Zehntausende. Wer zu Hause blieb, dem schmetterten die Demonstranten Parolen entgegen: „Lasst den Kaffee, lasst die Sahne, Bürger, hebt die rote Fahne.“ Anfang der achtziger Jahre, im Streit um die Nato-Nachrüstung, ließen die Bürger den Kaffee besonders bereitwillig stehen: 1983 beteiligten sich 700 000 Menschen an den Ostermärschen. Diese Zahl wurde nach Ende des Kalten Krieges nie wieder erreicht, in jüngeren Jahren kamen meist 20 000 bis 30 000 Demonstranten, die für Frieden und gegen Einsätze der Bundeswehr demonstrierten. Wegen der aktuellen Atomdebatte hoffen die Organisatoren, dass die Bürger dieses Jahr wieder zahlreicher an den Märschen teilnehmen. ffu Die zweite Welle Seit den 90er Jahren sind Islamisten im Nahen Osten auf dem Vormarsch, nun nutzen sie den arabischen Frühling für sich Von Sonja Zekri ür Muammar al-Gaddafi ist al-Qaida inzwischen fast ein Trumpf. Sollten westliche Truppen Libyen angreifen, drohte der Revolutionsführer Mitte März, werde er aus dem Bündnis gegen den Terror aussteigen, sich mit Osama bin Laden verbünden und dem Westen einen „Heiligen Krieg“ erklären. Trotzdem wurden Gaddafis Truppen von der Nato bombardiert, und erneut brachte Gaddafi al-Qaida ins Spiel. In einem Brief an seinen „Sohn“, US-Präsident Barack Obama, bat er um Beistand: Der Aufstand gegen den „Bruder Führer“ sei von bin Laden inszeniert. Gaddafi wäre also ein Terroropfer. Richtig daran ist immerhin, dass Gaddafi einer der härtesten Gegner al-Qaidas in Nordafrika war, und dass einstige, möglicherweise auch aktuelle Anhänger bin Ladens tatsächlich unter den Rebellen kämpfen. Sie wollen erreichen, was al-Qaida nicht gelang: das Ende Gadda- F risch erfahrene Kämpfer wie Mochtar ein Gewinn. Rebellensprecher legen Wert darauf, dass es so gut wie keine Extremisten in ihren Reihen gibt, und sollten sie tatsächlich ihre Erfahrungen weitergeben, dann nur im Dienst der gerechten Sache – für Freiheit, Demokratie, Menschenwürde. Auch Mochtar sagte, er kämpfe nicht mehr für al-Qaida, sondern für die Freiheit. Vor wenigen Tagen starb er im Gefecht. Unter den Al-Qaida-Kämpfern, vor allem unter den Selbstmordattentätern, die im Irak gegen die amerikanischen Truppen kämpften, waren die Libyer überproportional vertreten. Abu-Faradsch al-Liby, bis zu seiner Festnahme die Nummer drei bei al-Qaida, trug seine Herkunft sogar im Namen. Viele sind schon vor Jahren zurückgekehrt, aus Af- ghanistan oder Irak, und sie bildeten nach Angaben der Jamestown Foundation eine „zweite Welle“ des militanten Islamismus in Nordafrika. Nachdem Umsturzversuche in Ägypten, Algerien oder Libyen in den Neunzigern niedergeschlagen wurden, orientierten sie sich an der Seite al-Qaidas weniger an den Ideen einer nationalen Befreiung als der eines „globalen Dschihad“. Damals wie heute ist dies kaum realistisch: Auch der Libyen-Konflikt wird al-Qaida dem Ziel eines globalen Gottesstaates nicht näher bringen. Aber die Terrorzellen können schwache Staaten weiter schwächen, wie sie das im Irak taten, und sie können Regionen destabilisieren. US-Admiral James Stavrides sprach unlängst von einem „Flickern“ al-Qaidas im Osten Libyens. Aber dass die Eu- ropäische Union zwar inzwischen die militärische Begleitung von Hilfslieferungen anbietet und Großbritannien Offiziere nach Bengasi schicken will, sich jedoch nur wenige für eine stärkere Bewaffnung der Aufständischen stark machen, zeigt die Vorbehalte. Wer weiß, wo die Waffen landen? Idriss Deby, Präsident des Tschad, berichtete unlängst alarmiert, dass die einstige „Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf“, die sich als alQaida im islamischen Maghreb (Aqim) vor vier Jahren bin Laden angeschlossen hat, schwere Waffen aus Libyen bekommen habe. Diese könnten sie demnächst zur „mächtigsten Armee der Region“ machen. Kurz darauf berichteten algerische Sicherheitskräfte, die Militanten hätten ganze Waffenladungen von Libyen nach Mali geschmuggelt, darunter Panzerab- wehrraketen, russische RPG-7-Granatwerfer, vor allem aber russische BodenLuft-Raketen vom Typ „Strela“. Die Aktivität von Aqim in Libyen sei „deutlich erhöht“, warnte der stellvertretende algerische Vizeaußenminister Abdelkader Messahel. Schließlich hatte sich Aqim in einer Erklärung auf die Seite der Rebellen geschlagen. Nach wochenlangem Schweigen versucht al-Qaida inzwischen, die Aufstandsbewegung zu vereinnahmen, obwohl diese nicht im Namen des Koran organisiert wurde und im Namen der Menschenrechte jene Regime gestürzt hat, gegen die lokale Dschihadisten kämpfen: Der Fall der Diktatoren sei der erste Schritt auf dem Weg zum globalen Gottesstaat. Nun müsse man sich gegen Gaddafi, die Nato, den Westen erheben. Oberst Gaddafi hat einst selbst Terrorgruppen auf der ganzen Welt gefördert. fis. Jener „Bruder Führer“, der 1970 sogar einen Dschihad-Fonds für den Kampf gegen den Zionismus einrichtete und ganz Afrika durch die Unterstützung der islamischen Bewegungen zur Freiheit verhelfen wollte, jener Gaddafi, der terroristische Gruppen auf der ganzen Welt förderte, stand auf der Abschussliste al-Qaidas ganz oben. Eine alQaida-Untergruppe, die Libysch-islamische Kampfgruppe LIFG, plante mehrere Attentate, unter anderem Mitte der neunziger Jahre in der Wüstenstadt Brak. Dort warf ein Terrorist eine Granate, die allerdings nicht explodierte. Die LIFG attackierte Gaddafis Polizisten und Soldaten, sie lieferte sich mit seinen Truppen regelrechte Gefechte. Einer jener libyschen Al-Qaida-Kämpfer, die vor ein paar Wochen zu den Rebellen im Osten des Landes wechselten, war nach Medienberichten Abdel-Moneim Mochtar aus Sabrata. Mit 20 zog er nach Afghanistan, als einer von mindestens 500 Libyern, die gegen die Sowjets antraten. Zu al-Qaida stieß er als Kommandeur der Libysch-Islamischen Kampfgruppe, die versuchte, den GaddafiStaat zu stürzen – und sich vor vier Jahren dem Terrornetzwerk anschloss. „Am schlimmsten war der Kampf gegen Gaddafi in den Neunzigern“, sagte Mochtar der Agentur AP: „Wenn er jemanden von uns gefangen nahm, folterte er nicht nur ihn, sondern auch die Familie.“ Für die schlecht ausgebildeten Aufständischen im Osten Libyens ist derzeit jeder militä- SZ erscheint wieder am Samstag Am Karfeitag, dem 22. April, erscheint die Süddeutsche Zeitung nicht. Die Ausgabe für das Osterwochenende vom 23. bis 25. April wird in der Regel zur gewohnten Stunde zugestellt. Wo jedoch an diesem Samstag regionale Blätter nicht erscheinen, mit denen die Süddeutsche in Vertriebsgemeinschaften zusammenarbeitet, bekommen unsere Abonnenten die SZ per Post. Ruf zur Waffe Der Dschihad im Internet Von Janek Schmidt ie Islamisten fühlten sich bei den Protesten in Nahost lange an den Rand gedrängt. Doch nun gehen sie in die Offensive. Dafür setzen sie auf das Internet. Dabei verfolgen die Extremisten eine zweigleisige Strategie: Zunächst begrüßen sie die Proteste – und interpretieren sie dann um. So schreibt der jemenitischamerikanische Prediger Anwar al-Awlaki in der fünften und jüngsten Ausgabe des Internet-Magazins Inspire, dem wichtigsten englischsprachigen Al-Qaida-Medium: „Die Revolutionen, die an den Thronen von Diktatoren rütteln, sind gut für Muslime, gut für die Mudschaheddin und schlecht für die Imperialisten des Westens.“ Obwohl religiöse Beweggründe bei den arabischen Protesten bislang keine wichtige Rolle spielten, filtert Awlaki die Aufstände durch die Islamisten-Brille: Er vereinnahmt sie als Kampf von Gotteskriegern gegen westliche Besatzer. Um dabei weltliche Leser nicht abzuschrecken, ergänzt er: „Das Ergebnis muss keine islamische Regierung sein, damit wir die Entwicklungen als Schritt in die richtige Richtung sehen.“ D Mit dem Koran und schweren Waffen ziehen libysche Rebellen in den Krieg. Die meisten allerdings wollen keinen Gottesstaat auf libyschem Boden. Foto: AFP Dienst an den Vorfahren Die Salafisten streben nach dem reinen Glauben Von Rudolph Chimelli ie möchten alles so tun wie die Vorfahren (arabisch: Salaf). Was nach der Ära des Propheten Mohammed dem Islam durch Theologen und Brauchtum hinzugefügt wurde, betrachten Salafisten als Irrtum, der zu vermeiden oder zu verdammen ist. Eine politische Bewegung sind sie im Ansatz nicht. Aber da die Wiederherstellung des reinen Glaubens für den Einzelnen wie die Gesellschaft als Gebot verstanden werden kann, sind sie dabei, eine solche Kraft zu werden. Änderungen und Neuerungen zu vermeiden – das beinhaltet für die große Mehrheit aller Salafisten auch eine duldsame Haltung gegenüber der öffentlichen Ordnung. Noch kurz vor der ägyptischen Revolution sprach ein salafistischer Prediger gegen den Regimekritiker Mohammed ElBaradei eine Todes-Fatwa wegen Ungehorsamkeit gegen die Obrigkeit Präsident Hosni Mubaraks aus. Was Neuerungen zu verdammen heißt, das zeigten radikale Salafisten von der Splittergruppe Einheit und Glaubenskampf (Tauhid wa Dschihad), die vergangene Woche in Gaza den italienischen Pazifisten Vittorio Arrigoni umbrachten. Ihr Führer Hischam Saidni war Anfang März von der Hamas-Polizei verhaftet worden, und um ihn freizupressen, hatten seine Freunde den Italiener entführt. Es gibt in Gaza nach Schätzungen 500 bis 5000 Salafisten, deren Grüppchen sich „Gefährten des Propheten“, „Schwerter der Wahrheit“, „Armee des Islam“ oder „Qaida Palästina“ nennen. Sie alle sind Gegner der palästinensischen Hamas, eines Zweiges der MuslimBrüder. Den Brüdern nehmen sie übel, dass sie politische Kompromisse schließen, an Wahlen teilnehmen oder die „kulturelle Invasion“ ausländischer Helfer zulassen. Salafisten-Kommandos stecken deshalb in Gaza Internet-Cafés, Friseur-Salons und Restaurants in Brand. Die Feindschaft wurde unüberbrückbar, als der salafistische Prediger Abdel-Latif Mussa vor vier Jahren in seiner Moschee in Rafah ein „Islamisches Emirat“ ausrief. Eine solche Rebellion gegen ihre Alleinherrschaft wollte die Hamas nicht hinnehmen. Bei der Unterdrückung der Revolte wurden 27 Salafisten getötet und 157 verletzt. Die Salafisten sind älter als die Muslim-Brüder. Ihre Ideen sind seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Umlauf, während die Brüder erst 1928 gegründet wurden. Immer und überall standen die Salafisten im Schatten jener großen fundamentalistischen Bewegung, auf die fast alle islamistischen Parteien und Organisationen in der muslimischen Welt zurückgehen, so an-Nahda in Tunesien oder die türkische Regierungspartei AKP. In Marokko, in Ägypten und im Jemen wurden die rückständigen Salafisten zeitweilig diskret von den Regimen gefördert, die hofften, damit die Opposition zu schwächen. Neuerdings spüren sie Rückenwind, denn vor allem bei radikalen Jugendlichen entsteht Enttäuschung darüber, dass sich die gemäßigteren Brüder mit der Obrigkeit arrangieren, mit Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika, mit Marokkos König Mohammed VI., mit dem pluralistischen tunesischen Übergangsregime. Auch die ägyptischen Muslim-Brüder paktieren de facto mit den herrschenden Militärs. Wenn die Salafisten von „gescheiterten Brüdern“ (Ichuan muflisin) sprechen, dann finden sie Gehör. Die salafistische Untergrund-Bewegung Algeriens hat sich in „Qaida für den islamischen Maghreb“ umbenannt. In enger Zusammenarbeit mit Kriminellen und Schmugglerbanden hat sie durch Entführungen auch ausländischer Touristen Aufsehen erregt. Doch al-Qaida ist heute eher eine Internet-Adresse für Gleichgesinnte und autonom operierende Gruppen als eine internationale Organisation unter zentralem Befehl. Radikalen Salafisten und Qaida-Anhängern sind Ideen und Ziele gemeinsam. Ein Netzwerk bilden sie nicht. So hat die Maghreb-Qaida, die auch in die Sahelzone ausgreift, weniger als tausend Aktivisten. Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi hat der CIA mit seinem Geheimdienst bei der Verfolgung des Untergrunds in der arabischen Welt nach Kräften geholfen. Jetzt zahlen es ihm Qaida-Aktivisten im Bürgerkrieg heim. Salafisten sind für die Wiederherstellung des Kalifats. Frauen zwingen sie eine strenge Verschleierung auf. Viele Salafisten tragen knöchelfreie Hosen. Denn angeblich haben die ersten Gefährten des Propheten das auch getan. Im Namen bin Ladens Al-Qaida findet im Jemen besonders viele Anhänger – und einen idealen Rückzugsort Von Janek Schmidt er Aufruf wirkte bedrohlich – sowohl für die Menschen im Jemen wie für die gesamte Welt. „Von jetzt an müssen Frauen auf Märkten von Angehörigen begleitet werden“, verkündeten Extremisten, als sie Ende März in der südjemenitischen Stadt Dschaar ein islamisches Emirat ausriefen. Später bestätigte Jemens Außenminister Abu Bakr alQirbi, dass mutmaßliche Al-Qaida-Anhänger die Kontrolle über die 50 000-Einwohner-Stadt Dschaar gewonnen hätten. Zwar eroberten Sicherheitskräfte die Stadt bald zurück und Beobachter warnen, dass die Regierung die Angst vor Islamisten gerne auch mit Verweis auf Orte wie Dschaar schürt. Dennoch hatte UN-Untergeneralsekretär Lynn Pascoe recht, als er bei der ersten Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu Jemen am Dienstag warnte: Die Unruhen im Land könnten die ganze Region gefährden. Im Jemen besteht die Gefahr, dass Islamisten von einem Umsturz dort mehr profitieren könnten als in den meisten Nachbarstaaten. Das liegt zunächst an der Stärke des regionalen Netzwerks al-Qaida auf der arabischen Halbinsel. Von dieser 2009 gegründeten Gruppe gingen mutmaßlich zwei der aufsehenerregendsten, aber gescheiterten Anschläge der vergangenen Jahre aus: Paketbomben mit Druckerpatronen, die 2010 im Jemen losgeschickt und auf dem Postweg entdeckt wurden, sowie der Sprengstoff in der Unterwäsche des sogenannten Unterhosenbombers, Umar Farouk Abdulmutallab, der am ersten Weihnachtsfeiertag 2009 eine Bombe in einem Flugzeug zünden wollte. US-Terror-Experten schätzen die Zahl der führenden Al-Qaida-Mitglieder im Jemen auf 100 bis 200. Im mutmaßlichen Hauptquartier in der pakistanischen Bergregion Nord-Waziristan sollen dagegen nur noch 50 Kämpfer sein. So warnte US-Verteidigungsminister Robert Gates Ende März: „Der aktivste und derzeit vielleicht aggressivste Ableger von al-Qaida agiert vom Jemen aus.“ Die Anfänge dieser Terrorismus-Zelle reichen mehr als 30 Jahre zurück. Wie ihre pakistanischen Kampfgefährten erlebten auch viele jemenitische Islamisten ihre Feuertaufe im anti-sowjetischen Krieg am Hindukusch. Nach dem Abzug der Sowjet-Truppen aus Afghanistan 1989 kehrten mehr als 4000 Kämpfer in den damals eigenständigen Nordjemen zurück. Dort fanden sie eine neue Aufgabe: den Kampf gegen die kommunistische Regierung des Südjemen. Zwar vereinigten sich die beiden Staaten 1990 unter der Führung des Präsidenten aus dem Norden, Ali Abdullah Salih, der den Jemen bis heute regiert. Doch 1994 kam es zum Bürgerkrieg. Dabei baute Salih auf die Hilfe seines engsten Vertrauten: des Armee-Generals Ali Muhsin al-Ahmar. Der General nutzte die Erfahrung der Afghanistan-Veteranen, um mit deren Hilfe die Unabhängigkeitskämpfer aus dem Süden niederzuschlagen. So festigten sich Kontakte zwischen Islamisten und Regierung, die bis heute bestehen. Umso bedeutender war es, als sich General Ali Muhsin am 21. März öffentlich von Präsident Salih lossagte. Innerhalb weniger Stunden umringten die Soldaten des Generals die Universität in der Hauptstadt Sanaa, um dort Demonstranten zu schützen. Zwar war das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und seinem getreuen General schon lange abgekühlt, seit der Präsidenten-Sohn Ahmed zum Thronerbe aufgestiegen war. Doch befürchten Beobachter nun mögliche Kämpfe zwischen verschiedenen ArmeeEinheiten und fragen, ob der General dafür seine Bündnisse mit islamistischen Kampfgefährten erneuern könnte. Noch lauter warnen manche TerrorExperten jedoch vor einem mächtigen Mann, der noch engere Kontakte zu Afghanistan-Veteranen hält: Abdul Majeed al-Zindani, einer der Köpfe der wichtigsten Oppositionspartei al-Islah und Jemens führender sunnitischer Theologe. Die USA und die UN führen Zindani auf ihren jeweiligen Terrorlisten und verurteilen ihn als Mentor von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden. Viele Jemeniten sehen den Geistlichen jedoch als etablierten Oppositionspolitiker, der lange das Verhalten des Regimes, nicht aber Salihs Herrschaft in Frage stellte. Am 1. März aber trat Zindani erstmals auf dem Demonstrations-Platz vor der Universität in Sanaa auf und gab den bis dahin nicht religiösen Protesten eine neue Stoßrichtung: „Das Kalifat kommt!“, rief er zur Freude einiger Demonstranten. S D Der Prediger Anwar al-Awlaki mit einer Botschaft im Netz. Foto: AP Immer deutlicher wird indes der zweite Teil der Islamisten-Strategie: das Hervorheben der eigenen Rolle. Dafür nutzen die Propagandisten die Tatsache, dass aus Libyen und Jemen besonders viele Extremisten stammen. So zeigen 2007 konfiszierte Dokumente aus einem Islamisten-Stützpunkt im Irak, dass einst aus keiner Stadt so viele Aufständische in Richtung Irak zogen, um dort im Dschihad zu helfen, wie aus der ostlibyschen Gemeinde Darnah. Dieser Eifer setzt sich nun fort – ob von wahren Kämpfern oder hochstapelnden Propagandisten ist unklar. So schreibt der Terrorismus-Forscher Alexander Meleagrou-Hitchens in einer Studie des International Centre for the Study of Radicalisation: „Ende Februar leuchteten einige der wichtigsten Dschihad-Internetseiten vor Begeisterung über Berichte, dass sich Anti-Gaddafi-Einheiten bildeten.“ Um die eigene Bedeutung zu betonen, jubelte ein Besucher eines Extremisten-Forums: „Ich habe die exklusive Nachricht, dass die Brüder mehr als 4000 bis 7000 Kämpfer beisammen haben.“ Zwar ziehen Beobachter diese Zahl in Zweifel. Doch bietet der Krieg eine Gelegenheit für schwer überprüfbare Propaganda, und der Besucher der Extremisten-Webseite fügt an: „Wer möchte sich den Mudschaheddin anschließen? Die Tore zum Dschihad sind in Libyen weit offen.“ Auf dem Weg in den Jemen: Jenseits der Grenze, nahe bei Mogadischu, werden islamistische Kämpfer ausgebildet, die dann nach Norden ziehen. AFP Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 DIE SEITE DREI HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 3 Bei ihm kann man ewiges Online-Leben kaufen. Matthias Krage bietet ein „Eternity-Package“ auf seiner Plattform stayalive.com an. Sie ist eine Gedenkstätte für Verstorbene im Internet. Foto: Alessandra Schellnegger Unsterblich Seit sich Menschen im Internet präsentieren, gibt es ein ewiges Leben im Netz. Denn Facebook-Seiten und Online-Auftritte bleiben auch nach dem Tod. Hinterbliebene kann das trösten. Und schon wird die digitale Erinnerung zur Geschäftsidee. Von Thorsten Schmitz ebecca Riedel und Sebastian Strigl hatten sich aus den Augen verloren. Sie war nach Berlin gezogen, er nach New York. Nach Jahren ohne Kontakt trafen sich die beiden wieder, im Internet. Trafen? Es ist das falsche Wort, aber so nennt man das, wenn man auf jemanden im Internet stößt, den man kennt. Facebook heißt die Seite, auf der sich Strigl und Riedel getroffen haben. Die Plattform ist eine Ode an den Moment. Momente können banal sein oder traurig. Bei Facebook kommen eher die banalen Momente des Lebens zum Tragen. Jemand schreibt, er zuckele gerade mit der S 8 zum Flughafen München, ein anderer: „Ich will jetzt mal wieder richtig küssen.“ Den Tod allerdings hatten die Macher von Facebook vergessen. Sie haben jetzt eine Notlösung für ihn gefunden. An den ersten Dialog mit Sebastian Strigl erinnert sich Rebecca Riedel heute noch sehr genau. Er war sehr kurz. „Hey Basti!“ – „Hey Rebi!“ Dann, sagt Rebecca Riedel, „waren wir laut Facebook wieder befreundet“. Facebook ist die größte Kontaktmaschine der Welt, mit mehr als 600 Millionen Mitgliedern. Der sagenhafte Erfolg ist zwei menschlichen Grundbedürfnissen geschuldet: Neugier und Mitteilungsdrang. Die Berliner Künstlerin sitzt in einem Restaurant in Leipzigs Innenstadt. Sie könnte jetzt eine Nachricht auf Facebook hinterlassen, dass ihr die Vorspeise gut geschmeckt hat. Solche Sachen liest man auch auf Facebook. Aber das ist nicht Riedels Art. Sie hat gerade ein Video komponiert für ein Theaterstück über Goethes Faust nach Einar Schleef. Seltsamerweise ist Johann Wolfgang Goethe auch bei Facebook, er hat 686 Freunde und lässt wissen, dass er gerne mit Friedrich von Schiller Schlittschuh läuft. Es gab eine Zeit, da war Riedel jeden Tag auf Facebook, zu Recherchezwecken. Sie hat mal eine Performance gemacht, „Gesichtsbuch“ hieß die. Der Reiz aber, sagt Riedel, habe inzwischen nachgelassen. Es kann aber auch sein, dass der Schock, den eine Facebook-Mail bei ihr ausgelöst hat, der Grund dafür ist. schreibt: „Hatte heute eine Fledermaus, bestimmt hast Du sie geschickt, um mich zu erschrecken – miss ya!“ Als die Witwe von Sebastian Strigl das Facebook-Konto schließen lassen will, schreiben Freunde, sie solle das nicht tun. Die Witwe möchte nicht für den Artikel interviewt werden. Sie schreibt eine E-Mail, in einem Ton, der ahnen lässt, wie sehr sie verletzt wurde von den FacebookFreunden. Sie fand es „anmaßend, dass Menschen, die ich überhaupt nicht kenne, mir gesagt haben, was ich tun solle.“ Milliarden Fotos, Mails und S-BahnMomente sind im World Wide Web gespeichert, Videos, Blogs, Chats, Kontaktanzeigen. Längst ist das Internet zu einem weltumspannenden virtuellen Friedhof geworden. Experten schätzen, dass von den 600 Millionen Facebook-Nutzern mehrere hunderttausend verstorben sind. Das, was Menschen online tun, spiegelt wider, wer sie sind oder wer sie gerne sein möchten. Was aber passiert mit dieser Version des Online-Ichs, wenn das echte Ich gestorben ist? Wer bekommt Zugang zu den Webseiten, sozialen Netzwerken und E-Mail-Postfächern? Eine einheitliche Regelung, was mit dem digitalen Erbe passiert, gibt es nicht. Facebook verlangt von Angehörigen die Vorlage einer Sterbeurkunde, wenn sie Zugriff auf eine Facebook-Seite haben möchten. Yahoo weigert sich „aus datenschutzrechtlichen Gründen“, Nutzerkonten von Verstorbenen einsehen zu lassen. GMX und web.de erlauben bei Vorlage eines Erbscheins den Zugriff auf das MailKonto eines Verstorbenen, Gmail auch, Angehörige müssen aber eine beglaubigte und ins Englische übersetzte Kopie der Sterbeurkunde nach Kalifornien senden. Es gibt auch keinen einheitlichen Code, wie man im Internet mit dem Thema Tod umgehen soll. Als sich die Nachricht herumspricht, dass der Berliner Journalist Marc Fischer nicht mehr lebt, sendet ihm ein Freund statt Worten dieses Piktogramm :-( Die meisten Menschen, die Facebook nutzen und bei Ebay ein Konto besitzen, beschäftigen sich nicht mit der Frage, was nach ihrem Tod mit ihrem InternetIch passiert. Vielleicht, weil der OnlineWelt immer noch etwas Flüchtiges, Vergängliches anhaftet. Vielleicht aber auch nur deshalb, weil über das Sterben nachzudenken nicht jedermanns Sache ist. Man hat noch keine fünf Minuten mit Matthias Krage geredet, da verrät er einem schon, wie er gerne beerdigt werden wolle: „Um Gottes willen nicht in einem 900-Euro-Anzug, sondern in Jeans und in einem schlichten Fichtensarg!“ Sein Büro liegt in einer ausgebauten Scheune in Taufkirchen im Süden von München, von seinem Schreibtisch blickt er auf den Dorffriedhof. Ein Bagger gräbt gerade ein Loch. „Dann ist morgen hier eine Beerdigung und man findet keinen Parkplatz“, sagt Krage und lacht. Wenn man ihn fragt, wie alt er ist, sagt er: „40, leider.“ Leider, weil die Zeit rast und er noch so viel erleben möchte. Seine Firma berät Verlage, wie sie sich am besten im Internet präsentieren. Seit ein paar Monaten kann man sehen, wie sich Krage im Todesfall präsentiert. Vor ein paar Monaten hat er eine Internetseite ins Leben gerufen, stayalive, am Leben bleiben. Sie ist für Menschen, denen es auch nach ihrem Tod wichtig ist, dass die anderen sie so in Erinnerung behalten, wie sie in Erinnerung behalten werden möchten. Es ist ein Facebook für Tote. Krage hat ein großes Ziel: „Wir wollen die digitale Unsterblichkeit erreichen!“ Es ist natürlich auch so, dass Krage mit stayalive.com ein Geschäft wittert: „Der Tod ist der letzte Bereich, der noch nicht vom Internet besetzt ist.“ Das stimmt nicht mehr ganz. Es gibt schon Seiten für den toten Kanarienvogel und Seiten, auf denen man Kerzen anzünden kann. Dann zeigt er seine eigene Seite. Ein großes Foto von der Kampenwand sieht man da und ein riesiges Kreuz auf dem Gipfel. Für Krage ist die Kampenwand „der schönste Ort der Welt“. Was sieht man noch? Wie Krages Eltern heißen, dass er keine Geschwister hat, dass er Kalifornien mag, Rod Stewart und Spaghetti Carbonara. hen die Kontaktdaten eines Freundes, der nicht mehr lebt: „Ich kann den nicht löschen. Das hätte so etwas Endgültiges.“ Krage finanziert das Projekt aus eigener Tasche und mit Helmut Markworts Hilfe. Der Focus-Herausgeber ist so begeistert von der digitalen Unsterblichkeit, dass er sich mit 16,6 Prozent an der Webseite beteiligt. Werbung soll es erst mal nicht geben, obwohl schon einige Bestatter und Versicherungen angefragt hätten. Niemand, sagt Krage, sei für solche Unternehmen interessanter als jene, die sich schon zu Lebzeiten mit ihrem Tod beschäftigten. Krage hat es erst gar nicht bei Banken versucht, einen Finanzierungsplan zu erstellen. „Was hätte ich denen denn sagen sollen? In so und so vielen Jahren wollen wir so und so viele Tote haben?“ Er lacht. Bei der Entwicklung der Seite sei viel gelacht worden, sagt Krage. Zum Beispiel als es darum ging, Missbrauch auszuschließen. Wenn ein Nutzer stirbt, melden zuvor von ihm benannte Personen seinen Tod bei stayalive. Um sicher zu gehen, sendet stayalive dann noch mal eine SMS – auf das Handy des Toten. Für die Formulierung der delikaten SMS hat Krage einen Trauerberater konsultiert. Der Text lautet jetzt so: „Ihr Tod wurde gerade auf Stayalive gemeldet. Wenn es sich dabei um einen Fehler handelt, melden Sie sich bitte umgehend unter [email protected]“ Was bewegt Menschen dazu, dass ihr Online-Ich nach dem Tod nicht gelöscht wird? Krage sagt: „Menschen haben Pyramiden gebaut, um in Erinnerung zu bleiben, heute verewigen sie sich im Internet.“ Er selbst findet es gut, „dass jetzt Fotos nicht mehr vergilben“, dass man also in 100 Jahren noch Fotos von ihm und der Kampenwand sehen kann. Und dass mit seinem digitalen Friedhof nun auch die Frage gelöst sei: „Wer gießt eigentlich mal die Blumen auf meinem Grab?“ Willich liegt nahe Krefeld und hat vier Ortsteile, nur einer verfügt über einen S-Bahn-Anschluss. Nach Willich-Schiefbahn fährt ein Bus. Der Ort besteht aus einer Hauptstraße, viel Feldern drumherum, und im Rathaus sucht man gerade einen Betreiber für ein Jugendcafé. Die Jugend trifft sich auf der Hauptstraße oder im Internet. Julienne Horchmer war im Internet zu Hause. Jetzt hat ihre Mutter diesen Platz eingenommen. Es ist später Nachmittag, der Hund muss raus. Marion Horchmer spaziert zum Friedhof. Oft ist sie nicht dort: „Ich habe keine Verbindung zu Juliennes Grab.“ Sie steht vor Gestecken, Steinen und einem Holzkreuz und sagt, das Grab sei ein toter Ort. Im Internet dagegen sei ihre Tochter „noch lebendig“. „Und hier.“ Bei dem Wort hier fasst sich Marion Horchmer ans Herz. Sie und ihr Ehemann wohnen in einem Einfamilienhaus. Im Wohnzimmer steht ein großes Foto von Julienne. Marion Horchmer zündet sich eine Zigarette an und sagt: „Ich rede gerne über meine Tochter.“ Die Sonne scheint von draußen herein, im Garten blüht ein Kirschbaum, der Hund ruht sich unter dem Tisch aus. Es ist der 15. August, als Marion Horchmer nachmittags um drei nach Hause kommt. Sie arbeitet als Arzthelferin in Krefeld. Julienne liegt noch im Bett. Sie lässt sie schlafen. Es sind Ferien, Julienne hat die ganze Nacht mit ihrem Freund telefoniert. Irgendwann aber geht sie doch hinauf in ihr Zimmer. Die Tochter liegt leblos im Bett. Julienne hat an Epilepsie gelitten, die Ärzte vermuten, dass sie bei einem Anfall im Schlaf erstickt ist. Für den Moment, in dem sie begreift, dass die Tochter tot ist, findet Marion Horchmer keine Worte. Sie sagt, sie habe nur noch funktioniert. Sie durchsucht Juliennes Portemonnaie, weil die Notärztin die Versichertenkarte braucht. Dabei findet die Mutter auch einen Zettel mit Passwörtern für YouTube, gutefrage.net, SchülerVZ. Schon am nächsten Tag loggt sich Marion Horchmer ein. Die Freunde bekommen einen Schreck, als sie sehen, dass Julienne wieder online ist. In den ersten Monaten nach dem plötzliche Tod der Tochter ist die Mutter jeden Tag auf SchülerVZ. Sie schaut, was über Julienne geschrieben wird, knüpft Kontakt zu Freunden ihrer Tochter, die sie bisher nicht kannte. „Ich habe viel geweint. Der Kontakt zu ihren Freunden hat mir viel Kraft gegeben.“ Persönlich begegnet ist sie bisher kaum jemandem, den sie online trifft. Nur auf Juliennes Beerdigung. „Da“, sagt Marion Horchmer, „habe ich jeden umarmt und jedem in die Augen geschaut.“ Auf der Beerdigung wurde auch ein Video gezeigt, das vier Freundinnen gemacht haben. Ein Video mit Musik und Bildern von Julienne. Sie haben es auch auf YouTube gestellt, wo es inzwischen schon 7500 Mal angeklickt wurde. 7500 Mal. Das sind auch 7500 Kontaktaufnahmeversuche mit Julienne. Marion Horchmer tut es gut, wenn sie online ist und man sie auf SchülerVZ fragt, wie es ihr geht, und wenn sie liest, dass die Freunde an Julienne schreiben: „Du fehlst mir.“ Ohne Internet, sagt Marion Horchmer, „würde ich ja gar nicht erfahren, dass die Leute noch an sie denken“. Wenn die Freunde schreiben, dass sie Juliennes Grab besuchen, antwortet die Mutter: „Dann kommt doch danach zum Kaffee vorbei.“ Ihre Nachbarn hätten kurz nach Juliennes Tod die Straßenseite gewechselt, wenn sie durch Willich gelaufen sei. „Das Internet macht den Umgang mit Trauer leichter. Die jungen Leute sind viel unbefangener. Sie komponieren Musik, schreiben Gedichte“, sagt sie. Und können so tun, als sei Julienne noch da. „Ich war heute an Deinem Grab“, schreibt einer. „Ich hoffe, dass Du das lesen kannst.“ Ein anderer seufzt: „Wie krass, heute bist Du schon 7 Monate weg.“ Jemand fleht: „Vergiss mich nicht, ok?“ Einmal hat jemand geschrieben, man solle Tote ruhen lassen. Die Mutter hat den Eintrag gelöscht. Löschen ist für Birgit Aurelia Janetzky ein vertrauter Begriff. Sie ist Trauerrednerin. Janetzky redet an echten Gräbern, gibt aber auch Bestattungsunternehmern Tipps, wie man mit virtuellen Gräbern umgeht. Die Zeit drängt. „In Zukunft“, sagt sie, „wird es immer mehr Internetleichen geben, so wie es Karteileichen gibt.“ 99 Prozent der Menschen, die sie kenne, hätten sich noch keine Gedanken gemacht über ein Internet-Testament. R Menschen bauten Pyramiden, um in Erinnerung zu bleiben, heute legen sie Webseiten an. Inzwischen haben sich schon 15 000 Menschen bei stayalive.com angemeldet. Man kann ein Jahresabo buchen für 19,90 Euro oder das Eternity-Package, also einen Deal für die Ewigkeit. Für 499 Euro kümmert sich stayalive so lange um den Internetauftritt eines Toten, solange es stayalive (und die Welt) gibt. „Ganz weg“, sagt Krage, „das will doch niemand.“ In seinem E-Mail-Postfach ste- „Ich frage mich, wen es in 500 Jahren interessieren soll, dass meine Lieblingsfarbe Rot war?“ Janetzky besitzt einen Laptop, zwei PCs, ein Smartphone, zwei Telefonnummern und vier E-Mailadressen. Sie ist bei Facebook und Twitter und führt einen Bestattungskultur-Blog, „grabauf-grabab“. Dort macht sie sich lustig über Internetseiten wie virtualeternity.com. Die Seite fertigt digitale Klone an, damit die Verwandten auch nach dem Tod mit dem Verstorbenen „reden“ können. Die Diplom-Theologin sagt, der Tod und das Internet sind „ein großes Geschäft. Jetzt werden die Claims abgesteckt.“ Sie selbst mischt jetzt auch mit und hat mit einem Bekannten ein Startup gegründet, das Angehörigen beim Sichten hilft, wenn der Verstorbene OnlineBankkonten und ein paypal-Abo hinterlässt. Im Leben von Janetzky ist der Tod etwas Selbstverständliches, für viele Menschen sei er das nicht: „Man kann sich den Tod nicht vorstellen.“ Und weil das so sei, wollten „die Menschen, dass etwas überdauert. Deshalb werden Bücher geschrieben, Firmen gegründet, Kinder zur Welt gebracht. Man kann sich den Tod nicht vorstellen.“ Deshalb gebe es jetzt den Trend zum Weiterleben im Internet. Das Problem ist nur: Das World Wide Web schafft den Abschied ab. „Im Internet gibt es keinen Trauerprozess mehr, die Bilder sind in zehn Jahren immer noch da. Ein Grab verfällt irgendwann, der Stein platzt ab, das Laub fällt. Eine Internetseite aber, die bleibt.“ Für den Trauerprozess habe das die Folge, dass nicht mehr losgelassen werde. „Ich werde immer auf demselben Stand gehalten“, sagt Janetzky. Und wie hält sie es mit einem Weiterleben im Internet? „Ich frage mich, wen es in 500 Jahren interessieren soll, dass meine Lieblingsfarbe Rot gewesen ist.“ Für den Fall, dass sie stirbt, hat sie ein MasterPasswort für alle Internetzugänge hinterlassen. Es steht auf einem Stück Papier. Sie möchte, dass alles gelöscht wird: „Wenn ich gestorben bin, will ich einfach tot sein dürfen.“ Nach dem Tod eines Berliners sendet ihm ein Trauernder noch dieses Piktogramm :-( Der Facebook-Server sendet ständig Mails an seine Mitglieder. Eines Tages landete eine in Rebecca Riedels E-MailFach. „Du warst schon längere Zeit nicht mehr auf Sebastians Facebook-Seite“, mahnte die Mail. Stimmt, dachte sich Riedel an diesem Morgen. „Ich hinterlasse ihm mal einen Gruß.“ Als Riedel die Facebook-Seite von Strigl aufruft, kommen ihr die Tränen. Sebastian, erfährt sie durch die Einträge seiner Freunde, ist tot. Für Rebecca Riedel war dieser Moment „gruselig, bizarr“. Unendlich alleine habe sie sich vor dem Computer gefühlt. Und ernüchtert: „Mir ist schlagartig bewusst geworden, dass wir eben nicht befreundet waren, wie Facebook es mit diesem Wort Freunde suggeriert. Sonst hätte ich ja von seiner Krebserkrankung gewusst.“ Noch heute, ein Jahr nach seinem Tod, kann man Strigl eine Freundschaftsanfrage senden. Neben einem Foto, das ihn an einem Strand mit Freunden zeigt, blinkt eine Anzeige für Outdoor-Bedarf, „Geh mal wieder klettern!“ Und seine 159 Freunde? Schreiben ihm zum Geburtstag, als könne er die Grüße lesen. Eine Freundin lässt Sebastian wissen: „Bin in LA und denke fest an Dich!“ Eine andere Marion Horchmer ist nicht oft am Grab ihrer Tochter. Das sei ein toter Ort, sagt sie. Sie pflegt die Internetseite von Julienne auf SchülerVZ, wo heute noch Freunde Nachrichten schicken. Fotos: Volker Wiciok Seite 4 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 MEINUNG Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Verdrängt und vergessen V on J ean ne Ru bne r Der Mensch ist vergesslich. Ein Jahr nach dem Untergang der Deepwater Horizon ist die havarierte Öl-Plattform im Golf von Mexiko für viele nur noch Geschichte; ein fernes Ereignis, dessen dramatische Bilder aus der Erinnerung fast gelöscht sind. Und erneut verseucht frisches Öl den Golf, es fließt aus anderen tiefen Bohrlöchern. Das Geschäft muss weitergehen. Amerikas größte Ölpest ist abgehakt. Das Vergessen von Umweltkatastrophen gehorcht eigenen Gesetzen. So wie das Gehirn dazu neigt, Ereignisse, die mit Gefühlen verbunden sind, länger zu speichern als kühle Fakten, bleiben nur manche Umweltkatastrophen im kollektiven Gedächtnis haften. Tschernobyl hat sich in das Bewusstsein eingegraben, der bislang größte Atomunfall vor 25 Jahren ist zu Recht Symbol für die Gefahren der Kerntechnik. Andere Katastrophen aber sind vergessen, obwohl ihre Folgen mindestens ebenso tödlich waren. Welche Katastrophen Menschen erinnern oder verdrängen, lässt sich auch auf psychologische Faktoren zurückführen: Unfälle werden gerne verdrängt, wenn sie weit weg sind. Zudem scheuen Menschen davor zurück, ihren Lebenswandel zu ändern. Schließlich richtet sich der Verdrängungsgrad nach der teilweise subjektiven und emotionalen Risikowahrnehmung. Langfristige und sichtbare Folgen wie bei Atomunfällen, wo Bewohner umgesiedelt werden müssen, empfinden viele als weitaus schwerwiegender als eine Ölkatastrophe. Nun lassen sich Auswirkungen auf Menschen und Natur nicht penibel aufrechnen, man sollte sie auch nicht vergleichen. Die Deepwater Horizon ist gewiss nicht Fukushima. Und doch: Die Welt hat schon viele Tschernobyls erlebt – und verdrängt. Dazu gehört Bhopal, wo 1984 bei der Explosion eines Chemiewerks in Indien viele tausend Menschen ums Leben kamen, Zehntausende sind noch heute schwer krank. Als im vergangenen Jahr erstmals ein paar Bhopal-Manager vor Gericht standen, bekamen sie lächerlich geringe Strafen, und die juristische Aufarbeitung der weltweit größten Chemiekatastrophe war auch vielen Medien nur ein paar Zeilen wert. Im Jahr 1989 zerbarst der Tanker Exxon Valdez an einem Riff; auch dies ist eine der verdrängten Katastrophen. Von dieser Ölpest in Alaska hat sich die empfindliche Natur der Arktis noch immer nicht erholt. Trotzdem gehen die Öltransporte unvermindert weiter. Exxon Valdez, Deepwater Horizon, das Muster wiederholt sich: Die Bilder von Stränden voller Teer und ölverschmierter Seevögel lassen die Menschen einen Moment innehalten. Wenn die Schäden sich nicht mehr auf Bilder bannen lassen, sind sie rasch vergessen. Wer mag schon daran erinnert werden, dass das Öl im Golf von Mexiko nicht verschwunden, sondern auf den Meeresboden gesunken ist, wo es weiterhin wie Gift auf die Lebewesen wirkt, und dass die Fischer am Golf von Mexiko werden auf Jahre hin mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben werden? Öl scheint so unverzichtbar zu sein, und die Lust am Autofahren so groß, dass die Menschen Unfälle und Verseuchung in Kauf nehmen. Nicht das Ausmaß der Umweltschäden, nicht die Zahl der Toten (die Explosion im Golf von Mexiko hat auch elf Menschenleben gefordert) bestimmen, welche Lehren aus Katastrophen gezogen werden. Vielmehr diktiert der Lebensstil, den kaum jemand aufgeben mag, die Konsequenzen. Deshalb wird der Untergang der Deepwater Horizon bald ganz vergessen sein. Viele Amerikaner neigen ohnehin dazu, Umweltkatastrophen zu verdrängen – das liegt auch an der Größe ihres Landes und am tiefen Glauben daran, dass alles technisch machbar sei. Wenn schon die vielen spektakulären Umweltkatastrophen weitgehend folgenlos bleiben, dann gilt das umso mehr für die schleichenden. Die Ölförderung in Nigeria hinterlässt ein hochgradig verseuchtes Nigerdelta. Der Klimawandel bedroht bereits jetzt, durch Versteppung und Überflutung, viele Menschenleben. Die Belastung mit Feinstaub durch Verkehr und Industrieanlagen fordert jährlich viele Tausende Tote. In Kohlebergwerken kommen, wegen des Hungers nach billiger Energie, Jahr für Jahr Tausende zu Tode. All das wird nur allzu gerne vergessen. Das individuelle Vergessen und Verdrängen gehört freilich irgendwie zum menschlichen Dasein. Die permanente Beschäftigung mit den eigenen Umweltsünden kann ja auch zur Obsession werden; es hilft nicht weiter, bei jedem Einkauf ein schlechtes Gewissen zu haben. Menschen wünschen sich, das wissen Psychologen nur allzu gut, dass Krisen vorübergehen und dass das Leben weitergeht. Für den Einzelnen mag sich das Vergessen auszahlen, nicht aber für die Gesellschaft. Gefährlich wird es, wenn niemand Verantwortung übernimmt. Gefährlich wird es, wenn Politiker gewählt werden, die den Menschen versprechen, sie müssten ihren Lebensstil nicht ändern oder für Umweltsünden nicht bezahlen. Zum gefährlichen Typus gehören Politiker, die trotz der Gefahren Tiefseebohrungen ohne Einschränkungen erlauben wollen. Der Mensch mag vergessen, was er der Natur antut, die Verantwortung dafür kann er aber nicht abwälzen. Blick in die Presse Pizzerien und Fahrradwerkstätten Die französische Tageszeitung Libération (Paris) kommentiert den Machtwechsel in Kuba: „In dem Augenblick, wo die arabische Welt einen Frühling der Freiheit erfährt, wo der Rest Amerikas schon seit 20 Jahren demokratisch ist, erlaubt Raúl Castro Pizzerien und Fahrradwerkstätten. Man würde darüber lachen, wenn es nicht zwölf Millionen Kubaner gäbe, die seit 40 Jahren unter der Knute eines Diktators und seines Doppelgängers leben. Die letzten Reden dieses Dinosauriers des Postkommunismus beschuldigen die USA, die Insel systematisch zu unterdrücken. Aber daraus kann keine Rechtfertigung dafür erwachsen, dass zwei Generationen ihrer grundlegenden Rechte beraubt werden.“ Nichts aus Tschernobyl gelernt Zur finanziellen Unterstützung der Ukraine für die Folgen der atomaren Katastrophe von Tschernobyl meint die Frankfurter Rundschau: SZ-Zeichnung: Wolfgang Horsch Preis der Zurückhaltung Auch wenn dies für die Rebellen bitter ist, ein anderes UN-Mandat für Libyen wird es nicht geben Von Cathrin Kahlweit In der Nacht zum Mittwoch hätte der UN-Sicherheitsrat sich besorgt über die Krise im Jemen äußern sollen. Aber die 15 Mitglieder konnten sich nicht einmal auf eine wachsweiche Erklärung einigen – mutmaßlich, weil Russen und Chinesen es nicht mochten, dass in dem Text auf das „legitime Anliegen des jemenitischen Volkes“ verwiesen wird. Der Sicherheitsrat ist da, wo er immer war: uneins und an Partikularinteressen orientiert. Das war vor wenigen Wochen anders, als das Gremium sich auf die Resolution 1973 und damit auf den Schutz von Zivilisten durch Luftschläge einigte. Seither sind fünf Wochen vergangen, und weil Muammar al-Gaddafi nicht wankt, weil die militärische Lage zusehends aussichtsloser wird, fordern die Rebellen nunmehr verzweifelt die Entsendung von Bodentruppen. Alles hat die damalige Resolution erlaubt, „alle notwendigen Maßnahmen“, ausgeschlossen wurden nur Besatzungstruppen. Die Resolution entsprach dem Prinzip Hoffnung: Man hoffte, Hilfe aus der Luft würde reichen und die Rebellen vorantragen, man hoffte, Westen und Arabische Liga gemeinsam könnten mit geringem Aufwand Geschichte schreiben. Und man wollte sich nicht in einen Krieg hineinziehen lassen, für den es keine Exitstrategie gab, weil die Weltgemeinschaft sich nicht auf einen Sturz des Diktators geeinigt hatte. Bodentruppen, die mancher schon damals für nötig hielt, waren allerdings nicht vorgesehen. Sollten einzelne Mitglieder des Sicherheitsrats das Mandat derart ausdehnen, dürfte es heftige Gegenwehr geben. Die Resolution 1973 kam nur zustande, weil sie eben kein Mandat zum Einmarsch enthielt. Mittlerweile allerdings ist die Frustration mit Händen zu greifen. Die Rebellen sind militärisch und organisatorisch überfordert, Gaddafi erweist sich als grausamer Gegner. Die internationale Gemeinschaft macht kleine Schritte als Ersatz für große Lösungen: Die Regierungen in London, Paris und Rom schicken Militärberater, aber – wie die New York Times in einem Abgesang auf die Revolte schreibt – „für welches Militär“? Qatar und Washington liefern Waffen, doch keiner weiß, in wessen Hände die geraten und ob sie nicht eines Tages gegen die Alliierten eingesetzt werden. Die Nato bombardiert und wartet darauf, dass anderswo Lösungen formuliert werden. Dieser Militäreinsatz könnte am Boden vermutlich entschieden werden. Aber es wäre ein historischer Fehler, wenn europäische Truppen als vermeintliche Heilsbringer auf arabischer Erde mit unklarem Ausgang für weitgehend unbekannte Partner in den Krieg ziehen würden. Ehrlicher, wenn auch bitter ist es, weiter Hilfe zu leisten, wo das geht: humanitär, diplomatisch, mit massivem politischen Druck, aber im Rahmen des bestehenden Konsenses. Der politische Schaden in Libyen und Nahost wird groß sein. Aber nicht so groß wie ein NatoKrieg auf arabischem Boden oder gar ein Militäreinsatz des Westens ohne entsprechendes Mandat. „Viel zu schnell wird aber jetzt davon geredet, dass unbedingt ein neuer Sarkophag gebaut werden muss. Gibt es verlässliche Erkenntnisse, dass von dieser Hülle um Block 4 die derzeit größte Umweltgefährdung ausgeht? Nicht recht ins Bild passen will zudem, dass Janukowitsch in diesen Tagen ein uneingeschränktes Bekenntnis zur Atomenergie ablegte. Er sollte besser erklären, was er aus Tschernobyl gelernt hat. Kann man ihm wirklich so viel Geld anvertrauen?“ Zerstörter Konsens Zur Debatte über den geplanten Bahnhof Stuttgart 21 schreibt die Stuttgarter Zeitung: „Volksentscheide gelten bisher als das letzte Wort im demokratischen Meinungsstreit. Die Grünen zerstören diesen Konsens, wenn sie jetzt einem Volksentscheid nach den Regeln der Landesverfassung keine befriedende, sondern eine eskalierende Wirkung zusprechen. Die Unzufriedenheit über die Kautelen in der Landesverfassung ist berechtigt. GrünRot kann versuchen, sie zu ändern. Das Angebot der alten Landesregierung eines Viertelquorums statt eines Drittelquorums für die Annahme von Volksentscheiden hatten sie abgelehnt. Jetzt hätte es ihnen helfen können.“ DEFGH Herausgegeben vom Süddeutschen Verlag vertreten durch die Gesellschafterversammlung Chefredakteur: Kurt Kister Stellvertretender Chefredakteur: Wolfgang Krach Mitglied der Chefredaktion, Innenpolitik: Dr. Heribert Prantl Außenpolitik: Stefan Kornelius; Christiane Schlötzer; Innenpolitik (Stellvertreter): Dr. Alexandra Borchardt, Detlef Esslinger; Seite Drei: Alexander Gorkow; Investigative Recherche: Hans Leyendecker; Nicolas Richter; Kultur: Andrian Kreye, Dr. Thomas Steinfeld; Wirtschaft: Dr. Marc Beise, Hans-Jürgen Jakobs; Sport: Klaus Hoeltzenbein; Wissen: Dr. Patrick Illinger; Gesellschaft und Panorama: Tanja Rest; Wochenende: Gerhard Matzig; Mobiles Leben: Jörg Reichle; Beilagen: Werner Schmidt; München, Region und Bayern: Christian Krügel, Ulrich Schäfer; Peter Fahrenholz, Christian Mayer, Annette Ramelsberger; Bild: Jörg Buschmann; Grafik: Daniel Braun Geschäftsführende Redakteure: Dr. Hendrik Munsberg, Robert Roßmann, Stefan Plöchinger (Online) Chef vom Dienst: Carsten Matthäus Chefkorrespondent: Stefan Klein Leitende Redakteure: Prof. Dr. Joachim Kaiser, Nikolaus Piper, Evelyn Roll Die für das jeweilige Ressort an erster Stelle Genannten sind verantwortliche Redakteure im Sinne des Gesetzes über die Presse vom 3. Oktober 1949. Anschrift der Redaktion: Hultschiner Straße 8 81677 München, Tel.(089) 21 83-0; Nachtruf: 21 83-7708; Nachrichtenaufnahme: 21 83-481; Fax 21 83-97 77; E-Mail: [email protected] Berlin: Nico Fried; Claus Hulverscheidt (Wirtschaft), Französische Str. 47, 10117 Berlin, Tel. (0 30) 20 38 66 50; Erfurt: Christiane Kohl, Marktstr. 38 a, 99084 Erfurt, Tel. (03 61) 6 01 16 05; Düsseldorf: Bernd Dörries, Bäckerstr. 2, 40213 Düsseldorf, Tel. (02 11) 54 05 55-0; Frankfurt: Helga Einecke, Kleiner Hirschgraben 8, 60311 Frankfurt, Tel. (0 69) 2 99 92 70; Hamburg: Ralf Wiegand, Poststr. 25, 20354 Hamburg, Tel. (0 40) 46 88 31-0; Karlsruhe: Dr. Wolfgang Janisch, Sophienstr. 99, 76135 Karlsruhe, Tel. (07 21) 84 41 28; Stuttgart: Dagmar Deckstein, Rotebühlplatz 33, 70178 Stuttgart, Tel. (07 11) 24 75 93/94 Geschäftsführer: Dr. Detlef Haaks, Dr. Richard Rebmann, Dr. Karl Ulrich; Anzeigen: Jürgen Maukner (verantwortlich). Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 74 vom 1. Oktober 2010 gültig. 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Die Rechte für vorstehende Nutzungen, auch für Wiederveröffentlichung (Syndication) bietet die Dokumentations- und Informations Zentrum München GmbH (DIZ), Tel. 089/2183-9323 / www.diz-muenchen.de, Rechte für elektronische Pressespiegel die PMG Presse-Monitor GmbH, Tel. 030/28493-0, www.presse-monitor.de Überregionales Pflichtblatt an allen deutschen Börsen. PROFIL ür die Fans des FC Schalke 04 war es ein schwarzer Mittwoch. Manuel Neuer, ihr Idol, gab bekannt, was sie längst befürchtet hatten: Er wird seinen bis 2012 laufenden Vertrag nicht verlängern und, darauf deuten alle Indizien hin, zu Bayern München wechseln. Falls Neuer bereits im Sommer geht, soll er 20 Millionen Euro Ablöse kosten. Nüchtern betrachtet, ist es im Fußball-Business ein normaler, logischer Transfer. Neuer, 25, gilt als der beste deutsche Torwart, und die Bayern haben trotz der bevorstehenden Meisterschaft für Dortmund das Selbstverständnis, der beste deutsche Klub zu sein. Das passt. Neuer aber, das ist die emotionale Seite, hat noch nie für einen anderen Verein auf Erden Bälle abgewehrt als für seinen FC Schalke. Geboren wurde Neuer in Buer, einem Stadtbezirk im Gelsenkirchener Norden, an manchen Ecken sieht das Ruhrgebiet hier noch nach Ruhrgebiet aus. Neuer konnte vom Dachfenster aus auf Schalkes Klubgelände blicken. Schon als Kind kam er zu den Königsblauen, er trainierte in der alten Glückauf-Kampfbahn, war Balljunge im Parkstadion – und als Elfjähriger feuerte er in der Nordkurve bei Schalkes Uefa-Cup-Triumph 1997 Jens Lehmann an, sein Vorbild. Als Neuer 2006 in Schalkes neuer schicker Arena dann selbst zum Bundesliga-Torwart aufstieg, trug er unterm Trikot stets ein T-Shirt der „Buerschenschaft“ – einer Was Herr Großmann darf Jürgen Großmann ist jemand. Und wenn jemand durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten verletzt wird, steht ihm der Rechtsweg offen. Also darf Jürgen Großmann gegen das Atommoratorium der Bundesregierung klagen. Also darf sich der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns RWE vor Gericht dagegen wehren, dass der Reaktor Biblis A vorläufig abgeschaltet wurde. Großmann darf versuchen, vor Gericht die Wiedereinschaltung dieser nuklearen Gelddruckanlage zu erzwingen. Es ist dies, wie man so sagt, sein gutes Recht. Sehr klug ist es aber nicht, die Konfrontation zu suchen. Ein Vorstandsvorsitzender ist der oberste Vertreter der Interessen seiner Firma. Deren höchstes Interesse muss es sein, Zukunft zu gewinnen – also Energie in einer Weise zu produzieren, die ihr abgenommen wird. Großmann ist dabei, diese Akzeptanz zu verlieren. Er steuert den Energiekonzern RWE in ein gesellschaftspolitisches und damit letztlich auch ökonomisches Abseits. Als er die Zahlungen von RWE an den Ökofonds eingestellt hat, berief er sich auf die Veränderung der Geschäftsgrundlage – wegen der von der Kanzlerin ausgerufenen Energiewende. Die Folge einer solchen Veränderung der Geschäftsgrundlage ist es, dass die vertraglichen Regelungen angepasst werden müssen. Großmann aber passt nicht an, sondern er will mit dem Kopf durch die Wand. Er weigert sich nämlich, die Grundlage des Energiegeschäfts von RWE den Verhältnissen nach Fukushima anzupassen. Wer so handelt, der muss damit rechnen, dass die wirtschaftliche Grundlage für sein Geschäft entfällt. Ein sturer Vorstandsvorsitzender gefährdet nicht die Energiewende, sondern er gefährdet seinen Energiekonzern. pra F Manuel Neuer Schalker Torwart auf dem Sprung nach München Gruppe von Ultra-Fans, der er als Jugendlicher nahestand. Im Lichte dieser Biographie empören Neuers Karrierepläne jetzt nicht nur Schalker Anhänger. Auch in München gibt es Debatten. Hartgesottene Bayern-Fans protestierten zuletzt gegen Neuers Verpflichtung, sie hielten Pappschilder mit plumpen Parolen in die Höhe („Koan Neuer“ ) und wüteten sogar gegen Präsident Uli Hoeneß. Am Vorhaben einer gemeinsamen Zukunft halten dennoch alle Beteiligten Brüsseler Tabubruch Der polnische Liberale Janusz Lewandowski hat eine Schwäche für friedliche Revolutionen. In einer solchen engagierte sich der Professor für Ökonomie erstmals vor mehr als zwanzig Jahren in seinem Heimatland. Inzwischen ist er als EU-Haushaltskommissar in Brüssel tätig. Auch in der europäischen Hauptstadt fällt Lewandowski durch seinen Willen auf, scheinbar auf ewig angelegte Strukturen zu verändern. Revolutionär wirkt seine Absicht, mit einer eigenen EU-Steuer den Haushalt der Union zu finanzieren. In die gleiche Kategorie fällt auch seine Ankündigung, die Privilegien der europäischen Beamten zu kürzen. Der Kommissar bricht damit eines der ältesten Brüsseler Tabus. In den Gründerjahren der EU in guter Absicht so beschlossen, haben sich die vielen Zuschüsse und Sondervergütungen über die Jahre hinweg zu einem echten Ärgernis entwickelt. Europas Bürger verstehen zu Recht nicht, warum die Beamten in Brüssel, die sich keine Sorgen um ihren Job machen müssen, nicht nur auskömmlich bezahlt werden, sondern zusätzliche Boni erhalten. Gesundheitsvorsorge, Steuern, Pensionen, Heimreisen, all das wird fürstlich bezuschusst. Lewandowski hat gute Chancen, sich gegen die europäischen Beamten durchzusetzen. Denn längst sind die Privilegien zum Symbol für eine angeblich unersättliche EU-Bürokratie geworden, ein Symbol, das Bürger und Regierungen gleichermaßen abschreckt. Die europäischen Länder werden erst bereit sein, mehr Geld in den gemeinsamen Haushalt nach Brüssel zu überweisen, wenn Lewandowski beweist, dass auch die europäischen Gremien sparen wollen. Und dafür ist nichts besser geeignet, als die vielen Privilegien abzuschaffen. gam fest. Die Bayern sehen in Neuer einen jungen Wiedergänger von Oliver Kahn, der einst im selben Alter zu ihnen kam und entgegen anfänglicher Skepsis einiger Fans zum weltbesten Torwart reifte. Der Vergleich mit Kahn trifft aber nur in Teilen zu. Auch Neuer – 1,93 Meter, Schuhgröße 47 1/3 – ist ein Torsteher, der Stürmer allein durch seine imposante Erscheinung erschreckt. Doch ein Konzentrationsmonster wie Kahn, der verbissene „Titan“, ist Neuer nicht, er hat auch etwas Lausbübisches – Kahn weiß das, seit ihn Neuer mal beim Jubeln mit einer Eckfahne persifliert hat. Neuer ist zudem ein moderner Torwart. Mit dem Fuß am Ball ist er fast so gut wie ein Feldspieler, mit weiten Abwürfen leitet er Torchancen ein. Es war eine Frage der Zeit, bis er 2006 Schalkes Nummer eins wurde. Eine sportliche Krise, in der ihn der Boulevard als „Flutschfinger“ veräppelte, ließ er hinter sich. 2009 war er Rückhalt der deutschen U21-Junioren, die in Schweden Europameister wurden. Bundestrainer Joachim Löw musste daher nicht lange überlegen, wen er statt des verletzten René Adler bei der WM 2010 in sein Tor stellte. Neuer spielte das Turnier in Südafrika ohne Fehl und Tadel – seine internationale Reifeprüfung. Im Mai könnte er nun sogar mit Schalke die Champions League gewinnen. Es wäre ein märchenhafter Abschied für den Blonden aus Buer. Moritz Kielbassa Der eine holt, der andere nicht Die Erfahrung mit dem Bildungspaket lehrt: Der Sozialstaat darf seine Bürger nicht alleine lassen Von Felix Berth Wenn man einen Wirtschaftswissenschaftler nach seinem Menschenbild fragt, dann kann es passieren, dass er von einem etwas älteren Typ namens „homo oeconomicus“ erzählt. Diese Kunstfigur, die das Fach bis ins letzte Jahrzehnt hinein prägte, ist ein kühler, rationaler Charakter, der seine finanziellen Interessen stets im Blick hat. Er ist selbständig. Er versteht viel, kann viel, tut viel. Er kennt das Angebot auf den Märkten, er wägt ab und versucht, seinen Nutzen zu maximieren. Dieses Menschenbild prägte die Politik der letzten Jahre: Weil der Einzelne seine Interessen gut verfolgen kann, soll sich der Staat aus möglichst vielem heraushalten. Und die Eigennützigkeit jedes einzelnen „homo oeconomicus“ würde letztlich allen zugutekommen. Dieses Menschenbild hat seit längerem auch Einfluss auf die Sozialpolitik. Es prägte etwa die Agenda-Reformen der Regierung von Gerhard Schröder: Man entschied damals, dass Sozialhilfeempfänger künftig keine pauschalen Leistungen für eine Waschmaschine erhalten würden; stattdessen bekamen sie jeden Monat ein paar Euro zusätzlich. Das Geld könnten sie zur Seite legen und eines Tages selbst entscheiden, ob sie statt einer Waschmaschine lieber ein Fahrrad kaufen würden. Das funktioniert zwar in der Praxis selten, aber es ist theoretisch einwandfrei – solange man an den „homo oeconomicus“ glaubt. Auch das Bildungspaket von Ursula von der Leyen ist für Menschen gemacht, die ihr Leben selbst steuern: Es kommt jenen Langzeitarbeitslosen zugute, die gut informiert sind, ihre Interessen verfolgen, sich für ihre Kinder engagieren und deshalb beantragen, dass das Jobcenter den Sportverein oder die Nachhilfe bezahlt. Dumm ist nur, dass der „homo oeconomicus“ unter Langzeitarbeitslosen deutlich seltener anzutreffen ist als womöglich unter FDP-Wählern. Auch deshalb ist das Bildungspaket der Bundesregierung bisher ein Flop: Mit seinem Bürokratismus, seinen Anträgen und Berechtigungsklauseln überfordert es viele Menschen, denen die eifrige Arbeitsministerin eigentlich helfen wollte. Ein kluger Sozialstaat muss genau prüfen, ob er ein Hilfsangebot als Bringoder als Holschuld definiert. Ist es eine Bringschuld des Staates, den Langzeitarbeitslosen zu erklären, wie wichtig Bildung für ihre Kinder ist? Wenn ja, dann müssen sich Kitas, Schulen und Jugendämter etwas einfallen lassen. Oder ist es eine Holschuld der Betroffenen, die Angebote für den Nachwuchs zu entdecken und zu beantragen? Wer das glaubt, kann sich mit Gesetzen begnügen – den Rest regelt der Markt mit seinen autonomen, kundigen Teilnehmern. Das Bildungspaket allerdings funktioniert auf diese Weise nicht, wie die Erfahrung zeigt. Trotzdem gibt es auf die Frage nach Bring- oder Holschuld keine allgemeingültige Antwort. Sicher muss nicht jeder Bürger von einem fürsorglichen Sozialstaat zwangsbeglückt werden, wie man in den siebziger Jahren glaubte. Doch die gegenteilige Annahme, dass sich der Staat etwa darauf zurückziehen könnte, nur Angebote für gut informierte Arbeitslose zu machen, stimmt auch nicht. Man muss akzeptieren, dass es den Langzeitarbeitslosen nicht gibt. Einer jungen Alleinerziehenden mit kleinem Kind, die seit 15 Monaten arbeitslos ist, braucht der Sozialstaat nicht viel hinterherzutragen. Solche Mütter sorgen oft selbst dafür, dass sie wieder Jobs finden, und sie wissen auch, dass ihren Kindern ein Sportverein guttut. Anders ist es bei Familien mit langer Sozialhilfe-Erfahrung oder bei Einwanderern. Hier müssen die Profis der Sozialarbeit vermitteln, warum Kinder mehr brauchen als einen Fernseher und ein neues Handy. Die Balance ist nicht leicht zu finden: Der Sozialstaat darf den Hilfsbedürftigen nicht alles abnehmen – doch er darf sie auch nicht alleine lassen. Beim Bildungspaket ist diese Balance noch nicht erreicht. Partei in Not Praktizierende Christen bilden in der Linkspartei eher eine Minderheit. Wenn die Parteispitze sich nun auf einen österlichen Frieden verständigt hat, so hat das dennoch sehr viel mit Glauben zu tun. Die Linken-Führung möchte glauben, dass sie die Gräben noch einmal zuschütten kann. Sie möchte glauben, dass die Partei auch ohne personelle Veränderungen noch einmal in ruhigeres Fahrwasser gelangt. Sie klammert sich an die Hoffnung, dass die Vorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst die Linke in den kommenden Monaten nicht in ein noch größeres Chaos stürzen. Der Glaube allerdings kollidiert mit dem Wissen. Die Linken wissen, dass die gegenseitigen Beschimpfungen der vergangenen Tage nicht einfach schlechter Laune geschuldet waren. Aus der Not geboren ist nach dem Rückzug von Oskar Lafontaine im vergangenen Jahr ein Führungskonstrukt entstanden, das den Regeln des Proporzes gehorcht. Vertreten sind alle Gruppierungen: Ost und West. Links und nicht so links. Pragmatisch und dogmatisch. Was aber fehlt, sind allseits akzeptierte und respektierte Führungspersönlichkeiten. Mit Lötzsch und Ernst entschied sich die Partei für eine Notlösung. Nun ist sie in Not. Das Ergebnis der Krisensitzung am Mittwoch ändert daran grundsätzlich nichts. Die Spitzenlinken haben gelobt, pfleglicher miteinander umzugehen und sich daran erinnert, dass gegenseitiger Respekt auch in Parteien eine nützliche Sache ist. Für eine gewisse Zeit könnte nun Ruhe einkehren. Aber schon im Mai wartet mit der Wahl in Bremen die nächste Prüfung. In Bremen waren die Linken erstmals in ein westdeutsches Landesparlament gewählt worden. Fliegen sie dort wieder raus, ist der Friede dahin. dbr Foto: pixathlon Zur Herstellung der Süddeutschen Zeitung wird Recycling-Papier verwendet. Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 POLITIK HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 5 Unzulässiger Einspruch Gericht weist Beschwerde des Satirikers Sonneborn ab Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht gewährt der Partei des früheren Titanic-Chefredakteurs Martin Sonneborn keinen Rechtsschutz gegen ihre Nichtzulassung zur Bundestagswahl 2009. Eine Wahlprüfungsbeschwerde wies der Zweite Senat als unzulässig ab – mit dem formalen Argument, Sonneborn hätte zuvor Beschwerde beim Bundestag einlegen müssen. Das hatte er zwar getan, allerdings in seiner Rolle als Bundesvorsitzender der Satire-Partei, während er in Karlsruhe lediglich als normaler Wähler klagte. Aus diesem Umstand folgerten die Verfassungsrichter, es bestehe keine „Personenidentität“ zwischen dem Beschwerdeführer beim Bundestag und jenem beim Bundesverfassungsgericht – obwohl in beiden Fällen Martin Sonneborn den Antrag gestellt hatte. Folge: Seine Beschwerde wurde nicht inhaltlich geprüft. (Az: 2 BvC 12/10) Damit ist die 2004 gegründete polit-satirische „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und Basisdemokratische Initiative“ zum zweiten Mal in Karlsruhe an formalen Hürden gescheitert. Bereits vor der Wahl 2009 war ihre Beschwerde als unzulässig abgewiesen worden – weil die Anfechtung einer Wahl erst nach dem Wahltermin möglich sei. Sonneborn hatte Bundeswahlleiter Roderich Egeler damals kritisiert, weil er in der maßgeblichen Sitzung des Wahlausschusses wichtige Fakten etwa zur Größe der Satire-Partei nicht zur Kenntnis genommen habe. In Karlsruhe ist die Beschwerde einer weiteren Kleinpartei anhängig: Auch die Freie Union der einstigen CSU-Landrätin Gabriele Pauli war nicht zur Wahl zugelassen worden. Inzwischen haben nicht nur mehrere Rechtswissenschaftler das deutsche Zulassungsverfahren kritisiert, sondern auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Der für die Zulassung zuständige Bundeswahlausschuss werde von den etablierten Parteien dominiert, was zu Interessenkonflikten bei der Zulassung neuer Parteien führen könne, hieß es in einem Abschlussbericht Ende 2009. Auch die Praxis, in nur einer gedrängten Sitzung über zahlreiche Anträge zu entscheiden, stieß bei der OSZE auf Bedenken. „Besonders problematisch ist, dass es vor dem Wahltag keine Einspruchsmöglichkeiten bei einer Rechtsbehörde über die Entscheidung des Bundeswahlausschusses zur Ablehnung einer Wahlbewerbung gibt“, stellte die Organisation fest. Wolfgang Janisch Linke Friedensversuche Beim Krisentreffen erklärt der Vorstand den Führungsstreit für beendet / Ernst und Lötzsch bleiben Vorsitzende Von Daniel Brössler Berlin – Für einen Moment sieht es aus, als genieße Klaus Ernst das jetzt. Vor dem Berliner Karl-Liebknecht-Haus, der Parteizentrale der Linken, hat sich eine ansehnliche Journalistentraube gebildet. Ein paar Kameras sind auch dabei. Das ist neu. In den vergangenen Monaten war es ja eher so, dass die Führungsleute beleidigend unbehelligt zu ihren Vorstandssitzungen gelangten. Mal galt die Aufmerksamkeit der Hauptstadtpresse dem schwarz-gelben Chaos, mal dem grünen Wunder, aber eigentlich fast nie den Linken. Das hat sich gründlich geändert, was Parteichef Ernst natürlich nicht wirklich freuen kann. Tagelang hat sich die Führung der Linken eine beispiellose Schlammschlacht geliefert, weshalb nun eilig ein Krisentreffen des geschäftsführenden Parteivorstandes anberaumt wurde. Ernst ist eigens aus dem Osterurlaub in Frankreich angereist. „Wie oft haben Sie an Rücktritt gedacht?“, fragt ein Reporter. „Überhaupt nicht“, antwortet Ernst und entschwindet in die Sitzung, von der wenige Stunden später behauptet werden wird, dass sie den Frieden gebracht habe. Inland Koch-Mehrin schweigt Berlin – Für die anonymen Plagiat-Jäger im Internet steht mittlerweile außer Zweifel, dass die FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin bei ihrer Doktorarbeit abgeschrieben hat: 55 Seiten mit angeblichen Plagiaten listeten sie am Mittwoch im Netz auf – und prompt erhöhte die SPD den Druck auf die europapolitische Vorzeigefrau der Liberalen. „Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes sollte dazu öffentlich Stellung beziehen“, sagte der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy. Doch KochMehrin und ihr Brüsseler Büro schwiegen auch eine Woche nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe weiter – und die Uni Heidelberg, bei der die 40-Jährige ihre Dissertation zum Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik“ eingereicht hatte, wird in dem Fall voraussichtlich erst Ende Mai eine Entscheidung treffen. Die Vorwürfe der Internet-Plattform würden in die unabhängige Prüfung der Universität einbezogen, sagte eine Uni-Sprecherin. Bewertet werde die Arbeit aber nach den Kriterien der Wissenschaft. Erhärte sich der Verdacht gegen KochMehrin, werde sie angehört. AFP, dpa Kein Prestige durch Kinder Wiesbaden – Die meisten Deutschen verbinden mit der Geburt eines Kindes keine Hoffnung auf ein steigendes Ansehen in der Gesellschaft. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die im Auftrag des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung angefertigt wurde. Allerdings hängt die Bewertung stark von der Zahl der Kinder ab. So glauben immerhin 18 Prozent aller Kinderlosen, dass ihr gesellschaftliches Ansehen durch ein Kind steigen würde, wie das Institut am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Bei Eltern mit einem oder zwei Kindern liegt die Zustimmung nur noch bei vier Prozent. KNA „Vielen ist offenbar die Gefahr nicht bewusst, wie schnell man eine Partei zerstören kann.“ So brisant aber ist zuvor die Lage, dass Ernsts Ko-Parteichefin Gesine Lötzsch im Parteiblatt Neues Deutschland Alarm geschlagen hat. „Vielen ist offenbar die Gefahr nicht bewusst, wie schnell man eine Partei zerstören kann und wie schwer es ist, sie wiederaufzubauen“, warnte sie und ließ offen, wen genau sie meint. Den Fraktionschef, der Oskar Lafontaines Rückkehr in einer „Notsituation“ herbeiredet? Den Ko-Vorsitzenden, der in der Partei einen „harten Kern“ notorischer Gegner ausmacht? Den Schatzmeister, der den Chef daraufhin auffordert, er möge „die Klappe halten“? Die Vize-Vorsitzende, die den Schatzmeister deshalb „disqualifiziert“ sieht für Führungsaufgaben oder den Geschäftsführer, der ihn sogar zum Rücktritt auffordert? Äußerer Auslöser der Turbulenzen war der Misserfolg der Linken bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In beiden Ländern scheiterte die Partei an der Fünf-ProzentHürde, was Lötzsch und Ernst zunächst nur mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima erklären mochten. Das erzürnte Ruhe nach der Schlammschlacht: Die Vorsitzenden der Linken, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, bei der Sondersitzung des Parteivorstands in Berlin. Foto: dapd viele in der Partei und führte zu Scharmützeln entlang bekannter Gräben. Die Linke ist 2007 aus der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) und der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) fusioniert, zusammengewachsen aber ist sie bislang nicht. Geradezu verfeindete Strömungen prägen die Partei – und auch den nach Proporz austarierten geschäftsführenden Vorstand. Eskaliert ist die Situation nach einer Rede Ernsts in Hamburg mit Angriffen gegen den angeblichen „harten Kern“. Am Montag verlangte Matthias Höhn, der Landeschef aus Sachsen-Anhalt, der auch Mitglied der Bundesspitze ist, dann die Sondersitzung. Das Ziel sollte ein Ende der Personaldebatte sein und auch ein Ende jedweder Rücktrittsforderungen. Höhn entwarf nach Rücksprache mit anderen Vorstandsmitgliedern eine Erklärung, die eine Rückkehr zu einer „fairen und konstruktiven Atmosphäre“, eine offene Diskussion, ein breites Schuldeingeständnis der verschiedenen Akteure sowie gegenseitigen Respekt und eine stärkere Einbindung der Landesverbände fordert. Mit einigen Änderungen wird sie tatsächlich verabschiedet. In der Sitzung ist es vor allem Schatzmeister Raju Sharma, der sich rechtfertigen muss. „Er soll sich konkret äußern oder die Klappe halten“, hatte er der SZ über Ernst gesagt. Das bedauert er in der Sitzung, woraufhin Geschäftsführer Werner Dreibus seine Rücktrittsforderung zurücknimmt und Vize-Parteichefin Sahra Wagenknecht in Abwesenheit erklären lässt, sie habe den Rücktritt nie gefordert. „Wir waren uns einig, dass die Personaldebatten, die wir uns geleistet haben, äußerst schädlich für die Partei und die weitere Entwicklung sind. Wir haben vereinbart, damit aufzuhören“, verkündet Ernst vor der Presse den Friedensschluss. Lötzsch betont: „Eine Partei, die so jung ist, ist ein fragiles Gebilde.“ Beide versichern, dass sie die Partei weiter führen wollen. Danach beginnen wieder die Ferien – fürs Erste. (Seite 4) Mehr Geld für Nahverkehr Mainz – SPD und Grüne in RheinlandPfalz wollen mehr Geld für den öffentlichen Nahverkehr ausgeben und dafür beim Straßenbau sparen. Außerdem planen sie ein landesweites „Lobbyistenregister“, in dem sich Interessenvertreter eintragen sollen. Das teilten beide Seiten am Mittwoch nach Koalitionsverhandlungen mit. Die Gespräche verliefen „absolut fair“, sagte Grünen-Chef Daniel Köbler. Strittige Themen wie den Bau einer Brücke über die Mosel oder staatliche Subventionen für Formel-1-Rennen am Nürburgring sollen erst nach Ostern entschieden werden. mawi „Unausgegoren und unpraktikabel“ Die Kritik am Bildungspaket wächst, doch die Landkreise melden positive Zahlen Von Thomas Öchsner Berlin – Es gibt etwas umsonst, doch zumindest in den Großstädten wollen es nur wenige haben: Das Bildungspaket stößt bislang auf eher geringes Interesse. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) macht sich deshalb dafür stark, dass die Kommunen „jede einzelne Hartz-IV-Familie“ anschreiben. Viele Städte und Landkreise haben dies aber schon getan. Das Arbeitsministerium hat bereits im März eine Informationskampagne für die staatlichen Hilfen gestartet. 2,6 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Von der Leyen trifft sich am Gründonnerstag mit Vertretern von Kommunen und Ländern, um die Anlaufschwierigkeiten beim Bildungspaket zu erörtern. Die Kritik an dem Paket, das für 2,5 Millionen Kinder von Hartz-IV-Beziehern und Geringverdienern Zuschüsse für ein Mittagessen, Nachhilfe und Freizeitangebote vorsieht, ging auch am Mittwoch weiter. Nordrhein-Westfalens Sozialminister Guntram Schneider (SPD) forderte, über die Details neu zu verhandeln. Das Paket sei „unausgegoren, überbürokratisiert und unpraktikabel“. Es wäre besser, wenn das zusätzliche Geld in Ganztagsschulen, Kindergärten sowie außerschulische Jugendeinrichtungen fließen würde. Dafür sprach sich auch der Berliner Bildungsforscher Klaus Hurrelmann aus. „Das Konzept, Kinder über den Umweg Eltern zu unterstützen, ist der falsche Ansatz“, sagte er. Von den Eltern werde verlangt, sich vor staatlichen Institutionen als bedürftig zu bekennen. „Viele empfinden das als eine Stigmatisierung.“ Der Deutsche Philologenverband sieht dies ähnlich: Von selbst wollten sich Eltern, die Hartz IV beziehen, häufig nicht melden, wenn es um Lernförderung für ihr Kind gehe. Viele wollten ihre Armut verstecken, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger. Beim Deutschen Landkreistag hieß es dagegen, es sei normal, dass eine neue Leistung erst nach und nach in Anspruch genommen werde. In den Landkreisen seien schon für knapp 20 Prozent der Kinder mit Leistungsansprüchen Anträge gestellt. Von der Leyen erinnerte die Erziehungsberechtigten an ihre Verantwortung. Wer Hartz IV beantragen könne, sei auch in der Lage, einen Antrag für das Bildungspaket zu stellen. Sie kündigte an, die Frist für die rückwirkende Beantragung von Leistungen bis in den Sommer zu verlängern. Zunächst sollte sie Ende April auslaufen. (Seite 4) TISSOT PRS 516 A UTOMATIK -C HRONOGRAPH V ALJOUX ausgewählt von Tony Parker – Profi-Basketballspieler Sportliche Vintage-Uhr mit einem robusten 316L-Edelstahlgehäuse, kratzfestem Saphirglas und Wasserdichtigkeit bis zu einem Druck von 10 bar (100 m / 330 ft). IN TOUCH WITH YOUR TIME Stuttgarter Stolpersteine Grüne und SPD streiten weiter über den Umgang mit dem Bahnprojekt Stuttgart 21 Stuttgart – Zum dritten Mal sind die Delegationen der Grünen und der SPD am Mittwochnachmittag in Stuttgart zusammengekommen, um über das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 zu sprechen. Nach der zweiten Runde vergangene Woche hatten sich beide Seiten zuversichtlich gegeben, dass man nach dieser Sitzung eine gemeinsame Position werde präsentieren können. Im Laufe des Nachmittags gab es aber Anzeichen, dass dies abermals nicht gelingen könnte. Die SPD-Delegation zog sich dem Vernehmen nach zurück, um über ein Kompromisspapier zu beraten. Ein Scheitern würde die grün-roten Koalitionsverhandlungen in die Sackgasse manövrieren. Am frühen Abend wollten sich die Verhandlungsführer Winfried Kretschmann (Grüne) und Nils Schmid (SPD) in einer gemeinsamen Pressekonferenz äußern. Zentraler Streitpunkt ist die rechtliche Ausgestaltung einer Volksabstimmung über die Landesbeteiligung am geplanten Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs. Sowohl die Grünen als auch die SPD hatten im Wahlkampf mit einer Volksabstimmung zu Stuttgart 21 geworben. Während die SPD den neuen Bahnhof allerdings bauen möchte, lehnen die Grünen das Projekt ab. Der designierte grüne Ministerpräsident Kretschmann hatte im Interview mit der Süddeutschen Zeitung am Montag zugegeben, im Wahlkampf nicht klar genug mit dem Begriff „Volksabstimmung“ umgegangen zu sein und somit einen Fehler gemacht zu haben. Die badenwürttembergische Verfassung sieht für eine Volksabstimmung hohe rechtliche Hürden vor, die Grünen fürchten deshalb, dass ein Ausstieg aus Stuttgart 21 schon an dem enormen Quorum von einem Drittel der Wahlberechtigten scheitern könnte. Die SPD besteht bisher auf einer Abstimmung nach Maßgabe der Landesverfassung. Die Grünen dagegen spielen mit der Idee einer Volksbefragung ohne Quorum. Das Ergebnis könnte die neue Regierung für politisch bindend erklären. Beide Parteien wollen mit der CDU über eine Senkung des Quorums per Verfassungsänderung verhandeln. Dass eine Einigung trotzdem schwierig werden würde, konnte man kurz vor der dritten Zusammenkunft der Verhandlungspartner an einigen Wortmeldungen aus der SPD ablesen. Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel sagte der Berliner Zeitung, die Grünen müssten sich jetzt „auf den Boden der Realität“ begeben: „Sollte kein Volksentscheid zustande kommen, wird einfach weitergebaut.“ SPD und Grüne hätten sich schon im Wahlkampf verständigt, „dem Volk das letzte Wort bei Stuttgart 21 zu geben“, sagte Schmiedel. „Etwas anderes gilt nicht.“ Auf die Frage, ob er sich eine Koalition mit der CDU vorstellen könne, sagte der SPD-Wirtschaftspolitiker: „Ich kann mir alles vorstellen. Aber ich gehe immer noch davon aus, dass wir uns einigen werden. Ich bin mir sogar sicher, dass wir zu einem Ergebnis kommen werden.“ Der Grüne Kretschmann sagte den Stuttgarter Nachrichten: „Ein guter Stolperer fällt nicht hin. Wir werden diese Koalition nicht scheitern lassen.“ Unterdessen beteiligten sich am Mittwochmorgen etwa ein Dutzend Projektgegner an einer Kletteraktion am Neubau der Stuttgarter Stadtbibliothek. In Sichtweite des Stuttgarter Hauptbahnhofs entrollten Mitglieder der selbsternannten „Parkschützer“ und von der Naturschutzorganisation Robin Wood ein 20 mal zehn Meter großes Anti-Tiefbahnhof-Banner. dapd, SZ Ge t in to uch a t w w w.t is s ot .ch Haben noch einiges zu klären: Winfried Kretschmann (Grüne), links, sieht im Gegensatz zu Nils Schmid (SPD) zu hohe Hürden für Volksabstimmungen. dapd Seite 6 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 POLITIK Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Atomausstieg und Demokratie: Wie sich ökologischer Umbau und Bürgerinteressen vereinbaren lassen Bitte nicht vor meiner Haustür Der Widerstand gegen Bauprojekte aller Art ist groß – bei der Energiewende müssen Kritiker eingebunden und Schwache geschützt werden Von Alexandra Borchardt geplante Projekte zu informieren, selbst wenn noch nicht feststeht, ob das Projekt realisiert wird“, sagt ein Sprecher. Eine Truppe von Spezialisten arbeite derzeit an Strategien, wie man Betroffene sinnvoll einbeziehen kann. Denn Widerstand, das weiß die Bahn, ist ansteckend. So, wie es jetzt läuft, da sind sich alle Experten einig, ist die Energiewende nicht zu schaffen. „Die aktuelle Situatipaar Kröten zu schlucken. „Aber das schafft man nicht in vier Wochen.“ Konzerne, die Infrastrukturprojekte umsetzen, tun also gut daran, neben den Ingenieuren auch ihr Personal in den Abteilungen Kommunikation und politische Beziehungen aufzustocken. Community Affairs heißt das in den USA, wo Nimby-Proteste Tradition haben. Denn einerseits gibt es dort mehr Grundbesitzer als hierzulande, und jedes unliebsame Bauprojekt kann den Wert von Haus und Hof empfindlich schmälern. Andererseits ist dort das Bewusstsein für Umweltgerechtigkeit erheblich ausgeprägter als in Deutschland. Schon Anfang der 1980er Jahre hatte sich die Bürgerrechtsbewegung das Thema zu eigen gemacht, nachdem der Wissenschaftler Robert Bullard in seinem Klassiker „Dumping in Dixie“ nachgewiesen hatte, dass Giftmülldeponien, verpestete Luft und dreckiges Wasser vor allem dort zu finden sind, wo Arme und Minderheiten leben. Seit fast 20 Jahren kümmert sich in der nationalen Umweltbehörde EPA eine eigene Abteilung um das Problem, das die Behörde so definiert: „Umweltgerechtigkeit besteht, wenn jeder im gleichen Maße vor Umwelt- und Gesundheitsgefahren geschützt ist und den gleichen Zugang zu Entscheidungsprozessen hat, die eine gesunde Umwelt zum Leben, Lernen und Arbeiten herbeiführen.“ EPA-Chefin Linda Jackson spricht dennoch vom „dicksten unerledigten Brocken“ im gesamten Feld des Umweltschutzes. keit im Ergebnis an manchen Stellen mangeln muss. „Die Mitsprache ist der Schlüssel zu mehr Akzeptanz“, sagt Andreas Burger, der beim Umweltbundesamt die Abteilung wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fragen leitet. Aber Beteiligung allein reicht nicht. Auch wenn Politiker in ihrer Begeisterung für Energie- und andere Wenden gerne von Win-win-Situationen sprechen, die allen nutzen: Der Schutz von Umwelt und Ressourcen kommt mit Preisschild. Das war schon immer so, nur haben die Menschen Umweltgüter wie saubere Luft, Rohstoffe und Land jahrelang verbraucht, ohne dafür zu zahlen – auf Pump. Jetzt gilt es, diese Schulden abzubauen, den Kredit zurückzuzahlen, damit künftige Generationen nicht unter den Lasten zusammenbrechen. Die Wirtschaft muss also umgerüstet werden. Das kostet Geld, das verlangt Eingriffe in Siedlungsstrukturen und Gewohnheiten. Und wie in allen Bereichen gilt es dabei, die Schwachen besonders zu schützen. Die Schwachen, das können Menschen sein, die eine höhere Miete für besser gedämmte Häuser, saubere Autos nicht bezahlen können. Jene, die mangels Bildung und Engagement politisch kein Gewicht einbringen und deshalb oft Strommasten, Kraftwerke und Bahngleise vor die Nase gesetzt bekommen, die engagiertere Bürger zu verhindern wissen. Schwach im übertragenen Sinne sind auch Flüsse, Wälder und bedrohte Arten, die den Menschen als Fürsprecher brauchen. Und je mehr der Glaube erlischt, dass Wachstum auf Kosten von Natur und Ressourcen Fortschritt bedeutet, umso stärker sind es künftige Generationen, die es zu schützen gilt. Sozial am verträglichsten ist es, ins Energiesparen zu investieren. Über finanzielle Anreize und Beratung ließe sich viel anschieben. Bis zu 30 Prozent Einsparpotential seien in den kommenden zehn Jahren zu heben, so Fischedick. Anderes wird komplizierter, dauert länger. Die Energiewende lässt sich deshalb nicht von Experten oder Kommissionen beschließen. Gebraucht wird ein Plan, über den viele entscheiden müssen. In vielen Rathäusern, und im Parlament. D as Buch zum Problem gibt es bereits, es kommt aus Amerika. „Nimby Wars“ lautet sein Titel, und kriegerisch geht es darin zu. Nimby ist die Abkürzung für not in my backyard, nicht in meinem Garten, und beschreibt jenes Phänomen, dass Bürger zwar gerne Windräder, Bahnanschluss und Leitungen für Ökostrom hätten, aber nicht vor der eigenen Haustür. In dem Buch erklären Berater, wie sich die Schlachten gegen solche Protestler gewinnen lassen; wie man Bürgerversammlungen kapert, Politiker überzeugt. Die Mitarbeiter der Firma Tennet, die das ehemalige Eon-Stromnetz betreibt, sind dankbar für jeden Tipp. „Es gibt keine geplante Leitung, gegen die es nicht mindestens eine Bürgerinitiative gibt“, sagt eine Sprecherin. Mit etwa 25 Initiativen hat es das Unternehmen derzeit zu tun. Auch die Deutsche Bahn denkt nach dem Desaster Stuttgart 21 neu über ihr Verhältnis zum Bürger nach. „Wir werden künftig noch früher anfangen, über „Die aktuelle Situation macht uns ein Stück weit handlungsunfähig.“ on macht uns ein Stück weit handlungsunfähig“, sagt Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Bürger protestierten gegen alle Arten von Kraftwerken, gegen Strommasten, gegen Biogasanlagen, gegen Windräder. „Es fehlt ein gesellschaftspolitischer Diskurs aller Akteure.“ An dessen Ende müsse eine Gesellschaft stehen, die auch bereit sei, ein Die Wirtschaft muss umgerüstet werden. Das kostet Geld, verlangt Eingriffe in Siedlungsstrukturen. Schließlich geht es bei umstrittenen Bauprojekten nicht nur darum, Anwohner und Bürgerinitiativen mit Hilfe von ein paar Beratern gefügig zu machen. Gesucht werden Beteiligungsprozesse, an deren Ende ein Ergebnis steht, mit dem die Betroffenen leben können – zumindest ein großer Teil von ihnen. Wenigstens Gerechtigkeit im Prozess sollte es also geben, wenn es schon an der Gerechtig- Egal ob Windrad, Kraftwerk, Biogasanlage – Bürger protestieren gegen alles. Die Energiewende kann aber nur gelingen, wenn die Gesellschaft bereit ist, ein paar Kröten zu schlucken. Foto: laif Schutz für die nächste Generation Dass eine schwarz-gelbe Koalition je so ergrünen würde, hätte man damals nicht erwartet. Im Jahr 1994, es regierte Helmut Kohl, gelangte ein Umweltschutz-Artikel ins Grundgesetz, der seine besten Jahre wahrscheinlich noch vor sich hat. „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen“, heißt es seither in Artikel 20 a; später kamen noch die Tiere dazu. Ein Satz, mit dem das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber – wenn der jüngste ökologische Furor wieder abflaut – vielleicht noch manches Mal an seine Verantwortung nicht nur für die Wähler von heute, sondern auch die Generationen von morgen erinnern kann. Der 20 a kam nach jahrzehntelanger Diskussion. 1987, ein Jahr nach Tschernobyl, vereinbarte die Koalition auf Betreiben der FDP die Aufnahme des Umweltschutzes ins Grundgesetz. Um die Details wurde gerungen, denn die Union wollte die Umwelt nicht als solche, sondern nur als Lebensgrundlage des Menschen schützen. Bisher hat die Vorschrift kaum Durchschlagskraft entwickelt. Das ist wenig erstaunlich, denn der Umweltschutz ist lediglich „Staatsziel“ und kein individuell einklagbares Grundrecht. Außerdem benötigen neue Artikel immer ihre Zeit, bis sie durch höchstrichterliche Urteile mit Leben gefüllt werden. Dass der Umweltschutz keine Verfassungslyrik bleiben muss, zeigt jedoch der Blick auf andere Staatsziele: Wie das Sozialstaatsprinzip zur Korrektur marktwirtschaftlicher Verwerfungen herangezogen worden ist – es ist beispielsweise eine tragende Säule des jüngsten Hartz-IV-Urteils –, dürfte das Umweltschutzprinzip die Waagschale künftig bisweilen zugunsten der Natur senken. Beim Urteil zur Gentechnik vom November 2010 wog es noch nicht schwer genug. Was auch daran lag, dass sich deren Risiken nicht genau erkennen lassen. Was das Gericht aber zum Auftrag des 20 a formulierte, klingt, als hätte man Fukushima geahnt: „Dieser Auftrag kann sowohl die Gefahrenabwehr als auch die Risikovorsorge gebieten.“ Geschrieben hat das Urteil der pensionierte Brun-Otto Bryde – der erste Verfassungsrichter, der auf Vorschlag der Grünen gewählt worden ist. Wolfgang Janisch Ökos gegen öko Im Schwarzwald soll Deutschlands größtes Pumpspeicherkraftwerk entstehen – in einem Erdbebengebiet Von Roman Deininger uf der Terrasse von Klaus Stöcklin ist das Gespräch im Jahr 1356 angekommen. Am 18. Oktober 1356 wurde die Stadt Basel von einem Erdbeben erschüttert, dem stärksten, das Zentraleuropa in neuer Zeit gesehen hat, Stufe sieben auf der Richterskala. Das Dach des Basler Münsters stürzte ein, acht Tage brannte die Stadt. Das Epizentrum habe dort drüben gelegen, sagt Stöcklin und deutet in Richtung der Wiesen und Wälder des Haselbachtals. Er hat eine gewisse Routine in diesem Vortrag, deshalb lässt er ein, zwei Sekunden verstreichen. Dann sagt er: „Der Damm wäre vom Epizentrum nur 20 Kilometer entfernt.“ Stöcklin ist Apotheker im Ruhestand, aber von Ruhe kann keine Rede sein. Er will verhindern, dass dieser 75 Meter aufragende Damm gebaut wird, dass hier in dem märchenhaft schönen Landstrich zwischen Basel und Konstanz das größte Pumpspeicherwerk Deutschlands entsteht. Dass in das Haselbachtal das Haselbecken gesprengt wird, dessen Wassermassen dann bei einem Bruch des Dammes die Häuser an den Hängen einfach fortspülen könnten. Natürlich wisse er, sagt Stöcklin, dass ein Erdbeben wie das von Basel rein statistisch nur alle 1000 Jahre zu erwarten sei. Aber auch 1000 Jahre gingen ja irgendwann mal vorüber, vielleicht schon heute Nachmittag. Oberhalb von Bad Säckingen gibt es viele Tannen, klare Bächlein und ein paar Gemeinden. Herrischried etwa, wo der Apotheker Stöcklin seinen Alterssitz mit Alpenblick bezogen hat, und gleich daneben das kleine Atdorf, das einem großen Streit seinen Namen gegeben hat. Das Pumpspeicherwerk Atdorf existiert bisher nur als Modell oder auf Fotomontagen, aus der Vogelperspektive sieht man nicht mehr als zwei große blaue Flecken im Grün des Waldes. Das sind die beiden Stauseen, einer oben auf der Kuppe des Berges Abhau, und einer unten im Tal. Wer wissen will, wie das Prinzip Pumpspeicher funktioniert, muss sich nur ein paar Autominuten weiter das Kavernenkraftwerk Säckingen ansehen. Eineinhalb Kilometer lang führt ein Tunnel in den Fels, dann steht man in der gewaltigen Maschinenhalle. Wie eine Spielzeugfigur fühlt man sich neben den riesigen Generatoren, Turbinen und Pumpen. Wird irgendwo Strom im Überschuss produziert und zur Speicherung hierher geleitet, wird Rheinwasser von der Halle aus hinauf zum Bergsee gepumpt. Wird die Energie dann irgendwann benötigt, lässt man das Wasser einfach wieder hinunterstürzen, wo es die Turbinen in Strom umsetzen. Ihr markerschütterndes Dröhnen gibt dem Besucher eine Vorstellung davon, welche Kräfte hier wirken. Nach der Katastrophe von Fukushima hat sich Deutschland den erneuerbaren Energien verschrieben, am Fall Atdorf lässt sich seither eine nationale Frage durchs Brennglas betrachten. Weil der Wind nicht immer weht und die Sonne nicht immer scheint, kann Ökostrom nicht durchgehend produziert werden. Man muss ihn speichern, und Nicolaus Römer sagt, es gebe dafür keine effizientere, keine erprobtere Technologie als den Pumpspeicher. Römer ist Technikvorstand der Schluchseewerk AG, die das Pumpspeicherwerk Atdorf von 2013 an bauen und 2019 fertigstellen will. Es wäre mit einer Kapazität von 1400 Megawatt das Größte seiner Art in Deutschland, sagt Römer, aber dennoch nur ein Anfang. Auch Römers Vortrag hat Routine, er sitzt im fahlen Licht eines Konferenzzimmers der SchluchseewerkZentrale in Laufenburg und sagt: „Die Politik hat eine große Herausforderung, sie muss dem Bürger lokal vermitteln, dass der Umbau der Energieversorgung nicht umsonst ist.“ Im Haselbachtal kostet er mindestens 140 Hektar Wald und fünf Jahre Großbaustelle. Kreisrätin, sie sagt: „Der Konflikt Grün gegen Grün wird doch nur hochgespielt. Hier geht es allein um die Sache.“ Die Sache stellt sich ihr so dar: „Das Verfahren ist nicht ehrlich, da geht es doch vor allem um privatwirtschaftliche Interessen. Man sagt uns nicht die Wahrheit über die vielen unkalkulierbaren Risiken des Projekts.“ Da sei die Gefahr, dass die Heilquellen von Bad Säckingen versiegten und damit die wichtigste Einnahmequelle der Stadt. Da sei das Arsen und das Asbest im Gestein, da sei das Raumproblem, weil im gleichen Gebiet noch eine Autobahntrasse geplant ist. Cremer-Ricken sagt: „Da ist einfach zu viel.“ Römer kennt diese Vorwürfe, er ist überzeugt, dass er sie widerlegen kann. Bald beginnt das Planfeststellungsverfahren, und Römer sagt: „Dann müssen wir den Nachweis erbringen, dass die Probleme nicht da sind.“ Dass der Damm hält bei einem Beben Basler Dimension. Gleichzeitig versuche sein Unternehmen, „den Sorgen der Menschen mit maximaler Transparenz zu begegnen“, sagt Römer, mit 14 Aktenordnern Dokumenten im Internet und regelmäßigen Veranstaltungen. Ganz leicht zuckt er mit den Schultern. Römer weiß, dass er vielen Menschen ihre Sorgen nicht wird nehmen können, nicht Klaus Stöcklin, nicht Ruth Cremer-Ricken. So viel Misstrauen herrscht im Haselbachtal, dass man damit leicht einen Stausee füllen könnte. A „Der Konflikt Grün gegen Grün wird nur hochgespielt“, sagt die Kreisrätin der Grünen. Unlängst, im Landtagswahlkampf, war Angela Merkel zu Gast im nahen Waldshut. In der Stadthalle schimpfte sie über die Grünen, die für erneuerbare Energien wären und gegen das Pumpspeicherwerk in Atdorf. Sie sagte, man müsse doch nur hinschauen, „wer wo protestiert“. Ökos gegen öko, Grüne gegen Grün. Klaus Stöcklin beschwert sich, dass er und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative in den Medien gern als Egoisten abgetan würden, als „zugereiste Akademiker“, die bloß keinen Staub wollten auf der eigenen Terrasse und keinen Lärm. „Wir werden in die Ecke gestellt, dabei haben wir gute Argumente.“ Ruth Cremer-Ricken hat diese Argumente in einer gelben Kiste voller Papiere gesammelt. Cremer-Ricken ist grüne PUMP EICH P S EI N DAN „Jeder Bürger kann Stromerzeuger werden“ Der Präsident des Deutschen Naturschutzbundes, Olaf Tschimpke, plädiert für eine besonnene Energiewende Der Präsident des Deutschen Naturschutzbundes, Olaf Tschimpke, warnt vor einer überstürzten Energiewende. Wichtig sei es, saubere Planungsprozesse zu entwickeln. SZ: Politiker fordern jetzt Milliardeninvestitionen in Stromleitungen und Windparks. Kommt nach dem Atom-Größenwahn der Öko-Größenwahn? Tschimpke: Der Öko-Größenwahn muss nicht kommen, wenn man eine vernünftige Planung auf den Weg bringt und nicht nur auf erneuerbare Energien setzt, sondern auch die Potentiale zum Energiesparen hebt. SZ: Man kann doch aber nicht alle Atom- und Kohlekraftwerke wegsparen. Tschimpke: Ein Großumbau lässt sich sicher nicht vermeiden, aber vieles hängt davon ab, ob man wie bisher auf zentrale Lösungen setzt oder ob man dezentrale stärkt, zum Beispiel Blockheizkraftwerke oder Kraft-Wärme-Kopplung. Man muss zu einem klugen Mix kommen. Das wird allerdings schwierig, denn die vier großen Energiekonzerne werden Einfluss verlieren. Schließlich kann jeder Bürger selbst Stromerzeuger werden. SZ: Bei den Haushalten stimmt das, aber was ist mit der Industrie? Tschimpke: Weite Teile des Nordens und Ostens könnten mit Windkraft schon jetzt autark sein. Das wäre auch für die Wirtschaft gut. Dann würde es sich lohnen, stromintensive Produktion dorthin zu bringen, wo viel Wind bläst. SZ: Industrieboom in Brandenburg? Tschimpke: Es muss der Grundsatz gelten, dass die Regionen, die einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland leisten, auch wirtschaftlich am meisten davon profitieren. SZ: Verträgt sich der ökologische Umbau der Wirtschaft mit dem Naturschutz, zum Beispiel, wenn Stromleitungen Landschaften durchpflügen? Tschimpke: Jeder Trassenbau ist ein Eingriff in Natur und Landschaft, da darf man nicht drum herumreden. Und Windräder sind ein Risiko für gefährdete Greifvogelarten. Auf jeden Fall braucht man eine Umweltverträglichkeitsprüfung vor dem Planfeststellungsverfahren, damit die Bürger nicht vor den Kopf gestoßen werden. SZ: Ist das eine Chance für mehr Demokratie? Tschimpke: Ja. Es kommt jetzt ja auch nicht auf eine Woche an, sondern darauf, das vernünftig auf den Weg zu bringen. Man muss nicht mit Brachialgewalt jede Leitung, jeden Windpark durchsetzen. SZ: Ist der Protestbürger immer Feind der Unternehmen, oder lernen die dazu? Tschimpke: Ich glaube, sie lernen. Es gibt natürlich immer noch Leute, die meinen, Kommunikation funktioniere von oben nach unten. Aber das sind veraltete Managementmethoden. Bei uns holen sich viele Vertreter von Firmen Rat. SZ: Der hilft sicher nicht immer. Tschimpke: Häufig wird ja nur der Naturschutz vorgeschoben, wenn etwas nicht funktioniert. In der Nordsee sind bereits über 20 Windparks genehmigt, bei denen nichts vorangeht. Nicht wegen des Naturschutzes, sondern weil die Firmen nicht sauber geplant haben oder die Finanzierung nicht steht. Interview: Alexandra Borchardt KE ! ? ER N Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 POLITIK HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 7 Ein Schwenk, der schwindlig macht Das Atomunglück von Fukushima hat der CDU ihre alten Gewissheiten geraubt – nun sucht sie eilig nach Wegen, sich einer rasant wandelnden Gesellschaft anzupassen Von Stefan Braun Berlin – Die CDU hat im Augenblick nicht viel Zeit zum Nachdenken. Sie muss vor allem eines: funktionieren. Und das heißt: Der ganze Apparat der Partei muss in nicht mal mehr zwei Monaten das Kunststück fertig bringen, auf allen Ebenen den wohl dramatischsten Kursschwenk ihrer Geschichte durchzusetzen. Kanzleramt und CDU-Führung sind deshalb voll damit beschäftigt, in Regierung, in Fraktion, in den Ländern und an der Basis möglichst viele, ja alle auf die neue Linie einzuschwören. Ein Hintergrundgespräch folgt auf das nächste; der Generalsekretär organisiert Konferenzen für die Basis; der Umweltminister tourt durch die Landesverbände, und die Kanzlerin hat bis zum Osterurlaub die Umwelt-, Wirtschafts- und Energieexperten empfangen. Reden, überzeugen, glaubwürdig die Wende begründen, das ist die Aufgabe. Denn bis Mitte Juni sollen die Grundzüge des Atomausstiegs unter Dach und Fach sein. Ein Mitglied des Präsidiums fasst das in einem Satz zusammen: „Derzeit läuft die größte Werbekampagne der Parteigeschichte.“ Das Atomunglück von Fukushima ist für die CDU deshalb nicht nur eine Zäsur in der Energiepolitik. Es zwingt die Partei in eine Disziplin und Geschwindigkeit, wie sie selbst Christdemokraten nicht oft erleben. Dem Tsunami von Japan folgt für die CDU ein Sturm der politischen Neuorientierung. Nie zuvor hat eine Regierung so abrupt und rasant den Kurs gewechselt und die Überzeugungen der Partei gleich mit über Bord geworfen. Mancher mag denken, dass die Atomkatastrophe eine einmalige Reaktion verlangt hat. Doch drei Wochen nach der Niederlage in Baden-Württemberg zeichnet sich ab, dass dieses Vorgehen keine Ausnahme bleiben wird, sondern Vorbote ist für eine neue Zeitrechnung. Der Pragmatismus wird zum Kernprogramm der Regierung; und die Programmatik der Partei verliert an Bedeutung. Ein Skeptiker des neuen Kurses fürchtet schon, dass „unsere alten Überzeugungen zur Grundlage für die Traditionspflege zusammenschrumpfen.“ Ein stellvertretender Parteichef beschreibt es pragmatisch: „Wir dürfen uns nicht mehr darum kümmern, wie wir alte Überzeugungen in die Gegenwart retten. Wir müssen die bürgerlichen Antworten auf die Fragen der Zukunft finden.“ Und ein Kabinettsmitglied wird trotzig: „Wir erleben dramatische Veränderungen – da bleibt keine Zeit, um andauernd über unsere Glaubwürdigkeit nachzudenken.“ auf die Flexibilität der Frontfrau. Genau dieses Denken macht sich unter vielen Merkelianern breit, ausgelöst durch den Druck rasant wechselnder Großprobleme. Ein enger Vertrauter Merkels: „Politik wird immer unkalkulierbarer. Guttenberg, Fukushima, Libyen – kein Mensch hätte das vor zwei Monaten für möglich gehalten.“ Was früher Stoff für eine Legislatur gewesen wäre, presse sich heute in wenige Wochen. „Die Umlaufgeschwindigkeit stellt rationale Gestaltung von Politik immer mehr in Frage.“ Das klingt ziemlich verzweifelt, und ist auch so gemeint. Viele fühlen sich am Limit, viele in Kabinett und Parteispitze Der „Herbst der Entscheidungen“ hat der gesamten Partei den falschen Weg gewiesen. haben – mindestens jetzt – den Traum von der langen Linie aufgegeben. Sicher, in Verschnaufpausen suchen sie nach der Basis für eine „bürgerliche Moderne“. Zur Zeit aber ziehen sie ihre Hoffnung aus etwas anderem. Einer von ihnen drückt die so aus: „Es gibt keine Partei in Deutschland, die so eine Reaktionsgeschwindigkeit auf politische Veränderungen zeitigt wie die CDU.“ Gemünzt auf die Kanzlerin kann man das auch so übersetzen: Für ihre Mitstreiter ähnelt die Angela Merkel mehr und mehr der Pilotin in einem Rallye-Auto, die wahnsinnig aufpassen muss, bei den vielen Richtungswechseln nicht aus der Kurve getragen zu werden. Und weil ihr das bislang gelingt, soll keiner jammern, dass sie dabei wenig auf den Rückspiegel achtet. Für die Partei wird das nicht ohne Folgen bleiben. Sie ist zumindest derzeit nicht der Ort, um Inhalte zu prägen. Statt dessen muss sie mehr und mehr helfen, den Menschen Entscheidungen zu erklären. „Je weniger wir uns an Altem orientieren, desto besser müssen wir uns begründen“, heißt es in der Parteispitze. So muss aus der Denkfabrik eines Heiner Geißler eine Kommunikationsmaschine für die Rallye-Kanzlerin werden. „Ich kann mir die Welt nicht malen“, hat dieser Tage ein Merkel-Freund gesagt. Er klang dabei wenig optimistisch. Nur eines könne man immerhin festhalten: „Die Merkel-CDU schafft es seit elf Jahren, zusammen zu bleiben, obwohl es wahnsinnig anstrengt.“ Was er mit Anstrengung meint? „Angela Merkel ist seit 2005 Kanzlerin. Aber sie hat noch keine einzige Wahl erlebt, die sie als Bestätigung ihrer selbst feiern konnte.“ Vor dem Tsunami – als Christdemokraten noch richtig konservativ sein durften: Parteichefin Angela Merkel bei einer Wahlkampfrede vor zwei Monaten. laif So weit würden die meisten in der Parteispitze nicht gehen. Sie wissen zu genau, dass gerade die mangelnde Glaubwürdigkeit bei der Energiewende bislang das größte Problem ist. Aber viele rund um die Vorsitzende Angela Merkel haben erkannt, dass nicht nur das Atomunglück für sie die Welt verändert hat, sondern auch seine Vorgeschichte. Diese Vorgeschichte heißt „Herbst der Entscheidungen“; und dessen Höhepunkt war der Bundesparteitag in Karlsruhe Mitte November. Was sich für die eigenen Leute wie Entschlossenheit, Klarheit, programmatische Kraft anfühlte – die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke – hat der gesamten Partei den falschen Weg gewiesen. „Wir haben uns betäuben lassen“, kritisiert ein CDU-Bundesminister, „das Gefühl des Parteitags, dass wir endlich mal wieder richtig konservativ sein durften, hat sich als nicht mehr praxistauglich erwiesen.“ Mit anderen Worten: Unter Merkels engsten Getreuen, bei den Gröhes, Altmaiers, Pofallas, Schavans und Hintzes hat die Katastrophe von Japan den Blick auf das große Ganze verändert. Sie müssen schmerzhaft lernen, dass der CDU ausgerechnet das vermeintlich schöne, weil alte Überzeugungen pflegende Gefühl von Karlsruhe zum Verhängnis wurde. In Karlsruhe hatte Merkel schwarz-grün als Hirngespinst abgetan; in Karlsruhe hatte die Partei sich für den entschlossenen Atomkurs gefeiert; in Karlsruhe regierte zur Rettung der schwarz-gelben Identität die Abgrenzung zum politischen Gegner. „Genau das konnten wir nach dem Tsunami nicht mehr ausgleichen“, klagt ein Mitglied der Parteispitze im Rückblick, „zur Strafe haben wir unser Herzland Baden-Württemberg verloren.“ So groß Zorn und Enttäuschung über diese Niederlage sind, so entschlossen sind die meisten rund um Merkel, sich auf das alte Ringen zwischen den Liberalen und den Konservativen nicht länger einzulassen. „Der Konservatismus“, so sagt es einer aus Merkels engstem Umfeld, „ist im 21. Jahrhundert nicht mehr anschlussfähig.“ Viel zu lange habe man sich mit der Frage beschäftigt, wer wann wie Rücksicht auf die vermeintlich so vielen Konservativen in der CDU nehmen sollte. Tatsache aber sei, dass es in der Partei „so gut wie keinen wirklich konservativen Politiker“ mehr gebe – und die Ursache dafür liege nicht in deren Verdrängung, sondern „in der Anpassung der meisten Christdemokraten an eine sich schnell ändernde Gesellschaft“. Das Problem der Glaubwürdigkeit ist damit nicht erledigt. Je schneller der Wandel, desto größer die Gefahr, nicht mehr glaubwürdig zu erscheinen. Es sei denn, man verzichtet auf langfristig ausstrahlende Parteiprogramme und setzt Pikantes Wiedersehen Im Verfahren um seinen SPD-Ausschluss trifft Sarrazin auf eine alte Widersacherin Von Nico Fried Berlin – Erste Runde im Parteiausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin: Der frühere Bundesbank-Vorstand muss sich am Donnerstag vor dem Schiedsgericht des Berliner SPD-Kreisverbandes Wilmersdorf-Charlottenburg eines Antrags der Bundespartei erwehren, die ihn wegen angeblich parteischädigenden Verhaltens aus der SPD werfen will. Dabei kommt es auch zu einem pikanten Wiedersehen: Die Leiterin der Schiedskommission soll 2004 auf Betreiben des damaligen Berliner Finanzsenators Sarrazin aus dem Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe gedrängt worden sein. Anlass für das Ausschlussverfahren sind Passagen aus Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“. Die SPD wirft dem 66-Jährigen vor, mit Ansichten zu mangelnder Integrationswilligkeit muslimischer Zuwanderer und zum unterschiedlichen Wert einzelner Menschenleben gegen die Grundsätze der Sozialdemokratie zu verstoßen. In einem Aufsatz für Die Zeit hatte Parteichef Sigmar Gabriel Sarrazin im Herbst 2010 vorgehalten, historisch diskreditierten eugenischen Auswahlverfahren das Wort zu reden; Gabriel hatte geschrieben, Sarrazin führe „keine Integrations-, sondern eine Selektionsdebatte“. Sarrazin, der sich den Hamburger Ex-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi als Anwalt genommen hat, weist die Vorwürfe zurück und nimmt für sich in Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Grad der Erblichkeit von Intelligenzunterschieden wiederzugeben. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte er: „Natürlich weiß ich, dass eugenische Vorstellungen im zwanzigsten Jahrhundert zu schrecklichen Verbrechen geführt haben. Aber das heißt doch nicht, dass jedes Nachdenken über soziobiologische oder genetische Zusammenhänge im politischen Kontext zwingend zu Missbrauch und unmenschlichen Maßnahmen führt.“ Vorsitzende der dreiköpfigen Schiedskommission ist die Juristin Sybille Uken. Sie war bis 2004 Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Dabei war sie mit kritischen Fragen, insbesondere zu Auftragsvergaben der BVG aufgefallen. Presseberichten zufolge drängte Sarrazin im Senat darauf, Uken nicht mehr zu nominieren. Weder Sarrazin, noch die SPD wollten sich zu einer möglichen Befangenheit Ukens äußern. In einem ersten Verfahren wegen Äußerungen Sarrazins in der Zeitschrift Lettre International hatte die Kommission unter Ukens Vorsitz 2009 gegen einen Ausschluss Sarrazins entschieden. Sybille Uken leitet die SPD-Schiedskammer, die über Thilo Sarrazins Parteiausschluss entscheidet. Schroewig Weniger Privilegien für Europas Beamte Kommissar kündigt Einschnitte an – und will dennoch mehr Geld für EU-Haushalt 2012 Von Cerstin Gammelin Brüssel - Die umstrittenen Privilegien der europäischen Beamten sollen mindestens teilweise fallen. Das kündigte EUHaushaltskommissar Janusz Lewandowski am Mittwoch in Brüssel an. „Längerfristig wollen wir all das ändern, was seit langem kritisiert wird“, sagte der Kommissar. In der Kritik stehen die großzügigen Zuwendungen zur Gesundheitsvorsorge der Beamten und ihrer Familien, umfangreiche Zuschläge für die Arbeit im Ausland, die Finanzierung elitärer europäischer Schulen, die Struktur der Besoldung sowie die immensen Rentenzuschüsse. Die Kritik an den Privilegien hatte sich in den letzten Monaten weiter verschärft, weil alle 27 europäischen Länder angesichts der Schuldenberge zum Sparen gezwungen sind, die europäischen Gremien aber nicht zu substanziellen Sparbeiträgen bereit waren. Der Pole will bereits Ende Juni einen konkreten Vorschlag für neue Besoldungsstrukturen vorlegen, zusammen mit der langfristigen Haushaltsplanung ab 2014. Für das Jahr 2012 fordert Lewandowski zunächst mehr Geld. Seinen Planungen zufolge muss der EU-Haushalt im kommenden Jahr um 4,9 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr auf dann 132,7 Milliarden Euro wachsen. Das entspricht ungefähr einem Prozent der Wirtschaftskraft der Europäischen Union. Das meiste Geld fließt in den Agrarbereich und in die Entwicklung ländlicher Gebiete. Der Kommissar betonte, der Haushaltsentwurf folge dem derzeitigen Sparkurs in den europäischen Ländern. Das zusätzliche Geld sei notwendig, um die im kommenden Jahr erwarteten Rechnungen für bereits genehmigte Projekte in allen 27 Ländern zu bezahlen. „Wir müssen die Kosten für europaweite Projekte tragen, die den Bürgern und kleinen Unternehmen zugute kommen“, sagte Lewandowski. Er verwies auf den britisch-irischen Stromverbund. Die EU habe zugesagt, den Ausbau der Leitungen mit insgesamt 100 Millionen Euro zu förde sowohl der Glaubwürdigkeit der EU schaden als auch immense ökonomische Schäden anrichten. „Wir dürfen Bürger, Unternehmen sowie regionale und kommunale Behörden nicht im Stich lassen“, sagte Lewandowski. Seinen Angaben zufolge haben sich die meisten europäischen Gremien bemüht, von 2012 an bei den Verwaltungskosten zu sparen, die rund sechs Prozent des Haushaltes ausmachen. Die Europäische Kommission habe ihre Ausgaben für 2012 eingefroren, die Kosten für Gebäude, Kommunikationsmittel, Studien oder Dienstreisen würden gesenkt, neue Stellen nicht beantragt. Auch der Europäische Rat spart. Er hat für das kommende Jahr 4,4 Prozent weniger Geld beantragt. Dagegen fordert das Europäische Parlament wie schon 2011 deutlich mehr Geld. Um mindestens 2,3 Prozent sollen die Ausgaben steigen. Der Auswärtige Dienst um die Hohe Vertreterin Catherine Ashton hat 3,7 Prozent mehr beantragt. Auch der Europäische Gerichtshof braucht mehr Geld. Lewandowski erklärte, er habe alle Gremien um Einsparungen gebeten, jetzt müssten das Parlament und die anderen Behörden selbst erklären, „was hinter ihren Zahlen steckt“. Der Pole erwartet harte Verhandlungen mit den EU-Volksvertretern und den 27 Ländern. Letztere werden bereits im Juli über den Plan abstimmen, das Parlament im November. Für den Fall, dass sie sich nicht einigen, ist für Dezember ein dreiwöchiges Vermittlungsverfahren geplant. (Seite 4) Mitgliedsstaaten und Parlament werden hart um den Etatplan ringen. dern. Im kommenden Jahr würden davon 24 Millionen Euro fällig, doppelt so viel wie 2011. So ähnlich sei es auch bei vielen anderen Projekten, die im Jahr 2007 beschlossen wurden. Sie seien bald abgeschlossen, die Rechnungen würden geschrieben, deshalb müsse 2012 mehr Geld an regionale Behörden oder kleinund mittelständische Unternehmen gezahlt werden. Die zusätzlichen Mittel flössen in Forschungsprogramme (insgesamt 7,6 Milliarden Euro) sowie in den Ausbau von Straßen, Netzen und in die regionale Wirtschaftsförderung (mehr als 45 Milliarden Euro). Der Pole warnte davor, die Vorhaben auf halber Strecke zu stoppen. Das wür- Seite 8 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 POLITIK Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Ausland Vorwürfe gegen Mubarak Kairo – Ägyptens gestürzter Präsident Hosni Mubarak soll für den Tod von 846 Menschen während des Umsturzes mitverantwortlich sein. Zu dem Ergebnis kommt die Richterkommission zur Untersuchung der Revolutionsunruhen. „Der Schießbefehl gegen Demonstranten war nur mit seiner Zustimmung möglich“, zitierten ägyptische Medien am Mittwoch den Sekretär der Kommission, Omar Marwan. „Der Schusswaffeneinsatz dauerte mehrere Tage und Mubarak zog niemanden für das Vorgehen mit scharfer Munition zur Verantwortung.“ Das Gremium war vom regierenden Militärrat eingesetzt worden, um die 18 Tage währenden Proteste in Kairo und anderen Städten zu untersuchen. Nun veröffentlichte es seinen 400 Seiten starken Bericht. Dafür wurden mehr als 17 000 Polizisten und Demonstranten befragt und 800 Videoclips und Amateurfotos ausgewertet. Unter den Toten waren auch 26 Polizisten, 6467 Menschen wurden verletzt. Bei den Polizeieinsätzen wurde scharfe Munition verwendet. „Die tödlichen Schüsse wurden gezielt auf Kopf und Brust abgefeuert“, heißt es in dem Bericht. Der damalige Innenminister Habib al-Adli kommt am Sonntag vor Gericht. Mubarak ist seit seiner Verhaftung in einem Armeekrankenhaus 40 Kilometer östlich von Kairo untergebracht. Der 82-Jährige leidet unter Herzproblemen, sein Gesundheitszustand gilt aber als nicht bedrohlich. Sondereinsatzkräfte des Militärs schützen das Hospital. dpa Die russische P-Frage Premier Putin spricht in der Duma – und befeuert Spekulationen, dass er 2012 als Präsident kandidieren könnte Von Frank Nienhuysen Moskau – Präsident Dmitrij Medwedjew sinnierte in der Provinzstadt Magnitogorsk über sein Land, aber Premier Wladimir Putin hat die Duma. Das Parlament ist für Putin eine Art hauseigene Arena. Seine Partei Einiges Russland herrscht dort mit einer Zwei-DrittelMehrheit. Als Putin am Mittwoch seinen Jahresbericht vortrug und auf die Fragen der Parteien antwortete, waren diese ihm längst bekannt, schriftlich eingereicht vor etwa zwei Wochen. Er ist eben gern im Bilde. In Russland wird nichts dem Zufall überlassen, warum sollte Putin da plötzlich unbedacht eine Äußerung aus dem Munde fallen, die Nährstoff bietet für die Präsidentschaftsdebatte? Weniger als ein Jahr ist es noch bis zur Wahl des Staatschefs, und wenn es auch noch keinen offiziellen Kandidaten der Macht gibt, so sind sich die russischen Medien wenigstens sicher, dass der Wahlkampf bereits begonnen hat. Zum Beispiel in der Duma. Putins Auftritt war das selbstbewusste Manifest. Der Premier peilte für sein Land Platz fünf unter den größten Volkswirtschaften der Welt an, er nannte ein Wachstum von mehr als vier Prozent für dieses Jahr und proklamierte die militärische und politische Stärke Russlands, das sich vom Ausland niemals etwas diktieren lasse. Mit Einkreisungsängsten lassen sich in Russland leicht Punkte machen. Und wenn die russischen Experten denn Recht haben, so kann dies durchaus der Wahlkampf eines Mannes gewesen sein, der bei der Wahl dann aber gar nicht antritt. Setschin. Viele hatten darin bereits eine entscheidende Duftmarke des Präsidenten gespürt, der noch einmal antreten wolle. Aber dafür ist es zu früh. Medwedjew sagte zwar, es sei ja nicht mal mehr ein Jahr bis zur Wahl, doch Putin erwiderte, es sei ja fast noch ein Jahr. Die russische P-Frage bewegt sich derzeit im Rhythmus eines Pendels. Putin, Medwedjew, beide betonen, dass sie eine Kandidatur bei der Wahl im März nächsten Jahres nicht ausschließen. Und wenn Beobachter aus den Auftritten der beiden auch eine zunehmende Lagerbildung herausdestillieren, so dürfte der Unterschied geringer sein als er zunächst wirkt. Putin, der Konservative, Medwedjew, der Liberale – gut möglich, dass Russlands Machttandem diese Konturen zuletzt vor allem deshalb schärfte, um Alternativen zu suggerieren, welche die Menschen in Wirklichkeit gar nicht haben. „Für eine echte Kampagne braucht es demokratische Wahlen, aber jeder weiß, dass es in diesem Land keine demokratischen Wahlen gibt“, sagt der Politologe Stanislaw Belkowskij. Machtfragen im postsowjetischen Russland sind bisher nach einer strengen Choreographie entschieden worden. Auch diesmal spricht vieles dafür, dass die Entscheidung über eine Kandidatur von Putin oder Medwedjew nicht einfach der Stimmung in der Bevölkerung oder der Regierungspartei unterworfen wird. Demnach wäre Putin noch immer vorn. Als Einiges Russland jedoch in der vergangenen Woche deutlich machte, dass der Ministerpräsident erste Wahl sei, schob die Partei sogleich hinterher, sollte Putin aber nicht antreten, werde sie selbstverständlich Medwedjew unterstützen. Putin selbst maßregelte die Partei und sagte, dass sie sich über die Kandidatenfrage nicht weiter auslassen solle. Fest steht, dass Putin als Vorsitzender von Einiges Russland die Partei als jene landesweite Machtbasis einsetzen kann, die Medwedjew bisher fehlt – solange die Partei erfolgreich ist. Zuletzt schwächelte sie allerdings etwas, und vor der Präsidentenwahl wird im Dezember immerhin erst noch die Duma gewählt. Sollte Putin noch einmal für den Kreml antreten, würde er sich noch vor der Parlamentswahl erklären. Einer solchen Taktik müssen sich die Kommunisten derzeit nicht unterwerfen. Ihr Vorsitzender Gennadij Sjuganow hat sich schon klar zu einer Kandidatur bekannt. Es ist seine vierte, und auch diesmal wird er keine Chance haben. Die Frage ist nur, gegen wen. Versöhnung nach Feuertod Mohamed Bouazizis Familie verzichtet auf Klage Kairo – Es ist mehr als eine Geste: Die Familie eines jungen Tunesiers, dessen Selbstverbrennung eine ganze Kette arabischer Aufstände ausgelöst hat, verzeiht seiner Peinigerin und will dem eigenen Volk so ein Beispiel geben. Mohamed Bouazizi hatte sich am 17. Dezember vergangenen Jahres in der Kleinstadt Sidi Bouzid mit Benzin übergossen und in Brand gesetzt, zwei Wochen später starb er an den Verletzungen. Anlass für die Verzweiflungstat waren Armut, Arbeitslosigkeit und das Wissen, dass einer wie er im Tunesien des Diktators Zine el-Abedine Ben Ali keine Zukunft haben würde. Der direkte Auslöser aber war die Ohrfeige einer Polizistin: Fedia Hamdi soll den 26-Jährigen in der Öffentlichkeit ins Gesicht geschlagen haben, da dieser keine Genehmigung hatte, auf dem Marktplatz einen Gemüsestand zu eröffnen. Der Selbstmord löste landesweite Proteste aus, die Polizei schoss, die Armee schlug sich auf die Seite der Demonstranten und Diktator Ben Ali musste am 14. Januar 2011 ins Exil fliehen. All das ist lange her, gemessen am Zeitmaß der sich seit dem Tod des Tunesiers überschlagenden arabischen Ereignisse. Die Polizistin Hamdi war nach dem Ende der Diktatur vor Gericht gestellt worden, verklagt von der Familie des Gemüsehändlers. Jetzt haben die Mutter und die Geschwister Bouazizis ihre Klage auf Entschädigung zurückgezogen. „Alles Geld der Welt kann den Verlust Mohameds nicht wieder gutmachen. Er hat sich für Freiheit und Würde getötet“, sagte sein Bruder Salem. „Wir sind stolz auf ihn.“ Mit dem Verzicht auf Geld wollen die Angehörigen helfen, die Wunden der tunesischen Gesellschaft zu heilen. Die arabischen Aufstände sind Ausdruck aufgestauter Wut über soziale Ungerechtigkeit und Gewaltherrschaft – sie wären irgendwann ohnehin ausgebrochen. Der Freitod Bouazizis aber, in wenigen Tagen bekannt gemacht über das Internet, war das nachfühlbare Beispiel für die Perspektivlosigkeit der meisten jungen Araber, sei es in Ägypten, Saudi-Arabien, Libyen oder dem Jemen. Die arabische Welt ist eine andere geworden seit dem Selbstmord des Tunesiers, der Ab- Kodex für EU-Kommissare Brüssel – Die EU-Kommission hat ihren Verhaltenskodex überarbeitet. Erstmals wird ausdrücklich festgeschrieben, dass „Ehegatten, Partner und Familienmitglieder“ nicht im Kabinett eines Kommissionsmitglieds beschäftigt werden dürfen. Der Anfang 2010 ausgeschiedene deutsche Kommissar Günter Verheugen hatte sich während seiner Amtszeit immer wieder gegen Vorwürfe verwahrt, er sei mit seiner damaligen Kabinettschefin nicht nur dienstlich eng verbunden. Wer als EU-Kommissar ausscheidet, muss ANZEIGE Putin will „stabile Entwicklung“, Präsident Medwedjew setzt auf Liberalisierung. Putin warnte, dass Russland keine Experimente brauche, „die auf einer ungerechtfertigten Liberalisierung beruhen. Das Land benötigt ein Jahrzehnt der stabilen, ruhigen Entwicklung“, sagte er. Ist das nun der Gegenentwurf zu Präsident Medwedjew? Der Präsident hatte kürzlich in Magnitogorsk für eine beschleunigte Privatisierung geworben, den Staatsvertretern die Leviten gelesen und angeordnet, dass einige von ihnen die Aufsichtsräte großer Konzerne verlassen. Unter ihnen ist auch der langjährige Putin-Vertraute und Vizepremier Igor Die Atomlobby macht Druck, um ihre AKW zu retten. Nur wenn jetzt viele Menschen auf die Straße gehen, können wir den Atomausstieg durchsetzen. Machen Sie mit! Heimspiel in der Duma: Nach der Vorstellung seines Jahresberichts im russischen Parlament beantwortet Wladimir Putin Fragen der Journalisten. dpa Ostermontag Löchrige Sperrzone Premier Kan will die Region um Fukushima abriegeln – allmählich merken viele Japaner, wie hilflos die Regierung ist Von Christoph Neidhart Tokio – Japan will den Zugang zur Sperrzone um die Atomruine Fukushima 1 blockieren. Bisher gibt es zwar an den Hauptzufahrtsstraßen 20 Kilometer vom havarierten Meiler Polizeisperren, aber viele Menschen werden immer noch durchgelassen. Nebenstraßen werden gar nicht überwacht. Nicht nur bisherige Bewohner, sondern auch Journalisten, Schaulustige und sogar ein PropagandaWagen der japanischen Rechtsradikalen sind in die Zone eingedrungen und haben an ihren Schuhen, Kleidern und Autoreifen radioaktiven Staub in nicht oder weniger verstrahlte Gegenden verschleppt. Kabinettssprecher Yukio Edano sagte nun, die Zentralregierung werde den Aufbau einer Abriegelung mit den Behörden der Präfektur Fukushima organisieren. Geflüchtete Familien, die Sachen aus ihren Häusern holen wollen, könnten dies künftig nur mit speziellem Schutz tun. Die Ankündigung dämpft den Optimismus, den Industrieminister Banri Kaieda kürzlich verbreitet hatte: Einige Menschen aus der Evakuierungszone könnten in neun Monaten zurückkehren, hatte er noch am Sonntag gesagt. Mitarbeiter der Agentur für Nuklearsicherheit hatten das allerdings gleich angezweifelt. Der Bürgermeister des Dorfes Kawamata, das zur Hälfte in der Evakuierungszone liegt, fragte die Regierung nun, wie sie gedenke, Häuser instand zu halten, solange sie leerstehen. Die Regierung hat darauf keine Antwort. Auch die ersten Videoaufnahmen aus dem Innern der havarierten Reaktorblöcke, die der Fernsehsender NHK am Mittwoch zeigte, belegen, dass der Optimismus, um den sich die Regierung in den vergangenen Tagen bemüht hatte, fehl am Platz ist. Das Ausmaß der Zerstörung überraschte die Experten. Tepco hat versprochen, spätestens in drei Monaten würde aus dem kaputten Meiler nur noch wenig Radioaktivität austreten. In neun Monaten sei er dicht; dann könne man mit der Demontage und Entsorgung beginnen. Experten meinen nun, dieser Prozess wird mindestens zehn Jahre dauern. Premier Naoto Kan will eine Kommission schaffen, die Tepco überwacht. Sie soll garantieren, dass die Firma ihren Verpflichtungen, vor allem für Entschädigungszahlungen, nachkommt und soll helfen, Tepco zu sanieren. Über die Kommission will die Regierung auch Geld in die Firma pumpen, um deren Bankrott zu vermeiden. Die andere Alternative wäre, Tepco zu verstaatlichen. unterdrückte aber jegliche Kritik an seiner Amtsführung. Jetzt scheint diese Schonfrist vorbei zu sein. Sogar 45 Abgeordnete seiner eigenen Partei rebellieren gegen ihn, darunter auch die Gruppe um Kans früheren Außenminister Seiji Maehara, der sich bereits als künftiger Regierungschef in Stellung gebracht hat. Einer Umfrage zufolge sind fast 70 Prozent der Japaner mit Kans Amtsführung unzufrieden. So haben viele Menschen aus der Sperrzone, die alles verloren haben, nach fast sechs Wochen noch nicht einmal das versprochene Bargeld erhalten. Auch die Sommerzeit, mit der man Strom sparen wollte, um die Lieferengpässe von Tepco zu überbrücken, ist noch nicht eingeführt. Besonders viel Zeit haben Kan und sein Team verstreichen lassen, bevor sie die Evakuierungszone ausdehnten, was die Internationale Atomenergieagentur IAEA längst empfohlen hatte. Die Sperrzone hätte man effektiv sperren müssen, sagen Experten, als die Strahlung noch höher war, und bevor Hunderte Menschen eindrangen. Sie trugen damit unwillentlich zur Verstrahlung weiterer Regionen bei. 25. April Großproteste an 12 Atom-Standorten Mehr Infos auf www.ausgestrahlt.de Spendenkonto: .ausgestrahlt e.V., Nr. 2009 306 400, BLZ 430 609 67, GLS-Bank Journalisten und Schaulustige konnten in das verstrahlte Gebiet eindringen. Je optimistischer die Regierung sich gibt, desto kritischer sind viele Japaner. Inzwischen gab es auch in der Hauptstadt Tokio größere Demonstrationen gegen Kernkraft. An einer Kundgebung im Stadtteil Koenji nahmen 15 000 vorwiegend junge Leute teil. Die Organisatoren sprachen von einer „Revolte der Amateure“. Immerhin hat Kan Anfang der Woche angekündigt, den geplanten Bau von 14 Reaktoren zunächst zu stoppen. Vor dem Erdbeben am 11. März hatte es danach ausgesehen, als müsse Kan zurücktreten. Die dreifache Katastrophe Ein Volksheld: Demonstranten mit Bouazizi-Porträts in Tunis. Polaris/laif itur hatte und den Lebensunterhalt seiner Mutter und seiner Geschwister nicht einmal mit dem Verkauf von ein paar Tomaten und Karotten sichern durfte. Ben Ali und seine raffgierige Ehefrau Leila Trabelsi fürchten sich im saudischen Exil vor der Auslieferung. Der gestürzte Ägypter Hosni Mubarak soll vor Gericht kommen. In Syrien und Jemen reißen die Proteste nicht ab. Und in Libyen ist aus dem Aufstand gegen Muammar al-Gaddafi ein Bürgerkrieg geworden. Umso ironischer, dass Bouazizi kein Mensch war, der politisch dachte. „Mohamed hat sich für Politik nicht interessiert“, sagte seine Schwester Leila. Tomas Avenarius künftig noch 18 Monate nach dem Ausscheiden die Kommission über eine neue berufliche Tätigkeit unterrichten. Bisher waren es nur zwölf Monate. Damit soll vermieden werden, dass sich Ex-Kommissare ihre guten Kontakte und ihr Insiderwissen als Lobbyisten teuer bezahlen lassen. Im Herbst 2010 hatte die Behörde den früheren Kommissar Charlie McCreevy gezwungen, einen Vorstandsposten bei einer britischen Bank aufzugeben. Im Februar dieses Jahres machte die Kommission Verheugen Auflagen für dessen Beratungsfirma. dpa Liebe und Revolution Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, eine ehemalige Guerillera, tritt aus dem Schatten ihres populären Vorgängers Lula Von Peter Burghardt Buenos Aires – Auch Brasiliens Tag der Streitkräfte hat die frühere Guerillera und heutige Präsidentin souverän überstanden. „Die Armee ist der unverzichtbare Garant der friedlichen und demokratischen Sicherheit“, sprach Dilma Rousseff am Dienstag in der Militärzentrale von Brasilia, „eine permanente Quelle des Stolzes für unser Volk.“ Einst waren ihr die Uniformierten ein Graus gewesen. Während der Militärdiktatur wurde die damalige Kommunistin Rousseff gefoltert und von 1970 bis 1972 eingesperrt. Die Tochter eines bulgarischen Einwanderers soll seinerzeit logistische Hilfe für Banküberfälle geleistet und Waffen versteckt haben. Zuvor geheime Dokumente behaupten neuerdings sogar, ihre Organisation VAR Palmares habe seinerzeit Mordanschläge auf Offiziere geplant. Das ist lange her und nicht bewiesen, doch es liegt auch an der obersten Brasilianerin, dass die düstere Vergangenheit wieder ein Thema wird. Im September will das Parlament darüber beraten, ob eine Wahrheitskommission die unberührte Ära des Regimes von 1964 bis 1985 untersuchen soll. Keine Regierung seit der Rückkehr zum Rechtsstaat mochte sich bisher mit den Ermordeten, Gequälten und Verschwundenen beschäftigen. Anders als die Nachbarländer hat sich Brasilien nie darum gekümmert, was nicht nur daran lag, dass der brasilianischen Repression viel weniger Menschen zum Opfer fielen als in Chile oder Argentinien. Erst seit Dilma Rousseffs Ankunft im Palácio do Planalto erinnert man sich an das Vermächtnis der Generäle. Im April begann sogar eine kitschigbrutale Telenovela namens „Amor e revolucao“ (Liebe und Revolution), die ein Millionenpublikum fesselt. Manche Zuschauer glauben, in der Hauptperson namens Maria die junge Dilma zu erkennen. Der Regisseur widerspricht. Das Militär ist von der Seifenoper jedenfalls genauso erzürnt wie vom Plan einer Aufklärung der Verbrechen. Die Oberbefehlshaberin Rousseff rief zur Ordnung. Sie verweist auf den Schutz der Menschenrechte – und betont, dass sie mit der jugendlichen Rebellin vier Jahrzehnte später wenig zu tun habe. O Globo. Die erste Frau in Brasilias Machtzentrum mag nicht den rustikalen Charme wie der Volksheld Lula haben, doch sie arbeitet – nicht immer zum Vergnügen ihrer Umgebung – noch mehr als ihr Vorgänger und schärft ihren Stil als pragmatische Managerin. Selbst Kritiker sind angenehm überrascht. Ihre ersten außenpolitischen Feuerproben hat die resolute Dame ebenfalls bestanden, auf ihre Art. Ende März empfing sie US-Präsident Barack Obama und reparierte die etwas ramponierten Beziehungen mit Washington. Die Liebe zwischen Lula und Obama war wegen Lulas Nähe zum Iran zuvor erkaltet. Dilma Rousseff wandte sich ab von Präsident Mahmud Ahmadinedschad und unterstützte den Vorschlag Washingtons, einen UN-Berichterstatter nach Teheran zu entsenden. Auch will sie für die brasilianische Luftwaffe lieber US-Kampfjets kaufen als die französischen Mirage von Lula-Freund Nicolas Sarkozy. Dann forderte die Gastgeberin Obama sehr direkt auf, Brasiliens Bewerbung für den UNSicherheitsrat zu unterstützen und die Zollschranken abzubauen. Zum Bankett bat sie auch die ehemaligen Präsidenten der Republik zu sich und Obama an den Tisch. Nur Lula kam nicht. Danach flog die Debütantin nach China zum Gipfeltreffen der Bric-Staaten und warb für Geschäfte. Peking ist der wichtigste Abnehmer brasilianischer Rohstoffe wie Soja und Eisenerz und an der Erfolgsgeschichte nicht unwesentlich beteiligt. Außer Geld und Technologie würden die chinesischen Investitionen auch Arbeitsplätze bringen, versprach die Handlungsreisende. Und brachte außerdem einen Milliardenauftrag für Brasiliens Embraer-Flugzeuge aus Asien mit. Der gefeierte Boom wird allerdings zum Problem: Die Wirtschaft des Riesenreichs ist gefährlich überhitzt. Mittlerweile hat Brasilien als siebtgrößte Ökonomie der Welt Italien überholt und könnte bald die Nummer fünf sein, vor Frankreich und Großbritannien. Die Inflation ist bei sechs Prozent angekommen – das alte Schreckgespenst, das mit dem stabilen Real besiegt gewesen zu sein schien. Die Währung wird immer teurer. Die Regierung Rousseff will das Wachstum deshalb bremsen und die Ausgaben um 30 Milliarden kappen. Sogar von verstärkter Waffenkontrolle ist wieder die Rede seit dem Amoklauf in einer Schule von Rio de Janeiro mit zwölf Toten. Dilma Rousseff weinte öffentlich, als sie von dem Massaker erfuhr, ein seltener Gefühlsausbruch. In der Telenovela „Liebe und Revolution“ wünscht sich der Autor für die letzte Folge ihren Auftritt. Sie solle aus der Zeit in der Guerilla erzählen. Die Regierung ließ ausrichten, die Teilnahme der Präsidentin sei nicht geplant. Manning wird untersucht Washington – Der mutmaßliche Wikileaks-„Maulwurf“ Bradley Manning, der seit Juli 2010 in Militärhaft in den USA sitzt, wird in ein anderes Gefängnis verlegt und auf seinen Geisteszustand untersucht. Man prüfe, ob er zurechnungsfähig sei, teilten Pentagonbeamte am Dienstag mit. Der 23-jährige Soldat, der die Enthüllungs-Plattform Wikileaks mit geheimen Informationen versorgt haben soll, wird von Virginia in ein anderes Militärgefängnis im Bundesstaat Kansas verlegt. Manning hatte sich über Schikanen in der Haft beklagt. Er werde gezwungen, sich jeden Abend komplett auszuziehen und müsse vor Gefängniswärtern nackt strammstehen. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte eine „unmenschliche Behandlung“ Mannings. dpa Ban will sichere Kernkraft Tschernobyl – UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat bei einer Besichtigung des vor 25 Jahren explodierten Atomreaktors Tschernobyl höhere Sicherheitsstandards für Nuklearanlagen gefordert. Aus den „Tragödien“ in Tschernobyl und im japanischen Fukushima müssten Lehren für „substanziell höhere Standards“ gezogen werden. In Frage stellte er die Atomenergie aber nicht. Auch der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, bezeichnete die Kernkraft als „notwendig“. Die Anlagen müssten auch sicherer gemacht werden gegen Angriffe von Terroristen, sagte Ban. Die ukrainische Führung hofft, während der bis Freitag dauernden Tagung weitere Spenden für den Tschernobyl-Schutzmantel zu sammeln. dpa Sie fordert die USA auf, Brasiliens Bewerbung für den Sicherheitsrat zu unterstützen. Bislang trifft sie selbst in diesem Härtefall den Ton. Ihre Landsleute wissen das zu schätzen. Nach fast vier Monaten im Amt ist Dilma Rousseff noch populärer als ihr Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva es in seinen Anfängen war, der am Ende wohl beliebteste Präsident der Welt. Dabei schien Lulas vormalige Energieministerin und Kabinettschefin vielen nur eine Marionette zu sein, als sie mit seiner Hilfe 2010 die Wahl gewann. Lula ist leutselig und temperamentvoll, Dilma galt als strenge und dröge Technokratin. Doch nach der Amtsübergabe Anfang Januar trat die neue Anführerin der Arbeiterpartei PT selbstbewusst auf. „So nah und so distanziert“, schrieb die Zeitung Einst galt sie als dröge Technokratin, nun wird Dilma Rousseff als pragmatische Managerin gefeiert. Foto: AP Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 PANORAMA Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 9 Der gute Mensch vom Bauernhof Thomas D, der mit den Fantastischen Vier zum Millionär wurde, lebt heute als Vegetarier auf einem Öko-Landsitz – von hier aus will der Rapper die Welt retten Von Malte Conradi Thomas D war immer schon der Interessanteste der Fantastischen Vier. Im Gefüge der Band war ihm lange die Rolle des Durchgeknallten zugedacht, das sah man an seinen bunten Brillen. Schon früh in seiner Karriere sprach er aber auch gerne über andere Dinge als die Musik. Während sein Bandkollege Smudo sich in seiner Freizeit mit Kunstfliegerei und Autorennen beschäftigte, sorgte Thomas D sich um den Zustand der Welt, propagierte vegetarische Ernährung und biologische Landwirtschaft. Ein freier Geist war er wohl schon immer: Aufgewachsen als Sohn von Tankstellenpächtern, ließ Thomas D sich zum Friseur ausbilden. Sein Plan: Mit einem fahrenden Salon die Welt bereisen. Bevor er Popstar wurde, arbeitete er dann allerdings erst einmal als Hausmeister. Wie er da in der ersten Frühlingssonne auf seinem Hof sitzt, sieht es plötzlich ganz leicht aus, das richtige Leben: Aus allen Winkeln kommen immer wieder Hunde und Katzen hervor, um sich zu sonnen, das Tonstudio ist in der alten Scheune untergebracht, ein Fitnessstudio gibt es auch, der Strom kommt aus den Solarzellen auf den Dächern. Vor einigen Jahren war das hier mal eine richtige Hippie-Kommune, aber dann kamen die zwei Kinder, alle wollten ein bisschen mehr Platz und Komfort. Heute lebt Thomas D hier mit seiner Familie und zwei Freunden, sein Manager hat immerhin noch ein Büro auf dem Gelände. Hinter dem Haus hat Thomas D gleich nach dem Einzug vor zwölf Jahren eine große Fläche in den Hang betonieren lassen. Früher ist er darauf mit seinen Freunden Skateboard gefahren, heute üben die Kinder hier auf ihren Fahrrädern. Auf der Wiese daneben liegen noch ein paar frisch geschlagene junge Fichten herum, aus ihnen will Thomas D ein Tipi bauen. Nur so, zum Spaß. Wenn man aber genau hinsieht, endet diese fröhliche Öko-Idylle an der Grundstücksgrenze. Thomas D hat sich den schönsten Hof in diesem Dorf zwei Stunden von Köln ausgesucht, es ist der einzige, der an diesem Nachmittag belebt erscheint. Der Weg zum Hof führt durch enge Straßen, vorbei an geduckten Häuschen mit verklinkerten Fassaden und akkuraten Mäuerchen drumherum. Die meisten Bewohner arbeiten wohl auf dem Feld oder im Stall, nur ein Rentner mit Hündchen schaut dem fremden Besucher lange hinterher. Er sieht nicht aus, als würde er sich für den perfekten Espresso oder erneuerbare Energie interessieren. steckt mehr hinter seinen Sprüchen als reine Attitüde. Es ist die Empörung über die eigene Hilflosigkeit. Darüber, dass mehr einfach nicht drin ist zur Rettung der Welt als vegetarisches Essen und Ökostrom. Diese Empörung ist es, die diesen freundlichen Mann zornig werden lässt, wenn er über Fleischkonsum spricht; die ihn dazu bringt, ein Soloalbum zu veröffentlichen, das eigentlich eine Frechheit ist. „Lektionen in Demut“ heißt es, und das ist auch schon das ganze Programm. In seinem Schamanen-Sprechgesang fordert Thomas D die Menschen auf, niederzuknien, die Schlechtigkeit der Welt D ie Schweine kann er gut. Wenn Thomas Dürr sie nachmacht, dann ist da plötzlich noch ein anderer mitten in dieser EifelEinöde. Dann ist da Thomas D, der Bühnenkasper. Weit in die Knie geht er, grunzt mit seinem ganzen Körper. Wird ganz Schwein. Ein paar Sekunden nur dauert die Show, sein Publikum lässt er nicht aus dem Blick. Liebevoll macht Dürr das, nicht gehässig, wie andere diese Riesentiere nachmachen würden, die da genüsslich im Dreck wühlen. „Die sind viel schlauer als Hunde“, sagt er, „fast wie Menschen.“ Als Thomas D hat Dürr vor zwanzig Jahren mit seiner Band, den Fantastischen Vier, den deutschen Hip-Hop mitbegründet, er hat Millionen CDs verkauft und Millionen Euro verdient. Die Hip-Hop-Mode, die sie ausgelöst haben, ist längst vorbei, doch die Fantastischen Vier machen einfach immer weiter. Seit sie 1991 mit dem Riesenhit „Die da“ berühmt wurden, sind die vier Stuttgarter so etwas wie die Klassensprecher der deutschen Musikindustrie geworden, vernünftig, aber auch mal für einen Spaß zu haben, klug aber nicht langweilig. Auf ihre Musik können sich inzwischen ganze Generationen einigen, niemand muss sich schämen, sie zu mögen. Alle paar So viel Sendungsbewusstsein ist anmaßend, verkauft sich aber gut. zu erkennen und daran endlich etwas zu ändern: „Um die Tests dieser Zeit zu bestehen und um weiter zu gehen, muss hier jeder sein Ego in Demut zurücknehmen.“ Oder: „Denn du bist Schöpfer deiner Welt obwohl du Teil von ihr bist – Du trägst Verantwortung für Alles was in deinem Leben geht.“ Oder: „Wie lange wollt Ihr weiter euren falschen Helden huldigen?“ Eine mehr als einstündige düstere Predigt gegen die Arroganz. Vor zehn Jahren hat Thomas D die selben Texte schon mal aufgenommen. Die CD hat sich damals ganz gut verkauft, obwohl sie so bedrückend war und so ganz anders als alles von den Fantastischen Vier. Nun hat er die Texte neu vertont mit Musik, die freundlicher und eingängiger ist als die sphärischen Klänge der ersten Version. Es geht darum, diese Gedanken wieder unter die Leute zu bringen. „Die Welt steht ja immer noch am Rande des Abgrunds, die Menschen brauchen vielleicht einen Arschtritt, um in die Gänge zu kommen“, sagt Thomas D dazu. So viel Sendungsbewusstsein ist anmaßend, verkauft sich aber gut. Sein Manager jedenfalls ist recht zufrieden mit dem ÖkoImage seines Klienten. Gerade jetzt kommen ständig neue Werbe-Angebote rein. Vor ein paar Wochen machte Thomas D mit seinen Hunden einen morgendlichen Spaziergang über die taubedeckten Wiesen um seinen Hof, und ihm ging auf, warum er trotz der düsteren Gedanken doch noch nicht in Depressionen verfallen ist: „Ich, die Hunde, die ersten warmen Sonnenstrahlen. Das war so ein wahnsinnig perfekter Moment. Und trotzdem wusste ich, so sehr ich es auch wünsche: Er wird nicht bleiben.“ Das Tonstudio des Musikers ist in der alten Scheune untergebracht. Jahre veröffentlichen die Fantastischen Vier eine neue CD, anschließend gibt es eine Tournee. Das könnte immer so weiter gehen. Es ist ein komfortables Leben als etablierte Popstars, das sie führen. Längst unabhängig von musikalischen Moden, verwalten die vier Stuttgarter ihren Ruhm und pflegen ihr Image als die eher Intelligenten im deutschen HipHop. Hier, auf seinem Gutshof in der Eifel, füllt Thomas D, inzwischen 42, das Bild des reflektierten, des vernünftigen Popstars perfekt aus. Seine Fans sagen, er ist normal geblieben. Zur Begrüßung bringt er gleich mal einen Espresso aus dem Haus mit. Er hat eine neue Maschine und arbeitet, wie er sagt, an der perfekten Zubereitung. Der Espresso schmeckt gut. Aber jemand, dem an mehr gelegen wäre als am Geschmack, hätte ihn vielleicht auf einer Untertasse serviert. So viel Schwein war selten: Thomas D mit einem Haustier, das er niemals essen würde. Sein Tor stehe immer offen, sagt Thomas D, hin und wieder gehe er mit den Nachbarn ein Bier trinken. Deshalb gebe es auch keine Probleme mit den Dorfbewohnern. Es fällt dann allerdings doch etwas schwer, sich die Bauern aus der Nachbarschaft hier auf dem VegetarierHof vorzustellen, wo im Teich nicht Goldfische schwimmen, sondern Molche und Kröten sich gegenseitig den Laich wegfressen. Wo die Tüten mit dem Biomüll im Baum hängen und goldene Schallplatten hinter den Fenstern. Wo Schweine nicht gegessen werden. Als eine Treckerkolonne auf der Dorfstraße vorüber dröhnt, wirft Thomas D ihr einen Blick nach, der keine Freundlichkeit verrät. Der Hang gleich gegenüber war vor ein paar Jahren noch bewaldet, heute spült jeder kräftige Regen die nackte Erde ins Tal. Oben auf der Hügelkuppe zeichnen sich langgezogene Stallgebäude gegen den Himmel ab. Wenn Thomas D über diese Gebäude spricht, wird seine Sprache knapper, seine Gesten zackiger. „Kuh-KZ“ nennt er die Ställe. Nicht spontan und nicht unbedacht. Sondern ganz gezielt. Und dann wiederholt er das Wort noch einmal, falls man es beim ersten Mal nicht richtig verstanden hat: „Kuh-KZ“. Es ist so leicht, sich über einen Plattenmillionär lustig zu machen, der den grünen Lifestyle für sich entdeckt hat. Der freudig die Trend-Bezeichnung „Lohas“ für sich akzeptiert, der Vegetarismus pre- Foto: Conradi digt und ständig mit dem Flugzeug unterwegs ist, der sich auf der Bühne als Freak inszeniert, aber für Toyota und die Telekom Werbung macht. Thomas D kriegt das immer wieder zu spüren. Es ist der gleiche Spott, der jetzt die Wähler der Grünen trifft, weil sie es immer schon besser gewusst haben und dabei im Schnitt besserverdienend sind und die Pfandflaschen angeblich mit dem Geländewagen zum Supermarkt bringen. Thomas D geht offen mit diesen Widersprüchen um. Er muss über sich selbst lachen, wenn er erst den Bio-Ingwer auskocht und dann synthetischen Fruchtsirup dazugießt, damit das Getränk genießbar wird. „Aber man kann sagen: mit natürlichem Ingwer hergestellt.“ Es Die perfekte Woche für wochenlange Erholung. Die neue Reisebuchreihe aus der Süddeutsche Zeitung Edition. Neu! Eine perfekte Woche ... in Südtirol Format: 12,5 x 18,5 cm 240 Seiten 14,90 Euro Eine perfekte Woche ... in der Provence Format: 12,5 x 18,5 cm 240 Seiten 14,90 Euro Eine perfekte Woche ... in der Toskana Format: 12,5 x 18,5 cm 240 Seiten 14,90 Euro Entdecken Sie die schönsten Regionen Europas. Mit den ersten drei Bänden aus der neuen Reisebuchreihe „Eine perfekte Woche“. Erleben Sie das besondere Flair, und besuchen Sie die wirklich authentischen und besonderen Orte einer Region. Sieben Tage voller kultureller Highlights und unvergesslicher Aktivitäten. Lieblingsadressen im perfekten Reiseformat. Für je 14,90 Euro im Handel, im Service Zentrum der Süddeutschen Zeitung, Fürstenfelder Str. 7, 80331 München oder unter www.sz-shop.de Seite 10 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 PANORAMA Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 William, Kate & ich Wie Klempner, Kondomhersteller und Pathologen an der königlichen Hochzeit in London mitverdienen wollen Von Wolfgang Koydl London – Romantik und junges Glück sind ja gut und schön, aber letztlich geht es bei einer Hochzeit immer auch ums Geld. Nirgendwo wird das deutlicher als bei der Royal Wedding von Prinz William und Catherine Middleton, wobei es nicht so sehr die Kosten des Festtages sind als vielmehr profitable Nebenaspekte: Denn der Trubel rings ums königliche Jawort hat sich zu einer gigantischen Geldmaschine verselbständigt, an der alle irgendwie mitverdienen wollen: iranische Mullahs ebenso wie fromme Methodisten, Tierschützer, Klempner und Baumärkte, Richter, Pathologen und Immobilienexperten. Ganz zu schweigen von Souvenirhändlern, Hoteliers und Reiseveranstaltern. Überraschen kann das eigentlich nicht. Denn schließlich ist Großbritannien das Land, das der Welt den modernen Kapitalismus beschert und den Mechanismus von Angebot und Nachfrage zutiefst verinnerlicht hat. Zu den Nutznießern der Hochzeit will denn auch die Regierung von Premierminister David Cameron gehören. Sie hofft, dass der Zustrom von schätzungsweise mehr als einer Million Touristen wie ein Tonikum für die daniederliegende Wirtschaft wirken wird. Tatsächlich freuen sich Hotels und Bed-and-Breakfast-Unterkünfte in der britischen Hauptstadt über massenhafte Buchungen von Gästen aus Amerika, Deutschland oder China, welche die Traumhochzeit live erleben wollen. Heute bei Der deutsche Retter Nach Tschernobyl hat der Arzt Christoph Reiners 250 krebskranke Kinder aus Weißrussland behandelt. Ein Gespräch über die Folgen des Super-GAUs. www.sueddeutsche.de/politik Lass es raus, Kollege Wenn die Kollegen nerven, nehmen wir unsere Aggressionen gerne mit nach Hause. Dabei könnten wir sie im Büro ausleben – und dabei Karriere machen. www.sueddeutsche.de/karriere LEUTE Rubel, Trubel, Heiterkeit: In London fiebert das Volk der königlichen Hochzeit entgegen, und die Geschäftemacher reiben sich die Hände. Natürlich zufrieden: die englischen Boulevardblätter. Die wollen herausgefunden haben, dass Kate Middleton die Nacht vor dem großen Tag im Hotel Goring (oben rechts) verbringt. Fotos: dpa (6), rtr (2), AFP, AP William-und-Kate-Kondome gibt es unter dem Produktnamen „Die Kronjuwelen“ Im Gegenzug verlassen Hunderttausende Briten das Land zu einem Kurzurlaub zwischen Osterwochenende und Maifeiertag. Tatsächlich scheint sich die patriotisch-monarchistische Begeisterung, vor allem im Vergleich zur letzten royalen Traumhochzeit von Prinz Charles und Lady Diana vor 30 Jahren, deutlich in Grenzen zu halten. Anträge für Straßenpartys, mit denen Briten traditionell nationale Freudentage feiern, blieben derart deutlich hinter den Erwartungen zurück, dass Regierungschef Cameron persönlich einen Party-Appell an die Nation richtete. Er schob die Schuld engherzigen Auslegungen von Sicherheitsvorschriften durch örtliche Behörden zu und gelobte, mit gutem Beispiel voranzugehen: Er werde mit Bier, Wein und hausgemachten Leckereien auf dem Pflaster der Downing Street seine eigene Party schmeißen. Nur wenige der angereisten und daheimgebliebenen Schaulustigen werden freilich das Glück haben, einen Blick auf das Brautpaar erhaschen zu können, wenn es in einer Kutsche von der Westminster Abbey zurück in den Buckingham Palace rollt. Denn die Route ist sehr kurz und führt hauptsächlich an Regie- rungsgebäuden wie dem Finanz-, dem Außen- und dem Gesundheitsministerium vorbei, die für die Öffentlichkeit verschlossen sind. Hinter den Fenstern der Ministerien werden sich daher am Hochzeitstag vermutlich zahlreiche Ministerialbeamte drängeln, die ins Büro kommen, obwohl der 29. April zum arbeitsfreien Feiertag erklärt wurde. Andere müssen für vergleichbar gute Logenplätze tief in die Tasche greifen: Der Oberste Gerichtshof am Parliament Square vermietete Räume mit Blick auf den Platz vor der Abtei für jeweils 2500 Pfund. Teurer sind der zweite und dritte Stock im Büroturm der staatlichen iranischen Ölgesellschaft NIOC und die Balkone der Anwaltskanzleien und Kirchenorganisationen im Sanctuary-Gebäude gleich neben dem Haupteingang der Westminster Abbey: Sie fanden für jeweils 100 000 Pfund reißenden Absatz. Unbekannt ist, wie viel RTL dem Immobilienverband zahlte. Dafür erhielt der Sender die gesamte Dachterrasse im fünften Stock des Hauptquartiers der Royal Institution of Chartered Surveyors. Das Royal College der Pathologen wiederum verlangt 510 Pfund für einen Aussichtsplatz über der Prachtstraße Mall. Ganz bescheiden sind die Methodisten, deren Central Hall ebenfalls strategisch günstig liegt. Der Schnäppchenpreis von 60 Pfund (inklusive Sektfrühstück) spiegelt freilich die Tatsache wider, dass die mächtige Kuppelhalle keine Fenster und somit keinen Blick hat. Wer Kate und William nicht mit eigenen Augen sieht, kann sich ihres An- blicks wenigstens auf Millionen von Teetassen, Silberlöffeln, Briefmarken, und Geschirrtüchern erfreuen, von denen ihr Antlitz herab lächelt. Man kann sich das liebreizende Paar stricken, als Action-Figuren kaufen, oder als Kühlschrank in die Küche wuchten. Wer die königliche Hochzeitsnacht nachstellen möchte, dem stehen William-und-Kate-Kondome mit dem Produktnamen „Die Kronjuwelen“ zur Verfügung. Anti-Monarchisten andererseits haben das Bild der beiden auf Brechtüten gedruckt, nebst der hilfreichen Aufschrift: „Halten Sie diese Tüte am 29. April griffbereit.“ Ein wenig anrüchig wirkt auch das „Royal Wedding Celebration-Sonderangebot“ der Klempner-Firma Metro Rod. Zur Feier des Tages pustet sie alle Rohrleitungen zum Sonderpreis durch: „Urinale, Waschbecken, Toiletten – Sie entscheiden, was Ihnen am wichtigsten ist“. Ein Baumarkt wiederum tröstet alle, die keine persönliche Einladung zur Hochzeit erhalten haben: Man könne den Tag stattdessen doch auch zu Bastelarbeiten in Heim oder Garten nutzen, empfiehlt das Geschäft und reimt: „Spade and drills“ (Spaten und Bohrer) statt „Kate and Wills“. Geradezu märchenhaft findet die Bewegung zum Schutz von Amphibien das Hochzeitsdatum. Der 29. April ist der dritte „Save the frogs day“. Kann das wirklich ein Zufall sein? Die Tierschützer stellen denn auch die berechtigte Frage: „War Prinz William in einem früheren Leben ein Frosch?“ Eine wirklich befugte Antwort darauf dürfte nur Catherine Middleton geben können. Timur Chilajew, 18, und Kirill Wlassow, 19, russische Amateurfilmer, haben mit Videobildern von der angeblichen Leiche eines Außerirdischen große Aufregung ausgelöst. In dem eineinhalb Minuten langen Internetclip ist eine Figur zu sehen, die an den Außerirdischen E.T. aus dem gleichnamigen Film erinnert. Die Leiche sei im tiefen Schnee hinter ihrem Dorf Kamensk in Sibirien entdeckt worden, so der Sprecher im Film. Tatsächlich war der vorgebliche Alien nur eine Puppe, hergestellt aus Teig und Hühnerhaut, wie russische Internetmedien jetzt berichteten. Über die IP-Adresse kam die Polizei auf die Spur von Chilajew und Wlassow und enttarnte den AlienSchwindel. Eine Strafe drohe den beiden jedoch nicht, hieß es. Charlie Sheen, 45, amerikanischer Schauspieler, hat einen Sorgerechtsstreit um seine beiden Söhne verloren. Zwar soll auch die von Sheen getrennt lebende Mutter der Zwillinge wieder Drogenprobleme haben. Dennoch lehnte ein Richter in Los Angeles den Antrag des Schauspielers auf das alleinige Sorgerecht für die Kinder ab. Wie die PromiPlattform TMZ berichtet, habe der Richter Sheens Vaterqualitäten in Frage gestellt. Es bleibt damit bei der bisherigen Vereinbarung, nach der sich die Eltern gemeinsam um die Jungen kümmern. Indira Weis, 31, Sängerin, soll Botschafterin für die Frauenfußball-WM werden. Wie die Bild-Zeitung in ihrer OnlineAusgabe berichtet, soll die Ex-Dschungelcamp-Bewohnerin auch den passenden Song beisteuern – mit dem Titel „Unsere Frauen“. „Sie machen genau wie ich auch im Bikini eine gute Figur“, sagte Weis dem Portal über die deutsche Elf. Joachim Haß, Leiter der Berliner Versammlungsbehörde, wurde versehentlich Opfer einer Pfefferspray-Attacke. Am Rande einer Kundgebung der rechts- ANZEIGE Erst pusten, dann fahren Das Verkehrsministerium soll den bundesweiten Einsatz sogenannter Alcolocks nach schwedischem Vorbild prüfen München – In Schweden ist das so: Wenn der Arbeitgeber das möchte, so kann er seine Mitarbeiter vertraglich dazu verpflichten, Dienstfahrten nur noch in einem Alcolock-gesicherten Auto zu unternehmen. Der Motor des Fahrzeugs springt dann erst an, wenn der Fahrer zuvor in ein Röhrchen gepustet hat – und sein Atemalkoholgehalt stimmt. Die schwedische Autofirma Volvo machte mit einem entsprechenden Gerät schon vor Jahren auf sich aufmerksam. Nun haben die Koalitionsfraktionen von Union und FDP in einem gemeinsamen Antrag Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dazu aufgefordert, auch deutschlandweit den Einsatz von Alcolocks zu prüfen. Alkoholsünder, so die Idee, sollen die Geräte freiwillig einbauen lassen – und dafür beispielsweise den eingezogenen Führerschein früher wiederbekommen. Doch so einfach ist das nicht. Beim Verkehrsministerium zumindest heißt es: Man sei dem Thema gegenüber zwar aufgeschlossen, aber nur „insoweit es sich um eine freiwillige Initiative handelt“. Durch eine Verpflichtung nämlich würden „alle Autofahrer unter Generalverdacht gestellt“, was nicht der richtige Weg sei. Auch die Möglichkeiten zur Finanzierung einer solchen Aktion seien überhaupt nicht klar. „Wir sind der Meinung, dass dieses Thema auf europäischer Ebene geklärt werden soll.“ Nebenbei bemerkt sei die Zahl alkoholbedingter Unfälle ohnehin zurückgegangen – aufgrund drastischer Erhöhungen der Bußgelder. „Es gibt immer noch einige Hürden zu nehmen“, weiß auch Simone Klipp von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Die Wissenschaftlerin hat anhand von amerikanischen Studien die langfristige Wirkung der Alcolocks erforscht. Ihr Befund: „Die Studien haben gezeigt, dass man mit den Geräten gefährliche Alkoholfahrten wirksam unterbinden kann“, sagt Klipp und macht sich für eine verpflichtende Einführung in Deutschland stark. „Natürlich werden die Geräte nicht flächendeckend zur Pflicht werden, das ist auch gar nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“, schränkt sie ein. Aber sie seien eine sinnvolle Ergänzung zu bereits vorhandenen Maßnahmen wie dem Führerscheinentzug oder der Fahreignungsprüfung. rückgreifen. Deren Produkte sind allerdings meist noch teurer: 1500 bis 2000 Euro werden verlangt. Das Geschäft läuft noch nicht so richtig gut: „Die Nachfrage in Deutschland ist sehr gering“, heißt es bei Volvo. Seit der Einführung in Deutschland hätten sich nur sehr wenige Kunden dafür entschieden. Wer sich aus ideellen oder selbsttherapeutischen Erwägungen für einen Alcolock entscheidet, der sollte wissen: Nicht immer arbeiten die Geräte fehlerfrei. Die Alcolocks seien zwar gut gegen verschiedene Manipulationsversuche geschützt, versichern die Hersteller. Aber es kam schon vereinzelt zu Fehlalarmen: Das Gerät versagte dann die Fahrt, obwohl der Fahrer zuvor gar keinen Alkohol getrunken hatte. Außerdem zeichnen die Promilletester jeden Versuch auf, was zumindest die Frage nach dem Umgang mit diesen Daten aufwirft. SZ extremen NPD verwechselte ein Polizist den in Zivil gekleideten Haß mit einem Autonomen. Der Beamte sprühte seinem Chef die Flüssigkeit ins Gesicht. Umstehende Journalisten machten den Bereitschaftspolizisten schließlich auf den Irrtum aufmerksam. Foto: dapd ZUM GEBURTSTAG VIEL KRAFT. 15 Jahre Men’s Health: das extrastarke Jubiläumsheft. Lebenslang für Dreifachmörder Leipzig – Der Dreifach-Mörder von Groitzsch ist zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig folgte mit dem Urteil am Mittwoch weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der 41 Jahre alte Mann aus dem oberpfälzischen Cham wurde schuldig gesprochen, im April 2009 und August 2010 in dem Ort südlich von Leipzig drei junge Männer erschossen zu haben. Der Angeklagte selbst behauptete bis zuletzt, in Notwehr gehandelt zu haben, um sein Leben und sein Eigentum zu schützen. Der Mann hatte zunächst einen 27-Jährigen in Groitzsch erschossen, gut ein Jahr später dann einen 19-Jährigen und einen 23-Jährigen. Der Angeklagte gab vor Gericht an, die beiden erwischt zu haben, wie sie aus seiner Scheune Altmetall und Teile seiner alten Autos stehlen wollten. dapd Nicht immer fehlerfrei Wer mag, der kann natürlich schon jetzt in Deutschland jederzeit beherzt nachrüsten. Als einziger Autobauer bietet zwar nur Volvo für etwa 1000 Euro werksseitig einen Promilletester an. Doch Besitzer von Fahrzeugen anderer Marken können auf Drittanbieter zu- GRATIS. JETZT AM KIOSK. 39 Extra-Seiten In der Warteschleife Getötetes Kind in Keller gefunden Berlin – In Berlin ist ein 12-jähriger Junge Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Der tote Schüler wurde in der Nacht zum Mittwoch im Keller eines Wohnhauses im Bezirk Reinickendorf entdeckt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Ein Sexualdelikt schließen die Ermittler aus. Es handle sich wahrscheinlich um eine „Beziehungstat“. Die Leiche des Jungen war von der Polizei nach einer Suchaktion gefunden und am Vormittag obduziert worden. Nach bisherigen Erkenntnissen gebe es Anhaltspunkte für „ein Tötungsverbrechen durch stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper“ des Jungen, sagte der Polizeisprecher. Die Eltern des Kindes lebten offenbar seit längerem getrennt, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Der Vater habe demnach seit etwa einem Jahr mit seinem Lebensgefährten in dem Haus in Reinickendorf gewohnt, in dem der tote Junge gefunden wurde. Die Ermittler hatten zunächst einen Mann festgenommen, der am Mittag jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, da sich der anfängliche Tatverdacht gegen ihn laut Polizei nicht bestätigt habe. Laut Zeitung war der Junge am Dienstag von seiner Mutter als vermisst gemeldet worden. dapd Michelle Obama und Jill Biden, die Frau des US-Vizepräsidenten, sind die jüngsten Opfer amerikanischer Fluglotsen-Schlamperei Washington – Alles sei, so beteuert nun Amerikas Flugaufsicht, nicht so schlimm gewesen: „Niemals in irgendwelche Gefahr“ geraten sei Michelle Obama, als sich ihre Boeing 737 am Dienstagabend der Hauptstadt Washington näherte, ehe plötzlich die Fluglotsen des Militärflughafens der Andrews Air Force Base Alarm schlugen, weil ein riesiges Transportflugzeug die Landebahn zu blockieren drohte. Die First Lady musste eine Extra-Runde drehen, dann gelangte sie sicher heim. Dennoch schürt der Vorfall das Misstrauen amerikanischer Passagiere: Die Panne reiht sich ein in eine ganze Serie von Versäumnissen, bei denen zivile Fluglotsen schliefen, weghörten oder lieber fernsahen – und versagten. Immerhin stufte Amerikas Luftverkehrs-Kontrollbehörde, die Federal Aviation Administration (FAA), ihr jüngstes Missgeschick als Fehler der Stufe „A“ ein – das ist die schwerste Kategorie. Die Präsidialmaschine hatte neben Michelle Obama auch Jill Biden an Bord, die Frau des Vizepräsidenten. Ein Fluglotse der regionalen Flugaufsicht hatte die Piloten gewähren lassen. Als dessen uniformierte Kollegen auf Andrews Air Force Base jedoch kurz vor der geplanten Landung die Kontrolle übernahmen, entdeckten sie gleich zwei Verstöße. Statt der vorgeschriebenen fünf Meilen Abstand zum Großtransporter vom Typ C-17 hatte der zivile Kollegen nur auf vier Meilen Distanz bestanden – und sich obendrein verrechnet: Tatsächlich flog der Obama-Jet mit nur 3,08 Meilen Abstand. Das setzte Amerikas First und Second Lady doppelter Gefahr aus. Erstens können die mächtigen Luftwirbel, die das voranfliegende Großflugzeug verursacht, bei zu geringem Abstand nachfolgende Jets destabilisieren. Und zweitens ist die 200 Tonnen schwere C-17 am Boden zu träge, um schnell die Landebahn zu räumen. Die Militärlotsen ließen Obama und Biden eine mehrminütige Schleife ziehen. Weniger prominente US-Passagiere dürfte dieses Happy End kaum beruhigen. Sie sind von „Lift off“ bis „Touch Down“ allein der zivilen FAA-Kontrolle ausgeliefert, und die macht erschreckend häufig Schlagzeilen. Allein im Jahr 2010 notierten die Luftraum-Kontrolleure 1869 Fehler ihrer etwa 15 000 Lotsen, satte 51 Prozent mehr als im Vorjahr. 2011 scheint es nicht besser zu klappen. Ende März wurde bekannt, dass zwei mitternächtliche Flüge mit 165 Menschen an Bord auf dem Reagan-Flughafen vor den Toren Washingtons ohne Lotsenhilfe hatten landen müssen – der einzige Kontrolleur im Tower war eingeschlafen. Ähnliches passierte in Seattle, in Reno/Nevada und in Tennessee. Beim Anflug auf den Regionalflughafen in Oberlin /Ohio hörten mehrere Piloten statt ihres Lotsen nur den Ton eines Actionfilms – der Kontrolleur schaute eine DVD. Die FAA hat reagiert. Die Behörde zwang 28 Flughäfen zum Einsatz von mindestens zwei Lotsen, verordnete im Schichtplan eine Stunde mehr Schlaf – und schickte ihren obersten Luftkontrolleur in Frührente. Christian Wernicke Bankiersgattin wollte Thomas Wolf erschießen Wiesbaden – Die vom Schwerverbrecher Thomas Wolf vor zwei Jahren als Geisel genommene Wiesbadener Bankiersgattin wollte ihren Entführer erschießen. „Ich hielt ihm die Pistole an den Bauch und drückte ab“, sagte die 45-Jährige vor dem Landgericht in Wiesbaden. Demnach war die Frau im Eingangsbereich ihrer Wohnung bei einer Rangelei mit dem Entführer an dessen Waffe gekommen. Es habe sich aber um eine ungeladene Schreckschusspistole gehandelt. Sie habe damals unter Todesangst gelitten, sagte die Frau. Sie war am 27. März 2009 etwa zehn Stunden lang in Wolfs Gewalt, der auf diese Weise gut 1,8 Millionen Euro von ihrem Mann erpresste. In dem Prozess tritt sie als Nebenklägerin auf. Wolf steht wegen der Entführung und zweifachen Bankraubs vor dem Landgericht. Er wurde zwei Monate nach der Tat in Hamburg festgenommen und führte die Polizei später zu dem vergrabenen Lösegeld. dpa/dapd Schrecksekunde für Michelle Obama: Ein Jet des Weißen Hauses mit der US-Präsidentengattin (hier auf einem ArchivFoto) musste den Landeanflug auf einen Militärflughafen bei Washington abbrechen. Foto: AP Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 FEUILLETON Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 11 Das Desaster am Rio de la Plata Wie Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa Wahlkampf macht Als Schriftsteller erlebt Mario Vargas Llosa wunderbare Zeiten, mit dem Nobelpreis des Jahres 2010 hat der Peruaner mit spanischem Pass den Olymp erreicht. In seiner Wahlheimat Madrid wurde der Autor von König Juan Carlos im Februar sogar in den Adelsstand erhoben. In Mexiko bekam er den aztekischen Adler verliehen. Beim Politiker Vargas Llosa hingegen wird es öfter mal schwierig. Mit Gabriel García Márquez zerstritt er sich einst unter anderem deshalb, weil der Kolumbianer den kubanischen Altrevolutionär Fidel Castro mag und Vargas Llosa ihn für einen Diktator hält. „Eine Art Bürgerkrieg“ seien seine Meinungsverschiedenheiten zum Fall Kuba gewesen, sagte Vargas Llosa gerade der argentinischen Zeitung La Nación. Jetzt schaltet sich der Literat, der sich als demokratischen Liberalen bezeichnet und den seine Gegner als Rechten sehen, in die Wahlkämpfe von Peru und Argentinien ein. In seiner peruanischen Heimat wollte er 1990 selbst Präsident werden, das wurde sein Trauma. Er verlor gegen den Populisten Alberto Fujimori, der sich danach zum korrupten Despoten verwandelte und inzwischen in einem Gefängnis von Lima sitzt. Als nun ausgerechnet Fujimoris Tochter Keiko und der Linksnationalist Ollanta Humala in die Stichwahl im Juni einzogen, weil sich das bürgerliche Lager nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte, bezeichnete Vargas Llosa dieses Finale als „Wahl zwischen Aids und Krebs im Endstadium“. Bei solchen Themen wird der Stilist schnell rustikal, wie auch in seinen Essays über Venezuelas Hugo Chávez, Boliviens Evo Morales und andere Staatschefs der Linksbewegung, die er für populistische Scharlatane hält. Inzwischen hat er angekündigt, notgedrungen den früheren Offizier Humala zu wählen, weil mit Keiko Fujimori „die Gefängnisse aufgemacht und wieder die Mörder und Diebe regieren würden.“ Sein Stuhl bleibt frei Der entführte chinesische Künstler Ai Weiwei wird Professor in Berlin Es werden gerade viele Stühle herumgetragen in Sorge um Ai Weiwei, dem prominentesten Künstler und Kritiker Chinas, der am 3. April von der Polizei verhaftet wurde und zu dessen Verbleib es keine Neuigkeiten gibt. In Anlehnung an sein Projekt „Fairytale“, für das er 1001 Landsleute und genauso viele Stühle zur Documenta nach Kassel fliegen ließ, versammelten sich am Sonntag Hunderte weltweit vor chinesischen Botschaften. Zwar keinen ordentlichen Lehrstuhl, aber immerhin eine Gastprofessur stellt nun die Berliner Universität der Künste Ai Weiwei zur Verfügung. Finanziert wird sie von der Einstein Stiftung, unterstützt hat die Berufung Ais Künstlerkollege Olafur Eliasson. „Die UdK Berlin beruft Ai Weiwei nicht als Dissidenten, wohl aber als einen Künstler mit starker politischer Aussage und hervorragendem internationalen Renommee“, erklärt der Präsident der UdK, Martin Rennert. Seit Dezember 2010 wurde hochschulintern über die Berufung diskutiert, die Verhaftung habe das Verfahren beschleunigt. Rennert: „Wir werden die Position so lange offen halten, bis es Ai Weiwei möglich ist, mit uns in Kontakt zu treten und über Details zu sprechen.“ Mahnungen hört man in deutschen Medien allerorten. Zuletzt klagte der Geschäftsführer des deutschen PEN-Zentrums gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Wir müssen Forderungen stellen und fragen, wo Ai Weiwei ist und was man ihm genau vorwirft.“ Herta Müller, Elfriede Jelinek und Václav Havel unterzeichneten einen Protestbrief des Schriftstellers Bei Ling und gleich nach den Osterferien (26. April) lädt Klaus Staeck unter anderen Bernd Neumann zum Gespräch in die Akademie der Künste. Derweil laufen die Vorbereitungen zur AiWeiwei-Galerieschau bei Neugerriemschneider. Zum Berliner Gallery-Weekend am 29. April soll eröffnet werden. Auch die Planungen für die Ausstellungen im Fotomuseum Winterthur (ab 28. Mai), im Kunsthaus Bregenz (ab 16. Juli) und im Kunstmuseum Luzern (ab 21. Mai) waren schon vor der Verhaftung so gut wie abgeschlossen. Inzwischen funktioniert auch die Petition wieder, die das Guggenheim Museum auf der Online-Plattform Change.org initiiert hat. Change.org macht chinesische Hackerangriffe für die Probleme verantwortlich. „Wir kennen den Grund nicht, wissen aber, dass wir Opfer ausgeklügelter Angriffe aus China wurden“, sagt der Gründer Ben Rattray. Bis zum Zusammenbruch haben sich 90 000 Personen aus 175 Ländern eingetragen. BARBARA GÄRTNER Max Liebermann (1847 bis 1935) experimentierte schon 1878 mit Lichteinfall und Farbflächen („Die Mäher – Heuernte in Tirol“). Abb.: Kat. / Vera Eisenberger KG Draußen sein, aber nicht ausgesetzt Es darf auch einmal ein Schwein sein: Eine große Retrospektive zu Max Liebermann in der Bundeskunsthalle Bonn Ein guter Bauer hat das Auge eines Malers. Er sieht das Grün und Gelb seiner Wiesen und Felder, erfasst die Struktur der Halme und weiß, wie es um die Ernte steht. Er muss große Flächen schnell visuell verarbeiten können, muss das Wesentliche der Formen sofort erkennen. Bevor die Kunst abstrakt wurde, war es die Landwirtschaft. 1878, Jahrzehnte vor dem Triumph der nicht gegenständlichen Malerei, beobachtet der knapp über 30-jährige Max Liebermann eine Heuernte in Tirol. Die Mühsal der Bauern, ihre Gesichter und Geschichten, der Geruch des gemähten Grases interessieren ihn nicht. Sein Blick selektiert aus der Vielzahl der Einzelheiten die Struktur: das Gleichmaß des Mähens der Arbeiter. Das Gegenlicht, das ihre Hemden als weiße Flecken im großen Grün schimmern lässt. Die breiten Streifen, welche die Männer in die Landschaft schlagen. Der hoch liegende Horizont, der den Himmel so schmal und die Szene so ausschnitthaft erscheinen lässt. Das ist, natürlich, sehr modern gedacht. Das Gefüge an Farben und Formen zählt, nicht die Anekdote, die Historienmaler der Zeit so lieben. Der Berliner Max Liebermann, Sohn eines Industriellen, kannte zu dem Zeitpunkt schon die Pariser Malschule, bewunderte die Malerei Gustave Courbets, wusste vom Aufbruch der frühen Impressionisten in den Salons. Sein Onkel besaß ein Hauptwerk von Adolph Menzel, er war also auch mit der nüchternen Tradition des deutschen Realismus vertraut. Die pompöse akademische Malerei, die er selbst studiert hatte, schien ihm zu diesem Zeitpunkt schon eine modrige Veranstaltung. Das freilich wurde in Deutschland noch anders gesehen. Die Franzosen waren gerade erst Kriegsgegner gewesen; die Künstler des Landes sollten nicht fraternisieren, sondern dem jungen Kaiserreich dienen. Es ist Liebermanns Verdienst, den Deutschen in jahrzehntelanger Beharrlichkeit die Ideen der jungen internationalen Moderne vermittelt zu haben. Dennoch ist es zu einfach, sein gesamtes Leben und Œuvre mit „Wegbereiter der Moderne“ zu untertiteln, wie es jetzt die erstaunlich umfassende, sehenswerte Retrospektive in der Bundeskunsthalle Bonn tut. Dies klingt verdächtigt nach dem „Erfinder der Moderne“, als der gerade Liebermanns Vorbild Édouard Manet in einer großen Schau im Pariser Musée d’Orsay firmiert (SZ vom 12. April). Auf eine allgemeinere Formel lässt sich ein Lebenswerk kaum bringen. Die gut gewählten rund 100 Gemälde, gemalt in sechs Jahrzehnten, erzählen eine individuellere Geschichte. Sie beginnt bei den Feldarbeitern der 1870er Jahre, etwa der einsamen Kartoffelsammlerin, deren Buckel wie ein Berg aus der Erdlandschaft ragt. Diesen Naturmenschen, deren Glieder mit der Umgebung verschmelzen, bleibt Liebermann treu. Später setzt er einen Käseverkäufer mit seinem großen Korb in die Dünen, sanft gebettet in mit groben Pinselhieben hingeworfenes Gestrüpp. Der Mann steht nicht mehr in der offenen Ebene und noch nicht vor der Weite des Meers. Er ist geborgen im wuchernden Zwischenreich der Düne, so wie nach der Jahrhundertwende Lieberte und Zigarette statt in extravagantem Pomp. Das Malerfürsten-Gehabe vieler Kollegen war ihm zuwider. In der Malerei entsprach dem seine Kunst der Auslassung. Die Bildelemente reduziert er auf das Nötigste, bei seinen vielen Porträts interessieren ihn vor allem Gesichter und Hände. Die Modelle werden auf einfachen Stühlen vor neutralen Hintergründen platziert: Sie sollen für sich selbst stehen, ohne schmückende Attribute oder den Halt schwerer Möbel. Es muss nicht immer der Mensch sein bei Liebermann. Ein Schwein, auf dessen rosa Fell die Sonne reflektiert, tut es auch, oder das großflächige SchattenWie der Hofmaler, so nimmt auch der Bürger Liebermann die scheinbar unwichtigsten Personen am wichtigsten. Während er bei den Erwachsenen zu Milieustudien neigt, wird er bei Kindern zum Psychologen. Einem Kind, das kaum krabbeln kann, gibt er die Züge eines alten Mannes. Und sein Frontalporträt der „Eva“ zeigt ein kleines Mädchen in fröhlichen Farben, aber mit tieftraurigem, in sich gekehrtem Blick aus wasserblauen Augen. Ein Kinderbild schließlich wurde zum Skandal. 1879 malte Liebermann in München für eine Ausstellung im königlichen Glaspalast den zwölfjährigen Jesus im Tempel. Gerade waren die ersten Forschungen über Jesus als historische Person erschienen und der Künstler kleidete seine Rabbiner, wie er es aus der Synagoge kannte. Das Kind bekam dunkle Haare. Jesus als Jude, gemalt von einem Juden! Das bayerische Abgeordnetenhaus debattierte zwei Tage über das Gemälde. Die Aufregung verstörte den Künstler: Da hatte er sich einmal zu einem klassischen Historienbild durchgerungen und wurde wieder beschimpft. Er blondierte Jesus, gab ihm Sandalen und zog sich vor dem Volkszorn nach Dachau zurück. Nicht als Außenseiter verstand sich der Künstler, sondern als Gestalter. So wie er immer wieder idealisierte Gemeinschaften malte – Feldarbeiter, Näherinnen, ostfriesische Bauern bei Tisch –, so wollte er selbst respektabler, schaffender Teil der Nation sein. Das gelang Ende des Jahrhunderts mit einem Sujetwechsel. Seine frühen Kleine-Leute-Bilder zielten noch auf das Lob der internationalen Kollegenschaft, jetzt aber warb er um die Wohnzimmer der Großbürger, malte Strandszenen, Zoobesuche, Polospiele und Industriellengattinnen. 1916, mitten im Krieg, zeigt er ein Ausflugslokal am Wasser. Nur ein Tischgast in der Sonnenhut-Idylle ist uniformiert. Bis zur Nazizeit schuf der Maler so, Dada und Expressionismus zum Trotz, das ideale Selbstbild der liberalen Gesellschaft: mit sich und der unmittelbaren Umgebung im Reinen, den Blick freundlich in die Ferne schweifend. 1933 verschwanden Max Liebermanns Bilder aus den Museen, zwei Jahre später starb er. Seine Visionen rückten damit lange in weite Ferne. KIA VAHLAND „Max Liebermann. Wegbereiter der Moderne“, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn, bis 11. September. Katalog (DuMont): 29,95. Info: www.bundeskunsthalle.de „Argentinien erlebt die schlimmste Form von Peronismus, Populismus und Anarchismus“ Derzeit befindet sich der politische Poet in Buenos Aires und nährt dort ein Politikum. Vor einigen Wochen hatten argentinische Kollegen dagegen protestiert, dass Vargas Llosa in dieser Woche die Buchmesse der Metropole eröffnen darf. Zuvor hatte der Ehrengast im italienischen Corriere della Sera erläutert, Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner sei „ein totales Desaster. Argentinien erlebt die schlimmste Form von Peronismus, Populismus und Anarchismus. Ich fürchte, das Land ist nicht mehr zu retten.“ Mit dem Italiener Silvio Berlusconi ging Vargas Llosa deutlich sanfter um. Seine Gegner am Rio de la Plata forderten, man solle seine Rede bei der Buchmesse absagen oder ihn nicht über Politik sprechen lassen. Zu den Wortführern gehörte Horacio González, der regierungsnahe Direktor der Nationalbibliothek. Vargas Llosa witterte Zensur, ehe Frau Kirchner die Demonstranten zur Ordnung rief und seine Einladung bestätigte. Kaum in Buenos Aires angekommen, hatte er dann nichts anderes zu tun, als an einer Debatte über „Die Herausforderung des Populismus für die Freiheit in Lateinamerika“ teilzunehmen und sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl argentinische Oppositionspolitiker um sich zu scharen. Argentiniens Regierungspolitik sei weder gut für Argentinien noch für irgendein anderes Land, versicherte Vargas Llosa der Zeitung La Nación. Dem Blatt Clarín erklärte er: „Einer der größten Siege der dogmatischen Linken ist es, dass sich das schöne Wort liberal, verbunden mit Freiheit, in ein Schimpfwort verwandelt hat“. An diesem Donnerstag wird er in einem vollen Saal der Buchmesse referieren. Vermutlich auch über Politik. PETER BURGHARDT Max Liebermanns „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“ erregte 1879 in Bayern einen Skandal, weil der Maler in Synagogen recherchiert hatte. 1911 kaufte die Hamburger Kunsthalle das Gemälde. Abb.: Katalog / Hamburger Kunsthalle manns Biergartenbesucher im Freien sitzen und doch von Laubwerk beschützt sind. Draußen sein, aber nicht ausgesetzt: Dieser Wunsch treibt den alten Künstler schließlich in seinen Garten am Wannsee, den er in unendlichen Variationen der Rosenranken und Gemüsebeete immer neu zu feiern versteht. Es ist ein zutiefst bürgerlicher Wunsch nach Heimat, Halt, Verbindlichkeit bei gleichzeitiger Weltnähe, der aus diesen Bildern spricht und sie noch heute zu Sehnsuchtsobjekten macht. Der Künstler residierte nicht nur am Wannsee, sondern auch in seinem Stadthaus nahe des Brandenburger Tors. Bei aller Gediegenheit gab er stets den pragmatischen, politisch interessierten Großbürger, malte sich in schwarzem Anzug mit Uhrenketspiel einer blühenden Kastanie. Wichtig ist ihm der Fokus; er versteht das Bild nicht als allwissende Totale, sondern als gut beobachteten Ausschnitt der Welt. Das mag im ausgehenden 19. Jahrhundert unerhört modern gewirkt haben und brachte ihm von der deutschen Kunstkritik den Ruf eines „Apostels der Hässlichkeit“ ein. Tatsächlich aber hatte Liebermann, wie auch die Franzosen, von der Malerei des 17. Jahrhunderts gelernt. Seine schlichten Porträts sind stark von dem Spanier Diego Velázquez beeinflusst. Der hatte einst die Kunst der schwarzgekleideten Zurückhaltung entwickelt, weil sich die als dekadent geltende Monarchie seiner Zeit durch demonstrative Nüchternheit Respekt beim Volk verschaffen wollte. Differenzen Wiener Burgtheater sagt „Lulu“ ab Wegen Differenzen zwischen Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr und Regisseur Jan Bosse wird die Inszenierung von Wedekinds „Lulu“ am Wiener Burgtheater abgesagt. Premiere sollte am 14. Mai sein. In einer Pressemitteilung heißt es, Regisseur und Hauptdarstellerin seien zur Überzeugung gekommen, „dass ihre künstlerische Auffassung von Stück und Rolle und ihre Arbeitsweise divergieren“. Minichmayr habe dem Burgtheater ihr Wort gegeben, dass sie innerhalb der nächsten beiden Spielzeiten die „Lulu“ am Haus erarbeiten will. Ob die Burg diese Option einlösen werde, könne aber erst später entschieden werden. Es ist bekannt, dass Birgit Minichmayr zu Martin Kušej ans Münchner Residenztheater wechseln wird. Nicht bekannt ist, ob dies zu der Auseinandersetzung beitrug. Die österreichische Gratiszeitung Heute nennt das Zerwürfnis bei „Lulu“ den „vorläufigen Höhepunkt“ eines „rauen Arbeitsklimas“ zwischen Burgdirektor Matthias Hartmann und seinen Schauspielern. C.D. www.aufbau-verlag.de SPIEGEL-BESTSELLER JETZT PLATZ 7 der spiegel Hans Fallada schon gelesen? Sein bedeutendes Buch über den Widerstand der kleinen Leute, »nicht weniger als ein Roman über das Gewissen« (F.A.Z.), erobert die internationalen Bestsellerlisten. Jetzt erstmals in ungekürzter Originalfassung. Mit 12 Abb. 7 0 4 S. G eb. [D] 19 ,95. IS BN »Dieses Buch kommt wie aus dem Nichts und trifft.« 978 - 3 -3 51- 033 49 -1 Seite 12 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 FILM Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Stadt ohne Grenzen Bereit zum Protest – das dreißigste Filmfestival Istanbul Das dreißigste Jahr war begleitet von Protesten in eigener Sache – gegen den geplanten Umbau des Cercle d’Orient in eine Shoppingmall: 1870 im Herzen Istanbuls errichtet, beherbergte es mehr als 80 Jahre lang das legendäre Emek-Kino – eine der zentralen Spielstätten des Istanbuler Festivals, das 1981 entstand, nachdem die Putschisten die „Sinematek“ geschlossen hatten. Damals lag die türkische Filmproduktion am Boden – wegen der drastischen Zensur, auch wegen der Einführung des Fernsehens. In der aktuellen Ausgabe mit 230 türkischen und internationalen Titeln spielt die Zensur keine spürbare Rolle mehr. Jüngstes Beispiel waren die ersten Ergebnisse der armenisch-türkischen Filmplattform, in denen durchaus schon mal das böse Wort „Völkermord“ fiel. Heute benennen Dokumentar- wie Spielfilme klar die Menschenrechtsverletzungen im Kurdenkrieg und während der Militärjunta, die katastrophalen Folgen der griechisch-türkischen Vertreibungen – überhaupt den staatlichen Umgang mit Minoritäten, Abweichlern, Andersdenkenden. Sedat Yilmaz’ „Press“ etwa thematisierte am Beispiel der in Diyarbakir herausgegebenen Zeitung Özgür Gündem die Bedrohung, Verhaftung und Ermordung von Journalisten, die in den 1990ern über den brutalen Umgang mit kurdischen „Terroristen“ berichteten. Die jüngsten spektakulären Verhaftungen von Ahmet Schik, Nedim Schener und vielen weiteren Journalisten erklären die Vergabe des Fipresci-Preises sowie des Spezialpreises der Jury an „Press“. Freilich, fast jeder hat momentan ein Projekt zu den bleiernen achtziger Jahren in der Tasche, und die häufig stereotype – auch voyeuristische – Darstellung des sadistischen Folterers in „Press“ trägt wenig zur Aufklärung einer blutigen Epoche bei, in der auch linke Fraktionen nicht zimperlich mit Menschenleben umsprangen. Bei der Rekordzahl von mehr als 70 türkischen Filmen gab es auch wüst Schillerndes – wie „Unseen“ von Altmeister Ali Özgentürk, über Béla Bartók, der in den dreißiger Jahren im anatolischen Hinterland unter den Augen von NaziKollaborateuren musikethnografische Studien unternimmt. Leider gibt es ein paar Erzählebenen zu viel. Insgesamt sind die Aussichten für deutsch-türkische Produktionen gerade prächtig; erstmals wurde auf dem Produzententreffen „Meetings on the Bridge“ der mit 100 000 Euro dotierte Förderfonds für sieben deutsch-türkische Projekte vergeben. Tolle Locations und der wirtschaftliche Aufbruch machen die Türkei attraktiv für europäische Produzenten, und auch dieses Jahr überzeugten einige der Preisträger durch einen neuen reifen Look – der ausbaufähig ist, zukunftsträchtig und vielleicht auch ein bisschen bequem. Belma Bas’ „Zephyr“ wirkt geradezu wie ein Gegenstück zum Berlinale-Vorjahrssieger „Bal“: Semih Kaplanoglu zeigte eine innige VaterSohn-Beziehung, Bas eine Mutter-Tochter-Symbiose – wie bei Kaplanoglu eingebettet in die üppige, dicht bewaldete und für vieldeutige Bildparabeln wunderbare Naturkulisse der Schwarzmeerregion. Mitten in Ankara hingegen – eine erst jüngst neu erschlossene Location – spielt „Our Grand Despair“, der bereits auf der Berlinale lief: Zwei einander in platonischer Zuneigung verbundene WG-Genossen – im Regal stehen Kafka und Steinbeck – verlieben sich in eine junge Frau. Seyfi Teomans romantische Komödie, eine Art türkische Version von Tykwers „Drei“, lebt vor allem von der Aussparung: es fehlen gängige Eifersuchtsszenen, die obligatorische Ohrfeige und die übliche melodramatische Musik. Kompromisslos minimalistisch arbeitet Tayfun Pirselimoglu in „Hair“: Ein Perückenmacher verliebt sich in eine Kundin, die ihre Haarpracht verkauft, folgt ihr heimlich bis zur Wohnung, die sie mit einem tyrannischen Ehemann teilt. Ein Kettenraucher, den tödlichen Krebs im Leib, träumt von Brasilien und bleibt im Schatten; das Haar ist ihm Fetisch und uns Symbol einer totalen Kommunikationsunfähigkeit. Ein trostloser Zombiefilm, die Stadt als zukunfts- und seelenlose Vorhölle. „Hair“ könnte es nach Europa schaffen, erhielt folgerichtig den Hauptpreis der nationalen Jury, Blut und Wein Ein kostbares Thriller-Vexierspiel aus Korea – „Das Hausmädchen“ von Im Sang Soo Die Rotweinflasche ist sein Markenzeichen, phallus- und dekadenzsymbolisch. Wenn Hoon (Lee Jung Jae), ein steinreicher Geschäftsmann, nach Hause kommt, tut er das mit weltmännisch überlegener Geste. Er entkorkt eine Rotweinflasche und genießt das erste Glas in der Manier des Connaisseurs. Er führt seine Kennerschaft vor und sieht dabei auch ein wenig lächerlich aus. Sein Zuhause ist eine vor den Toren Seouls gelegene Villa, die ihren Luxus im XXL-Format ausstellt. Kalte, überdimensionierte Eleganz. Der Kamin nimmt die ganze Breite des Salons ein, der Kronleuchter in der Eingangshalle könnte einem Schloss Ludwigs XIV. entstammen, an der Wand hängt ein Matisse-Gemälde aus der „Jazz“-Serie, und Hoon setzt sich mit dem Glas an den prunkvollen Flügel, um eine Beethoven-Sonate anzuspielen. Ihm zu Diensten: die Frauen. Eine püppchenhaft schöne, schwangere Ehefrau, die in Modejournalen blättert und unter der Fuchtel ihrer intriganten Mutter steht. Eine verbitterte alte Hausdame, die ihre Ressentiments nicht unter Verschluss halten kann. Eine süße vierjährige Tochter. Und seit neuestem ein attraktives, folgsames Hausmädchen: Eunyi (Jeon Do Youn). Der Hausherr, Zentralsonne des Geldes und der Macht, umschwirrt von unterwürfigen Frauen. Kein traditioneller, sondern ein neureicher Patriarchalismus. Es kann nicht lange dauern, bis Hoon in der Kammer des neuen Hausmädchens auftaucht: tief in der Nacht, halbnackt, eine Rotweinflasche in der Hand. Er legt den Finger auf den Mund, bietet ein Glas Wein und seinen Körper an. Das Kaminfeuer wird die Villa in Flammen setzen, der Kronleuchter wird als dramatischer Cliffhanger dienen, und das Rot des Weines wird sich in tiefstes Blutrot verwandeln. Nicht nur im aufreizenden Hinblick auf die beiden atemberaubend schönen Aktricen, auch in seiner visuellen und narrativen Komposition zeigt sich „Das Hausmädchen“ als toller Mix aus Coolness und Thrill, Eros und Gewalt. Dem südkoreanischen Regisseur Im Sang Soo gelingt eine Atmosphäre, bei der in jedem Augenblick, noch in der kleinsten Geste, die Latenz sadomasochistischer Impulse unter einer Maske gefrorener Schönheit spürbar wird. Ähnlich flirrend und flackernd wie in Hitchcocks Kammerspielen oder in Buñuels mexikanischen Gesellschaftsdramen. Die Haut, die sich gerade noch mit Eros-Spannung aufgeladen hat, wird im nächsten Augenblick von einer Glasscherbe geritzt. „Das Hausmädchen“ ist ein Remake des gleichnamigen Klassikers von Kim Ki Young aus dem Jahr 1960. Aber „Remake“ ist hier das falsche Wort, denn Im Sang Soo hat von dem Middleclass-Drama, das mit dem Ehemann im Zentrum den Zusammenhalt der Familie verteidigt, nur die gröbsten Plotlinien beibehalten und das Hausmädchen als Zentralfigur installiert. Tonfall und Erzählduktus entfalten eine ganz eigenwillige, raffi- Einzigartig cinephil Das Festival „Crossing Europe“ in Linz – mit Sowjet-Western Neben den Riesentankern Berlin, Cannes und Venedig, neben schweren Dampfern wie den diversen Stadtfestivals wirkt „Crossing Europe“ in Linz wie ein kleiner, wendiger Kreuzer. Das Festival, das sich mit allen Facetten des europäischen Kinos beschäftigt, hat sich in den letzten sieben Jahren kontinuierlich zu einem besonderen, genuin cinephilen Kinofest entwickelt. Jeder Film hat in dem überschaubaren, aber komplexen und sorgfältig kuratierten Programm seinen Stellenwert. Eine ideale Voraussetzung, um Filme zu entdecken, Tendenzen im europäischen Kino festzumachen. Im Grunde nämlich ist das Euro-Kino eine Terra incognita. Beinahe exotisch wirkt etwa ein Genrefilm aus Norwegen, „Trolljegeren“ von André Øvredal, der dokumentarisch und mit sanfter Ironie von einem Indiana Jones der Trolljäger erzählt. Immer unbekannter wird uns sogar das französische Starkino: Isabelle Huppert brilliert in „Copacabana“ von Marc Fitoussi, einem Feelgoodmovie am Rande zur Katastrophe, das nicht in Rio spielt, sondern in einem tristen, fremden Ostende. Ein rares Ereignis auf der großen Leinwand war der bildgewaltige griechische Nonnenfilm „Mavro Livadi“ von Vardis Marinakis, der eine Flucht aus der Zivilisation von Frauen- und Männerbünden in das raue Paradies der Natur beschreibt. Von den deutschen Beiträgen fiel „Glückliche Fügung“ auf. Mit diesem seltsamen Liebesthriller über den Horror des unerwarteten Glücks erweist sich Isabelle Stever einmal mehr als große Hoffnung des deutschen Kinos. Die Hommage des Festivals war zu Recht der Holländerin Nanouk Leopold gewidmet. In Filmen wie „Guernsey“ (2005), „Wolfsbergen“ (2007) und „The Brownian Moment“ (2010, mit Sandra Hüller) erfindet sie mit einem subtilen, außergewöhnlichen Erzählstil den Frauenfilm und das Melodram neu. In Anbetracht von Tod und Verfall werden Leopolds Protagonistinnen in einen Wirbel aus Eros und Politik, Liebe und Familie gezogen. Manchmal lernen sie, das naheliegende Glück zu akzeptieren. In diesem Jahr fand in Linz zudem eine großartige Retro statt (in Zusammenhang mit dem Filmfestival Rotterdam): „Red Westerns“, Filme mit Westernelementen aus den ehemaligen Ostblockstaaten. Neben Klassikern von Kuleshov und Michail Romm stellten die großen Entdeckungen in diesem Trip durch den Reichtum des populären sowjetischen Kinos die Filme der Sixties dar, vor allem „Beloe Solntse Pustyni/White Sun of the Desert“ von Vladimir Motyl. Ein experimenteller, trashiger, beinahe surrealistischer Western, der in Zentralasien spielt, nach der russischen Oktoberrevolution. Ein äußerst cooler Offizier der roten Armee muss einen Harem in Sicherheit bringen. Unglaublicher Sowjet-Pop, angeblich der Lieblingsfilm russischer Kosmonauten. In Linz im großen Kino nachzuerleben. HANS SCHIFFERLE Gezeigt wird eine ungehorsame Zivilgesellschaft im Aufbruch die generell recht absehbar urteilte. Für einen der besten Filme des Festivals war man betriebsblind: Imre Azens „Ecumenopolis: City without Limits“, der erste Dokumentarfilm überhaupt im Wettbewerb. Während offiziell der atemberaubende wirtschaftliche Aufbruch gefeiert wird, zeigte die deutsch-türkische Koproduktion die Zerstörung im neoliberalen Exzess: den Gentrifizierungswahn, der ganze historische Stadtteile abreißen lässt und ganze Völkerschaften in künstlich hochgezogene Vororte umsiedelt; die Ausbeutung der Wasserreserven, die Istanbul dem Umland absaugt; die Planung der dritten Bosporusbrücke, die den Verkehr nicht mindern, sondern mehren wird. „Ecumenopolis“ arbeitet mit historischem Filmmaterial und Zukunftsprognosen, mit lustigen Animationen und flotten Beats, folgt einer umgesiedelten Roma-Familie, die die Miete im Neubau nicht zusammenbekommt. Istanbul, diesen Moloch, dieses Märchen erfasst Azen über Helikopter-Aufnahmen und Bilder aus dem unfertigen Bosporustunnel, über einsame Inseln und Ballungszentren. Sein Film zeigt eine ungehorsame Zivilgesellschaft im Aufbruch – und die Proteste um das Emek. Nach der Vorführung gab es eine weitere Demo, ein Menschenband, das den Film, das alte Kino, das Festival fest mit der Stadt verbindet. Auch in der Türkei geht was. AMIN FARZANEFAR Eingeseift – Jeon Do Youn (oben) und Seo Woo niert changierende Dynamik. So stürzt sich der Prolog mit der Handkamera ins großstädtische Getriebe, um – ganz nebenbei – den Selbstmord eines jungen Mädchens zu zeigen. Eun Yi, zufällig Zeugin des Geschehens, wird von Hoons Hausdame als Hausmädchen angeheuert, und mit ihrem Eintreffen in der Villa, fortan alleiniger Ort des Geschehens, ändert sich der Erzählstil. Mochte man zuerst ein quasidokumentarisches Sozialdrama erwarten, werden nun ThrillerAkkorde angeschlagen, und Im Sang Soo treibt es mit dem Wechsel der Tonlagen immer weiter: Mal sieht „Das Hausmächen“ wie eine Satire über die neuen Superreichen Südkoreas aus, mal wie ein Drama sozialer Abhängigkeit, dann wie eine feministische Fabel und schließlich wie ein Eros-Thriller. Ein herrlich virtuoses, nie vorhersehbares Vexierspiel. Die Ehefrau leidet nicht nur als Betrugsopfer, im Komplott gegen das geschwängerte Hausmädchen, das ihre Machtposition bedroht, verwandelt sie sich zum hexenhaften Racheengel. Der Hausherr offen- Foto: Alamode bart sich nicht nur als zynischer Tyrann, mit beinahe naiver Selbstverständlichkeit spielt er seine Macht aus. Auch die Heldin soll nicht nur als Opfer seiner Verführung erscheinen, sie lässt sich auf die Affäre ein, fühlt sich kostbar als begehrte Frau und zeigt sich in einigen Augenblicken sogar als Liebende. Im Finale wendet Im Sang Soo das Spiel ins Phantasmagorische. Hier ist er Buñuel besonders nahe, wenn er das Geflecht von Erotik, Blutbad und Sozialsatire mit surrealistischen Konturen versieht. Im Kern geht es ihm um eine Apotheose der Reinheit des Hausmädchens. Wo alle sich dem Geld sklavisch unterwerfen, bleibt sie die einzige freie Person. Das Blutrot der verhängnisvollen Leidenschaft versickert im Blütenweiß ihrer Unschuld. RAINER GANSERA HANYO, Südkorea 2010 – Regie: Im Sang-soo. Buch: Im Sang Soo, Kim Ki Young. Kamera: Lee Hyung Deok. Mit: Jeon Do Yeon, Lee Jung Jae, Seo Woo, Ahn Seo Hyun. Alamode, 107 Minuten. Sündhaft, verloren, verdammt Ein wahrhaft höllisches Showbusiness – Rowan Joffe hat Graham Greenes Roman „Brighton Rock“ verfilmt Brighton ist Endstation. Für die Menschen, für ihre Träume. Die Ausflügler, die aus London kommen zum Wochenende. Die Bewohner, die nach London fahren zur Arbeit unter der Woche. Britische Träume, das bedeutet nicht den ganz großen, krassen Glamour. Die Stadt hat die Atmosphäre eines Provinzrummelplatzes, überdreht, windig, abgeblättert, ein wenig asthmatisch. Auch als am Wochenende einer der berüchtigten Jugend-Motorrad-Vespa-Krawalle sich entwickelt, die Rocker gegen die Mods, bedeutet das keine wirkliche Belebung. Rowan Joffe hat Graham Greenes Roman „Brighton Rock“ in die Sechziger verlegt. Erschienen ist das Buch 1938, erstmals verfilmt wurde es 1947, von John Boulting, mit dem juvenilen Dickie Attenborough. Der neue Film legt so eine Spur, auf der man die Ursprünge der Jugendrevolte verfolgen kann. Das Babyface Pinkie, der kleine Gangster wird diesmal von Sam Riley gespielt, man kennt ihn als Ian Curtis in Anton Corbijns Joy Division-Film „Control“. Pinkie ist komplett überfordert, er will nach dem Tod des Bosses den kleinen Haufen zusammenhalten, markiert den starken ersten Mann, tritt lächerlich großspurig dem anderen Boss der Stadt gegenüber, der inzwischen alles unter Kontrolle hat. Pinkie verzettelt sich, um ein Serviermädel in einer Teestube am Aussagen zu hindern, macht er sich an sie ran, ein Gaukelspiel der Liebe, zwischen verächtlicher Vortäuscherei und Momenten irritierender Zärtlichkeit – das Ganze mündet in eine taktische Heirat. Der Roman ist ein großes Dokument des europäischen Vorkriegsexistentialismus, Greene hat den ganz authentisch erlebt, im Kino – er hat damals als Filmkritiker gearbeitet und viele phantastische Texte geschrieben, zu Fritz Lang, Capra, Duvivier, über Männer, die sich in einem schäbigen, fremden Viertel bewegen müssen, während ihr Herz an einem ganz anderen Ort ist, „die Erfahrung des Exils, die uns allen gemeinsam ist“. Es ist ein mythisch verklärtes, infantiles Gangstertum, unter den Stegen der Mole von Brighton, anachronistisch, man hantiert bedrohlich mit dem Fläschchen Salzsäure, aber bei den blutigen Kämpfen ist man, leider, von den grimmigen Rasiermessern auf gewöhnliche Taschenmesser umgestiegen. Eine treibende Kraft in diesem Geschehen ist Helen Mirren, als energische Teestubenchefin, Joffe hat sie nach Mae West modelliert, dem skandalösen selbst- und sexbewussten Star der Dreißiger – Graham Greene war ein großer Fan von ihr. Mirren ist ungemein sexy, ihr Job verlangt, dass sie mütterlich ist, puffmütterlich, das heißt, sie schreckt auch vor den Gangstern nicht zurück. Am Ende lässt sie, ganz selbstverständlich, vom alten Freund John Hurt ein Doppelzimmer im Hotel bestellen. Um Erfüllung und Vollendung kreist diese Geschichte, um Kasteiung und Völlerei. Das katholische Trauma aus dem Roman dringt auch im Film immer wieder durch, in Pinkies Besessenheit – er möchte böse sein, das absolut Böse, sündhaft, verloren, verdammt. Die Wollust des Zeichenhaften treibt die Religion, die Schnittnarbe auf der Wange als Markenzeichen. Die Hölle als ein Showbusiness, ein Rummel, und gerade dort gilt: the show must go on. FRITZ GÖTTLER BRIGHTON ROCK, GB 2011 – Regie, Buch: Rowan Joffe. Nach dem Roman von Graham Greene. Kamera: John Mathieson. Mit: Sam Riley, Helen Mirren, Andrea Riseborough, John Hurt, Nonso Anozie, Andy Serkis. Kinowelt, 111 Min. Sam Riley als Pinkie Foto: Kinowelt PIPER . BÜCHER, ÜBER DIE MAN SPRICHT. 264 Seiten. Gebunden. € 18.95 (D) ISBN 978-3-492-05457-7 176 Seiten. Gebunden. € 16.95 (D) ISBN 978-3-492-05459-1 288 Seiten. Gebunden. € 17.95 (D) ISBN 978-3-86612-280-2 380 Seiten. Gebunden. € 19.95 (D) ISBN 978-3-492-05015-9 Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 FEUILLETON HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 13 Technokraten, Chiliasten, Utopisten Die alten Fortschrittsmodelle spuken noch in uns herum, doch sie taugen nichts mehr / Von Dieter Thomä Mit dem Erfolg der Grünen, die sich vor Wählern kaum retten können, schlägt auch die Stunde ihrer Kritiker. Ein Vorwurf lautet: Die Grünen sind pingelig im Detail und folgenlos im Ganzen. Sie protestieren gern und sind doch Parasiten der Wohlstandsgesellschaft, die ihnen zuverlässig das Geld aufs Konto spült, das sie zum Bioladen tragen. Sie waschen ihre Hände in Unschuld, aber immer schön mit biologisch abbaubarer Seife. Sie wollen nicht wirklich etwas ändern, sondern nur ruhig schlafen. Kurz: Die Grünen tragen die Charaktermaske des Gutmenschen, während die Exportnation Deutschland mehr denn je davon profitiert und auch davon abhängt, dass sich das Luxury Fever (Robert Frank), also die Nachfrage nach hochpreisigen Statussymbolen, in immer mehr Ländern der Welt ausbreitet. Wie will man im Kretschmann-„Ländle“ und andernorts damit umgehen? „Ohne China müsste morgen die PhaetonProduktion eingestellt werden“, warnte kürzlich der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Derzeit sieht es nach einer Arbeitsteilung aus, wonach unser Land tagein, tagaus seinen Beitrag zur herannahenden ökologischen Katastrophe leistet und gleichzeitig Gewissenskosmetik betreibt. Mit den Grünen ist vielleicht ein Staat zu machen, aber doch nicht die Welt zu verändern. Oder? Zugegeben: Die Bemühungen der Mitglieder im Club der Mülltrennung und Daneben tritt ein Fortschritt, der mit dem Keil arbeitet. Mitte des 19. Jahrhunderts hat Alexis de Tocqueville eine unübertreffliche Beschreibung dafür geliefert: Demnach geht es darum, die „Geschichte sozusagen in zwei Teile zu spalten und durch eine tiefe Kluft das, was die Menschen bis dahin waren, von dem zu scheiden, was sie fortan sein wollten“. Schließlich gibt es noch den PinselFortschritt: Man malt sich eine Welt aus, in der alles glatt läuft; man meint, das Geheimnis dieser Harmonie enträtselt zu haben, und will eine Wunschwelt Wirklichkeit werden lassen. Ernst Bloch sprach in diesem Zusammenhang vom Entwurf eines „Glücksbaus“, sah sich aber wohlgemerkt nicht als dessen Architekt. Auch wenn die Fortschrittseuphorie längst gewichen ist, sind jene drei Modelle noch allgegenwärtig. Die Welt hat sich vielleicht verändert, nicht aber die Modelle der Weltveränderung – und das ist eigentlich kein gutes Zeichen. So gibt es weiterhin die Technokraten, die Schritt für Schritt einen Handlungsplan umsetzen und zu wissen vorgeben, wohin die Reise geht. Es gibt die Chiliasten, die eine Stunde Null einläuten und von einem Kraftakt schwärmen, mit dem alles schlagartig ganz anders werden soll. Und es gibt die Utopisten, deren Weltbild einem Traumbild gleicht. Auch bei den Grünen treiben sich Vertreter all dieser Szenarien herum. Ich bezweifle aber, dass dieses Sammelsurium wirklich für das steht, was Weltveränderung in Grün bedeutet. Mehr noch: Ich glaube, dass jene drei alten Konzepte nicht mehr in die Welt passen, in der wir leben. Sie haben etwas gemeinsam, was gar nicht in die Zukunft führt, sondern eher nach hinten losgeht. Gemeinsam ist ihnen nämlich eine gewisse Selbstgefälligkeit oder Großmannssucht. Man hat einen Plan, man fängt ganz neu an, man malt sich eine Welt aus – so oder so gefällt man sich darin, am Drücker zu sitzen, so oder so hat die zukünftige Welt etwas von einer Kopfgeburt. Nichts hat sich in den letzten Jahrzehnten so verändert wie die Zukunft. Sie ist nicht mehr ein leeres Gefäß, das man auffüllt, sie gleicht nicht mehr einem unberührten Tiefschneehang, in den man erste Spuren legt. Unser Verhältnis zur Zukunft ist geprägt vom Wissen um Chancen und Risiken, es ist – altmodisch ausgedrückt – geleitet von der Sorge um die Schöpfung. Das Rennen ist offen, der Ausgang ist knapp. Was heißt nun Weltveränderung in Grün? Sie orientiert sich am „Bewahren“, und sie findet ihr Motto in Montaignes alter Maxime, es gehe darum, „keinen Mangel zu haben an den Dingen, deren man bedarf, und auch keinen Mangel an der großen Kunst, sich seiner Lage in glücklicher Zufriedenheit zu erfreuen“. Angesetzt wird nicht bei einer Zukunft, die ganz anders werden soll, sondern bei Erfahrungen des Gelingens hier und jetzt. Und die Bedingung, die dieses Gelingen erfüllen muss, besteht darin, dass sie nicht auf Kosten künftigen Lebens erkauft ist. Nehmen wir an, die Weltgeschichte schriebe einen Blog: Dann wollte der grüne Weltveränderer darin am Ende eines jeden Tages und bis in alle Zukunft den Satz lesen: Fortsetzung folgt. Wenn Menschen zu dieser Fortsetzung beitragen, dann ist kein Einsatz zu klein – und auch keine Mülltrennung zu mickrig. Wer die Weltveränderung im Großen gegen die Weltveränderung im Kleinen ausspielt, hat schon verloren. Und wenn hier vom „Bewahren“ die Rede ist, dann heißt dies gerade nicht, dass man den Status quo verteidigt und das Bestehende abnickt. Dieses Bewahren ist schon deshalb nicht konservativ, weil es einen LebensWandel auf allen Ebenen erfordert. Der Autor ist Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen. Zuletzt veröffentlichte er das Buch „Väter. Eine moderne Heldengeschichte“. DEFGH Bibliothek Graphic Novels Band 6 Im Haus der Geschlechter „Fun Home“ von Alison Bechdel Geschlecht ist Schicksal. Oder scheint uns dies nur so? Mehr als tausend Einzelzeichnungen umfasst Alison Bechdels große autobiographische Bildgeschichte „Fun Home“, und wer den Band an einer beliebigen Stelle aufschlägt, wird die Figuren, die er sieht, sogleich als weiblich oder männlich identifizieren. Allerdings könnte er sich hierbei in einem Fall leicht irren: Ausgerechnet die Ich-Erzählerin lässt sich, bevor ein Busen ihr T-Shirt wölbt, nicht von einem Jungen unterscheiden. Meist ist ihr Haar kurz, fast nie trägt sie ein Kleidungstück, das als typisch weiblich gilt. Und wenn sie von ihren Eltern, weil dies ein Anlass verlangt, in ein Kleidchen gesteckt worden ist, sieht man ihrer Miene stets an, wie verzweifelt unwohl sie sich darin fühlt. Ist das Geschlecht Heimat? Zumindest kann unser Geschlecht mit etwas Glück eine Art Heimstätte, ein Ort der Geborgenheit sein. Und die Familie, von der man das ebenso behauptet, scheint dabei besonders von der Eindeutigkeit der Geschlechter zu profitieren. Die Eröffnungsszene von „Fun Home“ zeigt, wie der auf einem Teppich liegende Vater die kleine Tochter mit emporgestreckten Beinen als „Flugzeug“ in der Schwebe hält. Vier Bilder lang könnte dieses Spiel Intimität und wechselseitiges Vertrauen signalisieren, sprächen die erstarrten Gesichter nicht von fast misstrauischer Distanz. Der Vater der Ich-Erzählerin hat ein Geheimnis. Der Leser errät schnell, was da mühsam unter den Deckmäntelchen von Ehe, Familienleben und Beruf verborgen gehalten wird. Aber in einem eigentümlich spiraligen Erzählgang vollzieht „Fun Home“ die Enthüllung mehrfach aufs Neue, als ließe sich die Aufklärung nie befriedigend zu Ende bringen. Und kunstvoll verflochten ist in diese Erkenntnisarbeit, wie Alison als Kind, als ANZEIGE In der Karwoche sangen Mönche früher die Nacht hindurch, bis es hell wurde. Foto: Abbas / Magnum Photos DIE GRÜNE FRAGE SZ-Serie, Teil 4 Zum ersten Mal werden die Grünen ein großes Bundesland regieren. Die einstige Protestpartei ist im Kern des Bürgertums angekommen. Wie aber passen grüne Politik und grüne Lebensführung im heutigen Kapitalismus zusammen? Ist, wie nach der Baden-WürttembergWahl an dieser Stelle behauptet wurde, „die Stunde der Heuchler“ gekommen? Oder lässt sich der ökologische Umbau mit Wohlstand und Wachstum verbinden? Das SZ-Feuilleton debattiert über Nachhaltigkeit, Zukunft und grüne Werte – hier und im Internet unter www.sueddeutsche.de/gruen Schadstoffbegrenzung wirken ein bisschen kleinteilig. Die Lage schreit nach dem großen Wurf, nach der Weltveränderung im Hauruckverfahren. Nun ist dies natürlich leichter gesagt als getan – aber auch gesagt ist es nicht so leicht. Von Weltveränderung redet man nämlich nicht im luftleeren Raum, unweigerlich hat man dabei Leitbilder aus der Vergangenheit im Hinterkopf. Leitbilder können aber auch Altlasten sein. Für Weltveränderung hat die jüngere Geschichte ein vorherrschendes Deutungsmuster parat: die Idee des Fortschritts. Von dieser Idee ist die moderne Gesellschaft bis heute geprägt – teilweise auch: besessen. Man muss kurz zurückblicken auf die klassische Theorie des Fortschritts, um zu sehen, wie das bekannte Repertoire der Weltveränderung aussieht. Kurzerhand kann man sagen, dass die Theorie des Fortschritts in drei Varianten aufgetreten ist; unterscheiden lassen sich diese Varianten danach, welche Werkzeuge sie verwendet haben: Schraubenzieher, Keil oder Pinsel. Beim Schraubenzieher-Fortschritt heißt die Parole: Jeder Tag ist wie eine neue Umdrehung. Wir wissen wohin, wir haben einen Plan, wir arbeiten hart, wir bleiben dran. „Das Menschengeschlecht schreitet sicher und tüchtig auf dem Wege der Wahrheit, der Tugend und des Glücks vorwärts“, so schrieb der Marquis de Condorcet 1794, kurz bevor ihn seine revolutionären „Brüder“ in den Tod trieben. Das musikalische Reich des Dunklen Warum Komponisten die düsteren österlichen Gebeten der „Tenebrae“ faszinieren Die Dunkelheit begeistert Komponisten nicht erst seit der Romantik. Schon im 16.Jahrhundert, in der Hochzeit der Gegenreformation, entdecken Musiker die Dunkelheit als ein Faszinosum, das bis dahin ungeahnte expressive Möglichkeiten in ihr Schaffen brachte. In Gegenbewegung zu den ins Licht strebenden „Ketzer“-Religionen eines Luther oder Calvin geriet damals im Katholizismus die Karwoche ins Zentrum des Interesses. Zwar sind heute die Bach-Passionen die berühmteste Musik für diese Zeit der Klage und der Trauer. Weniger bekannt sind Stücke wie „Die sieben letzen Worte unseres Erlösers am Kreuz“ (Haydn, Schütz) oder gar Buxtehudes „Membran Jesu nostri“. Vollends aber ins Reich der Dunkelheit führen jene Stücke, die für die Tenebrae geschrieben wurden. Das sind jene nächtlichen Veranstaltungen an den drei zentralen Tagen der Karwoche, für die von den größten Meistern, von Victoria und Palestrina über Charpentier, Couperin und Zelenka bis hin zu Strawinsky, Krenek und Klaus Huber grandios selbstquälerische Musik komponiert wurde. Musik, die sich über die Zeiten hinweg erstaunlich einheitlich in ihrem weltabgewandt vergeistigten Tonfall gibt. Nach einer alten Tradition beginnt ein neuer Tag mit Einbruch der Dunkelheit. So begannen auch die Tenebrae schon am Vorabend von Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag. Hervorgegangen sind die Tenebrae aus der Zusammenziehung der beiden ersten Stundengebete eines Tages, Matutin und Laudes. Jede der Tenebrae besteht aus drei Nocturnae: auf drei Psalmen folgen drei Lesungen, auf die je ein Responsorium antwortet; den Abschluss bilden dann die Laudes. Im Verlauf der Nacht wurden nach und nach die Kerzen der vierzehnarmigen Leuchter und auf dem Altar gelöscht, so dass jede dieser Feiern in völliger Dunkelheit endete – daher der Name, daher der desolate Tonfall der Musik. Denn hier liefert sich die Liturgie bedingungslos dem Reich des Dunklen, des Bösen aus. Erst die Lichtfeier der Osternacht wird einen triumphalen Ausweg auftun. Die Tenebrae faszinieren Komponisten deshalb, weil sie eine extreme Grenzerfahrung thematisieren. Der drohende und dann erfolgte Tod Christi lässt eine Welt in völliger Agonie erkennen. Die Situation ist also zugespitzter als in einem Requiem, zumal ihr auch die Dramatik und Heilserwartung der Passionsgeschichte fehlt. Bezeichnenderweise stammt denn auch die faszinierendste Vertonung der „Tenebrae“ von Tomás Luis de Victoria (1546-1611), der vor allem für sein todestrunken düsteres Requiem berühmt ist. 1585 brachte er in Rom sein riesiges „Officium Hebdomadae Sanctae“ als Druck heraus – La Colombina hat bei Glossa eine Gesamteinspielung vorgelegt. Wie üblich hat auch Victoria nur die jeweils drei ersten Lesungen jedes Tages vertont. Die stammen aus den „Klageliedern des Jeremias“, diesem Abgesang auf den 586 vor Christus zerstörten Tem(1668-1733) greift in seinen französischen „Leçons de Ténèbres“ von 1714 auf diese Eigenheit zurück. Erstaunlich, wie dieser durch seine Clavecin-Stücke berühmte Komponist einen ganz eigenen Klageton findet, den schwerelos und endlos schweifende Linien auszeichnen – William Christie hat die klassische Aufnahme bei Erato eingespielt. Neben den Klageliedern wurden besonders die dreimal neun Responsorien der Tenebrae vertont, die auf die Lesungen der Nocturnae antworten. Das sind ungleich abstraktere Stücke als die Klagelieder, bei denen ein Kehrreim einen zentralen Vers umrankt. Victorias Responsorien wurden erstaunlicherweise sehr viel weniger populär als seine Klagelieder. Was damit zusammenhängen mag, dass die Responsorien in der nur ein paar Jahrzehnte später entstandenen Vertonung von Carlo Gesualdo (1561-1631) Kultstatus genießen. Gesualdo, der Adelige, der Mörder seiner Frau samt ihrem Liebhaber, und der mit Chromatik in seinen späten Madrigalbüchern Experimentierende, zieht sich in seinen 1611 gedruckten Responsorien auf zerknirschte Selbstreflexion und dicht dunkle Sechsstimmigkeit zurück (A Sei Voci, bei Apex). Kein Wunder, dass diese Stücke als Bußübungen eines Exzentrikers gedeutet wurden, ohne dass es jedoch Belege für diese Hypothese gäbe. Erst im 20. Jahrhundert gab es Reaktionen auf Gesualdo. Vor allem bei Strawinsky (1882-1971) und Klaus Huber (Jahrgang 1924). Der Ältere hat Gesualdo im „Monumentum“ ein Denkmal gesetzt und greift in „Threni“ direkt auf die Klagelieder zurück. Und Klaus Huber, ein gern auf soziale Missstände reagierender Komponist, hat den Gesualdo-Reponsorien komponierend einige der Klagelieder gegenüber gestellt (Les jeunes solistes, bei Plus Loin). Auch wenn hier die urchristliche Klage um Christi Tod endgültig ins Weltliche gewendet erscheint, so hat sich an dem seit Victoria gewohnten Tonfall so gar nichts geändert: Noch immer steht der Mensch im vollem Bewusstsein seiner Machtlosigkeit vor dem endlosen Leid dieser Welt. REINHARD BREMBECK YTO BARRADA Deutsche Bank presents Artist of the Year 2011 15.04. — 19.06.2011 Unter den Linden 13/ 15, Berlin 10 —20 Uhr, Montags Eintritt frei deutsche-guggenheim.de, db-artmag.de Die Klagelieder spiegeln oft persönliche Lebensumstände pel in Jerusalem, der hier Chiffre ist für den toten Christus. Eine Besonderheit des hebräischen Originaltextes ist, dass der Versbeginn der meisten Lieder der Reihenfolge des hebräischen Alphabets folgt. Die lateinische Vulgata-Fassung hat diese Besonderheit beibehalten. Das wirkt erst einmal skurril, für die Komponisten aber eröffnet dies die Möglichkeit, weitgesponnene Einleitungen über „Aleph“, „Beth“, „Gimmel“ oder „Daleth“ zu den Versen zu komponieren. Diese Praxis findet sich auch bei zwei Komponisten, bei denen die „Klagelieder“ persönliche Lebensumstände spiegeln. Bei Thomas Tallis (gestorben 1585), diesem katholischen Komponisten im protestantischen England, genauso wie bei Ernst Krenek (1900-1991), der von den Nazis ins Exil gedrängt, 1941 seine „Lamentatio“ zwölftönig melodisch als Überlebensmusik schrieb (Rias-Kammerchor unter Marcus Creed, Harmonia Mundi). Sogar François Couperin Jugendliche und als junge Frau zu verstehen versucht, wo ihr Platz auf dem Spielfeld des Geschlechtlichen sein könnte. Sind uns die beiden Geschlechter, die durch die äußere Gestalt und den inneren Aufbau der Körper vorgegeben scheinen, weiterhin ein Rätsel? Sträubt sich vielleicht in fast jedem modernen Menschen etwas dagegen, sich dieser rigiden Zweiteilung, restlos zu unterwerfen? Die Ich-Erzählerin macht sich all die Gedanken, die man sich seit der Handlungzeit des Buches, also seit den sechziger und siebziger Jahren, hierzu gemacht hat. Zugleich wird Rat bei der Weltliteratur gesucht, und diese Lektüre verblüffend bündig in Bild und Text eingearbeitet. Der eigentümliche Zauber von „Fun Home“ liegt jedoch darin, dass sich trotz dieser diskursiven Anstrengung die Dringlichkeit des Geheimnisvollen, die paradoxe Intimität seiner Allgemeingültigkeit und die Sehnsucht nach Erlösung von Seite zu Seite steigert. GEORG KLEIN www.piper.de 6 Richtige für neugierige Leser. Jetzt überall, wo es Bücher gibt. 288 Seiten. Gebunden. € 19.95 (D) ISBN 978-3-492-05446-1 228 Seiten. Gebunden. € 19.95 (D) ISBN 978-3-492-05261-0 Seite 14 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 LITERATUR Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Auch bei McDonald’s sprechen sie ihr Tischgebet Kein westliches Land ist so fromm wie die USA. Robert Putnam und David Campbell erklären die religiöse Produktvielfalt der Amerikaner 1995 veröffentlichte Robert D. Putnam, Politikwissenschaftler in Harvard, den Essay „Bowling Alone“, der in den USA weit über den akademischen Diskurs hinaus große Beachtung fand. Im Bowlingspieler, der an einer vollmaschinisierten Bahn nur noch mit sich selbst spielt, fand Putnam ein geniales Bild für den von ihm beklagten Verfall des von Amerikanern einst so reichlich akkumulierten Sozialkapitals. Habe man früher im Kegelclub mit- und gegeneinander gespielt und dabei auch über Politik reden oder Geschäfte anbahnen können, sei Bowling nun zu einem Zeitvertreib einsam um sich selbst kreisender Solipsisten geworden, die sich hier mit niemand mehr austauschen und keine Kontakte pflegen oder knüpfen können. Liberaler Individualismus habe gewachsene Gemeinschaften zerstört, und die einst blühende Landschaft der vielen freien Assoziationen drohe zunehmend zu versteppen: Fitnessstudio mit Glotze statt Sportclub mit Geselligkeit. Wie andere Kommunitaristen beschwor Robert Putnam als einzig noch verbliebene Gegenmacht zur Erosion von Bürgertugend und bürgerschaftlichem Engagement die starke Kraft von Gottesglaube und Religion. So ist es nur konsequent, dass Putnam nun gemeinsam mit David E. Campbell, einem Politikwissenschaftler an der University of Notre Dame, eine große Studie zum religischen den besonders Frommen und den zumeist Jugendlichen Säkularen – 15 Prozent der US-Bürger gehen niemals zu einem Gottesdienst, und 17 Prozent identifizieren sich überhaupt nicht mit irgendeiner Religion – bemerkenswert gelassen. Zwar seien diese „Nones“ die derzeit am schnellsten und stärksten wachsende Gruppe. Aber sie seien weder aggressive Atheisten noch radikale Hardcore-Säkularisten, sondern einfach nur normale Amerikaner, die genau besehen sehr viel mehr glaubten, als sie sich selbst einzugestehen bereit seien. Dafür nennen Putnam und Campbell ein irritierendes Beispiel: Selbst unter den nur schwach oder vermeintlich gar nicht religiösen Amerikanern sind 17 Prozent Anhänger des Kreationismus. Und natürlich nehmen auch die Nicht-Religiösen an den zivilreligiösen Kulten zur Feier der Nation teil, die sich mehr denn je als God’s chosen people versteht. Auch in den USA haben die Spannungen zwischen religiösen Akteuren in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Der Streit um den Bau einer Moschee in Lower Manhattan, nicht weit entfernt von Ground Zero, dem Grundstück des zerstörten World Trade Centers, oder die Kontroversen um einen durchgeknallten evangelikalen Südstaatenpastor, der am Gedenktag von Nine Eleven vor seinem Kirchlein einen Koran verbrennen wollte, zeigen ebenso wie die vielen juristischen Auseinandersetzungen um religiöse Symbole in staatlichen Räumen, dass das Klima rauer, unduldsamer geworden ist. Dennoch lehnen Campbell und Putnam die weitverbreitete, aus dem Europa des 19. Jahrhunderts stammende Rede von „Kulturkämpfen“ zwischen Konservativen und Liberalen, besonders Frommen und Säkularisten als irreführend ab. Die USA seien gerade in ihrer außerordentlich hohen religiösen Diversität eine in Glaubensfragen überaus tolerante Gesellschaft, ungleich freiheitlicher und offener als jedes Land in Europa. Gewiss habe es in der Vergangenheit immer wieder harte Kulturkämpfe zwischen kulturstolzen Protestanten und römisch-katholischen Minderheiten gegeben, auch blutige Straßenkriege. Aber heute spielten alte Konfessionskonflikte gerade in der Politik keine Rolle mehr. Hatte John F. Kennedy als Katholik noch gegen protestantische Vorurteile kämpfen müssen, fragte bei John Kerry niemand mehr nach seiner Konfession. Spätestens seit 2000 sei die Frage, wie religiös jemand sei, politisch viel relevanter als die Frage, welcher Konfession beziehungsweise Religion er angehöre. Vor allem im Schlusskapitel betonen Campbell und Putnam die alltagspraktische Trivialtoleranz, die die amerikanische Gesellschaft präge. Jeder kenne mehrere Menschen ganz anderen Glaubens, mit denen er gut auskomme, am Arbeitsplatz, in der Familie, im Fitnessstudio. Wen man nett findet, dem wünscht man nichts Böses, und deshalb glauben selbst erregte evangelikale Superfromme, dass auch Nichtchristen, sogar Muslime, in den Himmel kommen können. Sonntag für Sonntag beten sie in ihren Kirchen, dass Jesus Christus, der auferstandene Herr und Heiland, der einzige Weg zur Wahrheit und zum ewigen Leben ist. Aber sie sind gewiss, dass Lord Jesus so gut und gnädig ist, selbst Juden, Muslime und Hindus in seinen Himmel zu lassen. Dann werden die Engel wohl als diversity manager glänzen müssen. FRIEDRICH WILHELM GRAF ROBERT D. PUTNAM, DAVID E. CAMPBELL: American Grace. How Religion Divides and Unites Us. Simon & Schuster, New York/London/Toronto/Sidney 2010. 688 Seiten, ca. 23 Euro. Der ironische Goethe Kurz und gut: Albert Meiers Handbuch erhellt die Dichtungen Es gibt nicht wenige kurze Goethe-Bücher, darunter einige ausgezeichnete. Man könnte sogar einen eigenen Essay über dieses Genre verfassen: Wie macht man das, ein kleines Buch zu einem so gewaltigen Gegenstand? Jeder, der es versucht, muss Farbe bekennen, einen Gesichtspunkt hervorheben, eine These haben, vieles einzelne weglassen, vor allem: gut zitieren; eine große Aufgabe bei dieser überreich dokumentierten, proteushaft produktiven, schier unendlich hintergründigen Gestalt der Kulturgeschichte. Das Werk des Kieler Germanisten Albert Meier mit dem wuchtigen Untertitel „Dichtung – Kunst – Natur“ ist ein Kurzhandbuch, das entschlossen die poetischen Werke ins Zentrum stellt. Das klingt trivial, ist aber nicht selbstverständlich, weil seit vielen Jahren Goethe als Zeitgenosse eines epochalen Umbruchs, als Kritiker, ja Widersacher der Moderne im Zentrum der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit steht. Daneben hört auch das Interesse an der immer filigraner erforschten Biographie des Liebenden und auch des Staatsmanns Goethe nicht auf; Goethes Ehe findet oft ein größeres Publikum als Goethes „Faust“. Meier lässt die Biographie fast vollständig weg (eine Zeittafel ersetzt sie) und widmet auch der Naturforschung nur ein paar konzentrierte Seiten. Dafür interpretiert er knapp und sachhaltig in chronologischer Folge fast alle Hauptund viele Nebenwerke sowie wichtige ästhetische Äußerungen Goethes. Zu den am häufigsten verwendeten Ausdrücken zählen „Ironie“ und „ironisch“. Der „iro- Die moderaten kirchlichen Kräfte verlieren an Einfluss – doch die Toleranz ist groß ösen Wandel in den USA seit 1950 vorlegt. Die beiden Autoren sind davon überzeugt, das seit Jahrzehnten wichtigste Buch über das religiöse Leben in den USA geschrieben zu haben. Das ist des Selbstlobs gewiss ein wenig zu viel. Doch legen Campbell und Putnam unter dem Titel „American Grace“ ein wirklich materialreiches, spannendes Buch vor, das manche konventionellen Annahmen über Religion in Amerika in Frage stellt. Grundlage sind zwei größere religionssoziologische Umfragen aus den Jahren 2006 und 2007 sowie spannende Fallstudien zu Megachurches, religiösen Innovationen, Politik auf der Kanzel und den Glaubenswelten der Schwarzen. Die Religionsgeschichte der USA in den letzten fünfzig Jahren sehen Putnam und Campbell durch dramatische, konfliktreiche Transformationsprozesse bestimmt. Sie arbeiten mit einem Modell dreier seismischer Schocks, die die überkommenen Glaubenslandschaften tiefgreifend erschüttert und verändert hätten. Die sechziger Jahre, die Zeit von Rock, Drogen, sexueller Libertinage und Jugendrevolution, hätten viele altehrwürdige Kirchen in eine tiefe Krise gestürzt und den schnellen Abbau überkommener Kirchlichkeit gerade in den nach dem Zweiten Weltkrieg boomenden protestantischen Mainline-Churches bewirkt. In den siebziger und achtziger Jahren lasse sich dann eine konservative Gegenbewegung beobachten, vor allem durch den zunehmend stärkeren evangelikalen Protestantismus und die sich politisierende Religious Right. Damals seien religiöser und politischer Konservativismus so eng zusammengewachsen, dass sie nahezu ununterscheidbar wurden. Die ganz enge Verbindung von Glaubensernst und konservativer Parteipolitik habe aber der Religion nicht gutgetan. Seit den neunziger Jahren sei dann vor allem bei Jugendlichen eine tiefe Skepsis gegenüber organisierter Religion zu beobachten. Putnam und Campbell deuten diese Skepsis als Reaktion auf die antiliberale Politisierung des Religiösen durch Fernsehprediger wie etwa Jerry Falwell „Wenn ich nicht sinnen oder dichten soll, / So ist das Leben mir kein Leben mehr.“ nische“ Goethe ist geradezu das Leitmotiv. Damit ist allerdings nichts Beißendes gemeint, sondern die Uneigentlichkeit einer selbstreflexiven, ihren Kunstcharakter immer mitbedenkenden Produktion. Goethe ist ein Künstler nach anderen Künstlern, nach der Antike, nach Shakespeare, nach dem französischen Klassizismus. Sein Programm ist Stil, Form, Autonomie der Dichtung. Der „Faust“ ist also hier keine „Allegorie des 19. Jahrhunderts“, keine Anklage gegen die Rastlosigkeit der Moderne, sondern ein sich beispielsweise an Dantes „Paradiso“ anlehnender, seine Willkürlichkeit zur Schau tragender literarischer Mythos. Man lernt hier also zunächst die Dichtungen selber lesen, ausgehend von präzisen Umrissen der oft ja nur angedeuteten Handlungen, etwa von „Wilhelm Meister“ oder „Tasso“. Knapp und richtig wird beispielsweise der offen gelassene Ausgang von Fausts Wette mit Mephisto umrissen. Ein Buch also durchaus für Anfänger, neben eine gute Auswahlausgabe zu stellen, als erstes Handbuch, zusammen mit Dorothea Hölscher-Lohmeyers knapper Biographie (C.H. Beck Wissen). Der Fachmann freut sich über die Einbeziehung von neueren Interpretationen, die eben nicht nur germanistische Willkür sind: So sind beispielsweise die Resultate einer 2007 erschienenen, 800 Seiten dicken Dissertation von Felicitas Igel zu „Wilhelm Meisters Lehrjahren“ in ein paar Absätze Meiers eingegangen: Igel konnte nämlich zeigen, dass der Handlungsaufriss der „Lehrjahre“ mit ihrem abrupten Beginn und den nachholenden Rückblicken („medias in res“ statt „ab ovo“) sich auf Homer und den antiken „hohen Roman“ eines Heliodor und seine barocken Nachfolger zurückführen lässt – in der Vorstufe, „Wilhelm Meisters theatralische Sendung“, war das noch anders gewesen. Meiers Buch lässt sich selbst „ab ovo“ lesen, es führt aber durchaus „medias in res“, sozusagen ins Kerngeschäft: Es zeigt, dass Goethe ein Dichter war und nicht bloß ein Bekenner; sentimentalisch, nicht naiv. GUSTAV SEIBT ALBERT MEIER: Goethe. Dichtung – Kunst – Natur. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2011. 345 Seiten, 24,95 Euro. Rätselhafter Markt der Religionen: Jede Woche kommen 40 000 Gottesdienstbesucher in die neocharismatische Lakewood Church des Predigers Joel Osteen im texanischen Houston, und Millionen sind vor dem Fernseher dabei. Foto: ddp und prominente Neocons, die die tiefe Frömmigkeit vieler Amerikaner für alle möglichen parteipolitischen Zwecke zu instrumentalisieren versuchten. In den USA, so die beiden Autoren, ließen sich seit der Jahrtausendwende vielfältige neue Spannungen und gerade mit Blick auf Religion eine verschärfte Polarisierung zwischen fanatisch Frommen einerseits und neuen Areligiösen andererseits beobachten. Indem die alten protestantischen Mainline-Churches erodieren, verlieren die moderaten Kräfte in der Mitte zunehmend an Gewicht und Einfluss. Vielen Europäern erscheinen die Frommen der Neuen Welt ja als rätselhafte Sinnbastler schwer erklärbarer Art. Amerikaner sind bekanntlich religiöser, gottergriffener als die Menschen in allen anderen westlich geprägten Industriegesellschaften. 83 Prozent der US-Bürger gehören einer Glaubensgemeinschaft an, 59 Prozent beten mindestens einmal pro Woche, 40 Prozent gehen Woche für Woche, nicht selten mehrfach, zum Gottesdienst in eine Kirche, Synagoge oder Moschee, und ein Drittel liest nahezu täglich, jedenfalls mehrmals pro Woche, in der Bi- bel. Mit großer Gewissheit bekennen 80 Prozent, es existiere ein persönlicher Gott, und 60 Prozent wissen sicher, dass es zudem einen Himmel gibt – auch wenn nur 52 Prozent an ein Leben nach dem Tod glauben. Immerhin sind 49 Prozent aller Amerikaner davon überzeugt, dass eine Hölle für die ganz Bösen existiert. Zahlen auf dem Religionsbarometer, dem liebsten analytischen „tool“ oder Messinstrument von Campbell und Putnam, besagen allein allerdings nicht allzu viel. Entscheidend ist die außerordentlich enge emotionale Bindung vieler USAmerikaner an ihren Gott. 62 Prozent reden gern und viel von ihren ganz individuellen Gotteserfahrungen. Nicht ohne konfessorisches Pathos bekennen sie, in ihrem Alltagsleben immer wieder Gottes Nähe gespürt und seine Liebe erlebt zu haben. Und 47 Prozent bekunden, dass Religion in ihrem Leben „sehr wichtig“ sei. Kein Wunder deshalb, dass 44 Prozent auch bei McDonald’s oder Dunkin’ Donuts leise ein Tischgebet sprechen. Hohe Werte zeigen auch die religionsbezogenen Aktivitätsskalen, die Putnam und Campbell in positivistischer Zahlengläubigkeit nachzeichnen. Immerhin 38 Prozent aller Amerikaner unterstützen äußerst engagiert Projekte ihrer Kirchengemeinde oder einer anderen religiösen Organisation. Die vielen Daten und Zahlen, die Campbell und Putnam für ihre übersichtlichen Schaubilder und Statistiken zusammengetragen haben, las- sen die Mobilisierungsdynamik auf dem Religionsmarkt der USA erkennen. Gut ein Drittel aller US-Amerikaner wechselt im Lauf des Lebens seine Religion beziehungsweise Konfession zugunsten einer anderen, besseren. Und zwischen 35 bis 45 Prozent aller in den USA geschlossenen Ehen sind inzwischen „interfaith marriages“, also Ehen von Menschen unterschiedlicher religiöser Herkunft. Die strenge Religionsneutralität des Staates, der keine bestimmte Glaubensüberzeugung privilegieren darf, also mo- 80 Prozent der Amerikaner bekennen sich zu einem persönlichen Gott nopolistische Strukturen gar nicht erst entstehen lässt, und die starke Konkurrenz auf einem hart umkämpften Sinnmarkt, auf dem Abertausende Anbieter ihre Heilsprodukte an ihrer Kundenautonomie bewusste Abnehmer zu bringen versuchen, machen das Religiöse in den USA fortwährend fluider, beweglicher, dynamischer. Campbell und Putnam teilen die Leitannahme der in den sechziger Jahren vor allem in Boston und Chicago entwickelten „Religious Economics“: dass ein plurales, hoch differenziertes Sinnangebot auch stärkere Nachfrage stimuliert. Deshalb sehen die beiden Autoren die wachsenden Spannungen zwi- Burnside und Lipuš Petrarca-Preis 2011 vergeben Der schottische Dichter John Burnside und der Kärtner Slowene Florjan Lipuš werden mit dem Petrarca-Preis für europäische Literatur ausgezeichnet. Mit dem von Hurbert Burda gestifteten und von einer unabhängigen Jury vergeben Preis sollen Autoren geehrt werden, die trotz ihrer überragenden Bedeutung für ihre heimatliche Literatur in Deutschland nicht ihrem Rang gemäß wahrgenommen werden. Von John Burnside, Jahrgang 1955, erschien in diesem Jahr im Albert Knaus Verlag der Roman „Lügen über meinen Vater“. Die Werke von Florjan Lipuš, der 1937 in Kärnten geboren wurde, erscheinen im Wieser Verlag, Klagenfurt. SZ In der Drehtür gefangen Hinter den Vitrinen lauern die Gespenster: Hartmut Langes Erzählungsband „Im Museum“ ist eine grandiose Zumutung Das Unheimliche, schreibt Freud in seinem gleichnamigen Aufsatz aus dem Jahr 1919, tritt nicht als Neues oder Fremdes in Erscheinung. Vielmehr ist es etwas dem Seelenleben von alters her Vertrautes, „das ihm nur durch den Prozess der Verdrängung entfremdet worden ist“. Hartmut Langes neues Buch „Im Museum“ trägt den Untertitel „Unheimliche Begebenheiten“, und die sieben Geschichten, die darin erzählt werden, handeln von der Wiederkehr des Verdrängten. Die Figuren sind in jeder der Erzählungen andere, doch der Ort der Handlung bleibt derselbe: Das Deutsche Historische Museum in Berlin spielt die unheimliche Hauptrolle in Langes Prosastücken. „Kennen Sie das Deutsche Historische Museum? Ich würde Ihnen raten, sich darin einmal umzusehen. Dort ist die Welt, obwohl sie vergangen ist, immer noch nicht in Ordnung, und es gibt Vorgänge, die sich, wenn überhaupt, nur mühsam erklären lassen.“ Rüdiger Dankwart, von dem dieser Rat stammt, ist ein erfolgreicher Lektor. Er besucht das Museum in steter Regelmäßigkeit, ausgerüstet mit einem Notizbuch. Er will herausfinden, mit welchen Absichten und Methoden man dieses Haus zu solcher Wirkung gebracht hat. Die Antwort fällt aber ganz anders aus, als er es erwartet. Dankwart begegnet seinem früheren Peiniger Bernd Klinger, einem ehemaligen Stasi-Offizier, der nun als Teil des Aufsichtspersonals seine eigene, museal gewordene Vergangenheit hütet. Einst hatte er Dankwart verhört – und bereut aus tiefstem Herzen, damals nicht härter mit ihm umgesprungen zu sein. Die Begegnung mit Klinger bleibt nicht ohne Folgen. Obwohl Dankwart versucht, sich in Zukunft ausschließlich auf die Exponate zu konzentrieren, verfolgt ihn doch der lange Schatten der untergegangenen Welt. Bei einem Besuch lockt ihn Klinger in einen Raum des Historischen Museums, in dem zu DDR-Zeiten das marxistisch-leninistische Geschichtsbild vermittelt werden sollte. Unversehens hat der Wärter seine alte Uniform wieder angezogen, als wollte er das Verhör, das Jahrzehnte zurückliegt, fortsetzen. Klinger winkt Dankwart zur Seite, öffnet die Flügeltür, und da stehen nun all jene Gespenster aus der DDR-Vergangenheit, die sich um den Sinn ihres Lebens betrogen fühlen: „Es waren Hunderte, nein, Tausende, die Rüdiger Dankwart mit einem Ausdruck bitterster Feindschaft ins Gesicht sahen. Er ging auf die Menge zu. Sie wich auseinander. Ein schmaler Durchgang quer über den Hof entstand, und da Bernd Klinger, dem er folgen sollte, schon an der Wendeltreppe auf ihn wartete, versuchte Rüdiger Dankwart sich zu beeilen. Hastig trat er über die Schwelle zum Schlüterhof, rannte beinahe, indem er mit den Armen ruderte, auf die gegenüberliegende Seite zu. Er stolperte, spürte, wie er das Gleichgewicht verlor und wie er auf dem kalten, gefliesten, von Stiefeln umstandenen Boden aufschlug.“ die Exponate treten, sich den Gespenstern stellen, die durch die Räume schwirren und schweben. Wer einmal den Blick des interessierten Besuchers verliert und angegriffen wird von den Gegenständen, der ist in diesem Buch verloren, wird verschluckt von der Geschichte. Lange, 1937 in Berlin geboren, hat als Dramatiker in der DDR begonnen und ging 1965 in den Westen, wo er nach einer philosophischen Krise als Autor von Novellen das Metaphysische und die dunkle Romantik für sich entdeckte. In seiner Prosa kommt eine grundlegende Erinnerungsskepsis zum Ausdruck. Wo Geschichtssplitter als kollektive Gedächtnisstützen in Vitrinen gezwängt werden, wo man Geschichte betrachtet wie etwas Untergegangenes, das nichts mehr mit uns zu tun hat, wird das Bewahrte zu etwas Verdrängtem. Es kehrt jedoch irgendwann in Form des Unheimlichen wieder. Die Geschichte sucht einen im wahrsten Sinne des Wortes heim, und Zeit und Raum spielen dann keine Rolle mehr. Das unheimliche Gefühl beim Lesen dieser Texte entsteht durch den inneren Widerstreit, ob das Unglaubwürdige nicht doch möglich sein könnte. Man darf sich nach Lektüre von Hartmut Langes sieben Erzählungen nicht mehr ganz sicher fühlen. Die Wirklichkeit ist eine Schimäre, die Vergangenheit ein Abgrund. Man sollte einmal wieder in ein historisches Museum gehen und auf alles vorbereitet sein. ULRICH RÜDENAUER HARTMUT LANGE: Im Museum. Unheimliche Begebenheiten. Diogenes Verlag, Zürich 2011. 114 Seiten. 19,90 Euro. AGENDA 21. April Stuttgart I’ll Be There When I Get There? Vortrag von David McKenzie. Staatsgalerie, Tel. (0711) 470 40 0. 26. April Essen Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben. Harald Welzer, Sönke Neitzel im Gespräch mit Herfried Münkler u. a. KWI, Tel. (0201) 72 04 - 0. 27. April Potsdam Deregulation and the Global Financial Crisis. Mit Eduardo Canedo u. a. Einstein Forum, Tel. (0331) 271 78 - 0. 27. April Bochum Zeitschriftenpublikation als ästhetisches Versuchsfeld oder: ist Kleists „Verlobung“ eine Mestize? Vortrag von Nicola Kaminski. Ruhr-Universität, Tel. (0234) 32 25092. 27. April Wien Die Saat der Zukunft: Weltsichten und Landwirtschaft in einer unsicheren Welt. Vortrag von Birgit Müller. IFK, Tel. (0043) 1 504 11 26. 27. - 30. April Greifswald Der Dichter und sein Schatten. Fallstudien zur modernen Einfluss-Dichtung. Mit Marcel Beyer, Wolfram Groddeck u. a. Alfried Krupp Wissenschaftskolleg, Tel. (03834) 86 19 001. Gatsby ohne Haus Villa auf Long Island abgerissen Das prächtige Herrenhaus, das den Schriftsteller F. Scott Fitzgerald beim Schreiben seines 1925 erschienenen Romans „Der große Gatsby“ inspiriert haben soll, ist abgerissen worden. Auf dem Grundstück auf der Insel Long Island im Bundesstaat New York sollen fünf neue Häuser entstehen, berichteten Medien und der örtliche Architekturhistoriker und Immobilienmakler Paul Mateyunas. Demnach fanden die Abrissarbeiten am vergangenen Wochenende statt. Die fünf neu entstehenden Häuser, denen das weiße Herrenhaus mit dem Säuleneingang weichen musste, sollen jeweils zehn Millionen Dollar kosten. „Es ist traurig, denn es war ein markanter Ort in der Landschaft“, sagte Mateyunas. AFP Slapstick der Wiedergänger Es sind alptraumhafte Szenen, in die Hartmut Lange den Leser mit seinen aufs Äußerste reduzierten Sätzen zieht. Dabei kann er auf billige Effekte verzichten und ganz auf seine suggestive, klare, von allem Zierrat befreite Sprache vertrauen. Es ist eine grandiose Zumutung, wie er durch kleine Kunstgriffe das Unheimliche in die Wirklichkeit der Fiktion eindringen lässt und dadurch fast allegorische Bilder schafft: Etwa wenn ein Besucher des Museums den Ausgang nicht mehr finden kann, zur Drehtür hinaus möchte, slapstickhaft wieder hineinrotiert und gefangen bleibt an diesem geschichtsträchtigen Ort. Oder wenn Hitler durch die Gänge geistert als Wiedergänger, müde, gebeugt, auf ewig heimatlos, dabei auf seine Mutter und Tante stoßend, unfähig, sich der Nachwelt zu entziehen. Nichts vergeht, man muss nur ein wenig zur Seite, hinter Unheimliches im Blick: Hartmut Lange Foto: Hans-Christian Plambeck/laif Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 MEDIEN HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 15 Feind wider Willen Griechische Staatsanwaltschaft will Focus-Online-Autor „aburteilen“ „Mittelfinger hoch!“ brüllten die Rapper Casper, Favorite und Kollegah vom Independent-Label Selfmade Records vor nicht allzu langer Zeit. Ein Appell, den sich auch das bürgerliche Münchner Nachrichtenmagazin Focus aus dem Burda-Verlag zu eigen machte. Im Februar 2010, als das Totalversagen der griechischen Wirtschafts- und Finanzpolitik zu Tage trat, druckte der Focus ein Titelbild, das die Aphrodite von Milos mit ausgestrecktem Mittelfinger zeigte. „Betrüger in der Euro-Familie“, stand darunter. Ein Affront, der nach Ansicht vieler Beobachter (und nicht nur solcher aus Griechenland) sogar die Rüpeleien der Bild unterbot – und nun womöglich juristische Konsequenzen nach sich zieht. Einem Ladungsbefehl der Staatsanwaltschaft Athen zufolge soll sich der freie Reisejournalist Klaus Bötig wegen besagter Focus-Berichterstattung am 29. Juni um 9 Uhr als Beschuldigter bei der Athener Justiz einfinden, um wegen mehrerer Straftaten (u.a. Verunglimpfung der Symbole des griechischen Staates, Verleumdung, üble Nachrede,) „abgeurteilt“ zu werden. Als Zeugen nennt das Schreiben sieben Personen, sechs sollen Anwälte sein. Bötig, 62, der nach eigenen Angaben seit mehr als drei Jahrzehnten über Griechenland schreibt und das Land, wie er sagt, innig liebe, ist angesichts der Vorwürfe besorgt. Er habe mit dem Mittelfinger-Cover des Hefts „absolut nichts“ zu tun, sagte er an diesem Mittwoch. Damals sei zeitgleich eine „sehr wohlwollende“ Reisegeschichte über das Land von ihm bei Focus Online erschienen. Im Netz sei sein Name dann zu Unrecht mit dem Titelbild in Verbindung gebracht worden. Seither, so Bötig, gelte ausgerechnet er in seinem liebsten Reiseland als „Feind“, inklusive OnlineFotomontagen, die ihn als Nazi zeigten. Das Schreiben der Athener Staatsanwaltschaft stamme aus dem Januar, sagt Bötig. Es sei aber erst vor wenigen Tagen auf Umwegen durch ein griechisches Rechtshilfeersuchen über die Staatsanwaltschaften München und Bremen bei ihm gelandet. Ob und wie er darauf reagieren solle, wisse er noch nicht: „Was ist, wenn ich dort verhaftet werde?“ Der damalige Chefredakteur des Magazins und heutige Herausgeber Helmut Markwort gibt sich gelassen. Er habe noch kein Schreiben eines griechischen Staatsanwalts gesehen: „Ich habe unser ganzes Haus abgeklappert. Hier hat keiner irgendetwas bekommen.“ Die heutigen Griechen, sagt Markwort, sollten sich statt zu klagen lieber ihres Satirikers Aristophanes erinnern. Zu dem strittigen Cover stehe er: „Warum sollte ich davon abrücken? Das war witzig.“ Klaus Bötig, der nun offenbar für Markworts Humor geradestehen soll, findet das nicht lustig: „Das ist das Blödeste, was passieren konnte. Ich schreibe zu 90 Prozent über Griechenland. Und jetzt?“ MARC FELIX SERRAO News-Corp-Chef Rupert Murdoch, 80 (bei der Präsentation von The Daily in New York): Traum von einer Zeitung, die ohne teure Druckereien, Lastwagen und Austräger zu ihren Abonnenten kommt. Foto: Landov / interTopics Nur App reicht nicht Vor drei Monaten startete „The Daily“. Bisher vergrault die digitale Tageszeitung ihre Leser. In der Kritik stehen Inhalt und Technik The Daily sollte Journalismus für „neue Zeiten“ sein, das „Modell dafür, wie Geschichten erzählt und gelesen werden“. Entsprechend pompös fiel die Premiere am 2. Februar aus: Rupert Murdoch selbst war ins angemietete New Yorker Guggenheim-Museum gekommen, um die erste Tageszeitung nur für das iPad zu präsentieren. Und wenn AppleChef Steve Jobs nicht gesundheitshalber verhindert gewesen wäre, hätte auch er auf der Bühne gesessen. Um von einer Revolution zu berichten, unterbrachen Murdochs Fox News sogar die Übertragung von den Straßenschlachten in Kairo. 100 Journalisten hat Murdoch angestellt, 30 Millionen Dollar soll er investiert haben. Er war überzeugt, das Publikum sei willens, den bescheidenen Preis von 99 Cent wöchentlich für eine weder im Internet noch auf Papier erhältliche Zeitung zu bezahlen, die von gutem Journalismus ebenso lebt wie vom multimedialen Zauber, den das iPad möglich macht. Doch knapp drei Monate nach dem Start sind alle enttäuscht: Die Leser von The Daily und Murdoch von den Lesern. Seine Rechnung ist nicht aufgegangen. Es beginnt bei den Abonnentenzahlen: „Hunderttausende“ hätten die kostenlose App auf ihr iPad geladen, jubelten die Sprecher von Murdochs News Corporation kurz nach dem Start. Doch wie viele nach der zweiwöchigen Gratisperiode tatsächlich für The Daily bezahlen, darüber schweigen sie sich beredt aus. Als kürzlich die erschreckend niedrige Zahl von nur 5000 die Runde machte, konterten sie nur trotzig: Es seien „viel mehr“. Neugierig geworden, kam Joshua Benton vom Nieman Journalism Lab der Harvard Universität auf eine Idee, wie sich Murdochs Nachrichtensperre umgehen ließ: Mit Hilfe der Twitter-Statistiken ermittelte er, wie viele Artikel die Daily-Leser aus der App verschickt haben. Das Ergebnis: Von anfangs knapp über 200 täglich versandten Tweets sackte die Zahl nach dem Ende der zwei Wochen auf um die 80 täglich ab. Ende März waren es nur noch rund 50 täglich. Es sind erbärmliche Zahlen. Der bisher populärste Daily-Artikel, das Editorial aus der ersten Ausgabe, wurde nur 52 mal verschickt. Zum Vergleich: Bentons Untersuchung wurde 563 mal getweetet. Auch gegenüber anderen Medien steht The Daily bei Twitter-Benützern kläglich da. Während nur 22 600 von ihnen The Daily folgen, sind es bei der New York Times 3,1 Millionen. Noch dramatischer ist jedoch der Abwärtstrend: Nimmt man die Tweets als einen Indikator, sinkt die Zahl der DailyLeser kontinuierlich, und das obwohl immer mehr Menschen Twitter nutzen und obwohl die Zahl der iPad-Besitzer und damit die Zahl möglicher Daily-Leser mit der Einführung des iPad 2 am 11. März um viele Hunderttausend in die Höhe geschnellt ist. Niemand hat erwartet, dass The Daily seinen Platz vom ersten Tag an finden würde. Doch offensichtlich geben nur wenige der App-Zeitung die Chance, sich in der überfüllten und frenetischen amerikanischen Presselandschaft zu etablieren. Über 70 Prozent der User haben bisher nur einen einzigen Daily-Artikel getweetet. Vier der zehn am häufigsten verschickten Artikel stammten aus der ersten Ausgabe, die drei nächstplatzierten aus anderen Ausgaben der ersten Erscheinungswoche. Doch Murdoch engagierte auch angesehene Leute wie den Pop-Kritiker des New Yorker, Sasha Frere-Jones. Dennoch ist von Originalität und Tiefgang bislang wenig zu sehen. In der politischen Berichterstattung geht es über laue Nachrichtenware – wie sie etwa USA Today produziert – kaum hinaus. Bei den weichen Themen hingegen nervt der bemüht muntere Plauderton. Was The Daily eigentlich sein will, scheint niemand zu wissen: Als seriöse Tageszeitung bietet es zu wenig Tiefe. Als Quelle für Nachrichten-Junkies taugt es mangels laufender Aktualisierung nicht. Und als Klatsch- und Entertainment-Magazin ist es nicht saftig genug. Kein einziger Artikel hat bisher auch nur den geringsten öffentlichen Wellenschlag verursacht. Selbst aus den Möglichkeiten der iPadPlattform macht The Daily weniger als erwartet. „The Daily hat uns immer noch keinen Grund geliefert, warum wir es lesen sollten, seien es tolle Geschichten, schreiberische Qualität oder spannende Aufbereitung“, schreibt Dan Frommer von Business Insider. Und Larry Kramer, ein anderer Medien-Blogger, meint: The Daily „hat weder dazu beigetragen, die Technologie auf neue Weise einzusetzen, noch hat es die journalistische Erfahrung an das neue Medium angepasst.“ Das vielleicht größte Hindernis zwischen The Daily und seinen Lesern stellt ausgerechnet der Vertrieb dar. Murdoch träumte – durchaus plausibel – von einer Zeitung, die ohne teure Druckereien, Laster und verschlafende Austräger zu den Lesern kommen würde. Stattdessen beschweren sich seine Abonnenten, die die neuen Ausgaben täglich herunterladen müssen, über „äonenlange“ Wartezeiten, verschwundene Benutzerdaten, Audiodateien ohne Ton und ständige Crashs: „App hängt sich nach jedem Öffnen auf. Habe sogar ein Jahresabo. Kompletter Betrug, spart Euch das Geld“, schreibt Ken aus Colorado, einer von Hunderten, die sich im iTunes Store beschweren. Womit alles gesagt ist über Apples Versuch, gewissermaßen verlegerisch tätig zu werden. Dass die Technik so große Probleme bereiten würde, hätte niemand vermutet. Die allgemeine Unzufriedenheit hat mittlerweile auch die Angestellten erfasst. Drei der vier Kulturredakteure haben gekündigt, an diesem Mittwoch verlor The Daily seinen Managing Editor an Reuters. Manche vergleichen The Daily mit Portfolio, dem mit viel Pomp gestarteten und im Krisenjahr 2008 untergegangenen Wirtschaftsmagazin von Condé Nast. Andere sprechen schon von The Daily Titanic. Apple, also Technologie allein, macht auch in der digitalen Welt noch lange kein publizistisches Produkt. JÖRG HÄNTZSCHEL Erbärmliche Nutzerzahlen, Audiodateien ohne Ton und ständige Crashs Auch journalistisch hat The Daily bisher niemanden begeistert. Dass die Editorials seit dem Start immer stärker nach rechts driften, wie viele monieren, ist nicht überraschend. Vom Chefredakteur Jesse Angelo, einem altgedienten Murdoch-Adjutanten, der zwölf Jahre lang bei dessen Revolverblatt New York Post Dienst tat, war kaum anderes zu erwarten. An Deck der „Gorch Fock“ Soldat erwirkt einstweilige Verfügung gegen Spiegel Online Beim Deckschrubben auf der Gorch Fock hatte sich ein Soldat der Bundeswehruniversität Neubiberg einst gerne fotografieren lassen. Als dieses für eine positive Zeitungsreportage über den Bundeswehr-Paradesegler aufgenommene Bild nun aber im Zusammenhang mit der Äffäre über angebliche Schikanen und Exzesse auf dem Schulschiff aus dem Archiv gekramt und bei Spiegel Online gezeigt worden war, bekam der junge Offizier Angst um seine Karriere: Er klagte gegen das Internet-Magazin auf Unterlassung und Schmerzensgeld. Am Mittwoch verbot die Pressekammer des Landgerichts München I per einstweiliger Verfügung dem Nachrichtenportal, den Eindruck zu erwecken, der Betroffene habe als ehemaliger Offiziersanwärter von Schikanen, Angst und Unterdrückung sowie Alkohol-Exzessen auf der Gorch Fock berichtet. Das Bild hatte nämlich direkt unter der Überschrift „Spindsaufen, Schweineleber, Stromschläge“ gestanden. Nach Meinung der Richter könnten Leser deshalb annehmen, dass der Mann auf dem Foto einer der Soldaten sei, die sich sprechend geäußert haben. Von einem Offizier der Führungsakademie sei er in diesem Sinne bereits auf die Berichterstattung angesprochen worden, sagte der Leutnant zur See – deshalb sorge er sich nun um seine Offizierskarriere. Spiegel Online hatte das zurückgewiesen: Das mit Zustimmung zur Veröffentlichung über GorchFock-Berichte entstandenen Bild sei erkennbar „nur ein Symbolfoto“. Das Gericht meint jedoch, dass bereits eine „nicht ganz fernliegende Deutweise“ geeignet sei, das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen zu verletzen. Schmerzensgeld hat ihm die Kammer aber nicht zugesprochen. Ob Spiegel Online gegen das Urteil Rechtsmittel einlegt, ist noch offen. EKKEHARD MÜLLER-JENTSCH Die Zukunft des Bayerischen Rundfunks steht zum Glück nicht in den Sternen. Aber nicht deshalb verzichtet die populäre Radiowelle Bayern 3 seit Jahresbeginn auf das tägliche Horoskop. Vielmehr lässt sich die Zukunft der Sendeanstalt recht handfest aus dem Gebührenaufkommen ablesen: Für das kommende Jahr rechnet der BR mit zwei Prozent weniger Gebührenzahlern, als es noch 2008 waren. Zugleich stiegen die Kosten, so ein Sprecher, etwa aufgrund von Tariferhöhungen und höherer Strompreise. Die Folge: Der BR kann das bisherige Programmangebot nicht mehr finanzieren. Deshalb entfällt unter anderem das Bayern-3-Horoskop – auch das ist (ein kleiner) Teil des Konzepts, das der Hörfunkdirektor Johannes Grotzky mit den Programmbereichs- und Redaktionsleitern erstellt hat und das die Einhaltung des seit zwei Jahren eingefrorenen Hörfunk-Etats sicherstellen soll. Es handele Münchner Schnitt Gebührenschwund: BR spart bei der Radioreportage „Nahaufnahme“ und wiederholt mehr sich, betont ein Sendersprecher, „um keine Etatkürzung“. Der gravierendste Einschnitt in das Radioprogramm betrifft die Reportagereihe Nahaufnahme, die von Juli an vier ihrer wöchentlich fünf Sendeplätze verliert. Als Grund nennt ein BR-Sprecher, dass in diesem Fall der Einschnitt vergleichsweise schonend sei: Für die Sendung hätten sehr viele Kollegen gearbeitet, niemand sei aber maßgeblich abhängig von ihrer Existenz. Womöglich ist die Nahaufnahme aber auch das Opfer ihrer eigenen Ambitionen geworden: Der Anspruch, jeden Werktag eine relevante halbstündige Reportage mit lokalem oder regionalem Bezug zu produzieren, ist hoch. Dieser Tage ging es in der Sendung um das Franziskuswerk Schönbrunn und die Faszination der Ikonenmalerei. Fortan wird es die Nahaufnahme nur freitags zur gewohnten Zeit um 15.30 Uhr geben, an den frei werdenden Terminen soll das radioWissen wiederholt werden. Neu eingeführt wird 2012 eine Reportage am Sonntag auf B5 aktuell. Und auch auf Bayern 2 gebe es ja weiterhin viele Hintergrund- und Reportagesendungen, so ein BR-Sprecher, wie etwa das radioFeature, das Dossier Politik oder Breitengrad. Gekürzt wird darüber hinaus auch beim Zündfunk, der über die Woche gesehen ein Fünftel seiner Sendezeit verliert. Im Gegenzug will der BR seine Radiound Fernsehmarke on3 weiter ausbauen als multimediale Plattform für ein Publikum unter 30 Jahren. Und schließlich streicht Bayern 2 das sonntägliche Musikfeature; die klassische Musik soll sich auf die Welle BR Klassik konzentrieren. Stattdessen wiederholt Bayern 2 sonntags das Bayerische Feuilleton. Die Zahl der vergleichsweise teuren Hörspieltermine bleibt einstweilen bestehen, allerdings sollen „erfolgreiche“ Produktionen „öfter wiederholt“ werden. STEFAN FISCHER Nannen-Jury ehrt „Canard“ Die französische Wochenzeitung Le Canard enchaîné erhält in diesem Jahr den Henri Nannen Preis für einen besonderen Einsatz für die Pressefreiheit. Die Zeitung verfolge konsequent die Linie einer vollkommen unabhängigen, nur der Wahrheit und dem Leser verpflichteten journalistischen Berichterstattung, befand die Jury. Der Canard enchaîné(„angekettete Ente“), der auf Werbung verzichtet, hatte durch seine Recherchen zuletzt beispielsweise maßgeblich zur Ablösung der französischen Außenministerin beigetragen; das Blatt hatte aufgedeckt, dass Michèle Alliot-Marie auf Kosten eines tunesischen Geschäftsmanns aus dem Klan Ben Alis Ferien gemacht hatte. Neben dem investigativen Journalismus pflegt der Canard (Auflage 700 000) seit seiner Gründung im Jahr 1915 liebevoll die Satire – so erfand man nach der Hochzeit des Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy mit der schönen Carla Bruni das fiktive (und später von der deutschen taz adaptierte) „Journal de Carla B.“. SZ Verantwortlich: Christopher Keil SZ-Rätsel Schwedenrätsel, Str8ts mittelschwer, Sudoku leicht 5 1 6 5 1 8 1 9 7 4 3 2 5 9 5 8 3 2 7 2 1 6 4 8 6 5 4 2 6 3 7 1 3 7 9 6 5 6 9 2 1 1 Str8ts Die Ziffern 1 bis 9 dürfen pro Spalte und Zeile nur einmal vorkommen. Zusammenhängende weiße Felder enthalten eine lückenlose Menge von Zahlen, die in beliebiger Reihenfolge stehen können. Schwarze Felder trennen diese Straßen und werden nicht ausgefüllt. Weiße Ziffern dienen lediglich der Orientierung, sie gehören aber selbst zu keiner Straße. Tipps im Internet: www.sz-shop.de/str8ts © 2010 Syndicated Puzzles Inc. 21.4.2011 Lösungen vom Mittwoch 5 4 3 1 5 2 3 4 2 3 2 9 8 8 9 7 1 6 8 7 9 3 2 9 2 4 8 7 6 8 7 4 3 5 6 5 5 6 7 9 4 8 3 7 8 6 7 5 6 1 9 2 3 3 1 5 2 4 4 5 1 2 3 6 2 5 4 6 7 9 3 8 1 9 1 7 3 2 8 6 4 5 3 8 6 5 4 1 2 9 7 1 6 2 8 3 5 9 7 4 7 3 8 4 9 6 1 5 2 4 9 5 7 1 2 8 6 3 8 4 9 1 5 3 7 2 6 6 7 1 2 8 4 5 3 9 5 2 3 9 6 7 4 1 8 Seite 16 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 WISSEN Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 „Auch Schimpansen sind depressiv“ Psychiater Martin Brüne erläutert, wieso man die psychischen Störungen des Menschen im Lichte der Evolution betrachten sollte Die Medizin hat Schwierigkeiten damit, zu erklären, wieso psychische Krankheiten trotz verbesserter Gesundheitsvorsorge und Lebensbedingungen gerade in entwickelten Gesellschaften nicht abnehmen. Evolutionsbiologisch ausgerichtete Forscher plädieren deshalb dafür, die Genese etwa von Depressionen und Schizophrenien nicht nur an individuellen Patienten und deren Genen zu erforschen, sondern den stammesgeschichtlichen Kontext zu beachten. Ein führender Vertreter dieses Ansatzes in Deutschland ist der Psychiater Martin Brüne von der Universitätsklinik Bochum. SZ: Epidemiologischen Studien zufolge erkrankt jeder zweite Mensch mindestens einmal in seinem Leben an einer psychischen Störung. Wieso sind diese Krankheiten so beständig und so weit verbreitet? Brüne: Die Frage ist brisant, denn schließlich hätte die Evolution ja genügend Zeit gehabt, etwa Depressionen über selektive Prozesse auszumerzen. Ich vermute, dass psychische Störungen den gleichen evolutionären Prinzipien unterliegen wie körperliche Krankheiten. Diese entstehen zum Teil durch Verhaltensweisen, etwa Essgewohnheiten, die für Jäger- und-Sammler-Gesellschaften optimiert waren. Dort war es eine sinnvolle Überlebensstrategie, nach süßen und fetthaltigen Nahrungsmitteln zu suchen. In modernen Überflussgesellschaften führt dieses Verhalten aber zu Übergewicht und Diabetes. Diese Krankheiten existieren, weil die biologische Evolution nicht so schnell ist wie die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung der Menschen. Für heutige Umwelten sind unsere stammesgeschichtlich erworbenen Anpassungen nicht mehr optimal. SZ: Sie meinen, auch unsere Psyche sei eher für das Leben in der urzeitlichen Savanne angepasst? Brüne: Ja, es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass die Größe des sozialen Umfeldes und die Vielzahl der Kontakte mit Fremden in modernen Gesellschaften manche Menschen überfordern und sie unter chronischen Stress setzen, der letztlich auch Depressionen verursacht. SZ: In epidemiologischen Studien finden sich allerdings kaum Hinweise darauf, dass in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der psychischen Erkrankungen drastisch zugenommen hat. der kognitive Apparat fehlt. Zu einem Wahn gehört es, Annahmen darüber zu machen, was andere denken, fühlen oder vorhaben, man braucht also eine sogenannte Theory of Mind. Es ist sehr umstritten, ob Schimpansen über diese verfügen. Ich glaube daher nicht, dass Schimpansen halluzinieren können. Unbestritten ist aber, dass sie unter Beschwerden leiden können, die den menschlichen Depressionen, posttraumatischen Störungen und Ängsten gleichen. Sie äußern sich in schweren Stereotypien und sozialem Rückzug. SZ: Könnte diese Allgegenwärtigkeit psychischer Störungen selbst bei nichtmenschlichen Primaten vielleicht sogar ein Hinweis auf durch sie bedingte, versteckte positive Effekte sein? Brüne: In der Tat glauben einige Forscher, dass insbesondere die Depression als evolutionäre Anpassung, also als Se- Ökosystem im Bauch Unter den Menschen gibt es drei verschiedene Typen der Darmflora So wie sich ein Mensch anhand seiner Blutgruppe klassifizieren lässt, kann man ihn auch einem von drei verschiedenen Darmtypen zuordnen. Welche Bakterien sich im Darm eines Menschen ansiedeln, ist nämlich entgegen bisheriger Annahmen offenbar nicht zufällig (Nature, online). Vielmehr gibt es drei Grundtypen, die jeweils charakterisiert sind durch besonders viele Bakterien der Gattung Bacteroides, Prevotella oder Ruminococcus. „Man könnte auch von drei verschiedenen Ökosystemen sprechen“, sagt Studienleiter Peer Bork vom European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg. Die Darmtypen unterscheiden sich zum Beispiel in ihrer Fähigkeit, Kohlenhydrate zu verdauen oder bestimmte Vitamine herzustellen. Möglicherweise entscheidet der Darmtyp auch darüber, wie gut ein Mensch die Nahrung verwertet oder auf Medikamente anspricht. Borks Team untersuchte die Stuhlproben von 39 Personen aus Europa, Asien und Amerika. Der Darmtyp hing weder von der Herkunft der Testpersonen ab noch von ihrem Alter. Welche Faktoren darüber entscheiden, zu welchem Typ ein Mensch gehört und ob dies ein Leben lang konstant bleibt, ist noch unklar. kabl „Es ist kein Vorteil, immer nur glücklich zu sein.“ lektionsvorteil verstanden werden kann: Das dauernde Grübeln helfe etwa bei der Entscheidungsfindung in komplexen sozialen Situationen; die Traurigkeit generiere Hilfsbereitschaft im sozialen Umfeld. Ich bin da sehr skeptisch: Bei sehr leichten Störungen mag das so sein, aber bei klinischen Depressionen sind die Verhaltensweisen so extrem, dass man sie in keiner Weise als hilfreich für den Betroffenen betrachten kann, sie können nicht adaptiv sein. Die meisten evolutionären Psychiater sehen psychische Störungen eher als Extremvarianten außerhalb der Anpassung – als statistische Ausreißer. Es gibt ein Kontinuum zwischen gesundem und krankem Verhalten; wird eine Schwelle überschritten, ist ein Erleben nicht mehr hilfreich: Normale Angst fördert das Überleben, eine Angststörung lähmt nur noch. SZ: Auch populäre Autoren konstruieren einen Zusammenhang zwischen Genie und Wahnsinn etwa bei Künstlern und Wissenschaftlern. Brüne: Ja, und nennen dann als Beleg die bipolare Störung des Komponisten Robert Schumann, von der man heute aber weiß, dass sie durch eine Syphilis ausgelöst wurde. Das sind so Anekdoten, die nicht viel belegen. Es gibt allerdings Hinweise, dass Schizophrenien und manisch-depressive Erkrankungen in Familien mit Hochbegabten und Kreativen häufiger auftreten; darauf deuten einige Studien aus genetisch abgeschlossenen Populationen wie in Island. Aber in diesen Familien sind es eben nicht die von der Krankheit Betroffenen, die besonders viel leisten. Diese Studien zeigen vielmehr, dass es bei ähnlicher genetischer Ausstattung unterschiedliche phänotypische Entwicklungen geben kann. SZ: Geben Sie ein Beispiel. Brüne: Beim sogenannten SerotoninTransporter-Gen etwa hat sich gezeigt, dass Leute mit einer bestimmten Variante dieses Gens ein erhöhtes Risiko für Depressionen, suizidales und antisoziales Verhalten haben. Wenn aber die Menschen mit dem gleichen VulnerabilitätsGen unter besonders günstigen Umweltbedingungen aufwachsen, können diese sogar empathischer und sozial erfolgreicher werden als Träger der normalen Variante! Das könnte erklären, wieso es diese Gene trotz Evolution überhaupt noch gibt. SZ: Also doch eine Anpassung? Brüne: Ja schon, aber eben bezogen auf den Genoytp, nicht auf den Phänotyp, das Erscheinungsbild. Eine Depression ist nicht adaptiv, aber Gene, die unter ungünstigen Bedingungen zu Depressionen disponieren, sind vielleicht adaptiv, weil sie unter guten Bedingungen einen anderen Phänotypen bedingen. Diese letztlich evolutionäre Erklärung ist ein Fortschritt gegenüber dem üblichen Dia- Die Lampe poliert UV-Licht behebt Lackkratzer Dem Automechaniker der Zukunft genügt womöglich eine Ultraviolettlampe, um Lackkratzer zu behandeln. Ein neuartiger Kunststoff heilt sich nämlich bei Bestrahlung mit dem unsichtbaren UVLicht selbst, berichten Forscher von der Case Western Reserve University in Cleveland und der Universität Fribourg. Die Forscher haben ein Polymer, also ein Kettenmolekül, entwickelt, dessen Bestandteile von Metallionen zusammengehalten werden. Trifft UV-Licht die Verbindung, setzt das Metall die Energie lokal in Wärme um. Das Material wird flüssig, und beim Erstarren suchen sich alle chemischen Bestandteile allein ihre korrekten Bindungspartner – der Riss ist verschwunden. In den Experimenten der Chemiker gelang das auch, wenn die Schicht Polymere unter Spannung stand (Nature, Bd. 472, S. 334, 2011). Die Forscher haben aber noch damit zu tun, die optimale Kombination aus Festigkeit und Heilbarkeit zu finden. Außerdem beobachteten sie nach dem Heilen leichte Farbveränderungen im Material. Womöglich versprechen mehrere kurze UV-Blitze bessere Resultate als ein langer. cris Die moderne Welt überfordert den in der Savanne geprägten Geist. Brüne: Hier geht es um ganz andere zeitliche Dimensionen, nämlich um den Vergleich moderner mit steinzeitlichen Gesellschaften. SZ: Sind denn indigene Gesellschaften frei von Geisteskrankheiten? Andere Autoren verweisen darauf, dass sich etwa Depressionen auch bei Ache-Indianern in Paraguay oder Buschmännern in Südafrika finden. Brüne: Es gibt sicherlich in jeder Kultur Menschen, die unsere Diagnosekriterien für psychische Störungen erfüllen, die Frage ist: wie viele? Außerdem scheint der Umgang mit solchen Krankheiten anders zu sein. So finden sich in Stammesgesellschaften häufig extreme Trauerreaktionen, die dann aber auch schnell wieder verschwinden – es kommt seltener zu Chronifizierungen. Selbst in Entwicklungsländern haben Schizophrene noch bessere Prognosen als bei uns. Im Übrigen widerspricht es nicht einer evolutionären Theorie der Psychiatrie, dass Menschen schon immer unter psychischen Störungen litten – im Gegenteil; vermutlich leiden bereits Menschenaffen unter psychischen Störungen. SZ: Können Schimpansen Wahnvorstellungen haben? Brüne: Eine hochinteressante Frage. Ich glaube allerdings, dass Affen dazu Niemand weiß genau, was im Kopf eines Schimpansen vor sich geht. Aber Psychiater wie Martin Brüne sind überzeugt, dass Primaten ähnlich wie Menschen psychische Störungen entwickeln können. Foto: Bilderberg/Keystone Wenn etwa der Therapeut weiß, dass depressive Männer häufig abweisend sind, weil es stammesgeschichtlich nicht sinnvoll war, sich als Schwächling zu präsentieren, dann muss er nicht lange nach weiteren Ursachen dafür suchen. SZ: Unterscheiden sich auch männliche und weibliche Schizophrenien? Brüne: Ja. Im Wahn fühlen sich Männer meist von Gruppen anderer Männer verfolgt: Mafia, Polizei, Agenten. Frauen hingegen fühlen sich von Personen aus dem persönlichen Umfeld bedroht, Nachbarn, Familienmitgliedern. Das ist im evolutionären Kontext verstehbar, weil so die frühen Gefahren aussahen: Männer wurden von fremden Männergruppen bedroht, Frauen durch Verstoß aus der Ingroup. Oder nehmen Sie den Liebeswahn, bei dem jemand fest davon überzeugt ist, von einer anderen Person geliebt zu werden. Bei Frauen richtet sich der Wahn meist auf hochrangige, etwas ältere Männer. Bei Männern – wo die Störung ohnehin kaum vorkommt – eher auf attraktive, jüngere Frauen. Hier spiegeln sich die aus der evolutionären Psychologie bekannten, unterschiedlichen reproduktiven Strategien wieder: Frauen suchen Sicherheit für die langjährige Brutpflege, Männer wollen ihre Gene unter möglichst vielen jungen und gesunden Frauen verbreiten. SZ: Wenn leichte Symptome psychischer Störungen manchmal hilfreich sind, wäre es dann sinnvoll, mit der Therapie zu warten? Brüne: Es kommt natürlich auf den Schweregrad der Erkrankung an, aber ich glaube auch, dass man nicht jedes Symptom ohne Überlegen einfach nur wegtherapieren sollte: Leichte depressive Symptome können in der Tat bei einem Betroffenen ein Hinweis darauf sein, dass in seinem Leben etwas falsch läuft und vielleicht den Anstoß dazu geben, wichtige biographische Entscheidungen anzugehen. SZ: Sollte der Mensch also gar nicht immer nur nach dem Glück streben? Brüne: Manche Forscher vertreten die Ansicht, dass es keine selektiven Vorteile bringt, immer nur froh und glücklich zu sein. Vielmehr könnte es so sein, dass eine gewisse Unzufriedenheit Menschen erst dazu antreibt, aktiv zu werden und ihre Lage zu verbessern. SZ: Die Evolution verurteilt uns also zu ewiger Unzufriedenheit? Brüne: Vielleicht ist es nicht nur Unzufriedenheit an sich, sondern das permanente Streben des Menschen nach Neuem. Interview: Christian Weber Fliegen gedopt Zellen der Tiere wachsen schneller Wenn Fruchtfliegen die Droge Methamphetamin zu fressen bekommen, beeinflusst dies eine Reihe von Genen, die wichtige Körperfunktionen steuern. Wie ein Team um den Entomologen Barry Pittendrigh von der University of Illinois berichtet, wirkt sich die Droge unter anderem auf die Muskulatur, das Hormonsystem und den Kalziumgehalt in den Zellen sowie auf den Zuckerstoffwechsel der Insekten aus (PLoS One, online). Bisherige Studien über die Auswirkungen von Methamphetamin hätten sich häufig allein auf die Gehirnfunktionen beschränkt, schreiben die Forscher. Die gedopten Zellen benötigen zum Beispiel keinen Sauerstoff, um effizient Energie gewinnen zu können – eine Fähigkeit, die ein schnelles Wachstum ermöglicht und über die auch menschliche Krebszellen verfügen. Das Methamphetamin war für die Fliegen weniger giftig, wenn sie zusätzlich Trehalose zu fressen bekamen. Dieser Zucker kommt auch natürlicherweise im Blut von Insekten vor. Von menschlichen Konsumenten der Droge ist bekannt, dass sie sehr süße Getränke bevorzugen. kabl these-Stress-Modell der Psychiatrie, das davon ausgeht, dass ein Mensch über eine gewisse Vulnerabilität – Verletzlichkeit – für eine Krankheit verfügt, die dann bei bestimmten Stressoren zum Ausbruch kommt. Evolutionäre Psychiater wissen, dass dieselben Gene sich unter bestimmten Umweltbedingungen günstig oder ungünstig für seinen Träger auswirken können. SZ: Was bringen evolutionäre Ansätze für den klinischen Alltag? Brüne: Schon das allgemein bessere Verständnis der Krankheit durch die Evolutionstheorie hilft – etwa zu der Einsicht, dass wir Männer und Frauen besser unterscheiden müssen, was derzeitige Diagnosekataloge nicht ausreichend tun. Entdecken Sie den Snob in sich. Le Snob: die Buchreihe für alle, die sich gerne den schönen Dingen des Lebens hingeben. Makellos schön und wundervoll schlicht präsentieren sie Kunsthandwerk, kulinarische Expertisen und kreatives Design aus der ganzen Welt. Die ersten 4 Bände „Zigarren“, „Whisky“, „Tailoring“ und „Lingerie“ gibt es ab sofort im Handel oder unter www.sz-shop.de. Understatement für nur 12,90 Euro je Band. Seite 18 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 WIRTSCHAFT Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Ein Mann sagt das Undenkbare Jamie Dimon, Leiter der US-Investmentbank JP Morgan, schwor seine Mannschaft rechtzeitig auf die Finanzkrise ein. Jetzt warnt er vor dem Staatsbankrott Von Moritz Koch amie Dimon plagten fürchterliche Kopfschmerzen, als am frühen Samstagmorgen des 13. September 2008 eine Telefonkonferenz mit seiner Führungsriege einberief. Der Chef der Großbank JP Morgan Chase war erschöpft. Die tagelangen Krisensitzungen zwischen Wall Street und US-Regierung hatten ihn ausgelaugt. Gleichzeitig aber hatten sie seine Sinne geschärft. Dimon erkannte endlich, wie ernst die Lage war. „Hier ist der Drill“, sagte er nun seinen Managern. „Wir müssen uns jetzt auf einen Insolvenzantrag von Lehman Brothers einstellen.“ Nach einer Pause fuhr er fort. „Und auf einen Merrill-LynchAntrag.“ Kurzes Luftholen. „Und auf einen AIG-Antrag.“ Wieder Pause. „Und auf einen Morgan Stanley-Antrag.“ Dann schließlich: „Und möglicherweise auf einen Goldman-Antrag.“ So jedenfalls berichtete es der New York Times-Journalist Andrew Ross Sorkin in seinem Buch „Too Big To Fail“. Der JP-Morgan-Chef hatte an diesem Septembertag ausgesprochen, was damals als undenkbar galt. Jetzt warnt Dimon erneut vor dem eigentlich Undenkbaren. Er hat seinen Managern die Anweisung erteilt, Vorbereitungen für den Staatsbankrott der USA zu treffen. onen Dollar beschränkt. Dieses Limit in weniger als vier Wochen erreicht. Falls es bis dahin keine Einigung gibt, wird Finanzminister Timothy Geithner seinen Offenbarungseid mit ein paar Haushaltstricks noch etwas herauszögern können. Doch spätestens im Juli könnten die USA ihre Schulden nicht mehr bedienen. Eigentlich sollte das Votum über die Schuldengrenze Routine sein. Denn die Ausgaben, die zu ihrem Erreichen führen, sind längst beschlossen. Doch die Republikaner nutzen die Abstimmung als Machtinstrument. Es ist eine Situation, die an das „Chicken Game“ erinnert, eine Mutprobe: Zwei Halbstarke rasen in ihren Autos aufeinander zu. Wer zuerst ausweicht, hat verloren. Das Schuldenspiel ist ein Flirt mit dem Desaster. Und seit Montag, ist es noch riskanter geworden. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der USA von „stabil“ auf „negativ“ herabgestuft. Es war ein Warnschuss. Weltweit brachen die Börsen ein. Am Mittwoch erholten sich die Kurse wieder, vorerst jedenfalls. Offenbar gelang es Finanzminister Geithner, mit seiner Botschaft durchzudringen. Seit Tagen tingelt er von Kamera zu Kamera, um zu betonen, dass die Verhandlungen im Kongress Fortschritte machten, dass sich ein Konsens zwischen beiden Lagern bilde. Doch stimmt das überhaupt? Nach jedem Geithner-Auftritt findet sich ein Republikaner, der das Gegenteil behauptet. Der Wortführer der Konservativen ist Paul Ryan. „Wir können die Anhebung der Schuldengrenze nicht einfach durchwinken. Das wäre unverantwortlich“, sagt er – während er seine Partei auf Kollisionskurs mit den Demokraten hält. „Last Man Standing“, heißt eine neue Dimon-Biographie. Der JP-MorganChef ist der einzige Bankboss, der die Panik von 2008 unbeschadet überstanden hat. Sein Institut ist dank der Krise größer und mächtiger geworden. JP Morgan ist Dimons Lebenswerk, und der 55-Jährige tut alles, um es zu schützen. Noch im vergangenen Jahr, als die Demokraten ihre Finanzreform durch den Kongress peitschten, suchte Dimon nach neuen politischen Verbündeten. Er, der einst als Obamas Finanzminister gehandelt wurde und lange zu seinen stärksten Unterstützern Street zählte, begann mit den mit den Republikanern zu flirten. Schließlich sprachen sie sich gegen Markteingriffe aus, die den Großbanken das Geldverdienen erschweren würden. Doch die Romanze dauerte nur kurz. Inzwischen hat Dimon erkannt, wie gefährlich seine neuen Freunde sind. Auf die Frage, wie er sich auf den drohenden Crash in Washington vorbereite, antwortete er kürzlich bei einem Telefonat mit Analysten: „Wir beten“. Dann machte er eine seiner typischen Pausen. „Und wir planen.“ Personalien Warren Buffett wird verklagt Der legendäre US-Investor Warren Buffett hat sich wegen zwielichtiger Aktiengeschäfte seines ehemaligen Mitarbeiters David Sokol eine Klage eingehandelt. Ein Aktionär seiner Investmentholding Berkshire Hathaway verlangt Schadenersatz, weil die Vorkommnisse das Ansehen des Unternehmens beschädigt hätten, wie der Finanzdienstleister Bloomberg berichtete. Sokol hatte Buffett den Kauf der Spezialchemiefirma Lubrizol empfohlen, Buffett war dem Rat gefolgt. Später stellte sich heraus, dass Sokol kurz zuvor auf eigene Rechnung knapp 100 000 Lubrizol-Aktien gekauft hatte – die schnell an Wert gewannen, als Buffett die Übernahme ankündigte. Wegen des Verdachts auf Insiderhandel trat Sokol zurück – auch wenn er die Vorwürfe zurückweist. Sokol war nicht nur enger Mitarbeiter von Buffett, er wurde auch als aussichtsreicher Nachfolger gehandelt. Für den 80-jährigen Warren Buffett Buffett ist schon allein der VerFoto: dpa dacht eines Insiderhandels im engsten Umfeld besonders schmerzhaft. Er hat stets höhere ethische Standards in der Wirtschaft angemahnt und auch versucht, dies vorzuleben. Sein Milliardenvermögen häufte er mit konservativen Investitionen an, hoch spekulative Anlagen lehnte er ab. Er investiere nur in Unternehmen, deren Geschäft er auch verstehe, sagte er. Das tat er allerdings immer mit großem Erfolg. SZ/dpa J „Wenn die USA ihren Schuldendienst einstellen, wäre das unberechenbar.“ Eine Pleite Amerikas? Völlig abwegig, hätte es noch vor ein paar Monaten geheißen. Doch abwegig ist nichts mehr in Amerika, seit das Abgeordnetenhaus unter dem Einfluss der marktradikalen Tea Party-Bewegung steht. Und Dimon hat ja schon einmal Recht behalten. Zwei Tage nach der morgendlichen Telefonkonferenz bei JP Morgan, meldete Lehman Konkurs an, und wäre Washington nicht eingesprungen, wären bis zum Jahresende alle anderen Finanzkonzerne der Wall Street kollabiert. Alle bis auf einen. So sagte es jedenfalls Notenbankchef Ben Bernanke bei einer Anhörung vor dem Kongress. Und es ist kein Geheimnis, wer dieser eine war: Dimons JP Morgan. Nur: Wie kann man kann sich auf eine Pleite des größten Schuldners der Welt einstellen? Wie werden die Anleger reagieren, wenn das Land, das sie bisher als sicheren Hafen nutzen, seine Kaimauern einreißt? Wahrscheinlich käme es zu einem Preisrutsch am Anleihemarkt, zu Panikverkäufen, zu einer Pleitewelle. Vor ein paar Wochen nahm Dimon an einer Konferenz der amerikanischen Handelskammer teil. Er trug einen blauen Anzug, eine hellblaue Krawatte und JP-Morgan-Chef Jamie Dimon ist der einzige Bankboss, der die Panik von 2008 unbeschadet überstanden hat. Seine frühe Warnung war Gold wert: Sein Institut ist mit der Krise größer und mächtiger geworden. Der heute 55-jährige Dimon wurde zwischenzeitlich auch als Obamas Finanzminister gehandelt, er war einer der großen Förderer des neuen Präsidenten. Später flirtete Dimon mit den Republikanern. Diese Romanze hat er aber ganz offensichtlich beendet. Foto: Intertopics Millionen für Schmidt Eric Schmidt, der frühere Vorstandsund neue Verwaltungsratschef von Google, kann sich über eine Gehaltserhöhung freuen. Als Chef der Internetsuchmaschine hat er lange nur einen Jahreslohn von einem Dollar bekommen. Mit dem Wechsel in den Verwaltungsrat Anfang April vervielfacht sich jetzt sein Salär. Wie Google in der Pflichtmeldung mitteilte, bekommt Schmidt nun jährlich 1,25 Millionen Dollar, hinzu kommt ein erfolgsabhängiger Bonus, der bis zu sechs Millionen Dollar betragen kann. Wirklich arm ist Schmidt nicht: Er besitzt Anteile an Google, die rund sechs Milliarden Dollar wert sind. rdl hatte die Hände in den Schoß gelegt. „Wenn die USA ihren Schuldendienst einstellen würden, wäre das katastrophal, okay? Und übrigens wäre es auch unberechenbar.“ Dann hob er die Hände, um jede Silbe mit einer Geste zu unterstreichen: „Alle, die bereit sind, auf die- sen Knopf zu drücken, sind verrückt.“ Doch der politische Wahnsinn in Washington geht weiter. Die Republikaner wollen die anstehende Abstimmung über Anhebung der Schuldengrenze nutzen, um Präsident Barack Obama und seinen Demokraten drastische Einschnitte in den Haushalt für das kommende Jahr abzuringen – nur zwei Wochen, nachdem sich beide Seiten darauf verständigt hatten, 38 Milliarden Dollar aus dem laufenden Etats zu streichen. Nach bisher geltendem Recht ist die Schuldensumme der US-Regierung auf maximal 14,3 Billi- Apothekers neue Truppe Der neue Hewlett-Packard-Chef Léo Apotheker scharrt alte Weggefährten aus seiner Zeit bei SAP um sich. Marty Homlish, früher SAP-Marketing-Chef, werde diesen Bereich künftig bei HP verantworten und dem Konzernchef direkt zuarbeiten, teilte der US-Computerkonzern mit. Homlish solle helfen, HP als eine Marke nach außen zu präsentieren, kündigte Apotheker an. Experten sehen in der Ernennung eine weitere Stärkung des Software-Geschäfts, das unter Apotheker eine größere Rolle spielen soll. Zugleich gehen dem neuen Konzernchef auch einige Top-Manager von der Fahne. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Thomas Hogan, Verkaufschef der Sparte Unternehmenskunden das Unternehmen verlassen wird. Er wolle sich anderen Interessen widmen, hieß es. Nachfolger wird der bisherige Europa-Chef Jan Zadak. Bereits im Januar hatte Marketingchef Michael Mendenhall seinen Posten geräumt. SZ/Reuters Giftspritzen für den Kandidaten Der frühere britische Premierminister Gordon Brown würde gerne den IWF führen. Doch ausgerechnet in der Heimat stößt er damit auf Widerstand ordon Brown betont bei allen Gelegenheiten, dass ihn nichts mehr aus dem nebligen Schottland herauslocken könnte. Sogar sein Platz im Londoner Unterhaus ist häufig leer. Doch der frühere Labour-Premierminister bastelt dem Vernehmen nach schon längst an einer neuen Karriere. Er will offenbar nächster Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington werden. Nun hat der 60-Jährige allerdings ein Problem: Der amtierende britische Premier David Cameron hat klar gesagt, was er von diesen Plänen hält: Brown mangele es an Kompetenz, den IWF zu führen, ließ er wissen. Wenn jemand ein Schuldenproblem in Großbritannien nicht erkenne, „als wir selbstredend eines hatten, dann kann das nicht die richtige Person sein, um herauszufinden, ob andere Länder in der Welt ein Schuldenproblem haben“, erklärte er giftig. Schon seit Wochen gibt es Spekulationen, dass der amtierende IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor Ablauf seiner im nächsten Jahr endenden, fünfjährigen Amtszeit abtreten wird – um für das G Amt des französischen Präsidenten zu kandidieren. Die Bewerbungsfrist für die Vorwahlen bei seiner sozialistischen Partei endet Mitte Juli. Brown rechnet offenbar damit, dass sich die IWF-Mitglieder wieder nach dem ungeschriebenen Gesetz richten, einen Europäer in das Amt zu berufen – so wie der Posten des Weltbankpräsidenten traditionell an einen Amerikaner geht. Doch diese Regel könnte jetzt zum ersten Mal durchbrochen werden – ausgerechnet auf Initiative Camerons. Der Konservative deutete nun nämlich an, dass es an der Zeit sei, einen Vertreter aus einem der großen Schwellenstaaten zu berufen. Als Favoriten gelten der indische Zentralbankpräsident S Sridhar oder auch der ehemalige südafrikanische Finanzminister Trevor Manuel. Unter den Europäern werden auch dem italienischen Notenbankpräsidenten Mario Draghi Chancen eingeräumt, sollte dieser nicht neuer Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt werden. Brown selbst hat bislang zu den Angriffen Camerons geschwiegen. Aber seine Chancen, den begehrten IWF-Posten zu ergattern, sind erheblich gesunken. Da hilft es auch nicht viel, wenn LabourOppositionsführer Ed Miliband Brown als „eminent qualifizierte Person“ für das Amt des IWF-Chefs lobt. Der frühere Premier- und zuvor, unter Tony Blair, Finanzminister hat sich nach der Wahlniederlage Labours im vergangenen Jahr mit seiner Familie nach Schottland zurückgezogen. Er schrieb ein Buch, das vor kurzem veröffentlicht wurde mit dem Titel „Was folgt: Wie wir weltweit neues Wachstum schaffen“. Ein opulentes Werk, in dem sich Brown als Krisenmanager in Szene setzt. Im Gegensatz zu vielen anfangs zögerlichen europäischen Regierungschefs setzte Brown gleich zu Beginn der Finanzkrise 2008 auf massive staatliche Kapitalhilfen, um die britischen Banken vor dem Schlimmsten zu bewahren. Damit handelte sich der Labour-Politiker weltweit Respekt ein. In seinem eigenen Land stand er jedoch als Schuldenmacher da, was die Konservativen im Wahlkampf leidlich ausnutzten. Dussmann tauscht Spitze aus Die Berliner Dussmann Gruppe trennt sich von ihrem Vorstandsvorsitzenden Thomas Greiner und Finanzvorstand Christiane Jaap. Das Dienstleistungsunternehmen teilte mit, Greiners Stellvertreter Dirk Brouwers übernehme ab sofort den Chefposten. Ein neuer Finanzvorstand soll in Kürze benannt werden. Zu den Gründen für den Wechsel gab es keine Angaben. dpa Gordon Brown – als er noch Premierminister war. Cameron wolle Wahlgegnern keine neue Karriere gönnen, heißt es in London. Ganz perfide wäre es, wenn er nun den Labour-Politiker Lord Mandelson Foto: Polaris /Studio X als IWF-Kandidaten vorschlagen würde. Der frühere Wirtschaftsminister hat aus seiner Abneigung gegen Brown nie einen Hehl gemacht. Andreas Oldag Eine Allianz der Lüfte Lufthansa will eine Art „Star Alliance“ für das Frachtgeschäft. Der neue Cargo-Chef Garnadt träumt vom großen Netz Von Jens Flottau Frankfurt – Der Name ist vielsprechend, schließlich deutet Star Alliance auf eine himmlische Verbindung. Doch bisher kooperieren die an diesem Pakt beteiligten Gesellschaften nur bei Passagierflügen was die Lufthansa nun für das Frachtgeschäft ändern will. Möglichst viele der Kombattanten sollen da mitmachen. „Wir werden auf jeden Fall den Versuch unternehmen, mit Partnern in der Star Alliance neu zu starten“, sagt Karl-Ulrich Garnadt, seit kurzem Chef der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo: „Es gibt keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte.“ Der Manager greift eine alte Idee auf. Im Jahr 2000 startete die Lufthansa mit viel Aufwand die WOW-Allianz, zu der Singapore Airlines, SAS und Japan Airlines gehörten. Auch das: ein großer Name. Doch das Projekt schlief nach wenigen Jahren ein. Vorbei war es mit dem Wow-Effekt. Mit der neuen Fracht-Allianz aus dem Kreis der Star Alliance soll es besser werden. Zu dem Bund gehören neben Lufthansa unter anderem United Airlines und Singapore Airlines. Diese Allianz habe in wichtigen Märkten bereits die kartellrechtlichen Freigaben auch für die ne weitere Kapitalerhöhung von 50 Millionen Euro geeinigt. Womöglich steigt auch Shenzhen-Hauptaktionär Air China künftig direkt bei Jade Cargo ein. Trotz der eher entmutigenden Erfahrungen in China hält es der Lufthanseat Garnadt für denkbar, eine weitere Frachtflugfirma in einem wichtigen Markt zu gründen. Der 54-Jährige hat seinen neuen Posten zu Jahresanfang angetreten. Der ehemalige Bereichsvorstand im Passagiergeschäft ersetzt Carsten Spohr. Spohr wiederum ist in den Konzernvorstand der Lufthansa AG aufgerückt . Dort ist er für das Passagiergeschäft zuständig. Garnadt arbeitet bereits von 1991 bis 1999 für Lufthansa Cargo. An der Heimatbasis in Frankfurt drohen seinem Unternehmen aufgrund eines möglichen Nachtflugverbots gravierende Einschränkungen. Lufthansa Cargo plant im kommenden Winterflugplan mit zehn Flügen pro Nacht, doch das Bundesverwaltungsgericht muss das erst genehmigen. Fraglich ist, wie viele Ausnahmen möglich sind. Lufthansa Cargo führt etwa ein Drittel ihrer Flüge nachts durch. „Wir haben in Frankfurt eine logistische Infrastruktur, die es in dieser Ballung und Qualität in Europa sonst nirgends gibt“, erklärt Garnadt: „Ohne Nachtflüge sinkt die Qualität dramatisch. Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, dann gehen hier die Lichter aus. Aber den Wettbewerbsvorteil, den der Standort heute noch hat, werden wir verlieren. Das wird mindestens dazu führen, dass die Firmen hier betriebswirtschaftlich leiden.“ Der Flughafenbetreiber Fraport hatte selbst ein absolutes Nachtflugverbot beantragt, um im Gegenzug den Bau der vierten Landebahn politisch durchsetzen zu können. Diese soll nun im Herbst eröffnet werden. Den Flughafen Hahn Lufthansa-Manager Garnadt: An den Neustart denken. Foto: Getty Fracht, freut sich Garnadt. Für die Lufthansa ergäbe sich eine Möglichkeit, den Kunden ein deutlich größeres Streckennetz anzubieten. „Jeder, der ein möglichst großes Netz anbieten kann, hat einen Vorteil“, erläutert der Lufthansa-Manager. In China hat Lufthansa Cargo bereits 2004 die Tochterfirma Jade Cargo gegründet, an der auch Shenzhen Airlines beteiligt ist. Der Ableger hat zwar im vorigen Jahr einen operativen Gewinn erreicht, doch die investierten Gelder sind insgesamt noch nicht zurückverdient. Gerade haben sich die Anteilseigner auf ei- „Den Flugbetrieb zwischen Frankfurt und Hahn aufzuteilen, ist nur mit viel Aufwand möglich.“ im Hunsrück, der sich als Frachtstandort etablieren will, sieht Garnadt nicht als Alternative. „Den Flugbetrieb zwischen Frankfurt und Hahn aufzuteilen, wäre nur mit erheblichem Mehraufwand denkbar“, sagt er: „Und wir würden bei den Transportzeiten bis zu sechs Stunden verlieren - ganz zu schweigen von völlig überflüssigen ökologischen Belastungen durch Zehntausende zusätzlicher LkwBewegungen." Schon einmal hatte die Lufthansa versucht, im Frachtgeschäft eine Allianz mit anderen Fluggesellschaften zu schmieden. Das Projekt scheiterte. Foto: Reuters Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 WIRTSCHAFT 1505,40 HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 19 Begehrtes Edelmetall Der Goldpreis ist auf einen neuen Rekordwert gestiegen: Die Anleger fürchten Inflation und sehen das Edelmetall als sicheren Hafen an. Auch Regierungen und Zentralbanken halten große Reserven. Der Preis legt sogar zu, obwohl in den Minen wieder mehr gefördert wird. Die zehn Staaten mit den höchsten Goldreserven Angaben in Tonnen USA Deutschland Italien Frankreich China Schweiz Russland Japan Niederlande Indien 3401 2452 2435 1054 1040 789 765 613 558 8134 Politik und Markt 1500 Tageshoch am 20. April Deinbus siegt gegen Bahn Frankfurt – Im Kampf gegen einen Anbieter von Fernbusreisen hat die Deutsche Bahn eine juristische Schlappe einstecken müssen. Das Landgericht Frankfurt lehnte am Mittwoch eine Unterlassungsklage der Bahn gegen die Mitfahrzentrale Deinbus ab. Die Kammer beanstande die Genehmigung des Landratsamts Bodenseekreis für Deinbus nicht, da die Behörde hier Ermessensspielraum habe, sagte die zuständige Richterin Claudia Dieler. Das Start-up-Unternehmen mit Sitz in Offenbach bietet über das Internet günstige Busreisen an, die allerdings nur bei ausreichender Nachfrage zustande kommen. Vor allem die Strecke Frankfurt – Köln ist an Wochenenden sehr gefragt. Das Personenbeförderungsgesetz von 1931 sieht aber strenge Voraussetzungen für Busfahrten im Fernverkehr vor. Die Kammer hatte zu klären, ob es sich bei dem Geschäftsmodell um Gelegenheits- oder Linienverkehr handelt. Entgegen der ersten Einschätzung zu Prozessbeginn im November sah die Kammer die Voraussetzungen für einen Linienbetrieb nicht erfüllt und wies die Klage ab. Das Verhalten des beklagten Unternehmens sei aufgrund der erteilten Erlaubnis nicht wettbewerbswidrig. Die siegreichen Jungunternehmer kündigten nach der Urteilsverkündung an, ihr Streckenangebot ausbauen zu wollen. Von der Deutschen Bahn war zur Urteilsverkündung niemand erschienen. Der Staatskonzern will vor der Entscheidung über eine mögliche Berufung zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. „Mit dem Verfahren haben wir eine Klärung der rechtlichen Spielregeln angestrebt, die für alle Anbieter von Busverkehren gelten“, rechtfertigte die Bahn ihre Klage in einer Stellungnahme. (Az. 3-11 O 83/10) dapd 1400 1300 1200 1100 1000 900 800 700 600 Förderung in den Minen weltweit Angaben in Tonnen 2600 500 400 300 2500 200 2400 100 0 2000 2005 2010 0 Goldpreis in Dollar 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 SZ-Graphik: Ilona Burgarth; Foto: Laif, Reuters; Quelle: Reuters, World Gold Council, GFMS, Bloomberg, Commerzbank Corporates & Markets chon Johann Wolfgang von Goethe hatte es geahnt und dichtete: „Nach Golde drängt/ Am Golde hängt/ Doch alles. Ach wir Armen!“ In Zeiten großer politischer und ökonomischer Unsicherheit drängen noch mehr Menschen als sonst nach Golde, und vielleicht erklärt das, warum der Preis für die Feinunze auf mehr als 1500 Dollar gestiegen ist – eine angeblich „magische Marke“, wie es die Börsenexperten gern nennen. Grund für den Goldboom sind Zweifel an der Kreditwürdigkeit der USA. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte angedroht, den Vereinigten Staaten das Spitzenrating AAA zu nehmen, sollte das Land nicht entschlossen sein Haushaltsdefizit bekämpfen. „Die Investoren misstrauen dem Papier- S Die große Gier nach Gold geldsystem“, sagt Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Die Schuldenkrise in Europa und die riesige US-Finanzlast beunruhigten die Anleger. „Gleichzeitig kaufen mittlerweile auch die Notenbanken weltweit wieder Gold ein, nachdem sie in den vergangenen Jahren ihre Bestände tendenziell abgebaut hatten“, sagt Fritsch. Seit Beginn des Jahres legte der Goldpreis damit um mehr als sechs Prozent zu. Gleichzeitig stieg der Preis für Silber, in der Spitze auf 44,34 Dollar. Das ist der höchste Wert seit 1980; damals erreichte auch der Goldpreis einen Hochstand (Graphik). Seit Monaten haben Experten mit steigenden Preisen für Edelmetalle gerechnet und neue Spitzenwerte vorhergesagt. Allerdings werden die Prognosen derzeit viel schneller von der Realität eingeholt als erwartet. Dennoch hält Rohstoffexperte Thorsten Proettel von der Landesbank LBBW vorerst an seiner Vorhersage fest – die liegt knapp über 1500 Dollar zum Jahresende. Experten von Goldman Sachs rechnen mit bis zu 1700 Dollar. Ein weiterer Preistreiber ist die Furcht vor Inflation. Denn Geldentwertung lässt Gold und Silber in den Augen vieler Anleger als „sicheren Hafen“ er- scheinen. Während die deutschen Verbraucher derzeit mit einer Teuerung von gut zwei Prozent zurechtkommen müssen, beträgt sie in China 5,4 Prozent, in Indien sind es 8,9 Prozent. Dieser jüngste Höhenflug werde „vor allem durch Termingeschäfte angetrieben“, sagt Experte Proettel. Dabei versprechen Investoren, Gold zu einem späteren Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis abzunehmen. Dagegen nahmen Käufe von Goldfonds ebenso wenig zu wie die Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren. Die Gefahr ist nun, dass spekulative Anleger Edelmetalle gekauft haben und schnell wieder aussteigen, dann würden die Preise kräftig fallen. Proettel aber sagt: „Längerfristig spricht viel für hohe Edelmetallpreise.“ zyd Griechen spalten Koalition Berlin – In der schwarz-gelben Koalition bahnt sich ein Konflikt über eine mögliche Umschuldung Griechenlands an. Der Finanzexperte der Unionsfraktion im Bundestag, Klaus-Peter Flosbach (CDU), wandte sich gegen einen solchen Schritt, bei dem Geldgeber auf Forderungen verzichten müssen. FDP-Europa-Experte Oliver Luksic sprach sich dagegen für einen Schuldenschnitt aus. Mit einem solchen Schnitt wäre Athen einen Teil seiner Schulden auf einen Schlag los. An den Finanzmärkten wird angesichts der enormen Schuldenlast Griechenlands mit einer Umschuldung noch vor 2012 gerechnet. dpa ANZEIGE Lokführer drohen mit weiteren Streiks Von Annäherung keine Spur: Die Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft und den fünf Bahn-Konkurrenten wird immer verbissener. Warum eigentlich? Von Daniela Kuhr Berlin – „Lügen, Tricksen, Täuschen“ – das hat der Vorsitzende der LokführerGewerkschaft GDL, Claus Weselsky, am Mittwoch den Arbeitgebern vorgeworfen. Die Aussage macht deutlich: In dem seit Monaten andauernden Tarifkonflikt gibt es immer noch keine Annäherung. Nach zunächst ein- und zweitägigen Arbeitsniederlegungen haben die Lokführer in dieser Woche erstmals 60 Stunden am Stück gestreikt. Die Süddeutsche Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen: Wird es weitere Streiks geben? Das ist gut möglich. Für die Osterfeiertage hat GDL-Chef Weselsky zwar eine Pause angekündigt. Für die Tage danach schließt er aber weitere Streiks nicht aus. Der Arbeitskampf sei nötig, „um den Arbeitgebern die Grenzen aufzuzeigen“, sagt Weselsky und betont, dass die Streikkasse der Gewerkschaft sehr gut gefüllt sei. Bei welchen Unternehmen? Nachdem die GDL sich kürzlich mit der Deutschen Bahn (DB) geeinigt hat, sind von den Streiks überwiegend nur noch die Töchter von fünf großen DB-Konkurrenten im Regionalverkehr betroffen, nämlich Abellio, Netinera, Veolia, Benex und die Hessische Landesbahn. Was wollen die Lokführer erreichen? Sie wollen bundesweit einen Rahmentarifvertrag, in dem Entgelte, Zulagen, Weihnachtsgeld und Kernarbeitszeiten einheitlich geregelt sind – für alle 26 000 Lokomotivführer, egal bei welchem Unternehmen sie angestellt sind, und egal, ob sie im Regional-, Güter-, oder Fernverkehr arbeiten. Alle sollen das erhalten, was die DB ihren Lokführern bietet. Nach eigenen Aussagen will die GDL damit Lohndumping verhindern. Warum sperren sich die Arbeitgeber? Der Widerstand der Arbeitgeber hat vor allem einen Grund: Sie haben sich bereits im Januar mit der weitaus größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG sowie der Deutschen Bahn auf einen Branchentarifvertrag (BTV) geeinigt. Nach Angaben der Arbeitgeber ist damit Lohndumping im Regionalverkehr nicht mehr möglich. Anders als die DB wollen die Konkurrenten die im BTV ausgehandelten Standards auf alle ihre Mitarbeiter anwenden, also auch auf die Lokomotivführer. „Wenn wir einen eigenen Tarifvertrag für Lokführer akzeptieren würden, müssten wir damit rechnen, dass morgen die Kundenbetreuer und übermorgen die Werkstattmitarbeiter kommen und ebenfalls eigene Tarifverträge verlangen“, sagt Ulrike HaberSchilling, Arbeitsdirektorin bei Veolia Verkehr. Besteht bei Lokführern die Gefahr von Lohndumping? Es fällt schwer, dieses Argument der GDL nachzuvollziehen. Zum einen haben Lokführer bislang keine Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Es ist also niemand gezwungen, sich ausbeuten zu lassen. Hinzu kommt: Die Arbeitgeber haben ja bereits einen Branchentarifvertrag abgeschlossen. Zuvor hatten tatsächlich einige Unternehmen 15 bis 20 Prozent weniger gezahlt als die DB. Die jetzt im BTV vereinbarten Standards liegen aber nur noch etwa 6,5 Prozent unter dem Tarifniveau der DB. Die neuen Bedingungen sind bei allen künftigen Verkehrsverträgen anzuwenden, die die Unternehmen abschließen. Bei laufenden Verkehrsverträgen gilt: Einige Unternehmen, wie etwa die Bayerische Oberlandbahn, zahlen ohnehin bereits besser als die DB. „Dieses höhere Lohnniveau wird selbstverständlich beibehalten“, sagt Haber-Schilling. Andere Unternehmen dagegen werden ihr Lohnniveau „schrittweise an den BTV angleichen“. Darüber werde bereits mit der EVG verhandelt. Warum zahlen nicht alle Arbeitgeber so viel wie die Deutsche Bahn? Den 6,5-prozentigen Abstand im BTV hielt der SPD-Politiker Peter Struck, der in dem Fall als Schlichter fungiert hatte, für angemessen. Hauptgrund ist, dass die DB als Staatskonzern und wegen ihrer Größe über Wettbewerbsvorteile verfügt. So erhält sie beispielsweise bessere Konditionen, wenn es um den Kauf von Zügen und deren Finanzierung geht. Müssten ihre Wettbewerber also ihren Angestellten genau das Gleiche bieten wie die DB, hätten sie es bei Ausschreibungen schwer. Die GDL will solche Abweichungen jedoch nicht akzeptieren. Worum geht es der GDL tatsächlich? Nach Meinung von Beobachtern spielt sich hier ein Machtkampf zwischen zwei Gewerkschaften ab. Die GDL, die nach eigenen Angaben 75 Prozent aller Lokführer vertritt, will zeigen, dass sie mehr für ihre Klientel herauszuholen vermag als die große EVG. Sollte ihr das nicht gelingen, hätte sie Schwierigkeiten, ihre Existenzberechtigung nachzuweisen. Ist das Ziel der GDL nicht berechtigt? Im Prinzip schon. Jede Berufsgruppe hat das Recht, ihre Interessen zu vertreten. Zumal, seitdem das Bundesarbeitsgericht im vergangenen Jahr ausdrücklich erlaubt hat, dass in einem Unternehmen mehrere Tarifverträge gleichzeitig gelten. Schwierig wird es allerdings, wenn diese Berufsgruppe nur noch die eigenen Interessen vertritt - und die Gesamtbelegschaft völlig aus den Augen verliert. Die schwarz-gelbe Koalition ist sich noch unschlüssig, ob sie solche Exzesse nicht vielleicht per Gesetz verhindern sollte. über 40 Jahre ... der bessere Name für Wärmepumpe www.günstigewärme.de Raucher hamstern Tabak Berlin – Vor der Tabaksteuererhöhung zum 1. Mai decken sich die Raucher in Deutschland im großen Stil mit Glimmstängeln ein. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden 17,5 Prozent mehr Zigaretten als im Vorjahresquartal versteuert, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Der Absatz von Drehtabak nahm sogar um 24,7 Prozent zu. Die Menge der versteuerten Zigarren und Zigarillos stieg um 9,9 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich auch der Absatz von Pfeifentabak um 18,0 Prozent, obwohl er nicht von den Steuererhöhungen betroffen sein wird. Insgesamt wurden im ersten Quartal Tabakwaren im Wert von 6,3 Milliarden Euro versteuert. Das waren 993 Millionen Euro oder 18,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bis 2015 sollen Zigaretten pro Packung stufenweise um jährlich vier bis acht Cent teurer werden. Noch kräftiger fällt die Steuererhöhung auf Feinschnitt aus. Derzeit nimmt der Fiskus 13 Milliarden Euro Tabaksteuern im Jahr ein. Reuters Die Deutsche Bahn hat sich geeinigt, die anderen noch nicht . . . Foto: dapd Kampf um die Passagierdaten Der Streit zwischen EU und USA eskaliert. Doch auch untereinander sind die Europäer uneins Von Jens Flottau Frankfurt – Der Streit über die Weitergabe von Passagierdaten zwischen den USA und der EU-Kommission spitzt sich offenbar zu. Innenkommissarin Cécilia Malmström hat laut einem Bericht der Financial Times Deutschland wegen der Differenzen ein Treffen mit US-Unterhändlern abgesagt. Auch im Europäischen Parlament droht das Abkommen wegen der weitgehenden Forderungen der USA zu scheitern. Die Kommission bestätigte den Vorgang zunächst nicht. Im Kern des Streites geht es um die Frage, welche Daten die USA von europäischen Passagieren einsehen, behalten und weitergeben dürfen. Schon jetzt speichern sie unter anderem Angaben zu Namen und Adressen oder Telefondaten, auf die sie über die Buchungsunterlagen der Fluggesellschaften Zugriff haben. Dies geschieht bislang, ohne dass es dafür in Europa eine rechtliche Grundlage gibt. Die Amerikaner wollen aber nicht nur die aktuelle Praxis formal legitimieren lassen, sondern sie auch noch weiter verschärfen. Die Daten sollen künftig noch länger gespeichert werden dürfen, nämlich statt 15 mehr als 20 Jahre. Es soll außerdem möglich sein, sie auch an andere Länder weiterzugeben. Dies wird in Europa mehr oder weniger durchgängig abgelehnt. Allerdings sind die USA bislang nicht von ihrer Position abgerückt. Auch die Fluggesellschaften haben Bedenken gegen das Datensammeln. Ihnen geht es allerdings weniger um die Grundrechte ihrer Passagiere, sondern um den organisatorischen Mehraufwand und zusätzliche Kosten. Die Auseinandersetzung mit den USA lenkt davon ab, dass es innerhalb der Europäischen Union ebenfalls gravierende Meinungsunterschiede gibt. Die Länder streiten um die Frage, welche Daten von Passagieren, die innerhalb der EU reisen, festgehalten und ausgewertet werden dürfen und welche nicht. Während zahlreiche Länder sich dafür ausgesprochen haben, die Passagierdaten bis zu fünf Jahre lang zu speichern, sind Deutschland und einige andere Länder gegen den Vorschlag. In Deutschland spielt das einschlägige Urteil des Bundesverfassungsgerichtes eine wichtige Rolle. Darin ist der Gesetzgeber ermahnt worden, mit den persönlichen Daten der Reisenden vorsichtig umzugehen. EU-Innenkommissarin Malmström ist indes davon überzeugt, dass die Informationen dazu genutzt werden können, Verbrechen aufzuklären und künftige Taten zu verhindern. Sie will deswegen versuchen, einen Kompromiss auszuhandeln, der den Bedenken der Datenschützer zumindest teilweise gerecht wird. Gaddafi, Qadhafi, Elkaddafi? Die vieldeutige Transkription erschwert das Aufspüren von Bankkonten des Despoten ie Jagd nach Despoten hängt manchmal an Buchstaben. Der libysche Revolutionsführer Muammar alGaddafi etwa darf in der EU, der Schweiz und den USA kein Konto eröffnen, Gelder von ihm und seines Clans wurden eingefroren. Das Problem: AlGaddafi heißt auch Qadhafi. Und Elkaddafi. Aber auch die dürfen keine Bankgeschäfte mehr machen. Arabische Namen können nicht eins zu eins in lateinische Buchstaben transkribiert werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Laute mit westlichen Lettern nachzuahmen – exakt sind sie nie. Dazu kommt, dass im Arabischen diverse Dialekte existieren. Die Banken bekommen von der Politik schwarze Listen, auf denen Despoten und ihre Helfershelfer landen. Wollen die Geächteten trotz der vorgesehenen Sanktionen einen Deal mit der Bank eingehen, schlägt der Computer Alarm. Doch die EU gibt in ihrer Verordnung nur eine Schreibweise vor: Muammar Mohammed Abu Minyar Qadhafi. Seit Anfang März steht der Name auf einer Liste, die laufend aktualisiert wird. So ganz sicher, wie der Herr nun heißt, ist sich die EU aber auch nicht: In der jüngsten Version vom 12. April heißt er plötzlich Al-Gaddafi. D Wer fliegt, wie diese Passagiere am Flughafen Frankfurt, gibt viele Informationen über sich preis. EU und USA streiten darüber, welche dieser Daten gespeichert und weitergegeben werden dürfen. Foto: dpa Die Verantwortung, an die möglichen anderen Transkriptionen zu denken, liegt bei den Banken. Das sagt die EU ebenso wie Bundesbank und Bundeswirtschaftsministerium. Die EU liefere eine eindeutige Identität, so eine EU-Sprecherin: Es werden zusätzlich zum Namen noch Geburtsjahr und Geburtsort sowie die Funktion genannt („Revolutionsführer“). Manche Schergen werden auch mit ihrer Passnummer identifiziert. Neben al-Gaddafi stehen aktuell 38 weitere Libyer und diverse Organisationen, die mit dem Machthaber verstrickt sind, auf dem Index. Die EU ist mit dem Problem nicht allein. Das US-Finanzministerium zählt für al-Gaddafi gleich zwölf Alias-Namen auf. Schweizer Banken können sich im Zweifel an ihr Außenministerium wenden, welche Versionen sie suchen sollen. Eine weitere Schwierigkeit: Al-Gaddafi wird – unter welchen Namen auch immer – nicht persönlich mit Sonnenbrille in die Bank kommen. Solche Geschäfte wickeln Schattenmänner ab. Auch sie stehen oft auf den offiziellen Listen, noch mehr Namen finden sich meist in den Datenbanken, auf die Geldhäuser zugreifen. Diese Programme weisen in der Regel außerdem auf alternative Schreibweisen hin. Muammar al-Gaddafi. Foto: AP Ein Anbieter für Despoten-Datenbanken ist die Londoner Firma World Check. Für al-Gaddafi schlägt ihr System 46 verschiedene Schreibweisen vor. Die Datenbank verknüpft die originale arabische Schreibweise mit den Transkriptionen, um Missverständnisse zu verhindern. Das Wall Street Journal berichtet, dass amerikanische Banken sich nicht auf die IT verlassen, sondern zusätzlich per Hand durch die Akten gehen, um keine Übersetzungsmöglichkeit zu übersehen. Als Geldparkplatz für arabische und afrikanische Diktatoren will keiner am Pranger stehen. Bastian Brinkmann Seite 20 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 WIRTSCHAFT Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Zwischen den Zahlen Aufstand gegen Jürgen Großmann Eklat bei der RWE-Hauptversammlung: Großaktionäre düpieren den sturen Konzernchef. Die Gesellschafter haben eigene Ideen für den Atomausstieg Von Markus Balser Essen – Es herrscht Stillstand bei RWE. Es geht nicht vorwärts und nicht zurück. Am Eingang zur Hauptversammlung des Konzerns in der Essener Grugahalle sind die Besucher plötzlich in einem grünen und roten Netz gefangen. Bunte Wollknäuel fliegen durch die Luft. Mit Fäden versperren Anti-Atom-Demonstranten den Eingang. Ein Milliardenkonzern im Griff von Baumwolle. Polizisten in Kampfausrüstung müssen Manager in Anzügen mit Scheren befreien. „Schämt euch“, rufen die Demonstranten. Dass es turbulent zugehen würde, bei der ersten Hauptversammlung nach der Katastrophe von Fukushima war RWEChef Jürgen Großmann klar. Mit diesen Tumulten aber hatte er nicht gerechnet. Wegen der Proteste beginnt die Versammlung eine halbe Stunde zu spät. 5000 Aktionäre müssen warten. Als die Rede Großmanns beginnt, wird klar: Die Reizfigur der Atomgegner in Deutschland erlebt den schwersten Auftritt seiner Karriere. Demonstranten haben sich in die Halle verteidigt die Klage des Konzerns gegen das Moratorium und die vorübergehenden Stilllegung des AKW Biblis. „Das sind wir Ihnen, unseren Aktionären, schuldig.“ Und der Mann mit Zwei-Meter-und-mehr-Maß warnt vor steigenden Strompreisen, die in Deutschland zur Schließung von Werken der energieintensiven Aluminiumindustrie führen könne. Der beschleunigte Ausstieg gefährde Jobs und Wohlstand in der Bundesrepublik. Dabei sei der Sicherheitsgewinn angesichts von 143 Kernkraftwerken in Europa marginal. Auch RWE will im Ausland den Bau neuer Kernkraftwerke vorantreiben. Großmanns Urteil über die eigenen Kritiker fällt deutlich aus: „Wir haben derzeit in Deutschland so viele Energieexperten wie sonst nur Fußball-Bundestrainer. Stimmen echter Fachleute gehen in diesem Grundrauschen unter.“ Zu viel Selbstbewusstsein, so befinden selbst internationale Investoren. Sie werfen RWE schwere Fehler vor. Christoph Hirt vom Großinvestor Hermes in London, der Vermögen in Höhe von etwa 80 Milliarden Euro verwaltet, greift das Management in der Hauptversammlung scharf an. Der von RWE eingeschlagene Konfrontationskurs berge große Risiken und schade dem Ruf der Firma. Eine Teilnahme an der gesellschaftlichen Debatte sei unter diesen Umständen kaum noch möglich. Die Konzernführung müsse deshalb ihre Strategie dringend überdenken, gegen das Moratorium der Regierungskoalition zu klagen, fordert Hirt. Der Konzern, der so viele Treibhausgase wie kein anderer in Europa in die Luft pustet, müsse zudem eine überzeugende Kohlenstoffdioxid-Strategie vorlegen. Auf Mitarbeiter und Aktionäre kämen in den nächsten Monaten sonst gewaltige Probleme zu, warnt der Aktionär. Auch der größte deutsche Fondsverwalter DWS, eine Tochter der Deutschen Bank, fordert eine Kurskorrektur. Der Konzern steuere mit hohen Investitionen in die falsche Richtung, sagt Portfoliomanager Christoph Ohme. „Man ist mit Vollgas in die Sackgasse gefahren und hat nun Probleme mit dem zu langen Bremsweg.“ Der Fonds habe 140 Millionen Euro in den Konzern investiert. „Unsere Aufgabe ist es, damit verantwortungsvoll zu wirtschaften.“ Bei RWE gebe es da Zweifel. Andere Aktionärsvertreter kritisieren die Pläne des Konzerns zum Bau neuer Kernkraftwerke im Ausland: „Neues Geld für derartige Hochrisikotechnologien wird es mit unserer Unterstützung nicht geben“, sagt ein Vertreter des Investmentfonds Union Investment. Jürgen Großmann denkt anders. (Seite 4) Yahoo läuft die Zeit davon Von Thorsten Riedl Yahoo liegt am Boden: Umsatz und Gewinn schwinden – und das in Zeiten, in denen sich die Ergebnisse der Rivalen Google oder Facebook in einer ähnlicher Dimension ändern, nur mit umgekehrten Vorzeichen. In einem stark wachsenden Markt für Online-Werbung gelingt Yahoo damit ein Kunststück. Trotz des miesen Abschneidens werten Analysten das Ergebnis als Erfolg. Es hätte ja noch schlimmer kommen können. Doch Yahoo-Chefin Carol Bartz läuft bei der Sanierung des Internetpioniers die Zeit davon. Jetzt zeigt sich auch noch, dass die Allianz mit Microsoft erst später Früchte tragen wird. Vielleicht zu spät. Yahoo war einmal die erste Adresse im Netz. Lange her. Das Management hat viele Trends verschlafen. MicrosoftChef Steve Ballmer, dem es ähnlich erging, sah die Lösung in einem Zusammenschluss. Doch Yahoo war dagegen. Das war wohl sogar richtig. Denn Microsoft und Yahoo versuchen sich seit vergangenem Jahr daran, zumindest ihre Suchmaschinen zusammenzulegen. Doch die Allianz kommt nicht voran, erst zum Ende des Jahres sollen technische Probleme gelöst sein. Nirgends dreht sich die Welt so schnell wie im Internet. Wenn die SuchAllianz von Microsoft und Yahoo endlich funktioniert, haben die Rivalen längst einen kaum mehr einzuholenden Vorsprung. Bartz muss das Tempo erhöhen. (Seite 21) Als die Trillerpfeifen verstummen, wiederholt der Vorstandschef: „Wir stehen zur Kernkraft.“ geschmuggelt und übertönen ihn mit Trillerpfeifen. „RWE abschalten“ und „Atomprofite? Schluss jetzt!“, fordern sie auf riesigen Plakaten. Einige Aktionäre und Mitarbeiter versuchen die Botschaften verschwinden zu lassen. Es kommt zum Handgemenge. Sicherheitskräfte führen Umweltschützer ab. Die RWE-Hauptversammlung wird zum Abbild der hitzigen Debatte im ganzen Land. Als der Lärm der Trillerpfeifen verhallt, wiederholt Großmann den Satz, der ihm so wichtig ist: „Wir betreiben Kernkraftwerke und dazu stehen wir.“ Am Mittwoch kommt es zum Showdown zwischen Atombefürwortern und Atomgegnern. RWE betreibt fünf der 17 Atomkraftwerke in Deutschland. Nach Fukushima aber ist kein anderer AKWBetreiber so in die Kritik geraten, wie der Essener Konzern. Während die eigene Branche von der Atomenergie abrückt, die Konkurrenten Eon, Vattenfall und EnBW diplomatisch über eine Strategiewende nachdenken, bleibt RWE-Chef Großmann stur auf Pro-Atom-Kurs. Als einziger Konzern will RWE gegen das Atom-Moratorium der Bundesregierung klagen. Wie sehr sich die Konzernspitze um Großmann damit isoliert, wird hinter Japan schmerzt die Autobauer München – Toyota schraubt seine Fertigung in Nordamerika wegen fehlender Teile aus Japan noch weiter herunter. Eine Woche lang stehen die Bänder sogar komplett still. Die Einschränkungen gelten bis Anfang Juni. Danach werde erneut entschieden, teilte Toyota Nordamerika mit. Das Erdbeben im März und seine Folgen hatten den weltgrößten Autohersteller hart getroffen. Erst in dieser Woche war die Fertigung an allen Standorten in Japan wieder angelaufen, allerdings vorerst nur mit halber Auslastung. Es fehlen immer noch Teile von Zulieferern. Toyotas eigene Komponentenwerke fielen ebenfalls zwischenzeitlich aus. Deshalb ruckelt es auch bei den Fabriken im Ausland. Auch in China fährt der Autokonzern seine Produktion auf die halbe Leistung runter. Auch in Europa musste der Konzern seine Fertigung drosseln. Toyota Deutschland warnte bereits vor Lieferengpässen bei Neufahrzeugen. In den USA ist die Lage noch etwas entspannter: Die Höfe stehen üblicherweise voll mit Neuwagen, weil Amerikaner ihr Auto gleich mitnehmen wollen. Dieser Puffer wird aber über kurz oder lang aufgebraucht sein. Auch der US-Autobauer General Motors (GM) sieht die Belastung seiner Lieferkette durch die Japan-Krise als sein größtes Problem. Allerdings gehe er nicht davon aus, dass der Ausblick für den US-Absatz gesenkt werden müsse, sagte GM-Chef Dan Akerson bei einer Auto-Messe in New York. Dank einer starken Nachfrage in Schwellenländern hat der französische Autohersteller Peugeot Citroën seine Lieferprobleme aus Japan wegstecken können. Im ersten Quartal stieg der Umsatz des Konzerns um zehn Prozent auf 15,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Schnell wachsende Märkte in Russland, Lateinamerika und China glichen einen rückläufigen Absatz in Westeuropa aus. Peugeot Citroën bekräftigte zwar seine Jahresprognose für 2011. „Die Produktion in Japan muss sich noch normalisieren und die Gruppe beobachtet die Situation genau“, teilte das Unternehmen jedoch mit. Der Effekt aus Japan auf das zweite Quartal könnte schlecht vorausgesagt werden. dpa/Reuters Demonstranten mussten von der Polizei zurückgedrängt werden – die Hauptversammlung des Essener Atomkonzerns RWE wurde zur Bühne für den gesellschaftlichen Kampf um die Energiezukunft. Der beratungsresistente Konzernchef Großmann legte es auf Konfrontation mit den Atomkritikern an, was selbst der Fonds der Deutschen Bank irgendwie ungeschickt fand. Foto: dapd verschlossenen Türen am Rande des Aktionärstreffens klar. Widerstand gegen den Chef erwächst längst auch aus den eigenen Reihen. Bereits am Vorabend kommt es zum Eklat zwischen Konzernspitze und einflussreichen Eigentümern. Bei einem Treffen am Dienstagabend hätten sich die Kommunen, die 25 Prozent am Konzern halten, auf einen raschen Atomausstieg geeinigt, verlautet am Mittwoch aus Konzernkreisen. Große Kommunen hätten Vorschläge für eine neue Strategie beschlossen. Diese sollten dem Vorstand in den nächsten Wochen vorgelegt werden. Das komme einem Misstrauensvotum gegen die gesamte RWE-Führung gleich, heißt es. Vorstandschef Jürgen Großmann sei über diesen Affront vollkommen überrascht gewesen. Bei einem Treffen mit Vertretern der kommunalen Aktionäre habe er erklärt, mit ihm sei ein beschleunigter Atomausstieg nicht zu machen. Dann macht es ohne mich! Die Fronten verhärten sich. Der RWEChef selbst kritisiert auf der Hauptversammlung das Atom-Moratorium der Bundesregierung heftig. „Unsere Regierung hat nach dem Motto gehandelt: Erst abschalten, dann prüfen.“ Großmann C&A entstaubt sich schon wieder Der Modehändler ändert sein Logo, sucht jüngere Kunden und investiert weiter in neue Häuser Von Stefan Weber Düsseldorf – Alle paar Jahre überarbeiten die Marketingstrategen von C&A vorsichtig das blau-rote Logo des Modeunternehmens. Veränderungen nehmen sie nur sehr behutsam vor. Die Stammklientel soll nicht irritiert werden. Aber ein bisschen flotter, ein wenig luftiger wird das Markenzeichen von Zeit zu Zeit schon getrimmt. In diesem Jahr ist es wieder so weit: Der blaue Hintergrund im rot umrandeten Firmenzeichen muss weichen. „Frisch und modern“ sei das neue Logo, findet Andreas Seitz, Europa-Vorstand des Bekleidungshändlers. Und interpretiert eine Menge hinein in diese Korrektur. Sie visualisiere das Streben des Unternehmens, sich ständig weiterzuentwickeln – was Marketing-Fachleute eben so sagen. Tatsächlich ändert sich bei C&A derzeit eine Menge – doch auch das ist schon fast Routine, immer wieder hat das Familienunternehmen in den vergangenen Jahren versucht, sich zu modernisieren. C&A gehört in Deutschland mit 498 Häusern zu den führenden Modehändlern. Doch die Gründerfamilie Brenninkmeijer und das Management wollen, dass C&A nicht länger nur eine beliebte Einkaufsstätte vornehmlich für Familien ist. „Wir möchten weitere Kundenkreise ansprechen“, kündigt Seitz an. Junge Mädchen zum Beispiel. Oder auch Männer. Deshalb hat C&A europaweit neue Ladenkonzepte getestet. Sie sollen Seitz zufolge zügig an vielen der europaweit 1490 Standorte umgesetzt werden. Doch C&A baut nicht nur um und frisiert das Logo, die Kette will auch weiterhin zahlreiche neue Filialen eröffnen. Im Geschäftsjahr 2011/12, das im Februar endet, sollen 90 bis 100 Niederlassungen hinzukommen. In ähnlichem Tempo geht es dann weiter. Bis zum Frühjahr 2013 will C&A ein Netz von 1650 Filialen in Europa dirigieren. Um sein Wachstum zu finanzieren, stellt das Unternehmen in den nächsten drei Jahren ein Budget von 650 Millionen Euro bereit. Umsatz und Marktanteil hat die Kette dadurch gesteigert, den Gewinn legt das Familienunternehmen nicht offen. Großes Chancen sieht C&A im OnlineGeschäft, in das die Kleiderkette in Deutschland im Herbst 2008 eingestiegen war. Gegenüber dem Jahr zuvor seien die Erlöse im Internet-Verkauf 2010/11 um 50 Prozent gestiegen, so Seitz. Marktforschern zufolge gehört Bekleidung hinter Büchern zu den Waren, die Bundesbürger am liebsten im Internet einkaufen. Es gibt Prognosen, wonach der deutsche Textilhandel schon bald mehr als fünf Milliarden Euro im Online-Geschäft umsetzen wird. Aber auch in anderen Ländern setzt C&A verstärkt auf Verkäufe über das Netz. Vor wenigen Wochen wurden Online-Shops in Frankreich und Österreich eröffnet; weitere sollen folgen. Wie die gesamte Modebranche klagt auch C&A über die rapide gestiegenen Baumwollpreise. Auch seien die Lohnkosten in wichtigen Produktionsländern wie China und Indien gestiegen. Es sei daher unausweichlich, dass die Preise für Bekleidung steigen, meinte Seitz. Die Frage, ob auch bei C&A Mode teurer werde, ließ er unbeantwortet. C&A Änd. in Mrd. Q 2010/11 2009/10 in % Umsatz 6,59 6,30 4,5 a Europa Umsatz 3,01 2,90 2,7 a Deutschland Marktanteil 5,4 % 5,1 % k.a. a Europa Die Modekette C&A ist in Familienbesitz und veröffentlicht keine Gewinnzahlen. Umsatz und Marktanteil konnte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 28.2.2011) steigern. Immer noch bemüht um ein flottes Image: Seit 1871 gibt es die Modekette C&A. Jetzt wird wieder einmal das Logo überarbeitet. Foto: dpa Zeit gewinnen fürs Wesentliche. 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Nach dieser Logik richtet sich derzeit das Geschäft bei jenem Münchner Fernsehkonzern, der allein in Deutschland fünf Sender besitzt: Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, Sixx und Neun Live. Und seit Mittwoch sind seine beiden Eigentümer aus der Finanzbranche, KKR und Permira, ihrem „Exit“-Plan näher: Da erlöste die Pro Sieben Sat 1 Media AG mit dem Verkauf von Sendern und einer Programmzeitschrift in den Niederlanden und in Belgien auf einen Schlag 1,225 Milliarden Euro. Das bessert die Kasse auf und verschönert den Betrieb. Die Braut wird hübsch für einen späteren Weiterverkauf. Durch den BeneluxDeal sinkt – wenn die Transaktion in einigen Wochen abgeschlossen ist – die einst hohe Verschuldung der TV-Gruppe auf 1,75 Milliarden Euro. Dadurch werde sich „der Verschuldungsgrad deutlich verringern“, so die Ad-hoc-Meldung. Die verkauften Kanäle waren Teil der Konzerntochter SBS, die Pro Sieben Sat 1 einst für stattliche 3,3 Milliarden Euro aus den Beständen von KKR und Permira gekauft hatte. Nun gelang die Brautwird-schön-Aktion, weil es einen ehrgeizigen Medienchef aus fernen Landen gibt, der seinen Konzern umbaut und Fernsehen mag: Harri-Pekka Kaukonen. Er leitet seit Jahresanfang die finnische Sanoma Corporation. Im Stammland besitzt sie die Tageszeitung Helsingin Sanomat und den TV-Sender Nelornen; in vielen Ländern gibt der Konzern Zeitschriften heraus. Während die Finnen in Belgien mit der Zeitungsgruppe Corelio (vorher VMU) und einem TV-Produzenten zum Zug kommen, schreitet in Holland mit viel Schwung ein alter Bekannter des Fernsehgeschäfts die Showtreppe herunter: Jon de Mol, Chef von Firma Talpa Holding. Er übernimmt neben Sanoma 33 Prozent der niederländischen Aktivitäten. Der einstige Radio-Pirat ist mit seiner Firma Endemol seit Jahren eine Größe im Entertainmentgeschäft. Endemol brachte die Traumhochzeit mit seiner Schwester Linda de Mol unter die Leute und das weniger keimfreie Big Brother. Die Großen sind zurück Intel und IBM profitieren von Firmenkunden Von Thorsten Riedl München – In Zeiten der Krise musste so manche Investition in die Informationstechnologie (IT) zurückstehen. Andere Ausgaben waren wichtiger. Jetzt wird die Technik erneuert. Intel, weltweit größter Chiphersteller, und IBM, zweitgrößtes Unternehmen der Branche, konnten in den ersten Monaten des Jahres davon profitieren. „Treiber unseres Geschäfts waren im ersten Quartal die Firmenkunden“, sagte Hannes Schwaderer, Deutschlandchef von Intel, der Süddeutschen Zeitung. Die ganze Branche hofft nun, einen Teil der Budgets der Geschäftskunden abzubekommen. Neben Intel und IBM legten in der Nacht zum Mittwoch der Softwarehersteller VMware und der Netzausrüster Juniper Networks Zahlen für die Zeit von Januar bis März vor. Beide haben sich ebenso auf Geschäftskunden spezialisiert – und lagen mit ihren Ergebnissen wie Intel und IBM über den Erwartungen der Analysten. Am Mittwoch verzeichneten daher einige Aktien aus der IT-Branche, deren Produkte besonders bei Firmen gefragt sind, ein Kursplus. Zu den Gewinnern gehörten auch der Softwarehersteller Microsoft sowie die Computerkonzerne Dell und Hewlett Packard. „Nach dem Abschwung von 2008 werden endlich wieder neue Produkte in Unternehmen angeschafft“, sagte ein Analyst. Insbesondere Intel gilt als Gradmesser der Industrie. Vier von fünf Computern weltweit werden mit Chips des Halbleiterherstellers ausgerüstet. „Wir haben eine gute Nachfrage nach unseren neuen Prozessoren verzeichnet“, sagte Schwaderer. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Chip sei höher ausgefallen. Dabei hatte es vor wenigen Wochen noch so ausgesehen, als könnten die neuesten Prozessoren das Ergebnis verhageln. Anfang Februar musste das Unternehmen wegen eines Konstruktionsfehlers den Chip namens Sandy Bridge zurückrufen. Die Aktion kostete 700 Millionen Dollar, zudem werde das erste Quartal 300 Millionen Dollar weniger Umsatz einbringen als zuvor gedacht, teilte Intel damals mit. In den nun vorgelegten Zahlen ist davon nichts mehr zu spüren. Der Umsatz im ersten Quartal lag mit 12,8 Milliarden Dollar um ein Viertel höher als im Jahr zuvor, der Gewinn stieg um 29 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. „Die frühe Nachfrage war außergewöhnlich“, sagte Intel-Chef Paul Otellini. Das Unternehmen profitiere auch von der ungebrochen hohen Nachfrage nach Tabletcomputern wie dem iPad von Apple, erläuterte Deutschlandchef Schwaderer. Dabei sind in den aktuellen Apple-Geräten genauso wenig Intel-Chips verbaut wie in Alleskönnerhandys. Die Geräte mit den berührungsempfindlichen Bildschirmen, die mehr und mehr einem Computer gleichen, nutzen aber über das Internet Dienste, die auf die Rechenleistung von Intel-Chips angewiesen sind. Erste Tabletcomputer mit Intel-Chips sollen in Kürze kommen, Smartphones mit hauseigenen Prozessoren erst zum Jahresende. Ins Cloud Computing, also Dienste übers Internet, investiert auch IBM. Der Umsatz aus diesen Angeboten habe sich in den ersten drei Quartalen des Jahres verfünffacht, sagte Mark Loughridge, Finanzchef von Big Blue, wie das Unternehmen aufgrund seines Logos auch genannt wird. Allein aus dem Cloud-Bereich will das Unternehmen bis 2015 jähr- Intel Kurs um 18 Uhr: 21,14 Dollar (+ 6,5 Prozent) 22 21 20 19 SZ-Grafik smallCharts Quelle: T.F.Datastream Jan. 2011 Feb. Mrz. Apr. Einst erfand der Radio-Pirat Jon de Mol die Sendung „Big Brother“. Nun übernimmt er gemeinsam mit dem finnischen Sanoma-Konzern das Geschäft der Pro Sieben Sat 1 AG in den Niederlanden. Foto: Imago Zeitweise war er Hauslieferant von RTL Deutschland und hält heute mehr als 26 Prozent von RTL Nederland; de Mol macht sich mit seinem Neuerwerb also selbst Konkurrenz. Die SBS-Sender SBS 6, Net5 und Veronica liegen mit insgesamt 22,5 Prozent Marktanteil deutlich hinter den vielen RTL-Sendern (Gesamtmarktanteil: 32,9 Prozent). Wie die seltsame Konstellation – de Mol gegen de Mol – auf Dauer gut gehen soll und ob hier nicht noch juristische Fragen aufwirbeln, ist ungeklärt. Gut möglich, dass die RTL-Group-Strategen den Feind im Bett loswerden wollen. „Kein Kommentar“, sagt ein RTL-Sprecher auf Anfrage. Bei der Bertelsmann-Tochter RTLGroup wundert sich mancher über den jüngsten Deal. „Es darf gelacht werden“, heißt es im Umfeld der Firma. Die RTLGroup war mit dabei beim großen Poker. Doch offenbar hatte man sich ein viel moderateres Limit für die belgischen TVStationen VT 4 und VijF TV gesetzt. Man glaubte Analysten, die die belgische Verkaufsware mit nur 150 Millionen Euro und das holländische Angebot mit höchstens 750 Millionen taxiert hatten. Auch bei Pro Sieben finden es viele erstaunlich, dass der Käufer das 10,6-Fache des Betriebsgewinns bezahlt; üblich in der Branche ist ungefähr das Achtfache. Sei’s drum, vom Geldregen profitiert Vorstandschef Thomas Ebeling. Er sei sehr erfreut, den Verkauf mit diesen „starken Medienunternehmern“ abgeschlossen zu haben, sagt er. Und wünscht noch jeden möglichen Erfolg. Nun will Ebeling seine skandinavischen Fernsehsender nicht mehr verkaufen, die auch im Angebot waren. Die schwedische Modern Times Group und das US-Unternehmen Discovery hatten sich offenbar interessiert gezeigt. Ebeling, der sich laut Manager Magazin mit Wunderkügelchen aus Entenleber und Entenherz fit hält, möchte nun mit den Skandinavien-Sendern selbst noch viel Gewinn einfahren. Andererseits darf seine Gruppe auch nicht zu klein werden – wenn der nächste Erwerber beim „Exit“ einen schönen Batzen Geld zahlen soll. Der jüngste Deal jedenfalls wird bei KKR und Permira sehr begrüßt – das sei schneller gelaufen als erwartet. Und: Das Management habe wirklich einen „exzellenten Job“ gemacht. lich sieben Milliarden Dollar Erlöse erwirtschaften. Für den Gesamtumsatz des Konzerns verbuchte Loughridge im ersten Quartal ein Plus von acht Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar. Das Umsatzwachstum sei getrieben von einer guten Nachfrage sowohl nach Dienstleistungen als auch nach Hardware. Der Quartalsgewinn erhöhte sich um zehn Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Die Aktie von IBM notierte am Mittwoch entgegen dem Branchentrend dennoch schwächer. Das lag an den Vorverträgen, die IBM in dem Quartal abschließen konnte. Sie sanken zum vierten Mal in Folge und erreichten ein Volumen von 10,5 Milliarden Dollar. Solche Vorverträge werden von Analysten als wichtiger Indikator fürs zukünftige Geschäft herangezogen. IBM-Finanzchef Loughridge wies jedoch darauf hin, dass die Kennzahl stark schwanke und nicht überbewertet werden dürfe. Nach seiner Ansicht sei der Auftragsüberhang das bessere Maß, darin sind Verträge über die Zeit summiert. Diese Kennziffer stieg um sechs Prozent auf 142 Milliarden Dollar. Streik in Stellvertretung Ein Lidl-Filialleiter in Frankreich findet, dass sein Team zu hart arbeiten muss. Nun wehrt er sich r habe alles getan, um die Arbeit zu erleichtern, sagt Jean-Marc Hubert, aber die Firmenleitung sei stur geblieben. Dann saß die Chefkassiererin in Tränen aufgelöst vor ihm. Einer aus dem Management habe sie vorher am Telefon zusammengestaucht. Und so raffte sich der Leiter der Lidl-Filiale im bretonischen Lamballe zu einer ungewöhnlichen Aktion auf: Der 54-Jährige, graumeliertes Haar, Brille, blauer Pullunder, kritzelte mit Filzstift auf ein Stück Pappe: „Kassierer, Chefkassierer, Filialleiter, alle nach Auffassung der Direktion unorganisiert, unfähig, faul. Wir bitten um Entschuldigung. Aber die Arbeitsbelastung ist unmenschlich.“ Hubert hängte sich das Schild um den Hals, setzte sich vor den Supermarkt – und trat in den Streik. Inzwischen hat er in Frankreich eine gewisse Berühmtheit erlangt. Er gilt als Patron, der für seine Mitarbeiter den Kopf hinhält. Er ist der Held, der die Moral auf seiner Seite hat, mit gewitzten Methoden fürs Gute kämpft. Es ist eine Geschichte ganz nach dem Geschmack der Gallier, die streng nach Asterix nichts fürchten. Außer dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Manche wie Hubert haben nicht mal Angst vor deutschen Arbeitgebern wie der Schwarz-Gruppe in Neckarsulm, zu der die Billigmarktkette Lidl gehört. Der Discounter zählt auch in Deutschland nicht eben zu den beliebtesten Arbeitgebern. Gewerkschafter sollen einen schweren Stand haben. Hubert ge- E Jean-Marc Hubert, ein Patron mit großem Herz. Foto: maxppp/PA hört der christlichen CFTC an. Seinen Arbeitskampf führt er nun vom heimischen Wohnzimmer aus, per Telefon. Zwei Wochen ist er krankgeschrieben. Zwar möge er seinen Arbeitgeber, erzählt er, wie es alle seine Mitarbeiter täten. Aber das Tempo sei in den vergangenen Jahren „höllisch“ geworden. Seit 30 Jahren ist er dabei, seit 17 Jahren leitet er die Filiale in Lamballe. „Jetzt rennen wir nur noch den ganzen Tag. Und die Führung ist trotzdem unzufrieden.“ Er führt das auf ein geändertes Geschäftsmodell der Kette zu- rück, die Marktführer unter den Discountern in Frankreich ist, noch vor Aldi. Lidl wolle vom Hard-Discounter zum Soft-Discounter werden, mit Markenartikeln und wechselndem Angebot. Zwei-, dreimal pro Woche werde nun neue Ware geliefert. Die Mitarbeiter müssten sie aus- und einräumen. Nebenher kassieren, putzen und Kunden beraten. Das alles in Teilzeit. Sieben Mitarbeiter hat er. Einem wurde gekündigt. Zwei arbeiten, obwohl sie es aus medizinischen Gründen eigentlich nicht dürften. Zu Sehnenscheidenentzündungen und Bandscheibenvorfällen komme der Stress. Jede Woche kontrolliere ein Aufseher unangemeldet, ob alles den Wünschen der Firmenleitung entspreche. Meist hagelt es Kritik. Mehrere Selbstmorde in großen Konzernen schreckten das Land bereits auf. Arbeitsminister Xavier Bertrand versprach im Kampf gegen die Überbelastung nicht nachzulassen. Auch Lidl hat beschlossen, „sich noch intensiver mit Fragen der Personalführung auseinanderzusetzen“, teilt Frankreich-Chef Pascal Tromp in einer schriftlichen Stellungnahme mit. „Bei dem Vorfall in Lamballe handelt es sich um einen bedauerlichen Einzelfall, der keineswegs als Stimmungsbild für die Situation bei Lidl Frankreich gelten kann.“ Inzwischen sei man mit Hubert in einen Dialog eingetreten, „um die Situation aufzuarbeiten“. Der streikende Filialleiter konnte das am Mittwochnachmittag nicht bestätigen. Michael Kläsgen karrIErETag FamIlIEnunTErnEhmEn Deutschlands Familienunternehmer tref fen Fach- und Führungskräfte Sprechen Sie direkt mit Inhabern und Top-Entscheidern Die Recruiting- und Kontaktmesse speziell für Familienunternehmen und „Hidden-Champions“ Ausrichter Unternehmen Heineken legt zu Amsterdam – Vor allem Biertrinker in Lateinamerika haben dem niederländischen Brauereikonzern Heineken ein starkes Wachstum beschert. Nach der Übernahme des größten mexikanischen Getränkeherstellers FEMSA und Zukäufen in Großbritannien seien die weltweiten Umsätze im ersten Quartal 2011 um 22 Prozent auf 3,59 Milliarden Euro gestiegen, teilte Heineken am Mittwoch in Amsterdam mit. Ohne Zukäufe gab es ein Plus von 3,6 Prozent. Den Löwenanteil unter den Neuerwerbungen erbrachte FEMSA. Insgesamt steigerte Heineken den Absatz um 44 Prozent auf 33,8 Millionen Hektoliter – ohne Zukäufe war es ein Zuwachs um 5,5 Prozent. Beim Gewinn legte der Konzern ebenfalls zu und verdiente unter dem Strich in den ersten drei Monaten des Jahres 151 Millionen Euro. In allen Regionen stieg der Absatz, in Westeuropa allerdings nur minimal. Der Konzern geht davon aus, dass die Nachfrage überall weiter wächst. Besonders stark nehme sie in Schwellenländern zu. dpa 1. Juli 2011 Nürnberg Hochtief pokert Frankfurt – Der Baukonzern Hochtief will seine Sparte Concessions Finanzkreisen zufolge in abgespeckter Form verkaufen. Dies würde die Flughafen-Beteiligungen umfassen, aber keine Straßen oder öffentlichen Infrastrukturprojekte, sagten vier mit der Situation vertraute Personen. Hochtief hoffe, auf diese Weise mehr Bieter anzulocken. Der Verkaufsprozess solle im Mai starten. Ein Hochtief-Sprecher sagte lediglich, der Konzern erwäge weiterhin einen Verkauf oder einen Börsengang von Concessions. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Ein erster Anlauf für einen Börsengang von Concessions war 2009 gescheitert. Nach Konzernangaben machten die Flughafen-Beteiligungen von Concessions Ende 2010 etwa 80 Prozent des Nettobarwertes der Sparte von 1,68 Milliarden Euro aus. Unterdessen erhielt ein Konsortium unter Führung von Hochtief den Zuschlag für ein Brückenbauwerk in Schottland. Vom Auftragsvolumen von 950 Millionen Euro entfallen etwa 300 Millionen auf den Essener Konzern. Reuters Yahoo enttäuscht New York – Der Internet-Konzern Yahoo findet trotz der Partnerschaft mit Microsoft und eines andauernden Firmenumbaus bisher nicht auf den Wachstumspfad zurück. Im ersten Quartal brach der Gewinn um 28 Prozent auf 223 Millionen Dollar ein, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Yahoo übertraf damit noch schlechtere Analysten-Erwartungen. Der Quartalsumsatz sackte um 24 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar ab. Allerdings liege dies an einmaligen Einnahmen im Vorjahresquartal sowie an einer Änderung der Bilanzierung im Zusammenhang mit der Suchmaschinen-Partnerschaft mit Microsoft, betonte Yahoo. Die beiden Unternehmen hatten sich im Suchmaschinengeschäft zusammengetan, um Marktführer Google Paroli bieten zu können. Yahoo-Chefin Carol Bartz sprach in einer Telefonkonferenz von technischen Problemen bei dem großen Partner. Bartz will den Internet-Pionier als einen „Premium-Inhalte-Anbieter“ positionieren. (Zwischen den Zahlen) dpa Karriereumfeld im Familienunternehmen FAQ.Karrieretag-Familienunternehmen.de Bewerbungsschluss 16. Mai 2011 www.karrieretag-Familienunternehmen.de Lead-Medienpartner Schirmherrschaft Medienpartner Seite 22 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 WIRTSCHAFT Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Nach der Atomkatastrophe in Japan fordern die Menschen Aufbruch in ein neues Energie-Zeitalter in Deutschland eine Wende in der Energiepolitik. Viele wünschen sich eine Zukunft ohne Kernenergie. Auch die Bundes- sind sich die Experten einig. Die „Süddeutsche Zeitung“ erregierung kommt daran nicht vorbei. Der Ausstieg aus der klärt in einer Serie, wie der Aufbruch in ein neues EnergieAtomenergie wird einiges kosten, doch er ist machbar. Darin Zeitalter gelingen kann, was Politik, Wirtschaft und Verbrau- cher dafür tun müssen. Große Hoffnungen ruhen auf erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Doch bis fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle dadurch vollständig ersetzt werden können, bedarf es noch großer Anstrengungen. Immerhin: Ein Anfang ist gemacht. Gefährliche Konkurrenz Der Anbau von Pflanzen für die Energiegewinnung verteuert Lebensmittel. Diesen Konflikt kann aber eine geschickte Förderpolitik entschärfen Von Silvia Liebrich ie Energiegewinnung aus Pflanzen ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Bereits in der Steinzeit wärmten sich die Vorfahren am Holzfeuer. Bauern bauten im Mittelalter auf einem Teil ihrer Äcker Hafer an, um das wichtigste Verkehrsmittel jener Zeit in Trab zu halten: das Pferd. Erst mit Beginn der Industrialisierung verdrängten Kohle, später Erdöl und Erdgas, die Pflanzen als Energielieferanten. Aber seit die Vorräte an fossilen Brennstoffen zur Neige gehen und darüber nachgedacht wird, aus der Atomenergie auszusteigen, ist Energie aus Biomasse gefragter denn je. Doch es ist ein Comeback mit erheblichen Nebenwirkungen. Immer mehr Getreide, Zuckerrüben und Holz sind nötig, um Energie zu erzeugen. Das verteuert Lebensmittel – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Auf den Äckern dieser Erde tobt ein harter Verdrängungskampf zwischen Energieerzeugern und Lebensmittelherstellern. Ein Wettbewerb, der vor allem in moralischer Hinsicht heftig umstritten ist, weil Nahrung zu bezahlbaren Preisen überlebenswichtig ist. Das gilt vor allem für viele Menschen in ärmeren Ländern, die schon heute den größten Teil ihrer Einkünfte für Essen ausgeben müssen. Egal ob es um Kraftstoffe, Strom oder Wärme geht: Welche Rolle Pflanzen für die Energieversorgung der Zukunft spielen, wird entscheidend davon abhängen, ob und in welchem Umfang es gelingt, den Konflikt zwischen Teller und Tank zu entschärfen. Die größte Herausforderung für die Politik besteht darin, hier die richRohware und drohen mit Preiserhöhungen. Bierproduzenten klagen ebenfalls, weil sie für Braugerste deutlich mehr zahlen müssen. Und das bekommen auch die Konsumenten zu spüren. Das Statistische Bundesamt meldete für die vergangenen Monate einen deutlichen Anstieg der Lebensmittelpreise, nachdem diese über Jahrzehnte die Inflation gedämpft hatten. Für Anleger, die nicht aus der Landwirtschaft kommen, sind deshalb Investitionen in Biogasanlagen ein lukratives Geschäft. Die Investoren bringen Geld für den Bau von Anlagen mit, eine relativ sichere Kapitalanlage dank staatlicher Zuschüsse. Für einen konstanten Zufluss sorgt der sogenannte Bonus für Strom aus nachwachsenden Rohstoffen – kurz Nawaro-Bonus. Betreiber erhalten für jede Kilowattstunde Strom, die sie liefern, sieben Cent – und diese Garantie gilt für die ersten 20 Betriebsjahre. Mit keiner anderen Form der Energie aus Biomasse lässt sich in Deutschland so leicht und sicher Geld verdienen. Umweltschützer beobachten D 2 150 000 2000 1800 1600 1400 1200 650 000 Biogas Energie vom Acker Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe in Deutschland in Tausend Hektar 940 000 Biodiesel 9,4 Mio. ha Ackerfläche für Nahrungsmittel Wissenschaftler fordern eine größere Vielfalt statt Monokulturen. diese Entwicklung mit Sorge, weil sie den Anbau von Mais in Monokulturen fördert, was die Böden auslaugt und ihre Erosion beschleunigt. Professor Hans-Peter Piorr kennt dieses Problem. Der Vizepräsident der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde in Brandenburg sieht dennoch Reserven für den weiteren Ausbau von Biogasanlagen. Die Lösung liegt für ihn in einer größeren Pflanzenvielfalt. Höchstens jedes vierte Feld der für Biomasse vorgesehenen Flächen sollte mit Mais bepflanzt werden. Mögliche Alternativen sieht er in Plantagen mit schnell wachsenden Pappeln, Weiden oder Robinien. Ein Vorschlag, den auch BEE-Geschäftsführer Geisen befürwortet, weil solche Energiewälder die Böden nicht so stark auslaugen und sie zudem vor Erosion schützen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie weniger Wasser zum Wachsen brauchen als Mais. Es wird jedoch vermutlich noch einige Zeit dauern, bis sich solche Alternativen durchsetzen. Bislang gibt es laut Geisen in Deutschland nur 4000 Hektar an Pilotflächen für solche Plantagen. Ein eher düsteres Kapitel ist in Deutschland die Energiepolitik bei Biokraftstoffen. Das Hin und Her bei der Förderung hat dazu geführt, dass Entwicklungsgelder in diesem Bereich gekürzt wurden. Große Hoffnungen ruhen auf der Herstellung von Biokraftstoffen der zweiten Generation, die aus Pflanzenresten wie Stroh gewonnen werden. Doch die Technologie steckt noch immer in den Kinderschuhen. Es werden noch Jahre vergehen, bis solche in Anlagen serienreif sind. 1 400 000 2,2 Mio. ha Ackerfläche für Bioenergie und Industrie 17,8 Millionen Hektar (ha) landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland 1000 800 1,2 Mio. ha Sonstige 5,0 Mio. ha Grünland „Wir haben heute schon einen stattlichen Anteil erreicht.“ tigen Anreize und Grenzen zu setzen. Erst recht, seit die Aussicht auf Wachstum und hohe Gewinne immer mehr Spekulanten in den Agrarsektor lockt. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich selbst die Grundstückspreise in der Landwirtschaft in einem Höhenrausch befinden – und auch dies ist ein weltweiter Trend. Die Welternährungsorganisation FAO sieht darin ein alarmierendes Zeichen und warnt nachdrücklich vor einer schweren Hungerkrise. Dabei ist der Wettbewerb zwischen Nahrungsmittelproduzenten und Energieerzeugern um nachwachsende Rohstoffe grundsätzlich nichts Schlechtes. Allerdings nur, solange keine gefährlichen Ungleichgewichte entstehen. Bauern profitieren, wenn sie höhere Umsätze und Gewinne erzielen. Dann können sie in effizientere Anbaumethoden investieren und ihre Ernteerträge steigern. Das wiederum wirkt sich dämpfend auf die Preise aus. 680 000 600 400 240 000 Bioethanol 320 000 200 0 sonstige Industriepflanzen (Stärke, Öl, etc.) 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010* Die Produktion auf deutschen Feldern wächst seit Jahren im Schnitt um etwa 1,5 Prozent. Doch Wissenschaftler glauben, dass die Produktion noch stärker wachsen könnte, wenn mehr Geld in die Entwicklung von Saatgut fließen würde. So steckt etwa die Zucht von Pflanzensorten, die nur der Energiegewinnung dienen, erst in den Anfängen. In Deutschland hat die Energie aus Biomasse schon heute eine größere Bedeutung als Atomstrom. Der Anteil am Endenergieverbrauch – Strom, Kraftstoffe *vorläufig Illustration/Graphik: Hanna Eiden/SZ; Foto: A1Pix/Res, Quelle: FNR, BBE, eigene Recherche und Wärme eingeschlossen – beträgt derzeit acht Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil von Atomenergie liegt bei sechs Prozent. „Wir steigen nicht bei null ein, sondern haben heute schon einen stattlichen Anteil erreicht“, sagt Bernd Geisen, Geschäftsführer vom Bundesverband Bioenergie (BBE). Die Wachstumsgrenzen seien längst nicht erreicht. Den Schlüssel dazu sieht auch er in der Entwicklung ertragreicherer Pflanzensorten. Derzeit sind in Deutschland 17,8 Millionen Hektar als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewie- sen, davon werden knapp zwei Millionen Hektar für die Energiegewinnung genutzt (Graphik oben). „Bis 2030 könnte sogar ein Drittel der deutschen Ackerfläche für Energie aus Biomasse genutzt werden, ohne dass sich dadurch die Nahrungsmittelversorgung verschlechtert“, sagt Geisen. Das klingt einfacher, als es ist. Wenn Ackerflächen zur verlängerten Werkbank von Ökoenergie-Fabriken werden, spüren auch Verarbeiter und Verbraucher den Wandel, zum Beispiel in Niedersachsen. Dort sind inzwischen so viele Biogas- anlagen in Betrieb, dass man damit leicht ein größeres Kohlekraftwerk ersetzen könnte. Die Bauern haben sich auf diesen Boom eingestellt: Sie bauen vor allem mehr Mais in Monokulturen an, weil hier der Ertrag je Hektar für die Biogaserzeugung am höchsten ist und sie außerdem genügend Abnehmer finden. Dafür wachsen hoch im Norden nun weniger Kartoffeln. Nun klagen Händler, dass die gelbe Knolle knapp wird, und Lebensmittelproduzenten, die Kartoffeln zu Pommes verarbeiten, beschweren sich über die teure Stroh im Tank Die Münchner Süd-Chemie macht aus Pflanzenresten Biosprit Von Corinna Nohn München – Der Sprit der Zukunft lagert in einer blauen Tonne: malzbraune Krümel, die nach Bauernhof riechen. Die Krümel waren einmal Strohhalme, landwirtschaftlicher Abfall, der auf dem Feld verrottet wäre. Hier, in einem Labor der Süd-Chemie in München, nennt niemand das alte Stroh Abfall, alle sagen „Reststoff“. Und den verwandeln die Chemiker in Sprit für Autos, in BioEthanol der zweiten Generation. „Es ist eine zusätzliche Energiequelle, die wir derzeit einfach verpuffen lassen“, sagt Andre Koltermann, der die strategische Forschung und Entwicklung der SüdChemie leitet und durch das Labor führt. Der Sprit aus Stroh hat einen weiteren Vorteil im Vergleich zu jenem BioEthanol, das derzeit E 10 beigemischt und aus Getreide gewonnen wird: Die Menschen können Stroh nicht essen, das Futter für den Tank geht nicht zu Lasten der verfügbaren Lebensmittel. braune Flüssigkeit verwandelt. Hier meinen die Forscher von Süd-Chemie, im Vorteil zu sein gegenüber Wettbewerbern wie dem dänischen Biomassehersteller Inbicon oder dem spanischen Energiekonzern Abengoa. Denn SüdChemie ist auf die Produktion solcher Enzyme spezialisiert, kann alle selbst testen und entwickeln. Um die besten Enzyme zu finden, haben die Wissenschaftler auch schon Moos und faulendes Holz im Wald gesammelt. Aus der sirupartigen Substanz, die nach dem Einsatz der Enzyme übrig bleibt, muss schließlich Alkohol gewonnen werden. Den Sirup zu destillieren, würde aber viel Energie kosten. Deshalb haben die Chemiker Bindemittel entwickelt, mit deren Hilfe sich der Alkohol entziehen lässt; die Energie dafür wird aus den nicht verwertbaren Pflanzenresten gewonnen. Und voilà: Am Ende des Prozesses hält der Forschungschef einen Kolben mit einer durchsichtigen Flüssigkeit in die Höhe – Ethanol. Der Biotechnologe Koltermann sagt, die USA förderten Zellulose-Ethanol massiv, und er sei überzeugt, dass der Kraftstoff die Mobilität der Europäer entscheidend verbessern werde – auch, weil sie sich damit unabhängiger von Ölimporten machen könnten. „Wir haben berechnet, dass Europa schon heute 20 Prozent des Benzinbedarfs mit Zellulose-Ethanol decken könnte.“ Und die Rechnung berücksichtige, dass ein angemessener Teil des Strohs, der als natürlicher Dünger benötigt werde, auf den Feldern liegen bleibe. Bis Autofahrer den Sprit aus Stroh an der Tankstelle kaufen können, dauert es aber noch. In München stellt Süd-Chemie gerade mal 2400 Liter im Jahr her, damit würde ein durchschnittlicher Mittelklassewagen etwa 30 000 Kilometer weit fahren. Gerade baut der Konzern im niederbayerischen Straubing die größte Demonstrationsanlage für Bio-Ethanol in Deutschland. Ende des Jahres soll dort die Produktion starten, alle bislang voneinander getrennten Schritte werden dann automatisch hintereinander erfolgen. Läuft alles wie geplant, könnte Ende 2013 die erste richtige Anlage errichtet werden. „Es klingt verrückt, aber mit entsprechenden Motoren könnte man dann klimaneutral Auto fahren“, sagt Koltermann. Von Steffen Uhlmann Treuenbrietzen – Wind streift durch die Dorfstraße, draußen auf dem Acker treibt er die Rotorblätter von Windrädern an. Ein paar Hunde bellen. Das 140-Seelen-Dorf Feldheim ist ein verschlafenes brandenburgisches Nest. Und doch hat es der Ortsteil von Treuenbrietzen unlängst bis Brüssel geschafft. Als sich das Bundesland dort Anfang April an der „Woche der Erneuerbaren Energien“ beteiligte, stellte Umweltministerin Anita Tack von den Linken das autarke Bioenergiedorf Feldheim vor. Für Unabhängigkeit sorgen in Feldheim nicht nur die Windräder. Auf dem Gelände der ortsansässigen Agrargenossenschaft steht eine Biogasanlage, die Schweine- und Rindergülle sowie Mais und Getreide vergärt. Das dadurch gewonnene Gas wird im benachbarten Blockheizkraftwerk verstromt. Die erzeugte Wärme heizt nicht nur Ferkelställe, sondern liefert auch die Wärme Es stinkt zum Himmel Brandenburg setzt wie kaum ein anderes Bundesland auf Ökostrom aus Biogasanlagen. Doch im Volk regt sich Widerstand für fast alle Häuser im Ort. An der örtlichen Betreibergesellschaft sind die Feldheimer beteiligt. Das Dörfchen gilt als Musterbeispiel für eine lokale grüne Energieversorgung, die selbst im Braunkohlerevier Brandenburg eine immer größere Bedeutung gewinnen. Derzeit deckt das ostdeutsche Bundesland 15 Prozent seines Primärenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. In knapp zehn Jahren sollen es mindestens 20 Prozent sein. Der Weg dahin soll auch über den weiteren Aufbau von Biogasanlagen führen. Sie sind schon jetzt nach den Windrädern Brandenburgs zweitwichtigste alternative Energiequelle. Ende 2009 waren fast 180 Anlagen registriert. 2010 sind 200 neue Anlagen dazugekommen, vielleicht auch mehr – so genau weiß das niemand, weil darunter viele kleine, nicht genehmigungspflichtige sind. Wie Pilze sind die grünen Kuppeln von Biogasanlagen aus dem märkischen Sandboden herausgeschossen – immer größer, immer leistungsfähiger. Und man möchte meinen, dass unter dem Eindruck der japanischen Atomkatastrophe aufgeblähte Biogasometer und Faultürme ihren Schrecken verlieren. Doch die Ökokraftwerke stinken zum Himmel, und das stinkt auch vielen Anwohnern. In Brandenburg rührt sich der Widerstand. Nicht nur gegen überdimensionierte „Windspargelfelder“, die die Landschaft verschandeln, sondern auch gegen die mit Subventionen gebauten „Gärbottiche“, in deren Gefolge ganze Landstriche mit üblen Gerüchen und trostlosen Monokulturen überzogen werden. Das jedenfalls werfen Anwohner und Naturschützer den Landesbehörden, vor allem aber den Investorengemeinschaften vor, die mit ihren überdimensionierten Biofabriken sogar in bislang noch weitgehend unberührte Naturlandschaften vordringen. Trauriges Beispiel dafür ist die Uckermark, Brandenburgs Toskana. Allein in Gerswalde laufen bereits zwei Anlagen und weitere acht sind in Planung. Die Gerswalder wehren sich gegen den „Biowahnsinn“, wie sie das nennen. Schließlich müssten nach ihrer Berechnung dann jährlich bis zu 10 000 Tonnen Biomasse pro Anlage mit Schwerlasttransportern herangekarrt werden. Gerswalde ist kein Einzelfall. Ob Britz, Kyritz, Zehdenick, Stülpe oder Stöffin: In vielen anderen Orten regt sich Widerstand gegen geplante Ökokraftwerke, die längst nicht mehr nur, wie in Feldheim, der Eigenversorgung dienen. In der Prignitz machen fast 500 Wind- und 400 Solaranlagen sowie mehr als 30 Biogasanlagen Brandenburgs ärmsten Landkreis zum alternativen Energiestandort Nummer eins in Deutschland. „Wir erzeugen hier mindestens doppelt so viel Strom, wie wir selbst verbrauchen“, rechnet Edelgard Schimko von der Prignitzer Kreisverwaltung hoch. Aber richtig glücklich ist sie darüber nicht. Selbst der Bauernbund, der in der Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung durchaus ein neues Geschäftsfeld für seine Mitglieder sieht, schlägt Alarm. „Wir wehren uns gegen den Gigantismus, mit dem Investoren versuchen, in einigen brandenburgischen Regionen Fuß zu fassen und damit ortsansässige Landwirte an die Wand drücken“, sagt Verbandschef Reinhard Jung. Die Betreiber der Biokraftwerke sehen das freilich anders. Sie werben mit neuen Arbeitsplätzen in strukturschwachen Regionen, mit langfristigen Abnahmeverträgen für die benachbarten Landwirte und betonen immer wieder, dass ihre Anlagen weder Gerüche erzeugen noch den Anbau von Monokulturen wie Mais provozieren. Schließlich seien sie auch für andere Biomasse wie Zuckerrüben, Holzschnitzel, Gülle oder Schlempen ausgelegt. „Das stimmt, doch Mais bleibt der bevorzugte, weil ergiebigste Rohstoff für die Biogasanlagen“, sagt Krista Dziewiaty, die für ihre bundesweite Biogas-Studie auch Brandenburg untersucht hat. In der Prignitz etwa, sagt die Wissenschaftlerin, seien in der Nachbarschaft von großen Anlagen bis zu 70 Prozent der Ackerflächen mit Mais bepflanzt. „Energieerzeugung aus Biomasse gerät damit in Verruf“, sagt die Biologin. Sie habe Verständnis dafür, dass sich die Bevölkerung gegen „vermaiste“ Landschaften wehrt. Treibstoff, der nicht zu Lasten von Nahrung produziert wird, könnte 2013 marktreif sein. Es gibt natürlich Gründe, warum bislang nur Sprit aus Getreidekörnern oder Zuckerpflanzen auf dem Markt ist: Es ist viel einfacher, Stärke oder Zucker zu Alkohol zu vergären als Zellulose, woraus die Pflanzenreste bestehen. Die Strohhalme zum Beispiel sind vergleichsweise hart zu knacken, vereinfacht muss man es sich so vorstellen: Die Stängel sind wie von einer Teerschicht von sogenannten Ligninen umschlossen, sie stützen die Pflanze. Um an die Zellulose heranzukommen, muss diese Hülle aufgebrochen werden. In ihrer Pilotanlage füllen die Tüftler der Süd-Chemie deshalb gehäkseltes Stroh in einen riesigen silberfarbenen Pott, der wie ein Dampfkochtopf funktioniert. Nach einigen Minuten sind nur noch malzbraune Brösel übrig. Um aus den Krümeln Zucker zu machen, fügen die Wissenschaftler Enzyme hinzu, sogenannte Biokatalysatoren. Diese beschleunigen die chemischen Prozesse, und nach zwei Tagen haben sich die Krümel in eine zähe, klebrige So funktioniert eine Biogasanlage Ein Hektar Mais liefert Strom für fünf Einfamilienhäuser Im Lager wird der Mais gesammelt und je nach Bedarf entnommen. 3 Im dunklen und luftdichten Fermenter bauen Mikroorganismen die Biomasse ab. Bei dieser Gärung entstehen Kohlendioxid und Methan – das Biogas. 1. Der Aufbruch Was Politik, Verbraucher und Industrie tun können. 2. Sonne, Wind, Wasser Wie sauber ist grüner Strom tatsächlich? 3. Nahrung oder Strom Die gefährliche Konkurrenz um wertvolle Ackerflächen. 4. Das andere Übel Geht es auch mit weniger Kohle und Gas? 5. Technik der Zukunft Intelligente Stromnetze und Häuser, die mitdenken. 6. Versorger von morgen Neue Stromanbieter verdrängen die alten Riesen. 2 4 5 1 1 Hektar Mais Im Blockheizkraftwerk wird das Biogas zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. SZ-Graphik: Ilona Burgarth; Quelle: FNR, Eigene Recherche Fünf Einfamilienhäuser können mit dem aus einem Hektar Mais gewonnenem Strom versorgt werden Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 GELD HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 23 Lex Liechtenstein Nach der gescheiterten Übernahme der BHF-Bank: Wollte die Finanzaufsicht auf Druck des Bundes an der Fürstenbank LGT ein Exempel statuieren? Von Martin Hesse München – Langsam legt sich der Staub, den der gescheiterte Verkauf der BHFBank von der Deutschen Bank an die Liechtensteiner LGT-Gruppe aufgewirbelt hat. Und es wird sichtbar, welche Folgen das Ereignis über die beiden Banken hinaus haben könnte. Seit dem Steuerskandal um den früheren Postchef Klaus Zumwinkel, in dem die LGT eine Schlüsselrolle spielte, schien so etwas wie Normalität eingekehrt zu sein zwischen Liechtenstein und Deutschland. Man schloss ein Abkommen, künftig Informationen über Steuersünder auszutauschen, und verhandelt über eine weitergehende Kooperation in Steuerfragen. Doch seit Montag wird in Bankenkreisen die Frage gestellt, ob die deutsche Finanzaufsicht Bafin an der LGT ein Exempel statuiert hat, das den Frieden zwischen Liechtenstein und Deutschland gefährden könnte. „Man kann schon den Eindruck haben, dass da eine Art Lex LGT eingeführt wurde“, sagt ein Banker. In Finanzkreisen ist zu hören, dass die Aufsicht die Bank der Fürsten von Liechtenstein mit einem Katalog von Fragen und Anforderungen konfrontiert hat, die weit über Die Nervosität steigt Investoren fordern von kriselnden Ländern immer höhere Zinsen Madrid – Die Debatte um eine Umschuldung Griechenlands weckt Ängste vor einer Ausweitung der Schuldenkrise und rückt Spanien wieder stärker in den Blick der Finanzmärkte. Hatte sich die Lage Anfang des Jahres noch beruhigt, so verlangen Investoren inzwischen wieder spürbar höhere Zinsen von der Regierung in Madrid. Für eine zehnjährige Anleihe musste Spanien am Mittwoch knapp 5,5 Prozent bezahlen. Das ist weit unter dem Niveau, das als kritisch gilt: Die entscheidende Schwelle wird wohl bei sieben Prozent überschritten. Dennoch sehen Analysten die steigenden Zinsen als Alarmzeichen, dass die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone noch nicht aus dem Gröbsten heraus ist. Für ein 13-jähriges Papier musste Spanien 5,7 Prozent Zinsen zahlen. Bei beiden Anleihen war die Nachfrage mehr als doppelt so hoch wie das Angebot, was als Erfolg gewertet wurde. „Die Probleme bleiben aber dennoch bestehen, und neuerliche Gerüchte um Griechenland dürften die Risikoaufschläge wieder steigen lassen“, sagte ein Experte. Dabei gilt weniger eine Umschuldung in dem Land im Südosten der Euro-Zone als Risiko: Sollte Griechenland allein seine Schulden nicht mehr vollständig bezahlen, wäre das nach einhelliger Meinung kein Problem für die spanische Bankenbranche. Die Gefahr besteht vielmehr darin, dass auch andere Länder angesichts der massiven Sparanforderungen ihr Heil im Zahlungsausfall suchen. Kritisch würde es bei Portugal: Ende 2010 hatten die spanischen Banken nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) etwa 80 Milliarden Euro in dem Nachbarland investiert. Auch die Regierung in Lissabon musste am Dienstag bei der Ausgabe von Geldmarktpapieren spürbar höhere Zinsen zahlen. Zudem könnte bei einer Pleite Griechenlands der Appetit der Investoren auf Anleihen aus Euro-Peripheriestaaten schwinden. Das könnte es für Spanien schwieriger und teurer machen, genügend Geld für die Rekapitalisierung der Banken aufzunehmen. Vor allem die Sparkassen sind in Not, weil sie zu Boomzeiten besonders viele Immobilien finanziert haben. Nach dem Platzen der Blase am Immobilienmarkt sitzen sie nun auf faulen Krediten. Die Preise für Häuser und Wohnungen sind seit 2008 um 17 Prozent gefallen. Weitere Rückgänge sind wahrscheinlich. Derzeit suchen eine Million Immobilien nach einem Käufer. (Kommentare) Reuters Nun zieht die Karawane der Steuerhinterzieher weiter nach Asien. das hinausgehen, was derzeit zwischen Deutschland und dem Fürstentum vereinbart ist. Nachdem Anfang 2008 eine CD mit Steuersünderdaten bei deutschen Staatsanwälten gelandet war, hatte Liechtenstein Läuterung versprochen. Künftig sollen die Banken des Fürstentums deutschen Steuerbehörden Auskunft erteilen, wenn diese einen konkreten Steuerhinterziehungsverdacht haben und dazu einen Namen oder eine Kontoverbindung nennen können. Die Bafin aber wollte offenbar mehr. Die LGT, so heißt es, habe generell nachweisen sollen, dass bei ihr keine Steuerhinterzieher mehr Kunden sind. Die Fürstenbank hat zwar zuletzt oft beteuert, zur LGT kämen nur noch Kunden, die keine Steuerflucht im Sinn hätten. Das nachzuweisen, ohne das Bankgeheimnis zu verletzen, dürfte aber schwierig sein. Das gilt erst recht für Altkunden. Es gibt bislang mit Deutschland kein Abkommen, wie mit diesen umzugehen ist. Berlin verhandelt mit Liechtenstein über ein Doppelbesteuerungsabkommen. Die Ge- Liechtenstein ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch bei Steuersündern. Das glaubt zumindest die deutsche Finanzaufsicht. spräche verliefen konstruktiv, heißt es in Regierungskreisen. Außerdem gibt es seit langem Verhandlungen mit der Schweiz über einen weitergehenden Informationsaustausch; dabei soll es auch um Altkunden gehen. Beobachter gehen davon aus, dass sich Liechtenstein an ein solches Abkommen anlehnen würde. Doch so weit ist es noch lange nicht. Die Bafin verlangte jedoch von der LGT offenbar jetzt sehr viel. Sie soll nicht nur Transparenz über Kunden gefordert haben, sondern auch, dass sich die Bank von Mitarbeitern trennt, die schon vor 2008 Kunden betreut haben. Insgesamt habe die LGT aus Sicht der Bafin nicht schlüssig darlegen können, dass sie einen klaren Schnitt gemacht habe. Manch einer mutmaßt nun, das Bundesfinanzministerium habe womöglich sanften Druck auf die Bafin ausgeübt, die dem Ministerium unterstellt ist. „Das Finanzministerium wollte da wohl die Muskeln spielen lassen“, heißt es in Frankfurt. Die Aufsicht erklärt zu dem Thema lediglich, man habe den gesetzlichen Vorschriften entsprechend ein Inhaberkontrollverfahren durchgeführt. Das Finanzministerium äußert sich zu dem Thema nicht. Generell fällt auf, dass Aufsichtsbehörden seit der Finanzkrise von 2007/2008 genauer hinsehen, auch bei Übernahmen. Vor wenigen Wochen hatten europäische Aufsichtsbehörden die Übernahme der Privatbankgruppe KBL, zu der auch die Münchner Bank Merck Finck gehört, durch die indische HindujaGruppe gestoppt. Auch hier hatten die Aufseher Zweifel am Käufer. Doch während Aufseher und Politik in der Schweiz und Liechtenstein nun genauer hinschauen, zieht die Karawane der Steuerhinterzieher weiter nach Asien. „Singapur ist der neue Hafen für Reiche“, sagt ein Frankfurter Investmentbanker. Auch die Foto: dpa Deutsche Bank hat dort eine große Niederlassung, selbst die teilverstaatlichte Commerzbank. So bleibt nach dem Scheitern des BHFDeals ein Scherbenhaufen für alle Beteiligten. Bei der Deutschen Bank muss sich nun Finanzvorstand Stefan Krause um die Eingliederung der BHF mühen. Er und ein Team um den früheren HREChef Axel Wieandt hatten sich seit vergangenen Sommer um den Verkauf der Bank bemüht. Wieandt wandte sich aber schon Ende 2010 anderen Aufgaben zu. So musste er das bittere Ende nicht aus allernächster Nähe beobachten. Wenn die Natur zuschlägt Der größte Rückversicherer der Welt warnt vor einem Verlust im ersten Quartal Von Catherine Hoffmann München – Fukushima ist fern an diesem sonnigen Apriltag in München, und doch so nah. Damen und Herren in beigen Trenchcoats, Lodenjankern und vorzugsweise hellgrauen Anzügen strömen zum Aktionärstreffen der Munich Re, dem größten Rückversicherer der Welt. Das Management auf dem Podium ist beseelt davon, für die Guten zu arbeiten und trotz des höhnenden Zufalls vieler Naturkatastrophen in kurzer Zeit helfen zu können. „Die Bilder des Erdbebens und der nuklearen Katastrophe in Japan werden wir alle noch lange im Kopf behalten“, sagt Vorstandschef Nikolaus von Bomhard. „Was wir dabei nicht vergessen sollten: Versicherer tragen dazu bei, dass Menschen vor Ort Hilfe erhalten, um ihre Existenz wieder aufzubauen.“ In den folgenden Stunden geht es dann weniger pathetisch zu, die Debatte dreht sich vor allem um Gewinne, Renditen und Dividenden. Und die werden empfindlich getrübt durch ein Ereignis, das Bomhard die „weltweit schwerste Naturkatastrophe aller Zeiten“ nennt. Einen erheblichen Teil der Schäden, die Erdstöße und Tsunami nur wenige hundert Kilometer von Tokio entfernt verursacht haben, werden die Erst- und Rückversicherer tragen. Zahlungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro kommen auch auf die Munich Re zu, nach ersten Schätzungen. Konkrete Schadensmeldungen der Kunden liegen bisher nicht vor. Noch immer bebt die Erde in Japan und zerstört, was bislang heil geblieben ist. Unkalkulierbar sind vor allem die Folgen von Betriebsunterbrechungen. „Die unmittelbaren Konsequenzen für Japan sind leicht zu ermitteln“, erklärt Bomhard seinem geduldig lauschenden Publikum. „Schwieriger wird es, wenn es Rückwirkungen auf Zu- oder Ablieferer 2,7 Milliarden Euro; denn auch Überschwemmungen und Beben in Australien und Neuseeland schlagen teuer zu Buche. Es war zweifellos ein schwerer Start ins Jahr. Der Auftakt dürfte als einer der schlechtesten in die Geschichte der Rückversicherung eingehen. Das ist keine Botschaft, die ein Konzernlenker seinen Aktionären gerne überbringt. Große Anspannung lässt sich im Gesicht des routinierten Redners aber nicht ablesen. Nur die Daumen lugen immer wieder über sein Pult und reiben nervös aneinander. Im ersten Quartal werde das Unternehmen einen Verlust ausweisen. Das Gewinnziel für 2011 hatte Bomhard schon Ende März aufgegeben. „Aber wir erwarten weiter, das Jahr 2011 mit Gewinn abzuschließen“, erklärt der Manager. Der Aktienkurs sackt im Laufe seiner Rede um zwei Euro ab, Munich Re-Titel sind zeitweise Schlusslicht im Deutschen Aktienindex. Bis zum Abend erholen sich die Papiere aber vom ersten Schreck, zum Schluss kosten sie gut 114 Euro. Die Anleger wissen: Rückversicherer und schlechte Nachrichten sind ineinander verdreht wie die Stränge eines Seils. Im einen Jahr erschüttern Erdbeben, Fluten oder Stürme die Gewinne, sie können sogar an die Substanz gehen. In den nächsten Jahren steigen die Prämien der Rückversicherer. So war es beispielsweise nach dem Hurrikan Katrina 2005. Das Unglück in Japan könnte denselben Effekt haben. Und so hofft Bomhard, dass Preiserhöhungen über die Zeit die entstandenen Schäden in seiner Bilanz ausgleichen. „Wenn die Prämien steigen, sind wir ganz vorn dabei“, verspricht er seinen Aktionären. Zum Trost erhalten sie für das vergangene Jahr auch eine erhöhte Dividende von 6,25 Euro je Aktie. „Die ist drin“, sagt Bomhard trotzig. Ob sie aber nächstes Jahr wieder so üppig ausfällt, darf bezweifelt werden. DJE – Agrar & Ernährung Ein Fonds mit nachwachsender Rendite Eine stetig wachsende Weltbevölkerung, zunehmender Wohlstand in Asien und Lateinamerika und eine kontinuierliche Ausweitung des ökologischen Landbaus – es gibt viele Gründe für die weltweit steigende Nachfrage nach Agrarrohstoffen. Davon profitieren Unternehmen, die zum Beispiel Saatgut oder Traktoren produzieren, aber auch Anbieter von Lebensmitteln, die dem höheren Gesundheitsanspruch gerecht werden. Nach Einschätzung von Experten zählt die Agrar- und Nahrungsmittelindustrie zu den chancenreichsten Anlagemöglichkeiten der kommenden Jahre. Diesen Trend nutzt der DJE – Agrar & Ernährung weltweit im Zuge ausgewählter Investments. Wertentwicklung seit Auflegung am 02. 06. 2008* 40 % 30 % 20 % 10 % 0% -10 % -20 % DJE - Agrar & Ernährung (P) Vergleichsindex** Aktionäre der Munich Re passieren vor der Hauptversammlung am Mittwoch die Sicherheitskontrollen. Foto: dpa gibt, etwa in Südkorea, Deutschland oder den USA.“ Denn dann wäre die Munich Re in der Pflicht, solange es nicht um Folgen des Atomunfalls geht. Die Konsequenzen eines Super-GAU sind praktisch nicht abgedeckt. Insgesamt rechnet der Konzern-Chef nun im ersten Quartal mit einer Belastung durch Naturgewalten in Höhe von MO Rente DI Festgeld MI Telefon DO FR Kredite SA Sparbriefe Tagesgeld Anlagebetrag 10 000 Euro 31. Berlin will mehr Zeit für neue Kontonummern Berlin – Bei der geplanten Umstellung auf internationale Kontonummern setzt die Bundesregierung auf eine längere Frist. Berlin fordere eine vierjährige Übergangsphase, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums dem Tagesspiegel. Damit hätten die Banken nicht nur bis 2013, sondern bis 2015 Zeit, das Verfahren für Überweisungen und Lastschriften umzustellen. Die EU-Kommission will das neue Abbuchungsverfahren für den Einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum (SEPA) auch auf Zahlungen innerhalb von Staaten anwenden. Für SEPA-Überweisungen und -Lastschriften müssen Bankkunden ihre IBAN verwenden. Dafür müssen Bankkunden keine neuen Zahlen auswendig lernen, denn diese internationale Kontonummer setzt sich aus den Buchstaben DE und ihrer bisherigen Bankleitzahl sowie der Kontonummer zusammen. AFP Vermögensverwalter Feri ganz bei MLP Wiesloch – Der Finanzdienstleister MLP hat mitten im Sparprogramm den Vermögensverwalter Feri vollständig übernommen. MLP hatte im Herbst 2006 bereits 56,6 Prozent an Feri erworben. Laut MLP wird gemeinsam ein Vermögen von rund 20 Milliarden Euro betreut. Der Kaufpreis für die Anteile beträgt 50,6 Millionen Euro; eine erfolgsabhängige Komponente kann hinzukommen. Das Kerngeschäft von MLP, der Verkauf von Altersvorsorgeprodukten, stagniert seit Ende der Finanzkrise. MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg hat wenig Hoffnung, dass sich dies kurzfristig ändert. MLP hatte erst kürzlich angekündigt, Sparten zusammenzulegen und in der Zentrale 56 Stellen zu streichen, davon 14 in Führungspositionen. Bis Ende 2012 sollen die jährlichen Fixkosten dauerhaft um mindestens 30 Millionen Euro verringert werden. dpa -30 % -40 % Jun 08 Sep 08 Dez 08 Mär 09 Jun 09 Sep 09 Dez 09 Mär 10 Jun 10 Sep 10 Dez 10 Mär 11 Mindestbetrag Zinssatz Ertrag** in Euro in Prozent* in Euro DJE – hält Kurs auch in stürmischen Zeiten WKN: A0NGGC | ISIN: LU0350835707 Quelle: Bloomberg NIBC-Direct 1,2) 1,3) — — — 5000 5000 — 1000 — — 2,40 2,30 2,10 2,10 2,00 2,00 2,00 2,00 0,98 0,25 120,00 110,00 105,28 105,28 100,25 100,00 100,00 100,00 49,12 12,50 Bank of Scotland Vakifbank Int. Akbank1,2) Deniz-Bank1,2) 2) 1) GE Capital Direkt1) Cosmos direkt *Aktueller Stand der Wertentwicklung per 31.03.11 nach BVI-Methode, ohne Berücksichtigung des Ausgabeaufschlages. Individuelle Kosten wie Gebühren, Provisionen und andere Entgelte sind in der Darstellung nicht berücksichtigt und würden sich negativ auf die Wertentwicklung auswirken. Anfallende Ausgabeaufschläge reduzieren das eingesetzte Kapital sowie die dargestellte Wertentwicklung. Angaben zu der Entwicklung in der Vergangenheit sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Wertentwicklungen. Alle veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlungen dar. Aktienkurse können marktund einzelwertbedingt relativ stark schwanken. Auch festverzinsliche Anlagen unterliegen je nach Zinsniveau Schwankungen und bergen ein Bonitätsrisiko. Der Verkaufsprospekt und weitere Informationen sind kostenlos bei der DJE Kapital AG erhältlich. Ein Rating von Feri oder einem anderen Research-Unternehmen ist keine Empfehlung zum Kauf und Verkauf eines Investments. **50% DAXGlobal Agribusiness Perf. Ind., 50% MSCI World Food, Beverage and Tobacco (Perf. Ind.) Garanti Bank Int.2) Schlechtester Anbieter Dt. Finanzagentur (Bund) 50 1) Online-Konditionen, Einlagensicherung: 2) 100% bis 100 000 Euro/Person, 3) 100% bis 85 000 GBP/Person *sechs Monate Laufzeit, ** Zinsberechnung berücksichtigt, dass sich Häufigkeit der Zinstermine unterscheidet. Ohne Neukunden-Offerten. Angaben ohne Gewähr, Stand: 20.04.2011; Quelle: biallo.de Tel.: +49 89 790453 - 0 E-Mail: [email protected] www.dje.de Dr. Jens Ehrhardt Gruppe | München | Frankfurt | Köln | Luxemburg | Zürich Täglich aktualisierte Tarife: www.sueddeutsche.de/sparmeister Seite 24 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 GELD in Punkten Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Dax 8500 7500 6500 in Punkten MDax 11000 10000 9000 8000 Starke Intel-Zahlen machen Lust auf Aktien Gute Unternehmenszahlen aus den USA haben Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch in Kauflaune versetzt. Der weltgrößte Chiphersteller Intel habe mit seinen starken Absatzzahlen ordentlich überrascht, das stimme die Anleger zuversichtlich für den weiteren Verlauf der Berichtssaison, sagte ein Händler. Der Dax schloss um drei Prozent höher bei 7249 Zählern. Vor allem Halbleiterwerte legten deutlich zu: So zählten die Aktien von Infineon mit einem Plus von 4,3 Prozent zu den Dax-Gewinnern. Im TecDax zogen die Titel des Chip-Entwicklers Dialog Semiconductor um über neun Prozent an, die Papiere von Medion legten im SDax um 4,2 Prozent zu. In seinen am Dienstagabend vorgelegten Zahlen verzeichnete der Chiphersteller Intel im ersten Quartal einen Umsatzsprung von 25 ProSchluss 118000 3U Holding 4SC Börse Frankfurt 52-Wochen 20.04. 19.04. Hoch / Tief 2,15 0,72 3,84 2,93 1,96 30,00 1,08 74,36 31,18 1,66 46,54 4,20 5,17 172,25 2,05 3,45 2,79 9,90 10,60 9,64 11,50 9,15 27,61 15,74 50,49 4,20 24,60 7,77 2,15 5,83 9,82 69,00 66,21 34,64 6,46 24,45 21,26 6,42 35,17 28,60 14,96 15,79 16,81 17,71 2,89 1,48 72,10 2,86 38,05 13,94 33,00 16,85 0,31 56,30 2,77 3,53 47,61 12,81 1,12 41,08 2,16 4,88 59,00 33,47 13,92 26,82 2,05 2,12 3,00 1,91 2,70 28,20 19,95 9,68 30,13 40,81 1,68 4,98 5,40 1,81 36,43 0,65 36,20 11,01 2,57 6,44 2,57 0,70 1,02 2,82 13,30 13,48 1,74 1,05 1,50 – 0,38 1,88 14,02 13,34 4,92 2,23 4,20 36,75 15,00 3,37 64,70 15,40 1,61 61,39 5,35 9,67 55,65 21,34 37,80 36,25 29,80 5,16 28,17 41,70 1,12 24,83 10,67 22,30 10,55 1,64 34,82 8,67 1,94 19,27 1,25 – 4,50 6,64 10,07 1,38 9,10 23,25 3,54 37,42 42,70 96,41 3,62 6,77 2,08 0,72 3,80 3,03 1,95 30,00 1,17 73,06 30,31 1,67 46,07 4,20 5,07 176,00 2,03 3,40 2,77 9,98 10,34 9,61 11,30 8,96 27,29 15,27 49,64 3,98 24,79 7,77 2,04 5,76 10,01 66,39 66,25 33,87 6,39 24,21 21,70 6,36 34,59 26,56 14,20 15,66 16,85 17,30 2,95 1,44 70,40 2,88 37,71 13,32 33,00 16,79 0,33 56,20 2,79 3,46 47,71 12,89 1,12 40,40 2,16 4,94 56,82 33,20 14,12 26,27 2,00 2,08 3,00 1,92 2,58 28,29 19,84 9,30 30,42 40,19 1,70 4,98 5,21 1,77 36,18 0,67 37,00 11,12 2,58 6,49 2,53 0,70 1,05 2,86 13,28 13,10 1,71 1,12 1,48 10,86 0,37 1,90 13,70 13,02 4,72 2,22 4,21 36,41 15,00 3,52 64,26 14,44 1,60 60,33 5,19 9,49 55,40 21,30 38,00 36,55 29,63 5,16 27,95 41,80 1,15 24,98 10,68 21,73 10,55 1,63 34,70 8,67 1,88 18,82 1,25 4,02 4,61 6,34 9,88 1,43 9,01 22,92 3,40 35,73 41,28 94,64 3,63 6,83 5,21/1,95 0,87/0,60 4,82/2,61 8,26/2,80 10,60/1,80 34,00/26,75 1,65/0,94 80,99/49,74 44,62/22,60 2,15/1,42 51,33/35,26 4,50/2,70 5,70/4,05 205/140 2,62/1,69 5,18/2,48 6,00/2,79 11,30/6,85 10,80/6,82 10,75/9,05 15,08/8,86 9,50/6,75 40,82/24,70 16,45/8,41 50,59/39,63 4,21/1,92 26,00/9,80 10,34/3,86 2,35/1,21 7,64/4,48 10,90/7,70 69,90/40,93 87,54/64,68 37,77/28,80 7,99/4,29 27,51/19,69 24,59/10,14 6,55/4,49 42,33/26,90 32,81/19,08 18,19/8,77 17,52/13,64 17,85/13,27 18,82/10,00 3,67/2,80 1,97/1,05 79,31/55,00 3,46/2,66 41,18/29,48 14,58/6,42 34,43/26,30 23,30/15,50 0,63/0,30 66,03/56,01 3,50/2,54 4,45/3,21 51,23/30,00 13,49/7,26 1,20/0,69 41,95/25,00 2,76/1,55 5,22/3,23 58,00/24,30 39,76/30,72 15,50/12,16 35,54/23,65 2,15/0,99 2,32/1,25 4,89/1,10 3,80/1,45 7,41/2,51 33,39/11,85 32,91/16,50 11,44/5,26 39,51/29,20 42,83/32,40 2,35/1,49 6,02/4,43 6,25/3,74 2,48/1,60 36,59/29,70 0,79/0,58 37,56/23,07 13,06/8,90 3,74/2,53 8,44/6,32 2,67/1,05 0,82/0,58 1,61/0,95 3,44/2,45 13,47/8,63 15,27/8,65 1,93/1,20 3,16/1,05 2,85/1,50 12,80/7,73 0,90/0,30 2,23/1,65 17,01/12,44 14,85/7,32 6,59/3,15 2,56/1,96 4,95/4,01 38,21/28,25 15,77/8,75 3,48/1,51 71,07/43,21 15,09/11,25 1,78/1,13 66,02/46,41 6,48/4,85 11,00/5,85 56,00/40,40 27,34/19,92 44,20/35,50 44,93/34,52 30,72/18,75 5,63/3,01 41,66/26,39 43,25/28,91 1,30/0,45 28,62/24,29 12,04/5,45 23,06/16,80 12,30/9,99 2,63/1,54 39,30/24,95 8,99/8,00 2,23/1,73 23,48/16,56 5,40/0,88 4,98/2,90 4,92/3,69 8,10/4,00 10,61/2,27 3,08/1,09 9,70/5,75 24,16/17,49 3,80/2,10 47,14/23,16 41,80/31,80 99,99/63,80 5,73/3,64 9,25/5,99 Heimatbörse W Div. – – – – 2,00 – – 75,03 31,45 – 60,95 – 5,17 – 2,07 – 2,76 – – 9,63 11,43 – 39,97 123,0 50,45 4,21 – – – 8,53 – 69,58 6.51t 3.37t 6,46 35,76 31,03 – – 28,17 14,83 16,04 – – – 1,99 93,35 32,55 52,52 – – – – 81,28 – – – 18,92 – – 24,55 6,75 – 33,96 1.81t 39,40 – 192,0 – 1,95 30,00 – 27,63 – 4.53t 41,34 19,12 – – – – – 53,75 125,0 – 72,60 – – 1,55 32,10 15,32 17,48 19,46 – – – – – 20,26 19,66 – – – 53,37 – – 94,35 – – 88,91 – – – – – – – – 28,12 – – 35,99 – 22,63 – – 34,51 – – – 1,83 – – 6,58 – 1,88 – 23,03 – 53,81 – – 729,0 – – – – – – 1,20 – 3,01 1,05 – 1,10 CHF – – 0,62 USD 0,06 – – 0,30 0,35 0,29 – – – 1,40 – – 0,30 – – 0,15 1,70 – 0,45 0,64 USD – – 0,30 0,40 0,10 0,73 0,50 0,30 0,13 – CAD 4,50 CHF 0,94 HKD 0,47 CAD – 0,40 – – – – 0,10 0,34 1,28 USD – 0,32 0,97 HKD 0,10 CAD 0,96 1,60 20,00JPY 0,36 USD – 7,00 GBp – – 0,00 HKD 2,21 0,40 CAD 0,15 120,0JPY 1,00 1,11 HKD 0,30 – 0,10 53,00 0,00 – USD 2,95 HKD 0,48 HKD 3,01 HKD 0,22 HKD 0,25 HKD – – – – – 0,25 – 0,10 0,20 USD – 0,05 – 0,30 0,16 USD – – 1,40 USD – – 0,68 USD 0,26 0,30 0,34 – 1,00 1,00 0,45 – 1,19 0,60 – 1,96 USD – 1,03 – – 0,65 0,50 – 1,00 – 0,21 – 0,09 – – 0,30 1,00 – 1,00 USD 0,63 1,64 CAD USD USD USD HKD CHF 0,87 HKD USD USD ZAR 1,30 ZAR USD USD 2,75 NOK Euro Stoxx 50 3400 3000 2600 M J 1 Jahr Vortag Aktuell in Punkten Dow Jones 14000 13000 12000 11000 10000 in Punkten 5500 M J 1 Jahr Vortag Aktuell 7000 J A S O N D J F M A 1 Jahr Vortag M J J A S O N D J F M A + 17,6 % + 3,0 % 20.4.2011 · Schluss 7249,19 Aktuell + 25,8 % + 2,1 % 20.4.2011 · Schluss 10450,12 Dax 30 (* = Euro Stoxx 50 Werte) Dax Adidas * Allianz * BASF * Bayer Beiersdorf * BMW Commerzbank * Daimler * Deutsche Bank * Deutsche Börse Deutsche Post * Dt. Telekom * Eon Fres.Med.Care Fresenius SE Heidelb.Cement Henkel Vz Infineon K+S Linde Lufthansa MAN Merck KGaA Metro * Münchener Rück * RWE * SAP * Siemens Thyssen-Krupp Volkswagen Vz Div. – 0,35 4,10 1,70 1,40 0,70 0,30 – 1,85 0,75 2,10 0,60 0,78 1,50 0,61 0,75 0,12 0,72 0,10 0,20 1,80 – 0,25 1,25 1,18 6,25 3,50 0,50 2,70 0,45 1,66 20.04. Schluss 7249,19 48,55 101,20 65,30 56,36 44,66 60,53 4,37 51,12 40,40 54,64 12,91 11,24 22,08 51,37 70,00 51,14 45,42 7,45 54,85 116,65 14,97 91,14 68,20 47,74 115,20 46,24 44,97 95,46 30,03 118,40 19.04. Schluss 7039,31 47,39 98,92 62,33 54,02 43,88 58,79 4,25 49,08 40,00 52,76 12,57 11,00 21,60 50,90 68,51 49,39 43,73 7,14 53,08 113,05 14,70 88,87 67,13 46,89 113,40 44,98 44,27 92,35 28,86 113,00 TagesVeränderung in Prozent +2,98 +2,46 +2,30 +4,76 +4,33 +1,78 +2,96 +2,75 +4,16 +0,99 +3,56 +2,70 +2,14 +2,22 +0,92 +2,17 +3,54 +3,85 +4,29 +3,33 +3,18 +1,80 +2,55 +1,59 +1,82 +1,59 +2,80 +1,59 +3,37 +4,05 +4,78 TagesHoch / Tief 7261/7039 48,77/47,39 102/100 65,30/63,50 56,36/54,40 44,94/44,13 60,76/59,28 4,38/4,28 51,41/49,80 40,82/40,21 54,74/53,10 12,95/12,70 11,27/11,03 22,19/21,71 51,67/51,22 70,62/68,80 51,40/49,94 45,87/43,80 7,48/7,29 54,94/53,50 117/114 15,10/14,84 91,65/89,88 68,35/67,25 47,74/47,17 115/113 46,24/45,20 45,20/44,64 95,73/93,72 30,13/29,27 119/114 52-Wochen Hoch / Tief 7427/5670 51,48/38,60 108/76,67 64,41/40,71 58,62/44,12 49,00/39,77 64,80/35,29 7,35/4,19 58,46/35,85 51,24/36,60 61,62/46,59 14,01/11,18 11,26/8,55 28,38/20,94 50,75/38,21 69,55/49,62 52,60/31,40 48,40/35,83 8,27/4,21 58,60/35,94 116/81,55 17,77/10,34 96,44/63,65 72,28/57,65 58,53/39,37 125/99,74 66,49/42,86 44,67/33,97 99,38/68,25 32,00/19,82 137/66,05 KGV 2011 – 15 8 11 13 26 14 8 10 7 13 10 15 8 15 16 13 14 15 16 17 10 15 10 13 9 9 17 14 14 9 GesamtUmsatz 4804335 63869 207376 291686 179625 25131 162157 143646 308372 223840 56839 58740 145408 173882 39279 35726 43831 62749 127361 59066 67659 52172 53075 33957 56690 988366 412767 171266 304658 83330 171812 MarktWert – 10,16 46,00 59,98 46,61 11,25 36,47 5,67 54,48 37,55 10,65 15,61 48,55 44,18 15,19 8,98 9,59 8,09 8,09 10,50 19,87 6,85 12,85 4,41 15,47 21,71 24,20 55,17 87,27 15,45 20,14 zent auf 12,8 Milliarden Dollar. Damit wischte der US-Konzern Bedenken weg, das Geschäft könnte unter dem abflauenden Wachstum auf dem PC-Markt leiden. Intel-Aktien legten in New York 6,5 Prozent zu. Anleger griffen auch bei Stahlwerten zu: Thyssen-Krupp gewannen nach positiven Analystenkommentaren gut vier Prozent. Die Markterwartungen rückläufiger Margen im zweiten Halbjahr halte er für zu pessimistisch, da die Nachfrage in den USA und Europa voraussichtlich weiter anziehen werde, schrieb Nomura-Analyst Jeff Largey in einem Kommentar. Nicht punkten konnte dagegen der Medienkonzern Pro Sieben Sat.1 mit dem Verkauf seiner Benelux-Töchter für 1,23 Milliarden Euro nach Finnland. Die Aktien der TV-Senderkette verloren 0,9 Prozent, nachdem sie zur ErSchluss GFT Techn. Givaudan GK Software Gold Fields Goodyear Graphitw.Krpfm. GSW Immobilien GWB Immobilien Börse Frankfurt 52-Wochen 20.04. 19.04. Hoch / Tief 4,20 722,25 – 12,36 10,75 23,90 20,98 1,23 3,04 25,94 10,27 1,92 3,59 39,90 35,00 2,90 9,70 37,98 2,75 3,83 58,01 25,24 15,91 50,50 7,96 11,40 22,47 4,23 718,09 46,00 12,27 10,76 24,00 21,20 1,24 3,04 27,00 10,26 1,93 3,61 40,30 35,00 2,98 9,60 36,23 2,75 3,86 56,91 25,02 16,04 50,50 7,92 11,01 22,04 4,91/2,86 813/611 58,00/39,80 13,72/9,45 11,12/7,19 24,98/12,32 21,70/20,92 1,72/1,12 3,84/2,63 32,10/17,17 10,93/6,90 3,50/1,26 4,59/2,14 40,44/33,10 38,12/33,71 4,31/3,01 9,85/9,25 40,39/30,60 5,99/2,95 4,29/3,36 59,07/44,27 32,56/22,61 18,63/11,89 51,95/5,00 9,28/4,70 12,00/5,90 23,39/14,35 Heimatbörse W Div. – 931,0 – 1.21t 15,64 – – – 34,50 37,72 9.98t – 5,32 40,25 50,55 – – – 3,89 – 74,65 3.31t 180,0 – 90,15 – 2.32t 0,15 21,50CHF 1,00 – – – – – 0,71 HKD 0,40 USD 0,50 ZAR – – 0,76 1,80 USD – – 0,70 – 0,08 1,50 CHF 54,00JPY 4,20 HKD 1,00 1,92 HKD – 1.50t KRW CAD USD ZAR USD öffnung bis zu 2,7 Prozent im Plus gelegen hatten. Der Verkaufspreis sei für einige Anleger offenbar etwas enttäuschend, da zuletzt über höhere Erlöse spekuliert worden sei, sagte ein Börsianer. Auf Talfahrt schickten Anleger auch Adva, die 15,6 Prozent an Wert verlor. Der Netzwerkausrüster ist im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht – von Januar bis März fiel ein Nettoverlust von 2,3 Millionen Euro an. Starke Quartalszahlen von Intel, Yahoo und zahlreichen anderen Großunternehmen trieben die Wall Street kräftig an. Die Schwergewichte bei den TechFirmen hätten mit ihren guten Bilanzen die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung an die Börse zurückgebracht, sagten Händler. Der Dow Jones notierte nach zwei Handelsstunden 1,6 Prozent zu. SZ/Reuters/dpa Schluss Pirelli PNE Wind Polis Immob. Polyus Z. ADR Porsche Vz Portugal Telecom Posco ADR Potash Sask. Powerland PPR Priceline.com Princess Private Procon Multim. Progress PSI Pulsion PVA Tepla Börse Frankfurt 52-Wochen 20.04. 19.04. Hoch / Tief 6,57 2,18 10,15 24,67 44,06 8,14 78,87 39,83 14,50 115,37 365,51 6,23 1,72 37,70 20,17 4,91 4,50 31,50 37,49 13,72 37,41 8,55 37,30 33,00 8,90 31,83 38,02 2,19 142,80 23,55 7,61 41,67 139,94 118,94 25,17 6,14 – 0,47 14,50 43,65 17,00 37,26 295,62 198,33 13,80 33,11 34,07 37,35 2,25 280,00 19,71 15,93 69,99 6,44 10,55 8,43 3,15 13,08 5,04 6,15 12,73 9,49 2,52 25,63 15,10 22,20 28,75 4,00 4,74 4,20 20,80 25,58 88,23 19,20 8,39 40,37 14,65 10,51 6,14 5,17 7,21 28,86 23,55 318,00 117,95 38,37 318,00 2,24 5,00 236,80 115,52 9,31 0,13 3,74 32,50 19,24 31,39 6,83 8,70 10,20 11,10 1,80 0,57 5,50 8,39 28,44 16,40 4,22 5,53 5,99 3,48 26,69 10,30 8,12 7,65 4,65 14,77 50,00 2,85 4,66 20,66 83,77 4,90 21,89 3,96 6,34 24,05 6,10 53,45 4,98 2,84 66,80 32,64 110,15 12,23 4,42 4,01 11,00 19,47 19,40 14,12 3,80 0,34 6,48 2,30 10,15 24,59 42,67 8,09 76,05 39,06 14,52 115,10 361,60 6,14 1,72 37,25 19,54 4,91 4,50 31,00 36,69 13,83 36,34 8,50 36,70 31,40 8,97 31,64 36,40 2,14 143,60 23,11 8,19 40,53 137,16 117,10 25,34 6,05 24,10 0,48 13,98 43,53 17,15 36,52 279,00 196,37 13,36 31,45 33,00 37,25 2,30 278,75 19,55 15,22 67,97 6,18 10,65 8,32 3,05 12,94 5,00 6,20 12,88 9,27 2,46 24,91 15,25 21,88 28,22 4,15 4,82 3,92 20,78 24,95 90,69 19,09 7,93 42,10 14,32 10,35 6,01 5,14 7,11 28,82 23,19 314,00 118,17 38,64 318,06 2,30 5,00 233,80 114,46 9,31 0,11 3,73 32,74 19,05 29,49 6,81 8,70 10,16 11,21 1,80 0,56 5,47 8,09 27,84 16,10 4,20 5,48 5,86 3,40 26,75 10,51 8,00 7,66 4,60 14,69 50,15 2,82 4,66 20,70 81,87 4,90 21,38 3,92 6,56 24,92 6,20 52,93 4,96 2,76 60,00 31,90 104,58 11,62 4,49 4,00 11,00 19,21 19,36 13,80 3,75 0,34 6,63/4,31 2,61/1,40 10,50/7,58 28,88/17,35 75,25/31,91 10,74/6,78 91,04/70,74 47,09/22,51 15,09/14,49 128/90,53 366/140 6,58/4,39 1,80/1,12 38,29/25,01 20,79/10,90 5,03/2,90 5,29/3,62 31,50/17,69 44,89/29,35 20,65/13,29 43,04/27,96 11,39/6,54 43,51/34,81 36,83/22,05 10,27/8,06 38,13/28,45 49,43/26,84 3,22/1,85 157/98,30 29,86/18,14 9,05/7,55 45,41/25,02 178/130 126/102 29,60/15,41 6,94/4,64 27,00/15,00 0,68/0,46 13,90/6,45 62,10/40,30 18,30/11,56 38,63/23,30 330/235 228/159 15,19/8,52 31,11/16,40 34,56/16,75 42,06/27,50 4,74/1,80 340/182 20,78/11,67 17,60/10,58 68,55/40,12 6,76/3,88 12,41/8,96 8,97/6,85 4,50/2,60 14,95/7,58 6,18/4,08 10,65/5,75 14,06/7,20 11,04/6,24 2,68/1,83 27,12/13,99 20,05/12,89 22,70/10,99 29,91/16,71 4,20/2,15 6,40/3,10 6,40/2,05 28,24/20,39 37,31/21,00 112/70,78 20,65/14,73 9,63/5,23 46,53/33,95 16,26/12,45 13,90/7,69 10,63/5,30 6,30/3,60 9,11/6,34 31,89/16,24 24,97/18,51 339/200 125/74,14 45,76/31,01 335/252 3,00/1,86 5,22/3,56 245/166 116/82,60 9,80/8,61 2,15/0,11 3,93/3,23 37,84/31,03 27,90/12,39 33,84/18,72 7,76/4,85 9,73/6,15 11,31/8,97 12,44/9,11 2,52/1,73 0,80/0,51 6,28/4,55 11,77/6,53 31,38/26,38 23,39/16,02 4,86/2,90 5,79/3,04 7,95/4,10 4,95/2,88 34,66/25,08 27,00/9,00 8,00/5,70 9,19/6,98 5,80/2,22 15,67/9,43 56,55/45,30 4,98/1,60 5,11/3,29 26,80/17,00 84,33/67,50 5,06/3,88 24,90/18,21 4,90/2,52 7,90/3,78 48,17/21,00 6,14/3,75 72,00/50,50 5,50/4,25 3,28/2,31 74,00/42,52 36,87/21,24 119/65,10 13,29/7,33 5,66/3,42 11,48/3,20 11,10/7,50 19,79/16,60 19,75/16,60 16,25/9,82 7,36/3,02 0,44/0,17 Heimatbörse W Div. – – – 36,50 – 8,18 4.89t 57,94 – 116,0 534,0 – – – – – – – 37,17 20,24 38,75 – 3.19t 47,53 9,10 1.02t 37,89 17,44 – 24,18 – 54,30 3.81t 155,0 – – 34,10 41,69 – – – 37,63 – – 125,0 – – 3.72t 73,90 – 19,94 146,0 – 58,00 – 76,20 – – – 2.02t – – – – – – – – – – 4.71t 36,48 2.79t 150,0 8,30 58,61 14,66 15,35 8,98 – 10,65 – 217,0 413,0 154,0 49,55 411,0 – – 309,0 149,0 – – – 6.31t 1.25t – – – 10,25 87,40 – – 48,83 11,79 39,29 16,51 – 43,70 6,25 761,0 5.78t – – 187,0 – 14,67 72,85 3,97 – 46,47 84,02 – 21,80 – – 178,0 – 77,68 – – 96,85 33,14 – 111,0 – – – – – 14,40 – – – – – 0,11 USD 0,10 0,58 1.00t KRW 0,28 USD – 3,50 – – – – 0,21 – 0,20 0,90 1,05 – 1,18 0,50 115,0GBp – 0,41 7,00 INR 0,30 – – 0,50 – 0,35 CHF 860,0HUF 0,40 CHF – 0,06 USD – – 0,30 3,50 – 0,63 1.00t KRW 1.00t KRW 3,00 SEK 0,60 0,62 – – – 0,51 – 0,70 1,50 SEK – 3,00 SEK – – – 20,00JPY – – 0,08 0,22 0,45 0,85 5,00 – – – 25,00JPY 1,83 USD 30,00INR 6,25 NOK 0,29 0,72 USD 0,65 – – – 0,02 USD 0,40 9,00 SEK 5,00 CHF – CHF 2,75 CHF 21,00CHF – 0,20 7,00 CHF 1,80 CHF 0,15 – 0,20 180,0JPY 15,00INR 0,90 USD – 0,70 0,75 3,80 NOK 0,06 – 2,75 SEK – 0,57 – 0,60 NOK – 5,00 JPY 45,00JPY – 0,30 – – 0,55 2,08 USD – 0,15 – 1,75 0,05 1,21 – – – – 0,60 USD – – – 0,50 1,60 2,50 SEK 0,03 USD – – 0,94 1,00 0,10 USD DKK BRL CAD CZK CAD 1,24 CAD USD USD USD SEK ZAR INR USD USD GBp NOK USD USD USD J A S O N D J F M A 1 Jahr Vortag M J J A S O N D J F M A – 0,8 % + 2,1 % 20.4.2011 · Schluss 2917,29 Aktuell + 12,4 % + 1,6 % 20.4.2011 · 18:00 Uhr 12467,14 Stoxx 50 / Euro Stoxx 50 (ohne Dax-Werte) 17:58 Euro Stoxx 50 Stoxx 50 ABB Air Liquide Alstom Anglo American Anh.-Busch Inb. Arcelor-Mittal Astrazeneca Axa Banco Bilbao (BBVA) Banco Santander Barclays BG Group BHP Billiton BNP Paribas BP Brit.Amer. Tobacco Carrefour Credit Agricole Crédit Suisse CRH Plc Danone Diageo Enel ENI Ericsson France Télécom GDF Suez Generali Glaxosmithkline Hennes&Mauritz HSBC Holding Iberdrola ING Intesa San Paolo L’Oreal LVMH Nestlé Nokia Novartis Philips Repsol Rio Tinto Roche Hold. Gen. Roy. Dutch Shell Saint Gobain Sanofi-Aventis Schneider Electric Societe Generale Standard Chartered Telecom Italia Telefonica Tesco Total UBS Unibail Unicredit Unilever NV Vinci Vivendi Vodafone Zurich Fin. Div. – – – 2,25 1,24 – 0,38 0,57 44,90 0,55 0,42 0,60 2,50 12,35 57,00 1,50 4,34 99,50 1,08 0,45 2,00 0,63 1,20 38,10 0,25 1,00 2,00 1,40 1,47 0,35 64,00 16,00 0,34 0,33 – 0,08 1,50 1,65 1,60 0,40 2,10 0,70 0,85 28,84 6,00 1,20 1,00 2,20 2,05 0,25 42,79 0,05 1,30 13,05 2,28 – – 0,03 0,62 1,62 1,40 8,31 16,00 W Heimatboerse 20.04. 19.04. 2921,43 2857,61 2613,36 2570,45 22,21 21,55 96,78 93,63 43,73 42,04 3,17t 3,05t 42,88 43,14 24,90 24,20 3,03t 2,97t 14,93 14,63 8,28 8,13 8,18 8,10 293,80 290,55 1,51t 1,48t 2,53t 2,47t 50,54 50,13 466,34 452,50 2,59t 2,56t 30,94 30,01 10,81 10,65 38,55 38,30 15,83 15,54 49,05 48,59 1,20t 1,20t 4,62 4,53 17,25 16,84 77,45 75,75 15,63 15,32 27,23 26,48 15,25 15,05 1,26t 1,24t 218,60 214,00 651,80 640,60 6,07 6,00 8,72 8,39 2,08 2,09 85,88 83,20 117,70 115,20 53,70 53,15 5,94 5,79 51,65 50,30 20,52 20,33 23,33 22,57 4,36t 4,23t 136,30 133,10 25,55 24,91 45,67 44,09 52,50 51,19 114,25 111,70 43,70 43,71 1,62t 1,61t 0,99 0,97 17,73 17,49 397,13 393,55 41,88 40,54 16,42 16,20 152,20 148,85 1,62 1,63 22,70 22,69 43,32 41,85 20,57 20,00 177,15 174,60 237,60 233,60 TagesVeränderung in Prozent +2,23 +1,67 +3,06 +3,36 +4,02 +4,00 -0,60 +2,89 +2,15 +2,09 +1,83 +1,02 +1,12 +2,55 +2,55 +0,82 +3,06 +1,27 +3,08 +1,50 +0,65 +1,90 +0,96 +0,58 +2,03 +2,43 +2,24 +2,02 +2,83 +1,33 +1,82 +2,15 +1,75 +1,15 +3,86 -0,38 +3,22 +2,17 +1,03 +2,59 +2,68 +0,93 +3,39 +3,21 +2,40 +2,59 +3,60 +2,56 +2,28 -0,03 +0,76 +1,59 +1,34 +0,91 +3,29 +1,36 +2,25 -0,92 +0,02 +3,50 +2,88 +1,46 +1,71 52-Wochen Hoch / Tief 3068/2489 2769/2285 23,76/18,43 98,99/53,00 47,25/30,95 3,43t/2,25t 45,85/35,70 32,44/21,33 3,38t/2,77t 16,77/11,06 10,89/6,92 10,43/7,30 370,90/255,35 1,56t/984,00 2,63t/1,68t 58,97/41,48 648,20/302,90 2,56t/1,95t 41,28/29,90 12,72/4,15 54,15/37,04 21,95/11,70 48,60/39,96 1,25t/1,02t 4,64/3,43 18,42/14,61 89,70/69,40 17,36/14,15 29,94/22,80 16,99/13,50 1,31t/1,09t 493,00/199,90 730,90/596,20 6,47/4,63 9,41/5,52 2,76/1,89 89,50/72,24 128,00/80,00 56,60/49,14 11,28/5,69 57,35/48,10 26,94/20,79 24,79/15,54 4,71t/2,81t 175,00/125,30 26,60/19,75 46,20/28,49 54,09/40,20 123,20/75,38 52,04/30,33 1,95t/1,52t 1,14/0,89 19,60/14,88 454,40/377,50 44,41/35,88 18,93/14,02 166,10/120,50 2,22/1,47 24,02/20,94 44,96/33,18 21,94/16,29 182,75/129,45 274,50/223,30 KGV 2011 – – 15 18 15 9 14 13 8 8 8 8 8 19 10 7 7 14 14 6 8 18 16 15 10 8 13 9 14 12 11 20 11 12 6 11 20 19 16 12 10 11 11 7 10 7 13 8 14 7 13 8 9 12 8 9 18 18 14 13 9 11 8 MarktWert – – 39,80 27,46 12,85 46,64 69,38 38,77 48,13 34,40 36,87 69,08 40,57 57,93 62,53 60,78 99,35 59,10 20,76 25,90 35,49 11,13 31,72 34,89 43,40 68,21 26,25 41,36 61,23 23,90 73,54 35,80 130,27 33,24 33,22 24,90 51,52 57,79 143,71 22,27 104,96 20,25 27,81 75,37 73,71 91,22 24,35 68,50 31,00 32,64 43,44 13,25 80,76 36,71 98,19 48,52 13,77 31,99 35,07 23,67 25,34 103,82 26,86 Frankfurt 20.04. 19.04. – – – – 17,24 16,84 96,63 93,66 43,66 41,97 35,29 34,83 43,22 43,09 24,84 24,26 34,60 33,95 14,83 14,60 8,21 8,07 8,18 8,19 3,33 3,36 17,10 16,87 28,67 28,13 50,71 50,18 5,29 5,17 29,60 29,64 30,56 30,27 10,79 10,77 29,92 30,09 15,70 15,38 48,96 48,77 13,94 13,66 4,62 4,53 17,03 16,88 8,72 8,49 15,62 15,39 27,21 26,53 15,35 15,10 14,18 14,16 24,51 23,86 7,36 7,37 6,06 6,00 8,67 8,39 2,10 2,11 85,98 85,30 117,79 115,30 41,48 41,30 5,95 5,79 39,80 39,18 20,54 20,35 22,78 22,55 49,51 48,65 104,91 103,04 25,60 24,93 45,87 44,06 52,25 51,05 113,97 111,80 43,74 43,83 18,50 18,80 0,99 0,98 17,70 17,49 4,56 4,51 41,79 40,68 12,67 12,61 150,05 149,20 1,66 1,64 22,84 22,64 42,61 41,78 20,48 19,99 2,00 2,02 183,20 181,78 CHF GBp GBp GBp GBp GBp GBp GBp CHF GBp SEK A A-Power Energy A-Tec Ind. A.S. Creation AAP Impl. Acciona Accor AD Pepper Adecco ADV Vision Tech Aegon Aeroflot Ageas Agennix Agfa Gevaert Ahlers Ahlers Vz Ahold Air France KLM AIRE Akamai Aker Solutions Akzo Nobel Alcatel Lucent Aleo Solar All for One Mid Alphaform AMD Analytik Jena Andritz Anglo Platinum Anglogold Ash. Antena 3 Archer Daniels Ariba Artnet Asian Bamboo ASML AT & S Atlantia Atoss Softw. Augusta konv. GBp SEK GBp MDax Div. MDax – Aareal Bank – Aurubis 1,00 Baywa vink. Na 0,40 Bilfinger Berger 2,00 Boss Vz 0,97 Brenntag – Celesio 0,50 Continental – Demag Cranes 0,60 Douglas 1,10 Dt. Euroshop 1,05 Dt. Wohnen – EADS – Elring-Klinger 0,20 Fielmann 2,00 Fraport 1,15 Fuchs Petrol. Vz 1,70 Gagfah 0,50 Gea Group 0,30 Gerresheimer 0,50 Gildemeister 0,10 Hamburger Hafen 0,40 Hannover Rück 2,10 Heidelb.Druck – Hochtief 1,50 IVG Immobilien – Kabel Deutschland – Klöckner & Co – Krones – Lanxess 0,50 Leoni – MTUAeroEngines 0,93 Praktiker 0,10 ProSiebenSat1Vz 0,02 Puma 1,80 Rational 3,50 Rheinmetall 0,30 Rhön-Klinikum 0,30 Salzgitter 0,25 SGL Carbon – Sky Deutschland – Springer 4,80 Stada Arznei 0,55 Südzucker 0,45 Symrise 0,50 Tognum 0,35 TUI – Vossloh 2,00 Wacker Chemie 1,20 Wincor Nixdorf 1,70 20.04. 19.04. Schluss Schluss 10450,1210238,83 20,44 19,67 38,49 37,45 31,31 31,17 62,32 60,38 63,53 61,85 81,76 79,22 16,39 16,36 63,90 61,67 35,81 35,32 39,82 39,70 26,45 26,04 10,40 10,33 21,24 20,76 22,52 21,77 70,10 68,76 53,05 50,99 107,50 103,60 6,10 6,06 24,20 23,37 32,91 32,36 16,77 16,35 32,31 31,50 39,42 38,73 3,15 3,12 61,10 60,30 5,48 5,43 39,90 39,16 22,86 22,16 52,46 51,25 56,78 55,35 34,15 32,99 50,85 49,90 7,73 7,49 18,54 18,70 209,20 201,30 176,20 177,80 58,77 56,88 15,13 15,04 52,62 51,69 37,02 36,06 2,91 2,96 109,90 108,25 29,48 28,76 20,39 20,19 21,00 20,91 26,03 25,92 8,39 8,27 96,63 94,06 160,60 159,10 56,50 55,80 TagesVeränderung in Prozent +2,06 +3,89 +2,76 +0,45 +3,21 +2,72 +3,21 +0,18 +3,62 +1,37 +0,29 +1,57 +0,68 +2,31 +3,42 +1,95 +4,04 +3,76 +0,61 +3,55 +1,70 +2,57 +2,56 +1,78 +0,77 +1,33 +0,81 +1,89 +3,16 +2,36 +2,58 +3,52 +1,90 +3,22 -0,86 +3,92 -0,90 +3,32 +0,63 +1,80 +2,66 -1,76 +1,52 +2,49 +0,99 +0,45 +0,42 +1,44 +2,73 +0,94 +1,25 TagesHoch / Tief 10473/10239 20,45/19,64 38,49/37,31 31,50/31,25 62,32/60,79 63,90/61,98 82,46/80,28 16,65/16,36 64,50/62,44 35,99/35,45 39,89/39,73 26,52/26,00 10,53/10,33 21,32/20,85 22,68/22,00 70,70/68,90 53,18/51,29 108/104 6,16/6,07 24,38/23,71 33,24/32,65 16,90/16,43 32,39/31,67 39,66/38,98 3,21/3,14 61,76/60,73 5,54/5,44 40,37/39,16 23,06/22,39 53,40/51,90 57,52/55,86 34,22/33,37 51,00/50,30 7,78/7,50 19,20/17,82 209/203 179/176 58,82/57,37 15,20/15,09 53,11/52,40 37,58/36,40 2,99/2,88 112/109 29,59/28,76 20,45/20,16 21,43/20,98 26,20/25,86 8,43/8,28 96,96/94,61 163/160 56,87/56,25 52-Wochen Hoch / Tief 10611/7429 26,25/12,77 45,78/31,35 35,04/26,50 64,97/41,54 63,32/28,36 81,68/48,90 25,50/15,96 66,84/36,04 38,96/23,09 43,20/32,80 28,99/21,72 11,40/6,13 22,30/13,55 26,98/16,97 73,00/54,64 54,00/34,40 111/63,00 8,95/5,12 23,85/14,65 33,61/23,57 17,24/7,53 35,81/24,11 43,29/31,87 5,49/2,93 76,55/45,64 7,71/4,76 40,80/22,66 25,55/13,65 52,74/37,05 59,49/30,12 35,45/14,97 54,50/39,32 8,84/5,21 24,80/10,67 264/197 176/112 66,46/42,50 19,44/15,05 66,75/45,95 39,79/22,71 3,25/0,82 125/78,00 32,10/20,70 20,74/13,94 22,38/15,98 26,16/13,48 10,86/6,75 99,58/66,52 168/94,18 62,98/43,31 KGV 2011 – 10 11 15 12 21 15 10 10 18 17 16 22 24 15 22 24 14 11 16 15 19 26 8 – 14 14 – 11 19 11 10 13 16 9 13 25 10 13 16 29 – 11 13 16 14 20 11 13 14 15 GesamtUmsatz 517976 17313 9059 1113 24338 6983 5189 11128 48270 1823 3389 2045 2404 4801 4074 4650 10597 3552 2148 19146 2318 7242 2905 12573 2636 25363 3791 8324 13236 8109 27440 15604 7371 1466 39482 11513 1220 12310 6462 13704 10365 6230 8795 11934 5055 9434 10370 9626 6083 29420 5576 MarktWert – 0,87 1,73 1,03 2,87 2,19 4,21 2,79 12,78 0,76 1,57 1,37 0,85 17,35 1,43 2,94 4,88 1,27 1,38 4,45 1,03 0,76 2,26 4,75 0,73 4,70 0,76 3,59 1,52 1,66 4,72 1,01 2,64 0,45 2,03 3,16 2,00 2,33 2,09 3,16 2,42 2,06 3,62 1,74 3,86 2,48 3,42 2,11 1,43 8,38 1,87 H Hang Lung Harley Davidson Harmony Gold HCI Capital Headwaters Heineken Heinz Heliad Helikos Henkel Heritage Oil Höft & Wessel Holcim Honda Motor Hongkong Ex. Hornb.-Baum. Hutchison Hypoport Hyundai GDR CHF CHF GBp CHF R R.Stahl Raiffeisen Int. Rambus Randstad Realtech Reckitt Benckiser Red Hat Reed Elsevier Reliance GDR Renault Renewable Energy Repower Syst. RHI RIB Software Richemont Richter Gedeon Roche Inh. Rofin Sinar Rosneft ADR Rostelecom ADR Royal Bank Scot. Rücker RWE Vz GBp GBp CHF GBp CHF I IBS ICBC ICICI Bank Identive IFCO Systems IFM Immobilien Impala Platinum Inditex Infosys ADR Init Innovation Integralis Intercell Interhyp Intershop konv. Intica Invision Softw. Isra Vision Itelligence ITN Nanovation IVU Traffic Tech. 4,25 0,58 34,55 2,55 13,82 9,75 19,56 59,56 44,16 17,90 7,78 6,27 68,51 2,12 5,06 – 17,35 6,95 4,51 1,66 1,42 12,39 8,35 7,98 13,70 0,08 30,12 26,60 22,59 11,76 9,50 69,64 46,48 7,40 24,90 2,04 0,66 6,81 9,39 1,39 55,61 18,51 13,61 20,40 48,20 7,27 2,73 67,66 47,74 2,37 183,56 4,83 18,21 5,75 4,30 4,10 2,02 7,41 29,63 31,30 37,87 – 63,59 3,20 13,97 54,30 3,60 91,86 8,70 46,33 0,99 24,83 6,87 30,52 3,95 38,10 1,90 30,20 30,77 40,90 6,30 55,20 13,38 170,50 2,09 14,85 3,44 7,87 18,71 20,14 6,14 99,23 0,14 4,18 0,60 89,43 26,86 13,07 31,49 2,48 0,81 6,53 22,99 18,75 4,30 0,59 33,77 2,38 13,78 9,53 18,88 58,83 44,45 17,00 7,65 6,23 69,01 2,09 5,06 18,63 17,07 6,32 4,49 1,62 1,41 12,72 8,28 7,95 13,70 0,08 29,95 26,48 22,90 11,71 9,03 70,16 45,12 7,68 25,00 2,04 0,67 7,01 9,30 1,35 55,75 18,47 13,40 20,50 47,76 7,25 2,73 66,55 47,40 2,36 187,76 4,80 18,53 5,88 4,27 4,21 1,95 7,42 30,03 31,39 36,92 7,97 60,50 3,20 14,80 54,50 3,58 89,55 8,79 46,11 0,99 24,78 6,90 29,80 4,00 38,20 1,90 29,87 29,80 40,90 6,20 54,66 13,60 174,80 2,12 14,89 3,42 7,77 18,54 19,99 6,01 98,60 0,14 4,23 0,59 86,76 26,52 13,33 30,83 2,35 0,85 6,78 22,17 19,10 4,73/3,05 0,63/0,53 41,18/28,01 3,92/1,13 14,20/10,00 10,55/7,22 26,83/17,90 63,55/42,63 59,41/43,20 17,50/12,84 8,92/6,97 21,48/6,00 80,01/51,00 2,24/1,57 5,24/3,80 23,86/4,47 19,89/11,90 6,95/5,19 7,60/3,40 1,77/1,20 2,30/1,32 20,90/7,21 8,68/5,13 8,90/7,59 16,60/8,94 0,08/0,07 35,46/22,38 32,71/17,92 24,70/14,00 12,26/10,13 9,37/7,40 79,62/61,00 58,76/36,18 10,66/4,21 24,70/14,86 3,75/1,61 0,94/0,60 10,00/5,72 15,94/9,51 1,54/0,95 70,10/49,61 21,34/14,95 14,75/6,50 20,49/12,98 53,72/36,44 9,72/4,27 3,81/2,42 69,92/40,82 58,80/43,10 4,99/2,31 199/150 5,22/2,95 20,10/15,75 8,15/5,66 6,37/4,29 4,45/3,36 3,12/1,67 8,03/5,71 35,61/27,66 39,24/29,70 43,05/23,70 21,60/8,00 66,70/50,50 4,30/3,10 43,40/13,25 59,40/26,15 6,77/3,53 96,59/60,66 9,90/7,57 56,73/34,70 1,50/0,70 25,30/15,57 9,83/6,80 31,50/20,48 6,46/3,00 48,80/20,03 2,59/1,70 33,88/19,51 31,77/20,10 50,55/35,86 6,11/2,83 69,50/52,10 18,15/12,64 258/170 2,92/2,09 21,97/11,53 5,40/3,40 8,93/6,19 19,70/11,20 20,77/19,99 6,19/3,64 99,72/51,50 0,20/0,12 5,14/4,03 0,95/0,59 92,76/59,50 29,10/20,40 17,14/11,49 34,75/24,15 3,11/2,12 0,99/0,26 7,58/5,04 27,72/15,73 27,50/18,65 – 4,56 1.11t 3,66 – – 1.94t 59,54 2.90t – – 6,25 – – – – – – – – – 18,69 – – – – 39,00 38,65 2.69t 11,75 – 8.50t 46,41 10,90 – – 59,09 – 12,14 – 72,65 26,99 – – 69,95 – 243,0 – – – 272,0 – 26,75 – 4,36 – – 7,44 44,20 – – – 63,65 1.02t 254,0 – 5,24 2.44t – 67,74 – 35,90 10,60 44,27 – – – – 41,82 58,90 – 80,09 2.76t 4.86t 623,0 19,23 1.60t 6,94 27,32 – 48,00 – – 6,09 – 669,0 39,19 – 31,84 – – 53,50 6.19t – 0,10 0,08 CNY 12,00INR – – – 3,20 ZAR 1,60 25,00INR 0,30 – – – – – – 0,20 0,10 – – USD Dow Jones 17:58 Dow Jones 3M Alcoa American Express AT & T Bank of America Boeing Caterpillar Chevron Cisco Systems Coca-Cola Du Pont Exxon Mobil General Electric Hewlett-Packard Home Depot IBM Intel Johnson&Johnson JP Morgan Chase Kraft Foods McDonald’s Merck & Co. Microsoft Pfizer Procter & Gamble Travelers Cos. United Tech Verizon Comm. Wal-Mart Walt Disney Div. – 2,10 0,12 0,72 1,68 0,04 1,68 1,76 2,88 – 1,76 1,64 1,76 0,48 0,32 0,95 2,60 0,72 2,16 0,20 1,16 2,44 1,52 0,64 0,72 1,93 1,44 1,70 1,95 1,21 0,40 New York(in USD) 20.04. 19.04. 12466,5612266,75 94,03 91,86 16,71 16,44 47,27 46,64 30,13 30,31 12,39 12,34 75,00 73,15 107,94 106,10 107,91 105,40 16,89 16,61 67,64 67,09 55,21 54,67 85,43 83,80 20,46 20,27 41,15 39,99 38,15 37,77 165,35 165,40 21,14 19,86 64,32 62,69 44,32 44,65 33,47 33,40 77,35 76,60 34,02 33,75 25,94 25,15 20,62 20,53 63,71 63,86 59,37 58,18 85,91 82,36 37,92 37,24 53,84 53,35 42,23 41,35 TagesVeränderung in Prozent +1,63 +2,36 +1,64 +1,35 -0,59 +0,37 +2,53 +1,73 +2,33 +1,74 +0,82 +0,99 +1,98 +0,92 +2,90 +0,98 +0,01 +6,50 +2,60 -0,74 +0,21 +0,98 +0,81 +3,20 +0,44 -0,22 +1,98 +4,31 +1,83 +0,92 +2,10 52-Wochen Hoch / Tief 12427/9686 93,82/74,74 18,13/10,00 48,05/37,71 30,77/24,13 18,54/10,95 75,59/60,11 113/55,83 110/67,31 27,57/16,60 68,31/50,03 56,06/34,05 87,07/56,57 21,52/13,88 54,26/38,00 38,48/27,07 166/122 24,04/17,67 65,39/57,02 48,00/35,63 33,40/27,82 80,34/65,87 37,42/31,08 31,39/23,01 20,68/14,14 66,70/59,34 60,92/48,00 85,66/63,22 38,61/26,49 57,57/48,00 44,07/31,38 KGV 2011 – 15 13 13 13 10 18 18 10 11 17 15 12 15 8 17 13 10 13 9 15 15 9 10 9 16 10 16 17 12 16 MarktWert – 66,93 17,76 56,84 178,11 125,35 55,22 68,05 216,62 93,36 155,19 50,88 423,61 217,22 89,48 62,52 201,65 116,02 175,93 176,55 58,54 80,70 104,90 217,92 164,86 178,44 25,59 79,14 107,24 191,78 80,20 Frankfurt 20.04. 19.04. – – 63,77 64,00 11,53 11,38 32,34 32,23 20,77 21,21 8,52 8,61 51,60 50,95 73,75 72,96 74,10 73,25 11,67 11,62 46,58 46,87 38,31 37,83 58,70 58,15 14,09 14,11 28,36 27,77 26,10 26,36 113,97 115,18 14,51 13,80 44,31 43,58 30,57 30,84 23,15 23,23 53,45 53,60 23,49 23,50 17,89 17,44 14,22 14,15 43,90 44,47 40,21 41,50 57,69 57,39 25,95 26,15 37,13 37,38 28,84 28,80 S SAF Simulation Saipem Samsung El. Samsung El. Vz Sandvik Sartorius Sartorius Vz Sasol Satyam ADR Sberbank GDR SBM Offshore Scania Schaltbau SEB Secunet Securitas Sedo Holding Severstal GDR SFC Sharp SHS Viveon Silicon Sensor SinnerSchrader Sixt Vz Smartrac SMT Scharf Softbank Softing Solar Fabrik Solon Sony South. Copper State Bk of India Statoil STMicroelectron Stryker Suez Env. Sunpower Suntech Power Sunways Surgutn. ADR Surteco Svenska Hdlsbk. Swatch Group Swiss Life Swiss Re Swisscom Sygnis Pharma Synaxon Syngenta Synthes Syskoplan Systaic Syzygy B Baader Bank Ballard Power Baloise Hold. Bank of East Asia Barrick Gold Basler BayWa Na BDI BioEnergy Beate Uhse Berkshire Hath. B Beta Systems Biolitec Biotest Blackstone BMP konv. BMW Vz BOCHK Bombardier b Boss Bouygues Bridgestone Broadcom Brüd.Mannesm. BT Group Business China Bwin Party Dig. BYD Co. J Jaxx JDS Uniphase Jetter JK Wohnbau Joyou Jubii Europe Jul. Baer Juniper Netw. – – – – – – 0,60 CHF – USD USD TecDax TecDax Adva Aixtron BB Biotech Bechtle Carl Zeiss Med. Centrotherm Dialog Semicon. Drägerwerk Vz Drillisch Evotec Freenet Gigaset Jenoptik Kontron Morphosys Nordex Pfeiffer Vac Phoenix Solar Q-Cells Qiagen QSC Roth & Rau Singulus Techn. SMA Solar Techn. Software AG Solarworld Stratec Bio. Süss MicroTec United Internet Wirecard 20.04. Div. Schluss – 917,19 – 5,52 0,15 28,70 3,20 CHF 49,01 0,60 31,22 0,22+0,33 14,57 – 37,18 – 14,84 0,40 69,38 0,30 7,27 – 3,09 0,20 8,50 – 3,88 – 5,68 0,20 8,08 – 19,11 – 7,11 2,45 93,43 0,20 20,60 – 2,91 – 14,12 – 2,64 – 22,85 – 4,63 1,30 79,00 1,15 120,75 0,16 10,60 0,50 31,00 – 11,69 0,2+0,2 12,91 0,09 12,35 19.04. Schluss 897,88 6,53 27,82 48,66 30,65 14,35 36,86 13,61 68,92 7,16 3,05 8,31 3,76 5,64 7,81 18,77 7,00 91,10 20,85 2,81 13,98 2,54 23,07 4,37 76,45 118,10 10,47 30,64 11,10 12,69 11,90 TagesVeränderung in Prozent +2,15 -15,60 +3,18 +0,73 +1,84 +1,53 +0,87 +9,08 +0,67 +1,47 +1,41 +2,33 +3,11 +0,76 +3,52 +1,78 +1,57 +2,56 -1,18 +3,64 +1,00 +4,10 -0,98 +5,96 +3,34 +2,24 +1,24 +1,17 +5,36 +1,77 +3,74 TagesHoch / Tief 918/898 5,95/5,27 29,25/27,80 49,46/48,36 31,40/30,70 14,57/14,38 38,18/37,00 14,88/14,05 69,38/68,75 7,34/7,23 3,13/3,06 8,54/8,35 3,90/3,81 5,80/5,65 8,17/7,90 19,20/18,94 7,37/7,03 94,24/91,84 21,26/19,97 2,97/2,83 14,14/13,81 2,66/2,55 23,11/22,80 4,64/4,37 79,67/76,81 122/118 10,68/10,45 31,18/30,61 11,69/11,25 12,93/12,65 12,69/11,90 52-Wochen Hoch / Tief 949/691 7,76/3,70 33,48/19,12 50,93/39,90 30,99/20,51 15,05/10,97 42,52/23,95 19,57/7,71 69,49/43,50 7,41/4,30 3,40/1,83 9,19/7,25 4,63/1,02 6,09/3,85 9,38/5,35 21,68/13,56 9,37/4,41 99,50/52,77 35,53/20,90 6,28/1,99 17,64/12,20 3,65/1,30 26,62/10,74 6,66/3,27 99,60/63,20 123/75,73 11,95/7,00 33,60/25,80 13,57/3,74 13,32/8,63 12,92/6,90 KGV 2011 – 18 14 20 13 19 15 15 13 12 309 10 5 15 13 45 22 14 6 14 15 14 22 66 10 17 16 19 15 14 19 GesamtUmsatz 172694 21576 34137 733 529 553 1822 16123 685 1596 611 3967 392 479 1379 1126 6926 5884 2059 6704 13282 994 4835 946 5110 14454 8778 1005 2615 8989 4403 MarktWert – 0,26 2,90 0,89 0,66 1,18 0,79 0,97 0,44 0,39 0,36 1,09 0,15 0,33 0,45 0,44 0,48 0,92 0,15 0,43 3,29 0,36 0,35 0,19 2,74 3,47 1,18 0,36 0,22 2,90 1,26 K Komatsu KPN Kromi Logistik Kyocera 36,00JPY 0,80 0,15 120,0JPY 1,00 – 0,60 – – 0,25 – – 2,15 CHF 0,44 USD 0,20 0,35 1,65 USD 0,88 21,09GBp 0,25 – – 0,60 USD – 0,92 USD 0,25 0,35 0,05 – 0,17 0,74 USD 1,30 1,55 – 1,78 12,00JPY 15,40RUR 1,00 – – – 1,12 USD – 0,46 USD 0,00 USD – – 1,00 – 0,50 0,20 AUD 0,60 USD – 1,24 USD 19,00JPY 550,0JPY 3,00 JPY 0,35 CHF 8,00 JPY – – 0,75 NOK 0,48 USD – – – 10,00DKK 1,20 USD 0,25 1,00 0,06 – 2,50 NOK – 0,50 HUF USD SEK 6,85 USD USD USD HUF CHF GBp USD weitere US-Aktien 17:58 Nasdaq Adobe Systems Amazon Apollo Group Applied Mats Baidu Biogen Idec Celgene Citrix Sys. Comcast Dell EBay Electronic Arts First Solar Garmin Gilead Sciences Intuitive Surgical Joy Global Microchip Tech. Millicom Intl. Celu. Network Appl. Nvidia Qualcomm Research in Motion Sandisk Starbucks Symantec Tellabs Teva Pharm. Verisign Vertex Pharms Wynn Resorts Yahoo S & P 500 Abbott Labs AIG Altria Amgen Apple Avon Products Baker Hughes Bristol Myers Citigroup Colgate Conoco Philips Dow Chemicals EMC Fedex Ford Motor Goldman Sachs Google Halliburton Honeywell Intern. Paper Lockheed Martin Medtronic Morgan Stanley Occidental Pet. Oracle Pepsico Philip Morris Schlumberger Texas Instruments Time Warner Wells Fargo Xerox Div. – – – – 0,28 – – – – 0,38 – – – – 1,50 – – 0,70 1,38 2,64 – – 0,76 – – 0,52 – 0,08 0,74 – – 1,00 – – 1,76 – 1,52 – – 0,88 0,60 1,28 – 2,12 2,20 0,60 – 0,48 – 1,40 – 0,36 1,21 0,50 3,00 0,90 0,20 1,52 0,20 1,92 2,56 0,84 0,52 0,85 0,20 0,17 New York(in USD) 20.04. 19.04. 2799,87 2744,97 33,75 33,65 184,62 178,82 39,42 39,43 15,20 14,61 150,30 149,90 85,85 83,99 56,45 56,38 75,89 72,59 24,76 24,29 15,20 14,88 31,64 31,15 20,37 19,99 137,32 134,26 34,10 33,59 40,48 40,63 358,64 364,69 96,83 94,28 38,46 37,38 105,69 101,10 48,88 47,50 18,52 18,02 54,91 53,42 54,27 53,27 48,26 46,89 36,84 36,16 18,78 18,13 5,42 5,27 48,99 48,67 37,30 36,48 48,20 46,82 148,58 138,93 16,91 16,12 1332,19 1312,62 50,44 51,09 32,51 32,12 26,20 26,38 55,87 55,18 344,17 337,86 28,65 28,21 73,59 73,02 27,69 27,45 4,56 4,53 81,28 81,42 79,94 78,15 38,33 37,70 27,69 26,72 93,33 91,85 15,12 14,66 152,89 151,86 525,80 521,53 49,74 49,01 58,76 57,46 30,16 29,55 78,04 77,01 40,84 40,79 26,65 26,10 100,55 98,71 34,08 33,67 67,24 66,81 66,82 66,13 87,62 86,13 35,10 34,54 35,99 35,59 28,65 30,07 10,77 10,55 TagesVeränderung in Prozent +2,00 +0,30 +3,25 -0,05 +4,07 +0,27 +2,21 +0,12 +4,55 +1,93 +2,05 +1,61 +1,90 +2,28 +1,52 -0,42 -1,65 +2,71 +2,92 +4,54 +2,91 +2,83 +2,81 +1,88 +2,93 +1,82 +3,64 +3,08 +0,66 +2,22 +2,95 +6,97 +4,77 +1,49 -1,27 +1,21 -0,69 +1,25 +1,86 +1,58 +0,78 +0,86 +0,66 -0,18 +2,31 +1,67 +3,63 +1,60 +3,10 +0,68 +0,82 +1,51 +2,26 +2,06 +1,34 +0,13 +2,11 +1,86 +1,10 +0,64 +0,98 +1,73 +1,61 +1,14 -4,75 +2,09 52-Wochen Hoch / Tief 2834/2092 36,25/25,60 191/109 65,74/34,00 16,85/10,37 150/62,01 83,99/46,22 62,95/49,02 75,65/41,92 25,77/16,77 17,50/11,59 34,69/19,26 20,25/14,33 171/103 38,98/26,55 42,81/31,83 372/248 102/45,76 38,42/26,61 101/76,30 60,60/31,47 25,68/8,88 59,58/31,96 72,70/42,84 53,24/33,13 37,97/22,82 18,63/12,34 9,44/4,92 62,25/47,17 37,38/24,95 51,07/32,15 141/74,79 17,77/13,11 1343/1023 53,67/45,16 51,26/27,73 27,01/19,57 58,88/50,36 363/236 35,49/25,73 74,16/35,87 27,93/22,44 5,13/3,63 85,00/73,75 80,79/48,82 38,76/22,97 27,35/17,68 98,32/70,11 18,79/9,88 175/131 640/436 49,84/21,15 59,71/38,53 30,68/19,88 86,92/68,04 44,67/31,21 31,94/22,83 107/72,23 34,18/21,46 68,11/60,77 66,78/43,17 95,04/51,75 36,56/23,02 38,20/28,20 34,10/23,25 12,01/7,91 KGV 2011 – 15 58 9 10 61 15 17 33 17 9 16 30 14 15 10 32 18 16 16 24 18 18 9 11 25 13 542 10 26 – 47 22 – 11 17 13 11 15 14 20 13 11 16 12 15 19 19 8 9 15 17 15 11 11 12 9 14 16 15 15 23 13 13 10 10 MarktWert – 17,03 83,26 5,64 20,05 39,59 20,68 26,24 14,24 51,30 29,33 41,25 6,81 11,80 7,10 32,19 14,07 10,11 7,25 11,48 17,67 10,76 90,26 28,41 11,42 27,48 14,33 1,97 46,01 6,47 9,85 18,52 22,14 – 78,06 58,37 54,80 52,10 317,07 12,31 31,96 47,13 132,50 40,14 114,28 44,77 57,28 29,40 57,18 79,58 131,91 45,43 46,08 13,26 27,30 43,84 41,19 81,73 172,19 106,67 120,09 119,15 41,13 39,33 150,93 15,07 Frankfurt 20.04. 19.04. – – 23,18 23,67 125,50 124,64 27,26 27,46 10,46 10,25 104,16 103,47 57,96 57,88 39,06 40,05 50,56 50,75 16,84 16,81 10,37 10,30 21,76 21,60 13,99 13,87 93,13 92,85 23,17 23,53 27,95 28,27 246,35 253,20 65,50 65,00 26,04 26,08 70,34 70,60 32,83 32,95 12,86 12,37 37,73 37,18 36,98 37,76 32,89 32,28 25,50 25,10 12,82 12,70 3,69 3,50 33,87 33,97 25,21 25,57 33,25 32,83 101,64 98,10 11,51 11,37 – – 34,90 35,77 22,40 22,30 17,96 18,23 38,54 38,30 236,85 233,94 19,39 19,63 50,40 49,80 18,95 19,00 3,14 3,13 56,40 56,98 54,53 54,32 26,50 26,12 19,00 18,52 63,93 64,29 10,44 10,31 105,55 104,05 363,02 365,00 34,45 33,81 40,02 40,09 20,30 20,30 53,62 53,80 28,28 28,12 18,15 18,53 69,02 67,97 23,36 23,48 46,51 46,85 45,74 46,01 60,43 59,61 24,10 24,07 25,05 24,71 20,06 20,57 7,34 7,47 L Lafarge LDK Solar Leifheit Lloyd Fonds Lloyds Bank Loewe Logitech Logwin Lonza Group Lowe’s Corp. LPKF Las.&El. Ludwig Beck Lukoil ADR C C-Quadrat Invest Cameco Cancom IT Canon Cap Gemini Cathay Pacific Cenit Syst. Centrosolar Ceotronics CEZ Chalco Check Point Cheung Kong China Life China Mobile China Nat. Build. China Petroleum China Precision China Res. Enter. China Unicom Clariant CNOOC Colexon Energy Comarch Softw. CompuGroup Conergy Cor & FJA Corning Crocs Cropenergies Curanum M Magix Man Group MAN Vz Manz Autom. Marseille-Kl. Mastercard Masterflex Mattel MBB Industries Mediaset MediClin Medigene Mediobanca MetLife Metro Vz Metso Corp Mevis Med. Sol. Michelin Mitsubishi Fin. Mobile Teles Mobotix Moduslink Mol Magyar Mologen Monsanto Mood and M. Moody’s Mosenergo ADR Motorola Sol. MPC Capital Mühlbauer MWB Fairtrade SDax SDax Air Berlin Alstria Office Amadeus Fire Balda Bauer Bertrandt Biotest Vz. Catoil Centrotec CeWe Color Colonia Real Est. Comdirect Constantin Med. CTS Eventim Delticom Deutz DIC Asset Dt. Beteilig. Dürr Elexis Gerry Weber Gesco Ind. GfK SE Grammer Grenkeleasing H&R Wasag Hamborner Reit Hawesko Highlight Homag Hornbach Hld. Indus Hld. Jungheinrich Vz Koenig & Bauer KUKA KWS Saat Medion MLP MVV Energie Patrizia Immo. SAF Holland Sixt SKW Stahl Ströer TAG Immob. Takkt Tipp24 Tom Tailor VTG Wacker Neuson 20.04. Div. Schluss – 5245,50 – 3,02 0,50 10,28 1,45 31,35 – 8,88 0,60 35,95 1,20 48,23 0,40 46,75 0,30 7,75 – 23,42 1,05 33,44 – 5,22 0,41 8,15 – 2,08 0,83 49,48 1,70 71,45 – 6,19 0,30 9,01 0,4+1,0 19,40 – 25,70 0,17 16,28 0,85 42,65 1,30 57,66 0,30 38,00 – 18,40 0,60 40,15 0,45 20,13 0,36 7,54 1,35 34,60 0,17 CHF 4,78 – 14,19 1,34 103,25 0,50 21,06 0,12 29,35 – 16,00 – 18,01 1,90 156,00 0,20 9,67 0,25 6,58 0,90 27,42 – 5,00 – 8,20 0,20 35,17 – 18,85 – 22,00 – 6,99 0,32 11,00 – 32,00 – 12,76 0,30 17,09 – 12,09 19.04. Schluss 5172,74 3,03 10,20 31,25 8,66 35,22 46,00 45,80 7,48 22,98 33,10 5,11 8,12 2,04 49,29 70,57 6,00 9,10 19,37 24,80 15,40 42,06 58,51 38,10 17,91 40,63 20,10 7,55 34,50 4,70 13,90 102,75 20,89 28,69 15,80 17,85 152,95 9,29 6,49 27,30 4,99 8,30 34,52 18,20 21,42 6,82 10,95 31,39 12,87 16,57 11,45 TagesVeränderung in Prozent +1,41 -0,49 +0,83 +0,32 +2,49 +2,09 +4,85 +2,07 +3,55 +1,94 +1,01 +2,11 +0,42 +2,11 +0,39 +1,25 +3,20 -0,99 +0,18 +3,63 +5,68 +1,40 -1,45 -0,26 +2,74 -1,18 +0,12 -0,09 +0,29 +1,68 +2,09 +0,49 +0,79 +2,30 +1,27 +0,90 +1,99 +4,16 +1,48 +0,44 +0,10 -1,20 +1,90 +3,57 +2,73 +2,52 +0,46 +1,93 -0,89 +3,14 +5,59 TagesHoch / Tief 5250/5178 3,07/3,02 10,31/10,16 31,70/30,96 8,93/8,70 36,00/35,40 48,47/46,01 46,75/45,77 7,80/7,48 23,42/23,00 33,45/33,06 5,24/5,16 8,20/8,13 2,10/2,01 49,90/49,34 72,50/69,89 6,22/5,93 9,10/8,99 19,41/19,24 25,70/24,80 16,49/15,32 43,24/42,21 58,94/57,20 38,25/37,56 18,53/18,00 40,51/39,95 20,16/20,00 7,55/7,52 34,70/34,41 4,78/4,69 14,19/13,88 104/103 21,34/20,96 29,35/28,73 16,12/15,75 18,35/17,91 156/153 9,80/9,32 6,59/6,50 27,50/27,29 5,06/4,95 8,47/8,17 35,22/34,60 18,90/18,21 22,03/21,36 7,00/6,85 11,10/10,93 32,89/31,25 13,05/12,75 17,09/16,57 12,09/11,45 52-Wochen Hoch / Tief 5354/3606 4,15/2,97 11,18/6,92 36,25/18,61 8,67/2,06 38,49/27,38 59,40/25,30 48,01/26,90 8,55/5,81 24,00/11,59 35,65/23,50 5,95/3,81 8,39/6,44 2,40/1,51 49,63/34,54 69,25/36,00 6,60/4,03 10,88/5,30 23,40/15,43 26,99/16,10 15,26/9,00 42,50/23,54 61,90/37,70 40,80/26,00 20,50/8,22 42,80/29,01 22,78/14,75 8,30/7,03 35,75/25,00 5,10/3,65 18,20/11,05 111/62,52 24,39/13,90 30,89/15,74 19,30/12,21 18,20/10,17 155/115 13,82/8,75 8,20/6,21 31,42/24,19 5,90/2,62 9,21/3,64 38,89/18,30 21,00/14,62 27,35/18,91 7,10/4,15 11,80/7,40 32,65/20,00 16,99/10,38 17,30/11,44 13,49/9,15 KGV 2011 – – 18 13 2 12 12 18 16 13 12 13 14 26 21 27 16 18 8 17 13 15 13 13 9 16 13 38 18 6 14 11 9 12 10 20 17 16 16 17 25 8 11 11 22 13 13 10 12 13 18 GesamtUmsatz 35224 255 496 175 4192 413 2405 411 588 470 224 230 456 115 391 1760 2714 442 367 632 951 1754 229 562 2146 270 167 86 105 253 138 29 828 936 133 2957 307 651 198 209 343 1084 461 379 161 490 47 938 502 540 633 MarktWert – 0,26 0,63 0,16 0,48 0,62 0,49 0,24 0,38 0,39 0,25 0,16 1,15 0,18 1,19 0,85 0,75 0,35 0,27 0,44 0,15 0,98 0,17 1,37 0,19 0,55 0,60 0,26 0,31 0,23 0,22 0,41 0,43 0,47 0,26 0,61 1,03 0,47 0,71 1,81 0,26 0,17 0,58 0,12 0,93 0,41 0,72 0,26 0,21 0,37 0,85 0,46 HKD T Takeda Pharma Tata Motors ADR Tatneft GDR Technotrans Telegate Telekom Austria Telenor Teleplan Teles Teliasonera Thomps.Creek Thomson Reuters TNT Tomorrow Foc. Tomra Systems TomTom Toshiba Toyota Motor Travel24.com D DAB Bank Danaher Corp. Data Modul Deag Deere Derby Cycle Deufol Devon Energy DF Dt. Forfait Dr. Hönle Drägerwerk Dt. Postbank Dyckerhoff Dyckerhoff Vz. N Nemetschek Newcrest Mining Newmont Mining Nexus Nike Nikon Nintendo Nippon Steel Nobel Biocare Nomura Holding Nordea Norilsk.N ADR Norma Group Norsk Hydro Novatek GDR Novavisions Novell November Novo Nordisk NYSE Euronext U UMS Internat. Unipetrol United Labels UPM Kymmene UPS Uranium One USU Soft.konv. E Eckert & Ziegler Ecotel Comm. EDF Einhell Germany Electronics Line Eli Lilly Elmos Semicon. Endesa Envitec Biogas Epigenomics Erste Bank Essanelle Hair Estavis Euromicron Evergreen Solar V Vale Vallourec VBH Veolia Envir. Verbio Versatel Vestas Wind Villeroy & Boch Visa Vita 34 Vizrt VMware Voestalpine Volkswagen Volvo B VTB Bank GDR Vtion Wireless Weltindizes 20.04. Schluss MSCI World (berechnet in US-$) – AEX All Shares Amsterdam 359,87 BUX Budapest 24000,62 OMX H25 Helsinki 2616,63 HangSeng Hongkong 23896,10 ISE Nat. 100 Istanbul 68054,04 JSE Top 40 Johannesburg 29337,05 FTSE 100 London 6013,60 IBEX 35 Madrid 10535,40 MIB Mailand 21476,19 RTS 1 Moskau 2030,97 Sensex Mumbai 19470,98 CAC 40 Paris 4004,62 PX SE Ind. Prag 1238,00 Bovespa Sao Paolo 66158,00 Shanghai Co Shanghai 3007,04 Straits Times Singapur 3165,80 All Ordinaries Sydney 4940,20 Nikkei 225 Tokio 9606,82 S & P/TSE 300 Toronto 13913,63 VDax Volatil.-Dax 17,73 WIG Warschau 50188,41 Austrian Tr. Wien 2844,90 Swiss Market Zürich 6444,81 19.04. Schluss 1324,45 353,17 23600,70 2578,44 23520,62 67742,07 28631,37 5896,87 10376,50 21249,90 1988,12 19121,83 3908,58 1232,50 65415,00 2999,04 3125,37 4874,30 9441,03 13736,83 19,08 49609,18 2793,38 6326,65 TagesVeränderung in Prozent +1,90 +1,69 +1,48 +1,60 +0,46 +2,46 +1,98 +1,53 +1,06 +2,16 +1,83 +2,46 +0,45 +1,14 +0,27 +1,29 +1,35 +1,76 +1,29 -7,08 +1,17 +1,84 +1,87 TagesHoch / Tief –/– 360,19/356,13 24070,08/23836,81 2619,79/2583,95 23904,77/23682,79 68757,85/67864,29 29337,05/28631,37 6033,79/5870,08 10569,90/10433,30 21602,69/21353,04 2036,46/1997,06 19484,77/19171,03 4008,74/3949,36 1238,80/1231,50 66256,00/65416,00 3019,12/2992,67 3167,53/3126,31 4940,20/4882,50 9631,00/9519,36 13921,27/13737,96 17,86/16,33 50271,57/49857,03 2848,95/2793,38 6453,88/6387,57 52-Wochen Hoch / Tief 1362,62/1033,74 374,19/305,03 24952,41/20221,37 2710,72/1979,65 24964,37/18985,50 71543,26/52257,07 29922,75/23066,67 6091,33/4805,75 11113,00/8669,80 23178,38/18382,71 2123,56/1242,46 21004,96/16022,48 4157,14/3331,29 1314,60/1097,00 72995,00/58192,00 3159,51/2363,95 3313,61/2651,19 5064,90/4250,60 11212,66/8605,15 14270,53/11092,50 40,36/15,31 50329,73/39109,37 3000,70/2216,84 6814,71/5942,25 F Fabasoft Fair Val. Reit Fiat Fiat Industr. Forsys Metals Fortec Elektr. Fortum Francotyp-Post. Freeport-McM. Fres.Med.C.Vz Fuchs Petrol. Fujitsu Funkwerk O OHB Technology OMV Orad HiTec Orco Germany Orkla OTP Bank OVB Holding W WashTec Westag & Get. Westag & Get. Vz Wienerberger Wilex Wizcom techs Wechselkurse 1€= 20.04. Australien Brasilien China Dänemark Großbritann. Hongkong Japan Kanada Neuseeland Norwegen Sorten* Währ. AUD BRL CNY DKK GBP HKD JPY CAD NZD NOK Verk. 1,2889 1,8803 7,6040 7,0318 0,8484 10,140 114,28 1,3185 1,6451 7,4090 Ank. 1,4455 2,6443 11,355 7,8831 0,9351 12,450 126,89 1,4646 2,0000 8,2228 Devisen Geld 1,3590 2,2746 9,4610 7,4572 0,8844 11,281 119,87 1,3828 1,8201 7,7608 Brief 1,3594 2,2826 9,4810 7,4577 0,8846 11,284 119,89 1,3832 1,8221 7,7758 Polen PLN 3,6964 4,3263 3,9662 Russland RUB 36,620 46,822 40,754 Schweden SEK 8,4281 9,4111 8,8818 Schweiz CHF 1,2399 1,3644 1,2943 Singapur SGD 1,6583 1,9423 1,7979 Südafrika ZAR 8,4328 11,270 9,8240 Tschechien CZK 21,474 26,833 24,194 Türkei TRY 2,0612 2,3837 2,2056 Ungarn HUF 230,90 305,83 264,24 USA USD 1,3905 1,5338 1,4518 Euroreferenzpreis öffentl. Banken 1,4521 Dollar je Euro ERLÄUTERUNGEN: Kursangaben: Notierungen in Deutschland verstehen sich in Euro und basieren auf Kursen des Frankfurter Präsenzhandels. In den Spalten mit der Bezeichnung Heimatbörse wird die Notierung und die Dividendenangabe in der jeweiligen Landeswährung (W) dargestellt. Ausnahme: Bei Aktien aus Gamesa 6,26 Gas Natural 13,35 Gazprom ADR 22,73 Gen. Dynamics 49,44 General Motors 20,43 Geratherm 7,75 dem Euro-Raum erfolgt keine Währungsangabe. t nach dem Kurs: Darstellung in Tausend. * zuletzt verfügbarer Kurs. Notierungen von Dax, MDax, TecDax und SDax basieren auf Xetra-Kursen. Alle deutschen Werte sind mit Ausnahme von Porsche im Prime Standard notiert. Dividendenangaben gelten für das 3,9689 40,761 8,8968 1,2948 1,7989 9,8540 24,224 2,2062 264,51 1,4519 P G P&I 27,23 27,03 Paion 2,08 2,07 10,00JPY Paragon 9,12 9,15 – Parmalat 2,26 2,24 Paychex 22,03 22,15 6,52 10,24/4,50 6,25 – Pernod-Ricard 67,11 64,05 13,22 13,75/10,23 13,40 0,79 Petrobras 22,80 23,01 22,26 24,19/14,85 52,65 0,05 USD Petrochina 1,04 1,03 49,48 59,24/44,09 72,66 1,88 USD Petrotec 1,16 1,21 Peugeot 28,48 27,22 20,60 30,07/20,60 29,70 – USD 7,66 9,20/6,88 – Pfleiderer 0,81 0,75 0,40 abgelaufene Geschäftsjahr. Bei US-Werten wird die letzte Quartalsdividende auf das Jahr hochgerechnet. D: Titel mit Dividendenabschlag gehandelt. KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis (Ibes-Schätzungen). Umsätze: Gesamtumsätze in Tausend Euro. Marktkapitalisierung: Angaben in Milliarden Euro. Aktienarten: ADR = Ame- – 1,00 30,80/18,70 – – – 2,84/1,82 – – 13,70/2,80 – XYZ Xing 44,31 43,28 43,85/26,15 – – 2,52/1,81 2,30 0,04 Xstrata 17,30 16,84 18,75/10,33 1.53t 15,56GBp 24,97/19,15 32,59 1,24 USD Yara 36,37 35,15 44,83/21,82 285,0 5,50 NOK 72,38/58,60 66,40 1,34 Yingli Green ADR 8,19 8,04 9,82/7,02 11,84 – USD 29,20/20,80 33,61 1,31 USD – Yoc 31,28 31,84 41,45/29,30 – 1,10/0,82 11,66 0,41 HKD Zapf Creation 1,60 1,50 2,67/0,69 – – 3,70/1,21 – – 33,04/18,00 28,45 – Zhongde 9,18 9,03 17,05/6,56 – 0,15 5,38/0,74 – Zooplus 84,58 82,00 87,90/34,50 – – – rican Depositary Receipts, GDR = Global Depositary Receipts, Vz=Vorzugsaktien. Rupie, JPY=japan. Yen, KRW=kor. Won, NOK=norweg. Krone, NZD=neuseel. Dollar, Währungskürzel: AUD=austral. Dollar, BRL=brasil. Real, CAD=kanad. Dollar, PLN=poln. Zloty, RUR=russ. Rubel, SEK=schwed. Krone, SGD=Singapur Dollar, CHF=Schweizer Franken, CNY=chines. Yuan, CZK=tschech.Krone, DKK=dänische TRY=türk. Lira, USD=US-Dollar, ZAR=südafrik. Rand; *Sortenkurse: Mitgeteilt von Krone, GBP=brit. Pfund, HKD=Hongkong Dollar, HUF=ungar. Forint, INR=Ind. der Reisebank Frankfurt, Darstellung aus Sicht des Bankkunden. Kursgrafik: smallCharts, Quelle: GOYAX.de, AID Hannover, Morningstar Leserservice: 089 - 2183 7770 (11 bis 15:00 Uhr) Alle Angaben im Kursteil der SZ erfolgen ohne Gewähr Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 GELD HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 25 Die skurrilen Ausgaben des Staates Der Bund der Steuerzahler hat viele Vorschläge, wie man die hohe Verschuldung abbauen könnte Von Oliver Bilger München – Wieso fördert der Bund Computerspiele? Warum gibt der Staat Geld aus für Verkehrskonzepte in China? Diese Fragen stellt man derzeit beim Bund der Steuerzahler. Der Verein hat erneut seine Vorstellungen präsentiert, wie man die Verschuldung abbauen könnte. Es ist eine lange Liste, mit welcher die Regierung insgesamt 27 Milliarden Euro sparen würde. „Ziel unserer Einsparliste ist es, eine öffentliche Diskussion darüber anzuregen, wofür der Staat unser Geld ausgibt und welche öffentlichen Ausgaben durch Steuergeld zu finanzieren sind“, erklärt der Präsident des Steuerzahlerbundes Karl Heinz Däke. Zu viele Ausgaben seien im Lauf der Jahre selbstverständlich geworden und würden nicht mehr hinterfragt. Das müsse sich ändern, so Däke. Die Anregungen lassen sich in zwei Kategorien aufteilen: Zum einen sind da Vorschläge zur Kürzung von Ausgaben; etwa bei den Subventionen der Steinkohleförderung. Verwaltungskosten müssten reduziert werden, heißt es weiter. Dann gibt es die Liste mit 50 Beispielen für zweifelhafte Steuergeldverwendung – Förderprojekte, die man nach Ansicht des Steuerzahlerbundes streichen sollte, weil sie nicht zu den Aufgaben des Staates gehörten. Darunter immer wieder diskutierte Subventionen wie etwa die Millionen-Unterstützung für Milchbauern oder des Branntweinmonopols. Aus dem Finanzministerium heißt es zu den Vorschlägen: Anregungen zu Einsparungen seien grundsätzlich immer willkommen. Dabei lassen sich in den betroffenen Ressorts gewiss viele Argumente finden, warum gerade dieses und jenes ungewöhnliche Projekt subventioniert wird. Das gilt wohl auch für die eher absurden Zuschüsse, die der Staat zum Teil zahlt. „Die sind so skurril, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass der Steuerzahler dafür Geld ausgeben soll“, sagt Däke. 7,5 Millionen 1,4 Millionen Entwicklung von Computerspielen Die Computerspielindustrie ist groß und freut sich über wachsende Gewinne. Das Bildungsministerium unterstützt trotzdem ein Projekt, mit dem spielerisch IT-Kompetenzen vermittelt werden sollen. „SpITKom“ richtet sich besonders an Lehrlinge im Baugewerbe. Entwickelt wird ein Online-Spiel, bei dem es Städte aufzubauen gilt. Klingt bekannt? Stimmt. Vergleichbare Spiele gibt es schon auf dem Markt. Zusatzkonten für Abgeordnete Der Edelfüller von Montblanc war ein kleiner Skandal. 115 Bundestagsabgeordnete hatten das teure Schreibgerät bestellt. Kosten: 70 000 Euro. Bezahlt von einem Sachleistungskonto mit 12 000 Euro, die jedem Volksvertreter für Bürobedarf zur Verfügung stehen. Bezahlt werden können Kaffeemaschinen, Navigationsgeräte, Geschirr, MP3-Player und mehr. 260.000 Torf-Lippenpflegestifte Das Forschungsministerium fördert die Entwicklung eines neuartigen Lippenpflegestifts. Basis des neuen Stifts soll Torf sein. Nach Ansicht des Steuerzahlerbundes ist die Lippenpflege ein Thema für die Kosmetikindustrie, aber kein Fall für die Bundespolitik. 55.000 Qualitätsverbesserung von Topf-Schnittlauch Offenbar gibt es eine hohe Nachfrage an Topf-Schnittlauch aus ökologischem Anbau, aber Probleme, den Bedarf zu bedienen. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt deshalb eine Öko-Beratungsfirma, um Erfolgsfaktoren in der Schnittlauchballenproduktion zu ergründen. Der Steuerzahlerbund findet: Wenn es eine so hohe Nachfrage gibt, ist eine Züchtungsforschung im Eigeninteresse der Hersteller. 3,2 Millionen Chinesische Verkehrskonzepte In Hefei, einer chinesischen Provinzmetropole, messen deutsche Forscher Verkehrsströme. Gemeinsam mit örtlichen Stellen soll eine nachhaltige Stadt- und Verkehrsplanung erstellt werden. Der Steuerzahlerbund fragt, wozu die Chinesen, die auf mehr als drei Billionen Dollar Devisenreserven sitzen, dafür Geld vom deutschen Forschungsministerium brauchen. 355.000 60.000 Sprachkurse für Angehörige der Bundeswehr Ist das eine Maßnahme für den besseren Zeitvertreib? Ehepartner von Bundeswehrangehörigen, die ins Ausland kommandiert werden, dürfen auf Kosten des Verteidigungsministeriums Sprachkurse besuchen. Dabei bleiben die Partner jedoch in der Heimat, wo sie wohl vor allem Deutsch sprechen. Kamillenblüten-Erntemaschinen Für den Steuerzahlerbund klingt das wie ein „konsequent planwirtschaftlicher Ansatz“: Das Landwirtschaftsministerium unterstützt in den Jahren 2010 bis 2013 die Entwicklung einer neuen Erntemaschine für Kamillenblüten. Damit den Deutschen die Kamillenblüten aus heimischem Anbau nicht ausgehen, wird in Abstimmung mit den Kamillenblüten-Produzenten eine leistungsfähigere Pflücktechnik entwickelt. 250.000 Heil,- Duft-, Gewürz und Färbepflanzen Die chemische Industrie stellt heute viele Stoffe für Farben-, Pharma-, und Kosmetikprodukte synthetisch her. Damit die Vielfalt der Heil-, Duft-, Gewürz- und Färbepflanzen nicht in Vergessenheit geraten, erhält das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt Geld vom Landwirtschaftsministerium, um Pflanzenliebhabern, Privatgärtnern und Landwirten im Rahmen einer Wanderausstellung die Nützlichkeit der Pflanzen näher zu bringen. Der Steuerzahlerbund hält das für eine gewürzte Steuergeldverschwendung. SZ-Graphik; Fotos: afp, dapd, Korn, Mauritius, picture alliance, oh (2); Quelle: Bund der Steuerzahler Abschied von Traumrenditen Die LBBW gibt sich nach dem rigorosen Umbau bescheiden Von Dagmar Deckstein Stuttgart – „Die Grenze zwischen Mut und Wahnsinn ist fließend.“ Mehr war Hans-Jörg Vetter nicht zu entlocken auf die Frage, ob sich die wieder erstarkende Landesbank Baden-Württemberg aktiv an der Bereinigung der Landesbankenlandschaft beteiligen und weitere Institute übernehmen wolle. Der LBBW-Chef sieht dafür bis 2013 noch genug zu tun im eigenen Haus. Während etwa der maroden WestLB die Zerschlagung droht, kommen die Stuttgarter allmählich aus der Krise und peilen bei einer Kernkapitalquote von 11,7 Prozent fürs laufende Jahr wieder einen Gewinn an. Immerhin wurde schon im ersten Quartal ein Ergebnis nach Steuern von 352 Millionen Euro erzielt, das sich aber, so Vetter, nicht aufs Gesamtjahr hochrechnen lasse. 2010 steht noch ein Nachsteuerverlust von 347 Millionen Euro in der Bilanz, laut Vetter habe vor allem die europäische Schuldenkrise dazu beigetragen. Dafür floriere das Privat- und Firmenkundengeschäft, die toxischen Papiere aus dem Kreditersatzgeschäft seien von seinerzeit 95 auf heute 45 Milliarden Euro abgebaut, die Bilanzsumme um 75 Milliarden auf 374 Milliarden Euro zurückgefahren worden. Von den fünf Milliarden Euro, mit denen das Land vor drei Jahren die wackelnde LBBW stützte, will Vetter bereits 2013 die erste Milliarde zurückzahlen. „Wir sind mit dem Umbau der LBBW voll auf Kurs“, meinte Vetter. Es sei seine „gottverdammte Aufgabe“ im Auftrag der Steuerzahler, die LBBW nach bankbetriebswirtschaftlichen Prinzipien zu führen und alles dafür zu tun, dass die Bank nicht noch einmal in eine existenzbedrohende Krise gerate. Es gebe keine Alternative, die Bank auf kundenorientiertes Geschäft auszurichten und damit risikoärmer zu machen: „Diese Lektion der Finanzmarktkrise haben wir gelernt.“ Auch an die Traumrenditen aus alten Tagen sei nicht mehr zu denken angesichts der verschärften Eigenkapitalregeln. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Josef Ackermann von der Deutschen Bank, der unbeirrt an seinem Kapitalrenditeziel von 25 Prozent vor Steuern festhält, sieht Vetter das Ende der Fahnenstange bereits bei 12,5 Prozent erreicht: „Mehr ist nicht drin bei einem verantwortbaren Risiko.“ Zu den Aufräumarbeiten, die Vetter nach dem Abgang seines Vorgängers Siegfried Jaschinski vor zwei Jahren begann, gehört auch ein umfangreicher Mitarbeiterabbau. Von den geplanten 2500 Stellen, die gestrichen werden sollen, sind bereits die Hälfte abgebaut – ohne betriebsbedingte Kündigungen. Anleger, bitte mithelfen! Mit einem Frühwarnsystem gehen Verbraucherschützer gegen unseriöse Finanzberater vor Von Daniela Kuhr Berlin – Irmgard Czarnecki, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Bremen, traute ihren Augen nicht. Vor ihr lagen zwei Protokolle einer Bank. In dem einen hatte das Institut das Beratungsgespräch mit einer Rentnerin dokumentiert, in dem anderen das Beratungsgespräch mit einem 40-jährigen Familienvater. „Die Protokolle waren identisch, bei jedem einzelnen Punkt“, sagt Czarnecki – und das, obwohl sich die beiden Anleger doch in völlig unterschiedlichen Lebenssituationen befunden hätten. Es sind solche Erfahrungen, die Verbraucherschützer immer wieder machen – und die sie alarmieren. Trotz der Finanzkrise und den Lehren, die angeblich daraus gezogen wurden, würden Verbraucher immer noch „100 000-fach zu Opfern unseriöser Berater und Finanzinstitute“, sagte Gerd Billen, Vorsitzender des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (Vzbv), am Mittwoch in Berlin. Und weil er nicht länger zusehen will, wie die Bundesregierung das Problem nur halbherzig angeht, werden die 16 Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband nun selbst aktiv: mit der Initiative Finanzmarktwächter. „Diese Initiative soll sich zu einem Frühwarnsystem für Missstände am Finanzmarkt entwickeln“, sagte Billen. Um das zu erreichen, setzen die Verbraucherschützer auf die Mithilfe der Anleger. Ohnehin würden diese sich schon jetzt häufig an ihre örtliche Verbraucherzentrale wenden, wenn sie negative Erfahrungen gemacht hätten. „Wir wissen also ziemlich genau, wo etwas schief läuft“, sagte Billen. Doch dieses Wissen bitten, die für von ihnen erteilte Aufträge geflossen sind. Ein Musterbrief ist unter www.vzbv.de/Finanzmarktwaechter erhältlich. Die Anleger sollen die Reaktion der Bank an die Verbraucherzentralen weiterleiten. In etwa zwei Monaten sei mit ersten Ergebnissen zu rechnen. Die Verbraucherschützer planen, eine Musterklage juristisch bis vor den Bundesgerichtshof zu begleiten, damit Zweifelsfragen höchstrichterlich geklärt werden. Billen ist überzeugt, dass die Initiative bestätigen wird, was er immer schon erklärt hat: dass ein effektiver Anlegerschutz nur dann möglich ist, wenn der Finanzmarkt systematisch auf Missstände hin überwacht wird. Das nächste Thema, das die Verbraucherschützer angehen wollen, sind die Dispozinsen. Sie seien viel zu hoch, sagte Czarnecki. Die Kunden könnten auch nicht einfach zu einer billigeren Bank wechseln, „weil selbst die noch zu teuer ist“. Das Problem der mangelhaften Qualität von Beratungsprotokollen sowie die häufigen Kündigungen von Altersvorsorgeverträgen stehen ebenfalls für dieses Jahr auf dem Programm. „Wir werden zeigen, wie dringend ein institutionalisierter Finanzmarktwächter nötig ist“, sagte Czarnecki. „Nur so lässt sich ein Gegengewicht zur mächtigen Lobby der Finanzindustrie bilden.“ Helaba-Eigentümer rüsten für Stresstest Frankfurt – Die Eigentümer der Helaba wollen, dass ihr Institut den Stresstest besteht. Das Land Hessen härtet deshalb seine stillen Einlagen in Höhe von 1,92 Milliarden Euro zum 30. April so, dass alle Auflagen erfüllt sind. Auch die Sparkassen wollen ihre Einlagen in Höhe von 400 Millionen Euro anpassen. Die stillen Einlagen werden beim laufenden Stresstest nicht anerkannt, weil strittig ist, ob sie bei Verlusten herangezogen werden können. Deshalb drohte die Helaba neben der NordLB beim Test durchzufallen. Das Land Niedersachsen hat bereits Änderungen der Kapitalform sowie eine Kapitalerhöhung angekündigt. „Ich bin froh, dass wir den drohenden Reputationsschaden vermieden haben,“ erklärte Helaba-Vorstandschef HansDieter Brenner. „Wir sind uns einig im Ziel, dass die Helaba diesen Stresstest bestehen soll und wird. Alles andere ist für uns keine Option“, sagte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer. Das Land Hessen hält zehn Prozent an der Bank, die Sparkassen dagegen 85 Prozent. An den bestehenden Eigentumsanteilen soll sich durch den Wandel des Kapitals nichts ändern. Beide Landesbanken hatten sich über die Auflage der Europäischen Bankenaufsicht zunächst geärgert, weil sie im Gegensatz zu Konkurrenten ohne Staatshilfen durch die Finanzkrise gekommen waren. he „Wir wissen ziemlich genau, wo etwas schief läuft.“ wollen die Verbraucherschützer jetzt systematisch nutzen, um die Politik und die Finanzbranche mit Nachdruck auf Missstände aufmerksam zu machen. Vier Themen haben sie sich für dieses Jahr vorgenommen. Das erste ist die Offenlegung von Vertriebsprovisionen. Sie sei zwar Pflicht, damit der Kunde erkennen könne, welches Interesse die Bank daran habe, ihm ein bestimmtes Produkt zu empfehlen. Doch in der Praxis liege immer noch vieles im Argen, sagte VzbvFinanzexpertin Dorothea Mohn. Im Rahmen der neuen Initiative fordern die Verbraucherschützer die Anleger auf, ihre Bank um eine detaillierte Auflistung aller Provisionen und Rückvergütungen zu Rentenmarkt US-Anleihe 10J. 3,8 3,4 3,5 3,2 3,2 19.1.11 20.4.11 19.1.11 20.4.11 Euro steigt auf 15-Monats-Hoch 98,83 102,62 99,67 102,43 98,84 104,02 98,78 103,68 104,58 99,40 103,20 105,08 103,87 104,77 105,62 100,43 106,15 100,72 104,86 100,35 99,32 103,00 96,64 103,84 97,01 100,31 104,93 115,24 106,06 113,65 104,81 107,40 106,10 99,73 107,54 104,33 102,39 100,15 106,50 97,92 91,92 93,34 127,22 132,67 122,15 111,53 132,15 122,25 113,19 102,17 107,17 116,04 90,09 100,16 98,85 102,68 99,69 102,50 98,88 104,09 98,83 103,73 104,65 99,46 103,27 105,13 104,01 104,89 105,78 100,54 106,27 100,86 104,96 100,50 99,46 103,20 96,82 104,06 97,23 – 105,00 115,45 106,24 113,85 105,02 107,67 106,25 99,80 107,72 104,51 102,54 100,37 106,59 97,99 92,09 93,50 127,48 132,83 122,48 111,95 132,47 122,67 113,62 102,30 107,70 116,65 90,46 Tageszins – 1,21 1,37 1,47 1,52 1,55 1,64 1,68 1,74 1,82 1,81 – 1,92 1,99 2,08 2,10 2,22 2,27 2,36 2,40 2,43 2,48 2,55 2,62 2,66 2,68 0,58 2,77 2,72 2,86 2,82 2,92 2,98 0,79 3,06 3,11 3,16 3,23 – 3,26 3,26 – 3,55 3,76 3,80 3,82 3,81 3,86 3,87 3,86 3,83 3,82 3,79 0,98% Münzen und Barren 20.04. London Gold (11:30) $/Uz. London Gold (16:00) $/Uz. London Silber (14:00) US-cts/Uz Kupfer (DEL) 1505,00 1501,00 4479,00 Verkauf 1105,50 1421,50 1095,50 581,50 574,00 293,50 292,50 125,00 1083,00 1100,50 32,90 1421,50 165,00 260,50 1073,50 487,00 574,00 123,50 285,50 208,50 262,00 Verkauf 33730,00 3403,00 358,00 1045,00 41600,00 4280,00 19.04. 1495,00 1490,50 4322,00 Ankauf 1040,00 1194,50 1040,00 525,00 525,00 267,00 267,00 108,00 1040,00 1040,00 31,20 1194,50 124,50 239,00 993,50 448,50 525,00 108,00 252,50 189,50 232,50 Ankauf 33259,00 3333,00 338,00 947,00 37883,00 3809,00 Verkauf 1111,00 1418,50 1100,50 584,50 576,50 295,00 294,00 125,50 1088,50 1105,50 32,35 1418,50 165,00 261,50 1078,50 489,50 576,50 124,00 287,00 209,50 263,00 Verkauf 33889,00 3419,00 359,00 1026,00 41506,00 4271,00 Rohstoffe Gold 1700 1500 1300 19.1.11 20.4.11 110 Bundesanleihe 10J. Leitzinsen Basiszins gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch Leitzins EZB Leitzins FED seit 01.1.11 seit 13.4.11 seit 16.12.08 20.04. 121,91 383,76 3,10 3,32 3,40 3,59 1,24 19.04. 1,343 1,639 1 Monat 1,03–1,28 0,10–0,10 0,52–0,52 0,01–0,01 0,01–0,01 Typ A Typ B 1 Jahr 2 Jahre 0,12% 1,25% 0-0,25% 19.04. 122,15 384,18 3,07 3,30 3,39 3,57 1,25 Dollar-Libor 20.04. 19.04. – 0,274 – 0,434 6 Monate 1,49–1,74 0,40–0,40 0,88–0,88 0,19–0,19 0,16–0,16 1 Jahr 1,97–2,22 0,71–0,71 1,32–1,32 0,52–0,52 0,25–0,25 Indizes/Renditen Bund-Future Rex Perf. Dt.Renten-Idx Umlaufrendite 10j. Bundesanleihe 10j. Staatsanleihe USA 10j. Staatsanleihe Großbrit. 10j. Staatsanleihe Japan Euribor in % 3 Monate 6 Monate 20.04. Euro US-$ brit-£ sfr Yen 20.04. 1,349 1,649 Tagesgeld 1,20–1,70 0,10–0,10 0,45–0,45 0,01–0,01 0,01–0,01 Eurogeldmarkt1 ) Bundesemissionen Bundesschatzbriefe Finanzierungsschätze 2,53% 2,85% 1,04% 1,57% Endrendite Endrendite Rendite Rendite 19.04. 100,08 100,75 100,10 101,11 100,02 Rend. 0,84 0,89 1,02 1,14 1,19 Bundespapiere (sortiert nach Restlaufzeit) Kupon 1,5 5 1,25 3,5 1,25 Anleihe BS v. 09/11 BA v. 01/11 BS v. 09/11 II BO S.149 v. 06/11 BS v. 09/11 III 20.04. 100,07 100,76 100,08 101,09 100,03 1 BS v. 10/12 5 BA v. 02/12 I 1 BS v. 10/12 4 BO S.150 v. 07/12 0,5 BS v. 10/12 5 BA v. 02/12 II 0,75 BS v. 10/12 4,25 BO S.151 v. 07/12 4,5 BA v. 03/13 1,5 BS v. 11/13 3,5 BO S.152 v. 08/13 2,25 BO v. 07/13 Inflat. 3,75 BA v. 03/13 4 BO S.153 v. 08/13 4,25 BA v. 03/14 2,25 BO S.154 v. 09/14 4,25 BA v. 04/14 2,5 BO S.155 v. 09/14 3,75 BA v. 04/15 2,5 BO S.156 v. 10/15 2,25 BO S.157 v. 10/15 3,25 BA v. 05/15 1,75 BO S.158 v. 10/15 3,5 BA v. 05/16 2 BO v. 11/16 2,75 BO v. 11/16 1,5 BA v. 06/16 Infl. 6 BA v. 86/16 II 4 BA v. 06/16 5,63 BA v. 86/16 3,75 BA v. 06/17 4,25 BA v. 07/17 II 4 BA v. 07/18 0,75 BO v. 11/18 Inflat. 4,25 BA v. 08/18 3,75 BA v. 08/19 3,5 BA v. 09/19 3,25 BA v. 09/20 1,75 BA v. 09/20 Infl. 3 BA v. 10/20 2,25 BA v. 10/20 2,5 BA v.10/21 6,25 BA v. 94/24 6,5 BA v. 97/27 5,63 BA v. 98/28 4,75 BA v. 98/28 II 6,25 BA v. 00/30 5,5 BA v. 00/31 4,75 BA v. 03/34 4 BA v. 05/37 4,25 BA v. 07/39 I 4,75 BA v. 08/40 3,25 BA v. 10/42 Tagesanleihe des Bundes Der wieder zunehmende Risikoappetit der Anleger ist dem Euro am Mittwoch zugute gekommen. Er kletterte auf ein 15-Monats-Hoch von 1,4546 Dollar und lag damit mehr als zwei US-Cent über dem Niveau des Vorabends. Unter anderem trage die erfolgreiche Emission spanischer Staatsanleihen zur guten Stimmung am Markt bei, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Die positive GrundstimAusl. Staatsanleihen Kupon 0 v.2,26 3,5 7,5 4,25 4,25 3 4,3 6,1 5,9 4,6 3,75 10,5 11,5 4,25 3,75 3,4 6,5 4,2 3,85 6,4 3,13 4,9 5,5 5,25 6,5 5,63 7 Anleihe Argent.GDP-Lnkr 05/35 Argentinien 05/38 Belgien 09/15 Bulgarien 02/13 China 04/14 Finnland 07/12 Frankreich 09/14 Griechenland 09/12 Griechenland 10/15 Irland 09/19 Irland 99/16 Island 06/11 Jamaika 04/14 Kolumbien 01/11 Lettland 04/14 Niederlande 04/14 Österreich 09/14 Österreich 94/24 Polen 05/20 Portugal 05/21 Portugal 11/16 Schweden 09/14 Spanien 07/40 Spanien 11/21 Südafrika 03/13 Türkei 04/14 Ungarn 01/11 Venezuela 05/15 20.04. 14,75 35,80 100,08 105,81 103,31 103,25 101,71 87,25 62,79 77,50 77,39 98,85 109,25 100,75 101,28 104,23 102,40 120,20 95,20 65,00 83,25 101,79 84,05 100,28 103,75 106,55 100,55 88,00 Rend. 15,92 8,18 3,48 3,94 3,23 1,85 2,43 – 19,55 9,93 10,68 5,66 7,37 2,87 3,78 2,36 2,66 4,39 4,87 9,41 10,86 2,50 6,07 5,45 3,31 3,98 2,15 10,93 Bonit. BB AA+ BBBAAAAA AAA BBBBAABB+ BBB+ BBBAAA AAA AAA ABBBBBBAAA AA BBB+ BB+ BBBB+ mung konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schuldenkrise in der Eurozone alles andere als überwunden ist. Die anhaltenden Spekulationen um eine bevorstehende Umschuldung nährten erneut Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Griechenlands. Die Renditen zehnjähriger griechischer Staatsanleihen und des ebenfalls hoch verschuldeten Portugal zogen weiter an. Unternehmensanleihen Kupon 5,38 4 3,25 4,63 7,88 4,13 5 5,13 9 7,88 3 7,75 5 4,88 3,75 4 5,5 4,88 4,13 7,25 8,38 4,75 7,5 4,25 3,38 6,75 Anleihe Allianz Fin.perp. 06/– BASF 05/12 Bay.Lbk.Pfb 05/15 Bayer Capital 09/14 Bertelsm. 09/14 BMW Fin. 06/12 Commerzbank 09/15 Cred.Suisse 09/12 Daimler 08/12 Daimler 09/14 Daimler 10/13 Daimler Int. 09/12 Dt. Börse 08/13 Dt. Post Fin.03/14 Dt. Postbank 09/14 Dt.Telek.Int.Fin.05/15 Eon 07/17 Eon 09/14 Eon Intern. 09/13 France Telecom 10/13 General Motors 03/33 Goldman Sachs 06/21 Heid.Cem. 10/20 Henkel 03/13 KfW 08/12 Linde 08/15 20.04. 95,65 101,61 100,85 105,00 111,90 101,62 104,60 102,60 105,20 112,16 100,72 104,96 104,43 104,61 103,00 102,66 109,40 104,99 102,92 107,87 – 90,89 105,75 103,42 101,31 114,17 Rend. – 1,85 3,02 3,06 3,25 1,94 3,24 2,28 2,12 3,16 2,65 2,26 3,42 3,11 2,62 3,23 3,82 2,96 2,55 2,62 – 5,93 6,62 2,56 1,56 3,33 Bonit. A A+ AAA ABBB+ AA AABBB+ BBB+ ABBB+ AA BBB+ AAA BBB+ A+ A+ A+ AA BB AAAA A- Die aktuelle Schwäche des Dollar und ein überraschend starker Rückgang der US-Lagerbestände verteuerten Rohöl. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostete mit 111,08 Dollar 2,6 Prozent mehr, Brent-Öl stieg um 1,8 Prozent auf 123,54 Dollar. Die Diskussion um die Kreditwürdigkeit der USA trieb den Goldpreis erstmals über die Marke von 1500 Dollar je Feinunze (Seite 19). SZ/Reuters 4,63 4,5 4,88 4,63 6,12 8,5 3,87 4,375 4,5 5,75 4,13 5,13 5,75 8 6,63 5,13 Lufthansa 06/13 Maxingvest 04/14 Merck Fin.Serv. 09/13 Metro Fin. 04/11 Philips Electr.01/11 Pongs & Zahn 03/14 Porsche 06/16 Shell 09/19 Shell Intern. 09/16 Siemens Fin. 01/11 Siemens Fin. 09/13 Siemens Fin. 09/17 Südzucker Int. 02/12 ThyssenKrupp 09/14 Toyota Mot.Cr. 09/16 VW Credit 08/11 103,25 103,05 104,50 100,23 100,22 – 101,01 104,28 105,26 100,78 103,06 107,67 103,00 112,85 101,96 100,22 20.04. 227,60 129,00 106,60 111,00 78,50 0,35 27,25 114,01 111,00 2,93 3,54 2,91 1,48 1,54 – 3,64 3,67 3,29 1,46 2,40 3,64 2,14 3,58 2,67 1,21 19.04. 228,70 131,00 106,60 111,00 78,90 0,35 27,25 114,10 111,00 BB+ BBB BBB A Öl 658,93–661,27 658,22–660,61 95 Münzen2 ) ( 17:33 ) Ankauf 1 Uz Am.Eagle 1035,00 1 Uz Platin Noble 1201,00 1 Uz Maple Leaf 1035,00 1/2 Uz Am. Eagle 522,50 1/2 Uz Philharm. 522,50 1/4 Maple Leaf 265,50 1/4 Uz Philharm. 265,50 1/10 Uz Am.Eagle 107,50 1 Uz Krüger Rand 1035,00 1 Uz Britannia 1035,00 1 UZ W. Philh. Silber 31,80 1 Uz Platin Koala 1201,00 1/10 Uz Platin Koala 125,50 2 Rand Südafrika 237,50 100 österr. Kronen 989,00 4 österr. Dukaten 446,50 1/2 Uz Känguruh 522,50 1/10 Uz Känguruh 107,50 10 Rubel (Tscherwonetz) 251,50 20 sfr (Vreneli) 188,50 20 Goldmark (Wilh.II) 231,50 80 19.1.11 20.4.11 Energie 20.04. 19.04. Rohöl (Ldn.) Jun 122,42121,33 Benzin (RBO) Mai Brent Jul 122,06121,03 Nymex $/gal Jun ICE $/Brl Aug 121,83120,70 Heizöl (NY) Mai Rohöl (NY) Jun 110,22108,28 Nymex $/gal Jun WTI Jul 110,63108,73 Gasöl (Ldn) Mai Nymex $/Brl Aug 110,87108,99 ICE $/t Jun 20.04. 19.04. 3,25 3,23 3,22 3,20 3,19 3,16 3,21 3,17 1013,31000,3 1016,81003,3 Edelmetalle Gold (NY) Apr 1503 1495 Comex $/oz Mai 1504 1495 Jun 1504 1495 Silber (NY) Apr 4478 4392 Comex cts/oz Mai 4489 4391 Jun 4489 4392 Platin (NY) Jun 1801 1780 Nymex $/oz Jul 1806 1771 Okt 1809 1774 Palladi. (NY) Jun 759,9 731,1 Nymex $/oz Sep 757,5 732,6 Apr 730,8 738,8 AA+ AA+ A+ A+ A+ BBBA- Barren2 ) Gold, 1 kg Gold, 100 g Gold, 10 g Silber, 1 kg Platin, 1 kg Platin, 100 g Feingold Feingold, 1 kg verarbeitet, 1 kg Feinsilber Feinsilber, 1 kg verarbeitet, 1 kg Ankauf 33105,00 3318,00 337,00 966,00 38101,00 3831,00 Basismetalle Kupfer (Ldn) Kse 9451 9279 LME $/t 3-Mt. 9475 9310 Blei (Ldn) LME $/t Kse 2661 2598 3-Mt. 2601 2543 Kse 32825 32600 3-Mt. 32900 32650 Nickel (Ldn) Kse 25965 25560 Zinn (Ldn) LME $/t 3-Mt. 26025 25555 LME $/t Zink (Ldn) LME $/t Kse 2334 2316 3-Mt. 2352 2335 Genussscheine Bertelsmann 01 ff. 15% Bertelsmann 92 ff. 3,97% Depfa 86/10 7,5% DG Bank 84/11 Magnum 03/50 12% Pongs&Zahn 06/50 8,5% Salvator Grund. 04/50 9,5% Sixt 04/11 9,05% WGZ Tr.B 86/11 8,25% Für Industrieabnehmer3 ) 32450,00 35180,00 32760,00 35520,00 – 36860,00 – 37210,00 958,10 – 1061,30 946,00 1110,90 – 40,98 17,35 37,90 15,56 1048,00 1097,00 41,29 17,14 Alumini. (Ldn)Kse 2714 2661 LME $/t 3-Mt. 2731 2680 Agrarprodukte Weizen (Pa) Mai 255,3 251,3 Kaffee (NY) Mai 297,3 291,2 Matif Euro/t Nov 226,3 223,5 ICE cts/lb. Jul 301,5 294,3 Sojaboh. (Ch) Mai 1362 1342 CME cts/bu Jul 1374 1354 Kakao (NY) ICE $/t Mai 3185 3067 Jul 3100 3117 Platin / Palladium Platin (per Gramm) 37,61 Palladium (per Gramm) 15,76 Mais (Chi.) Mai 765,3 749,0 Zucker (NY) Mai 24,94 24,27 CME cts/bu Jul 773,3 757,0 ICE cts/lb. Jul 23,33 22,62 ERLÄUTERUNGEN: Anleihen: Kurse in Prozent; BA=Bundesanleihe; BO=Bundesobligationen; BS=Bundesschatzanweisung; PfB=Pfandbrief; Laufzeit (Emissionsjahre/Fälligkeit) hinter dem Namen; alle Bundespapiere besitzen Bonität AAA; Bonitäts- einstufungen soweit verfügbar von S&P: AAA=exzellent, AA=sehr gut bis gut, A=gut bis befriedigend, BBB=befriedigend bis ausreichend, BB=mangelhaft, B=mangelhaft, CCC bis C=ungenügend, Insolvenz absehbar, D=zahlungsunfähig; Euribor=Zinssatz f. Termingelder in Euro unter Banken; Dollar-Libor=Zinssatz f. Termingelder auf Dollarbasis; 1) Unicredit Lux., Münzen und Barren; 2) pro aurum, Schalterpreise München, Angaben in Euro 3) W.C.Heraeus, Basis Londoner Fixing; Rohstoffe: CME=Chicago Mercantile Exchange, Comex=Commodity Exch., ICE=Intercontinental Exch., LME=London Metal Exch., Matif=Marché à terme Internat. de France, Nymex=New York Mercantile Echange Kursgrafik: smallCharts, Quelle: GOYAX.de, AID Hannover, Morningstar Seite 26 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 . HF2 GELD In Deutschland zugelassene Qualitätsfonds – tägliche Veröffentlichung mitgeteilt von vwd group ZWG Name Währung Ausg. 20.04. 44,29 48,06 45,73 Rücknahme Akt.G 20.04. 19.04. in % 42,79 46,43 44,18 42,54 -0,18 46,31 43,98 0,14 0,57 ATE ZWG Name Währung Ausg. 20.04. Rücknahme Akt.G 20.04. 19.04. in % 137,83 110,31 3,99 0,00 ATE ZWG Name Währung Ausg. 20.04. Rücknahme Akt.G 20.04. 19.04. in % ATE ZWG Name Währung Ausg. 20.04. Rücknahme Akt.G 20.04. 19.04. in % Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Name Währung Ausg. 20.04. Rücknahme Akt.G 20.04. 19.04. in % ATE ZWG Name Währung Ausg. 20.04. 53,62 47,40 47,49 Rücknahme Akt.G 20.04. 19.04. in % 52,06 45,14 45,23 52,06 0,00 ATE ATE ZWG Name Währung Ausg. 20.04. Rücknahme Akt.G 20.04. 19.04. in % ATE ZWG Aberdeen Immobilien KAG DEGI EUROPA DEGI Internat. € € 39,83 47,21 37,93 44,96 37,93 -18,01 44,95 -3,67 0,23 0,27 Eurorent Megatrend Triselect € € € - 0,67 PB Vermog + Chance 0,00 PB Vermog + Ertrag 0,03 PB Vermog + Wachst € € € 0,55 0,96 0,89 0,00 Convertibles LC* 0,05 Divers.FI Strat.FC* 0,00 DWS Inv.EO.Bds.LC* DWS Inv.Gl.Agri.L* Euro Bds (short)LC* € € € € € € € 142,03 137,77 110,29 110,29 111,61 108,26 127,48 121,10 132,32 128,35 123,85 117,66 119,62 116,03 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1,25 0,54 0,00 0,63 0,00 1,62 KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft mbH grundinvestFonds US-grundinvest Fd. € $ 58,54 23,72 55,49 22,48 55,48 -1,22 22,48 0,00 0,00 0,00 Pioneer Investments UniEM Osteuropa* UniEMGlobal* UniEuReal Zins-net* UniEurKapital-net-* € 2786,66 2653,96 2633,10 29,13 € € € € € € 82,06 58,85 42,87 52,18 78,15 58,85 42,87 50,66 78,30 45,85 58,79 42,89 50,52 957,19 66,37 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 - 0,00 0,01 6,77 0,55 2,52 44,46 30,76 44,92 -5,17 108,08 -0,01 120,75 24,27 128,46 0,00 Advance Bank AG Ametos EurWachst A Ametos IntChance A Ametos IntWachst A Europa Ertrag A Trendscout Global A € € € € € 37,81 27,21 37,34 45,08 61,13 37,81 27,21 37,34 45,08 61,13 37,84 2,52 0,23 0,44 0,26 0,00 0,45 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 CS EUROREAL* 0,00 BW Portfolio 20 4,63 0,05 0,02 0,02 0,00 0,00 BW Portfolio 40 BW Portfolio 75 BW Zielfonds 2020 BW Zielfonds 2025 BW Zielfonds 2030 DekaFonds Precious Metal* hausInvest Commerz Grundbesitz-Invest € 44,99 42,85 42,86 2,14 0,15 DJE Investment S.A. KAS Investment Servicing GmbH Informationen unter Telefon 01805 252580 ComfortInvest C ComfortInvest P ComfortInvest S MultiManager 1 MultiManager 2 € € € € € € € € € € € € € € € € € € 41,62 47,60 56,40 60,72 60,89 61,60 55,08 48,76 96,21 102,62 48,52 45,22 63,67 99,67 39,64 45,33 54,76 58,95 58,83 59,23 52,71 46,44 91,63 99,63 46,21 43,07 61,22 99,67 39,90 45,51 54,81 58,96 59,05 59,86 53,30 47,05 91,86 99,75 46,30 43,23 61,58 99,63 102,18 98,46 100,45 97,96 0,15 3,10 0,00 0,00 0,00 1,06 0,00 1,79 0,86 1,07 Tel. 0800 8881928 Internet www.pioneerinvestments.de PF-Commod.Alpha T* 0,12 PF-Glob.Ecology T* 0,12 PF-Glob.Select T* 0,75 PF-US.Pioneer Fd T* 0,20 PI German Equity 0,13 PI Tot.Ret.A* 0,52 0,00 grundbesitz eur RC* € € € € € € 52,11 50,11 50,55 0,00 1,79 2,05 0,97 0,15 - UniEuroAspirant* 0,00 UniEuroFlex* 0,00 UniEuroKapital* 0,00 UniEuropa* 0,00 UniEuropaRenta* 0,00 UniEuroRenta 5J* 0,56 UniEuroRenta Co.11* UniEuroRenta Co.16* UniEuroRentaCor.A* Europ.Di.+LC* Total Return Bd.LC* 117,33 34,43 116,01 -0,46 966,39 956,82 67,69 66,36 - 43,48 0,95 0,35 0,59 0,17 0,96 1,70 3,22 6,39 0,00 0,00 6,73 0,93 0,14 1,23 0,00 0,00 0,00 7,49 27,12 11,00 37,30 7,87 www.cratoncapital.com $ - 369,11 361,10 -3,67 0,00 DJE - Div&Sub I DJE - Div&Sub P 0,11 DJE - Div&Sub XP DJE Inv.Karitativ € € € 253,89 253,89 250,26 238,34 149,65 149,65 253,66 41,14 237,89 42,52 149,51 24,51 0,00 0,00 0,00 159,78 152,17 55,56 4,34 52,91 4,13 151,89 -33,55 52,95 -21,79 4,15 22,41 126,71 20,91 48,68 -0,86 Flossbach & Storch € 1392,52 1326,21 1318,82 16,02 € € € € € € € € € € € € € € € $ € € € € € € € € € € € € € € € € € € 42,71 48,69 0,00 43,25 43,90 85,45 41,75 34,37 59,01 29,69 41,47 46,80 41,74 41,99 42,62 82,96 40,14 34,37 57,29 28,83 41,47 46,63 41,74 42,01 42,69 83,10 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 45,06 -0,25 60,87 21,53 CSAM Immobilien KAG mbH € 62,17 59,21 59,21 1,94 136,20 129,71 50,14 48,68 Adviser I Funds, SICAV Alb&Cie Optiselect € 172,23 164,03 163,95 26,68 € 1322,73 1247,86 1248,15 14,33 € 192,97 183,78 183,96 6,98 - 19,75 0,38 Deka € € € € € € € € € € € € € € € € € € 41,69 40,37 36,63 34,30 32,99 32,94 76,80 40,87 39,58 35,91 33,63 32,34 32,29 72,96 40,91 -4,82 39,64 -12,08 36,10 -14,19 33,73 -19,56 32,50 -23,47 32,45 -21,68 71,50 22,04 182,02 42,06 37,82 -10,81 35,49 -18,06 105,20 16,57 0,00 0,00 - DJE Inv.Lux Select 0,47 DJE Inv.Primus 0,53 DJE INVEST-StiftRI 0,16 DJE INVEST-Vario P 0,33 DJE-Absolut I 0,14 DJE-Absolut P 0,09 DJE-Absolut XP 0,00 DJE-Ag&Ernährung I 0,00 DJE-Alpha Global I 0,00 DJE-Alpha Global P 0,00 DJE-Asien Hi D XP 0,68 DJE-Asien High D I 0,12 DJE-Asien High D P Telefon +49 221 33 88 290 Internet www.fvsag.com € € € € € € € € € € 120,76 115,01 112,11 106,77 105,79 100,75 109,03 103,84 111,54 106,23 124,23 118,31 141,72 134,97 100,06 99,07 115,06 106,91 100,82 103,98 7,77 1,17 0,00 0,00 - MultiManager 3 0,00 MultiManager 4 1,65 MultiManager 5 1,79 H&S FM Global 100 1,92 H&S FM Global 60 1,89 G&H VV Balance 0,00 G&H VV Chance 0,00 FM Core Ind.Select 2,20 Euro Anlage AAll B 1,09 Euro Anlagef A B 5,08 Euro Anlagef C B Euro Anlagef G Euro Anlagef P B RREEF Investment GmbH € € 43,20 55,22 41,13 52,59 41,13 52,58 0,00 2,52 0,05 0,23 Alceda Fund Management NV Strat-Kons. P* NV Strat-Kons. POA* NV Strat-Kons. POT* Ourworld-Mezzo Ourworld-Piano € € € € € 55,05 47,40 48,20 96,11 83,25 53,45 47,40 48,20 91,53 79,29 53,40 € 2262,47 2134,41 2137,76 34,93 € 10,48 10,22 10,23 0,00 - 44,71 Aktien Global P 0,26 Ausgewogen R 2,19 Bond Diversifik P 0,00 Bond Opport. 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De.* 0,00 DWS Bonus Aktiv* € € € € € 49,11 59,76 46,66 56,77 46,66 3,59 56,78 10,76 € € € € € € € € € € 44,10 54,17 40,05 43,24 52,00 38,88 43,42 8,80 0,00 DJE-Real Estate P 0,00 DJE-Renten Glob I 0,80 DJE-Renten Glob P 0,53 DJE-Renten Glob XP 0,55 DJE-Zins&Divid I 0,09 DJE-Zins&Divid XP 0,10 Gamma Concept 0,73 GoldPort Stab.Fd.I € € € € € € € CHF 9,26 8,82 8,82 142,02 138,20 2,38 0,25 0,21 0,10 FT EmergingArabia 3,74 FT Euro High Div. 2,44 FT EuroCorporates 4,14 FT EuroGovernm. 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Emg Mrkt Bd AE Gl Emg Mrkt AE US Eq AE € € € 60,44 42,23 45,19 58,68 40,22 43,04 58,68 0,00 Pro Mundo Fonds* Stuttg.Bk.Rentinv.* SüdwBk.Interselect* Südwestbk.-Inter.* Deka International (Lux.) 39,89 68,20 43,37 37,09 954,40 954,40 15,72 14,97 951,98 -4,83 14,96 16,54 149,97 21,87 148,77 12,78 21,00 36,80 3,44 -12,58 Generali Fund Management S.A. Generali FondsStrategie Dynamik € 42,24 42,24 42,35 15,89 0,00 1,21 ETF-PTFOLIO GLOBAL € € € € € € € € € € € € Nomura Asset Management Telefon 069 153093-020 Internet www.nomura-asset.de Asia Pacific* € € € € 54,34 46,26 38,90 52,42 54,34 46,26 38,90 52,42 54,24 46,20 4,15 9,08 0,02 0,00 0,23 0,00 Asian Bonds* Euro Convertible* Fundamental Europe* Fundamental Japan* Japan Equity* Medio Rent* 9,30 0,06 Real Return* 0,00 0,13 € € € € € € € € 111,53 106,22 59,68 44,76 45,47 37,59 26,07 66,21 57,94 43,46 43,30 35,80 24,83 64,91 106,82 35,54 57,54 43,35 0,00 0,00 -1,75 0,00 0,00 0,00 2,33 0,00 0,00 157,15 149,67 156,39 148,94 22,17 3,61 21,11 3,44 Uni21.Jahrh.-net-* UniBalancePlus* UniDeutschland* UniDeutschland XS* UniEu.Renta-net-* 21,69 -49,43 105,83 -5,67 125,00 11,91 71,34 41,99 46,03 0,00 Alte Leipziger Trust 179,99 179,99 199,74 192,52 49,58 49,58 178,03 57,80 190,42 57,12 49,43 107,53 49,76 42,82 42,40 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,03 Generali Komfort 0,00 Balance Dynamik Europa Dynamik Global Wachstum 108,46 105,81 130,16 125,15 74,85 46,03 50,00 68,75 44,30 64,36 35,86 40,02 58,31 71,97 46,03 47,62 66,75 44,30 62,49 34,82 38,11 58,31 21,22 -39,42 129,41 -38,37 15,05 -110,58 30,61 0,00 111,90 107,86 51,78 44,41 42,38 49,91 42,80 42,38 D W S Investmentfonds 38,90 10,67 52,34 8,83 43,53 -12,86 35,80 -37,03 24,79 -142,52 64,74 560,07 0,00 0,00 137,25 130,71 15,96 30,76 21,01 36,18 80,13 15,20 30,61 20,20 34,79 75,59 Deka-Conv.Renten CF € Deka-Gl.Con.Rent. 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CR 75* Ludwigsburg Bof15* Ludwigsburg Bof35* € € € € € € € € € 40,99 41,25 41,32 90,87 95,80 97,39 103,00 102,05 101,48 40,19 40,44 40,51 89,09 93,46 94,78 99,52 98,60 98,05 40,24 7,61 0,54 0,38 0,00 2,44 1,51 0,00 1,94 2,57 2,67 40,52 13,69 40,57 24,13 89,13 -4,67 93,45 -1,41 94,82 99,52 98,57 98,00 0,60 0,00 0,00 0,00 0,64 0,15 € CF Eq.-Global Opp. CF Eq.HAIG-Flex CF Eq.-Pharma CF Eq.-Resources H&A Lux Wandel H&A Lux Wandel CI HAIG Eq.Val. Inv.B MMT Glbl Balance MMT Glbl Select MMT Glbl Value Vermögensauf.HAIG € € € € € € € € € € € € € € 8,93 6,55 9,32 8,59 6,24 9,05 8,61 0,00 UniEuroAktien* 0,00 UniEuroBond* 0,11 UniEuropa-net-* 47,42 -27,85 66,66 0,00 20,16 11,97 34,62 -66,59 74,14 -34,54 42,05 -55,13 50,66 -66,35 44,03 -13,94 62,51 34,84 0,00 0,00 125,63 121,09 118,71 118,71 47,16 96,27 91,59 52,55 50,09 47,16 92,79 91,59 51,02 50,09 122,64 24,82 120,23 26,08 46,43 54,48 91,65 3,18 573,41 562,17 - 75,58 UniEuroRenta* UniEuroRentaHigh Y* UniFonds* UniFonds-net-* 0,00 UniGlobal* 0,00 UniGlobal-net-* UniJapan* 0,72 1,86 UniKapital* UniKapital-net-* UniNordamerika* 6,26 19,49 9,05 0,48 AmpegaGerling Investment Gerling AS Gerling Flex Gerling Global Gerling Money Sav. Gerling Pf. Chance* Gerling Pf.Tot.Ret Gerling Pf.Wachst.* Gerling Rendite Gerling Reserve Gerling Vario P(a) Gerling Zukunft GerlingEuroStar 50 GerlPf Real Estate JF Renten W. KAPITAL PROZINS MPC Europa Meth. PF Glob ETF Aktien PF Multi ETF Strat terrAssi.Akt.I AMI € € € € € € € € € € € € € € € € € € € 35,26 35,08 17,26 57,03 9,19 97,43 9,65 19,73 51,35 24,25 6,67 35,79 33,74 33,49 16,64 57,03 8,75 93,68 9,19 19,16 51,09 23,32 6,38 35,79 33,68 -42,99 33,48 -32,00 16,69 57,04 0,00 0,00 - NORAMCO Asset Management Telefon 0800 9932847 Internet www.noramco.de Hauck & Aufhäuser Quality Fd.Europe Quality Funds USA € € 10,83 5,23 10,29 4,97 10,26 -11,16 4,98 -40,23 38,01 29,08 58,17 12,17 110,63 66,89 7,50 0,81 VERSIKO AG 0,17 GlobalResources CF 0,17 GlobalResources TF 0,14 Wandelanleihen CF 0,19 Wandelanleihen TF 0,06 1,35 0,05 0,21 0,48 0,07 0,00 Best Inv.Chance 0,00 Best Inv.Wachst. 1,89 Business Basic EUR 1,92 Euro Cash EUR 1,08 Europaf. Aktien 0,00 Europaf. Plus EUR 0,02 Europaf. Renten 0,15 G&H VV Balance 0,00 G&H VV Chance 0,78 Global OptiMix EUR 0,49 Global Player EUR 0,78 H&S FM Global 100 1,75 H&S FM Global 60 Protekt Plus VL Invest EUR 90,47 -26,35 50,68 -1,67 49,76 -1,70 115,98 110,46 66,80 28,40 66,80 27,05 € 0,00 DWS Convertibles* 0,00 DWS EURO Strat.Ren* € DWS Eurol.Strat.* DWS Europ. Opp.* DWS Eurovesta* DWS Geldmarkt Pl.* € € € € € € € € € € € € € € € € € € € € € 124,83 121,19 41,70 36,53 40,68 35,64 40,75 -0,02 35,66 -0,01 160,23 0,21 Norddeutsche Landesbank Luxembourg S.A. www.hua-invest.lu 89,22 50,32 68,04 28,14 71,04 54,93 63,93 47,05 35,93 53,69 13,93 84,97 47,92 64,80 26,80 68,97 53,33 60,89 45,24 34,22 51,13 13,59 84,95 -10,19 47,97 -66,42 65,13 22,03 26,72 -26,24 68,92 5,95 N.Lux Renten Cap.* 0,00 N.Lux Renten Dis.* 0,00 0,00 0,00 Albatros EUR 0,00 DELB.B.Maf. I.rent 0,00 DELB.B.Maf.Clas.OP 0,00 MedBioHealth EUR* 0,56 OP DAX-Werte 0,00 OP Euroland Werte 0,00 OP Food 0,00 OP Global Securiti OP GlStr Worldwide 0,00 Special Opp. Spezial 3 € € 68,00 41,24 68,00 41,24 68,02 41,25 0,02 0,02 - 27,66 -85,63 105,58 43,52 0,00 0,00 € € € € € € € € 37,50 6,13 53,18 35,71 5,78 51,38 35,80 -39,68 5,80 24,41 51,33 0,00 0,00 8,38 0,06 0,18 0,02 3,33 0,03 0,00 0,00 1,17 0,00 0,00 0,00 0,70 0,00 8,80 10,53 93,69 -9,94 9,24 13,11 19,19 51,10 0,00 0,00 Deutsche Postbank Fonds 107,67 105,56 43,48 43,48 168,35 160,33 96,98 67,54 35,68 13,59 92,36 67,54 34,64 13,19 92,46 -23,30 67,54 34,67 0,00 5,43 123,04 117,18 50,69 83,30 44,04 67,72 18,34 29,02 41,57 32,84 53,34 50,69 80,87 44,04 65,12 17,81 28,17 40,36 31,88 51,79 117,31 -10,38 50,69 0,00 113,59 108,18 93,12 33,71 88,69 32,10 108,70 -3,18 88,83 59,45 31,95 -54,12 107,54 -3,87 97,05 -1,21 Oppenheim Asset Management € € € € € € € € € € € € € 63,06 55,70 34,24 60,06 53,82 33,24 59,46 -5,88 53,81 -1,59 33,15 -19,20 135,13 48,92 183,16 -22,18 56,14 -43,93 159,12 36,20 76,42 -74,53 111,73 7,22 0,00 0,06 0,23 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,21 UnionGeldmarktfonds* € UniRak* UniRak -net-* UniReits* UniRenta* UniStrat.Offensiv* UniStrat: Ausgew.* UniStrat: Dynam.* UniStrat: Konserv.* € € € € € € € € Telefon 0180 3040500 Internet www.postbank.de € € € € € € € € € € € € € € € 50,08 53,00 51,79 55,76 46,94 51,57 51,75 48,52 45,22 36,41 25,76 96,21 102,62 48,15 51,21 51,53 55,76 45,13 50,07 50,24 46,21 43,07 35,01 24,77 91,63 99,63 48,01 -7,55 51,14 -16,87 51,58 55,77 0,00 0,00 0,00 0,11 0,78 8,69 0,00 0,57 0,90 0,27 0,00 - DWS Inter Genuss* DWS Inter-Renta* 0,00 DWS Investa* 0,37 DWS Klimawandel* 0,63 DWS Plusinv.Wach.* 0,00 DWS Select-Invest* 0,00 DWS Select-Rent* 0,58 DWS TOP 50 Asien* 0,99 DWS TOP 50 Europa* 0,45 DWS TOP 50 Welt* 0,08 DWS Top Dividende* 0,28 DWS Vermögensb.I* 0,00 DWS Vermögensb.R* 0,21 DWS Vors. AS Dyn.* 0,96 DWS Vors. AS Flex* 0,18 DWS Zukunftsress.* 0,02 Immoflex* 80,78 25,82 43,99 -4,61 65,33 -45,52 17,87 28,25 40,45 31,96 51,86 0,00 1,39 6,98 6,71 8,40 23,30 -11,15 6,38 -205,81 35,65 16,97 105,17 -0,48 101,04 22,32 0,00 0,00 13,13 -0,02 103,20 -0,36 34,43 -47,77 39,65 16,18 253,88 21,11 47,01 0,00 112,82 107,45 101,64 96,80 107,77 102,63 35,83 41,61 34,12 39,62 53,30 -2,23 60,80 28,85 45,34 -7,95 34,60 24,68 51,16 -11,72 13,54 10,28 141,51 134,77 196,28 186,93 59,87 57,02 Wallberg Invest S.A. € € € € € 70,73 71,37 11,91 10,00 97,12 70,73 69,29 11,34 9,52 92,06 70,68 69,24 0,00 0,00 0,00 0,88 0,00 0,09 0,00 110,44 105,18 102,94 100,92 23,28 22,28 264,51 251,91 48,22 47,04 44,57 -113,87 49,92 -12,32 50,30 -0,02 46,30 43,23 - 159,92 152,30 16,27 19,69 14,29 15,80 19,12 13,67 151,40 -0,87 15,81 -33,12 19,12 -78,67 13,64 -72,82 100,24 0,00 107,87 103,72 97,08 57,45 83,03 93,25 16,75 85,64 82,61 54,16 93,34 55,23 79,07 88,80 16,26 82,34 79,43 51,57 103,97 42,88 93,32 2,13 167,02 159,07 80,58 76,74 11,25 20,19 9,52 -2,32 92,18 33,93 55,37 -34,59 79,30 36,60 89,22 -24,03 16,25 0,00 Ideal Invest Sicav 131,36 125,10 127,95 47,15 111,31 111,31 47,94 101,56 58,74 71,00 45,66 98,60 56,75 67,62 Union-Investment (Lux) € € € € € € 0,00 123,52 48,63 49,60 58,96 0,00 41,02 48,63 47,69 56,69 43,34 41,02 123,52 48,38 47,45 56,32 43,38 41,03 0,00 0,64 1,58 9,37 0,00 0,00 3,84 0,00 0,02 0,02 - 45,70 42,14 98,49 8,52 0,00 Berliner VB Garant* 0,00 Divid. Ass A Net* 0,00 DividendenAss A* 0,01 EuropeanEquities A* EuroRent.Corp.2012* Gl. Hi.Yi. Invest* WWK Investment S.A. € € € € € 11,31 9,37 10,16 9,79 7,79 10,77 8,92 9,86 9,79 7,42 10,85 18,58 9,03 23,50 9,87 9,80 0,00 0,00 0,05 0,00 0,16 0,16 0,00 terrAssisi Renten I AMI € TOP TREND AMI Zan.Eu.Cor.B.AMI P* Zantke Eu.HY AMI Pa* € € € 100,68 100,18 116,34 110,80 103,54 101,51 110,28 108,12 34,66 -57,70 24,59 -291,92 91,86 99,75 - International Fund Mgmt. S.A. 111,36 -11,49 101,72 108,12 0,00 0,00 Top Ten Balanced 0,66 Top Ten Classic 56,92 15,84 67,80 11,84 82,34 -18,54 79,42 -8,63 51,94 0,65 PEH Quintessenz Sicav € € € € 67,14 92,05 103,52 103,24 64,56 88,51 99,54 99,27 64,30 9,67 - Axxion S.A. 121,73 117,33 37,97 36,51 117,36 -4,24 12,56 36,04 -71,15 0,01 105,93 100,88 100,93 -2,60 2,20 PEH-Q.Europa 1,95 PEH-Q.Goldmines 0,58 PEH-Q.Renten Glb I 0,00 PEH-Q.Renten Glb P 0,00 0,00 Empire Pdist 0,00 LIGA-Pax-Cattol.-U* 0,00 LIGA-Pax-Corp.-U.* 0,00 Local-EM-Invest* 0,00 UGaTop: Europa III* UGDouble(2011)* UGGTitan(2011)* € 1157,11 1137,21 1135,68 € € € € € € € € € € € € € € € € € 40,55 95,49 39,37 95,49 39,44 95,98 7,46 11,54 87,92 27,76 100,22 -0,05 99,50 -0,03 Deutsche Postbank Int. S.A. (Lux) www. .lu DWS Investment S.A. DWS Eurorenta* DWS Global Value* € € 50,79 49,31 49,32 -0,02 137,51 32,46 0,00 0,06 0,02 0,00 0,00 9,82 116 1,07 0,00 - Ludwigsburg Bof70* 0,44 Ludwigsburg BoG 1* 0,01 Ludwigsburg BoG 2* 0,00 Ludwigsburg BoG 3* 0,31 0,13 0,16 0,46 0,69 0,54 0,31 Aktien Global F Aktien Global I Aktien Global P apo Medical Opp. Stabilit.Gold&ResP Stabilit.Sil&WeißP Altera Security A M-AXX InCap Taurus Mwert Sup.Abs.Ret. € € € 41,27 65,66 4,68 39,12 62,53 4,45 39,14 -9,18 62,33 36,78 4,49 30,29 - 0,00 0,00 0,00 Nach Auskunft des Emittenten wurde das Ertragsausgleichsverfahren für die u.g. Fonds angewendet. PB Dyn.Best Garant PB Dyn.DAX® PB Dyn.DAX® Gar.II € € € € € € € € € € € € € 93,63 19,57 49,87 49,39 47,21 90,68 49,59 48,76 18,86 44,82 47,95 47,60 54,10 53,94 47,15 0,00 0,00 0,00 0,06 0,21 0,00 0,00 0,00 0,19 0,00 0,00 108,60 103,38 0,00 0,00 0,00 99,24 99,52 98,82 103,46 -4,74 99,23 99,53 98,84 117,05 130,89 117,65 0,00 0,00 0,00 0,00 3,77 0,10 144,08 137,21 PEH SICAV € € € € € € € € 88,50 99,82 99,30 85,10 95,98 95,48 84,79 25,62 95,83 95,32 105,07 48,06 49,22 104,51 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 6,95 - DWS Gold Plus* DWS Rendite Garant* € 1757,18 1706,00 1685,48 € 81,87 73,11 81,05 73,11 81,06 73,11 103,01 88,99 14,07 20,61 49,62 48,79 0,00 0,00 0,90 0,00 0,53 0,00 0,37 5,24 0,00 0,02 3,12 0,10 0,11 IPConcept Fund Management S.A. € € € € € € € € € € € 151,15 143,95 149,97 142,83 120,76 115,01 70,00 68,92 74,54 92,66 86,37 66,67 65,64 70,99 88,25 82,26 144,01 -0,95 142,89 58,44 115,06 7,77 - 0,00 UGGTitan(2011)II* 0,00 UGPBestW(2011)* 0,00 UGPEurop(2011)II* 0,81 UGTEuropa* 0,46 UGTEuropa II* 0,47 UniAsia* 0,00 UniAsia Pacif. net* 0,00 UniAsia Pacific A* UniDyn.Eur-net A* UniDyn.Europa A* 0,00 UniDyn.Gl.-net- A* 0,00 UniDynamic Gl. A* 0,00 UniEM Fernost* Berenberg Funds-of-Funds Balance Select Globalway Fonds € € 65,38 51,82 61,97 49,12 62,14 11,80 49,35 29,18 - DWS Rendite Optima* € Rend Opt 4 Seasons* Vermögensmand Bal* € € Infl Link Bds Fl I 0,05 Infl Link Bds Fl P 0,00 Renten EvoPro Pcap 0,00 RentenEvoProVR2 d 0,00 RentenEvoProVRdist 0,00 Strat.Flexibel I 0,00 Strat.Flexibel P d 0,00 0,00 2,50 Balanced cap 2,68 Chance cap 5,08 Rendite Plus cap 0,00 117,05 0,00 130,88 123,51 117,57 112,30 106,90 44,15 95,91 97,36 33,65 55,90 20,25 32,27 42,05 95,91 93,62 33,65 53,75 20,25 31,03 0,00 PB Dyn.Garant 2013 0,00 PB Dyn.Innovation PB Dyn.KlimaGarant 103,00 103,00 96,61 92,89 18,60 37,93 44,86 0,00 92,83 -7,39 100,96 -3,01 93,00 -6,63 82,96 -18,99 109,38 105,17 49,30 50,50 48,10 49,27 Vermögensmand Def* € Vermögensmand Dyn* € VermögensmanProt80* € 104,03 100,99 97,65 87,19 92,99 83,03 106,96 -3,08 42,72 36,41 97,42 51,28 95,10 51,19 33,33 31,45 53,23 33,52 20,19 23,96 30,93 25,93 Berenberg Global Opportunity Glb. Opp.Conc.Pf. € 75,91 71,95 71,88 12,96 0,50 66,46 23,22 65,37 -60,89 70,16 -35,31 88,43 -9,76 82,28 -15,27 137,46 138,54 121,01 0,77 0,80 0,02 PB Dyn.Protekt PB Dyn.Vision PB Dyn.Zuk.Gar. PB Dyn.Zuk.Gar. II 47,80 -0,28 47,01 -2,61 54,10 53,97 108,34 49,13 52,13 0,00 0,00 2,73 0,08 0,00 108,41 104,24 71,50 68,75 BNY Mellon Service KAG www.bnymellonkag.com Balanced BHW Laz.Short T.Pl Europa € € € 54,45 47,45 38,63 51,86 46,52 36,79 51,59 12,73 46,53 0,00 - DWS Invest SICAV € € € € 121,73 121,73 121,74 118,09 224,82 213,58 144,25 144,25 121,34 117,72 2,73 1,80 0,00 0,00 0,00 0,00 68,93 18,62 Umweltfonds DE 0,00 Umweltfonds Welt 0,00 Wandelanl.Global F 0,00 Wandelanl.Global I 0,63 Wandelanl.Global P 0,00 Alpha Strat.FC* 0,48 Alpha Strat.LC* 0,43 BRIC Plus LC* 0,40 Convertibles FC* PEH Trust Sicav € € € 101,84 103,69 103,19 97,92 99,70 99,22 97,74 99,28 3,34 5,70 0,00 0,00 - 1,28 Währung: € = Euro, $ = US-Dollar, ¥ = Yen, £ = Brit. Pfund. Ausg.: Ausgabepreis eines Fondsanteils zum angegebenen Tag. 0,11 Rücknahme: Rücknahmepreis eines Fondsanteils zum angegebe0,00 nen Tag. 0,08 Akt.G: Der aktuelle Aktiengewinn (Veräußerungsgewinn bei Investmentanteilen) wird täglich in Prozent mit Ausnahme der Montagsaus0,00 gaben veröffentlicht. 1,68 ATE: Akkumulierte Thesaurierte Erträge ausländischer Fonds seit 1.1.1994 nach Auslandsinvestmentgesetz (AIG). 0,17 ISIN: Die Internationale Wertpapierkennummer eines Fonds wird ausschließlich in den Montagsausgaben veröffentlicht. 0,15 ZWG: Zwischengewinn seit 1. Januar 2005 0,00 *: Fondspreise etc. vom Vortag oder letzt verfügbar. 0,00 Alle Fondspreise etc. ohne Gewähr - keine Anlageberatung und empfehlung 0,00 Weitere Fonds-Infos unter http://fonds.sueddeutsche.de 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,26 PB Strat. Prt.+ II 9,99 PB Strat. Rt Medi 0,00 PB Strat. Rt Short 112,87 108,53 50,58 52,13 49,11 52,13 144,44 137,56 145,57 138,64 127,16 121,10 213,36 55,36 144,32 3,75 36,25 -51,37 99,01 -0,01 € 1193,93 1137,08 1151,46 49,03 Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Fassungslos und voller Trauer haben wir vom Tod unseres Freundes und Vorstandskollegen Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 27 Alexander Kassian * 26. 10. 1950 + 18. 4. 2011 Christoph Kassian und Sabine Paasche-Kassian Nikolaus Kassian Jonathan Kassian Jörg Kassian und Sabine Schaller-Kassian Milena Kassian Clara Kassian Margret Kassian Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 26. April 2011, um 11.15 Uhr im Nordfriedhof München statt. Dr. Hans-Joachim Demmel 1942–2011 erfahren, der am 12. April nach kurzer, heftiger Krankheit verstorben ist. Wir verlieren einen engagierten Mitstreiter für eine menschliche Medizin, einen klugen Diskussionspartner und einen warmherzigen, humorvollen Kollegen. Unser Beileid und Mitgefühl gehört Achims Familie. Dr. Wulf Bertram Dr. Sven Eisenreich Dr. Werner Geigges Dr. Bernd Hontschik Dr. Gerlind Leininger Dr. Anna Staufenbiel-Wandschneider Marina von Uexküll Dr. Gisela Volck für die Thure-von-Uexküll-Akademie für Integrierte Medizin Die Friedhofverwaltung der Stadt München bittet um telefonische Mitteilung, wenn Sie Angehörige für nachfolgend genannte Verstorbene kennen: Name Mitterhuber Bruck Suchomil Taschowsky Wenglewski Antal Lanzinger Vorname Alter Lorenz Ludwig 72 Jahre Heinrich 102 Jahre Gertrud 94 Jahre Hubert Peter 67 Jahre Editha Charlotte Margarete 90 Jahre Jozsef 62 Jahre Georg Friedrich Wilhelm 62 Jahre Sterbedatum Trauer a Vorsor e ür den Ausführliche Beratung, zuverlässige Absicherung – wir kommen auch ins Haus 14. 4. 2011 15. 4. 2011 15. 4. 2011 15. 4. 2011 16. 4. 2011 18. 4. 2011 18. 4. 2011 ¥ 089-64 24 86 80 Tag und Nacht Sachdienliche Hinweise an die Telefon-Nummer 0 89/2 31 99-275 oder -276. München, Ismaninger Str.17 Grünwald, Tölzer Straße 37 w w w. k a r l a l b e r t d e n k . d e Bestattungen Landeshauptstadt München Friedhofverwaltung – Telefon 2319901 heute, Donnerstag, 21. April 2011 Waldfriedhof, Alter Teil: Erdbestattungen: Ostfriedhof, Krematorium: Urnentrauerfeiern: Als Gott sah, daß der Weg zu lang, der Hügel zu steil und das Atmen zu schwer wurde, legte er den Arm um unsere liebe Inge und sprach: Komm heim. 14.30 Reitmair Alfred, Diplomingenieur, 76 Jahre 15.00 Schön Elisabeth, Schneidermeisterin, 97 Jahre Waldfriedhof, Alter Teil: Urnentrauerfeier: 8.30 Völkl Maria, Hausfrau, 69 Jahre 9.15 Fischhaber Margareta,Verkäuferin, 89 Jahre 10.45 Markert Erich, Mechanikermeister, 90 Jahre Friedhof am Perlacher Forst: Erdbestattungen: 13.00 Gedon Hanns Joachim, Architekt, 90 Jahre Waldfriedhof, Neuer Teil, Lorettoplatz: Erdbestattungen: Ingeborg Heck geb. Daniel * 12. 12. 1919 + 18. 4. 2011 Verwandte und Freunde Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung am Samstag, dem 23. April 2011, um 10.00 Uhr im Friedhof Soyen bei Wasserburg, Alleestraße. 11.00 11.30 12.30 13.00 Rappl Manfred, Installateur, 72 Jahre Schediwy Franz, Diplomingenieur FH, 71 Jahre Gotkiewicz Theresa, Gastwirtin, 91 Jahre Kempe Lydia, Hausfrau, 78 Jahre 9.45 Huber Apollonia, Hausfrau, 91 Jahre 10.30 Dr. med. Brinkmöller Anton, Arzt, 94 Jahre 11.15 Haselbeck Franziska, Schneiderin, 87 Jahre Friedhof am Perlacher Forst: Urnentrauerfeier: Westfriedhof: Erdbestattungen: 13.00 Luitz Hilda, kfm. Angestellte, 68 Jahre Friedhof Aubing: Feuerbestattung: 13.00 Bscheid Adolfine, Postangestellte, 72 Jahre 13.30 Gail Anna, Hausfrau, 88 Jahre 14.30 Hegele Barbara, Hausfrau, 103 Jahre Westfriedhof: Feuerbestattungen: 9.00 Fritsche Kai, Zimmermann, 33 Jahre Friedhof Haidhausen: 9.00 Hansbauer Maria, Abteilungsleiterin, 95 Jahre Waldfriedhof Solln: Erdbestattung: 11.00 Gogolin Elisabeth, Filialleiterin, 89 Jahre 12.00 Grünwald Josef, Kraftfahrzeugmeister, 68 Jahre Westfriedhof: Urnentrauerfeier: 10.00 Möhling Margarete, Hausfrau, 90 Jahre Was Lieb erhielt, was Leid verweht, Ans Feldkreuz angeschrieben. O Stern und Blume, Geist und Kleid, Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit! 9.00 Cieslak Anna, Gastwirtin, 86 Jahre Nordfriedhof: Erdbestattungen: Bestattungen im Landkreis München Waldfriedhof Grünwald: Unsere Caroline ist tot. 12.00 Lyssoudis Elfriede, Einzelhandelskauffrau, 72 Jahre 13.00 Endlmaier Anton, Dreher, 72 Jahre 13.30 Plank Kurt, Kammermusiker, 87 Jahre Nordfriedhof: Feuerbestattung: 10.30 Trauerfeier Fischer Franz, Heizungsmonteur, 86 Jahre Waldfriedhof Haar: Prof. Dr. Caroline Pross * 19. Juli 1971 Marianne Pross Rudolf Helmstetter Ernst und Erika von Borries Achim und Maja von Borries mit Laszlo Bettine von Borries und Stefan Schultz Der Trauergottesdienst findet am 26. April 2011 um 14.00 Uhr in der Kirche Maria vom Guten Rat statt (Hörwarthstraße 1 in München-Schwabing). Wir werden Caroline in aller Stille beisetzen. Marianne Pross Weiler/Simmerberg Rudolf Helmstetter München + 15. April 2011 10.30 Ellinghaus Werner, 67 Jahre Nordfriedhof: Urnentrauerfeiern: 10.00 Bäumler Rosemarie, kfm. Angestellte, 71 Jahre 16.00 Trauerfeier zur Feuerbestattung Bonazzi Gaetano, Kraftfahrer, 80 Jahre Gemeindefriedhof Neuried: 9.45 Schmid Hilde, Hausfrau, 88 Jahre 11.30 von den Velden Dieterich, Kaufmann, 93 Jahre Ostfriedhof: Erdbestattungen: 10.00 Trauerfeier Franz Heinz, Schreinermeister, 85 Jahre Parkfriedhof Ottobrunn: 13.00 Hollinger Josef, Filialleiter, 89 Jahre 14.00 Lange Franziska, Hausfrau, 91 Jahre 14.30 Beilicke Emilie, Buchhalterin, 76 Jahre Ostfriedhof, Krematorium: 11.30 Trauerfeier mit anschließender Urnenbestattung Zeidner Renate, Buchhalterin, 71 Jahre Friedhof Planegg: 10.00 11.30 13.00 13.45 14.30 15.15 Thallmayer Rudolf, Betriebswirt, 71 Jahre Stöckelhuber Gertraude, Bankangestellte, 83 Jahre Müller Johann-Josef, Kundendienstmonteur, 61 Jahre Loibl Gertrud, Angestellte, 91 Jahre Koch Wilhelm, Kraftfahrer, 76 Jahre Hobelsberger Maria, Hausfrau, 93 Jahre 9.00 Messe in St. Elisabeth 10.00 Bestattung Funk Sieglinde, Hausfrau, 77 Jahre Friedhof Taufkirchen am Wald: 11.00 Trauerfeier zur Feuerbestattung Gegenfurtner Erich, Straßenbahnfahrer, 69 Jahre Zur Beratung und Entgegennahme von Familien- und Traueranzeigen steht unser Service-Zentrum in der Fürstenfelder Straße 7 in 80331 München Montag bis Donnerstag: 9.30 – 18.00 Uhr Freitag und Samstag: 9.30 – 16.00 Uhr Sonntag: 11.00 – 14.30 Uhr (An Feiertagen ist das Service-Zentrum wie Sonntags von 11.oo Uhr bis 14.30 Uhr geöffnet) sowie unsere telefonische Anzeigenannahme, Telefon 0 89/21 83 - 10 30, gerne zur Verfügung. Seite 28 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 FORUM Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Sprachlabor ALS JESUS von den Toten auferstanden war, saß in der verlassenen Grabeshöhle ein weiß gekleideter Jüngling, der zu den frommen Frauen also sprach: „Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier.“ So steht es beim Evangelisten Markus. Angenommen, das Wundersame begäbe sich hier und heute, und der Jüngling im lichten Gewande wäre ein junger Kollege, frisch von der Journalistenschule. Bei ihm könnte der Botschaft zweiter Teil folgendermaßen lauten: „Er ist auferstanden. Und ja, er ist nicht hier.“ Ist eine Sprachmarotte erst einmal in der Welt, setzt sie sich mit erstaunlicher Hartnäckigkeit fest. Sie breitet sich aus wie ein Unkraut, etwa wie die Quecke, die sich mittels unterirdischer Rhizome und über Samenbildung vermehrt und der man selbst mit Bodenbearbeitungsgeräten nicht beikommt, weil damit die Rhizome zerteilt werden, die Quecke also auf mechanischem Weg vervielfältigt wird. Auf „und ja“ bezogen heißt das, dass diese Marotte besonders über rhizomartig fortwuchernde Zeitungsartikel und schwer besamende Kommentare weiterverbreitet wird, und wenn man sich mit einer Scheibenegge wie diesem Labor an das Unkraut macht, sieht man sich wenig später mit der Tatsache konfrontiert, dass es an tausend anderen, bisher sauberen Plätzen emporsprießt. Unser Archiv spuckt für die vergangenen zehn Jahre 1194 „und ja“-Belege aus. Der jüngste kommt von der Frankfurter Allgemeinen, aus einer Literaturkritik: „Natürlich findet sie Geld und Macht sexy, und, ja, sie bricht ihm das Herz.“ Den ältesten steuert die Zeit bei, in einem Text über eine Ausstellung im Kensington Palace, welche „die Hoffnungen, Sehnsüchte, Ängste, das Glück und, ja, das Unglück der Prinzessinnen sichtbar“ machen soll. Das könnte so aussehen, als sollten ein paar prominentere Sündenböcke vorgeschoben werden. Dem ist nicht so. Die Süddeutsche ist an der „und ja“-Mission maßgeblich beteiligt, sie steuert 37 Prozent der Fälle bei, 323 genau. Hier ein beliebig herausgepicktes Beispiel, aus einem lokalen Sportbericht: „Am Zaun lehnt ein Spieler von Sechzig, und ja, man kann mit ihm reden.“ Das Muster ist immer gleich. Mit dem „und ja“ wird ein zweiter oder weiterer Teilsatz eingeleitet, der an seinen Vorläufer sonst mit „und“ anschlösse. Diese Abfolge ist dem Autor aber zu schlicht, weswegen er so tut, als hätte irgendwer Zweifel am Fortgang geäußert oder das Kommende bereits vorweggenommen. Konstruieren wir ein Beispiel: Die Sonne scheint, und es ist heiß. Man könnte nun schreiben: „Die Sonne scheint, und es ist heiß.“ Der Autor aber denkt: Offenbar will mir keiner glauben, dass es bei Sonnenschein heiß ist, bzw.: Hat da nicht gerade wer gesagt, es sei auch heiß? So schreibt er denn: „Die Sonne scheint, und ja, es ist heiß.“ Die Quecke wächst und wuchert. Und nein, man kommt nicht dagegen an. Hermann Unterstöger Aufklärung tut not Was Deutschland für den festgenommenen chinesischen Künstler Ai Weiwei unternehmen sollte und könnte Es hätte keine treffendere Veranstaltung ausgewählt werden können wie der Salon der Mercator-Stiftung, um im Dialog über die Aufklärung gegen die Verhaftung Ai Weiweis aufs Schärfste zu protestieren („Lasst uns über was anderes reden“, 11. April). Doch weder das „offizielle“ Deutschland, vertreten durch Botschafter Michael Schäfer sowie einige seiner hochrangigen Mitarbeiter noch das intellektuelle Deutschland, vertreten durch Museumsleiter Heinrich Schulze Altcappenberg, hatten den Mut, offen auszusprechen, was dieser Tage die Weltöffentlichkeit in Atem hält. Es wurde auf hohem Niveau und recht unterhaltsam das im Raum schwebende Thema ausgeklammert. Irgendwie hätte der Veranstalter dieses Podiums auch die chinesische Geheimpolizei sein können. Der dargelegte Zynismus war nicht zu überbieten. Michael Schultz Peking genheit wahrnehmen konnte, seine Ausstellung in München zu sehen; und die Berichte über die Atelier-Zerstörung und die Verhaftung sprechen doch für sich. Mich erstaunt, dass das Interview veröffentlicht wird, solange man von ihm kein Lebenszeichen hat und er sich selber nicht dazu äußern kann, ob er der Veröffentlichung zustimmt. Das ist für mich Fahrlässigkeit, nicht Solidarität. Ioana Cisek München sammenarbeit dreier deutscher Museen, die flankierende Arbeit der Stiftung Mercator, die Gesprächsbereitschaft vieler Kulturträger in China, auf eine Ebene von „Kunst, gesponsert von BMW“ gestellt. Sie unterstellen der Ausstellung und dem Rahmenprogramm Unterwürfigkeit gegenüber der chinesischen Regierung. Setzen Sie die hier festzustellenden Maßstäbe bitte auch an anderen Staatsbeziehungen an: Was ist mit dem Kulturaustausch Deutschland-Russland? Überdeckt die politische Phalanx der Männerfreundschaft Schröder-Putin hier alle Bewertungen? Und dem Künstler Ai Weiwei kann ich nur beipflichten: Warum konzentriert sich die deutsche Kulturpresse im Vorfeld ausschließlich auf ihn? Er selbst führte in dem letzten Interview aus, etwas weniger Aufmerksamkeit hätte ihm eventuell gutgetan. Er war von deutscher Seite eingeladen zu den Salons der Stiftung Mercator. „Kunst der Aufklärung“, die Aufklärung an sich ist eine politische Aussage, insofern muss ich Herrn Martin Roth, Direktor der Kunstsammlungen Dresden, meinen Respekt ausdrücken, der trotz allem „an die Kraft des Dialogs mit China“ glaubt. Wenn Sie bei der Haltung der letzten erschienenen Beiträge bleiben, lassen Sie China als ein monolithisches Treibhaus leben, das nur die Ideen sprießen lässt, die auch dort von der Regierung gepflanzt werden; so schön die Idee der Jasminrevolution ist, so anstrengend es ist, gegen eine Mauer der Repression anzugehen, so verdienstvoll ist es für alle Beteiligten, den Dialog nicht abbrechen zu lassen. Wenn berichtet wird, dass schon am Tag nach der Eröffnung Schlangen von Besuchern vor dem Museum waren, dann sollte dies für uns Anlass sein, Präsenz zu zeigen und somit auch Ai Weiwei und anderen Kritikern des Systems wissen lassen, dass wir bei ihnen in „dieser verrückten Welt“ sind. Horst Weller Nürnberg Mein Deutschland Andrey Kobyakov Endlich Ferien! Endlich können sich Eltern und Kinder voneinander erholen! Die einen müssen nach der Arbeit nicht mehr die Hausaufgaben ihrer Sprösslinge nachprüfen, die anderen genießen in vollem Maße die Aufmerksamkeit ihrer liebevollen Omas und Opas. Wer Lust hat, kann täglich vormittags im Sportverein trainieren, und in den Schulgebäuden warten auf die kleinen Urlauber Interessenzirkel und Sportsektionen. Sie dürfen auch dort schlafen – wie im Ferienlager. Und die Lehrer kümmern sich um sie. Klingt merkwürdig? Ja, wenn man glaubt, dass es sich um Deutschland handelt. Es geht aber um Russland. Dort haben die Kinder zwar zurzeit nicht frei – die russischen Frühlingsferien waren schon im März. Aber bald ist ja Sommer, und das bedeutet: drei Monate Ferien! Deutschland und Russland sind, was die Ferienkultur anbelangt, völlig verschieden. So gibt es in den meisten russischen Kindergärten beispielsweise nur Sommerferien, weil Erwachsene eigentlich auch nur im Sommer Urlaub nehmen – und da generell gleich einen Monat. Die Kirche hat in Russland – geschichtlich bedingt – viel weniger Bedeutung als in Deutschland, dementsprechend gibt es auch keinen Zusammenhang zwischen religiösen Festtagen und Schulferien. Der einzige arbeitsfreie Festtag in Russland ist Weihnachten, der 7. Januar. Das orthodoxe Ostern, das in diesem Jahr mit dem katholischen zusammenfällt, gehört zu den Lieblingsfeiertagen der Russen – unabhängig davon, dass die große Mehrheit von ihnen ungläubig ist. Denn Ostern wird gesehen als Frühlingsfeiertag, als Zeichen des nahenden Sommers. In Russland konzentriert sich alles auf die Sommerferien. „Wie kann man nur im Sommer lernen?!“ Diesen erstaunten Ausruf hört man immer, wenn man in Russland über die deutschen Ferienzeiten erzählt. „Arme Kinder“, schüttelt man dagegen hier den Kopf, wenn man erfährt, dass der Samstag in Russland ein ganz normaler Unterrichtstag ist. Die Frage, ob es sinnvoll ist, dass die „armen Kinder“ dreimonatige Sommerschulferien haben, erörtert man in Russland schon seit langem – ohne neue Erkenntnisse. Denn die Haupturlaubszeit dort ist der Sommer, und den Urlaub innerhalb des Jahres zu teilen, wie hier, ist eher untypisch. Die Kinder werden dann in den Schulen betreut oder fahren zu den Großeltern. Nach drei Monaten ist das größte Problem allerdings, sie wieder an den Alltag zu gewöhnen. Daher gestalten die Lehrer die ersten Stunden nach den Ferien entspannt und spielerisch. Erwachsene gehen mit dem sogenannten Posturlaubsstress anders um: Einer Umfrage zufolge kommt fast ein Drittel der Urlauber erst zwei oder drei Tage vor Arbeitsbeginn wieder nach Hause zurück. An den ersten Arbeitstagen meiden die Russen jede Überbelastung und gehen möglichst früh ins Bett. Einige nehmen Vitamine und Beruhigungsmittel. Als weitere Methoden nannten die Befragten 100 Gramm Kognak täglich in der ersten Arbeitswoche. Diese beginnen sie vorwiegend am Donnerstag oder Freitag – damit dann gleich wieder Wochenende ist. An dieser Stelle schreiben Auslandskorrespondenten jeden Samstag über Deutschland und ihr Heimatland. Andrey Kobyakov arbeitet in der russischen Redaktion der Deutschen Welle in Bonn. „Wandel durch Annäherung“ ist ein sinnvoller Ansatz Ihre Berichterstattung zu „Kunst der Aufklärung“ in Peking ist für mich nicht nachvollziehbar („Luftpumpe statt Kant“, 31. März). Schon der Artikel vor der Eröffnung lässt keine Auseinandersetzung mit dem Thema „Wandel durch Annäherung“ zu. Hier wird das Engagement der deutschen Außenpolitik, die Zu- Merkel müsste Mut zeigen – wie beim Dalai Lama Ai Weiwei ist verschwunden und Angela Merkel müsste in Aktion treten! Ebenso wie sie es damals tat, als sie den Dalai Lama ungeachtet der politischen Konsequenzen semi-privat ins Kanzleramt lud. Das war ein famos couragiert-humanistisches Zeichen, das ihr damals mancher Kritiker nicht zugetraut hätte. Nun müsste sie erneut Flagge zeigen, am besten in spektakulär imposanter Form vergleichbar der Tate-Betitelung „Free Ai Weiwei“, sich bekennen zu den mitteleuropäischen Grundfesten der Aufklärung und nicht nur wohlgefällig das Plazet für den Aufklärungsimport aus Deutschland – via der Ausstellung – geben. Auch aus nicht ganz altruistischen Motiven, denn wenn sie Ai Weiweis Aktivitäten unterstützt, unterstützt sie notabene auch das westliche Wertesystem und schwächt die Volksrepublik moralisch. So sehr, dass diese peu à peu zum Umdenken gezwungen wird und künftig mehr hinterfragen muss, ob sie ihre Literaturnobelpreisträger hinter Gitter bringt oder Künstler verschwinden lässt. Kirsten Bauerdorf München Interview schadet vielleicht mehr als es nützt Ich frage mich, ob der Abdruck dieses Interviews nicht dem Künstler mehr schadet als nützt („Wir leben im Zeitalter der Verrücktheit“, 5. April). Hier in Europa kennen die Feuilleton-Leser seine Haltung – insbesondere, wenn man die Gele- „Der Zynismus der Offiziellen ist nicht zu überbieten“: Mit einem Schild macht eine Demonstrantin in Kassel auf das Schicksal von Ai Weiwei aufmerksam. Foto: dpa Weitere Leserbriefe Malaise der FDP berührt nicht den Liberalismus Liberalismus und FDP sind sicher nicht deckungsgleich („Die Leerstelle“, 2./3. April). Auch für den Nicht-FDP-Wähler sind aber die Ausführungen des Artikels mehr als schief. Über spöttische Bemerkungen zu gelben Pullover hinaus hat die FDP sehr wohl liberale Werte vertreten, die ohne sie heute fehlten, so in der Terrorbekämpfung, in der Volkszählung, generell im Schutz des mündigen und selbstbestimmten Bürgers. Da haben die anderen Parteien oft genug anderes gewollt oder geschwiegen. Zugleich erwähnt Ihr Artikel einen Teil des deutschen Liberalismus, der zwar nicht aus der FDP hervorgeht, aber doch auch von ihr beherzt vertreten worden ist, überhaupt nicht: die liberale Schule der Ökonomie, die soziale Marktwirtschaft von Alfred Müller-Armack und Walter Eucken. Ohne sie sind die heutige Generation der deutschen Ökonomen, der Wiederaufstieg Deutschlands nach 1945, unsere Freiheit und unser Wohlstand überhaupt nicht zu verstehen. Die Gegenwartsmalaise der FDP ist eben keine Leerstelle des Liberalismus. Prof. Götz Uebe Ludwigslust Inklusion erfordert bessere Bedingungen Naiv, undifferenziert und unkritisch erscheint mir die Berichterstattung in „Förderung inklusive“ vom 5. April. Stupide werden die Positionen einzelner Politiker und Behindertenverbände, die sich auf Kosten anderer Behindertengruppen darstellen, durchgebetet. Positionen, die allen Behinderungsarten gerecht werden, sind das keinesfalls! Die bundespolitische Entscheidung zur Inklusion wurde ebenfalls ohne ausreichende Kenntnis der tatsächlichen Folgen der Inklusion getroffen, keiner der Entscheider hat ausreichend klar gemacht, welchen erheblichen finanziellen Aufwand eine ehrliche Inklusion nach sich ziehen wird. Derzeit aber wird von Politikern und Verbänden in enger Zusammenarbeit mit den Medien das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die Vergleiche mit den Systemen in Skandinavien und Kanada hinken erheblich, da die nötigen Rahmenbedingungen zur Korrektur U Das Bild zur Nachricht „Demonstrieren erlaubt“ auf Seite 5 vom 20. April zeigt die Dresdner Hofkirche und nicht, wie fälschlicherweise gemeldet, die Dresdner Frauenkirche. Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Es können nur Zuschriften veröffentlicht werden, die sich auf benannte Artikel der Süddeutschen Zeitung beziehen. Fax: 089/2183-8530 E-Mail: [email protected] ANZEIGE Gegenseitige Inspiration war mit Händen zu greifen Ihr Rezensent outet sich wieder einmal als ewig Gestriger, der noch an den Weihnachtsmann und das Regietheater glaubt („Musik ohne Drama“, 14. April). Für mich und meine Sitznachbarn an diesem denkwürdigen Opernabend war da mehr Puschkin und Tschaikowsky zu entdecken als in den letzten zehn Jahren deutschen Regietheaters an unseren Opernhäusern. Partitur, Sänger, Orchester und Dirigent waren sich so nah, dass man die gegenseitige Inspiration förmlich mit Händen greifen konnte. Herbert Herz Ebenhausen Inklusion bei uns nicht vorhanden sind. In der momentanen Finanzlage wird insbesondere im post-Hohlmeierschen Bayern ein Zeitraum von 20 Jahren sicher nicht ausreichen, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die Inklusions-Bemühungen zum Tragen bringen können. Karlheinz Glogger Haar Verfassungsbruch als elegante Lösung Da schau her, die Grünen („Wir sind uns einig, dass wir uneinig sind“, 8. April)! Kaum nicht mehr in der Opposition, wo man alles versprechen kann, schon merken sie, dass das mit der Volksabstimmung zu „Stuttgart 21“ nicht in ihrem Sinne verlaufen könnte. Die elegante Lösung: Mit einem kleinen Verfassungsbruch müsste das doch hinzubiegen sein! Was haben wir da zu erwarten, wenn die wirklich regieren? Georg Summerer Icking *' PX_c ]˜i <`k A`^_c`^_kj' Das Wetter heute: Viel Sonne, später örtlich Gewitter N G>N3 k€^c`Z_ Lklkk^Xik ¶ Lk' I\k\ijYli^ H Hoch T Tief 10 Europa Berlin Bremen Brocken Dortmund Dresden Düsseldorf Erfurt Essen Feldberg Feldberg/Ts. Frankfurt Freiburg Freudenstadt Garmisch Hamburg Hannover Ingolstadt Karlsruhe Kassel Kiel Koblenz Köln Konstanz Leipzig Lindau List/Sylt Lübeck Magdeburg Mannheim München Nürnberg Oberstdorf Osnabrück Passau Rostock Saarbrücken Schleswig Schwerin Stuttgart Trier Wiesbaden Zugspitze heiter heiter heiter heiter wolkig heiter heiter heiter Schauer wolkig heiter wolkig Gewitter Schauer heiter wolkig heiter wolkig heiter heiter wolkig heiter wolkig heiter wolkig wolkig sonnig heiter wolkig wolkig heiter Schauer heiter heiter sonnig wolkig heiter sonnig wolkig wolkig heiter wolkig 23° 23° 14° 24° 22° 25° 22° 24° 16° 18° 25° 25° 20° 22° 23° 23° 24° 25° 25° 19° 26° 25° 24° 22° 24° 19° 19° 23° 25° 23° 25° 22° 26° 23° 19° 25° 21° 21° 25° 26° 24° 0° Wetterlage Zwischen einem Hoch über W O über 30° 99 0 S Ostwind 20 km/h 21° 8° 22° 10° Rostock 20° bis 25° 15° bis 20° 10° bis 15° 5° bis 10° 995 Kiel 25° bis 30° der Nordsee und einem Hoch über Süditalien weht weiterhin warme Luft nach Mitteleuropa. Im Westen und Süden können allerdings im Laufe des Tages Schauer und Gewitter auftauchen. 5 98 0 T T Warmfront Kaltfront Mischfront Kaltluft Warmluft Europa Amsterdam Athen Barcelona Belgrad Brüssel Bukarest Dublin Helsinki Innsbruck Istanbul Kiew Las Palmas Lissabon London Madrid Mailand Moskau Nizza Palma d.M. Paris Prag Rom Salzburg Sofia Stockholm Warschau Wien Zürich sonnig sonnig wolkig sonnig heiter sonnig wolkig sonnig wolkig heiter bedeckt Schauer Gewitter sonnig Schauer heiter wolkig wolkig Regen heiter sonnig wolkig heiter sonnig sonnig heiter sonnig sonnig Luft Weltwetter 23° 21° 19° 23° 24° 18° 18° 14° 25° 13° 15° 21° 18° 24° 20° 23° 9° 19° 20° 23° 21° 21° 23° 19° 16° 19° 22° 23° Wasser 12.00 Uhr UTC 10 Hamburg 05 21° 6° Berlin Münster 23° 9° 22° 7° 10 05 0° bis 5° -5° bis 0° -10° bis -5° unter -10° N Köln 25° 11° 22° 8° Dresden ne, später bilden sich gebietsweise Quellwolken. Sie können von der Eifel bis zum Schwarzwald sowie auf der Schwäbischen Alb und in Alpennähe bis zum Abend örtlich ein paar kurze Schauer oder Gewitter bringen. Die Höchsttemperaturen bewegen sich zwischen 20 und 26 Grad. Direkt an der Küste und auf den Inseln bleibt es etwas kühler. Der Wind weht schwach bis mäßig aus unterschiedlichen Richtungen. Freitag Samstag Sonntag 10 0 Aussichten Zunächst scheint die Son- Stockholm 0 Helsinki H Moskau London H Berlin Warschau 1025 T Paris Kiew München Wien Belgrad H T 1 10 Madrid 10 1 5 Rom 10 Istanbul 20 Frankfurt W O Norden Osten Westen Süden T Kanaren Tunis 5 101 26° 11° Stuttgart 25° 8° 25° 7° München H Athen T 10 10 S Nordostwind 5 km/h 25° 7° Zürich 23° 24° 10° Wien Nordamerika Vancouver Toronto Chicago Denver Los Angeles Houston Miami Havanna New York Washington Asien Peking Shanghai Urlaubsorte Tokio 5° Genf 22° Salzburg 5° 25° Innsbruck 23° 5° 5° Nullgradgrenze bei 2900 m Sonne und Mond (Angaben für München) 06:13 20:12 25.04. 03.05. --:-08:10 10.05. 17.05. Chengdu Hanoi Hongkong Manila Bangkok 22° 6° Wetterhistorie München Maximum 1968 Minimum 1956 26,6 °C -4,6 °C Singapur www.wetterkontor.de Helgoland Rügen Sylt Agadir Antalya Heraklion Malaga Palermo Rimini Tunis Venedig Cypern Mallorca 18° 20° 19° 23° 21° 16° 20° 21° 23° 21° 20° 20° 20° 9° 7° 9° 18° 19° 18° 18° 16° 16° 16° 15° 18° 17° Abu Dhabi Bangkok Bogota Bombay Boston Buenos Aires Chicago Darwin Denver Dom. Republik Hongkong Houston Jakarta Jerusalem Johannesburg Kabul Kairo Kuwait La Paz/Bol. Lima Los Angeles Malediven Manila Mekka Mexico City Miami Montreal Nairobi New Delhi New York Panama Peking Perth Riad Rio de Janeiro San Francisco Singapur Sydney Teheran Tel Aviv Tokio Vancouver Washington sonnig heiter Regen heiter heiter sonnig wolkig wolkig wolkig Schauer Schauer wolkig wolkig wolkig Regen sonnig wolkig Schauer Schauer wolkig sonnig Schauer wolkig sonnig sonnig sonnig Schauer Schauer sonnig wolkig wolkig Schauer wolkig Schauer sonnig Schauer Gewitter sonnig wolkig wolkig Schauer wolkig heiter 33° 38° 13° 33° 11° 23° 10° 30° 20° 33° 24° 31° 31° 17° 16° 22° 22° 34° 16° 20° 20° 32° 32° 39° 23° 29° 5° 23° 37° 11° 32° 18° 28° 34° 28° 12° 33° 24° 27° 22° 15° 9° 16° 98 10 1 10 0 0 Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 PROGRAMM VOM DONNERSTAG BR 7.15 Tele-Gym 7.30 Wetterfernsehen 9.00 Tele-Gym 9.15 Sturm der Liebe 10.05 Seehund, Puma & Co 10.55 Rote Rosen 11.45 Stationen. Dokumentation 12.30 Planet Wissen 13.30 Willi wills wissen von A-Z 13.40 Aktion Schulstreich! (4/8) 14.05 Das Schulschloss (4) 14.30 Das Schulschloss (5) 14.55 Willi wills wissen (4/8) 15.00 Dahoam is dahoam. Wirtschaftskrise 15.30 Wir in Bayern 16.45 Rundschau 17.00 Damals ... 17.30 Schwaben & Altbayern  / Frankenschau aktuell 18.00 Abendschau 18.45 Rundschau 19.00 laVita 19.45 Dahoam is dahoam 20.15 Die Geschichte vom Brandner Kaspar Komödie, D 2008. Mit Franz Xaver Kroetz, Michael Herbig, Lisa Maria Potthoff. Regie: Joseph Vilsmaier. Der Brandner Kaspar ist ein gewitzter Wilderer, der noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Als kurz vor seinem 70. Geburtstag der Tod bei ihm anklopft, trickst er den Gevatter einfach aus. 21.45 Rundschau-Magazin 22.00 Köpfe in Bayern Porträtreihe Senta Berger – ein Porträt 22.45 Carmen Oper, A 2010. Mit Nadia Krasteva, Anna Netrebko, Massimo Giordano 1.35 on3-südwild Aus Viechtach 2.35 Dahoam is dahoam Eine riesige Osterüberraschung. Heimatserie 3.05 Planet Erde Dokumentationsreihe Kuba: Tabakanbau 3.10 Space-Night Weltall-Bilder Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 29 ARD 5.30 Morgenmagazin 9.00 heute 9.05 Rote Rosen 10.03 Brisant 10.30 Adel Dich. TV-Komödie, D 2010 12.00 heute 12.15 Buffet. Was ist gut für meine Kübelpflanzen? / Selleriecremesuppe mit Spinatknödeln 13.00 Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau 14.10 Rote Rosen 15.00 Tagesschau 15.10 Sturm der Liebe 16.00 Tagesschau 16.10 Giraffe, Erdmännchen & Co. – Best of 16.45 Von Massel und Schlamassel 17.00 Tagesschau 17.15 Brisant 18.00 Verbotene Liebe 18.25 Marienhof 18.50 Happy Birthday, Queen Elizabeth 19.45 Wissen vor acht 19.50 Wetter 19.55 Börse 20.00 Tagesschau 20.15 Das unglaubliche Quiz der Tiere Zu Gast: Sophia Thomalla (Schauspielerin), Günther Jauch (Moderator), Axel Schulz (ehemaliger deutscher Boxer) 22.15 Mankells Wallander: Der Scharfschütze TV-Kriminalfilm, S/D 2009. Mit Krister Henriksson. Regie: Agneta Fagerström-Olsson. Ein treffsicherer Heckenschütze versetzt Ystad in Angst und Schrecken. Zu seinen Opfern zählt ein mutmaßlicher Juwelenräuber. Schlampige Ermittlungen der Malmöer Polizei führten zur Freilassung des Gangsters. 23.45 Tagesthemen 0.15 Krömer – Die internationale Show Zu Gast: Hugo Egon Balder, Mike Krüger, Meret Becker, EMMA6 unplugged 1.00 Nachtmagazin 1.20 Sodom und Gomorrha Monumentalfilm, I/F/USA 1962 Regie: Robert Aldrich ZDF 5.30 Morgenmagazin 9.00 heute 9.05 Volle Kanne – Service täglich 10.30 Lena – Liebe meines Lebens 11.15 Reich und schön 11.35 Reich und schön 12.00 heute 12.15 drehscheibe Deutschland 13.00 Mittagsmagazin 14.00 heute – in Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00 heute 15.05 Topfgeldjäger 16.00 heute – in Europa 16.15 Herzflimmern – Die Klinik am See 17.00 heute – Wetter 17.15 hallo Deutschland 17.45 Leute heute 18.00 SOKO Stuttgart (1). Santa Maria 19.00 heute 19.20 Wetter 19.25 Notruf Hafenkante. Die Frau aus Ipanema 20.15 Nord Nord Mord TV-Thriller, D 2010 Mit Robert Atzorn, Julia Brendler, Oliver Wnuk. Regie: Josh Broecker. Der Kriminalkommissar Theo Clüver hält nichts von modernen Ermittlungsmethoden und versucht den Mördern in seiner Heimatstadt mit viel Geduld und psychologischem Feinsinn auf die Schliche zu kommen. 21.45 heute-journal 22.15 Die Queen Gesellschaftsdrama, GB/F/I 2006. Mit Helen Mirren, James Cromwell Regie: Stephen Frears 23.50 ZDF-History Die Queen 0.35 heute nacht 0.50 In the Bedroom Drama, USA 2001. Mit Tom Wilkinson, Sissy Spacek, Nick Stahl. Regie: Todd Field 2.55 heute 3.00 SOKO Stuttgart (1) Santa Maria. Krimiserie RTL 5.35 Explosiv 6.00 Punkt 6. Infomagazin 7.30 Alles, was zählt 8.00 Unter uns 8.30 Gute Zeiten, schlechte Zeiten 9.00 Punkt 9. Infomagazin 9.30 Mitten im Leben! 10.30 Mitten im Leben! 11.30 Unsere erste gemeinsame Wohnung. Paare suchen ihr Zuhause 12.00 Punkt 12. Mittagsjournal 14.00 Mitten im Leben! 15.00 Verdachtsfälle 16.00 Familien im Brennpunkt 17.00 Betrugsfälle 17.30 Unter uns 18.00 Explosiv. Das Magazin 18.30 Exclusiv. Das Starmagazin 18.45 RTL aktuell 19.05 Alles, was zählt 19.40 Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 20.15 Alarm für Cobra 11  – Die Autobahnpolizei Notwehr. Actionserie Semir und seine Ehefrau Andrea werden Zeugen eines Tankstellenüberfalls. Andrea erschießt einen der Räuber in Notwehr. 21.15 Bones – Die Knochenjägerin Ungesunder Menschenverstand. Krimiserie. Nach langer Zeit kommt es zur Gerichtsverhandlung gegen Heather Taffet, die sogenannte Totengräberin, die damals Hodgins und Brennan lebendig begraben hat. 22.15 CSI – Den Tätern auf der Spur Schutz- und Racheengel 23.10 CSI – Den Tätern auf der Spur 0.00 RTL-Nachtjournal 0.30 Bones – Die Knochenjägerin 1.25 CSI – Den Tätern auf der Spur 2.15 RTL-Nachtjournal 2.45 Betrugsfälle 3.10 Ratten – Sie sind überall! TV-Horrorfilm, USA 2002 Regie: John Lafia Pro Sieben 5.30 We are Family! So lebt Deutschland 6.15 U20 – Deutschland, Deine Teenies 7.10 How I Met Your Mother 8.05 Malcolm mittendrin 9.00 Scrubs – Die Anfänger 10.45 EUReKA  – Die geheime Stadt 11.40 The Big Bang Theory 12.30 How I Met Your Mother 13.25 Malcolm mittendrin 13.50 Malcolm mittendrin 14.20 Scrubs – Die Anfänger 14.40 Scrubs – Die Anfänger 15.10 Scrubs – Die Anfänger 15.40 Scrubs – Die Anfänger 16.05 Ghost Whisperer  – Stimmen aus dem Jenseits 17.00 taff 18.10 Die Simpsons 19.10 Galileo. Nationenkampf Osterkuchen 20.15 Germany’s next Topmodel Wer wird Deutschlands nächstes Supermodel? Jury: Heidi Klum, Thomas Hayo, Thomas Rath Die Kandidatinnen stehen Kopf. Für ein Casting und eine Challenge werden sie ordentlich durcheinander gewirbelt. Dabei spitzt sich auch der Rivalität zwischen Rebecca und Anna Lena weiter zu. Kommt es zur Eskalation oder schreitet die Jury vorher ein? 22.30 red! Lifestylemagazin Germany’s next Topmodel Moderation: Annemarie Warnkross 23.30 All about Sex – Promis klären auf Magazin Kult oder Klamauk? 0.30 Quatsch Comedy Club Comedyshow 1.30 The Big Bang Theory Für ihn oder mit ihm 2.00 The Big Bang Theory Der Mann, der seine Omi liebte Sat 1 5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Britt. Liebesgott – Du siehst mich an und willst Sex! 11.00 Richterin Barbara Salesch 12.00 Richter Alexander Hold 13.00 Britt. Britt deckt auf: Gut gehütete Geheimnisse 14.00 Zwei bei Kallwass 15.00 Richterin Barbara Salesch 16.00 Richter Alexander Hold 17.00 Niedrig und Kuhnt. Lauter geht’s nicht 17.30 Das Sat.1-Magazin 18.00 Hand aufs Herz 18.30 Anna und die Liebe 19.00 K 11 – Kommissare im Einsatz. Ermittler-Doku. Tödliches Jawort 19.30 K 11 – Kommissare im Einsatz. Ermittler-Doku. Mutter in der Drogenhölle 20.00 Nachrichten 20.15 Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels Actionfilm, USA 2008 Mit Harrison Ford. Regie: Steven Spielberg. Nevada, 1957. Die russische Agentin Irina Spalko lässt Indiana Jones und dessen alten Kumpel Mac entführen. Der Inhalt einer aus Roswell gestohlenen, stark magnetisierten Kiste soll bestimmt werden. Als es sich dabei nicht um den magischen Kristallschädel der Maya handelt, und sich Mac als Überläufer entpuppt, gerät Indy zwischen die Fronten. 22.40 Kerner Infomagazin 0.05 Der Feind in meinem Mann Thriller, USA 2003. Mit Kip Pardue, Tara Reid, Meredith Baxter. Regie: Joel Viertel 1.50 Richter Alexander Hold 3.25 Richterin Barbara Salesch Gerichtsshow 4.10 Zwei bei Kallwass Beziehungskonflikte im Gespräch Arte 8.45 X:enius 9.15 Fahrt ins Risiko (4/5) 10.00 Leben lernen. Tochter Lucy – eine Geschichte des Erwachsenwerdens. Dokumentarfilm, USA 2010 11.30 Mit dem Zug vom ... 12.15 Global 12.45 Arte-Journal 13.00 Mit Schirm, Charme und Melone. Fliegen Sie mal ohne 13.50 In Deinen Armen. Kurzfilm, F 2006 14.00 Auf schmaler Spur durch Indien (1/2) 14.45 Ferien für eine Woche. Drama, F 1980 16.25 Zu Tisch ... 16.55 Indonesien 17.40 X:enius 18.05 Mit Schirm, Charme und Melone. Und noch einmal Roboter 19.00 Arte-Journal 19.30 Wildes Deutschland (4/5). Dokureihe 20.15 Meine Frau, die Schauspielerin Komödie, F 2001. Mit Charlotte Gainsbourg, Yvan Attal, Terence Stamp. Regie: Yvan Attal. Yvan ist mit dem Leinwandstar Charlotte verheiratet. Als ihm jemand erzählt, dass er es nicht ertragen könnte, seine eigene Frau mit anderen Männern auf der Leinwand zu sehen, wächst Yvans Eifersucht. 21.45 Auf den Spuren von Easy Rider (3/4) Das wahre Bild von Amerika Wasn’t Born to Follow 22.40 Tracks U.a.: Lemmy Kilmister (Motörhead) / Mr. Gruff Rhys / Punks in Burma 23.30 Dogs in Space Drama, AUS 1986. Mit Michael Hutchence. Regie: Richard Max Lowenstein 1.15 Global 1.45 Serie in Schwarz Die Stadt beißt. TV-Krimi, F 2009. Mit Aïssa Maïga, Samir Guesmi Regie: Dominique Cabrera 3sat 5.30 Fernweh: Karibik 6.20 Kulturzeit 7.00 nano 7.30 Alpenpanorama 9.00 ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 Hart aber fair 11.45 Am Schauplatz 12.20 Städtebilder 12.30 Zapp 13.00 ZIB 13.15 Die Magermilchbande 13.40 Die Magermilchbande 14.10 Svizra rumantscha 14.35 Vom Traumschiff ins indische Niemandsland 15.05 Die Geheimnisse von Luxor 15.50 Aufgetischt (2/5) 16.35 Im Tal der Sonne (4/4). TV-Drama, AUS 1996. Mit Christian Kohlund 17.45 Chamäleon – Leben in Farbe 18.30 nano. Die Welt von morgen 19.00 heute 19.20 Kulturzeit. Magazin 20.00 Tagesschau 20.15 Südamerika extrem Mit dem Motorrad durch Peru, Bolivien und Chile Es ist eine Reise der Extreme, die Thomas Aders und sein Team durch das unbekannte Südamerika führt, über 8000 km von Peru über Bolivien bis nach Chile. Und das mit dem Motorrad, über Stock und Stein. 21.45 Schätze der Welt – Erbe der Menschheit Ruinenstadt der Inka – Machu Picchu (Peru) 22.00 ZIB 2 22.25 Die Verlobten: Getrennte Wege (2/4) TV-Drama, I 1989 Regie: Salvatore Nocita 0.00 10vor10 0.30 Rundschau 1.15 €co 1.40 c’t magazin U.a.: Spaß mit der Telekom – Analog? Digital? Egal. Abgeschaltet / Navigation – Unterwegs mit Smartphone & Co. / Roboter mit Fingerspitzengefühl RTL 2 12.05 X-Diaries 13.05 Pokémon – Zoroark – Meister der Illusionen (1/2). Animationsfilm, J 2010 14.00 Pokémon – Zoroark – Meister der Illusionen (2/2). Animationsfilm, J 2010 14.55 Naruto 15.15 King of Queens 15.45 King of Queens 16.15 Immer wieder Jim 16.40 Immer wieder Jim 17.05 Still Standing 17.35 Still Standing 18.00 King of Queens 18.30 King of Queens 19.00 X-Diaries 20.00 RTL II News 20.15 William, Kate & die Hochzeiten der Royals 21.15 Frauentausch 23.15 exklusiv – die reportage 0.10 Law and Order: New York 1.10 Blood Ties – Biss aufs Blut Vox 7.05 ’Til Death 7.35 ’Til Death 8.00 Die Nanny 8.30 Die Nanny 9.00 O.C., California 9.55 Gilmore Girls 10.50 Nachrichten 11.00 Prominent! 11.20 Das perfekte Dinner 12.15 Unter Volldampf 12.45 Mieten, kaufen, wohnen 13.50 Mieten, kaufen, wohnen 14.55 Wildes Kinderzimmer 16.00 Menschen, Tiere und Doktoren 16.55 Menschen, Tiere und Doktoren 18.00 Mieten, kaufen, wohnen 19.00 Das perfekte Dinner im Schlafrock 20.00 Prominent! 20.15 Die Wiege der Sonne. Thriller, USA 1993 22.40 Im Sumpf des Verbrechens. Thriller, USA 1995 0.35 Nachrichten Kabel 1 5.20 Unsere kleine Farm 6.05 Unsere kleine Farm 10.20 Unsere kleine Farm 11.20 Charmed – Zauberhafte Hexen 12.20 Bill Cosby Show 13.20 What’s up, Dad? 14.10 Two and a Half Men 15.00 Eine schrecklich nette Familie 15.55 What’s up, Dad? 16.25 What’s up, Dad? 16.50 News 17.00 Two and a Half Men 17.30 Two and a Half Men 17.55 Abenteuer Leben 18.45 Kochen mit Knall 19.15 Achtung, Kontrolle! 20.15 Navy CIS 21.10 Navy CIS 22.15 Numb3rs – Die Logik des Verbrechens 23.15 Numb3rs  – Die Logik des Verbrechens 0.10 Navy CIS 1.10 Navy CIS Phoenix 9.00 Die Goldstraße der Inka 9.45 Odyssee zur Osterinsel 10.30 Goldpyramiden im Inka-Reich 11.15 Mythos Paititi 12.00 Vor Ort 12.30 Schätze der Welt – Erbe der Menschheit 13.00 Pilgertour „all inclusive” 13.30 Geheimnisvolle Orte 14.15 Geheimnisvolle Orte 15.00 Disney’s Traumschiff 16.15 Thema 17.30 Krach am Grab 18.00 Schätze der Welt – Erbe der Menschheit 18.30 Flüsse der Welt 19.15 ZDF-History 20.00 Tagesschau 20.15 Die großen Rätsel der Bibel 21.45 Das geraubte Gold Jahwes 22.30 China – Die große Mauer 0.00 Die Welt der Dreißiger in Farbe BR-alpha 15.30 nano 16.00 Alpha-Campus 16.30 on3-südwild 17.30 Schwaben & Altbayern aktuell 18.00 Telekolleg Physik – Mechanik (4/15) 18.30 Die Tagesschau vor 25 Jahren 18.45 Rundschau 19.00 Das Kreuz mit der Schrift (5/6) 19.30 Durch Wälder und Auen – Lebensräume am Oberrhein 20.15 Alpha-Forum. Zu Gast: Otto Wiesheu (Präsident Wirtschaftsbeirat der Union) 21.00 Bahnorama 21.45 Planet Wissen 22.45 Der bayerischen Geschichte auf der Spur 23.00 freizeit 23.30 betrifft 0.15 Alpha-Forum 1.00 Bahnorama 1.45 Der bayerischen Geschichte auf der Spur Tele 5 6.55 Street Football 7.25 Joyce Meyer  – Das Leben genießen 7.55 Missionswerk Karlsruhe 8.00 Homeshopping 8.30 Sonnenklar-TV 9.00 Homeshopping 12.30 Mutant X 13.20 Smallville 14.15 Stargate 15.10 Star Trek  – Das nächste Jahrhundert 16.10 Mutant X 17.10 Smallville 18.10 Stargate 19.10 Star Trek – Das nächste Jahrhundert 20.15 Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI 21.15 Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI 22.15 Crossing Jordan – Pathologin mit Profil 23.10 Cold Blood  – DNA des Verbrechens 0.15 Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI ORF 2 13.00 ZIB 13.15 Frisch gekocht mit Andi und Alex 13.40 Wege zum Glück 14.25 Herzflimmern – Die Klinik am See 15.10 Sturm der Liebe 16.00 Die Barbara-Karlich-Show 17.00 ZIB 17.05 Heute in Österreich 17.40 Frühlingszeit 18.30 Konkret 18.51 Infos und Tipps 19.00 Bundesland heute 19.30 Zeit im Bild 19.49 Wetter 19.55 Sport 20.05 Seitenblicke 20.15 Das Glück dieser Erde (3) 21.05 Kate und William 22.00 ZIB 2 22.30 Mankells Wallander: Der Scharfschütze. TV-Kriminalfilm, S/D 2009 0.00 Schimanski: Schicht im Schacht. TV-Krimi, D 2008 Sky Cinema 6.45 Schwarzer Blitz. Actionthriller, RUS 2009 8.25 Worried About the Boy. TV-Drama, GB 2010 10.00 Remember Me. Drama, USA 2010 11.50 Wild Things IV. Thriller, USA 2010 13.20 Die vierte Art. Mysterythriller, USA/GB 2009 15.00 The Bannen Way. Actionkomödie, USA 2009 16.30 Ausnahmesituation. Drama, USA 2010 18.15 Zuhause ist der Zauber los. Komödie, USA 2008 20.00 Kinopolis 20.15 Robin Hood – Director’s Cut. Abenteuerfilm, USA/ GB 2010 22.45 The Box. Mysterythriller, USA 2009 0.35 Kinopolis 0.50 Tekken. Actionfilm, USA 2010 NDR 11.00 Hallo Niedersachsen 11.30 Expedition Neuguinea 12.15 In aller Freundschaft 13.05 So ein Tag 13.35 Brisant 14.00 NDR aktuell 14.15 Bilderbuch Deutschland 15.00 NDR aktuell 15.15 Ostern in Ostpreußen 16.00 NDR aktuell 16.10 Mein Nachmittag 17.10 Verrückt nach Meer 18.00 Regional 18.15 Typisch! 18.45 DAS! 19.30 Regional 20.00 Tagesschau 20.15 mare-TV 21.00 mare-TV 21.45 Das Traumhotel. Malediven. TVFamilienfilm, D/A 2011 23.15 Happy Birthday, Queen Elizabeth 0.05 extra 3 0.35 Mann an Bord 1.35 Menschen und Schlagzeilen 2.20 Zapp WDR 12.00 Papageien, Palmen & Co. 12.45 WDR aktuell 13.00 Servicezeit 13.30 In aller Freundschaft 14.15 Die Story 15.00 Planet Wissen 16.00 WDR aktuell 16.15 Daheim und unterwegs 18.00 Lokalzeit 18.05 Hier und heute 18.20 Servicezeit 18.50 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 Tagesschau 20.15 Tatort. Hart an der Grenze. TV-Kriminalfilm, D 2008 21.45 WDR aktuell 22.00 Frau-TV 22.30 Menschen hautnah 23.15 Teufels Werk und Gottes Beitrag. ExorzismusSeancen in Hessen und Bayern. Dokumentarfilm, D 2010 0.45 Alle lieben Oscar. Komödie, USA 2002 Mankells Wallander: Der Scharfschütze ARD, 22.15 Uhr. Die Taten eines Scharfschützen bringen den Kommissar Wallander (Krister Henriksson, mit Nina Zanjani) auf die Spur einer Mafia-Organisation, die sich im schwedischen Ystad breitmacht. Freitag, Sonntag und Montag, jeweils um 21.45 Uhr, sendet die ARD weitere Wallander-Filme in Erstausstrahlung. Foto: ARD Degeto/Yellow Bird/Leander Kinderkanal 10.50 Chi Rho  – Das Geheimnis 11.15 Verbotene Geschichten – Als Jesus unerwünscht war 11.40 Pinocchio (1/52) 12.05 Der Regenbogenfisch 12.30 Clifford, der kleine rote Hund (2/39) 12.55 Garfield 13.20 Hier ist Ian 14.10 Schloss Einstein – Erfurt 15.00 Die Mädchen-WG 15.25 Kummerkasten 15.30 Elephant Princess  – Zurück nach Manjipoor 16.20 Kurz+Klick 16.30 Enyo (3/26) 17.10 Die Schule der kleinen Vampire 17.35 Chi Rho – Das Geheimnis 18.00 Die Tigerentenbande 18.15 Pinocchio (2/52) 18.40 Der Mondbär 18.50 Unser Sandmännchen Sport 1 6.00 Poker. Poker after Dark 2010 – Directors Cut 8.00 Teleshopping 10.30 Golf Journal 11.00 Teleshopping 12.00 News 12.15 Teleshopping 13.00 News 13.15 Teleshopping 14.30 Sport-Quiz 17.00 Poker. Poker after Dark Staffel 70 18.00 Sport1 Reportage. Die Castings zum PaulanerCup des Südens 18.30 Bundesliga aktuell 19.25 Werbesendung 19.30 Poker. High Stakes, 6. Saison 20.25 Werbesendung 20.30 Darts. Premier League Darts. 11. Abend. Live aus Birmingham (GB) 22.15 News 22.30 Hattrick. 2. Bundesliga 23.40 News 23.50 Audi Golf News 0.00 Sport-Clips n-tv Stündl. Nachrichten 5.15 Tödliche Sonne 6.10 Telebörse 12.35 Thema des Tages 13.10 Telebörse 13.35 Thema des Tages 14.10 Telebörse 14.35 Thema des Tages 15.20 Ratgeber – Geld 15.40 Telebörse 16.10 Umzug Extrem – 35.000 Tonnen auf Reisen 17.10 Brückenbau am Limit 18.20 Telebörse 18.35 Ratgeber  – Test 19.05 PS – Das Automagazin 20.05 Giganten der Moderne: Flugzeugträger 21.10 Giganten der Moderne: Flughäfen 22.03 Giganten der Moderne: Wolkenkratzer 22.45 Telebörse 23.10 Giganten der Moderne: Brücken 0.15 PS – Das Automagazin Deutschlandfunk 5.05 Informationen 6.35 Andacht. Pfarrer Wolf-Dieter Steinmann 9.05 Kalenderblatt. Vor 125 Jahren: Der Mediziner Viktor von Weizsäcker geboren 9.10 Europa heute 9.35 Tag für Tag 10.10 Marktplatz. iPod oder Vinyl? 11.35 Umwelt und Verbraucher 12.10 Informationen am Mittag 14.10 Deutschland heute 14.35 Campus & Karriere. Nordkolleg Rendsburg bildet Kirchenmusiker in Popularmusik aus 15.05 Corso 16.10 Büchermarkt. U.a.: Michail Schischkin: „Venushaar” 16.35 Forschung aktuell. U.a.: Wie Frankreichs Atomkonzerne und Aufsichtsbehörden auf Fukushima reagieren 17.05 Wirtschaft und Gesellschaft. Informationsmagazin 17.35 Kultur heute 18.10 Informationen am Abend 18.40 Hintergrund 19.05 Kommentar 19.15 DLF-Magazin 20.10 Studiozeit. Aus Kultur- und Sozialwissenschaften 21.05 Heidelberger Künstlerinnenpreis 2011. Mozart: „Requiem“ KV 626; Marbe: Fra Angelico – Marc Chagall – Voronet (Heidelberger Bachchor, Opernchor und Extrachor, Philharmonisches Orchester der Stadt Heidelberg, Leitung: Jan Schweiger) 22.50 Sport aktuell 23.10 Das war der Tag 0.05 Fazit 1.05 Nacht-Radio. Neo Soul mit Eli Paperboy Reed 2.05 Nachtkonzert vom Deutschlandfunk Deutschlandradio Kultur 5.05 Ortszeit 6.23 Wort zum Tage. Spiritual Michael Höffner 9.07 Radiofeuilleton 9.55 Kalenderblatt. Vor 125 Jahren: Der Mediziner Viktor von Weizsäcker geboren 12.07 Ortszeit 12.40 Internationales Pressegespräch 12.50 Politisches Feuilleton 13.07 Länderreport. Bremen: Wer wählen will, muss üben 13.30 Kakadu. Woher kommt der Osterhase? 14.07 Radiofeuilleton 16.50 Elektronische Welten. White IT – gegen Kinderpornografie im Internet 17.07 Ortszeit 18.07 Weltzeit 18.30 Da capo 19.07 Fazit am Abend 19.30 Forschung und Gesellschaft. Die revolutionäre Kraft des Netzes. Facebook, Twitter und Co. – Wie politisch sind die neuesten Medien? 20.03 Konzert. Igor Strawinsky: Concerto in re; Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19; Franz Schubert: Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200 (Mihaela Ursuleasa, Klavier; Kammerakademie Potsdam, Leitung: Antonello Manacorda). Anschließend: Ein Weill-FestClip (3) 22.00 Chormusik. „Wie mit vollen Chören“. Anmerkungen zur Geschichte der Berliner Kirchenmusik 22.30 Ortszeit 23.05 Fazit 0.05 Klangkunst. „Zona“. Von Christophe Ruetsch / Stalking Stalker – Prolog zur Idee eines Festivals. Von Andres Läo 1.05 Nachtgespräche 2.05 Tonart WDR 5 6.05 Morgenecho 6.55 Kirche. Pfarrer Rüdiger Schnurr, Hilchenbach 9.05 ZeitZeichen. 21. April 1831: Die Hinrichtung der Serienmörderin Gesche Gottfried 9.20 Tagesgespräch 10.05 Neugier genügt 10.15 Reportage/ Feature 10.58 Ein Gedicht 11.05 Redezeit 11.50 Service: Reisen 12.05 Scala – Aktuelles aus der Kultur. U.a.: Apollo Brown: Clouds 12.57 Ein Gedicht 13.05 Mittagsecho 14.05 Lilipuz – Radio für Kinder. Klicker / Magazin 15.05 LebensArt. Live mit HörerInnen und Experten. Ostereier und großes Essen. Welche Bedeutung hat Ostern für Sie? / Spießrutenlauf in der Fußgängerzone 16.05 Leonardo – Wissenschaft und mehr 16.30 Die Kleine Anfrage. Hörer fragen – Leonardo antwortet 16.50 Service 17.05 Westblick. Das Landesmagazin 18.05 Profit. Wirtschaftsmagazin 18.30 Echo des Tages 19.05 Politikum. Das Meinungsmagazin 19.30 Bärenbude. Beschützer. Ohrenbär: „Wir, die Osterhasen!“ (4/7) 20.05 WDR 5 Stadtgespräch. Alles wieder gut? Die Kirche nach den Missbrauchsfällen 21.05 Scala – Aktuelles aus der Kultur (Wh. von 12.05 Uhr) 22.05 Leonardo – Wissenschaft und mehr (Wh. von 16.05 Uhr) 23.05 Spaß 5 23.30 Berichte von heute 0.05 Nachtaktiv – Wiederholungen vom Tage SWR 15.00 Planet Wissen 16.00 Landesschau aktuell BW 16.05 Kaffee oder Tee? 17.00 Landesschau aktuell BW 17.05 Kaffee oder Tee? 18.00 Landesschau aktuell BW 18.15 Tatjanas Tiervermittlung (5) 18.45 Landesschau BW 19.45 Landesschau aktuell BW 20.00 Tagesschau 20.15 Tatort. Die Unsichtbare. TV-Kriminalfilm, D 2010 21.45 Landesschau aktuell BW 22.00 Tatort. Hauch des Todes. TVKriminalfilm, D 2010 23.25 Besser lesen 23.55 16 Uhr 50 ab Paddington. Kriminalfilm, GB 1961 1.15 Der Wachsblumenstrauß. Kriminalfilm, GB 1963 2.35 Insel Mainau (1) HR 13.30 Hessische Osterbräuche 14.15 mare-TV 15.00 Eisenbahn-Romantik 15.30 Zu Gast in Madrid 16.00 Wer weiß es? 16.45 Hessenschau kompakt 17.00 Hessentipp 17.50 Hessenschau kompakt 18.00 Maintower. Live aus dem Main Tower 18.20 Brisant 18.50 Service: Gesundheit 19.15 Alle Wetter! 19.30 Hessenschau 20.00 Tagesschau 20.15 Pfarrer Braun. Ein Zeichen Gottes. TV-Kriminalfilm, D 2007 21.45 Tatort. Liebe macht blind. TV-Kriminalfilm, D 2006 23.15 Schwarz greift ein 0.05 Die beliebtesten Volksschauspieler der Deutschen Super RTL 13.20 Disneys Tauschrausch 13.50 Phineas und Ferb 14.15 Angelo! 14.45 Cosmo und Wanda 14.55 Skunk Fu (2/26) 15.25 Coop gegen Kat 15.50 Mr. Bean – Die CartoonSerie 16.20 Sally Bollywood (3/26) 16.50 Fünf Freunde  – Für alle Fälle 17.20 Angelo! 17.45 Cosmo und Wanda 18.15 Disneys Tauschrausch 18.45 Phineas und Ferb 19.15 Hannah Montana 19.45 Disney Meine Schwester Charlie (5/23) 20.15 Upps! Die Pannenshow 22.15 Witzig spritzig! 22.50 Witzig spritzig! 23.20 Witzig spritzig! 23.50 Witzig spritzig! 0.15 Shop24Direct Eurosport 11.30 Tennis 14.00 Snooker. WM. 6. Turniertag, 1. Runde (Best of 19) oder Achtelfinale (Best of 25). Live aus Sheffield (GB) 17.00 Tennis 18.00 Tennis. WTA Premier Tour. Porsche Grand Prix: 4. Turniertag, Viertelfinale. Live aus Stuttgart 20.00 Handball. Champions League. Viertelfinale, Hinspiel: SG FlensburgHandewitt  – BM Ciudad Real. Live aus Flensburg 21.30 Snooker. WM. 6. Turniertag, 1. Runde (Best of 19) oder Achtelfinale (Best of 25). Live aus Sheffield (GB) 23.00 Kampfsport 23.05 Wrestling 23.35 Kampfsport 23.45 Wrestling 0.35 Kampfsport N24 Stündl. Nachrichten 5.15 Brady Barr: Die schnellsten Raubtiere 6.05 Wissen 12.45 Börse am Mittag 13.05 Job am Limit: Operation Wüstenstrom 14.05 Deutschland akut 15.10 Friedman spezial 16.05 Der König der Bären 17.05 Brady Barr: Der Zitteraal – Vorsicht Hochspannung! 18.15 Börse am Abend 18.25 Wissen 19.05 sonnenklar.tv 20.05 9/11 – Die Verschwörungstheorien 22.05 Der Nostradamus-Effekt: 2012 – Das Ende der Welt 23.05 Der sicherste Knast der USA: Oak Park Heights 0.05 Zeitreise mit Stefan Aust 1.05 9/11 – Die Verschwörungstheorien MDR 11.20 Tierisch, tierisch 11.45 MDR um zwölf 12.30 Die schönsten Jahre. TV-Drama, D 2005 14.00 Dabei ab zwei 14.30 LexiTV 15.30 Schief, schiefer, am schiefsten 16.00 Hier ab vier 18.00 MDR aktuell 18.07 Brisant 18.50 Unser Sandmännchen 18.55 Wetter für 3 19.00 Regional 19.30 MDR aktuell 19.50 Das Fundbüro (4/4) 20.15 Die Zeit der Kraniche. TV-Drama, D/A 2010 21.45 MDR aktuell 22.05 Die Raketen, der Millionär und die Dessauer Bibeln 22.50 Die Brücken am Fluss. Liebesfilm, USA 1995 1.02 Soraya (1/2). TV-Drama, I/D 2003 2.30 Brisant RBB 13.25 In aller Freundschaft 14.10 Planet Wissen 15.10 Insel Mainau (4) 16.00 rbb aktuell 16.05 Buffet 16.50 kurz vor 5 17.00 rbb aktuell 17.05 Elefant, Tiger & Co. 17.55 Unser Sandmännchen 18.00 rbb um 6 18.25 rbb wetter 18.30 ZiBB 19.25 rbb wetter 19.30 Abendschau / Brandenburg aktuell 20.00 Tagesschau 20.15 Das Traumhotel TV-Familienfilm, D/A 2011 21.45 rbb aktuell 22.15 Tatort. Todesengel. TV-Kriminalfilm, D 2005 23.45 Håkan Nesser: Das vierte Opfer. TV-Kriminalfilm, S 2005 1.10 Die Liebe, der Bärenjäger und die Taiga 1.55 Abendschau ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ ฀ Seite 30 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 PROGRAMM VOM FREITAG Lebenswelt ehemaliger Terroristen. Im comichaften Mars Attacks! scheitert der menschliche Widerstand gegen den Alien-Einmarsch zunächst an der Überlegenheit der sadistischen Invasoren. Die richten ein fröhliches Massaker an und parodieren dabei auf liebevolle Weise Science-Fiction-Filme vom Klassiker The War of the Worlds bis Independence Day (Vox, Freitag, 12.55 Uhr). Die Subversivität, die Ali G in da House innewohnt, versteht man vielleicht nur, wenn man die sonstigen Arbeiten von Sacha Baron Cohen kennt. Zwar entwickelt Ali G nicht ganz die entlarvende Kraft der Pseudo-Dokumentationen Borat und Brüno, doch der Film um den MöchtegernRapper Ali G ist eine solide Komödie, die souverän die Grenzen des guten Geschmacks unterläuft. (RTL 2, Nacht zu Samstag, 1.20 Uhr). PETER SICH Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Spielfilmtipps zum Feiertag Triebfeder Habgier Für dreißig Silbertaler soll Judas Ischariot Jesus an die Römer ausgeliefert haben – banale Habgier als Motivation für einen der berühmtesten Verräter der Weltgeschichte. Wenn die Gier also eine so entscheidende Rolle in einer der am häufigsten erzählten Geschichten der Welt spielt, sollte sie sich allemal als Thema für den ein oder anderen Film eignen. Etwa in There Will Be Blood, einem bildgewaltigen Epos um Gier und Erdöl, Macht und Religion. Für seine grandiose Darstellung eines Ölmagnaten erhielt Daniel Day-Lewis 2008 einen Oscar; vollkommen zu Recht. There will be Blood ist jetzt schon ein moderner Klassiker, über den man viel sagen kann, vor allem aber, dass man ihn gesehen haben sollte. Eine Gelegenheit dazu bietet der Karfreitag (ZDF, 22.55 Uhr). Ähnlich verhält es sich mit dem wohl bekanntesten aller Mafiafilme. Francis Ford Coppolas Der Pate ist ein stilbildendes Meisterwerk und erzählt den Aufstieg Michael Corleones (Al Pacino) zum Mafiaboss; er geht den Weg zunächst widerwillig, dann mit ganzer Härte. Eine geradlinig inszenierte Adaption von Mario Puzos gleichnamigem Roman (Kabel 1, Nacht zu Samstag, 2.05 Uhr). In Wall Street predigte Michael Douglas 1987 in der Rolle des Gordon Gekko: „Gier ist gut“. Im vergangenen Jahr nahm er die Rolle wieder auf, doch zwischenzeitlich sah die Sache ganz anders aus. Da verzweifelte er in Falling Down – Ein ganz normaler Tag (Vox, Freitag, 23.45 Uhr) an einer Welt, in der Menschen als „wirtschaftlich nicht tragbar“ gelten. Und so entwickelt sich in der Hitze Los Angeles’ der Heimweg von William „D-Fens“ Foster im Angesicht alltäglicher Banalitäten zu einem Pfad der Zerstörung – den ReWie bereits in Weingartners erstem Langfilm, dem an die Ästhetik der dänischen Dogma-Bewegung angelehnten Das weiße Rauschen von 2002, spielt Daniel Brühl die Hauptrolle. Nachts bricht er ein in die Häuser der Reichen und Habgierigen, um sie mit gewaltfreien Guerilla-Aktionen zu verunsichern (Eins Festival, Freitag, 20.15 Uhr). Ein weiterer deutscher Film über die Unbilden des Widerstands ist Christian Petzolds Die innere Sicherheit (Eins Festival, Freitag, 23.45 Uhr). Vater und Mutter waren Terroristen, die Tochter pubertiert. Eine Kleinfamilie im Untergrund hat ihre ganz eigenen Probleme. Dabei befasst Petzold sich weniger mit politischen Inhalten, sondern seziert die paranoide Die Überlegenheit der Invasoren gisseur Joel Schumacher absurd überzeichnet. Was bleibt ist der nackte, hilflose Widerstand eines Mannes, der sich nicht mehr zu wehren weiß. Von kreativen Formen des politischen Widerstands erzählt Hans Weingartner in Die fetten Jahre sind vorbei. Ist es Reue? Daniel Day-Lewis (r.) und Paul Dano in There Will Be Blood. Foto: ZDF ARD 7.30 Käpt’n Blaubärs Wunderkammer 7.45 Willi wills wissen 8.10 neuneinhalb 8.20 2012 – Das Jahr Null 10.00 Evangelischer Gottesdienst zum Karfreitag. Live aus St. Bartholomäus in Pegnitz 11.00 Heilige Knochen 11.45 Tagesschau 11.55 Dort oben, wo die Alpen glühen. Heimatfilm, D 1956 13.30 Tagesschau 13.45 Unter Geiern. Western, D/F/I/JUG 1964 15.15 Tagesschau 15.25 Der Ölprinz. Western, D/JUG 1965 16.50 Tagesschau 17.00 Am Kap der Liebe – Unter der Sonne Uruguays. Romanze, D 2009 18.30 Tagesschau 18.40 Wächter der Wüste. Dokumentarfilm, GB 2008 20.00 Tagesschau 20.15 Gottes mächtige Dienerin (1/2) Biografie, D 2011 Mit Christine Neubauer, Remo Girone, Wilfried Hochholdinger. Regie: Marcus O. Rosenmüller. Die junge Josefine tritt als Schwester Pascalina in den Orden vom Heiligen Kreuz in Altötting ein. Dank ihrer Tüchtigkeit schickt man sie 1918 nach München, wo sie eine erstaunliche Karriere hinlegt. 21.45 Mankells Wallander: Todesengel TV-Kriminalfilm, S/D 2010. Mit Krister Henriksson, Lena Endre. Regie: Agneta Fagerström-Olsson 23.15 Tagesthemen 23.30 Quo vadis? Historienfilm, USA 1951. Mit Robert Taylor, Leo Genn. Regie: Mervyn LeRoy, Anthony Mann 2.10 Tagesschau 2.15 Beau Brummel – Rebell und Verführer Drama, USA 1954 Regie: Curtis Bernhardt ZDF 8.35 Der kleine Ritter Trenk 9.45 heute 9.50 Pippi Langstrumpf. Kinderfilm, D/S 1969 11.25 Hände weg von Mississippi. Abenteuerfilm, D 2007 13.00 heute 13.05 Über Gürteltiere, Simon und mich. Melodram, USA 1998 14.50 heute 14.55 Rosamunde Pilcher: Vier Jahreszeiten: Ein Sommer in Endellion. TV-Liebesmelodram, D 2008 16.25 heute 16.30 SOKO Kitzbühel. Ein falsches Leben 18.00 Margot Käßmann – mitten im Leben 18.15 Passionsmusik mit Anna Netrebko. Aufzeichnung aus der Dresdner Frauenkirche 19.00 heute 19.15 Frühling auf Rügen 19.30 Terra X 20.15 Der Alte Die Toten tun dir nichts Krimiserie. Marianne Schramm sitzt leblos in der Diele ihres Hauses, neben ihr eine Schachtel Pralinen nebst Karte. Die Todesursache scheint offensichtlich: Das süße Präsent enthielt eine tödliche Dosis an Blausäure. 21.15 SOKO 5113 Schlussapplaus. Krimiserie 22.40 heute-journal 22.55 There Will Be Blood Drama, USA 2007. Mit Daniel Day-Lewis, Kevin J. O’Connor, Ciarán Hinds, Dillon Freasier, Sydney McCallister. Regie: Paul Thomas Anderson 1.20 heute 1.25 Law & Order Paris Das Komplott. Krimiserie 2.15 Spooks – Im Visier des MI5 Gefahr von Rechts Actionserie 3.05 Der Alte Die Toten tun dir nichts. Krimiserie 4.05 heute BR 6.15 Faszination Wissen 6.45 Wetterfernsehen 7.15 Tele-Gym 7.30 Wetterfernsehen 8.30 Mozart in China. Kinderfilm, D/A/CHN 2008 9.50 Stolperstein 10.20 Projekt Hoffnung 10.50 Gekreuzigt und gestorben 11.05 Das 1. Evangelium – Matthäus. Bibelfilm, I/F 1964 13.15 Der Sternsteinhof. Heimatfilm, D 1976 15.15 Gernstl – Sieben mal Bayern (1/4) 16.00 Welt der Tiere 16.30 Landgasthäuser 17.00 Rundschau 17.05 Fernweh 17.30 Über den Tellerrand 18.00 Gipfeltreffen 18.45 Rundschau 19.00 Passion. Das Wunder der Passionsspiele. Dokumentarfilm, D 2011 20.30 Passionssingen in Oberammergau Show Mitwirkende: Augsburger Domsingknaben, Leitung: Reinhard Kammler, Familiengesang Rehm, Tölzer Sänger, Schwangauer Geigenmusik, Raffelemusik HüttlingerMilz, Werdenfelser Bläser Leitung: Hans Berger 21.00 Rundschau 21.10 Papst Benedikt XVI. betet den Kreuzweg Gottesdienst. Live aus dem Kolosseum in Rom 22.50 König der Könige Bibelfilm, USA 1961. Mit Jeffrey Hunter, Siobhan McKenna, Gérard Tichy. Regie: Nicholas Ray 1.25 Die wunderbare Macht Melodram, USA 1954 Mit Rock Hudson, Jane Wyman, Barbara Rush Regie: Douglas Sirk 3.10 Planet Erde Dokumentationsreihe. Südtirol: Dolomiten 3.15 Space-Night Weltall-Bilder RTL 6.20 Ein Bär für alle Fälle. Abenteuerfilm, D 1998 7.50 Die kleine Prinzessin. TV-Fantasyfilm, USA 1995 9.20 Der Prinz und der Bettelknabe. TV-Familienfilm, H/GB 2000 11.10 Das Dschungelbuch. Abenteuerfilm, USA 1994 13.05 My Girl II – Meine große Liebe. Tragikomödie, USA 1994. Mit Dan Aykroyd 14.55 Dance! Jeder Traum beginnt mit dem ersten Schritt. Drama, USA 2006. Mit Antonio Banderas, Rob Brown, Dante Basco 17.00 Bauer sucht Frau. Die Hochzeitsreise von Josef und Narumol 18.45 RTL aktuell 19.05 Bauer sucht Frau. Das große Wiedersehen 20.15 Harry Potter und der Feuerkelch Fantasyfilm, GB/USA 2005. Mit Daniel Radcliffe, Rupert Grint. Regie: Mike Newell. In seinem vierten Schuljahr in Hogwarts wird Harry Potter von Albträumen geplagt und seine Narbe peinigt ihn mehr als üblich. Während er sich für das Trimagischen Turnier, einer der gefährlichsten Wettkämpfe der Zauberwelt, vorbereitet, bricht das Unheil über Hogwarts herein: Es geschieht ein Mord. Harry leidet immer noch unter Voldemort-Träumen und wendet sich verzweifelt an Dumbledore. 23.05 Street Kings Thriller, USA 2008. Mit Keanu Reeves, Forest Whitaker, Hugh Laurie. Regie: David Ayer 1.00 Let’s Dance Prominente im Tanzfieber 2.35 stern TV Infomagazin 4.10 Bauer sucht Frau Pro Sieben 5.20 Blockbuster TV  – making of 5.50 Nancy Drew  – Auf der Suche nach der Wahrheit. TV-Jugendfilm, USA 2002 7.10 Fashion Girl  – Der Pate trägt Prada. TV-Komödie, USA 2004 8.45 Germany’s next Topmodel 10.50 Grandma’s Boy. Komödie, USA 2006 12.15 Helden aus der zweiten Reihe. Komödie, USA 2000 14.15 Spiel ohne Regeln. Sportfilm, USA 2005 16.10 Evolution. Sci-FiKomödie, USA 2001 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons. Nacht über Springfield 18.40 Die Simpsons. Homer auf Irrwegen 19.10 Galileo. Mod.: Stefan Gödde 20.15 James Bond 007: Casino Royale Actionfilm, USA/ GB/D/CZ 2006. Mit Daniel Craig. Regie: Martin Campbell. James Bond jagt den Finanzhai Le Chiffre, der mit blutigem Geld einer Terrorganisation spekuliert und sich verrechnet hat. Um die Millionen wiederzubeschaffen, nimmt Le Chiffre an einer zwielichtigen, schwerreichen Pokerrunde im „Casino Royale” von Montenegro teil. 007 wird als Mitspieler eingeschleust. Der Agent verliebt sich in seine Geldbotin Vesper vom Schatzamt und wird in eine Falle gelockt. 23.05 Shoot ’Em Up Actionfilm, USA 2007. Mit Clive Owen Regie: Michael Davis 0.35 Walking Tall: Lone Justice Actionfilm, USA 2007. Mit Kevin Sorbo, Yvette Nipar Regie: Tripp Reed 2.20 Blockbuster TV James Cameron’s Sanctum in 3D Sat 1 6.10 Peter Pan: Neue Abenteuer in Nimmerland. Zeichentrickfilm, USA/ CDN/AUS 2002 7.20 The Aristo Cats. Zeichentrickfilm, USA 1970 9.00 Schneewittchen und die sieben Zwerge. Zeichentrickfilm, USA 1937 10.30 Der Glöckner von Notre Dame. Zeichentrickfilm, USA 1996 12.05 Blockbuster TV  – Making of 12.15 Bärenbrüder. Animationsfilm, USA 2003 14.00 Tarzan. Zeichentrickfilm, USA 1999 15.35 Himmel und Huhn. Animationsfilm, USA 2005 17.00 Mulan. Zeichentrickfilm, USA 1998 18.30 Tierisch wild. TV-Animationsfilm, CDN/USA 2006 20.00 Nachrichten 20.15 Ratatouille Zeichentrickfilm, USA 2007. Regie: Brad Bird Ratte Rémy hat ein Faible für Feinkost. Deshalb will er auch unbedingt Karriere als Koch machen. Im Pariser Sterne-Restaurant „Gusteau’s” entdeckt Tellerwäscher Linguini zufällig Rémys kulinarische Künste und mischt gemeinsam mit dem ambitionierten Nager die Gastronomie-Szene auf. 22.25 Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels Actionfilm, USA 2008. Mit Harrison Ford, Cate Blanchett Regie: Steven Spielberg 0.50 Dreamcatcher Horrorfilm, USA/CDN/AUS 2003. Mit Thomas Jane, Jason Lee, Morgan Freeman Regie: Lawrence Kasdan 3.10 Der Feind in meinem Mann Thriller, USA 2003. Mit Kip Pardue, Tara Reid, Meredith Baxter. Regie: Joel Viertel Arte 6.00 „Lagrime di San Pietro” von Orlando di Lasso 6.45 Karambolage 7.00 Global 7.30 Forscherexpress 8.00 360° – Geo Reportage 8.45 X:enius 9.15 Fahrt ins Risiko (5/5) 10.00 Städte der Extreme (2/3) 10.45 Die grüne Stadt 12.15 Global 12.45 ArteJournal 13.00 Mit Schirm, Charme und Melone. Diesmal mit Knalleffekt 13.45 Schwarzer Tee. Drama, F 2008 14.00 Auf schmaler Spur durch Indien (2/2) 14.45 Wildes Deutschland 17.40 X:enius 18.10 Mit Schirm, Charme und Melone. Der wahrgewordene Alptraum 19.00 Arte-Journal 19.30 Wildes Deutschland (5/5). Dokureihe 20.15 Schlafes Bruder Drama, D 1995. Mit André Eisermann. Regie: Joseph Vilsmaier. In der Abgeschiedenheit eines Bergdorfes spielt die Lebensgeschichte eines Orgelspielers, den die eigene Existenz verzehrt: Elias Alder zerbricht an der unerfüllten Liebe zu seiner Freundin Elsbeth. 22.20 Himmelstöne Die OrgelbauDynastie Klais. Dokumentarfilm, D 2011. Orgeln erklingen in Kirchen, Kathedralen und Konzertsälen. Seit der Antike ist das raumgreifende Instrument bekannt. Und seit 125 Jahren gibt es die Orgelbau-Dynastie Klais in Bonn. 23.50 Mr. Vig und die Nonne Das Leben in einem außergewöhnlichen Kloster Dokumentarfilm, DK 2006 1.15 KurzSchluss U.a.: Zoom – Die Hochschule Supinfocom im französischen Valenciennes / Trick 17 – Die Stereoskopie  2.05 Global 3sat 9.00 ZIB 9.05 Wo Gott hockt 10.00 Wunderwelt Wald. Der deutsche Wald in seiner idealen Form. Dokumentarfilm, D 12.10 Johannes Brahms 13.30 Schöpfungsmythen. Erzählungen vom Anfang der Menschheit. Dokumentarfilm, D 2009 15.00 Tod in Rom 15.45 Karol Wojtyla – Geheimnisse eines Papstes. TV-Dokudrama, D 2006 16.45 Pontius Pilatus 17.30 Bruder, Schwester. Eine persönliche Auseinandersetzung mit den Themen Religiosität und Spiritualität. Dokumentarfilm, D 2007 19.00 heute 19.15 Schätze der Welt  – Erbe der Menschheit. Welterbe in Gefahr 20.00 Tagesschau 20.15 Eine Frau in Berlin – Anonyma (1/2) TV-Kriegsdrama, D/PL 2008. Mit Nina Hoss, Evgeniy Sidikhin, Irm Hermann. Regie: Max Färberböck. April 1945: Die Russen marschieren in Berlin ein. Die junge Frau „Anonyma” wählt einen bitteren Kompromiss: Sie bietet sich dem russischen Major Rybkin als Geliebte an, damit er sie schützt. 21.40 Eine Frau in Berlin – Anonyma (2/2) TV-Kriegsdrama, D/PL 2007. Mit Nina Hoss, Evgeniy Sidikhin Regie: Max Färberböck 23.10 Anonyma – Die Frauen von Berlin Die wahre Geschichte der Frauen von Berlin in den letzten Kriegstagen 23.55 Modigliani Biografie, USA/F/D/I/GB 2004 Mit Andy Garcia, Elsa Zylberstein. Regie: Mick Davis 1.55 Vier Schüler gegen Stalin RTL 2 10.10 Eis am Stiel VII . Komödie, D 1987 11.50 Eis am Stiel VIII: Summertime Blues. Komödie, ISR/D 1988 13.25 Under Control. Actionkomödie, HK/CHN 1999 15.15 Jackie Chan ist Nobody. Actionfilm, HK 1998 17.20 Lucky Luke. TV-Zeichentrickfilm, I/USA 1990 19.00 X-Diaries 20.00 RTL II News 20.15 About a Boy oder: Der Tag der toten Ente. Komödie, GB/USA/F/D 2002 22.00 American Pie präsentiert: Die College-Clique. Komödie, USA/ CDN 2007 23.40 American Pie präsentiert: Die College-Clique. Komödie, USA/CDN 2007 1.20 Ali G Indahouse. Komödie, F/GB/D/USA 2002 Vox 9.30 Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft. Komödie, USA 1989 11.15 Ein Vermieter zum Knutschen. Komödie, USA/J 1991 13.00 Mars Attacks! Sci-Fi-Komödie, USA 1996 14.55 Joe’s Apartment  – Das große Krabbeln. Musicalfilm, USA 1996 16.25 Robinson Crusoe. Abenteuerfilm, USA 1997 18.00 Stadt der Engel. Drama, USA/D 1998 20.15 Hot Shots! Der zweite Versuch. Actionkomödie, USA 1993 22.05 Johnny English. Actionkomödie, F/GB 2003 23.45 Falling Down – Ein ganz normaler Tag. Drama, USA/F 1993 1.45 Im Labyrinth der Lüge. Drama, USA 1999 Kabel 1 5.15 Im Schatten des Korsen. Abenteuerfilm, USA/GB 1953 6.40 Ivanhoe. Abenteuerfilm, GB 1982 9.10 Jason und die Argonauten. Fantasyfilm, GB/USA 1963 11.05 Sindbad, der Seefahrer. Abenteuerfilm, USA 1947 13.10 Banana Joe. Komödie, I/D 1982 14.50 Quatermain  – Auf der Suche nach dem Schatz der Könige. Abenteuerfilm, USA 1985 16.30 News 16.40 Winnetou I. Western, D/JUG/I 1963 18.30 Winnetou II. Western, D/F/I/JUG 1964 20.15 Die zehn Gebote. Drama, USA 1956 0.20 Judas. TV-Drama, USA 2004 2.05 Der Pate. Mafiafilm, USA 1972 Im Hörfunk: Flucht und Abenteuer Martin Heindel hat den Chester-Himes-Krimi Fenstersturz in Harlem als Hörspiel inszeniert, mit Martin Semmelrogge als Erzähler (SWR 2, Donnerstag, 22.03 Uhr). Oskar Maria Graf und der Starnberger See – sie scheinen untrennbar; Bernhard Setzwein schildert jedoch Grafs Zeit in Wien: Einübung ins Exil (Bayern 2, Freitag, 13.30 Uhr; am Ostermontag folgt die Fortsetzung über Graf in Brünn). Von einer freiwilligen Reise erzählt das phantastievolle Kinderhörspiel Königin Gisela (Bayern 2, Freitag, 14.05 Uhr). Claudia Johanna Leist hat den LindgrenKlassiker Die Brüder Löwenherz inszeniert (WDR 5, Freitag und Sonntag, jeweils 14.05 Uhr). Klassisches im Hörspiel für Erwachsene: Die Leiden des jungen Werther in drei Teilen (Nordwestradio, Freitag, Sonntag und Montag, jeweils 20.05 Uhr) sowie Don Quijote von der Mancha (HR 2, täglich von Freitag bis Montag, jeweils 14.05 Uhr). Christian Grasse und Vera Linß gehen der Frage nach, Phoenix 5.25 ZDF-Expedition 6.05 ZDF-Expedition 6.50 ZDF-Expedition 7.35 Die großen Rätsel der Bibel 8.25 Geheimnisvolle Orte 9.10 Die Welt der Dreißiger in Farbe 12.20 Flüsse der Welt 17.45 Der Äquator Dokumentarfilm 2006 19.15 Deutschlands älteste Bäume 20.00 Tagesschau 20.15 Europas Urwälder (1/5). Unberührtes Lappland 21.00 Europas Urwälder (2/5). Bayerns neue Wildnis 21.45 Europas Urwälder (3/5). Bialowieza – Heimat der Wisente 22.30 Europas Urwälder (4/5). Wilde Karpaten 23.15 Europas Urwälder (5/5). La Gomeras Nebelwald 0.00 Das Bibelrätsel (1/4) BR-alpha 12.30 Baierisches Bilder- und Notenbüchl 13.15 Flüsse der Genüsse 13.45 Flüsse der Genüsse 14.15 Länder – Menschen – Abenteuer 15.00 Ost-Legenden 15.45 Interjazzo 15.50 Am Limit. Speed-Klettern in Kalifornien. Dokumentarfilm, D/A 2008 17.30 Bayern feiern 18.00 Fasten mit Leib und Seele 18.45 Rundschau 19.00 Die Tagesschau vor 25 Jahren 19.15 Aigner 20.00 Der Bayerische Kalender 20.15 Br-Klassik. MatthäusPassion BWV 244 von Johann Sebastian Bach 23.25 Abseits. Kurzfilm, D 2006 23.40 Jump. kurzfilm, D 2004 0.00 Out now. kurzfilm, D 2005 Tele 5 5.40 Mutant X 6.30 One Piece 6.50 One Piece 7.10 One Piece 7.35 One Piece 8.00 One Piece 8.25 One Piece 8.50 One Piece 9.15 One Piece 9.45 Homeshopping 14.50 Making of eines aktuellen Kinofilms 15.30 Der gebrochene Pfeil. Western, USA 1950 17.35 Der Weg nach Westen. Western, USA 1967 20.00 Gottschalk 20.15 Deadly Species. Horrorfilm, USA 2002 22.05 Retrograde – Krieg auf dem Eisplaneten. Actionfilm, USA/LUX/F/GB 2004 23.50 Spoiler  – Verdammt im Eis. Sci-Fi-Film, USA 1998 1.50 Deadly Species. Horrorfilm, USA 2002 ORF 2 13.55 Rosamunde Pilcher: Vier Jahreszeiten: Ein Sommer in Endellion. TV-Liebesmelodram, D 2008 15.25 Heimatlos. Heimatfilm, D 1958 17.00 ZIB 17.05 Heute in Österreich 17.40 Frühlingszeit 18.30 Konkret 19.00 Bundesland heute 19.30 Zeit im Bild 19.50 Sport 19.55 Seitenblicke 20.00 Feierabend 20.15 Gottes mächtige Dienerin (1/2). Biografie, D 2011 21.45 ZIB 21.55 Mankells Wallander: Todesengel. TV-Kriminalfilm, S/D 2010 23.20 Euromillionen 23.25 Meine schöne Tochter. TV-Drama, A 2004 0.55 Gottes mächtige Dienerin (1/2). Biografie, D 2011 Sky Cinema 8.00 Zuhause ist der Zauber los. Komödie, USA 2008 9.45 The Bannen Way. Actionkomödie, USA 2009 11.15 Eine zauberhafte Nanny – Knall auf Fall in ein neues Abenteuer. Familienfilm, GB/F/USA 2010 13.00 Alice im Wunderland. Fantasyfilm, USA 2010 14.45 The Box. Mysterythriller, USA 2009 16.40 Repo Men  – Unrated Version. Thriller, USA/CDN 2010 18.35 Adam. Liebesdrama, USA 2009 20.15 In meinem Himmel. Mysterythriller, USA/GB/NZ 2009 22.30 Alice im Wunderland. Fantasyfilm, USA 2010 0.15 Ninja Assassin. Actionfilm, USA 2009 NDR Das Leben in Tel Aviv ist vor allem im übertragenen Sinn oftmals ein akrobatischer Akt. Foto: AP wie politisch neueste Medien wie Facebook und Twitter sind: Die revolutionäre Kraft des Netzes (DKultur, Donnerstag, 19.30 Uhr). Millay Hyatt spekuliert in dem Essay Von der Insel aufs Festland über das produktive Scheitern von Utopien (DLF, Freitag, 9.30 Uhr). Der Karl Marx der Musik, die Denunzianten-Lady und der gefährlichste Terrorist der Welt – das sind die Geschwister Hanns und Gerhart Eisler sowie Ruth Fischer. Henry Bernhard porträtiert die Familie, in der Charlie Chaplin Shakespeare’sche Abgründe sah (DLF, Freitag, 11.05 Uhr). Eine israelischdeutsche Familiengeschichte prägt die Lange Nacht: Jaffa Roof – über den Dächern von Tel Aviv (DKultur, Nacht zu Samstag, 0.05 Uhr; DLF, Samstag, 23.05 Uhr). sfi 9.30 Hamburg-Journal 10.00 Schleswig-Holstein-Magazin 10.30 buten un binnen 11.00 Hallo Niedersachsen 11.30 Der Weiberhof Komödie 13.05 Frau Holle. TV-Märchenfilm, D 2008 14.05 Die Gänsemagd. TVMärchenfilm, D 2009 15.05 Mama und der Millionär. TV-Komödie, D 2005 16.35 Neues aus Büttenwarder 17.00 Zu Besuch in Büttenwarder 17.45 DAS! Kochstudio 18.30 Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche. Heimatfilm, DDR 1967 20.00 Tagesschau 20.15 Landpartie 21.45 Neues aus Büttenwarder 22.10 NDR-Talkshow 0.10 Best of Music WDR 11.00 Seehund, Puma & Co. 11.50 Panda, Gorilla & Co. spezial 13.20 Weiches Fell und scharfe Krallen 14.10 Fürchtet euch nicht!  – Das Leben Papst Johannes Pauls II. TVBiografie, LIT/USA 2005 15.35 Die verbotene Stadt 16.20 Die Schätze des Bäckers aus Lippe 17.05 Gartenträume (1/2) 17.35 Rammes Gartenzeit 18.05 Tief im Westen 18.50 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 Tagesschau 20.15 Es geschah in NRW 21.00 Schatzsuche auf dem Bauernhof 21.45 Das Leuchten der Sterne. TV-Drama, D 2007 23.15 Nacht der Dynastien 0.00 Nacht der Dynastien Kinderkanal 11.15 Verbotene Geschichten – Als Jesus unerwünscht war 11.35 Schnitzeljagd im Heiligen Land (1/4) 12.25 Ameisenbär – Die blaue Elise 12.30 Clifford, der kleine rote Hund (3/39) 12.55 Garfield 13.20 Hier ist Ian 14.05 Bernard 14.10 Schloss Einstein – Erfurt 15.00 Die Mädchen-WG 15.25 Kummerkasten 15.30 Elephant Princess  – Zurück nach Manjipoor 16.20 Kurz+Klick 16.30 Enyo (5/26) 17.10 Die Schule der kleinen Vampire 17.35 Chi Rho – Das Geheimnis 18.00 Die Tigerentenbande 18.15 Pinocchio (3/52) 18.40 Der Mondbär 18.50 Unser Sandmännchen Sport 1 14.15 Hattrick. 2. Bundesliga. 31. Spieltag 15.20 Werbesendung 15.25 Ultimate Football  – Legendäre Tore 15.30 Poker. High Stakes, 6. Saison 16.30 Reportage. Telekom Extrem Playgrounds (1) 17.30 Poker. Poker after Dark Staffel 70 18.30 Bundesliga aktuell 19.55 Werbesendung 20.00 UEFA EM  – Die größten deutschen Spiele. Deutschland  – Tschechien, EM-Finale 1996 / Deutschland – Spanien, EM-Finale 2008 21.00 DFB-Pokal-Klassiker. Die Finalsten 2011: FC Schalke 04 und MSV Duisburg 22.00 News 22.30 Hattrick 23.40 News 23.55 Werbesendung 0.00 Sport-Clips n-tv Stündl. Nachrichten 8.10 Der Garten Eden 9.10 Die Zensur der Bibel 10.10 Die 10 Gebote 11.10 Der JahrhundertBankraub 13.10 Brückenbau am Limit 14.10 Giganten der Moderne: Brücken 15.10 Giganten der Moderne: Flugzeugträger 16.10 Giganten der Moderne: Flughäfen 17.10 Giganten der Moderne: Wolkenkratzer 18.30 Auslandsreport 19.05 Wenn der Mond verschwindet 20.10 Tödliche Sonne 21.10 Die Kreuzzüge – Christen vor Jerusalem 22.05 Die Kreuzzüge  – Rückeroberung von Jerusalem 23.05 Deluxe 0.10 5th Avenue 0.35 Giganten der Moderne: Flugzeugträ- Deutschlandfunk 7.05 Informationen und Musik 8.35 Zum Karfreitag 9.05 Kalenderblatt. Vor 50 Jahren: In Algerien putschen Generäle gegen Charles de Gaulle 9.10 Die neue Platte. Neue Musik 9.30 Essay und Diskurs. Über das produktive Scheitern von Utopien 10.05 Evangelischer Gottesdienst 11.05 Das Feature. Die Eislers – eine Ausnahmefamilie 12.10 Sinfonisches Konzert 13.05 Informationen am Mittag 13.30 Kleines Konzert 14.05 Campus & Karriere. Das Bildungsmagazin 15.05 Corso spezial. Kulturhauptstadt Turku 2011 15.50 Schalom. Jüdisches Leben heute 16.10 Büchermarkt 16.30 Forschung aktuell. Pulsarjägern in der Eifel 17.05 Kulturfragen 17.30 Kultur heute 18.10 Informationen am Abend 18.40 Hintergrund 19.05 Kommentar 19.10 Das Kulturgespräch. Wer hat Angst vor der Bürgerbeteiligung? 20.05 Das Feature. Eine Pilgerreise durch das Heilige Land 21.05 On stage. Arlo Guthrie mit den Thüringer Symphonikern 22.05 JazzFacts. Neues von der Improvisierten Musik 23.05 Historische Aufnahmen. Der Geiger Jascha Heifetz 0.05 „Der Gefangene“. Hörspiel von Friedrich Ani 1.05 Soundcheck. Epische Breite als Aussage 3.05 Nachtkonzert vom Deutschlandfunk Deutschlandradio Kultur 6.05 Feiertagsmotette 6.56 Christliche Wissenschaft 7.05 Feiertag 7.30 Kakadu 8.05 Aus den Archiven 9.05 Radiofeuilleton 9.55 Kalenderblatt. Vor 50 Jahren: In Algerien putschen Generäle gegen Charles de Gaulle 12.05 Ortszeit 12.30 Lesart Spezial. Das politische Buchmagazin 13.05 Die Reportage 13.30 Neonlicht 14.05 Kakadu. „Zwerg Nase“. Hörspiel von Mario Göpfert nach Wilhelm Hauff. Komposition: Dietrich Petzold. Regie: Beate Rosch 15.05 Interpretationen. Klingende Mysterien – Bibers „Rosenkranzsonaten“ 17.05 Ortszeit 17.30 Nachspiel. Wie Blinde und Sehschwache in Deutschland Sport treiben 18.05 Aus der jüdischen Welt 18.30 „Atemschaukel“. Hörspiel nach Herta Müller 20.05 J.S. Bach: Matthäuspassion BWV 244. Live aus Berlin. Mit Maximilian Schmitt, Tenor; Tobias Berndt, Bass; Christina Landshamer, Sopran; Franziska Gottwald, Alt; Lothar Odinius, Tenor; Markus Eiche, Bass; RIASKammerchor, Concerto Köln, Leitung: Hans-Christoph Rademann 23.05 Fazit 0.05 Lange Nacht. Jaffa Roof – über den Dächern von Tel Aviv. Die Lange Nacht über eine israelisch-deutsche Familiengeschichte 3.05 Tonart. Musical Time. Deborah Johnson: „Office #7 – A Modern Fairytale“ WDR 5 6.05 Als das Wünschen noch geholfen hat … 1001 Märchen im WDR 7.30 Liegen bleiben 8.40 Habakuk. Kirche für Kinder 9.05 ZeitZeichen. 22. April 1566: Der Todestag der Mätresse Diane de Poitiers 9.20 Diesseits von Eden. Die Welt der Religionen 10.00 Evangelischer Gottesdienst 11.05 Lilipuz – Familienkonzert. Edvard Grieg: „Peer Gynt“ 12.05 Scala – Aktuelles aus der Kultur. Darin: Wofür stehst du? Axel Hacke und Giovanni di Lorenzo auf den Spuren der Moral 13.05 Mittagsecho 13.30 Lebenszeichen. Letzte Worte am Kreuz. Eine Diskussion unter Gekreuzigten (Wh. von 8.30 Uhr, WDR 3) 14.05 Lilipuz – Radio für Kinder. „Die Brüder Löwenherz“ (1/2) 15.05 Zeichen und Wunder. Das Literaturgespräch. Sprachkünstler und Barrikadenbauer. Gespräch mit Reinhard Jirgl (Wh. von 12.05 Uhr, WDR 3) 16.05 SpielArt. Die vier Elemente: Luft 18.05 Erlebte Geschichten. Er nennt sich selbst ein Genie. Markus Lüpertz, Künstler, wird 70 18.30 Echo des Tages 19.05 Bärenbude. Zusammen spielen 20.05 WDR 5 spezial. Lesung der biblischen „Offenbarung des Johannes“ 22.05 MusikBonus 22.30 Erlebte Geschichten 23.05 Scala – Aktuelles aus der Kultur 0.05 Nachtaktiv – Wiederholungen vom Tage SWR 13.30 Pfarrer Braun: Die Gärten des Rabbiners. TV-Krimikomödie, D 2008 15.00 Musikalische Reise 16.30 Das Beste aus Eisenbahn-Romantik 17.15 Länder – Menschen – Abenteuer 18.00 Landesschau aktuell BW 18.05 Klang der Heimat 19.05 60 Jahre SWR Big Band 19.45 Landesschau aktuell BW 20.00 Tagesschau 20.15 Das fantastische Quiz des Menschen 21.45 Landesschau aktuell BW 21.50 Schwabenkinder. TV-Biografie, D 2003 23.40 „Der Herrgott weiß, was mit uns geschieht” 0.55 Grüß Gott, Gams. Dokumentarfilm, D 2008 HR 8.25 Meine Schwiegersöhne und ich 8.50 kreuz und quer 9.50 Meine Schwiegersöhne und ich 10.15 Als Hessen fliegen lernte 11.45 Als Frankfurt hundert Gassen hatte 12.30 Bomben auf Hessen 13.15 Legenden 14.15 Die Abenteuer des Kardinal Braun. Krimikomödie, F/D/I 1967 15.45 Giganten im Kornfeld 17.15 Hessen-Reporter 18.00 Ostern in Hessen 19.30 Hessenschau 20.00 Tagesschau 20.15 Hessische Hoheiten Dokumentarfilm, D 2011 21.45 Die schönsten Kirchen in Hessen 23.15 Das große Hessenschauquiz 0.40 Hessenquiz 2.10 Straßen-Stars Super RTL 13.45 Cosmo & Wanda – Wenn Elfen helfen: Abra Katastropha. TV-Zeichentrickfilm, CDN 2003 15.05 Cosmo und Wanda – Wenn Elfen helfen: Alltagshelden. TV-Zeichentrickfilm, CDN 2004 16.25 Cosmo & Wanda – Wenn Elfen helfen 17.20 Angelo! 17.45 Cosmo und Wanda 18.15 Disneys Tauschrausch 18.45 Phineas und Ferb 19.15 Hannah Montana 19.45 Disney Meine Schwester Charlie (3/23) 20.15 Bugs Bunnys wilde verwegene Jagd. Zeichentrickfilm, USA 1979 22.20 Ali Baba und die 40 Räuber (1/2). TV-Abenteuerfilm, F 2007 0.25 Shop24Direct Eurosport 8.30 Tennis 9.45 Snooker 11.00 Snooker. WM. 7. Turniertag, Achtelfinale (Best of 25). Live aus Sheffield (GB) 14.00 Tennis 15.00 Snooker 15.45 Snooker. WM. 7. Turniertag, Achtelfinale (Best of 25). Live aus Sheffield (GB) 18.30 Kraftsport 18.50 Kraftsport. Giants Live – World’s Strongest Man Qualifying Tour 2010 19.30 Horse Racing Time 20.00 Snooker. WM. 7. Turniertag, Achtelfinale (Best of 25). Live aus Sheffield (GB) 23.00 Kraftsport. Strongman Super Series 2010. Highlights der drei Saisonstationen von April bis Dezember 0.00 Freeride Spirit N24 Stündl. Nachrichten 12.05 Der Nostradamus-Effekt: 2012 – Das Ende der Welt 13.05 Autopsie XXL: Die Giraffe 14.05 Mega-Maschinen: Meilensteine der Technik 15.05 Reporter aus Leidenschaft 16.05 Explosion auf dem Flugdeck 17.05 Mayday  – Kollision über den Wolken 18.05 Katastrophen und Konstrukte: Wolkenkratzer 19.05 sonnenklar.tv 20.05 Kronzuckers Kosmos 21.05 Katastrophen und Konstrukte: Stadien 22.05 Das Kolosseum – Arena der Gladiatoren 23.05 Fight Science – Selbstverteidigung extrem Dokumentarfilm 0.05 Zukunft ohne Menschen – Das menschliche Erbe MDR 9.55 Zwerg Nase. TV-Märchenfilm, D 2008 11.25 Das Kitz im Moos 11.55 Seabiscuit  – Mit dem Willen zum Erfolg. Sportfilm, USA 2003 14.05 Ostern in der Taiga 14.35 Die Küsten des Nordens (1/6) 15.35 Das Feuerzeug. Märchenfilm, DDR 1958 16.55 MDR aktuell 17.00 Auf kleiner Spur 17.30 Appetit hat man überall 18.00 MDR aktuell 18.05 Die Osterjungfrau 18.50 Unser Sandmännchen 18.55 Wetter für 3 19.00 Mumien 19.30 MDR aktuell 19.50 Elefant, Tiger & Co. 20.15 Die Himmel rühmen 21.45 MDR aktuell 22.00 Unter uns 0.02 Musik von Johann Sebastian Bach RBB 13.55 Die großen und die kleinen Wünsche – David gegen Goliath (1/2). TV-Drama, D 2007 15.25 Insel Mainau 16.15 Zoo-Babies (1/5) 17.00 „Gottes liebste Kreatur” 17.45 Sandmännchen 18.00 rbb aktuell 18.05 rbb wetter 18.10 Kirchen, Klöster und Kneipen 18.55 Landschleicher extra 19.25 rbb wetter 19.30 Abendschau / Brandenburg aktuell 20.00 Tagesschau 20.15 Die Manns – Ein Jahrhundertroman: 1923–1933 / 1933–1941 (1+2/3). TV-Familienchronik, D/A/CH 2001. Dazwischen: 22.00 rbb aktuell 0.00 Ein ganz gewöhnlicher Dieb. Gangsterfilm, GB/USA/IRL/D 2000 REISE DEFGH Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 • Nr. 93 ALPEN • Täglich auf denselben Gipfel ÖLBERG • Hotel mit historischer Aussicht Seite 32 Seite 33 Tor in den Anden In Peguche, einem Dorf im Hochland von Ecuador, wird jedes Frühjahr eine kleine Fußball-WM ausgetragen. Manche Spieler kommen dafür extra aus Europa olland ist in Not. Ein Gegentor nach dem anderen. Da können die Stürmer in den orangefarbenen Trikots noch so viele Haken auf dem holperigen Rasen schlagen, die Fans auf der Tribüne noch so enthusiastisch Fahnen schwingen: Es sieht nicht gut aus für „Holanda“, und die Reservespieler Diego und Comanche schütteln auf der Bank schon resigniert die schwarzen Pferdeschwänze. Dabei sind sie gekommen, um zu siegen. Um am Ende dieser Fußball-Weltmeisterschaft den schweren Pokal in die Luft zu stemmen, 2000 Dollar in Empfang zu nehmen und einen leibhaftigen Stier. Doch jetzt ist erst einmal der Ball weg. „Den Ball, der hinausgeflogen ist, bitte zurückgeben!“, donnert der Stadionsprecher. Derweil klettern ein paar Kinder über die Platzabsperrung, preisen Verkäufer lautstark „Wasser-Eis-Muscheln-Schweinehaut“ an, und eine schwitzende Blaskapelle beginnt, schräg über alles hinwegzuschmettern. „El Mundialito“, die „Kleine Weltmeisterschaft“, ist wieder mal ein Großereignis. Jedes Frühjahr wird sie im ecuadorianischen Peguche ausgetragen. Peguche mag zwar auf den ersten Blick wie ein austauschbares Anden-Dorf am Rand des Städtchens Otavalo aussehen. Doch der Eindruck täuscht: Die Region am Fuß des Vulkans Imbabura ist international vernetzt wie kaum eine andere in Ecuador. Seit Jahrhunderten schon sind die Otavalo-Indianer als geschäftstüchtige Textilfabrikanten und Händler bekannt. Sie verkaufen ihre Waren nicht nur in Otavalo selbst, auf dem bei Touristen sehr beliebten, angeblich größten Markt Südamerikas, sondern vertreiben sie auch auf ihren ausgedehnten Reisen in alle Welt. Wenn sie nicht gleich ganz im Ausland leben. Einmal im Jahr jedoch kehren fast alle zurück, zum Fest „Pawkar Raymi“ samt Fußball-Turnier. Und wer es sich leisten kann, bringt gleich sein eigenes Fußballteam mit. Deutschland war bis jetzt noch nicht dabei; in diesem Jahr streiten „Barcelona“, „Holanda“ und „Boca Juniors“ mit heimischen Mannschaften um den Pokal. Der ist natürlich eine detailgetreue Replik der Fifa-Trophäe. Nur der Preis für den besten Spieler zeigt deutlich indigenen Einschlag – es ist eine vergoldete Espadrille mit Stollen. „So haben unsere Väter früher Fußball gespielt“, sagt Festival-Präsident Segundo Terán, „sie hatten kein Geld, deshalb haben sie Stollen aus Autoreifen unter die Sandalen geklebt, um nicht im Schlamm auszurutschen.“ Die Espadrilles gehören auch heute noch zur korrekten Ausstattung eines Otavaleño. Auf der Tribüne sitzen vor allem die Älteren noch in authentischer Tracht: die Männer mit weißen Hosen, dunkelblauem Poncho und einem langen Pferdeschwanz, der unter dem Hut hervorschaut; die Frauen mit bestickten wei- Standpauken vom Trainer gehören zum Turnier wie die langen Haare der Fußballspieler. Hier machen indigene Talente auf sich aufmerksam, die sonst oft übersehen werden. Fotos: R. Buendia/AFP, Joachim Jacobs H ßen Blusen über dunklen Röcken. Doch die aktuelle Mode hat auch in Otavalo längst Einzug gehalten. Viele tragen einen Poncho zur Jeans, einen Hut zum karierten Hemd. Ein Pferdeschwanz jedoch baumelt fast jedem Mann den Rücken hinunter. Dieser ist auch eine Voraussetzung, um am Turnier teilzunehmen. Die Regeln sind streng: Die Spieler müssen zudem von väterlicher oder mütterlicher Seite Indianer sein und Quichua sprechen. Nur drei Spieler pro Team dürfen davon abweichen: Man will auf indigene Talente aufmerksam machen, die in Ecuador meist übersehen werden. Und man will Freundschaften zwischen den verschiedenen Volksgruppen fördern, die „Interkulturalität“ feiern. Die Niederländer allerdings sind an diesem Tag nicht in Feierlaune. Schwarze Wolken türmen sich über dem Spielfeld, auf den umliegenden Hügeln regnet es bereits. Immer noch stürmt „Holanda“ erfolglos gegen eine zähe Mannschaft aus der Umgebung an. Die Fans sind deutlich leiser geworden, auch die Intonation der Blaskapelle lässt immer mehr zu wünschen übrig. Die Kinder liefern sich, da gleichzeitig auch noch Karneval ist, ausgiebige Schlachten mit Sprühschaum, Farbbeuteln und Wasser. Auch ein Clown, der die Passanten zwischen Tribüne und Spielfeld nachäfft, lenkt die Aufmerksamkeit der Zuschauer ab. Da ertönt der Schlusspfiff, und eine missmutige Oranje-Truppe schleicht vom Platz. Die Spieler sammeln sich im Zelt einer Garküche, wo sie ein typisches Gericht aus Fleisch und gequollenem Mais verschlingen und einen Wutausbruch des Teamchefs über sich ergehen lassen. „Wir müssen besser werden“, zürnt der gedrungene Mann mit Ziegenbärtchen und cooler Sonnenbrille, „ihr müsst mit mehr Seele spielen. Morgen heißt der Gegner Barcelona! Und ich erwarte Pünktlichkeit!“ Seine Stimme wird noch lauter: „Das habe ich in Europa gelernt: Pünktlichkeit!“ Nach dieser Standpauke ist sein Zorn wieder etwas abgeflaut, Alberto Cushcagua Lema hat nun lächelnd Zeit für ein Gespräch. „Ich bin der Besitzer der Mannschaft“, erklärt er mit lässigem Stolz. Alberto hat einige Jahre in Deutschland verbracht, nun lebt er mit seiner Familie in Spieler, die Verpflegung und die in Holland genähten Trikots. Dazu kommen die Reisekosten: Die Spieler aus Europa müssen ihre Flüge selbst bezahlen. Der Spaß ist es ihnen wert. „Wir kommen aus den verschiedensten Ländern hierher, um unsere Freunde und Familien zu treffen“, sagt Alberto, der die Zerrissenheit des Emigranten nur zu gut kennt: „Mein Herz ist gespalten: In Europa lebe ich, doch hier sind meine Leute!“ In der Fremde allerdings gibt es mehr Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Wie die meisten Otavaleños verkauft Alberto Kunsthandwerk und Textilien aus der Heimat Der beste Spieler des Turniers erhält eine vergoldete Espadrille Amsterdam, das wegen seiner hohen Auswandererzahl auch „Klein Otavalo“ genannt wird. Kurze Unterbrechung, das Handy klingelt – ein Freund in den Niederlanden will wissen, wie das Spiel ausgegangen ist. „Wir haben verloren“, knurrt Alberto. Die Sache ist ärgerlich, schließlich hat ein Freundeskreis in Amsterdam keine Kosten und Mühen gescheut, um zum zweiten Mal ein Fußballteam nach Peguche zu schicken: „Zwölf der Spieler leben in den Niederlanden oder haben dort gelebt“, sagt Alberto. Den Rest hat man in der Heimat zusammengesucht, ein paar Spieler dazugekauft. „Das ist teuer“, sagt Alberto, rund 4000 Dollar kosteten die auf Märkten in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Auch in München war der 36-Jährige schon mehrmals: „Wir haben ein paar Mal während des Oktoberfests in der Innenstadt Musik gemacht.“ Wenn sie mit Poncho und Panflöte in deutschen Fußgängerzonen „Guantanamera“ abnudeln, mag man sich schamvoll abwenden. Bei einem Kulturabend in Peguche jedoch wird klar, dass AndenMusik mehr als Touristen-Folklore sein kann: Der satte Sound von zehn Musikern, die Schlagzeug, diverse Flöten und Gitarren bearbeiten, bringt Stimmung in den Saal. Die gemischten Gefühle von Emigranten und Daheimgebliebenen wer- den auch in einem Theaterstück sichtbar, in dem von Abschied, Identität und Werteverlust die Rede ist. Ein der Heimat entfremdeter Hip-Hopper rappt darin: „Tu puedes seguir, no te dejes destruir“ – du kannst weitermachen, aber lass dich nicht zerstören. Dies ist das Motto schlechthin der Otavaleños. Sie sind Meister darin, Altes mit Neuem zu verschmelzen. Das Festival „Pawkar Raymi“ ist der beste Beleg: Es wird von den Organisatoren als Frühlingsfest in den Reigen der andinen Jahresrituale eingereiht, der Brauch wurde aber erst in den neunziger Jahren aus Peru und Bolivien entliehen. Macht nichts, auf diese Weise gelingt es den Pegucheños, Fußball und Karneval einen symbolischen Rahmen zu verleihen. Und so ein Fest zu schaffen, das alle Dorfbewohner im Engagement vereint. Das ist wichtig, denn ein Dorf wie Peguche muss viele Widersprüche aushalten. Die bleiben auch Reisenden, die zum Teppichkauf durch die wenigen Geschäfte des Ortes streifen, nicht verborgen: Während die Migranten jedes Jahr ein Stockwerk mehr auf ihre teilweise kitschig protzenden Betonpaläste setzen, ducken sich daneben armselige Hütten, vor denen zwei Hühner picken. Wer kann, arbeitet hier neben ein bisschen Landwirtschaft in der Textilproduktion. Wie der junge Festpräsident Segundo Terán, der eine Werkstatt besitzt und sich nicht vorstellen kann, jemals ins Ausland zu gehen: „Über die Hauptstadt Quito bin ich nicht hinausgekommen – und es interessiert mich auch nicht.“ Man kann also auch in Peguche über die Runden kommen. Doch noch gibt es viel Armut in der Region, etwa in den um- liegenden Handwerker-Dörfern. Im Nachbardorf San Roque etwa arbeitet Kleber Tituaña in einem unverputzten Steinhaus an einer alten Webmaschine. Seine Familie gehört zu den letzten Teppichwebern des Dorfes: Beim Verkauf an die Zwischenhändler bleibe einfach zu wenig Geld übrig, sagt der 25-Jährige, der mehr als 40 komplizierte Muster im Kopf hat. Auf dem Markt von Otavalo verscherbeln die Zwischenhändler die Waren aus den umliegenden Dörfern zu einem deutlich höheren Preis. Immer noch günstig für die Touristen aus aller Welt, die sich hier mit Souvenirs eindecken: Die zentrale Plaza de Ponchos und die Nebenstraßen sind samstags ein einziges Meer aus Ständen mit Teppichen, Schals und Schmuck; nicht zu vergessen den ausgedehnten Gemüsemarkt und einen archaischen Tiermarkt. Überall in Otavalo wird eben gehandelt und verkauft. Auch auf dem Fußballplatz in Peguche werden Geschäfte gemacht, am Spielfeldrand kann man Nähmaschinen erwerben und Meerschweinchen am Spieß. Einen Tag später sticht die Sonne vom Himmel. Das Gelände ist längst vermüllt, aber die Stimmung steigt immer noch unerbittlich. Es spielt: Holland. Ein letztes Mal heizt die Blaskapelle den Spielern ein. Vergebens, die Oranjes haben bisher nur verloren. „Sie werden wohl ein bisschen ausscheiden“, sagt ein Zuschauer. Doch was soll’s, nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Drei Wochen wird Teamchef Alberto noch hierbleiben; drei Wochen, in denen er bereits für das nächste Jahr plant. Eine große Aufgabe: Holland soll endlich Weltmeister werden! Zumindest in Peguche. ANTJE WEBER Informationen PAZIFIK KOLUMBIEN Peguche Otavalo Quito A n d e n Imbabura ECUADOR 50 km SZ-Karte In der Region am Fuß des Vulkans Imbabura leben besonders sportbegeisterte, international vernetzte Textilhändler. Foto: Mauritius Anreise: Mit Lufthansa von Frankfurt über Bogota nach Quito (hin und zurück ab circa 900 Euro), dann weiter mit Bus oder Auto nach Otavalo, die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Unterkunft: Hotels aller Preisklassen in Otavalo und Umgebung, Auswahl unter: www.exploringecuador.com Weitere Auskünfte: www.visitotavalo.com, www.otavalosonline.com, www.pawkarpeguche.com REISE DEFGH Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 • Nr. 93 • Seite 32 Ottis Geheimnis Seit zehn Jahren steigt Wolfgang Schönauer fast täglich auf den Breitenstein im Mangfallgebirge r hat eine Nachricht im Fensterlbuch hinterlassen. „Komme gleich wieder“, steht dort mit blauem Kugelschreiber auf kariertem Papier geschrieben. Und tatsächlich lässt Otti nicht lange auf sich warten: Bald schon dringt ein Rascheln und Knacken durch den dichten Nadelwald, wenig später taucht Otti zwischen den Bäumen auf. Hastig bahnt er sich seinen Weg durch Äste und Geröll. Schließlich hält er inne, legt die Wanderstöcke und seinen Rucksack auf einem Felsen ab und atmet tief durch. „Da bin ich also“, sagt er und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Seit zehn Jahren wandert Otti, der eigentlich Wolfgang Schönauer heißt, täglich auf den Breitenstein, einen 1622 Meter hohen Berg im Mangfallgebirge. Er nimmt stets dieselbe verborgene Route über den bewaldeten Südhang, vorbei am Fensterl, einem natürlichen E dio zu hocken“. Während sich andere im Fitnesscenter auf das Laufband stellen, hat Otti sich für seinen Sport die Natur ausgesucht. Die Motive sind jedoch dieselben: Stress abbauen, Kraft und Ausdauer stärken, fit bleiben. Sein Training dokumentiert Otti in einer Tabelle auf seinem Computer. Die Liste druckt er regelmäßig aus und heftet sie in einen Ordner. Inzwischen kennen ihn die anderen Wanderer am Breitenstein, und viele kommentieren seine Einträge im Buch. Manche grüßen ihn, andere fragen nach, wo er bleibt, wenn er mal längere Zeit nicht oben war, manche spekulieren, was ihn so oft auf den Berg treibt. Einmal schrieb eine Frau, sie wolle ein Kind von Otti, und hinterließ ihre Telefonnummer. „Da habe ich aber nicht angerufen“, sagt er. Lange Zeit wusste niemand, wer sich hinter dem eifrigen Bergwanderer verbirgt. Denn „Otti“ war anfangs nur ein Phantom im Fensterl: Inzwischen weiß jeder im Tal, wer sich da oben so oft unter dem Namen Otti ins Gipfelbuch eingetragen hat. Fotos: Alichmann Felstor, das den Blick auf das Leitzachtal freigibt. Dort trägt er sich mit Datum und Uhrzeit in ein Buch ein, bevor er weiter zum Gipfel aufsteigt. An diesem Tag hat Otti zum 3635. Mal das Papier und den Stift aus der Metallbox an der Felswand gefischt. Nun sitzt er auf einem steinernen Vorsprung, die verschrammten Beine an den Körper gezogen. „Hier oben ist jeder Tag anders“, sagt er, „das Wetter, die Natur, alles verändert sich ständig.“ Mit dem Bergwandern hat der Schulhausmeister aus Fischbachau angefangen, als er vor zwölf Jahren Probleme mit den Bandscheiben hatte. Erst bestieg er die umliegenden Gipfel wie den Wendelstein oder die Rotwand, dann auch die Zugspitze und den Watzmann. Schließlich beschloss er, sich auf den Breitenstein zu konzentrieren, weil der direkt vor seiner Haustür liegt. Heute ist er mindestens einmal am Tag oben, am Wochenende sogar dreimal. „Das ist mein Ausgleich, da habe ich meine frische Luft und kann machen, was ich mag“, sagt der 50-Jährige. Das sei besser, als sich jeden Tag „ins muffige Stu- Deckname, den Schönauer sich selbst gegeben hatte. „Die Leute sollten nicht wissen, wer hier so oft hochgeht und sich ins Buch einträgt“, erklärt er, „es hat Spaß gemacht, ihnen beim Rätseln zuzuschauen.“ Schließlich ertappte ihn aber ein Einheimischer dabei, wie er ins Buch schrieb. Seither weiß in der kleinen Gemeinde Fischbachau beinahe jeder, wer das Phantom vom Breitenstein ist. Einige halten ihn für verrückt, die meisten aber zollen ihm Respekt, vollbringt er doch eine beachtliche sportliche Leistung. Die 700 Höhenmeter bis zum Gipfel schafft er in rund 40 Minuten, andere Wanderer sind in der Regel zwei Stunden unterwegs. Meistens geht er deswegen alleine. Einmal hat er seine Familie mitgenommen, seine Frau und die zwei Söhne, „aber da haben wir drei Stunden gebraucht“. Wenn Otti am Gipfel ankommt, dann macht er sich normalerweise gleich wieder auf den Rückweg. Zeit für eine Brotzeit bleibt nicht, nur selten kehrt er in einer Hütte auf ein Bier ein. „Der Hubertuswirt hat einmal ins Buch geschrieben, wenn ich jedes Mal eine Maß bei ihm trinken würde, dann wäre er ein reicher Mann“, sagt er. Es gibt nicht viel, was Otti von seiner täglichen Wanderung abhält. Regen, Wind und Kälte sind jedenfalls kein Hindernis. Einmal sei er bis zum Bauchnabel im Schnee gestanden, erklärt er. „Da kämpft man wirklich, da meinst du, du schaffst das vielleicht gar nicht.“ Bisher hat Otti es immer geschafft, vor dem Gipfel umgekehrt ist er noch nie. Nur bei Gewitter geht er nicht mehr auf den Berg. Das habe er früher gemacht, aber dann sei eines Tages ein Baum direkt am Wandersteig von einem Blitz getroffen worden, kurz nachdem er dort war. Seitdem setzt er an solchen Tagen aus. Man mag ihm kaum glauben, wenn er sagt, ihm fehle dann nichts. Oder dass es ihn nicht unter Druck setze, wenn andere Wanderer im Fensterlbuch fragen, wo er denn bleibt. Er gibt aber immerhin zu, dass er nicht immer Lust hat auf seine tägliche Wanderung: „Manchmal denke ich mir unten schon, ich will gar nicht gehen. Aber das ist nach ein paar Metern gleich wieder verflogen.“ Spätestens am Gipfel, wenn er an schönen Tagen bis zur Zugspitze, zum Chiemsee, zum Großvenediger und zum Großglockner sehen kann, weiß er wieder, was ihm am Breitenstein gefällt. Die Aussicht teilt Otti von Frühjahr bis Herbst mit vielen anderen Wanderern. Der Berg ist bei Tagesausflüglern beliebt. Er ist von München aus schnell zu erreichen, der breite Gipfel ist einfach zu besteigen, und es gibt bewirtschaftete Hütten auf dem Weg nach oben. Im Winter eignet sich der Breitenstein auch gut zum Rodeln und für Skitouren. Einmal traf Otti am Berg eine junge Frau, die ihre Skier tragen musste, weil zu wenig Schnee lag. Sie war völlig erschöpft und kam kaum noch voran. „Da habe ich ihr geholfen und ihre Skier genommen“, erzählt er. Überhaupt scheinen die vielen Besucher Otti nicht zu stören. Er ist ohnehin die meiste Zeit auf versteckten Pfaden unterwegs, die nicht offiziell markiert und daher ruhig sind. Und die Großstädter, die raus in die Natur wollen, kann er gut verstehen: „Wenn ich in München bin und die Wohnungen sehe – ich würde da nicht leben wollen. Da bin ich keinem böse, der nach draußen will.“ Doch nicht alles am Outdoor-Boom kann er nachvollziehen, etwa „wenn die dann im teuersten, neuesten Aufzug daherkommen und auffallen wie ein Papagei“. Otti selbst legt keinen großen Wert auf eine besondere Ausrüstung. „Die hier trage ich schon seit ein paar Jahren“, sagt er und deutet auf seine kurze Hose, „die ist schon ein paar Mal geflickt worden, aber das reicht.“ Auch spezielle Bergschuhe brauche er nicht. Er trägt Sportschuhe, die nicht über den Knöchel gehen, „aber die haben auch ein gutes Profil.“ Mit denen habe er im Urlaub vor vier Jahren schon einen geringfügig höheren Berg bestiegen, den Kilimandscharo. Ob er schon einmal einen Unfall am Berg hatte? „Ein paar Mal habe ich mir die Bänder gedehnt oder gerissen, aber mehr nicht.“ Ottis Familie akzeptiert sein zeitintensives Hobby. Seine Frau frage ihn zwar vor dem Wandern manchmal, ob das wirklich schon wieder sein müsse, aber sie nehme es hin. Und um seine verschwitzte Kleidung kümmert sich Otti offenbar selbst: Er habe da eine praktische Lösung gefunden, sagt er. Oben am Berg habe er eine Wäscheleine aufgebaut, dort hänge er verschwitzte Hemden zum Trocknen auf und tausche sie einfach beim nächsten Mal aus. Er muss lachen, während er das erzählt. Es wird nun langsam kalt am Fensterl, Wolken sind vor die Sonne gezogen und ein kühler Wind pfeift um den Felsen herum. Otti beschließt, sich wieder auf den Weg zu machen. Kaum hat er sich verabschiedet, verschwindet er auch schon wieder zwischen Felsen und Bäumen. Nur das rhythmische Klackern seiner Wanderstöcke ist noch etwas länger zu hören. ANNE ALICHMANN Informationen Rosenheim BAYERN Schliersee Tegernsee Breitenstein (1622 m) Fischbachau ebir ge In n lg g fal Man ÖSTERREICH 10 km SZ-Karte Anreise: Von München mit dem Auto oder der Bayerischen Oberlandbahn nach Fischbachau (Fahrzeit etwa eine Stunde). Vom Bahnhof sind es 3,5 Kilometer nach Birkenstein, wo der Aufstieg beginnt. Einkehr: Auf dem Weg zum Gipfel liegen die Kesselalm (1285 Meter), Bucheralm (1292 Meter) und die Hubertushütte (1585 Meter). Übernachtung: Die Kesselalm bietet Zimmer und ein Matratzenlager, Tel.: 08028/26 02, www.kesselalm.de Mein AllgäuSommer Wandern und Radeln im Outdoor-Paradies. Weite, offene Täler, sanfte Hügel und majestätische Berge, darin eingebettet glitzernde Bäche, Flüsse und Seen, malerische Dörfer und historische Städte - Herz, was willst du mehr? www.allgaeu-sommer.info Bad Hindelang Gef. Wanderung/Bergtour, Leih-Teleskopstöcke uvm. 7 Ü/HP p. P. ab € 330,www.bad-hindelang.info Füssen Mit Vital-HP im ***s Hotel, gef. 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Fotos: Nir Evron Das Relikt Auf Jerusalems Ölberg schlummert das frühere Hotel Intercontinental und konserviert den verblassten Glanz der sechziger Jahre D ie ersten Strahlen der Morgensonne berühren die Grabsteine am Westhang des Ölbergs, während die Limousinen vor dem neuen Intercontinental vorfahren. Durch die Drehtür schreitet die diplomatische Klasse der arabischen Welt. König Hussein von Jordanien selbst hat das Luxushotel bauen lassen, mit seinen sieben Fensterbögen, die abends honiggelb von der Kuppe des Ölbergs Richtung Westen strahlen. Es ist das beste Haus am Platz. Die Leuchter sind aus Syrien, das Holz ist aus dem Libanon, die Möbel entstanden an Ort und Stelle. Nun hat das Intercontinental seinen ersten großen Auftritt. Generäle, Botschafter und Frauenvertreterinnen bevölkern den Speisesaal. Würde man die schweren Vorhänge aufziehen, blickte man auf Jerusalem, die geteilte Stadt. Es ist der 28. Mai 1964, die Gründungskonferenz der PLO. 46 Jahre später. Tzachi Ashour hat es heute wieder nicht nach Hause zur Familie geschafft. Auf seinem Teller stapeln sich die Köstlichkeiten vom Buffet, Hühnerfrikassee, Safranreis und gefüllte Paprika, zubereitet von der arabischen Belegschaft. Ashour ist Sohn ukrainischer Juden, ein freundlicher, zupackender Unternehmertyp. Er leitet den Ausbau der Autobahn 1, die von Tel Aviv nach Jerusalem führt, über die Waffenstillstandslinie von 1948 und nonstop durch palästinensisches Gebiet zum Toten Meer. Die 1 ist die wichtigste Route Israels und häufig überlastet. Ashours Firma erweitert den östlichen Abschnitt Richtung Jericho auf vier Spuren. Viele sagen, hier werde gezielt das südliche Westjordanland vom Norden isoliert, um einen funktionierenden Palästinenserstaat zu verhindern. „Probieren Sie unbedingt einmal das Steak“, empfiehlt Tzachi Ashour. „Es kommt auf einer Steinplatte, die Spezialität des Hauses.“ Der Ölberg wird seit 1967 von Israel verwaltet. Die meisten der arabischen Führer von damals sind tot, die Palästinenser haben noch immer keinen eigenen Staat. In der Nachbarschaft schaffen Bulldozer Platz für jüdische Siedlungen und diplomatische Krisen, im Januar intervenierte Hillary Clinton, als das alte Shepherd Hotel abgetragen wurde. Doch die sieben Fensterbögen des ehemaligen Intercontinental, das heute 7 Arches heißt, behaupten ihren Platz am äußersten Rand der westlichen Welt, als wäre hinter ihren ungeputzten Scheiben die Zeit stehengeblieben. Unter der Decke Das Haus liegt spektakulär an einem heiligen Ort für drei Weltreligionen des Speisesaals hängen die gleichen Leuchter wie auf den Fotos von damals, goldene Reife mit roten Christbaumkugeln. Unter den Fenstern glitzert die Heilige Stadt mit der Kuppel des Felsendoms. Ein erhabener Ausblick. Doch kaum ein westlicher Reisender verirrt sich noch hierher. Für die Abende, an denen es auf der Baustelle später wird, hält Tzachi Ashours Firma ein Zimmer für ihn im Hotel. „Ich bin der einzige Stammgast“, sagt Ashour stolz – wie ein Sammler, dem es gelingt, einen Besucher für ein altes Liebhaberstück zu begeistern. Er lobt die Freundlichkeit des Personals, gerade ihm gegenüber als jüdischem Gast. „Normalerweise ist die Stimmung in der Gegend nicht so friedlich.“ Tzachi Ashour wird noch etwas Büroarbeit machen und sich dann schlafen legen, in einem Luxusbett von 1964. Sieben Bögen hat die Glasfront des Haupttraktes wegen der sieben Bögen des Seils, auf dem nach ihrem Glauben die frommen Muslime am Jüngsten Tag zum Felsendom schreiten. Kolonnaden führen in die beiden Schlafflügel aus rohem Sandstein. Architekt William Tabler, der zur gleichen Zeit den blauen Kasten des New Yorker Hilton entwarf, schuf hier eine Mischung aus orientalischen Formen und gestrecktem Modernismus. Das Intercontinental hatte schon 1964 Fernseher, Zentralheizung und Klimaanlage auf jedem Zimmer. Das ist alles noch da, aber die Touristen kommen nicht mehr her, sie sind in Westjerusalem. Dort gibt es Wellness, Bars, drahtloses Internet. Im 7 Arches gibt es nur eine Bar, sie hat aber das beste Panorama der Stadt. Die Tische sind immer gedeckt, aber nie besetzt. Als warteten sie auf eine nie eintreffende Festgesellschaft. Alkohol wird ohnehin selten bestellt. Für den Hauptumsatz sorgen heute Pilgergruppen, gefolgt von Seminaren der israelischen Armee und Tagungen rechter Siedlerorganisationen. Es gibt wohl kaum einen spektakuläreren Platz für ein Hotel als diese heilige Stätte dreier Weltreligionen, zwischen Gräbern, Kirchen und Moscheen. Doch dem 7 Arches bringt das nichts, im Gegenteil. „Wir sind Häftlinge der politischen Entwicklungen“, sagt Manager Awni Inshewat. Inshewat arbeitet seit 1974 im 7 Arches. Er kennt jeden Lichtschalter im Haus, jeden Läufer. „Alles, was Sie sehen, ist original“, erklärt er und hebt die Brauen über den Rand seiner SechzigerJahre-Brille. Der Hoteldirektor wird später E-Mails schicken mit alten Fotos: Inshewat mit dem damaligen US-Außenminister Warren Christopher. Mit dem Bürgermeister von Betlehem. Mit dem Patriarchen von Russland. Man liest den Lauf der Zeit am Wechsel der Kleidungsstile und dem Ergrauen von Inshewats Haar ab. Nur das Hotel sieht immer gleich aus. Auf der Veranda steht ein Springbrunnen, der kein Wasser führt. Neben der Rezeption hängt ein alter Münzfernsprecher. Der Weg zu Zimmer 501 führt durch einen langen, dunklen Flur, an dessen Ende ein Leuchtschild warnt: „No Exit“. Im Nachtschrank sind Drehschalter für TV und Radio eingelassen, aber aus den Lautsprechern dringt nur Rauschen. Hinter den lange nicht geputzten Scheiben liegt die Altstadt wie eine ausgeblichene Postkarte, die seit den Siebzigern ihren Platz im Aufsteller eines Souvenirgeschäfts behauptet. Awni Inshewat verwaltet ein Museum. Er spricht bedächtig, mit sanfter Stimme. Die Eigentumsverhältnisse sind schwer zu verstehen. Als Israel 1967 die palästinensischen Gebiete besetzte, blieb das Hotel nach internationalem Recht Eigentum der jordanischen Königsfamilie. Israel verwaltet es bis heute für Jordanien. 1988 brach die erste Intifada aus, und bei Intercontinental war man froh, dass gerade der Zwanzig-JahresVertrag mit der Regierung endete. Inshe- wat war zu der Zeit Assistent des Managers, und da sich kein neuer Investor fand, erklärte er sich bereit, das Haus in einer Übergangslösung zu führen. Die dauert bis heute an. „Wir hatten seitdem nicht einen einzigen Tag geschlossen“, sagt Inshewat. „Wir sind das einzige Hotel, das am Freitag eine islamische Hochzeit ausrichten kann, am Samstag eine christliche und am Sonntag eine jüdische.“ Doch seit Jahren fehlt das Geld, um das Hotel wieder auf internationalen Standard zu bringen. Israel behandelt es als jordanisches Eigentum, Jordanien als israelisches. „Das 7 Arches ist ein Schwellenort“, sagt der Künstler Nir Evron, „steckengeblieben zwischen Ost und West, Vergangenheit und Gegenwart.“ Nir Evron lehrt in Jerusalem an der traditionsreichen Bezalel-Kunsthochschule. Er hat eine Videoarbeit über das 7 Arches gedreht: der Blick von der Rückseite des Hotels auf pa- lästinensische Siedlungen mit der Mauer in der Morgendämmerung. Die verlassene Rezeption. Leere Flure. Das Personal beim bedächtigen Falten der Wäsche. Ein einsames Paar beim Frühstück. In langen, konzentrierten Einstellungen enthüllt sich dieser blinde Fleck israelischpalästinensischer Geschichte. Inshewats Hoffnungen sind bescheiden. „Auch wenn wir das Geld hätten, denke ich nicht, dass wir das Haus in ein Fünf-Sterne-Hotel verwandeln sollten.“ Mit gefalteten Händen sitzt er an seinem Schreibtisch in einem kleinen Büro und haushaltet mit dem engen Budget der Regierung, ohne Verluste, ohne Gewinne. Er würde gerne alles bewahren, wie es ist. Doch vielleicht wird er bald gar nicht mehr gefragt. Auf einmal ist das 7 Arches in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt. Vergangenen Dezember berichtete die Zeitung Ha’aretz von Plänen der Regierung, 75 zusätzliche Zimmer zu bauen, eine Konferenzhalle und einen Swimmingpool. Die jordanischen Eigentümer protestierten, die israelischen Stellen dementierten. In Awni Inshewats Weltbild will das nicht passen. „Solche Pläne gab es“, sagt er. „Das war 1981.“ Vielleicht wird Inshewat es kaum bemerken, wenn seine bedächtige Welt am Ölberg bald in Stürme gerät, die dieses ganze liebenswerte Hotelmuseum davontragen, mit seinen Teppichen, seinen Leuchtern und seinem durch nichts aus der Ruhe zu bringenden Manager. KOLJA REICHERT Informationen Ein Doppelzimmer im 7 Arches gibt es ab 87 Euro pro Nacht. Tel.: 00972/2/626 77 77, Mount of Olives, P. O. Box 19585, Jerusalem 91194 Israel, [email protected], www.7arches.com *ROGHQHU +HUEVW LP 0LWWHOPHHU $Q]HLJH PLW 06 (8523$ :DUPHV /LFKW XQG PLOGH 7HPSHUDWXUHQ ,P +HUEVW QLPPW GLH (8523$ DXI ]ZHL .UHX]IDKUWHQ .XUV DXI PDOHULVFKH 2UWH DQ GHQ PHGLWHUUDQHQ 6RQQHQNÙVWHQ %H VWLPPHQ 6LH LP 5DKPHQ HLQHU ¹EHUUDVFKXQJVUHLVH GLH JHQDXH 5RXWH VHOEVW RGHU HQWGHFNHQ 6LH GLH JHVFKLFKWVWUÁFKWLJHQ 6WÁWWHQ GHV 0LWWHOPHHUUDXPHV $QWLNH t JUR¼H *HVFKLFKWH DP 0LWWHOPHHU PLW 06 (8523$ (85 9RQ 3LUÁXV*ULHFKHQODQG QDFK *HQXD,WDOLHQ f f ÙEHU 6DQWRULQ*ULHFKHQODQG )HWKL\H 7ÙUNHL 7DUWXV6\ULHQ %HLUXW/LEDQRQ $OH[DQGULD¡J\SWHQ $JLRV 1LNRODRV .UHWD*ULHFKHQODQG XQG 9DOOHWWD0DOWD ¹EHUUDVFKXQJ t HLQH 5HLVH QDFK ,KUHQ :ÙQVFKHQ PLW 06 (8523$ (85 9RQ 9DOOHWWD0DOWD QDFK 3LUÁXV*ULHFKHQODQG f f ¹EHUUDVFKXQJVURXWH PLW .XUV DXI GLH $GULD XQG GLH .ÙVWHQODQGVFKDIWHQ .URDWLHQV :RKLQ JHQDX GDV 6FKLII 6LH WUÁJW HQWVFKHLGHW VLFK HUVW XQWHUZHJV ă[email protected] 2HD RHMC CDQ *@OHSĔMŬ (MCHUHCTDKKDQ [email protected] DHMD *[email protected] [email protected] RDHM 2HD TMC (GQD ,HSQDHRDMCDM DMSRBGDHCDM TMSDQVDFR VNGHM CHD RBGŅMRSD [email protected] CDQ 6DKS 2HD AQHMFS ,HS [email protected]@ TMC /HQĔTR RHMC KDCHFKHBG [email protected] TMC 9HDK [email protected] EDRSFDKDFS (GQ *@OHSĔM OQĔRDMSHDQS LŅF KHBGD 1NTSDM UNQ CDM *ŘRSDM UNM *[email protected] TMC ,NMSDMDFQN 2SDGS (GMDM CDQ 2HMM [email protected] CDM VDKSADQŘGLSDM KSRSĔCSDM UNM #TAQNUMHJ TMC 2OKHS ,ŅBGSDM 2HD [email protected] [email protected]@ESD 1NUHMI ADRT BGDM 2HD [email protected] CHD [email protected] 2NKKSD [email protected] 6DSSDQ MHBGS LHSROHDKDM RTBGDM 2HD QDHYUNKKD 9HDKD HM &[email protected] @TR TMC [email protected] (GQD [email protected] HM CDQ '[email protected] CDQ &ŅSSDQ 6NGHM CHD 1DHRD @TBG EŘGQS @M !NQC CDR VDKSVDHS DHMYHFDM *[email protected] LHS CDL /QĔ[email protected]  2SDQMD OKTR UDQAQHMFDM 2HD TMUDQFDRRKHBGD [email protected] HM DWJKTRHUDL LAHDMSD &DMHD’DM 2HD DQRS [email protected] *NLENQS TMC ODQRŅMKHBGDM 2DQUHBD 1DHRD HM CHD [email protected] [email protected] #HD @KSDM &QHDBGDM TMC 1ŅLDQ GHMSDQKHD’DM HL ,[email protected] [email protected] 9DTFMHRRD CHD AHR GDTSD ADDHMCQTBJDM 9VHRBGDM /HQĔTR TMC &D [email protected] ADFDADM 2HD RHBG @TE DHMD [email protected] 2OTQDMRTBGD l LHS CDQ $41./ CDL %[email protected] RBGHEE CDQ '@[email protected] +KNXC *[email protected] (M &[email protected] TMC CDQ 3ŘQJDH [email protected] 2HD RHBG @M [email protected]ĔSSDM VHD JQNSHQH @TE [email protected] NCDQ CDM KXJHRBGDM %DKRDMFQĔADQM HM %DSGHXD HM CHD MSHJD YTQŘBJUDQRDSYDM ,Ĕ[email protected] %[email protected] TLFHAS 2HD HL RXQHRBGDM [email protected] RNVHD HM #@[email protected] JTR CDQ s/DQKD CDR .QHDMSRf ,HS [email protected] 2BGĔSYDM KNBJS @TBG [email protected] 1DHBG CDQ /[email protected]@NMDM t   [email protected] 3UHLV GHU 5HLVH LQ HLQHU *DUDQWLH=ZHLEHWW $X¼HQVXLWH DE b  S 3 LQNOXVLYH /LQLHQĻÙJHQ DEELV 'HXWVFKODQG t   [email protected] 3UHLV GHU 5HLVH LQ HLQHU *DUDQWLH=ZHLEHWW $X¼HQVXLWH DE b  S 3 LQNOXVLYH /LQLHQĻÙJHQ DEELV 'HXWVFKODQG  +LJKOLJKWV s %HVXFKHQ 6LH HLQ]LJDUWLJH 6WÁWWHQ GHV 81(6&2:HOWNXOWXUHUEHV GLH $OWVWDGW YRQ 'DPDVNXV  GLH 5XLQHQ YRQ 3DOP\UD  .DLUR XQG GLH 3\UDPLGHQ YRQ *L]HK s 6SDQQHQGHV XQG :LVVHQVZHUWHV HUIDKUHQ 6LH YRQ GHQ PLWUHLVHQGHQ 1DKRVWH[SHUWHQ /XW] -ÁNHO XQG 'U )ORULDQ +DUPV  /QDHR FHKS ADH #NOODKMTSYTMF #HD 4MSDQAQHMFTMF DQENKFS [email protected] 5DQEł[email protected] HM DHMDQ 2THSD CDQ *@SDFNQHD  AHR  *NMSHMFDMS KHLHSHDQSŪ +LJKOLJKWV s ,QGLYLGXHOOHU 5HLVHYHUODXI 6LH VHOEVW JHVWDOWHQ ,KUH .UHX]IDKUW YRU .URDWLHQ XQG 0RQWHQHJUR t RGHU ZHWWHUEHGLQJW GXUFK *ULHFKHQODQGV JÓWWOLFKHV ,QVHOPHHU s /DVVHQ 6LH VLFK YRP DEZHFKVOXQJV UHLFKHQ 8QWHUKDOWXQJVSURJUDPP DQ %RUG ÙEHUUDVFKHQ #HDRD [email protected] RHMC MHBGS HL 1DHRDOQDHR [email protected] ADH (GQDL [email protected] HM [email protected]@ $HMD [email protected] MDMCD $MSCDBJTMFRQDHRDŬ $R [email protected] 2HD CHD RBGŅMRSDM 2DHSDM CDR ,HSSDK LDDQR %QDTDM 2HD RHBG @TE DHMD DADMRN DQKDAMHR QDHBGD VHD [email protected] 9DHS @M !NQC CDQ $41./ Ŭ 06 (8523$ t 'LH VFKÓQVWH <DFKW GHU :HOW s :HOWZHLW HLQPDOLJ HLQ]LJHV .UHX]IDKUWVFKLII PLW GHU $XV]HLFKQXQJ 6WHUQHSOXV s %HVRQGHUV SHUVÓQOLFK  &UHZPLWJOLHGHU YHUZÓKQHQ PD[  *ÁVWH DXI :XQVFK UXQG XP GLH 8KU s 0HHUEOLFN LQNOXVLYH JUR¼]ÙJLJH $X¼HQVXLWHQ  P  QDKH]X DOOH PLW 9HUDQGD 63$ 6XLWHQ VRZLH 3HQWKRXVH 6XLWHQ DE  P PLW %XWOHUVHUYLFH s 3HUVÓQOLFKH :RKOIÙKORDVH 6WLOYROOHU :HOOQHVVEHUHLFK )LWQHVVORIW PLW 0HHUEOLFN XQG HLQ 3HUVRQDO 7UDLQHU VRUJHQ IÙU GLH SXUH (QWVSDQQXQJ +S !DQKHSY "QTHRD &THCD  3HUVÓQOLFKH %HUDWXQJ XQG %XFKXQJ $UDEHOOD 5HLVHQ 7RXULVWLN *PE+ $UDEHOODVWU   0ÙQFKHQ 7HO   0R t )U  t  8KU (0DLO LQIR#DUDEHOODUHLVHQGH $QVSUHFKSDUWQHULQQHQ )UDX ,QJULG %DXPJÁUWQHU )UDX (YD $EHQG  ,KU 9RUWHLO b  S 3 %RUGJXWKDEHQ  Restaurant und Frühstückssaal wirken wie ein Museum. 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Nach wechselnden Herrschaftseinflüssen gerieten Estland, Lettland und Litauen im 18. Jahrhundert unter die Regentschaft des russischen Zaren, konnten nach dem Ersten Weltkrieg für kurze Zeit ihre Unabhängigkeit behaupten und bildeten später von 1945 bis 1990 drei Teilrepubliken der Sowjetunion. Diese Epochen haben in den drei Ländern gleichermaßen ihre kulturellen Spuren hinterlassen, wie diese Rundreise durch die Regionen an der östlichen Ostseeküste zeigen wird. Neben der spannenden Historie eint die heutigen EU-Mitgliedstaaten aber auch eine landschaftliche Mannigfaltigkeit. Diese zeichnet sich unter anderem durch artenreiche Nationalparks, dichte Wälder und malerische Küstenregionen aus. Reisehöhepunkte Tallinn: Viele bedeutende Sehenswürdigkeiten der estnischen Hauptstadt befinden sich auf dem imposanten Domberg, beispielsweise das Parlament, die protestantische Domkirche und die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale. Riga: Zahlreiche Jugendstil-Bauten prägen das Zentrum sowie die Neustadt von Lettlands Kapitale. Daneben zählen der Pulverturm, das Freiheitsdenkmal, die Universität, der Dom, das Schwedentor, das Parlamentshaus und das alte Schloss zu den herausragenden architektonischen Denkmälern. Kurische Nehrung: Charakteristisch für diesen fast 100 Kilometer langen Landstreifen, der von der Ostsee und vom Kurischen Haff umgeben ist und sowohl zu Russland als auch zu Litauen gehört, sind der feine Sand und die riesigen Wanderdünen. Nida: Ein besonderes Erlebnis bietet sich in diesem Ort bei einem Empfang mit Abendessen, klassischer Musik und einer Lesung im ehemaligen Sommerhaus Thomas Manns. Klaipeda: In der litauischen Hafenstadt befindet sich das bekannte Denkmal für das „Ännchen von Tharau“. Sehenswert sind auch der Skulpturenpark und das historische Postamt. Vilnius: Ein Rundgang durch das Zentrum verrät Interessantes über die 600-jährige Geschichte der Hautstadt von Litauen und führt unter anderem zur Peter und Paul-Kirche, zum Aušra-Tor, zur Universität und zum Präsidentenpalast. Eingeschlossene Leistungen U Õ} “ˆÌ Õv̅>˜Ã> ۜ˜ ؘV…i˜ ˜>V… />ˆ˜˜ ՘` âՇ rück von Vilnius (Umsteigeverbindungen über Frankfurt) U i âÕÀâiˆÌ }؏̈}i˜ Õ}…>vi˜ÃÌiÕiÀ˜ ՘` iL؅Ài˜ U ,՘`ÀiˆÃi ˆ“ {‡-ÌiÀ˜i‡,iˆÃiLÕà }i“B~ ,iˆÃiÛiÀ>Õv U È 4LiÀ˜>V…Ì՘}i˜ ˆ˜ {‡-ÌiÀ˜i‡œÌiÃ ˆ˜ />ˆ˜˜] ,ˆ}> und Vilnius inklusive Frühstück U { 4LiÀ˜>V…Ì՘}i˜ ˆ“ ·-ÌiÀ˜i‡œÌi ˆ˜ ˆ`> ˆ˜ŽÕÈÛi Frühstück U x Li˜`iÃÃi˜ ˆ˜ œÌiÃ U { ÌÞ«ˆÃV…i Li˜`iÃÃi˜ >Õ~iÀ…>L `ià œÌiÃ U £ Li˜`iÃÃi˜ ˆ˜ ˆ`> ¹<Õ >ÃÌ Liˆ /…œ“>à >˜˜º U ÕÃvØ}i] iÈV…̈}՘}i˜ ՘` ˆ˜ÌÀˆÌÌÃ}i`iÀ Ì° *Àœ}À>““ U iÕÌÃV… ëÀiV…i˜`i ,iˆÃiiˆÌ՘} ۜÀ "ÀÌ U ˜ÃœÛi˜âÛiÀÈV…iÀ՘} Reisetermine 09. bis 19. Juni und 04. bis 14. August 2011 Reisepreis pro Person Lithuanian State Department of Tourism 1.995 € im Doppelzimmer 2.395 € im Einzelzimmer Veranstalter TUI Leisure Travel Special Tours GmbH, Bremen Beratung und Prospekt: Tel.: 01805 - 00 41 13*, Mo. – Fr.: 8 – 20 Uhr, Sa. 8 – 14 Uhr, (*Dt. Inlandspreise: Festnetz 14 ct/Min., Mobilfunk max. 42 ct/Min.) Fax: 0421 - 322 68 38, E-Mail: [email protected], Internet: www.sueddeutsche.de/leserreisen Persönlicher Kontakt: Hapag-Lloyd Reisebüro, Theatinerstraße 32, 80333 München In Kooperation mit REISE Andrang in Jerusalem Gläubige aus aller Welt werden das Osterfest in Jerusalem feiern. Das israelische Tourismusministerium erwartet etwa 100 000 Besucher. Die Feiern des Leidens und der Auferstehung Jesu werden in diesem Jahr trotz der verschiedenen Kalendersysteme von Christen der West- und der Ostkirchen an den gleichen Tagen begangen. Auch das jüdische Pessachfest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert, fällt in die Karwoche. Jerusalem steht zu Ostern unter strengen Sicherheitsvorkehrungen: In den vergangenen Jahren hatte die Polizei den Zugang zur Grabeskirche aus Sicherheitsgründen auf 10 000 Personen beschränkt. In diesem Jahr sollen Großbildschirme im Freien Abhilfe schaffen, auf denen der Ostergottesdienst übertragen wird. KIR DEFGH Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 • Nr. 93 • Seite 35 REISEBUCH Wasserfarben auf die Mühlen Hans-Jürgen Gaudecks Aquarelle der Mark Brandenburg zeigen das durch Fontane Vertraute neu So genau in der Beschreibung von Landschaften und von Architektur wie Theodor Fontane ist kaum ein anderer Schriftsteller. Die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ sind Reiseliteratur im besten Sinn; für ein Publikum geschrieben, das selbst nicht reisen konnte, sich aber ein detailliertes Bild machen wollte. Illustrationen zu den Texten Fontanes anzufertigen, erscheint insofern töricht. Es sei denn, man geht die Sache an wie der Maler Hans-Jürgen Gaudeck, der Fontane nicht bebildert in einem naturalistischen oder fotorealistischen Sinn. Sondern dessen Schilderungen interpretiert, das zwischen den Zeilen Stehende verdeutlicht, aus einer anderen Perspektive auf die Dinge schaut – mal näher dran als Theodor Fontane, mal mit größerer Distanz. 42 Aquarelle hat Gaudeck zu dem kleinen, schönen Band „Fontane-Land“ zusammengefasst. Die Bilder werden von Auszügen aus Fontanes Werk umspielt und umgekehrt. Dadurch entstehen aber keine Doppelungen, höchstens Spiegelungen. Beispielsweise, weil Gaudeck eine Szenerie zu einer anderen Jahreszeit präsentiert als Fontane. Wenn man die Aquarelle länger betrachtet, fällt auf, wie genau, wie konkret auch sie sind in ihrer scheinbaren Verwaschenheit. Und wie zeitlos, also keinen Alterungsprozessen unterworfen ein kundiger, analytischer Blick auf das FontaneLand sein kann. STEFAN FISCHER HANS-JÜRGEN GAUDECK: FontaneLand. HSB-Verlag, Stuttgart 2011. 88 Seiten, 19,90 Euro. Der Zuhörer Dennis Gastmann stellt naive Fragen und erkundet so die Welt Mit einem kleinen Mädchenkoffer ist Dennis Gastmann in der Welt unterwegs, gemeinsam mit einem Kameramann und vor allem mit den Fragen seiner Zuschauer im Gepäck: Ob Holland in Not ist, hatten sie von dem Fernsehreporter wissen wollen, und wer denn eigentlich vor Madagaskar liegt. Seine Recherchen im Auftrag des Publikums präsentiert Gastmann, 32, in einer Rubrik des NDR-Auslandsmagazins „Weltbilder“. Das Format „Mit 80 000 Fragen um die Welt“ war 2010 für den Grimme-Preis nominiert, Gastmann erhielt dafür den AxelSpringer-Preis für junge Journalisten. Nun beschreibt er eine Auswahl seiner Reiseerlebnisse in einem Buch. Es sind oft naive Fragen, die Gastmann mit auf den Weg bekommt: Wie viele Schafe es in Neuseeland gibt zum Beispiel, und wie schön eigentlich Panama ist. Solchem auf den Grund zu gehen, könnte leicht in Klamauk enden. Doch Gastmann geht über Albernheiten und schlichte Wortwitze hinaus. Er sucht Antworten, die er in unterhaltsame Satire verpackt, in Begegnungen mit Menschen, denen er offen und höflich begegnet. Kritische Fragen verkneift er sich, lässt lieber die Menschen plaudern. Auch so entlarven sich seine Gegenüber mitunter, legen dunkle Seiten eines Landes offen wie den Umgang mit den Aborigines in Australien oder die Korruption in Aserbaidschan. Nicht jede Frage, die Gastmann mit sich herumträgt, stellt er auch. Einen ehemaligen Gefängniswärter aus Texas, der über Jahre hinweg an Hinrichtungen beteiligt war, lässt der Reporter zu der sich am stärksten aufdrängenden Frage lieber beredt schweigen. ANNE ALICHMANN DENNIS GASTMANN: Mit 80 000 Fragen um die Welt. Rowohlt Verlag, Berlin 2011. 320 Seiten, 16,95 Euro. Ein Luch bezeichnet eine vermoorte Niederung, vor allem im Brandenburgischen. Bei Fontane findet sich der Begriff häufiger; und so hat Hans-Jürgen Gaudeck neben anderen dieses Havelländische Luch gemalt. Abbildung: Gaudeck Inselhopping in der Nordsee Das weltgrößte Doppeldecker-Flugzeug Antonov II verbindet diesen Sommer die Nordsee-Insel Föhr bis zu viermal täglich mit Westerland auf Sylt. In 15 Minuten können Tagesausflügler und Urlauber vom 15. Mai an mit dem historischen Flugzeug über das Wattenmeer von Insel zu Insel fliegen. Die neue Luftverbindung der Hanseflug GmbH bietet Gästen die Möglichkeit, zwei Inseln an einem Tag zu besuchen. Morgens um neun Uhr geht der erste Flug, abends um 18.30 Uhr hebt die Antonov II zum letzten Start auf Föhr ab. Ein einfacher Flug kostet 70 Euro. haag Frühstart in den Hütten Wegen der voraussichtlich guten Bedingungen zum Wandern werden mehrere Alpenvereinshütten bereits am Osterwochenende und damit früher als geplant öffnen – auch wenn der Deutsche Alpenverein gleichzeitig auf Schneefelder hinweist. Unter anderem sind die Schwarzenberghütte in den Allgäuer Alpen, das Wankhaus oberhalb von Garmisch-Partenkirchen und die Tutzinger Hütte im Isarwinkel bewirtschaftet. Eine komplette Hüttenübersicht gibt es unter www.alpenverein.de. dop Verantwortlich: Margit Kohl Weltreisen, große Entspannung. Kleine AIDA INKLUSIVE • Attraktive Sport- und Wellnessangebote AIDA GESCHENK • Vollpension mit Tischgetränken • Entertainment der Spitzenklasse • Kinderbetreuung im Kids Club • Deutsch als Bordsprache • Trinkgelder 150 € im Buchungszeitraum 21.04.–15.05.2011 Bordguthaben* z. B. Route Transbrasilien 1 mit AIDAcara: Gran Canaria • Santiago • Recife • Salvador • Ilhéus • Rio de Janeiro • Santos Folgen Sie Ihrem Fernweh auf den schönsten Wegen übers Meer! Unsere AIDA Special-Reisen im Spätsommer und Herbst verbinden Länder und Kontinente, aufregende Entdeckungen und vollkommene Erholung. Buchen Sie im Zeitraum 21.04. bis 15.05.2011 eine der folgenden Reisen und freuen Sie sich über 150 Euro Bordguthaben: Transbrasilien 1, Transamerika 2, Transasien 1, Südostasien 1 oder Transarabien 5. Das Bordguthaben gilt pro Kabine bei Belegung mit 2 Erwachsenen, für alle Neubuchungen zum AIDA PREMIUM und AIDA VARIO Preis. Kommen Sie an Bord und entdecken Sie die Welt mit einem Lächeln! z. B. Route Transamerika 2 mit AIDAaura: Mallorca • Cádiz • Madeira • Azoren • Halifax • Boston • New York 28. Oktober 2011 28. August 2011 14 Tage ab Gran Canaria bis Santos ab p. P. An- und Abreisepaket inkl. AIDA Rail&Fly Ticket ab 1.025 € *** p. P. 15 Tage ab Mallorca bis New York ab p. P. An- und Abreisepaket inkl. AIDA Rail&Fly Ticket ab 550 € *** p. P. 899 € ** 1.499 € ** Jetzt buchen in Ihrem Reisebüro, auf www.aida.de oder im AIDA Service Center, Tel.-Nr. (Mo–Fr 08:00–22:00 Uhr und Sa–So 09:00–20:00 Uhr) +49 (0) 381/20 27 07 07 * Das Bordguthaben ist nicht übertragbar oder mit anderen AIDA Aktionen kombinierbar. Limitiertes Kontingent. ** AIDA VARIO Preis bei 2er-Belegung (Innenkabine), limitiertes Kontingent, inkl. 5 Euro Treibstoffzuschlag p. P. (ab 16 Jahren) und Tag *** Limitiertes Kontingent, inkl. Kerosinzuschlag und Kostenbeitrag zur Luftverkehrsteuer SÜDTIROL Eine Sonderseite der Süddeutschen Zeitung Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 36 Unter den Gipfeln ist Ruh’ Zwischen Spa und Piratenspaß: In einem Familienhotel kommen Eltern ebenso zum Feriengenuss wie die Kinder das, was das Familienhotel auf seinen vielen Ebenen zu bieten hat. Für Kinder besteht das „Top“ aus der Piratenkanone, aus der Wasserrutsche im Kinderpool; ebenso attraktiv finden Mädchen wie Buben die hauseigenen Ziegen Anda und Beta. Bedauerlicherweise leiden die Tiere keinen Mangel. Das schnell im Garten gerupfte Gras verschmähen sie. Mit den Ziegen gemeinsam haben die Gäste, dass sie keinen Mangel leiden müssen. Die Auswahl an Croissants zum Frühstück oder die Pommes Frites am Mittagsbüfett, so etwas bezaubert den Nachwuchs. Das mehrgängige Abendmenü für die Erwachsenen, das Südtiroler Spezialitäten mit internationaler Küche kombiniert, interessiert junge Besucher am Rande bis gar nicht. Lieber eine Runde toben in der Bar, die mit einem BobbyCar Parkplatz aufwartet oder ein Ausflug in die Heidi-Hütte im Kinderland. Nacht der Keller Am 14. Mai stehen zwischen Nals und Salurn Besuchern die Tore von 28 Weinkellern entlang der Südtiroler Weinstraße offen. Die Nacht der Keller, eine Veranstaltung im Rahmen der „5. Südtiroler Weinstraßen Wochen – Vino in Festa“ bietet Gelegenheit, historische Weinkeller, Gewölbe und Fresken zu besichtigen, edle Tropfen und Weinraritäten zu verkosten, mit den Winzern zu reden und mehr über die Besonderheiten einzelner Lagen und Jahrgänge zu erfahren. Auch für einen musikalischen Rahmen und Spezialitätenverkostungen sorgen die Veranstalter. Und damit die „Weinreise“ sorglos vonstatten geht, fährt zwischen 17 und 24 Uhr ein Shuttlebus mit 25 Bussen auf acht Routen. Informationen unter www.suedtiroler-weinstrasse.it SZ Der Nachwuchs ist in guten Händen: Der Berg ruft, oder aber die Liege mit Bergblick Dort achtet ein gutes Dutzend Erzieherinnen darauf, dass kein Kind unbeaufsichtigt bleibt. Nichts wird dem Zufall überlassen – es gibt Skikurse im Winter oder Naturerlebnistage im Sommer. Die Eltern geben ihre Töchter und Söhne ab, und müssen sie wieder abholen; Bändchen in verschiedenen Farben signalisieren dem Personal, ob das Kind Allergien hat, oder ob es spezielle Nahrung braucht. Grün ist die Farbe der Wahl für den jungen Piraten – das bedeutet, dass er sich alleine im Haus bewegen darf. Mit dem Bändchen am Arm ist so ein Siebenjähriger dann auch bereit, die in sich geschlossene Welt des Familienhotels zu verlassen und Südtirol tatsächlich zu erkunden. Es lohnt sich: Schon in der Fußgängerzone von St. Ulrich schieben sich Langkofel und Sella ins Bild. Zwei Kilometer weiter scheint die touristische Entwicklung, die Gröden gemacht hat, vergessen zu sein. Allein steht die Jakobskirche auf einer Wiese. Der Glockenturm soll aus dem 12. Jahrhundert stammen, eine Urkunde aus dem 13. Jahrhundert berichtet von Wallfahrten zu dem Gotteshaus, das am Troi Paian, einem alten Verbindungsweg von Venetien ins Eisacktal, liegt. Alles überragt – wie kann es anders sein – der Langkofel. Der Pirat hat das Jammern eingestellt. Es warten ja Schnitzel und Pommes und Pool. Informationen zum Grödner Tal: www. valgardena it, zum Familienhotel: www.cavallino-bianco.com, Familie Obletter & Riffeser I-39046 St. Ulrich, Tel. 0039-0471-783 333 Genießen im Sarntal Prag, London, Bozen – dies sind nur ein paar der wichtigsten Stationen, an denen der Sarntaler Egon Heiss in seinem bisherigen Berufsleben halt gemacht hat. Im Sommer vorigen Jahres hat der 35 Jahre alte Spitzenkoch seine Wanderjahre beendet und ist in seine Heimat zurückgekehrt. Mitgebracht hat er zwei Gault Millau-Hauben, die er sich binnen kürzester Zeit im Parkhotel Laurin in Bozen erkocht hatte. Nun steht Heiss im Haus seiner Familie, dem Genießerhotel Bad Schörgau am Herd. Dabei galt das idyllisch am Waldrand gelegene Vier-SterneHotel in Sarnthein nördlich von Bozen schon bisher als eine Adresse mit ausgezeichneter Küche und exzellenten Weinen. Egon Heiss setzt nun noch eins drauf. Infos unter Tel. 0039-0471-623048 oder www.bad-schoergau.com SZ Von Johanna Pfund In der Gunst eines Siebenjährigen rangiert der Langkofel klar hinter der Piratenkanone: Eine Schlacht im Kinderpiratenland ist einer Bergtour in den weltberühmten Dolomiten vorzuziehen, das müssen selbst die unvernünftigsten Eltern wissen. Der Streit scheint programmiert zu sein. Genau hier setzt aber das Konzept der Familienhotels an: Die Eltern können in die Berge gehen und die Kinder derweil in der Piratenlandschaft abgeben – falls nötig, den ganzen Tag lang. Und wenn auch Problem Nummer zwei – „Ich brauche keine Betreuung, ich bin schon groß“ – mit Diplomatie oder Bestechung in Form von Eis geregelt wird, dann steht einem entspannten Tag nicht mehr viel im Wege. Das Familienhotel tut seine Wirkung; vorausgesetzt, die Eltern bestehen nicht auf einer gemeinsamen Bergtour. Dass Eltern im Urlaub auf die üblichen Interessenkonflikte mit ihren Kindern durchaus verzichten können, haben viele Touristiker erkannt. Familienhotels sind dementsprechend groß im Kommen. Die Spanne der Angebote reicht von der Pension mit Rutsche im Garten über Gasthäuser mit Spielplätzen bis zur Rundum-Betreuung der Kinder im Haus, beim Skifahren oder Wandern. Zu letzterer Kategorie zählt das Hotel „Cavallino Bianco“ im Grödner Tal mitten in den Dolomiten; es ist Teil einer Gruppe von Häusern in Österreich und Südtirol, welche das Luxussegment abdecken – exklusiv für Familien. Früher war das in Rosa und Weiß gehaltene Haus, dessen Haupteingang nun gigantische Mäuse flankieren, der Gasthof Post. Dann war es das Weiße Rössl – was es für die Einheimischen im Grödner Hauptort St. Ulrich immer noch ist. Die Grödner sind offensichtlich so beständig wie die Unverwechselbares Panorama: Die Seiser Alm lockt Sportler und Familien. Fotos: SMG nem regem Tourismusbetrieb gewichen. In St. Ulrich übersteigt die Zahl der Gästebetten mit 5700 die Zahl der etwa 5600 Einwohner, bis in den April hinein herrscht Skibetrieb in St. Ulrich und den Nachbarorten St. Christina und Wolkenstein. Das Grödner Tal zählt wie Saas Fee oder Banff/Lake Louise zu den „Leading Mountain Resorts“ der Welt – also zu den führenden Tourismusorten in den Bergen. Kein Wunder, dass sich dort zahlreiche Luxushotels angesiedelt haben. Relativ neu hingegen sind Familienhotels in dieser Klasse. Dass die Investoren damit den richtigen Riecher hatten, dafür spricht eine Auslastung von 95 Prozent. Manager Jaro Rataj nennt es „ein Top Produkt in einer Top Destination“. Das alles ist einem jungen Gast herzlich egal. Vielmehr interessiert er sich für Speck, Äpfel, Wein Wer glaubt, er kenne die Küche Südtirols, könnte auf dem Genussfestival Südtirol 2011, das vom 2. bis 5. Juni in der Bozner Innenstadt stattfindet, noch die eine oder andere Entdeckung machen. Denn das Genussfestival bietet nicht nur die bewährten Spezialitäten wie Speck, Äpfel und Wein, sondern zeigt auch, wie innovativ die traditionelle Küche Südtirols ist und wie fein sie alpine und mediterrane Aromen miteinander vermählt. Darüber hinaus erweitern die heimischen Erzeuger die Genusspalette stetig: etwa um feine Käse, Gewürz- und Heilkräuter, Edelbrände, Beeren und Gemüse. Es versteht, dass Genuss dabei mit viel Probieren einhergeht. Informationen unter www.genussfestival.it SZ Bergwelt. Die Schönheit des Tals ist geblieben. Langkofel und Sellastock thronen über dem Tal, Kletterer lieben die Routen dort im festen Dolomitgestein. Die Seiser Alm mit ihren sanft gewellten Weiden oder der Nationalpark PuezGeisler üben auf weniger ambitionierte Bergsteiger nicht minder großen Reiz aus. Unten in den Talorten aber hat sich vieles geändert – die einstige Armut ist ei- Dorf Tirol Bodenständig und modern Familiengeführte Hotels und Restaurants wie der Golserhof begründen Südtirols Gastlichkeit Die einen schätzen das Klima, die anderen die bizarre Bergwelt und wieder andere zieht es der mit viel Lob bedachten Küche und der gerühmten Gastfreundschaft wegen über den Brenner. Südtirols Reize sind derart vielfältig, dass es alljährlich Urlauber in Scharen in Italiens nördlichste Provinz an der Sonnenseite der Alpen treibt. Es sind vor allem die unzähligen familiengeführten Gasthöfe, Restaurants und Hotels, die den Ruf Südtirols als gefragtes Urlaubsland begründet haben. Es gibt sie landauf und landab, die feinen und gepflegten Häuser, in denen die Besitzer, oft in der zweiten und dritten Generation, das Regiment führen und tunlichst darauf achten, dass es den Gästen an nichts gebricht. Den Golserhof in Dorf Tirol bei Meran darf man getrost dazuzählen. Aus dem jahrhundertealten ehemaligen Bauernhof ist ein sehr charmantes Vier-Sterne-Hotel geworden, fein und kultiviert, aber keineswegs schnieke. Längst hat die Seniorchefin das 50-Betten-Haus mit Fitness- und Wellnessbereich, Hallenbad und obligatem beheiztem Außenpool an ihre Enkelin Hiltrud Gufler-Mair und deren Mann Patrick, beide gelernte Hotelfachleute, übergeben. Gänzlich zurückgezogen hat sich die rüstige alte Dame aber noch nicht. Abends, wenn sich die Gäste auf der weitläufigen Panoramaterrasse zum Dinner einfinden, dann macht sie im eleganten kleinen Schwarzen gelegentlich immer noch ihre Honneurs, erklärt dem Gast Nach des Tages Müh und Plag hat sich der matte Wandersmann eine genüssliche Belohnung wahrlich verdient. Küchenchef Erhard Flora, der seit 18 Jahren am Herd des Hauses steht, tischt ein opulentes Fünf-Gänge-Menü auf. In den Topf kommen ihm fast ausschließlich Produkte, die Bauern aus der Region erzeugen. Sie liefern Fleisch, Honig, Beeren und Gemüse, Milch und Biokäse kommen aus der Sennerei Algund, die schmackhafte Marmelade wird im Haus nach alten Rezepturen eingekocht. Mit vornehmlich In den Topf kommt fast nur, was aus der Region kommt Dass sich der Bauernhof auf dem Küchelberg, auf dem vor 200 Jahren die Mannen um Andreas Hofer ihren Tiroler Freiheitskampf fochten, von einer sehr kargen Gästeunterkunft über eine Pension zu einem vortrefflichen Hotel gemausert hat, ist dem Unternehmergeist von Hildegard Lamprecht zu verdanken. 18 Jahre war sie alt, als sie 1942 in den Golserhof einheiratete. Damals ahnte sie nicht, dass sie wenige Jahre danach dank einer fixen Idee ihrer Mutter sozusagen den Grundstein zu ihrem späteren Hotel legen würde: Exakt vor 60 Jahren stand ein junges Münchner Architektenpaar mit seinen Koffern auf dem Dorfplatz von Dorf Tirol und suchte nach einer Unterkunft. Am Dorfbrunnen gerieten die herbergssuchenden Fremden zufällig an Hildegard Lamprechts Mutter, die die Sommerfrischler postwendend zu ihrer Tochter auf den Golserhof schickte. Ein Fremdenzimmer gab es dort freilich nicht, aber eine sehr bescheidene Kinderstube, die man eiligst freiräumte. Die Gäste aus dem fernen Deutschland blieben 14 Tage und sie kamen immer wieder, Jahr für Jahr – insgesamt 40 Mal. Hildegard Lamprecht, inzwischen 87 Jahre alt, erzählt diese Geschichte mit sichtlichem Stolz und auch davon, wie sie, die mit 53 bereits Witwe war, zusammen mit ihrer Tochter Maria den Golserhof peu à peu modernisiert und vergrößert hat. Heute firmiert der in 600 Metern Höhe inmitten ausgedehnter Apfelplantagen und Weingärten gelegene Ansitz Golserhof als Vier-Sterne-S-Hotel und zählt mit zu den besten Häusern in Dorf Tirol. Auf der Sonnenseite, inmitten ausgedehnter Obstplantagen und Weingärten, liegt der Ansitz Golserhof in Dorf Tirol bei Meran. Foto: oh schon mal, was Keschtn oder Schlutzkrapfen sind und gibt Rat bei der Frage nach dem Berggipfel am fernen Horizont. Überhaupt der Blick! Weit schweift er hinaus über das Passeiertal hinüber nach Schenna und auf das Ifinger-Massiv oder hinunter auf die Dächer des noblen Meraner Stadtviertels Obermais. Am fernen Bergrücken gegenüber lässt sich die Kirche St. Kathrein in Hafling ausmachen, aus dem Etschtal erhebt sich steil der Gantkofel mit seiner markanten Nase, und im Norden begrenzt die Texelgruppe das weite Meraner Becken. Erleben und erwandern lassen sich all diese Ziele und viele mehr bestens vom Golserhof aus, der auch Mitglied der Europa-Wanderhotels ist. Luis, drahtiger Vitaltrainer und Bergführer des Hotels, ist in der Meraner Bergwelt zu Hause wie kaum ein anderer. Er führt seine Gäste zu abgelegenen Almen und urigen Hütten, zu rauschenden Bächen und stillen Seen. Insgesamt 600 Kilometer Wanderwege und unendliche Natur erwarten die Wanderer. Südtiroler Spezialitäten, gleichermaßen aber auch mit Köstlichkeiten der italienischen Küche verwöhnt Meister Flora die Gaumen seiner Gäste. Hotelchefin Hiltrud Gufler-Mair kredenzt dazu einen fruchtigen Cabernet Mumelter oder einen wunderbar weichen Merlot aus dem hauseigenen Weinbau. Oma Hildegard mag sich da zufrieden zurücklehnen. Um die Zukunft jedenfalls muss ihr keineswegs bange sein: Urenkelin Victoria ist zwar gerade mal 18 Monate alt, bei den Gästen aber kommt sie schon heute bestens an. Werner Schmidt Informationen: Hotel Golserhof, I-39019 Dorf Tirol, Telefon: 0039-0473-923294, www.golserhof.it SÜDTIROL Verantwortlich: Werner Schmidt Redaktion: Ingrid Brunner Anzeigen: Jürgen Maukner Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 SPORT Über das hohe Tempo im Fußballgeschäft wundert sich Jörg Butt schon lange nicht mehr. Der zurückhaltende Mann aus Oldenburg wird bald 37 und ist im 19. Jahr Profi. Die jüngste Wendung seiner Karriere hat dem Torwart aber wohl zugesagt: „ButtButtButt!“ riefen sie am Sonntag wieder in der Südkurve beim Sieg des FC Bayern über Leverkusen, wenn er am Ball war – zuletzt hatten sie dort seinen designierten Nachfolger Manuel Neuer beschimpft und zugleich Vorgänger Thomas Kraft besungen, den ihm der entlassene Trainer Louis van Gaal nach der Winterpause vorgezogen hatte. Im SZ-Interview äußerte sich der WM-Teilnehmer, der seit 2008 in München ist und hier 58 Spiele absolvierte, als erster Bayern-Profi zu den Hintergründen der Trainerentlassung – bei der Butt unfreiwillig zur Schlüsselpersonalie wurde. SZ: Herr Butt, Sie haben geschwiegen, seitdem Sie van Gaal im Winter in Katar zur Nummer zwei degradierte. Lag das nur an Ihrem norddeutschen Gemüt? Jörg Butt: Ich glaube, wenn ich mich geäußert hätte, dann hätte das dem Verein nicht geholfen und mir auch nicht. Das hätte nur noch mehr Unruhe gegeben. Dass ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe, kann sich jeder denken. Es gab keinen sportlichen Grund, mich aus dem Tor zu nehmen. SZ: Louis van Gaal sagt, er habe Ihnen im vergangenen Sommer angekündigt, dass er im Tor wechseln werde. Butt: So hat er das mir gegenüber auch gerechtfertigt. Tatsache ist: Als ich meinen Vertrag verlängert habe, sagte er mir: „Du bist meine klare Nummer eins, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass es mal einen Wechsel gibt.“ Da habe ich gesagt: „Das ist doch logisch, wir sind hier beim FC Bayern!“ Ich weiß, dass es hier nur um Leistung geht. Für mich war das eine Aussage, wie sie ein Trainer halt mal macht, um positiv zu provozieren. HF2 Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 37 SalamiKommunikation Von Klaus Hoeltzenbein Vielleicht taugt am Ende ja doch noch Felix Magath zum Vorbild. Einfach nicht viel quatschen, sondern über Nacht die Krawatte wechseln, wie Magath im März, vom Schalker Königsblau zurück ins Wolfsburger Grün-Weiß. Überfallartig handeln, bevor sich Gerüchte bilden, die sich verselbstständigen und die dann nicht mehr einzufangen sind. Wahrscheinlich bleibt, da derzeit viel von Kommunikations-Strategien die Rede ist, so ein Coup à la Magath am Ende doch das effektivste mediale Mittel. Magath und Neuer – auf Schalke waren und sind im Frühsommer 2011 die Extremfälle der Öffentlichkeitsarbeit im Fußball zu beobachten. Das Thema Trennung eint diese beiden Fälle, denn der Nationaltorwart Neuer versucht, was im Fall des Trainers Magath – trotz des Tempos – grandios gescheitert ist: Irgendwie stilvoll auseinanderzugehen. Dazu müht man sich, in einer gemeinsamen Aktion von Verein und Torwart, wieder die Hoheit über eine Debatte zu gewinnen, die seit Monaten unkontrolliert lodert, die allerdings auch die komplizierteste ist, die je um den Wechsel eines Fußballprofis in der Bundesliga geführt wurde. Das Recht einer freien Arbeitsplatzwahl in dieser Republik ist dabei für viele aufgehitzte Tribünengemüter ein nachrangiges Argument, sie führen die Krawatten-Diskussion (Immer Königsblau? Oder doch das Bayern-Rot?) gerne weltanschaulich. Drunter geht’s nicht. In diesem Zusammenhang wirkt es geradezu rührend, wie in bestem Politikerdeutsch versucht wird, den ewigen Vorgang endlich auf die offizielle Schiene zu hieven: Manager Horst Heldt habe ihn jüngst über das Interesse von Bayern München informiert, so Neuer auf der – natürlich eilig einberufenen – Pressekonferenz am Mittwochmittag; ein Interesse, über das Neuer aus anderen Quellen seit langem bestens informiert ist. Viel wurde gesagt, aber wenig erklärt, denn auch auf dieser PK blieb unbestätigt, was alle Welt längst zu wissen meint: dass Neuer bald im Tor des FC Bayern steht. Warum dann ein weiterer Termin ohne neues Bekenntnis? Pressekonferenzen, die mehr Fragen aufwerfen, als dass sie Antworten geben, sind neu in dieser Häufung. Man sah den Trainer Stanislawski rätselhaft weinen, als er sagte, dass er St. Pauli verlässt – wenige Tage, bevor er erklärte, dass er bei 1899 Hoffenheim anheuert. Und man sah nun Neuer einige Schalker Tränchen vergießen, und dabei ist zu vermuten, dass ihm so ein Blitz-Coup à la Magath lieber gewesen wäre. Denn trotz der Salami-Kommunikation wird er ja weiter von der Schlüsselfrage verfolgt: Wann kommt er endlich zu Potte? „Van Gaal hat Erfolg sehr auf sich bezogen“ FC-Bayern-Torwart Jörg Butt, 36, über das Scheitern des Trainers, Unruhe im Tor und Manuel Neuer SZ: Aber das hielt nicht lange an? Butt: Wir waren im ersten Jahr sehr erfolgreich, sicherlich dank seiner sehr guten Arbeit. Aber vielleicht hat er den Erfolg ein bisschen sehr auf sich bezogen. SZ: Und dann kam zum Vorschein, was Hoeneß „beratungsresistent“ nennt. Butt: Van Gaal hat sich im Grunde selbst charakterisiert. Er hat gesagt: „Wenn ich zu Ajax Amsterdam zurückkehre, dann nur, wenn ich das alleinige Sagen habe.“ Das ist seine Motivation: der ganzen Welt zu zeigen, dass er der Beste ist. Das wäre nicht nötig, weil man ja ohnehin merkt, wie gut er fachlich ist. SZ: Diese Radikalität produzierte auch Verlierer. Erst Sie, nun Kraft. Butt: Vielleicht empfindet Thomas das so, aber ich sehe das anders. Ich habe erwartet, dass es Probleme geben wird, und es spricht für den Thomas, dass das sehr lange gut gegangen ist. Er hat das gut gemacht. Er ist kein Verlierer. „Das Problem war, dass van Gaal nicht bereit war, die Identität des Vereins anzunehmen.“ SZ: Warum haben Sie das erwartet? Butt: Bei Bayern kannst du nicht von heute auf morgen einen unerfahrenen Mann ins Tor stellen. Anderswo geht das – aber nicht hier, bei diesem Druck. Du musst hier lernen, die Dinge auszublenden, das hätte Olli Kahn mit 20 nicht gekonnt, ich auch nicht. Einen Feldspieler wie Diego Contento kannst du mal rausnehmen, wenn er einen Hänger hat, da sagt keiner was. Aber du kannst nicht alle fünf Spiele den Torwart wechseln. SZ: Im Grunde haben Sie gerade ein Plädoyer für Manuel Neuer gehalten. Butt: Manu hat das schon erlebt, dass man Fehler macht und in Frage gestellt wird. Er hat inzwischen Erfahrung auf hohem Niveau. Er ist die Nummer eins in Deutschland, hat eine gute WM gespielt. Mit ihm kannst du eine Ära prägen. SZ: Sie werden aufhören, wenn Neuer nach München kommt, in diesem Sommer oder eben 2012. Sie werden Nachwuchs-Chef der Bayern, wobei Sie auch für die zweite Mannschaft zuständig sind. Sie wird künftig vom Interimstrainer und Van-Gaal-Vertrauten Andries Jonker betreut – ist das der Versuch, etwas van Gaal im Klub zu behalten? Butt: Der FC Bayern hat viel von Louis van Gaal profitiert. Andries Jonker ist stark von van Gaal geprägt, das soll er einbringen. Und er hat uns jetzt einfach Freiheiten im Training gegeben, das war in unserer Situation wichtig. Aber er soll und wird nicht die Ajax-Schule hier verankern. Ich glaube, dass der Verein viel von van Gaal übernehmen und lernen sollte. Aber die Identität des FC Bayern muss erhalten blieben. SZ: Dazu zählt auch die Anwesenheit in der Champions League. Sehen Sie nach dem 5:1 über Leverkusen sogar noch Chancen auf Platz zwei? Butt: Sechs Punkte auf Leverkusen ist schon ein großer Rückstand bei vier Spielen, und Hannover ist nur einen hinter uns. Wir sollten zusehen, erst mal diesen Abstand zu vergrößern. Aber dass Leverkusen hier 1:5 verliert, obwohl sie realistische Chancen hatten, Dortmund unter Druck zu setzen, hätte ich nicht gedacht SZ: Sie waren sechs Jahre in Leverkusen, wie kann man diese sonderbare Tradition des Scheiterns erklären? Butt: Ich will jetzt nicht über Leverkusen reden, aber sagen wir mal so: Es ist kein Zufall, dass der FC Bayern so erfolgreich ist. Hier ist nie einer zufrieden, und nach einem tollen Spiel in der Champions League ist das keinem egal, wenn du drei Tage später irgendwo nur unentschieden spielst. Ohne diesen Druck kannst du keinen Erfolg haben. SZ: In München fliegen nach Unentschieden die Trainer, wie jetzt van Gaal. Butt: Ja, aber ausschlaggebend war nicht dieses Unentschieden. Sondern die Entwicklung in den Monaten davor. Interview: Andreas Burkert und Christof Kneer Als Profi nach München Manuel Neuer erklärt den Abschied von seiner Liebe Schalke 04 Gelsenkirchen – Am 1. März 1991 ist Manuel Neuer Vereinsmitglied beim FC Schalke 04 geworden. Da war er vier Jahre alt. 20 Jahre, einen Monat und 20 Tage später hat er nun angekündigt, den Verein seines Herzens zu verlassen. Von einem ganzen Leben mit und für Schalke 04 kündeten am Mittwoch die Tränen, die der 25-jährige Nationaltorwart im Bauch der Gelsenkirchener Arena vergoss, als er berichten wollte, wie er maßgeblichen Vertretern der Schalker Fanszene seinen nun auch offiziell bevorstehenden Wechsel zum FC Bayern München erklärt hat. „Das war nicht leicht für die“, sagte Neuer noch einigermaßen gefasst, „aber es war auch nicht leicht für mich.“ Der Rest ging in Tränen unter. Manuel Neuer saß vor einem gewaltigen Publikum aus Reportern, Fotografen und Kameraleuten und hat sachlich und professionell erklärt, warum er Schalke nun verlassen will. „Ich möchte einen großen Schritt in meiner Karriere machen“, sagte er, „ich will immer auf dem höchsnicht weinen, als er erzählt hat, wie er Heldt und Trainer Ralf Rangnick mitteilte, dass er seinen Vertrag nicht verlängert; aber er verlor seine Stimme jedes Mal, wenn es um die Schalker Fans ging. „Als ich mit zehn Jahren im Fanblock gestanden habe, hätte ich das auch nicht verstanden“, sagt er. Neuer weiß genau, wie das Publikum denkt und fühlt, und er erinnert sich, dass er einst auch Fan war, der seinen Helden absolute Treue zum FC Schalke 04 abverlangte. „Doch jetzt bin ich Profi“, sagte er, „und deshalb sehe ich es jetzt anders.“ Jetzt denkt Neuer an die Karriere, an die Champions League, an die Nationalmannschaft und wohl auch ans Geld. Für den Torwart Neuer ergibt der Wechsel nach München Sinn. Für den in Gelsenkirchen-Buer geborenen und aufgewachsenen Schalker Jungen ist es ein wehmütiger Abschied. Als Neuer sich vergangene Woche vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand in der Schalker Arena aufgewärmte, hat die Stadionregie das Lied „Bayern“ von den Toten Hosen aus Düsseldorf über die Lautsprecher geschickt. Manuel Neuers Wechsel nach München war da längst irgendwie Allgemeinwissen, und die Schalker Fans auf der Tribüne hinter seinem Tor sangen aus vollem Hals mit, als es im Refrain des Liedes jedes Mal hieß: „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen.“ Seit diesem Mittwochmittag ist Neuers Fortgang aus Gelsenkirchen nun bestätigt, und nun hat der beliebteste Schalker Spieler Angst vor seinen Freunden. An diesem Samstag empfangen die Schalker den 1. FC Kaiserslautern. Es ist Neuers erstes Spiel, bei dem wirklich alle Zuschauer wissen werden, dass er Schalke verlässt und künftig Bayern-Profi ist. Neuer hat auch deshalb mit wichtigen Fanvertretern gesprochen, um eine mögliche Proteststimmung abzufedern. Trainer Ralf Rangnick sagt: „Ich hätte überhaupt kein Verständnis dafür, wenn es auch nur eine einzige negative Reaktion gegen Manuel gäbe.“ „Ich hatte keine Chance. Deshalb glaube ich: Die Entscheidung stand lange fest.“ SZ: So haben Sie das gewertet. Butt: Jedenfalls hat er’s hinterher so erklärt. Ich glaube aber, dass er einen Wechsel im Tor vornehmen wollte. Nur: Ich gab ihm keinen Anlass. Darum war’s für mich nicht nachvollziehbar, nach der Winterpause ohne Grund auf dieser so entscheidenden Position zu wechseln. Ich habe das überhaupt nicht kommen sehen. Ich kam nach einer für den Verein schwierigen Vorrunde erholt und motiviert aus dem Urlaub, und am zweiten Tag in Katar sollte ich nach dem Mittagessen zu ihm kommen. Ich dachte, er will mit mir über die Rückrunde sprechen. SZ: Wollte er aber gar nicht. Butt: Ja, er hat nicht mal einen Zweikampf im Trainingslager ausgerufen. Ich konnte nichts tun, nichts beeinflussen, ich hatte keine Chance. Deshalb glaube ich: Die Entscheidung stand lange fest. SZ: In Nürnberg ist Kraft nun ein Pass zum Gegner zum Verhängnis geworden. Hätte der 36-jährige Torwart Butt den Ball auf die Tribüne geschossen? Butt: Das ist hypothetisch, aber ich habe mir zumindest immer die Freiheit genommen, in solchen Situationen nach meinem Gefühl zu entscheiden. SZ: Und nicht nach den Vorgaben von van Gaals Torwarttrainer Frans Hoek, der stets den konstruktiven Pass fordert. Butt: Du kannst das als Torhüter nur machen, wenn deine Abwehrspieler das auch verstehen. In Holland ist das kein Problem, da lernt das jeder E-Jugendliche, aber keiner von uns ist so aufgewachsen. Vielleicht hat der Trainer da manchmal zu viele Dinge vorausgesetzt. SZ: Stimmt es, dass es eine ähnliche Szene zwei Tage vorher im Training gab? Dass Kraft von Philipp Lahm aufgefordert wurde, den Ball in engen Situationen auch mal wegzuhauen? Und dass Lahm dafür einen Rüffel kassierte? Butt: Ja, aber eines ist mir wichtig: dass wir nicht nur über die Torwartposition reden. Wir hatten doch ständig Wechsel, keine festen Größen mehr in der Abwehr: Im Tor, aber auch auf der Doppel- Auftritt Jörg Butt: Der 36-Jährige ist wieder Nummer eins im BayernTor – noch für vier Spiele, dann soll Manuel Neuer kommen. Fishing4 Sechs ist ständig gewechselt worden, in der Innenverteidigung, der linke Verteidiger – mit Ausnahme von Philipp Lahm die komplette Deckung! Wie soll man da die Sicherheit beim Herausspielen bekommen, die ja verlangt wurde? Es soll hier nicht so klingen, als ob die Personalie „Kraft statt Butt“ alleine für die Probleme verantwortlich war. SZ: So klang es aber bei Präsident Uli Hoeneß, der sagte, mit der Entscheidung habe „die ganze Scheiße“ angefangen. Butt: Das ging aber bestimmt nicht gegen Thomas Kraft. Hoeneß hat halt die allgemeine Situation kritisiert. Man muss doch sehen: Da hast du einen stabilen, über Jahrzehnte herausragend geführten Verein – und auf einmal ist vieles labil. Es gab am Ende doch gar keine Konstante mehr in der Mannschaft. sportliche Linie gesucht – niemanden, der den Verein übernehmen will. Das Problem war, dass er nicht bereit war, die Identität des Vereins anzunehmen. SZ: Wie kommt es dann, dass sich Schweinsteiger und viele andere bis zuletzt positiv über van Gaal äußerten? Butt: Da darf man nichts durcheinanderbringen. Louis van Gaal ist fachlich sicher einer der besten Trainer, die ich hatte. Das denken alle Spieler bei uns – auch die, die mit ihm Probleme hatten. Nur hat er am Ende eben nicht mehr rein sportlich entschieden. Er hat Entscheidungen getroffen, die tief in die Vereinspolitik hineingingen. Und wenn es plötzlich Lager gibt im Verein und dann noch der sportliche Erfolg ausbleibt – dann kommt es zu Reaktionen wie bei uns. SZ: Gab es keine Möglichkeit, ihm zu sagen: Trainer, alles super, aber können Sie nicht etwas weniger radikal handeln? Butt: Es gab ja diese Gespräche, ich hatte mit ihm auch mal ein sehr gutes, ganz am Anfang, als ich die Nummer zwei hinter Michael Rensing war. SZ: Was haben Sie ihm gesagt? Butt: Ich hab ihm gesagt, wie sein Auftreten auf die Mannschaft wirkt. Er war sehr laut in dieser Zeit, was einige eingeschüchtert hat. Er hat mir zugehört und das auch angenommen. Zwei Tage nach unserem Gespräch hat er sich vor die Mannschaft gestellt und gesagt: Ich will nicht eure Persönlichkeit als Spieler verändern, jeder darf seine Identität behalten – aber im Sinne meiner Philosophie. Und das ist ja auch völlig in Ordnung. „Es war auch nicht leicht für mich“, sagte Neuer. Der Rest ging in Tränen unter. ten Niveau spielen.“ Deshalb werde er seinen im Juni 2012 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Mehr hat Neuer dazu nicht gesagt, aber diese Entscheidung bedeutet mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit, dass er in diesem Sommer zum FC Bayern München wechseln wird; denn erstens hat Schalkes Manager Horst Heldt für Neuer bloß eine einzige Anfrage bekommen, von Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge. Und zweitens könnte Schalke im Sommer 2012 keine Ablöse mehr für Neuer erzielen. Rummenigge und Heldt, der Neuer vorsorglich als „besten Torwart der Welt“ bezeichnete, dürften sich also demnächst auf eine Ablöse irgendwo im Bereich um 20 Millionen Euro einigen, und dann wird Neuer wahrscheinlich einen Vierjahresvertrag in München unterschreiben und vom Juli an jenes rote Trikot des FC Bayern tragen, in dem ihn weder die Schalker Anhänger noch Teile der Münchener Fan-Szene sehen wollen. Am Mittwoch saß aber nicht nur der Torwart, sondern auch der Mensch Manuel Neuer anlässlich seines bevorstehenden Abschieds auf dem Podium. Und dieser Mensch sprach im Wechsel mit dem um Sachlichkeit bemühten Torwart immer wieder mit brüchiger Stimme über die Gefühle, die ihn mit Schalke verbinden und die ihn beim Gedanken an das Adieu überkommen. Neuer hat von der F-Jugend an alle Mannschaften des Klubs durchlaufen. Als Kind und Jugendlicher hat er im Fanblock gestanden und seinen Helden zugejubelt; er gehörte zum Fanklub „Buerschenschaft“. Seit 2006 ist er Stammtorwart der BundesligaMannschaft. Neuer musste am Mittwoch Heldt bestätigt die Anfrage des FC Bayern. Neuer dürfte in diesem Sommer wechseln. Aber wie sollen die Fans reagieren, wenn schon die Stadionregie BayernHasslieder einspielt? In München haben neulich beim Pokalspiel der Schalker Tausende von BayernFans Zettel in die Höhe gehalten („Koan Neuer“), mit denen sie Neuers Wechsel gerade deswegen ablehnten, weil er Schalke stets als seine Herzensangelegenheit bezeichnet hat. Das hat Manuel Neuer erschreckt, aber mehr Angst noch als vor der Ablehnung in München hat er momentan vor dem Abschied aus Gelsenkirchen: „Es ist schwerer, wenn man von seiner Familie ausgepfiffen wird als von Fremden.“ Ulrich Hartmann „Das ist van Gaals Motivation: der ganzen Welt zu zeigen, dass er der Beste ist.“ SZ: Sie meinen die Personalwechsel? Butt: Ja, mein Fall ist nur eines von vielen Beispielen. Ich empfinde van Gaal nicht als Menschen, der mir bewusst etwas angetan hat. Nehmen Sie aber Bastian Schweinsteiger: Der hört das nicht gern, wenn sein Trainer öffentlich erklärt, man müsse ihn, falls er den Vertrag nicht verlängert, verkaufen. Es kann nicht sein, dass ein leitender Angestellter in einem funktionierenden Verein alles umwerfen will. Der FC Bayern hat eine D „Als ich mit zehn Jahren im Fanblock gestanden habe, hätte ich das auch nicht verstanden“: Manuel Neuer weiß aus eigener Erfahrung, wie das Publikum denkt und fühlt. Wohl deshalb verlor er am Mittwoch jedes Mal die Stimme, wenn es um die Fans ging. Foto: AP er Mann an der Musikanlage hat entweder eine sehr kleine CDSammlung. Oder er hat Humor. Gleich wird die gesamte Mannschaft des VfL Wolfsburg mit ihrem Trainerstab im Fan-Haus neben dem Stadion erwartet. Das Krisenteam von Felix Magath hat sich tatsächlich bereit erklärt, sich von seiner wütenden Anhängerschaft mal ordentlich ausschimpfen zu lassen. Der bisherige Saisonverlauf hat ja selbst die leidgeprüftesten Bewohner der Autostadt gegen das eigene Team aufgebracht. Nach dem ebenso peinlichen wie ernüchternden Spiel am vergangenen Wochenende gegen St. Pauli schallten sogar erstmals beherzte „Absteiger, Absteiger“-Rufe durch die Arena. Rund 250 Wolfsburger Wutbürger warten jetzt also darauf, ihre Meinung noch einmal im familiären Kreis zum Ausdruck bringen zu dürfen. Und was spielt der Mann an der Musikanlage? Er spielt: „We are the champions.“ Sie waren einmal Champions. Und das ist vielleicht ein Teil des Problems. Dass dieser Klub jemals wieder das untere Ende der Tabelle sehen würde, das Vorösterliche Gnade Der VfL Wolfsburg diskutiert mit seinen aufgebrachten Fans konnte sich hier bis vor kurzem niemand vorstellen – weder der Aufsichtsrat, noch die Spieler und schon gar nicht das Publikum. Und entsprechend tief sind sie dann eben alle gemeinsam in die Realität hineingefallen. Niemand weiß so recht, wie dieses Treffen ausgehen wird, das im Bundesliga-Betrieb wahrlich nicht üblich ist. Kurz bevor die Mannschaft anrückt, gibt der FanBeauftragte Michael Schrader zur Sicherheit noch einmal kurz die Spielregeln vor: „Sagt ihnen alles, was ihr wollt. Nur eine Bitte: Fäkalsprache bringt uns allen nichts.“ studiert die Maserung des Bodenbelags, Diego kaut Kaugummi. Von hinten brüllt jemand: „Schaut euch doch mal an, wie ihr schon dasteht!“ Felix Magath sagt: „Liebe Fans, schönen guten Abend.“ Dann passiert Erstaunliches. Es dauert nicht lange, bis ein zaghafter Applaus zum Jubel anschwillt. Einzelne Zwischenrufe wie „Klatscht doch nicht für die Abstiegsidioten“ gehen bald in der Masse unter. Die jungen Radikalen aus der Ultragruppe verlesen ein Manifest. „Wir wollen keine Plattitüden mehr hören“, heißt es darin. Dann verlassen sie unter Ausstoß zahlreicher Plattitüden den Saal. Deutlich mehr Dialogbereitschaft bringen die stattlichen Herren vom „Volkswagen Fanklub“ auf, die mit Rücksicht auf die fremdsprachigen Fußball-Millionäre ihre, nun ja, Kritik sogar auf Englisch vortragen: „Our hearts beat for the VfL.“ Schultern auf Kniehöhe Drei Minuten später kauern sich die verzagten Profis vor einem Schild mit der Aufschrift: „Deutscher Meister 2009“ zusammen. Die Schultern von Josué hängen fast auf Kniehöhe, Grafite Dass es hier um eine Herzensangelegenheit geht, versuchen auch die VfLSpieler Marcel Schäfer, Simon Kjaer und Sascha Riether zu vermitteln. Und Magath, der seine Vereine wie seine Krawatten zu wechseln pflegt, erklärt, dass es zum Leben eines Fans nun einmal dazu gehöre, dass man auch damit leben müsse, wenn es nicht so laufe. Kein Widerspruch. Selbst als Magath seine spärliche Punkteausbeute unter anderem auf die Schiedsrichter schiebt, wird er mit vorösterlicher Gnade bedacht. Schon seit Wochen werden die VfLFans professionell umschmeichelt. Sie konnten mit auf den Trainingsplatz, sie durften das Trikot für die kommende Spielzeit gestalten, sie bekamen Besuch zu Hause. Und dass sie jetzt auch noch die Gelegenheit zur konfrontativen Aussprache bekamen, hat die meisten offenbar so gefreut, dass sie diese Gelegenheit ungenutzt verstreichen ließen. Kapitän Schäfer sagte beim Rausgehen: „Wir haben konstruktive Lösungen besprochen, um die Klasse zu halten.“ Magath gab nebenan schon wieder Autogramme. Boris Herrmann Seite 38 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 HF2 SPORT Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Bundesliga SC Freiburg – Hannover 96 VfB Stuttgart – Hamburger SV FC St. Pauli – SV Werder Bremen Bayer 04 Leverkusen – 1899 Hoffenheim FC Schalke 04 – 1. FC Kaiserslautern Eintracht Frankfurt – FC Bayern München Borussia M'gladbach – Bor. Dortmund VfL Wolfsburg – 1. FC Köln 1. FC Nürnberg – FSV Mainz 05 1 (1) Borussia Dortmund 30 2 (2) Bayer Leverkusen 30 3 (3) FC Bayern München 30 4 (4) Hannover 96 30 5 (5) FSV Mainz 05 30 6 (6) 1. FC Nürnberg 30 7 (7) Hamburger SV 30 8 (8) SC Freiburg 30 9 (9) 1899 Hoffenheim 30 10 (10) FC Schalke 04 30 11 (11) Werder Bremen 30 12 (12) 1. FC Köln 30 13 (13) 1. FC Kaiserslautern 30 14 (14) VfB Stuttgart 30 15 (15) Eintracht Frankfurt 30 16 (16) VfL Wolfsburg 30 17 (17) FC St. Pauli 30 18 (18) Bor. M'gladbach 30 21 6 3 18 7 5 16 7 7 17 3 10 15 3 12 13 7 10 12 7 11 12 5 13 10 10 10 11 7 12 8 11 11 10 5 15 9 7 14 9 6 15 9 6 15 6 11 13 8 5 17 7 5 18 Do., 20.30 Sa., 15.30 Sa., 15.30 Sa., 15.30 Sa., 15.30 Sa., 15.30 Sa., 18.30 So., 15.30 Sa., 17.30 62:18 69 60:40 61 66:36 55 42:40 54 44:37 48 45:38 46 44:45 43 38:44 41 45:42 40 35:34 40 40:56 35 40:57 35 40:48 34 52:55 33 29:40 33 34:44 29 32:53 29 43:64 26 Zweiter Playoff-Sieg für Dallas Wie in alten Zeiten Dallas/München – Die Zuschauer, welche die Basketballer der Dallas Mavericks schon seit längerem verfolgen, fühlten sich am Dienstagabend um Jahre zurückversetzt. Die Mavericks hatten nämlich in den Playoffs der nordamerikanischen Profiliga NBA gerade zum zweiten Mal die Portland Trail Blazers besiegt, diesmal 101:89 (50:52), und es ist lange her, dass sie in einer Best-of-seven-Serie mal mit 2:0 Siegen in Führung gegangen sind. Fünf Jahre, um genau zu sein, und damals schafften es die Mavericks dann sogar ins NBA-Finale, das sie freilich gegen die Miami Heat verloren. Es war aber nicht nur das Ergebnis, das die Fans in Dallas an die guten, alten Zeiten erinnerte, es waren auch die Helden des Abends. Wie beim 89:81 im Auftaktspiel am Samstag lieferte der schon 38 Jahre alte Spielmacher Jason Kidd eine Partie ab, wie man sie lange nicht von ihm gesehen hat. Der Saisonbestleistung von 24 Punkten ließ Kidd nun 18 Zähler folgen nebst acht Assists – Vorlagen, die direkt zu einem Korberfolg führen. 32. Spieltag; Freitag, 29.4., 20.30 Uhr: Kaiserslautern – St. Pauli, Bremen – Wolfsburg, Samstag, 30.4., 15.30 Uhr: Hannover – Mönchengladbach, Hamburg – Freiburg, Köln – Leverkusen, Mainz – Frankfurt, Dortmund – Nürnberg, Hoffenheim – Stuttgart, Samstag, 30.4., 18.30 Uhr: München – Schalke. Dortmund plant mit Mehreinnahmen Für Beine und Steine Dortmund (dpa/sid) – Auch nach dem Einzug in die Fußball-Champions League will Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund seinen Kader nicht erweitern. „Warum sollte ich drei Leute dazuholen, nur weil wir in der Champions League spielen? Statt Donnerstag spielen wir Mittwoch oder Dienstag – einen größeren Unterschied erkenne ich nicht“, sagte Trainer Jürgen Klopp in einem Interview mit der Sport Bild. Der BVB-Trainer betonte, dass sich der Klub auf dem Transfermarkt keine großen Sprünge leisten könne. „Leverkusen holt mal eben so einen Andre Schürrle. Für uns ist das nicht machbar. Wir müssen woanders gucken und vielleicht irgendwo für 250 000 Euro noch mal einen Kagawa finden“, sagte Klopp. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kündigte hingegen in der Westfalenpost an, dass der Verein das Geld aus der Champions League in Beine und Steine investieren will. „Wir werden gut die Hälfte für den Fußball brauchen, ANZEIGE Kopf hoch und drauf: Inter Mailands Mittelfeldspieler Dejan Stankovic (links) erzielte im Hinspiel des Pokal-Halbfinales zur Abwechslung mal wieder ein nützliches Tor für seinen Klub – es war das 1:0, bei dem es gegen den AS Rom bis zum Schluss blieb. Foto: dpa 33 Punkte von Nowitzki Auch Peja Stojakovic lief zu früherer Form auf. Der 33 Jahre alte Serbe hatte einst, vor fast einem Jahrzehnt, in Diensten der Sacramento Kings die Mavericks in den Playoffs regelmäßig mit seiner Treffsicherheit aus der Distanz malträtiert, diesmal setzte er seine Fähigkeiten zugunsten von Dallas ein: 15 seiner 21 Punkte resultierten aus Drei-PunkteWürfen. Die Mavericks hatten Stojakovic im Winter aus der Arbeitslosigkeit geholt, in die er wegen anhaltender Verletzungen von den Toronto Raptors entlassen worden war. Dallas hatte Bedarf an einem Distanzschützen, weil Flügelspieler Caron Butler wegen einer Knieverletzung für den Rest der Saison ausgefallen war. Und der Klub gab Stojakovic genug Zeit, seine Rückenbeschwerden auszukurieren; es scheint sich zu lohnen. „Um erfolgreich zu sein, brauchen wir Beiträge von möglichst vielen verschiedenen Spielern, und die hatten wir heute“, resümierte Mavericks-Chefcoach Rick Carlisle. Die meisten Punkte für die Mavericks erzielte freilich abermals Dirk Nowitzki, der deutsche Nationalspieler, nämlich 33. Im Gegensatz zum ersten Spiel gegen Portland, in dem der 32-Jährige das Geschehen im letzten Abschnitt wendete, hatten Kidd und Stojakovic die Sache allerdings schon so gut wie klar gemacht, als Nowitzki zum Gros seiner Korberfolge kam. Er sorgte für die letzten elf Punkte seiner Mannschaft. Trotz des souveränen Siegs mahnte Nowitzki die Fans: „Die Serie ist noch lange nicht vorbei.“ Die nächsten beiden Begegnungen finden am Donnerstag und Samstag in Portland statt, und in der Punkterunde haben die Trail Blazers ihre beiden Heimspiele gegen Dallas gewonnen. Außerdem bedeutet eine 2:0-Führung wenig in der NBA. Die letzte, welche die Mavericks hatten, haben sie noch verspielt: 2006, im Finale gegen Miami. Joachim Mölter Die Renaissance des Großvater-Cups Nach einem Jahr der Triumphe klammert sich Inter Mailand nun an den Ligapokal als letztes Saisonziel Rom – Nicht mal ein Jahr ist es her, dass José Mourinho die Konkurrenz mit der Stichelei verspottete, sie habe „ zero tituli“ vorzuweisen, null Titel. Und er selbst gewann dann mit Inter Mailand drei. Inzwischen ist der Internazionale das Spotten vergangen, in der Champions League unterlag sie im Viertelfinale dem FC Schalke 04, in der Liga hat sie den Anschluss an Tabellenführer AC Mailand nach der 0:2-Niederlage gegen Parma verpasst. Als Saisonziele bleiben nur der dritte Platz und der Italien-Pokal. Tor war nützlich für den Sieg“, sagte Stankovic, es klang erleichtert: „Endlich können wir den Kopf wieder hoch tragen.“ Ein weniger nützliches Tor hatte der Serbe zuletzt beim 2:5 gegen Schalke erzielt, und danach hätten die Inter-Spieler den Kopf wohl am liebsten in den Sand gesteckt. Der AS Rom aber ist nicht Schalke, handelt es sich doch um eine Mannschaft ohne Torwart und ohne Trainer – ohne dem Schlussmann Doni und dem derzeitigen Übungsleiter Vincenzo Montella zu nahe treten zu wollen. Doni ersetzt seinen brasilianischen Landsmann Julio Sergio, beide sind sympathische Ritter von der traurigen Gestalt, die beim Kampf gegen Windmühlen vermutlich besser zur Geltung kämen als bei der Abwehr gegnerischer Bälle. Montella hingegen ist in Rom ein Mythos, seitdem er in einem Derby gegen Lazio vier Tore fabrizierte. Dies in grauer Vorzeit, es reicht jedoch, um ihm beim Klub jede Position zu garantieren. Als Claudio Ranieri vor ein paar Wochen das Handtuch warf, übernahm der 36 Jahre alte Neapolitaner und seitdem spielt die Roma so, dass man sich inbrünstig den Stürmer Montella auf den Platz zurückwünscht. Das weitgehend unansehnliche Halbfinale geriet dann auch zu einer weiteren Parabel für den Zustand des Fußballs in Berlusconien. Wenige Ideen, die aber in vollkommener Konfusion, ein heilloses taktisches Chaos, und am Ende gewann jene Mannschaft, die zwar mit Leonardo auch keinen richtigen Trainer hat, aber dafür wenigstens einen Torwart und in Abwesenheit von Eto’o immer noch Wesley Sneijder. Der Holländer trug indes nur eine gelbe Karte wegen Spielverzögerung zum Gelingen bei. Präsident Massimo Moratti gratulierte Leonardo trotzdem telefonisch – eine Geste, die von der dauerfrustrierten Sportpresse gleich überinterpretiert wurde, unterstützt von Javier Zanetti, der tapfer behauptete, dieser Sieg sei „höchst wichtig“. Damals bestand zwischen Inter und AS Rom immerhin erbitterte Rivalität. Heute dümpelt die Roma auf Platz sechs und wartet auf bessere Zeiten nach erfolgter Übernahme durch eine amerikanische Investorengruppe. Das Machtvakuum in der Chefetage aber zur Rechtfertigung für die erschütternde Vorstellung auf dem Platz heranzuziehen, das hätte Daniele De Rossi sich sparen können. „Die dauernde Unsicherheit lässt uns nicht kalt“, behauptete De Rossi allen Ernstes, als ob man damit entschuldigen könnte, dass Mirko Vucinic aus drei Metern am leeren Tor vorbeischoss. Vermutlich erhitzt sich De Rossi vor allem für seinen eigenen Vertrag: Für die Verlängerung verlangt der Römer ein Jahresnettogehalt von sechs Millionen Euro. Mit „zero tituli“ ist allerdings schlecht verhandeln, und dass De Rossi Weltmeister wurde, ist auch schon eine ganze Weile her. Die neuen Besitzer können rechnen, die Roma-Spieler können es offensichtlich eher nicht, sonst hätten sie ihrem drohenden Ausverkauf wohl mehr entgegenzusetzen als Wehleidigkeit und Selbstüberschätzung. Es geht schließlich beim Rückspiel am 11. Mai in Mailand um alles oder nichts. Und diesmal ist alles, was früher nur nichts war: der ItalienPokal. Birgit Schönau Ohne Torwart, ohne Trainer Dieser Coppa del Nonno (GroßvaterCup) hatte die italienischen Klubs in den letzten Jahren wirklich nur sehr am Rande interessiert, zeitweise spielten sie ihn derart untertourig, dass sie sich zur allgemeinen Zufriedenheit bereits nach der Vorrunde um Wichtigeres kümmern konnten – um die Tabellenplätze nämlich. Zwei schafften es dennoch häufig ins Finale: die ewigen Meisterschaftskonkurrenten Inter Mailand und AS Rom. Jetzt treffen sie sich im Halbfinale, am Dienstag entschied Inter das Hinspiel im römischen Olympiastadion 1:0 für sich. Dejan Stankovic war der Torschütze und seine Freude über den Treffer sagt eigentlich alles über die Lage bei Inter. „Dieses Abo, Service & Gewinnen! 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Juni zu Ende gehende Geschäftsjahr mit einem Gewinn von etwa fünf Millionen Euro, der Club würde seine Verbindlichkeiten von 10,6 Millionen Euro damit nahezu halbieren. Grund für den Gewinn sind unter anderem nicht einkalkulierte Mehreinnahmen aus dem DFB-Pokal, aus der Verteilung der Fernsehgelder sowie aus dem hohen Zuschaueraufkommen. Bei einem Wechsel des Mittelfeldspielers Ilkay Gündogan zum aktuellen Tabellenführer Borussia Dortmund würde der 1. FC Nürnberg vermutlich sogar auf einen Schlag schuldenfrei sein. Als Ablöse für den U21-Nationalspieler sind mindestens sechs Millionen Euro im Gespräch. Die Nürnberger haben zudem noch die Chance, sich für die Europa League in der kommenden Saison zu qualifizieren: Der Tabellensechste empfängt am Wochenende den Tabellenfünften Mainz; dabei geht es bereits um eine Vorentscheidung. Blatters Visionen Fifa-Boss verspricht eine Milliarde für den Fall seiner Wiederwahl München – Sepp Blatter zieht im Kampf um den Fifa-Thron alle Register – und bestätigt erneut die Kritik von Herausforderer Mohamed Bin Hammam an seinem absolutistischen Führungsstil: In einem Werbebrief an die „lieben“ Funktionärsfreunde in aller Welt verspricht der Boss des Fußballweltverbandes, er wolle eine Milliarde Dollar (690 Millionen Euro) zur Fußballförderung bis 2015 lockermachen. Dieses umfänglichste Finanzversprechen, das es im Fußball je gab, hat Blatter offenbar wieder nicht mit seinen Fifa-Vorstandskollegen abgestimmt. Blatters Gegenkandidat Bin Hammam aus Katar will der Fifa umfassende Reformen verpassen; darunter eine Dezentralisierung der Förderstruktur und eine Ethik-Kommission, deren Spitze nicht von der Fifa, sondern von einer globalen Institution besetzt werden soll. Derweil erzählt Blatter im vierseitigen Werbepapier das Übliche. Er wolle die „größten Feinde des Fußballs“ bekämpfen: Korruption, Spielabsprache, Doping – ohne Maßnahmen zu benennen. Besonders originell wirkt der Punkt Korruptionsbekämpfung. Tatsächlich hatten erst 2010 Fifa-Topfunktionäre nach § 53 Schweizer Strafgesetz Bestechlichkeit eingeräumt – nur so konnten sie Verfahren vermeiden, bei denen ihre Identitäten aufgeflogen wären. Diskret zahlten sie der Fifa 5,5 Millionen Franken zurück. Bei seinem Amtsantritt 1998, so Blatter weiter, habe die Fifa keine Reserven gehabt, heute seien es 1,2 Milliarden Dollar. Verantwortlich als Generalsekretär und hauptamtlicher Chef der Fifa war er indes selbst von 1981 bis 1998. T.K. Post vereitelt Anschläge Briefbomben an Celtics-Manager und zwei prominente Fans Köln (sid/SZ) – Schottische Postbeamte haben Paketbombenanschläge auf den Teammanager und zwei prominente Anhänger des 42-maligen Fußball-Meisters Celtic Glasgow verhindert, wie die Polizei in dieser Woche mitteilte. Eine bereits Ende März an Manager Neil Lennon adressierte Bombe sowie ein Paket, das an dessen Anwalt Paul McBride verschickt werden sollte, wurden abgefangen. Am Wochenende erreichte eine Bombe die frühere Parlamentssprecherin Patricia Godman, explodierte jedoch nicht. Godman gehört der Labour-Partei an. Die Polizei vermutet religiöse Motive hinter den Anschlagsversuchen. Der Katholik Lennon, 39, wurde schon häufig seiner Konfession wegen angefeindet, aber nicht aus dem Lager des katholischen FC Celtic, sondern aus dem protestantisch geprägten Lager des Erzrivalen Rangers. 2002 war Lennon als Spieler nach Morddrohungen aus der nordirischen Nationalmannschaft zurückgetreten. Auch damals wurde über religiöse Hintergründe spekuliert. Schottische Politiker haben ihr Entsetzen über die jüngsten Ereignisse ausgedrückt. „Es gibt eine große Untersuchung“, bestätigte am Dienstagabend Ministerpräsident Alex Salmond: „Wir tun alles, um die Hintermänner zu identifizieren und zu verhaften. Sie sollen mit aller Härte bestraft werden.“ Bereits zu Jahresbeginn hatten Neil Lennon und die beiden Celtics-Spieler Paddy McCourt und Niall McGinn Päckchen zugesandt bekommen, in denen Pistolenkugeln enthalten waren. Lennon, McCourt und McGinn sind Nordiren. ein weiteres Viertel in die Stadion-Infrastruktur investieren, weil es da durch die mageren Jahre einen Investitionsstau gegeben hat. Und das restliche Viertel werden wir dazu nutzen, einerseits ein paar Verbindlichkeiten abzubauen und andererseits noch Geld auf die hohe Kante zu legen“, sagte Watzke. Zum angeblichen Transfer von Mittelfeldspieler Nuri Sahin zu Real Madrid sagte Watzke: „Die einzigen, die davon nichts wissen, sind Real Madrid, Borussia Dortmund und Nuri Sahin.“ Aktuelles in Zahlen Basketball NBA, 1. Playoff-Runde (Best of 7), 2. Spiel Dallas – Portland 101:89 (Nowitzki 33, Stojakovic 21, Kidd 18, Terry 10 – Aldridge 24/10 Reb., Miller 18, Wallace 18, Matthews 13, Batum 10 – Stand: 2:0), Boston – New York 96:93 (Stand: 2:0), Orlando – Atlanta 88:82 (Stand: 1:1). VfL Osnabrück – FSV Frankfurt Do., 18.00 1860 München – Greuther Fürth Sa., 13.00 RW Oberhausen – Karlsruher SC Sa., 13.00 F. Düsseldorf – Arminia Bielefeld So., 13.30 FC Augsburg – Ale. Aachen So., 13.30 Union Berlin – Ingolstadt 04 So., 13.30 MSV Duisburg – Hertha BSC Mo., 20.15 1 Hertha BSC 30 20 5 5 63:25 65 2 FC Augsburg 30 18 7 5 53:21 61 3 VfL Bochum 30 17 4 9 40:33 55 4 Greuther Fürth 30 15 9 6 41:22 54 5 Erzgebirge Aue 30 15 7 8 37:33 52 6 Energie Cottbus 30 14 6 10 57:45 48 7 MSV Duisburg 30 13 7 10 45:33 46 8 F. Düsseldorf 30 14 3 13 41:35 45 9 1860 München 30 12 9 9 42:31 43 10 Ale. Aachen 30 11 8 11 50:55 41 11 Union Berlin 30 10 8 12 32:36 38 12 FSV Frankfurt 30 11 4 15 40:45 37 13 Ingolstadt 04 30 9 7 14 38:43 34 14 Paderborn 07 30 8 8 14 27:42 32 15 Karlsruher SC 30 7 8 15 39:64 29 16 VfL Osnabrück 30 7 6 17 37:57 27 17 RW Oberhausen 30 6 7 17 26:53 25 18 Arminia Bielefeld 30 3 7 20 25:60 13 1860 München wurden 2 Punkte abgezogen, Arminia Bielefeld 3. 32. Spieltag; Freitag, 29.4., 18.00 Uhr: Aachen – Oberhausen, Karlsruhe – Düsseldorf, VfL Bochum – Union Berlin, Paderborn – Osnabrück, Hertha BSC – 1860 München, Samstag, 30.4., 13.00 Uhr: Frankfurt – Duisburg, Fürth – Bielefeld, Ingolstadt – Aue, Montag, 2.5., 20.15 Uhr: Cottbus – Augsburg. 3. Liga, 34. Spieltag W. Bremen II – Dyn. Dresden 0:3 (0:1) 0:1 Schahin (26.), 0:2 Esswein (51.), 0:3 Grossert (62.). – Zuschauer: 1600. Babelsberg – CZ Jena 4:1 (3:0) 1:0 Kocer (11.), 2:0 Makarenko (27.), 3:0 Kocer (40.), 3:1 Nikol (52./Foulelfmeter), 4:1 Herrem (86.). – Zuschauer: 3713 W. Burghausen – Braunschweig 0:0 Zuschauer: 2840 TuS Koblenz – 1.FC Saarbrücken 1:2 (0:1) 0:1 Sieger (45.), 1:1 Bender (62.), 1:2 Pisano (85.). – Besonderes Vorkommnis: Weis (Koblenz) hält Foulelfmeter von Zimmermann (3.). – Zuschauer: 5540. Unterhaching – 1.FC Heidenheim RW Ahlen – Jahn Regensburg VfR Aalen – SV Wehen K. Offenbach – VfB Stuttgart II RW Erfurt – FC Bayern II Hansa Rostock – SV Sandhausen 1 Braunschweig 2 Hansa Rostock 3 K. Offenbach 4 SV Wehen 5 Dynamo Dresden 6 RW Erfurt 7 TuS Koblenz 8 1.FC Saarbrücken 9 1.FC Heidenheim 10 Jahn Regensburg 11 VfB Stuttgart II 12 Unterhaching 34 23 6 5 33 22 4 7 33 16 8 9 33 15 10 8 34 16 7 11 33 15 7 11 34 13 9 12 34 13 8 13 33 13 6 14 33 11 11 11 33 10 13 10 33 11 10 12 71:18 63:32 46:34 47:33 45:34 56:40 37:40 51:47 53:49 29:36 36:40 38:44 75 70 56 55 55 52 48 47 45 44 43 43 13 Babelsberg 03 14 SV Sandhausen 15 Carl Zeiss Jena 16 VfR Aalen 17 W. Burghausen 18 RW Ahlen 19 Werder Bremen II 20 FC Bayern II 34 12 7 15 33 10 9 14 34 9 10 15 33 8 12 13 34 9 9 16 33 9 9 15 34 7 11 16 33 5 8 20 36:42 41:45 36:57 34:47 41:57 38:56 30:50 23:50 43 39 37 36 36 33 32 23 1 HSV Hamburg 2 THW Kiel 3 Rhein-N. Löwen 4 Füchse Berlin 5 F.a. Göppingen 6 Flensburg-Handew. 7 SC Magdeburg 8 TBV Lemgo 9 VfL Gummersbach 10 TV Großwallstadt 11 HSG Wetzlar 12 TuS N-Lübbecke 13 Balingen-Weilst. 14 MT Melsungen 15 Hannover-Burgdorf 16 TSG Friesenheim 17 HSG Ahlen-Hamm 18 DHC Rheinland 28 29 29 27 29 28 28 28 28 29 28 27 28 29 28 27 28 28 901:724 941:727 942:828 752:697 806:757 867:791 845:784 805:768 821:792 759:794 722:806 755:779 747:840 757:861 743:851 745:848 752:860 679:832 52:4 47:11 47:11 41:13 40:18 35:21 35:21 31:25 30:26 27:31 22:34 18:36 17:39 17:41 15:41 11:43 11:45 10:46 terreich) 3:6, 6:2, 6:2, Görges (Bad Oldesloe) – Krajicek (Niederlande) 6:3, 6:1, Lisicki (Berlin) – Cibulkova (Slowakei) 7:5, 7:6 (2). Achtelfinale: Barrois (Stuttgart) – Bartoli (Frankreich) 6:4, 6:2; Lisicki (Berlin) – Na (China/6) 6:4, 7:5; Wozniacki (Dänemark/1) – Kucova (Slowakei) 6:1, 6:2; Swonarewa (Russland/2) – Pawljutschenkowa (Russland) 3:6, 6:4, 6:2; Stosur (Australien/5) – Hantuchova (Slowakei) 6:4, 2:6, 6:4. Finale: Deutschland – Niederlande am 25. Oktober und 29. November. Kurz gemeldet Marcell Jansen, Fußball-Nationalspieler, hat am Mittwoch wegen muskulärer Probleme am Hüftbeuger das Training beim Bundesligaklub Hamburger SV abbrechen müssen. Ob seine Teilnahme beim Auswärtsspiel am Samstag in Stuttgart gefährdet ist, ist noch offen. Carl Zeiss Jena, Fußball-Drittligist, hat sich nach einer Negativserie von Trainer Wolfgang Frank, 60, getrennt. Auch der sportliche Leiter Lothar Kurbjuweit wurde mit sofortiger Wirkung von seinem Amt entbunden. Franks Nachfolger ist Heiko Weber, der die Jenaer bereits von 2004 bis 2007 trainierte und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012 erhält. Wladimir Klitschko, Box-Weltmeister im Schwergewicht nach Version der Verbände IBF und WBO, tritt am 2. Juli in der Hamburger Fußball-Arena gegen den 30 Jahre alten Engländer David Haye an, den Titelträger der Organisation WBA. Austragungsort und Termin wurden am Mittwoch von Klitschkos Management bestätigt. Zu dem Kampf werden 50 000 Zuschauer erwartet. Der ursprünglich zeitgleich in Köln angesetzte WM-Kampf von Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm gegen Europameister Matthew Macklin aus Großbritannien wird um eine Woche vorverlegt. Volleyball Männer, Bundesliga, Halbfinale 1. Spiel (Best of 3): Generali Haching – SCC Berlin 1:3 (22:25, 19:25, 25:22, 22:25). Eishockey DEL, Playoff-Finale, 3. Spiel Wolfsburg – Eisb. Berlin 4:5 (2:1, 0:2, 2:2) 1:0 Laliberte (8:14), 1:1 Ustorf (9:48), 2:1 Laliberte (18:06), 2:2 Tyson Mulock (22:34), 2:3 Busch (31:07), 3:3 Milley (40:46), 3:4 Walser (42:36), 4:4 Hospelt (44:54), 4:5 Braun (56:38). – Zuschauer: 4503 (ausverkauft). – Strafminuten: 12 – 16. – Stand: 0:3, Berlin Meister. 2. Bundesliga, Playoff-Finale (Best of 5), 2. Spiel: Schwenninger ERC – EV Ravensburg n.V. 3:4 (1:1, 0:1, 2:1). – Stand: 0:2. NHL, Playoff-Achtelfinale (Best of 7) Chicago Blackhawks – Vancouver Canucks 7:2 (Stand 1:3), Los Angeles Kings – San Jose Sharks 5:6 n.V. (Stand 1:2). England, 33. Spieltag Newcastle United – Manchester United 0:0. – Spitze: 1. Manchester United 33 Spiele/ 70:32 Tore/70 Punkte, 2. Arsenal 32/63:31/ 63, 3. Chelsea 32/58:26/61, 4. Manchester City 32/50:30/56. Italien, Pokal, Halbfinale, Hinspiel AS Rom – Inter Mailand 0:1 (0:1) Frankreich, Pokal Halbfinale OGC Nizza – OSC Lille 0:2 (0:1), Lille im Finale Wasserball Männer, Weltliga, Europa-Gruppe 1 6. Spieltag: Mazedonien – Deutschland 14:12 n.F. (2:2, 2:4, 3:1, 2:2), Serbien - Spanien 14:12 n.F. (1:2, 3:3, 3:2, 3:3). – Tabelle: 1. Serbien 70:45 Tore/14 Punkte; 2. Spanien 60:60/11; 3. Deutschland 58:62/9; 4. Mazedonien 44:65/2. Tischtennis European Nations League, Halbfinals Männer Österreich – Deutschland 3:2 (Hinspiel 1:3) Habesohn – Franziska (Hanau) 3:0 (16:14, 11:8, 11:8); Gardos – Fejer-Konnerth (PointoiseCergy/Frankreich) 3:0 (11:9, 11:7, 11:4); Fegerl – Filus (Ochsenhausen) 0:3 (4:11, 6:11, 8:11); Habesohn – Fejer-Konnerth 2:3 (3:11, 7:11, 14:12, 11:5, 7:11); Xiaoquan/Fegerl – Franziska/Floritz (Hanau/Plüderhausen) 3:2 (10:12, 11:6, 12:10, 10:12, 12:10). Finale: Deutschland – Tschechien/Schweden am 25. Oktober und 29. November. Frauen Ungarn – Deutschland 1:3 (Hinspiel 0:3) Ambrus – Winter (Schwabhausen) 2:3 (8;11, 11:8, 12:10, 7:11, 3:11); Madarasz – Barthel (Bingen) 3:0 (11:9, 11:7, 13:11); Tóth – Mühlbach (Schwabhausen) 1:3 (7:11, 11:8, 6:11, 7:11); Ambrus – Barthel 0:3 (14:16, 6:11, 4:11). Rumänien – Niederlande 1:3 (Hinspiel 2:3) Handball Männer, Bundesliga, 29. Spieltag Großwallstadt – RN Löwen 24:34 (12:17) Weinhold 6, Kneer 4, Larsson 3, Schäpsmeier 3, Kunz 2, Köhrmann 2, Spatz 2/2, Kossler 1, Tiedtke 1 – Groetzki 6, Gunnarsson 6, Tkaczyk 6, Sesum 5, Sigurdsson 5, Gensheimer 4/4, Müller 1, Stefansson 1. – Zuschauer: 4100. Füchse Berlin – TBV Lemgo THW Kiel – HSV Hamburg TuS N-Lübbecke – F.a. Göppingen DHC Rheinland – Balingen-Weilst. Do. 20.15 Hannover-Burgdorf – Ahlen-Hamm Do. 20.15 Tennis Männer, Barcelona (1,995 Mio. Euro) 1. Runde: Gasquet (Frankreich/9) – Chela (Argentinien) 2:6, 7:6 (2), 6:4; Dawydenko (Russland) – Dolgopolow (Ukraine/10) 6:4, 7:6 (6); Raonic (Kanada/15) – Stepanek (Tschechien) 6:4, 6:2. 2. Runde: Ferrero (Spanien) – Zverev (Hamburg) 6:4, 7:5; Ferrer (Spanien/4) – Berlocq (Argentinien) 6:2, 6:2, Nishikori (Japan) – Berdych (Tschechien/5) 6:1, 6:4; Almagro (Spanien/8) – Andujar (Spanien) 7:5, 7:6 (1). Frauen, Stuttgart (721 000 Dollar) 1. Runde: Petkovic (Darmstadt) – Paszek (Ös- Sport im Fernsehen Donnerstag, 21. April 14 – 17 und 21.30 – 23 Uhr, Eurosport: Snooker, WM in Sheffield, 1. Runde/Achtelfinale. 18 – 20 Uhr, Eurosport: Tennis, Frauen, Turnier in Stuttgart, Viertelfinale. 20 – 21.30 Uhr, Eurosport: Handball, Männer, Champions League, Viertelfinale, Hinspiel, SG Flensburg-Handewitt – BM Ciudad Real. 20.30 – 22.15 Uhr, Sport 1: Darts, Premier League in Birmingham. Freitag, 22. April 11 – 14, 15.45 – 18.30, 20 – 23 Uhr, Eurosport: Snooker, WM in Sheffield, Achtelfinale. Fußball 2. Bundesliga, 31. Spieltag Erzgebirge Aue – Energie Cottbus Do., 18.00 Paderborn 07 – VfL Bochum Do., 18.00 Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 SPORT Süddeutsche Zeitung Nr. 93 / Seite 39 Generation Rankel Die Eisbären Berlin sind zum fünften Mal Meister und könnten ihre Dominanz künftig noch ausbauen Wolfsburg – Die Grizzly Adams aus Wolfsburg, das muss man ihnen lassen, waren auf alles vorbereitet. Kaum war das dritte Finalspiel um die deutsche Eishockey-Meisterschaft zu Ende gegangen, da entrollte die geschlagene Mannschaft auch schon ein großflächiges, orangefarbenes Banner mit der Aufschrift „Vizemeister 2011“. Sie bedankte sich artig bei ihren Fans, die es entgegen anderweitiger Vermutungen durchaus gibt. Und das Publikum applaudierte seinerseits für eine beeindruckende Saison mit einem letztlich nicht ganz so beeindruckenden Ende – 0:3 trotz Heimvorteil hatte in der Finalgeschichte der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) noch kein Klub verloren. Die anwesenden Wolfsburger gingen dann auch rasch nach Hause und überließen ihre kleine Halle dem beschwingten bis hemmungslosen Partyvolk aus der Hauptstadt. An dieser Stelle der Erzählung ist es vielleicht einmal angebracht, einen häufig unterschätzten Vorteil der gemeinen Zahnlücke zu erwähnen. Bei so manchem Spieler des EHC Eisbären Berlin ist die Kluft im Vordergebiss jedenfalls genau so groß, dass eine herkömmliche Zigarre darin prima festgeklemmt werden kann. Auf diese Weise hatten die Sieger des Abends – und damit des gesamten Spielkalenders – beide Hände frei, um mit Pokal und Sektflaschen bepackt über die Eisfläche zu jagen. Gut 1000 mitgereiste Berliner Fans brachten ihre Begeisterung für dieses Schauspiel zum Ausdruck, indem sie sich kollektiv ihrer Oberbekleidung entledigten. Als die Eisbären dann aber nach und nach in Richtung Kabine entschwunden waren, ging die Feier erst richtig los. Das Publikum sang unentwegt: „André Rankel, du bist der beste Mann!“ So lange, bis der Held des Lobliedes sich noch einmal alleine vor dem Gästeblock zeigte, um sich schüchtern vergöttern zu lassen. „Mir ist das ein bisschen unangenehm“, sagte Rankel später. Aber das interessierte seine Fans nicht. Sie wedelten mit ihren T-Shirts aus einer von offizieller Vereinsseite angefertigten Sonderkollektion (Aufschrift: „André Rankel, du bist der beste Mann“). Am Ende hatte es fast den Anschein, als wären am späten Dienstagabend in Wolfsburg nicht die Eisbären Berlin, sondern bloß einer ihrer Stürmer deutscher Meister geworden. Eishockey in Zahlen Meister seit 1991 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Düsseldorfer EG Düsseldorfer EG Düsseldorfer EG EC Hedos München Kölner Haie Düsseldorfer EG Adler Mannheim Adler Mannheim Adler Mannheim München Barons Adler Mannheim Kölner Haie Krefeld Pinguine Frankfurt Lions Eisbären Berlin Eisbären Berlin Adler Mannheim Eisbären Berlin Eisbären Berlin Hannover Scorpions Eisbären Berlin (bis 1994 Bundesliga, seit 1995 DEL) Szenen eines Eisbären-Festes: Derrick Walser (weißes Trikot) trifft für Berlin zum 4:3 im dritten Spiel des Playoff-Finals gegen die Grizzly Adams Wolfsburg. Publikumsliebling André Rankel stemmt den Meisterpokal. Fotos: dpa/dapd Busch, Jens Baxmann und Frank Hördler gehören, hat zum Saisonende endgültig bewiesen, dass er bereit ist für die legitime Erbfolge. Das 3:0 in der Finalserie mag weniger spannend klingen, als es ausgesehen hat. Die jungen Wolfsburger waren drei Mal gewiss nicht schlechter. Die mittelalten Berliner allerdings waren eben drei Mal ein klein wenig gerissener. „Wir haben einfach immer unser Spiel durchgezogen, völlig egal bei welchem Spielstand“, sagte Rankel. Die Ergebnisse der Nachwuchsförderung, die der Eisbären-Manager Peter John Lee seit gut einem Jahrzehnt konsequent betreibt, waren selten so eindrucksvoll zu bestaunen wie in dieser Finalserie. Wolfsburg hatte die Hauptrunde dominiert, war im Viertel- und Halbfinale ungeschlagen. Und doch klang es irgendwie kokett, als Lee am Dienstagabend bilanzierte: „Es ist immer besonders schön, wenn man unerwartet gewinnt.“ Vor allem angesichts der Generation Rankel geht es dem EHC Eisbären besser denn je, und wenn nicht alles täuscht, dann wird Lee deshalb in naher Zukunft auch den auslaufenden Vertrag mit seinem bisweilen umstrittenen Cheftrainer Don Jackson verlängern. „Wenn er genügend Bier hat, ist bis morgen früh alles unterschrieben“, prophezeite der Manager noch in der Meisternacht. Nun, daran sollte es eigentlich nicht gescheitert sein. Im Zigarrennebel der Eisbären-Kabine trug Jackson gleich drei Flaschen in einer Hand mit sich herum. Und im Unterschied zu Meisterschaftsfeiern im Fußball wird im Eishockey das Bier nicht nur zum duschen, sondern zum Durst löschen verwendet. Es ist im Übrigen durchaus beeindruckend, in welcher Geschwindigkeit drei playoffbärtige Berliner den Inhalt eines ZweiLiter-Humpens verschwinden lassen können. Nach allem, was bekannt ist, hatte Don Jackson am Mittwochmorgen andere Sorgen, als einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Boris Herrmann Urgewaltige Spielweise Rankel hatte beim 5:4 im letzten Spiel der Saison mal ausnahmsweise kein Tor, sondern nur einen Assist beigesteuert. Und er wehrte sich auch tapfer gegen den weit verbreiteten Eindruck, dass er in den gesamten Playoffs aus seinem Team herausgeragt, dass er es nach einer eher mittelprächtigen Hauptrunde in der entscheidenden Saisonphase auf ein anderes Niveau gehoben habe. „Ich mache doch einfach nur das, was ich kann“, entschuldigte er sich. Dass André Rankel gar nicht mal so wenig kann, ist schon an seiner Scorer-Statistik abzulesen. Acht Tore und neun Vorlagen stehen für ihn alleine in den zwölf Playoff-Spielen zu Buche. Geliebt wird der gebürtige Berliner vom eigenen Anhang aber nicht nur wegen der Statistik, sondern vor allem wegen seiner urgewaltigen, mitunter auch grenzwertigen Spielweise. Kein Eisbär checkt so rustikal, keiner schießt so hart. Beim Halbfinale in Düsseldorf zerfetzte er das Tornetz. Tabelle der Titelträger (ohne DDR-Meister) 1. Berliner SC 19 Titel, 2. EV Füssen 16, 3. SC Riessersee 10, 4. Düsseldorfer EG, Kölner EC/Kölner Haie je 8, 6. Mannheimer ERC/Adler Mannheim 6, 7. Eisbären Berlin 5, 8. SB Rosenheim 3, 9. EC Bad Tölz, EV Landshut, Krefelder EV/Krefeld Pinguine je 2, 12. MTV 1879 München, Hedos München, München Barons, SC Brandenburg Berlin, KSG Berliner SC/SC Brandenburg Berlin, Frankfurt Lions, Preußen Krefeld 1, Engelmann Wien, Wiener EV, Hannover Scorpions je 1. Rankel hat nun schon zum fünften Mal den Meistertitel gewonnen, obwohl er erst 25 Jahre alt ist. Das sollte der Ligakonkurrenz am meisten zu denken geben. Wer bislang darauf gehofft hatte, die Dauer-Dominanz der Eisbären könnte mit den früher oder später anstehen- den Ruhestands-Erklärungen der altgedienten Häuptlinge Sven Felski, 36, Stefan Ustorf, 37, und Steve Walker, 38, zu Ende gehen, den müssen diese Playoffs enttäuscht haben. Berlins starker 85erJahrgang, zu dem neben Liebling Rankel auch die fünfmaligen Meister Florian Verdächtige Weltmeisterin Domínguez Verfahren eingestellt Madrid (dpa) – Die spanische Läuferin Marta Domínguez ist nicht in den Dopingskandal um die „Operation Windhund“ verwickelt, der im Dezember 2010 aufgedeckt worden war. Die Justiz stellte die Ermittlungen gegen die Weltmeisterin im 3000-Meter-Hindernislauf weitgehend ein. Der Verdacht, wonach die erfolgreichste spanische Leichtathletin andere Sportler mit Dopingmitteln versorgt haben soll, habe sich nicht bestätigt, verlautete am Mittwoch aus Justizkreisen in Madrid. Domínguez war im Dezember 2010 mit 13 weiteren Verdächtigen vorübergehend festgenommen worden. Die Polizei legte ihr damals zur Last, einem Ring zum Vertrieb von Dopingmitteln angehört zu haben, an dem auch der mutmaßliche Dopingarzt Eufemiano Fuentes beteiligt gewesen sein soll. Die Ermittlungen stützten sich unter anderem auf ein Video, auf dem zu sehen war, wie Domínguez ihrem Manager einen Umschlag mit einer Ampulle für den Langstreckenläufer Alberto García übergab. Bei García wurden drei solcher Fläschchen sichergestellt. Laboranalysen ergaben jedoch, dass die Ampullen keine verbotenen Substanzen enthielten. Die Justiz ermittelt noch in zwei anderen Verfahren gegen Domínguez. Dabei geht es um die Frage, ob die Läuferin ihre Bankkonten in Andorra und Monaco zur Steuerhinterziehung genutzt und ob sie einem Trainingskollegen rezeptpflichtige Arzneimittel beschafft hat. Zum letzten Mal Rekord-Weltmeister Stephen Hendry hört nach der WM wohl auf tephen Hendry sah nach oben an die Decke, seine Augen bewegten sich hin und her, als würde er etwas lesen. 9:9 stand es in der Begegnung zwischen ihm und Joe Perry, sein Gegner versuchte gerade, die braune Kugel zu versenken und den entscheidenden Abschnitt für sich zu entscheiden. „Ich habe mir in diesem Moment überlegt, was ich anlässlich meines Rücktritts vom Snooker sagen könnte. Ich hätte nicht gedacht, noch einmal an den Tisch zu dürfen“, sagte Hendry nach der Partie. Er durfte noch einmal an den Tisch und gewann die Partie, weil Perry eben jene braune Kugel nicht hatte Die rote Jahreszeit Sandplatz-Tennis hat viele Besonderheiten – Francesca Schiavone ist eine Expertin dafür Stuttgart – Sie hat ein Stück des Platzes mitgenommen. Es ist nur ein kleines Stück. Aber immerhin. Etliche tausend Sandkörner, auf denen in Roland Garros Tennis gespielt wurde, liegen nun in Mailand, bei Mutter und Vater Schiavone, als bleibende Erinnerung. Im vergangenen Jahr hat ihre Tochter Francesca im, für einen Tennis-Profi doch schon fortgeschrittenen Alter von 29 Jahren, das größte Sandplatz-Tennis-Turnier gewonnen: die French Open. In gut fünf Wochen beginnen die wieder, und Francesca Schiavone sagt: „Jetzt kommt die Phase, die ich mag. Tennis funktioniert nicht wie Gymnastik oder Karate – wir haben jede Woche ein wichtiges Turnier, wir müssen immer fit sein. Aber auf Sand zu spielen, das liebe ich wirklich.“ dem Filzball zu nähern. Die Zeit ist inzwischen vorbei. Francesca Schiavone ist vielleicht die letzte kleine Ausnahme. Der Sand hat ihr Spiel geprägt, er hat Details an ihm herausgeschliffen, die anderen fehlen. Francesca Schiavone misst lediglich 1,66 Meter. „Ich bin nicht groß, und ich habe keine muskulösen Oberarme“, sagt sie, „ich kann keinen Gegner aus eigener Kraft schlagen, ich muss die Schläge variieren.“ Der Sand war deshalb schon immer ihr Freund: „Wer eine gute Taktik hat, ist dort im Vorteil“, sagt sie. S „Ich habe am Ende dieser Saison eine wichtige Entscheidung zu treffen. Ich muss mein KarriereEnde in Betracht ziehen“: Stephen Hendry, 42, alternder Pionier des Snooker Foto: Getty Fecht-Olympiasieger Kleibrink fällt aus Motorrad-Unfall Bonn (dpa) – Kurz vor Beginn der Olympia-Qualifikation der Fechter fällt Florett-Olympiasieger Benjamin Kleibrink nach einem Motorradunfall verletzt aus. „Das ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt“, sagte Bundestrainer Ulrich Schreck. Der für den FC Tauberbischofsheim aktive Linkshänder Kleibrink war in der vergangenen Woche gestürzt und hatte sich dabei unter anderem eine Verletzung an seiner linken Schulter zugezogen. „Er muss jetzt zunächst einmal für 14 Tage ruhiggestellt werden und kann dann hoffentlich schnell mit den RehaMaßnahmen beginnen“, sagte Schreck. Für das Nationalteam um den viermaligen Einzel-Weltmeister Peter Joppich bedeutet der Ausfall Kleibrinks ein Handicap auf dem Weg zu den Spielen 2012 in London. Kleibrink steht für die Asienreise zu den Weltcups in Shanghai (9./10. Mai) und Seoul (20. bis 22. Mai) nicht zur Verfügung. Der 25 Jahre alte Kleibrink musste nach dem Vorfall vier Tage in einem Krankenhaus behandelt werden. Gebrochen sei die Schulter nicht, sagte Schreck, doch seien Muskeln und Bänder in Mitleidenschaft gezogen worden. einlochen können. Hendry steht damit im Achtelfinale der Weltmeisterschaft – und seine 26. Teilnahme in Sheffield könnte die letzte sein. „Selbst wenn ich das Turnier gewinnen sollte, muss ich mir genau überlegen, ob ich weitermachen möchte“, sagte er. In den 26 Jahren seiner Karriere hat Hendry die Sportart Snooker derart verändert, wie es nicht einmal Michael Jordan im Basketball gelang. Als er 1986 zum ersten Mal an der WM teilnahm, da versenkten die Akteure gewöhnlich nur dann Kugeln, wenn sich Spielball und anzuspielende Kugel auf der gleichen Hälfte des Tisches befanden. Die Taschen in der Mitte dienten eher als Dekoration und der Pulk mit den roten Kugeln wurde so spät wie möglich angespielt. Dann kam plötzlich dieser junge Schotte, versuchte mutig schwierige Stöße – und traf. Dazu wurde es sein Markenzeichen, die blaue Kugel krachend in einer der Mitteltaschen zu versenken und den Spielball mit derart viel Topspin zu versehen, dass der die roten Kugeln auseinander trieb. Auf diese Weise musste er keinen Sicherheitsstoß ausführen, sondern durfte weiter mutig angreifen. Es war eine spielerische Revolution für die Sportart Snooker, denn von nun an galt: Wer Turniere gewinnen möchte, der muss zum einen lange Bälle versenken und zum anderen auch Kugeln in den Mitteltaschen einlochen. Viele Spieler kamen mit dieser Spielweise nur schwer zurecht, kaum einer konnte gegen Hendry bestehen. Zwischen 1990 und 1999 wurde Hendry sieben Mal Weltmeister und gewann 25 weitere Ranglisten-Turniere. Er hält zahlreiche Rekorde wie den für die meisten Century Breaks: Es gelang ihm bislang 753 Mal, mehr als 100 Punkte zu erzielen, ohne den Gegner an den Tisch lassen. Zum Vergleich: Der Spieler mit den viertmeisten Century Breaks, Steve Davis, schaffte gerade einmal 321. Erst im neuen Jahrtausend gelang es vor allem jüngeren Akteuren, Hendrys Stil zu kopieren und zu verbessern. In den vergangenen elf Jahren gewann er nur noch vier Turniere, vor fünf Jahren erreichte der mittlerweile 42-Jährige zuletzt ein Endspiel. „Es ist völlig normal, dass junge Spieler nachkommen und die alten Hasen besiegen – vor 25 Jahren war ich dieser junge Spieler“, sagt Hendry. Nach Niederlagen gratuliert er seinem Gegner stets mit einem Lächeln, mit kleinen Streitereien geht er um, wie es sich für ein Mitglied des Order of the British Empire gehört: Als sein Erzfeind Ronnie O’Sullivan einst forderte, Hendry möge doch bitteschön in sein „trauriges kleines Leben in Schottland“ zurückgehen, lud Hendry ihn zum Training nach Schottland ein. Seitdem sind die beiden Freunde und bereiten sich nicht selten gemeinsam auf Turniere vor. Auch O’Sullivan, dreimaliger Weltmeister und Enfant terrible des Snooker, kokettierte mit Rücktritt und wollte gar seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft absagen, um dann in der ersten Runde seinen Gegner Dominic Dale mit 10:2 zu besiegen und danach zu erklären: „Ich liebe diesen Sport, ich genieße es zu spielen. Ich glaube, dass ich noch öfter Weltmeister werden kann.“ Der Rhythmus ist entscheidend Die wenigen Wochen, in denen auf Sand gespielt wird, sind deshalb für sie die wichtigsten. Es sind die einzigen, in denen sie sich wirklich ebenbürtig fühlen kann. Deshalb hat sie auch ihr Mitwirken am Fed-Cup-Halbfinale gegen Russland am vergangenen Wochenende abgesagt. Das fand in Moskau statt, in einer Halle, auf einem Hartplatz. „Es war mir wichtiger, mich wirklich zwei Wochen lang auf die Sandsaison vorbereiten zu können“, sagt sie. „Man muss so vieles umstellen: Wie man den Ball spielt. Wohin man ihn spielt. Das sind natürliche Bewegungen, aber man muss sie üben. Man muss den Rhythmus finden.“ Ihr Triumph im vergangenen Jahr bei den French Open war überraschend gekommen. Der Coup hat sie neu motiviert. „Mit der Erfahrung kann ich vielleicht noch mehr herausholen“, sagt sie. „Selbstbewusstsein“ – das ist der wichtigste Grundstein, wenn es auf einen neuen Belag geht, Francesca Schiavone weiß das. Deshalb hatte das Turnier in Stuttgart, die erste Sandplatz-Veranstaltung, bei der sie in diesem Jahr antritt, auch eine ganz besondere Bedeutung für sie. Und deshalb war das schnelle 1:6 und 3:6 in ihrem ersten Match gegen die 21-jährige Polin Agnieszka Radwanska an diesem Mittwoch auch alles andere als eine gewöhnliche Niederlage. René Hofmann Becker hatte zu wenig Geduld Sie ist eine Expertin für den Untergrund, vielleicht die einzige, die es bei den Frauen gibt. Worauf gespielt wird – das spielt im Tennis eine große Rolle. Es gibt viele schöne Zitate zu dem Thema. Fast alle stammen von Männern. „Auf Sand willst du weniger Fehler machen als dein Gegner. Auf Gras willst du mehr Punkte gewinnen als dein Gegner“: Boris Becker hat das gesagt, der in Wimbledon bekanntlich öfter gewann, in Paris aber nie. Irgendwann war er darüber wohl frustriert. „Paris gewinnt derjenige, der das kleinste Risiko eingeht und dieses Geduldsspiel über vier oder mehr Stunden durchhält“: Das ist ihm, dem Ungeduldigen, auch eingefallen. In der Autobiographie, die Andre Agassi vor einiger Zeit herausgebracht hat, findet sich der schöne Gedanke: Die verschiedenen Spielplätze seien wie Jahreszeiten. „Jeder verlangt etwas anderes von dir“, schreibt Agassi, „jeder schenkt dir etwas anderes, jeder kostet dich aber auch etwas anderes. Jeder verändert dich radikal, jeder baut deinen Körper in winzigen Details völlig um.“ Francesca Schiavone kann dazu auch Francesca Schiavone . . . viel erzählen. Der rote Faden, der sich durch ihre Karriere zieht – es ist der Sand. In Italien liegt er in jedem Tennisklub. „Einen Hartplatz zu finden, ist wirklich schwer“, sagt sie über ihre Heimat. Auf Sand hat sie begonnen, auf Sand ist sie aufgewachsen, auf Sand hatte sie ihren einzigen Erfolg von internationaler Bedeutung, und natürlich ist ihr, als sie in dieser Woche beim Turnier in Stuttgart ankam, gleich aufgefallen: „Der Sand hier ist viel härter als der in Paris.“ Im Frauentennis gibt es schon länger einen Trend: Das Spiel wird athletischer, auch die Frauen schlagen immer härter zu. Das ist spektakulär, aber auch ein wenig eintönig. „Es gibt nicht mehr so viele unterschiedliche Stile wie in den achtziger Jahren“, sagt Mats Wilander, und der Schwede muss nur ein paar Namen aus jener Zeit aufzählen: „Steffi Graf, Chris Evert, Martina Hingis, Gabriela Sabatini.“ Jede stand für eine andere Art, sich Im Achtelfinale droht Selby Hendrys Rücktrittsgedanken dagegen sind ernster zu nehmen, zumal er nach dieser Saison zum ersten Mal seit mehr als 22 Jahren in der Weltrangliste derart weit zurückfallen könnte, dass er sich nur durch Qualifikationsspiele die Teilnahme an der kommenden WM sichern könnte: „Ich habe am Ende dieser Saison eine wichtige Entscheidung zu treffen. Ich muss mein Karriere-Ende in Betracht ziehen.“ Von Samstag an muss er nun erst einmal im Achtelfinale antreten, sein Gegner ist voraussichtlich Mark Selby. Der ist einer dieser jungen Spieler, die in den vergangenen Jahren für Aufmerksamkeit gesorgt haben – und gilt in diesem Jahr als einer der Favoriten auf den Titel. „Wenn es so weit ist, dann ist es eben so weit“, sagt Hendry pragmatisch. Er weiß, dass die Partie gegen Selby die letzte seiner Karriere sein könnte. Während des Spiels kann er sich darauf konzentrieren, Kugeln zu versenken. Die Abschiedsrede hat er sich schon beim letzten Match ausgedacht. Jürgen Schmieder . . . und die Spuren im Sand Fotos: dpa / Getty Seite 40 / Süddeutsche Zeitung Nr. 93 MÜNCHEN · BAYERN Donnerstag/Freitag, 21./22. April 2011 Politikum Allach leuchtet Die „Befreiung der Fassade“ hat begonnen – in München-Allach. So sieht das zumindest Fassadenkünstler Carsten Kruse, der das rund 100 Jahre alte Gebäude zum „buntesten Haus Deutschlands“ gestaltet hat. Kruse hatte bereits in Regensburg mit einer umstrittenen Fassade Aufsehen erregt. Verunstaltung und Verkehrsgefährdung hatte man ihm dort vorgeworfen. Trotzdem will er weitermachen fortfahren und Häuser von langweiligen Anstrichen befreien. Foto: dpa Ramsauers Problemberg Von Andreas Roß A ls sich nach der Bundestagswahl im Oktober 2009 abzeichnete, dass die CSU in der neuen Bundesregierung wohl drei Minister stellen wird, waren sich die Bannerträger im Freistaat relativ rasch einig. Das Verkehrsministerium sei das richtige Ressort, da sei viel Geld zu verbauen, da könne man endlich den Investitionsstau bei Schiene und Fernstraßen im Freistaat abbauen, erklärten die Strategen. Sie ignorierten dabei die Erkenntnis, dass die Verkehrsminister vorausgegangener Bundesregierungen eher selten reüssieren konnten. Am Ende hatten nämlich alle erkennen müssen, dass zwischen dem, was an Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur wünschenswert wäre, und dem, was finanzierbar ist, eine riesengroße Lücke klafft. Dennoch: Peter Ramsauer beugte sich dem sanften Druck seiner CSU-Freunde und übernahm das Verkehrsressort. Nun sitzt er in Berlin und überlegt krampfhaft, wie er aus dieser Nummer jemals wieder unbeschädigt herauskommen kann. Denn allein im Regierungsbezirk Oberbayern, in dem Ramsauer politisch beheimatet ist, harren vier Projekte ihrer teuren Realisierung. So kommt der schon lange geforderte Ausbau der Bahnlinie München-Mühldorf-Freilassing nur im Schneckentempo voran. München pocht auf die zweite Stammstrecke für die S-Bahn, deren Umsetzung dann aber schwierig wird, wenn es mit der Winterolympiade 2018 und einer Sonderfinanzierung nichts wird. Gleiches gilt auch für den Ausbau der Bahnstrecke von München nach Garmisch und den Bau des Wanktunnels bei Garmisch. Die größte Herausforderung wartet aber auf Ramsauer mit der bayerischen Zulaufstrecke für den geplanten BrennerBasistunnel durch das Inntal. Ein Projekt, das Bund und Freistaat bislang eher ohne große Priorität behandelt haben, weil man nicht so recht daran glaubte, dass Österreicher und Italiener das Milliardenprojekt bald stemmen würden. Doch nun haben die Österreicher die Finanzierung klargemacht, womit die deutsche beziehungsweise bayerische Seite unter erheblichen Zugzwang geraten ist. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und bayerische SPD-Abgeordnete machen jetzt Druck. Ramsauer wird nun bald mehr liefern müssen, als nur wohlfeile Presseerklärungen. Bewegung im braunen Sumpf Der Rechtsextremist Martin Wiese versucht offenbar, die zerstrittene Neonazi-Szene im Raum München zu einen Von Frederik Obermaier und Monika Maier-Albang München – Sie hatten sich einen Ort außerhalb der Stadt gesucht, zwischen Wiesen und Feldern, wo es außer einer Gärtnerei keine Nachbarn gibt, die Anstoß nehmen könnten an einer Freiluft-Party am Samstagabend. Einige Seen und Tümpel haben die Moosinninger am Ortsrand, Feiern finden hier öfter statt. Am vergangenen Samstag jedoch traf sich in der Nähe eines Fischweihers eine elitäre Gruppe: An die 40 Neonazis folgten einer Einladung zum „Wiegenfest oberbayerischer Kameraden“. Mit einem Flugblatt war für das Treffen geworben worden, ein Lorbeerkranz, zwei gekreuzte Dolche sind auf dem Flyer abgebildet, der aufruft zur Feier unter dem Motto: „Einer für alle und alle für einen“. Mit Musketier-Romantik hat das allerdings wenig zu tun. Eher mit Nazi-Nostalgie. Und für die Logistik sorgte ein alter Bekannter der Sicherheitsbehörden: Martin Wiese. Einer für alle und alle für einen? Vielleicht ist ja Wiese dieser eine, auf den sie in der Szene schon lange warten. Einer, der die Neonazi-Grüppchen aus dem Großraum München eint, die Streitereien unter den Kameradschaften beendet, sie wieder schlagkräftig macht – besonders seit der bisherige Wortführer der Münchner Kameradschaftsszene, Philipp Hasselbach, wegen gefährlicher Körperverletzung im Gefängnis sitzt. Sieben Jahre lang war auch Martin Wiese in Haft, weil er gemeinsam mit Gesinnungsgenossen 2003 einen Anschlag bei der Grundsteinlegung auf das Jüdische Zentrum München geplant hatte. Die Gruppe hatte bereits Sprengstoff und Waffen besorgt, als die Polizei die Neonazis festnahm. Nach sieben Monaten Prozess wurde Wiese verurteilt. Eine vorzeitige Haftentlassung lehnte das Oberlandesgericht in München 2008 ab. Die Richter sahen bei Wiese keinen „dauerhaften charakterlichen Wandel“. Briefe aus der Haft unterzeichnete er gerne mal mit „Heil Hitler“. Seit August 2010 ist Wiese auf freiem Fuß. Noch im Gefängnis hatte der 35-Jährige angekündigt, dass er nach seiner Entlassung wieder zu den alten Freunden stoßen wolle: In einem Nazi-Blatt versprach er, seine „Erfahrungen mit so vielen Kameraden wie möglich zu teilen und neue Wege im nationalpolitischen Kampf zu gehen“. Nun, so vermuten Beobachter, wäre er gern der Wortführer, der die Kameradschaften aus dem Raum München hinter sich versammelt. Einen guten Ruf hat er in der Szene jedenfalls: „Er gilt als Märtyrer, weil er damals vor Gericht als Einziger nicht gegen seine Kameraden ausgesagt hat“, sagt Robert Andreasch von der Antifaschistischen Informationsund Archivstelle München (Aida). Bereits wenige Wochen nach Wieses Freilassung gab es Bewegung in der Neonazi-Szene. Die Münchner Kameradschaft „Nationale Solidarität Bayern“ (NSB) löste sich auf – zum „Allgemeinwohl aller“, wie es in einer Erklärung heißt. Schließlich sei dank „eines wieder zu uns nach Bayern gekehrten Kameraden“ zu erwarten, dass sich mehrere Kameradschaften vereinigen – dem wolle die NSB nicht im Weg stehen. Wiese beklagte bei einem Treffen mehrerer Neonazis-Kameradschaften am 14. Januar in München die mangelnde Zusammenarbeit der bayerischen Rechtsextremen, schreiben der Verfassungsschutz und die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit auf ihrer Internetseite „Bayern gegen Rechtsextremismus“. Statt Konkurrenz forderte Wiese Kooperation. Offenbar mit Erfolg: Bei einer Demonstration in Dresden zeigten sich Mitte Februar nach Augenzeugenberichten führende Köpfe der „Kameradschaft München“, der Skinhead-Gruppe „Kraken München“, der „Kameradschaft München Süd-Ost“, der Geretsrieder „Jagdstaffel Süd“ sowie mehrere Münchner NPD-Mitglieder und Funktionäre der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“. Kurz danach schlossen sich drei Münchner Kameradschaften zu einer „Kameradschaft München-Nord“ zusammen. Anfang April trafen sich die Neonazis dann in einer Erdinger Sportgaststätte – zum Vorstellen einer neuen Bekleidungsmarke, wie Martin Wiese dem Wirt zuvor erklärt hatte. Präsentiert werden solle ein neues Modelabel: „Nordic Sports Bekleidung“. Doch mit Wintersport hatte die Sache nichts zu tun. Tatsächlich stellte Wiese die Internetseite der „Nationalen Sozialistischen Bewegung“ vor. Das Kürzel ist identisch: NSB. Der Aufruf an die Neonabindung dreier Winkel im Logo könnte nun symbolisch stehen für Wieses mögliche Vision: den Zusammenschluss dreier Kameradschaften oder Neonazi-Einflussgebiete unter seiner Führung. Der „Nationalladen“ ist laut Internetseite ein „nationaler Betrieb mit sozialer Firmenpolitik“: Die Bekleidung sei „zu 100 Prozent in Deutschland hergestellt“, der Gewinn soll unter die „Kontrolle eines Nationalrats gestellt“ werden, um sicherzustellen, dass „jeder Angestellte ein Einkommen erzielt, mit dem die Familie des Arbeitnehmers vernünftig versorgt ist“. Die Behörden beobachten Wieses Aktivitäten aufmerksam. Das Gericht hat ihm nach seiner Haftentlassung Auflagen gemacht: So ist es Wiese untersagt, mit drei seiner ehemaligen Mittäter Kontakt aufzunehmen. Einer davon ist Karl-Heinz Statzberger von der „Kameradschaft München“. Er war nicht am Moosinninger Weiher. Zumindest ist er dort nicht gesehen worden. Beim Vorstellen der NSB-Homepage in Erding war er jedoch – nur am Bahnhof, nicht im Lokal bei Wiese. Belangen kann man Wiese dafür allerdings nur schwer: „Die müssten fast händchenhaltend durch die Fußgängerzone gehen“, sagt ein Ermittler. Würde Wiese dabei beobachtet und von seinem Bewährungshelfer angezeigt, drohten bis zu drei Jahre Haft. Bislang jedoch verhalte er sich geschickt, heißt es in Sicherheitskreisen. Nur beim Fahren ist er offenbar nicht so vorsichtig: Am Moosinninger Weiher hat er den Laster seines Arbeitgebers im Kies festgefahren. Seinen Chef dürfte das allerdings nicht weiter stören: Der Spediteur aus dem nördlichen Landkreis München ist in der Szene bestens bekannt. Für Demonstrationen stellte er in der Vergangenheit immer wieder seine Laster zur Verfügung. Jetzt lenkt Wiese sie. Den nötigen Führerschein hat er während seiner Haftzeit machen können. Jeder dritte Arbeitslose in Bayern über 50 München – Ältere Arbeitnehmer profitieren in Bayern offenbar kaum vom kräftigen Aufschwung in der Wirtschaft. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt die Regionaldirektion der Arbeitsagentur in Bayern. Nach einem am Mittwoch von der Jobagentur veröffentlichten Bericht ist jeder dritte Arbeitslose in Bayern 50 Jahre und älter. „Das vorhandene Arbeitskräftepotenzial wird trotz der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt in Bayern nicht vollständig ausgeschöpft“, schreibt die Arbeitsagentur. In absoluten Zahlen waren im März knapp 100 000 Ältere arbeitslos gemeldet. Mit 5,8 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe deutlich über dem Gesamtwert von 4,3 Prozent. Auch im prosperierenden Bayern mit Tendenzen zur Vollbeschäftigung gilt nach Auffassung von ArbeitsagenturChef Ralf Holtzwart: „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Arbeitslosigkeit“. Und nicht nur das. Wer im Alter einmal seinen Job verloren hat, läuft Gefahr, keine Anstellung mehr zu finden. Knapp jeder zweite Langzeitarbeitslose im Freistaat ist 50 und älter. Die Daten dürften der Debatte über Beschäftigungschancen Älterer neuen Schub geben. Im vergangenen Jahr hatte Bayerns Ministerpräsident und CSUChef Horst Seehofer sein Veto bei der Rente mit 67 angedroht, sollten Unternehmen nicht stärker auf ältere Arbeitskräfte zurückgreifen. msz Die Behörden beobachten Wieses Aktivitäten aufmerksam. zis deutlich: „Kameradschaften, Kameraden, vereinigt euch, kämpft geschlossen für unser Vaterland, lasst keine Spaltungen und Konkurrenzen mehr zu!“ Registriert ist die Homepage auf Wieses Lebensgefährtin. Verwaltet jedoch wird sie weitgehend von einem User namens „Arwick“ – Wieses einstiger Tarnname in Neonazi-Kreisen. Einen Onlineversand enthält die Webseite auch, allerdings nicht für Sportbekleidung, sondern für Shirts und Pullover ganz im Stile der Rechtsextremen: Schwarz, mit einem Emblem in schwarzweiß-rot, den Farben des Deutschen Reichs. Es zeigt drei verschränkte Dreiecke. Solche Winkel standen während der Nazi-Zeit für die einzelnen Gaue der NSDAP. In Verbindung mit einem Ortsnamen ist das Tragen dieser „Gauwinkel“ in Deutschland daher verboten. Die Ver- Der Sprengstoff stammt vom Militär Pörnbach – Die beiden Männer, die Ende März eine Bank im oberbayerischen Pörnbach in die Luft gesprengt haben, nutzten militärischen Sprengstoff. Das bedeute aber nicht, dass sie einen militärischen Hintergrund haben müssten, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts am Mittwoch. Im Ausland sei entsprechendes Material durchaus auch auf anderen Wegen zu bekommen. Zudem hat die Polizei neue Fotos der Täter veröffentlicht. Diese waren bereits am Tag vor der Explosion in der Bank. Offenbar um ihr Ziel auszuspähen. Für Hinweise, die zur Ergreifung der beiden führen, hat die Hallertauer Volksbank inzwischen eine Belohnung von 2000 Euro ausgesetzt. Die beiden Männer hatten am frühen Morgen des 30. März zwei Sprengsätze am Kontoauszugsdrucker und dem Geldautomaten der Bank gezündet. Der Drucker wurde völlig zerstört, die Filiale verwüstet. Der Geldautomat hielt der Explosion jedoch stand, sodass die Täter ohne Beute abziehen mussten. dapd Angeklagte schläft aus Schwäche ein Nürnberg – Hinter dem Prozess um den Hungertod der dreijährigen Sarah vor dem Landgericht in Nürnberg steht erneut ein Fragezeichen. Der Gesundheitszustand der angeklagten Mutter hat sich nach Angaben ihres Anwalts offenbar dramatisch verschlechtert. Während der Verhandlung am Mittwoch war die todkranke Frau mehrmals eingeschlafen. Die 27-Jährige leidet an Unterleibskrebs und soll nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Ihr Anwalt Nils Junge sagte, wegen starker Schmerzen sei die Frau mittlerweile auf Morphiumgaben angewiesen. Der Rechtsanwalt forderte das Gericht am Mittwoch auf, die Verhandlungsfähigkeit der Angeklagten prüfen zu lassen. Die kleine Sarah war im August 2009 in einer Nürnberger Klinik an den Folgen von Unterernährung gestorben. Die Eltern sollen schon Monate zuvor aufgehört haben, sich um das Kind zu kümmern. In einem ersten Prozess war der heute 31 Jahre alter Vater des Mädchens zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. dapd Drei Männer, zwei Pfarrer, eine Liebe Der Seelsorger von Unterstein wurde wegen Stalkings verurteilt, die Erzkonservativen jubeln – die Gemeinde ist entsetzt Unterstein – Es klingt wie das Skript einer billigen Seifenoper: Ein Mann begehrt eine Frau, die liebt einen anderen, der Gehörnte terrorisiert das Pärchen mit wütenden Briefen und anonymen Anrufen, er wird angezeigt, schließlich wegen Stalkings verurteilt. So ähnlich geschehen vor dem Landesgericht Innsbruck, jedoch mit einem pikanten Unterschied: Der Gehörnte ist katholischer Pfarrer, eines seiner Opfer auch, das Pärchen schwul. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Pfarrer Miro G. aus Unterstein am Königssee einen befreundeten Theologiestudenten aus Eifersucht sechs Monate lang mit Anrufen belästigt, dessen Freund, einem Tiroler Pfarrer, mehrere Briefe „sexistischen, herabwürdigenden und beleidigenden Inhalts“ geschickt hat. Dafür wurde der 44 Jahre alte Pfarrer vergangenen Freitag verurteilt und wenig später vom Erzbistum München-Freising abgesetzt. Das Ordinariat schrieb dem Gemeinderat der Pfarrei „Mariä Sieben Schmerzen“, dass G. von seinem Amt entpflichtet und ein kirchliches Untersuchungsverfahren gegen ihn eingeleitet worden sei. Bereits zur Palmweihe am vergangenen Sonntag erschien G. nicht mehr. Stattdessen reiste Weihbischof Wolfgang Bischof aus München an. Er sei gekommen, um die Gemeinde, die vor einer schwierigen Situation stehe, zu begleiten und zu unterstützen, erklärte er. Das erzkonservative Internetportal kreuz.net jubelte: Mit G. sei ein „ins Priesteramt eingeschlichener Homosexueller“ aufgeflogen. Die Untersteiner waren geschockt, galt Pfarrer G. doch bei vielen als Geschenk des Himmels. Seit er 2003 nach Unterstein kam, sei die Zahl der Kirchgänger gewaltig gestiegen, erzählen Gemeindemitglieder. Die Unterstellung, G. sei schwul gewesen, sei eine bodenlose Frechheit“, empört sich eine Pfarrgemeinderätin. G. selbst hat in einer im Internet verbreiteten Erklärung das Stalking zugegeben. Dass das Opfer sein früherer Liebhaber sei, bestreitet er: Beide habe lediglich eine „kollegiale Freundschaft“ verbunden. Er habe dem Studenten auch nur aus einer „Zwangslage“ helfen wollen, als er von dessen Verhältnis zu einem Pfarrer erfahren habe. War G. also nicht gehörnter Liebhaber, sondern besorgter Hirte, der sein Schaf auf den nicht-homosexuellen – aus Kirchensicht also richtigen – Weg zurückführen wollte? Dass auch G. schwul sei, sei „im Verfahren zumindest nicht hervorgekommen“, erklärte ein Sprecher des Innsbrucker Landesgerichts. Strafrechtlich hätte dies auch keine Rolle gespielt – im Gegensatz zu G.s Vorstrafe wegen Körperverletzung. Die sei der Grund, dass die Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro nicht auf Bewährung ausgesetzt worden ist. Ob die sexuelle Orientierung von G. bei der kirchenrechtlichen Untersuchung eine Rolle spielt, ließ OrdinariatsSprecher Bernhard Kellner offen: „Man muss sich den Fall im Ganzen anschauen“, sagte er. Zurück nach Unterstein kommt G. jedoch definitiv nicht: Dies sei aufgrund der „öffentlich entfachten Diskussion um seine Person“ nicht möglich, erklärte das Ordinariat. Für G.s Stalking-Opfer hatte der Prozess bereits ein kirchliches Nachspiel: Die Lebensweise des Pfarrers sei „natürlich nicht mit dem priesterlichen Dienst vereinbar“, zitiert das ORF den Generalvikar der Erzdiözese Salzburg. Sollte der schwule Pfarrer nicht einsichtig sein, werde man ihm eine Therapie nahelegen. Frederik Obermaier Ortstermin des VGH am jüdischen Friedhof München/Willmars – Im Streit um eine geplante Schweine-Mastanlage nahe einem jüdischen Friedhof im unterfränkischen Willmars (Kreis Rhön-Grabfeld) wollen sich die zuständigen Richter des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) am 11. Juli bei einem Ortstermin selbst ein Bild von dem Problem machen. Ein Landwirt plant knapp 150 Meter vom Friedhof entfernt den Bau einer Mastanlage für rund 1000 Schweine. Das Verwaltungsgericht Würzburg hatte im Oktober 2010 eine Klage des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern gegen die Baupläne abgelehnt. Der Landesverband sieht durch den Bau einer Schweine-Mastanlage die Religionsfreiheit bedroht. Für Juden seien Schweine nun einmal unreine Tiere. Die zu erwartende Geruchsbelästigung durch den Stall wäre für gläubige Juden nicht hinnehmbar: „Bei Schweinegestank können sie nicht beten“, betont der Anwalt des Landesverbandes, KyrillAlexander Schwarz. KNA Sex an der Hausmauer wird für Pärchen teuer München – Es duldete wohl keinen Aufschub, und so passierte es nach dem Discobesuch: mitten in der Nacht, mitten in Schwabing. Im Oktober fiel Polizeibeamten in der Leopoldstraße eine Menschentraube auf. Als sie nachschauten, sahen sie: Ein Paar lehnte an der Hausmauer und „nahm sexuelle Handlungen aneinander vor“, so der Polizeibericht. Der 22-Jährige und seine 23 Jahre alte Begleiterin wurden daraufhin festgenommen – und müssen nun auch eine Geldstrafe wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses bezahlen: sie 700 Euro, er 1050 Euro. Die Höhe der Strafe richtet sich nach der Höhe des Einkommens. Offen ist, ob sich die Umstehenden über den Anblick tatsächlich geärgert haben. mai Auch das malerische Sankt Bartholomä gehörte zur Seelsorge-Gemeinschaft des jetzt vom Dienst suspendierten Pfarrers von Unterstein. Foto: Lang, ddp
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